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Pelzarten

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PelzhÀndler in der kanadischen Provinz Alberta, 1890
„Alfölder Bauernhaus“ aus Pelz: Ausstellungsobjekt der Millenniumsausstellung in Budapest 1896 (Fa. Katzer, Budapest). Sockel aus Seehundfellen; Unterbau Suslik; Grundmauern und FensterverschlĂ€ge Maulwurf; HauptwĂ€nde und Pfosten Bisamwamme; auf den Pfosten Igel, die Fehschweifboas im Maul halten; Fenster und TĂŒrvorsprĂŒnge Fehwamme (russisches Eichhörnchen); GiebelwĂ€nde aus Seehundfellen. An den vier Ecken verschiedene Fuchsarten; Dachziegel aus Opossumschweifen; Schornstein Grebesfelle (Haubentaucher) und darauf ein Storch, der seine Jungen fĂŒttert. Steinadler und BĂ€r schmĂŒcken das Dach. Im Giebel der SchĂ€del eines Elches.[1]

Als Pelz wird das Fell von SĂ€ugetieren mit dicht stehenden Haaren sowie das daraus gearbeitete KleidungsstĂŒck bezeichnet. Rauchwaren, österreichisch auch Rauwaren, sind zugerichtete, das heißt zu Pelzen veredelte Tierfelle. Pelztiere sind Wildtiere, die ein fĂŒr Bekleidung verwendbares Fell haben. Diese Auflistung behandelt die Felle und die daraus hergestellten Produkte, nicht den Pelz als tierisches Organ.

Soweit die Felle nicht aus anderen GrĂŒnden anfallen (zum Beispiel bei der Fleischgewinnung), werden Pelztiere dafĂŒr gezĂŒchtet oder gejagt. Entsprechend der Tierart werden die verschiedenen Pelzarten beziehungsweise Fellarten und die daraus gearbeiteten KleidungsstĂŒcke bezeichnet (Nerzjacke, Bisammantel). Die Zucht geschieht in der Regel in Pelztierfarmen. Das Töten von Tieren fĂŒr die Gewinnung von Pelzen, gewisse Haltungsbedingungen oder Fangmethoden von Pelztieren sowie mangelnde Verbraucherinformation darĂŒber werden von Teilen der Bevölkerung und zahlreichen Tierschutz-Organisationen kritisiert und immer wieder in den Medien thematisiert.

Eine Auflistung der nach den in Deutschland geltenden Artenschutzregelungen geschĂŒtzten Tierarten mit den Daten der Inschutzstellung nach dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen, den EU-Verordnungen, der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz findet sich auf der Artenschutzdatenbank „WISIA“ des Bundesamts fĂŒr Naturschutz in Bonn.[2]

Otto Feistle schrieb 1931 in Rauchwarenmarkt und Rauchwarenhandel: „Bei der Mannigfaltigkeit der heute zur Verwendung gelangenden Fellsorten, es sind lĂ€ngst ĂŒber 500, sind fast alle LĂ€nder der Erde, selbst Afrika, an der Pelzproduktion beteiligt.“

Im Folgenden werden die verschiedenen Pelztierarten unter dem Aspekt der Fellnutzung aufgelistet (Herkunft und Aussehen der Felle, FellqualitĂ€ten, geschichtlicher RĂŒckblick auf Jagd, Zucht und Handel usw.).

