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Lebensmitteleinzelhandel

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Warenpräsentation in einem Supermarkt

Der Sammelbegriff Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bezeichnet Handelsunternehmen im Einzelhandel mit einem Sortiment, das überwiegend aus Lebensmitteln besteht (institutionelle Sicht), sowie synonym auch die eigentliche Handelsaktivität, Lebensmittel an Endverbraucher zu vertreiben (funktionale Sicht).

Aus institutioneller Sicht zählen zu den wichtigsten Betriebsformen im stationären LEH die Vertriebsformate Supermarkt, Verbrauchermarkt und Discounter. Nicht zum Lebensmitteleinzelhandel im engeren Sinne gehören hingegen Versorgungsstätten wie Tankstellenshops, Bäckereien, Fleischereien, Direktvertriebe, Versender oder Abholgroßmärkte.

Die eigentliche, funktionale Handelsaktivität, Lebensmittel über verschiedene Absatzkanäle an Endverbraucher zu vertreiben, umfasst den Verkauf aller sogenannten Fast Moving Consumer Goods (FMCG). Deshalb werden auch einige, den Lebensmitteln nahestehende Güter, die sogenannten Near-Food-Produkte im Zusammenhang mit dem Lebensmitteleinzelhandel betrachtet. Neben allen Nahrungs- und Genussmitteln zählen somit auch Drogeriewaren wie Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, Hygieneartikel oder Körperpflegemittel sowie gelegentlich auch Non-Food-Artikel (z. B. Kaffeefiltertüten) zu den relevanten Sortimenten und Umsätzen.

Als Konsequenz dessen fließen oftmals auch Drogeriemärkte in die Umsatz- und Warenstatistiken des LEH ein.

LEH in Deutschland

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Entwicklung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

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Lebensmittelkarte, Mark Brandenburg, 1941

Ende des 19. Jahrhunderts vollzogen sich grundlegende Wandlungen in der deutschen Einzelhandelslandschaft, deren Effekte auch den Lebensmitteleinzelhandel, der zunächst etwa in Gestalt von Vorkosthandlungen in Erscheinung trat, wesentlich beeinflussten: In den Städten etablierten sich neue Betriebstypen wie die großflächigen Kauf- und Warenhäuser, das Filialprinzip entstand und das Genossenschaftswesen entwickelte sich. Neu gegründete Konsumgenossenschaften, deren Geschäftsbetrieb sich überwiegend auf Nahrungs- und Genussmittel konzentrierte, wurden zu einer starken Konkurrenz des nicht organisierten, selbständigen Einzelhandels. Die Lebensmittelindustrie begann ihrerseits mittels Reklame Markenartikel zu etablieren, die unmittelbar Einfluss auf das Kaufverhalten der Verbraucher nahmen.

Die stürmische Einzelhandelsentfaltung der vorausgegangenen Jahrzehnte fand infolge der beiden Weltkriege ein abruptes Ende: Die Versorgung der Bevölkerung war zwar mangelhaft, aber mittels Warenrationierung durch Lebensmittelmarken und Bezugsscheine möglich. Erst nach dem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch kam es nicht selten zu lebensbedrohlichen Versorgungslücken mit Grundnahrungsmitteln.[1]

Von der Währungsreform bis Ende der 1990er Jahre

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Nach der Währungsreform 1948 und der darauffolgenden Aufhebung der Zwangsbewirtschaftung übernahmen so genannte Tante-Emma-Läden und Kolonialwaren-Geschäfte die lokale Versorgung der westdeutschen Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. In der DDR betrieb die staatliche Konsumgenossenschaft die gleichnamigen Konsum-Märkte.

Selbstbedienungsladen, 1949

In der Folge der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung wuchsen die Sortimente in Tiefe und Breite. Neue Warenbereiche kamen hinzu und mit der Verbreitung der bereits 1938 aus Amerika übernommenen Idee der Selbstbedienung wurde insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel ein Leistungsmerkmal geschaffen, das zu einem Strukturwandel in der Branche führte.[2]

In den 1960er Jahren machten sich erste Sättigungserscheinungen bemerkbar. Der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel stieg nur noch unterdurchschnittlich stark, der Wettbewerb bremste die bisherige Zunahme der Einzelhandelsgeschäfte, wohingegen die Gesamtumsätze weiter stiegen. Zunehmender Preiswettbewerb förderte in allen Bereichen die Kooperation: Viele Einzelhändler waren mittlerweile in Einkaufsgenossenschaften wie der Edeka oder der Rewe organisiert.

Die von der Industrie geforderte Preisdisziplin führte immer öfter zu Auseinandersetzungen um die „Preisbindung der zweiten Hand“. Hersteller versuchten durch Lieferboykotte den Zerfall der Preisbindung zu unterbinden, woraufhin im Lebensmitteleinzelhandel erste Markenartikel durch Eigenmarken des Handels ersetzt wurden. Die Preisbindung der zweiten Hand wurde 1974 schließlich gesetzlich verboten und die Verbraucher profitierten vom einsetzenden Preiswettbewerb im gesamten Handel.[3]

Zwar konnten die Einzelhandelsumsätze wegen einer systematischen Ausweitung der Sortimente des Lebensmitteleinzelhandels auf Non-Food sowie die Schaffung reiner Non-Food-Betriebstypen wie Fachmärkte und Fachdiscounter in den 1980ern jährlich um 2,9 % real gesteigert werden, nach dem Einheitsboom verzeichnete man im Lebensmitteleinzelhandel 1993 jedoch einen realen Umsatzrückgang, der 1998 seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

21. Jahrhundert

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Die Konzentration der gesamten Branche schreitet weiter voran und nähert sich im Schnitt den übrigen europäischen Ländern; die marktbestimmenden Top-8-Handelsgruppen erreichten 2005 einen Marktanteil von 98,1 %. Die Rationalisierung wird unter dem zunehmenden Wettbewerbsdruck weiter vorangetrieben, sowohl durch Größenwachstum als auch durch Umorganisierung sowie den Einsatz technischer Hilfsmittel im Bereich von Transport, Lagerung und Disposition.

Warenpräsentation des Lebensmitteldiscounters Lidl, 2006

Die Vertriebsform Discount befindet sich weiter auf dem Vormarsch und bedrängt mit dem reduzierten Sortiment die klassischen Vollsortimenter. Insbesondere werden den qualitäts- und serviceorientierten und in ihrem Markt profilierten Lebensmittelläden in guten City-Standortlagen gute Entwicklungsperspektiven zugeschrieben. Zu den Verlierern im Wettbewerb der Vertriebsformen zählen unprofilierte kleine und mittlere Lebensmittelfachgeschäfte. Als Profilierungsmerkmal entwickeln sich zunehmend die Bio-Sortimente. Der hart geführte Kampf um die Preisführerschaft im LEH führte im Jahr 2009 zu mehreren großen Preissenkungswellen, die auch 2010 weitergeführt wurden.[4]

Nach Erhebungen des EHI gab es im Jahr 2009 in Deutschland 8137 Supermärkte, d. h. Lebensmittelgeschäfte mit Vollsortiment zwischen 400 und 1500 m² Verkaufsfläche, mit einem Branchenumsatz von 29,5 Mrd. €.[5] Zum Vergleich: Die 15219 Verkaufsstellen der Discounter tätigten im gleichen Jahr einen Umsatz von 55,2 Mrd. €.[6] Vergleichsweise unbedeutend bleibt in Deutschland aus den unterschiedlichsten Gründen weiterhin der Lebensmittelhandel via Internet.[7]

Der klassische LEH entwickelt sich mit einem Marktanteil von 50 % zunehmend auch zur bedeutendsten Absatzquelle für „Bio-Lebensmittel“, deren Gesamtmarkt für 2010 auf 4,6 Mrd. € geschätzt wird. Die etwa 2000 Naturkostfachgeschäfte halten hieran einen Marktanteil von 22 %. Kaufmotive für Bio-Lebensmittel beim Verbraucher sind das Interesse an regionalen Produkten, erhöhtes Gesundheitsbewusstsein und Individualität in der Ernährung.[6]