Bezeichnung der Fellteile

Eine Definition besagt, dass als Pelze Haardichten ĂŒber 400 Haare pro cmÂČ bezeichnet werden, als Felle 50 bis 400 Haare/cmÂČ, alle darunter liegenden Behaarungsdichten sind haararme Haut.[3.1]

Soweit die jeweilige Gesetzgebung es zulĂ€sst, werden die anfallenden Felle entsprechend ihrer Eignung wirtschaftlich genutzt. Je nach Beschaffenheit der Behaarung, des Leders (StĂ€rke und Zustand der Haut), der GrĂ¶ĂŸe der FellflĂ€che, teils auch nach dem Grad der FĂ€rbung werden sie verschiedenen Industrien als Rohprodukt zugefĂŒhrt. Dies ist neben anderen Zwecken die Rauchwarenwirtschaft, die Haarschneide-Industrie, die Gerberei-Industrie und die Leimfabrikation. Bei entsprechender Eignung lĂ€sst sich der höchste Nutzen in der Regel bei der ZufĂŒhrung fĂŒr Pelzzwecke erzielen. Die bei der Haarverwertung nicht gebrauchten HĂ€ute lassen sich, zusammen mit den nicht fĂŒr Pelz geeigneten Fellen, zu Leder gerben. Was sonst gar nicht zu gebrauchen ist, wird zu Leim verkocht. Soweit die Felle fĂŒr Pelzwerk vorgesehen sind, werden sie noch einmal nach verschiedenen Gesichtspunkten sortiert, um einheitliche Sortimente fĂŒr die Verarbeitung zu erhalten; gleichzeitig wird dadurch die Grundlage geschaffen, den Wert der einzelnen QualitĂ€ten zu bestimmen.[4]

Die QualitĂ€t eines Felles hĂ€ngt von vielen Faktoren ab. Mit EinschrĂ€nkungen lĂ€sst sich verallgemeinern: Pelztierarten, die ganz oder zeitweilig im Wasser leben, haben ein besonders dichtes und strapazierfĂ€higes Fell. Je kĂ€lter der Lebensraum, desto dichter und seidiger das Haar. FĂŒr den Winterpelz der gemĂ€ĂŸigten und kalten Zone ist ein dichtes, weiches Unterhaar charakteristisch. Bei Tropentieren ĂŒberwiegt im Allgemeinen das Grannenhaar gegenĂŒber dem Wollhaar.[5] Marderartige haben zumeist ein besonders haltbares Fell. Winterfelle sind qualitativ besser als Sommerfelle, Übergangsfelle (aus der Zeit des Fellwechsels) neigen unter UmstĂ€nden zum Haarausfall („Mildhaarigkeit“) und weisen störende Nachwuchsstellen auf. Diese Stellen sind hĂ€ufig als dunkle Flecken auch auf der Lederseite zu erkennen. Felle von Kleinraubtieren haben ein zĂŒgigeres und damit stabileres Leder als die von Pflanzenfressern.

Unsymmetrische Fleckenzeichnungen kommen bei Pelztieren, bis auf ganz wenige Sorten von Haarseehunden, nur bei Haustieren vor, nicht in der freien Natur. Leopard, Tiger, Giraffe, Ozelot oder Perwitzky haben Flecken, die rechte Seite ist stets annÀhernd gleich der linken Seite oder zumindest Àhnlich.[6]

Im Rauchwarenhandel und in der KĂŒrschnerei weichen einige Begriffe von den zoologischen oder jĂ€gersprachlichen Bezeichnungen ab. Bei den meisten Fellarten wird der Bauch als Wamme bezeichnet, die ExtremitĂ€ten komplett als Pfoten, außer beim Lamm (= Klauen, zum Beispiel Persianerklauen). Jeder dicht behaarte Fellschwanz heißt in der Pelzbranche Schweif, das Lamm oder Schaf wieder ausgenommen. Der FellrĂŒcken ist der Grotzen, der hintere Teil des Felles der Pumpf. Die dunkelsten, blaustichigen Winterfelle werden in der Fachsprache blau genannt, im Gegensatz zu rot, den eher helleren und deshalb meist weniger geschĂ€tzten Farbvarianten der gleichen Fellart. Ein Fell mit dichtem, nicht straff anliegendem Haar wird als rauch bezeichnet. – Das Gerben der Felle nennt sich Zurichtung.