Struktur- und Leistungsdaten

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Die Aufstellung zeigt zum Vergleich die durchschnittlichen Leistungskennziffern der bezeichneten Betriebstypen (2009).[8]

Betriebstyp Personal-
Leistung
(je Mitarbeiter
je Jahr
in €)
Flächen-
Produktivität
(je m² Verkaufsfläche
je Jahr
in €)
Rohertrag
(in % vom Bruttoumsatz)
Betriebskosten
(in % vom Bruttoumsatz)
Betriebswirtschaftliches Ergebnis
(in % vom Bruttoumsatz)
LEH-Fachhandel/Supermarkt 160.000 bis 180.000 3.800 20,5 23,5 −3,0
LEH-Discounter 400.000 5.000 15,0 bis 16,0 13,2 1,8 bis 2,8
Naturkost-Einzelhandel 137.000 4.500 31,1 29,9 1,2

Die folgende Tabelle zeigt Struktur- und Leistungsdaten des Lebensmitteleinzelhandels für das Jahr 2006 nach Einzelhandelstypen.[9]

Einzelhandelstyp Anzahl Anteil
(%)
Umsatz
pro Jahr
(Mrd. €)
Anteil
(%)
Umsatz
pro Jahr
je Markt
(in T€)
großflächiger Markt1) 3.150 6 33 26 10.603
Supermarkt2) 8.170 15 29 23 3.537
Discounter 14.806 27 54 42 3.637
übrige Geschäfte3) 28.900 53 12 10 426
gesamt 55.026 100 128 100 2.334

1) Lebensmittelabteilungen der Warenhäuser, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte
2) Bis 1.499 m² Verkaufsfläche
3) Bis 399 m² Verkaufsfläche

Top 10 der Lebensmittelhändler in Deutschland

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Die Tabellen zeigen die größten Lebensmittelgroß- und Einzelhändler in Deutschland, gemessen an ihren Lebensmittelbruttoumsätzen (inkl. Umsatzsteuer). Die Lebensmittelumsätze der zehn führenden Unternehmen in Deutschland summieren sich jeweils auf rund 140 Mrd. €. Zur Rolle der Drogeriemärkte in den Rankings siehe die Abgrenzung oben. Viele Handelsgruppen bestehen dabei aus verschiedenen Teilunternehmen. So gehören zur Edeka-Gruppe im Bereich des Großhandels die sieben Regionalgesellschaften,[10] die für die Belieferung der selbständigen Kaufleute und filialisierten Geschäfte unterschiedlicher Betriebstypen (Supermarkt, Verbrauchermarkt, SB-Warenhaus) zuständig sind sowie darüber hinaus die EDEKA C&C Großhandels-Aktivitäten der Regionalgesellschaften.[11] Hier werden im Cash & Carry Abholgeschäft als auch mit einem regionalen und nationalen Lieferservice vor allem gewerbliche Kunden aus dem Bereich Gastronomie, Hotellerie und Großverbrauchern (GV), aber auch kleinflächigere Einzelhandelskonzepte, wie die unter dem Label-Konzept „SPAR Express“ laufenden Shops, versorgt.[12] Im Einzelhandelsbereich werden zum Umsatz der Gruppe die Betriebe der unabhängigen Kaufleute im EDEKA-Verbund genauso wie die in Regie geführten Filialen gezählt.[13] Ebenfalls zum Umsatz gehören der Discounteinzelhandel Netto Markendiscount mit eigenen Großhandelsstrukturen sowie darüber hinaus die Umsätze aus dem Bäckerei-Geschäft.[14]

Weiterhin sind in dieser Tabelle darüber hinaus auch „reine“ Einzelhandelsstrukturen wie die beiden Aldi-Unternehmen zu finden, genauso wie reine Großhandelsunternehmen wie Lekkerland.[15]

Die Reihenfolge innerhalb des Rankings bleibt im Vergleich zum Jahr 2007 unverändert.[16]