Im Jahre 1965 hieß es, dass zu der Zeit aus 168 Tierarten Pelze gewonnen wurden. Davon entfielen auf Europa 45 Arten, auf Asien 53, auf Nordamerika 35, auf SĂŒdamerika 16, auf Australien zehn und auf Afrika neun Arten.[7] Zwanzig Jahre spĂ€ter wurde im Zusammenhang mit der großen Mannigfaltigkeit und Unterschiedlichkeit von Rauchwaren erklĂ€rt: „Man unterscheidet beispielsweise zur Zeit etwa 48 verschiedene, fĂŒr den Rauchwarenmarkt relevante Pelztierarten mit verschiedenen Provenienzen (allein bei FĂŒchsen 130), und durch Mutationszucht wird die Sortenvielfalt noch weiter erhöht (zum Beispiel 20 bis 30 handelsĂŒbliche Farbschattierungen bei Nerzen). Zudem fallen bei den Sorten unterschiedliche QualitĂ€ten in Bezug auf DurchschnittsgrĂ¶ĂŸe, Haarschlag und BeschĂ€digungen an“.[8]

Kennzeichnungsbestimmungen

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In verschiedenen LĂ€ndern sind Regelungen getroffen worden, die vorgeben, wie eine warenehrliche Beschreibung beim Anbieten und dem Verkauf von Pelzen aussehen soll. Sie sehen insbesondere vor, dass die Tierart des verwendeten Pelzes erkennbar sein soll und dass kenntlich gemacht werden soll, wenn das Teil nicht aus ganzen Fellen, sondern aus den bei der Verarbeitung abfallenden Fellresten hergestellt wurde (Pfoten, Köpfe, Schweife, StĂŒcken usw.).

In Deutschland werden bei Streitigkeiten um eine korrekte Benennung des Pelzes in der Regel die in der RAL-Vorschrift 075 A 2 festgelegten Bezeichnungsvorschriften herangezogen. Erstmals festgelegt wurden sie vom Ausschuss fĂŒr Lieferbedingungen und GĂŒtesicherung beim Deutschen Normen-Ausschuss (DNA) im Jahr 1939, in einer umfassenden Gemeinschaftsarbeit zwischen den Organisationen der Erzeuger und Verarbeiter, des Handels, der Verbraucher, unter Mitbeteiligung der Behörden und der Industrie- und Handelskammern. Im Jahr 1951 wurden sie im unverĂ€nderten Wortlaut bestĂ€tigt und 1968 ĂŒberarbeitet.[9]

In Österreich wurde mit Wirkung zum 1. Februar 1962 eine entsprechende Verordnung in Kraft gesetzt:

„Zum Schutz des Publikums ist vom Bundesministerium fĂŒr Handel und Wiederaufbau eine Verordnung erlassen ĂŒber die Ersichtlichmachung der Beschaffenheit von Fellen und Pelzwaren. Die Verordnung bestimmt fĂŒr zum Verkauf gestelltes Fellwerk folgendes:

1. Anzugeben ist das Pelztier, d. h. die Fellart, sofern sich das Angebot auf erstklassige Ware bezieht.
2. Wird die Ware unter einem Phantasienamen offeriert, so ist zusĂ€tzlich die Art des veredelten Felles anzugeben. Das gilt insbesondere auch fĂŒr Fellwerk, das auf edlere Arten imitiert wurde
3. Pelzwaren, die aus Fellteilen, z. B. RĂŒcken, Wammen, Klauen, Köpfen, StĂŒcken gearbeitet sind, haben einen diesbezĂŒglichen Zusatz zu tragen.“

Es folgen differenzierte AusfĂŒhrungsbestimmungen.[10]

Insektenfresser

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Aus der Tierordnung der Insektenfresser sind fĂŒr die Pelzverarbeitung nur zwei Arten aus der Familie der MaulwĂŒrfe von Interesse: der EuropĂ€ische Maulwurf (Talpa europaea) und der Russische Desman (Desmana moschata).

Felle der Amerikanisch-Asiatischen MaulwĂŒrfe wurden kaum gehandelt.

Maulwurffell-Farbmusterkarte

Maulwurffelle sind bei entsprechender Mode ein Handelsartikel der Pelzbranche. In Deutschland ist der EuropĂ€ische Maulwurf seit 31. August 1980 nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) besonders geschĂŒtzt. Insgesamt betrachtet ist diese Art weit verbreitet und gilt nicht als bedroht; die IUCN listet sie als nicht gefĂ€hrdet (least concern).

Das Fell fĂ€llt in der Regel nur als Nebenprodukt an, dort wo der Maulwurf in der Landwirtschaft noch bekĂ€mpft wird. Die große Anzahl der fĂŒr ein KleidungsstĂŒck benötigten Felle ermöglicht nur einen geringen Fellpreis, was ihre Zubereitung, Abziehen, Trocknen und Sammeln, nur in Ă€rmeren Gegenden ausreichend attraktiv macht, frĂŒher auch durch teils erhebliche FangprĂ€mien begĂŒnstigt. In Europa scheinen die Felle derzeit nicht verarbeitet zu werden.

Russischer Desman, PyrenÀen-Desman

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Commons: Desmanfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Desman
  • Das Fell des Russischen Desman, auch Wychuchol oder Vychuchol wird auch als Silberbisam bezeichnet. Es ist mit 20 bis 25 cm und einer SchwanzlĂ€nge von 16 bis 19 cm etwa hamstergroß und damit wesentlich kleiner als die Bisamratte.

Die kurze, feine bis seidige, sehr glĂ€nzende und dichte Behaarung ist brĂ€unlich-rötlich, dunkelbraun bis kastanienbraun mit metallisch schimmernden dunkelvioletten Tönen, die nach den Seiten zu immer lichter werden um in der Wamme eine glĂ€nzende silberweiße Farbe zu zeigen. Das Leder wird als „namentlich am Bauch, merkwĂŒrdig dick“ beschrieben.[11] Als das Fell noch verarbeitet wurde, gab es zwei Fangperioden: im FrĂŒhjahr (April) und im Herbst (Oktober). Die Aprilfelle waren deutlich raucher (dichter) als die Oktoberfelle. Insgesamt ist die Haardichte bei Weibchen grĂ¶ĂŸer als bei mĂ€nnlichen Tieren.[12]

Haltbarkeitskoeffizient: 40 bis 50 %[13][Anmerkung 1]

Die Wirkung der „Hochglanzwamme“ fĂŒhrte am Leipziger Rauchwarenmarkt zu der Bezeichnung Silberbisam. Wegen der wertvollen Wamme wurden die Felle (anders als abgebildet) unĂŒblicherweise im RĂŒcken aufgeschnitten.

Über den fast unbehaarten Schwanz heißt es 1841 in einem Lexikon: „Der Schwanz wird wegen seines Moschusgeruchs gegen die Motten zu Pelzwerk gelegt und schĂŒtzt dieses bis zwei Jahre lang, weil er so lange seinen Geruch behĂ€lt.“[14]

Die Felle wurden ehemals zu Pelzfuttern verarbeitet, selten auch zu Großkonfektion. Das betraf vor allem den russischen Desman, der in dichtbesiedelten Gebieten lebt und aufgrund seiner GrĂ¶ĂŸe einen materiellen Wert darstellte.

Um 1800 verstand man unter „Bisamrattenfell“ noch das Fell des Silberbisam.[15] Peter Simon Pallas berichtete 1771 in seinen Reisebeschreibungen: „Ein merkwĂŒrdiges Thier ist noch die in allen Seen lĂ€ngs der Wolga allgemeine Bisamratte (Wuichuchol), deren Felle man um einen sehr geringen Preiß kaufen kann, weil man sie zu keinem andern Gebrauch, als gemeine Pelzkleider zu verbrĂ€men, anwendet. Gleichwohl bestehen diese Felle fast ganz aus einer feinen, weichen Wolle, welche an Glanz und Zartheit der Biberwolle nichts nachgiebt und zu Verfertigung der Hutfilze, obwohl sie kĂŒrzer ist, vielleicht ebenso vortrefflich seyn wĂŒrde“.[16]