Rang Unternehmen
Lebensmittel-umsatz 2008 (Mio. €) Veränderung zu 2007 (in %) Gesamt-umsatz 2008 (Mio. €) Veränderung zu 2007 (in %) Lebensmittel-anteil am Ges.Umsatz (in %)
1. Edeka-Gruppe1) 33.934 +4,3 37.606 +2,58 90,24
2. Rewe Group1) 24.678 +7,0 29.580 +4,84 83,43
3. Schwarz-Gruppe 21.495 +5,8 26.500 +5,79 81,11
4. Aldi Nord/Aldi Süd2) 19.824 +0,9 24.500 +0,93 80,91
5. Metro Group 13.636 −6,6 31.575 −0,96 43,193)
6. Tengelmann-Gruppe 8.533 −2,7 13.991 −2,64 60,99
7. Lekkerland 7.799 +1,3 7.878 +0,54 99,00
8. Dm drogerie markt 2.550 +2,6 3.361 +11,40 75,873)

1) Inkl. Außenumsatz der angeschlossenen, selbständigen Einzelhändler. 2) Die Aldi-Regionen bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne. 3) Inkonsistenz in den Sekundärquellen. Hier Angabe des Ergebnisses aus der Berechnung der übereinstimmenden Zahlen. Primärquelle nicht verfügbar.

Neu in den Top Ten sind die Unternehmen Rossmann und Bartels-Langness (Famila u. a.).[17]

Rang Unternehmen
Lebensmittel-umsatz 2010 (Mio. €) Veränderung zu 2009 (in %) Lebensmittel-anteil am Ges.Umsatz (in %)
1. Edeka-Gruppe1) 40.880 +3,2 90,2
2. Rewe Group1) 26.992 +2,9 71,8
3. Schwarz-Gruppe 23.030 +3,7 81,1
4. Aldi Nord/Aldi Süd2) 20.090 +4,1 82,0
5. Metro Group 11.669 −2,2 38,6
6. Lekkerland 7.821 0 99,0
8. Dm drogerie markt 3.667 +8,7 90,0
9. Rossmann 2.596 +10,5 75,5
10. Bartels-Langness 2.343 +11,9 77,5

1) Inkl. Außenumsatz der angeschlossenen, selbständigen Einzelhändler. 2) Die Aldi-Regionen bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne.

Quelle: TradeDimensions, Stand: März 2012[18]

Rang Unternehmen
Lebensmittel-umsatz 2011 (Mio. €) Veränderung zu 2010 (in %) Lebensmittel-anteil am Ges.Umsatz (in %)
1. Edeka-Gruppe1) 42.708 +4,5 90,5
2. Rewe Group1) 25.100 −7,0 70,7
3. Schwarz-Gruppe 23.236 +0,9 81,1
4. Aldi Nord/Aldi Süd2) 20.254 +0,8 82,0
5. Metro Group 11.417 −1,0 38,0
6. Lekkerland 7.601 −2,8 95,0
7. Dm drogerie markt 4.037 +10,1 90,0
9. Rossmann 2.901 +11,7 75,5
10. Transgourmet Holding 2.590 +7,0 86,4

1) Inkl. Außenumsatz der angeschlossenen, selbständigen Einzelhändler. 2) Die Aldi-Regionen bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne.

Quelle: dfv Mediengruppe, Stand 2016[19]

Rang Unternehmen
Lebensmittel-umsatz 2015 (Mio. €) Veränderung zu 2014 (in %) Lebensmittel-anteil am Ges.Umsatz (in %)
1. Edeka-Gruppe1) 53.282 2,8 90,6
2. Rewe Gruppe (ohne Touristik)1) 39.606 3,3 72,1
3. Schwarz-Gruppe 34.540 1,4 81,2
4. Aldi Nord/Aldi Süd2) 27.797 1,5 82,0
5. Metro Group 3) 26.130 −0,5 39,3
6. Lekkerland 9.075 3,2 99,0
7. Tengelmann-Gruppe 4) 7.700 2,5 24,3
8. Dm drogerie markt 7.029 9,8 90,0
9. Rossmann 5.750 6,3 90,0
10. Globus 4.821 1,9 67,0