1984 stellte die Firma Marco eine neue, auch fĂŒr Nutria geeignete Bisam-Biton-Veredlung vor, die sie mit „Desman-Effekt“ beschrieb. Hier wurde kĂŒnstlich die FĂ€rbung des Desmans nachgeahmt, vom dunklen bis sehr dunklem RĂŒcken zur hellen Wamme verlaufend. Der RĂŒcken wurde nachgedunkelt, die Fellseiten aufgehellt.[17]

Der Russische Desman wird von der IUCN als gefÀhrdet (vulnerable) gelistet und darf heute nicht mehr bejagt werden. 1973 wurden auf einer russischen Auktion 1500 Felle versteigert, die aber wohl aus mehrjÀhrigen FÀngen stammten.[18]

  • Der PyrenĂ€en-Desman, ehemals auch PyrenĂ€ischen Bisamspitzmaus oder pyrenĂ€ische RĂŒsselmaus, hatte keine wirtschaftliche Bedeutung.[12] Es wurde 1937 erwĂ€hnt mit dem Kommentar „hat nur lokales Interesse“. Mayers Konversationslexikon von 1888 sagt unter dem Stichwort BisamrĂŒssler: „Sein feinwolliges Fell wird zur VerbrĂ€mung von MĂŒtzen und Hauskleidern benutzt.“[19]

Der PyrenĂ€en-Desman ist ein großer Vertreter der MaulwĂŒrfe, das Fell ist mit 10 bis 15 cm LĂ€nge jedoch kleiner ist als das des Russischen Desmans. Auf dem RĂŒcken ist es dunkelgraubraun bis rötlichbraun, wobei die graubraune Variante weitgehend in den Populationen im östlichen, letztere im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes auftritt. Die Unterseite erscheint durchgehend zumeist schiefergrau und damit heller, die ÜbergĂ€nge an den Seiten verlaufen fließend. Mit zunehmender Alterung des Fells ĂŒber das Jahr können sich an RĂŒcken und Bauch gelbliche Flecken ausbilden, was durch FarbverĂ€nderungen an den Haarspitzen ausgelöst wird.[20] Allgemein ist das Fell dicht, aber gröber als bei anderen MaulwĂŒrfen. Es besteht zum Großteil aus Wollhaar, deren SchĂ€fte 10 Όm dick und gewellt sind. Sie stehen in kleinen BĂŒscheln. DarĂŒber legen sich Grannenhaare mit lanzettförmiger Gestalt. Auffallenderweise fehlt an den am Ende abgeplatteten Haarspitzen die Markröhre. Die Grannenhaare stehen einzeln, ebenso wie die spindelförmigen Leithaare.[21] Der Schwanz ist nur spĂ€rlich behaart. Er beginnt rund und lĂ€uft in einer gepressten Spitze aus. Dadurch unterscheidet sich der PyrenĂ€en-Desman vom Russischen Desman, dessen Schwanz vollstĂ€ndig platt ist. Am unteren Schwanzende findet sich ein BĂŒschel aus Borsten.[22][23][24] Äußere Ohren sind nicht vorhanden. Die VorderfĂŒĂŸe sind abweichend von den grabenden MaulwĂŒrfen deutlich kleiner als die HinterfĂŒĂŸe. Die Zehen der FĂŒĂŸe werden durch SchwimmhĂ€ute miteinander verbunden. An den Außenkanten tragen die FĂŒĂŸe zusĂ€tzlich BorstensĂ€ume, ansonsten sind sie nackt und dunkel gefĂ€rbt. Jeder Fuß ist fĂŒnfstrahlig aufgebaut, wobei die Mittelzehe am lĂ€ngsten ist und die beiden inneren die Ă€ußeren ĂŒbertreffen. Die Zehen tragen spitze, lange Krallen. Der Hinterfuß ist 32,5 bis 36,5 mm lang. Weibliche PyrenĂ€en-Desmane haben vier Zitzenpaare, von denen eines im Brust-, eines im Bauch- und zwei im Lendenbereich sitzen.[22][23][24]