1) Inkl. Außenumsatz der angeschlossenen, selbständigen Einzelhändler. 2) Die Aldi-Regionen bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne. 3)ohne Umsatz Kaufhof. 4) Außenumsatz aller Vertriebsbereiche (Obi inkl. Franchisenehmer)

Quelle: TradeDimensions, Stand 2021[20]

Rang Unternehmen Gesamtumsatz 2020 (Mio. €)
1. Edeka-Gruppe 67.034
2. Rewe-Gruppe1) 55.616*
3. Schwarz-Gruppe 45.300*
4. Aldi Süd/Aldi Nord2) 31.600*
5. dm 8.540
6. Real 7.836*
7. Rossmann 7.330
8. Metro3) 5.329*
9. Globus 5.243
10. Bartels-Langness-Gruppe 4.874*

1) Rewe-Gruppe: Sonstige Geschäftsfelder inkl. Convenience (Übernahme Anfang 2020)

2) Die Aldi-Regionen bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne.

3) Metro: Exklusive Real (abgegeben Mitte 2020)

* von Nielsen TradeDimensions geschätzte Werte

Top 6 der Lebensmitteldiscounter in Deutschland

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Bei den Lebensmitteldiscountern in Deutschland führte im Geschäftsjahr 2008 Aldi die Top 6 unverändert an.[21] Der seit dem 1. Januar 2009 mehrheitlich zu Netto gehörende Discounter Plus rangiert im Ranking 2008, in dem der letztmals eigenständig gewertet wird, auf Platz 4.

Das Gesamtvolumen der genannten Unternehmen beläuft sich in 2008 auf 61,607 Mrd. € Bruttoumsatz. Angegeben sind die Gesamtumsätze der Unternehmen. Abweichungen zu anderen Angaben derselben Quelle basieren teilweise auf unterschiedlichen Daten (Schätzungen) in der Sekundärquelle.

Rang
Unternehmen
Umsatz 2008 (Mio. €)[22] Umsatz 2007 (Mio. €) Anzahl Filialen
2008
Anzahl Filialen
2007
1. Aldi1) 24.500 23.398 4.267 4.235
2. Lidl (Schwarz-Gruppe) 14.725 14.280 3.036 2.902
3. Penny (Rewe Group) 6.798 6.337 2.080 2.008
4. Plus (Tengelmann-Gruppe)2) 6.734 6.997 2.700 2.766
5. Netto, Diska, NP u. a. (Edeka-Gruppe) 5.850 4.025 1.422 1.279
6. Norma (Supermarkt) 3.000 2.925 1.355 1.316

1) Die Aldi-Regionen Nord und Süd bilden keine Gruppe im rechtlichen Sinne. 2) Seit dem 1. Januar 2009 mehrheitlich bei Netto, Edeka-Gruppe.

LEH als Arbeitgeber

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Rund 660.000 Beschäftigte zählt der Lebensmitteleinzelhandel 2005, davon sind etwa 180.000 in Minijobs oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen angestellt.

Die Berufsausbildung in einem der staatlich anerkannten Berufsbilder im LEH erfolgt im Dualen Berufsausbildungssystem. Zu den wichtigsten Ausbildungsberufen im Lebensmitteleinzelhandel gehören:

Institutionen und Verbände

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Die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sind organisiert im Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels, der wiederum einen Fachverband des Handelsverbands Deutschland (HDE) darstellt. Der HDE ist die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels für rund 410.000 selbständige Unternehmen mit insgesamt 2,7 Mio. Beschäftigten und jährlich über 395 Mrd. € Umsatz.

Das EHI Retail Institute e. V. ist ein Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel und seine Partner mit Sitz in Köln. Bis zum Mai 2006 hieß es EuroHandelsinstitut e. V.

Strukturell ist die Beschaffungsseite des LEH von einem marktbeherrschenden Oligopol der führenden LEH Gruppen geprägt (Schwarz-Gruppe, Edeka, Rewe und Aldi). Nicht nur einige wenige, sondern die Mehrheit der Lieferanten ist von den vier größten Unternehmen einseitig abhängig, ohne selbst über kompensierende Gegenmachtpositionen zu verfügen. Das Oligopol kann daher Sonderkonditionen durchsetzen, welche die Mehrzahl der im Rahmen einer Studie befragten Hersteller als nicht ökonomisch nachhaltig bezeichnet. Diese sind möglich, weil es an Ausweichmöglichkeiten fehlt und deshalb keiner der großen LEH-Nachfrager als Abnehmer verzichtbar ist. Seit einigen Jahren ist die Marktmacht des Nachfrageoligopols so groß, dass der LEH selbst zum Treiber von Inflation geworden ist und mit Hilfe der Konzentration Preiserhöhungsspielräume nutzen kann (bis 2021 erklärt die Konzentration im LEH rund ein Drittel der Inflation bei Nahrungs- und Genussmitteln). Auf der Absatzseite ist der LEH immer weniger Anreizen ausgesetzt, Konditionenvorteile an Endverbraucher weiterzugeben. Dies liegt zum einen an der Entwicklung der Standortnetze, wodurch sich die Wechselwahrscheinlichkeiten infolge steigender Transaktionskosten der Verbraucher immer mehr reduzieren. Zum anderen ist der Wettbewerb auf der Ebene der Betriebsformen immer stärker durch ein Patt auf einem verteilten Markt geprägt.[23]

In der Öffentlichkeit wird wiederholt auch über Lebensmittelverschwendung (Verderbquote) im Handel diskutiert. Laut dem im Jahr 2011 veröffentlichten Dokumentarfilm Taste the Waste wird in Deutschland rund die Hälfte aller Lebensmittel, jährlich etwa 20 Mio. Tonnen, über alle Produktionsstufen hinweg vernichtet.[24] Nach einer Studie des EHI wurden im Lebensmitteleinzelhandel durch Beschädigung, Verderb oder ablaufende Mindesthaltbarkeitsdaten jedoch weit weniger Waren vernichtet: Lediglich 1,1 % der Lebensmittel (0,3 Mio. Tonnen jährlich) im Wert von durchschnittlich 4 €/kg gingen für den Verbrauch verloren.[25] Weitere Zahlen zum Thema Lebensmittelverschwendung liefert die Cofresco-Studie nach deren Angaben mit etwa 6,6 Mio. Tonnen ein Großteil beim Endverbraucher vernichtet werden.[26]

LEH in Österreich

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Bis nach dem Zweiten Weltkrieg hielten die Konsumgenossenschaften (ab 1856), Julius Meinl (1862) und die Adeg-Genossenschaften (1929) einen Gutteil der Marktanteile. In den 1950er Jahren nahmen Spar und Billa ihre Arbeit auf, 1968 erwarb Aldi die Filialkette Hofer und 1972 stieg Tengelmann bei Löwa (dem späteren Zielpunkt bzw. Plus) ein.

Die größte Zäsur war 1995 der Untergang des Konsum Österreich, rund 600 Filialen und ein Marktanteil von ca. 18 % wurden unter den Mitbewerbern aufgeteilt. Ab 1996 stieg der Rewe-Konzern bei der Billa-Gruppe ein, die sich 1998 bis 2000 den ganzen Julius Meinl einverleiben wollte, auf Grund von EU-Vorgaben aber einen Teil der Spar belassen musste. 2008 verkaufte Tengelmann seine Zielpunkt-Filialen. Ebenfalls ab 2008 beendete Edeka seine Beteiligung bei Adeg Österreich, während Rewe seine Anteile in mehreren Schritten erhöhte. Schließlich wurde Adeg vollständig von der Rewe-Gruppe übernommen. Sowohl die Aufstockungen als auch die spätere Totalübernahme wurden vor der EU-Wettbewerbsbehörde behandelt.[27]

Wie in Deutschland kam es auch in Österreich zum so genannten Greißlersterben, waren 1970 noch rund 20.000 Lebensmittelgeschäfte aktiv, hatte sich diese Zahl bis 1990 auf 9.989 und per 2001 auf 6.654 Outlets reduziert.