Bassarisks

Bassarisk oder Katzenfrett

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Die beiden Arten, das Nordamerikanische und das Mittelamerikanische Katzenfrett, zur Familie der KleinbĂ€ren gehörend, werden auch American ringtail (cat), Bassarisk oder Raccoonfox, von der spanischsprechenden Bevölkerung Cacomixtle („Katzeneichhörnchen“) genannt. Bassariskfelle werden im Zwischenhandel als Ringtailcat gehandelt (nicht zu verwechseln mit dem Ringtail-Opossum bzw. Ringtail-Possum, siehe dazu Possumfell), der Pelz im deutschsprachigen Einzelhandel traditionell meist als Bassarisk.[18] In Mittelamerika wird auch das Fleisch genutzt.

Das Nordamerikanische Katzenfrett lebt in den Vereinigten Staaten ĂŒber Niederkalifornien bis Veracruz und Oaxaca in Mexiko, im 20. Jahrhundert hat sich das Verbreitungsgebiet ausgedehnt, es reicht heute bis Kansas und Alabama. Die mittelamerikanische Spezies ist in SĂŒdmexiko bis hinab bis in das westliche Panama beheimatet.

Nordamerikanische WaschbÀren

Im Fellhandel hatte sich noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg die alte Bezeichnung fĂŒr den WaschbĂ€ren: Schupp, Plural Schuppen, erhalten. Als Fellbezeichnung kursiert daher gelegentlich noch Schuppenfell bzw. kurz Schuppen.

Das WaschbÀrfell ist als Besatzmaterial und besonders in Zeiten, in der die Pelzmode langhaarige Felle bevorzugt, ein wichtiger Artikel der Rauchwarenbranche. Es gehört zu den dauerhaftesten Langhaarpelzen.

Die als „Finnraccoon“, „Russischer“, auch „Chinesischer WaschbĂ€r“ („Russian“ oder „Chinese Raccoon“) im Handel befindlichen Felle stammen nicht vom WaschbĂ€ren. Es sind Felle vom Marderhund, die auch als „Tanuki“ oder, infolge der grĂ¶ĂŸeren Ähnlichkeit mit dem Fuchsfell, als „Seefuchs“ gehandelt werden. Die Verwendung des Zusatzes „Raccoon“ (engl. WaschbĂ€r) fĂŒr eine völlig andere Fellart dĂŒrfte zu Verwechslungen fĂŒhren, nur der Name Raccoon allein bezeichnet stets den WaschbĂ€ren.[18]

Das ursprĂŒngliche Verbreitungsgebiet des WaschbĂ€ren ist der Westen und SĂŒden Kanadas ĂŒber die USA bis nach Mexiko. Mehrere kleinwĂŒchsige Formen leben auf den Inseln vor Mexiko und Florida. In den 1920er Jahren wurde neben der Zucht anderer Pelztiere in Deutschland auch die Zucht des WaschbĂ€ren aufgenommen. Sie erwies sich als unrentabel. Felle dieser freigelassenen oder entkommenen Tiere sind gegenĂŒber denen aus Nordamerika von geringerer HaarqualitĂ€t.[18]

Das Fell des in SĂŒdamerika beheimateten NasenbĂ€ren wurde in sehr geringer Menge fĂŒr Pelzzwecke genutzt. Es ist etwa 70 cm lang, der Schweif 40 bis 50 cm. Das Unterhaar ist kurz und rau und zeigt eine blaugraue Nuance. Die Grannen sind lang und straff, sehr glĂ€nzend und graubraunrötlich geringelt. Der Schweif ist abwechselnd gelb und schwarzbraun geringelt.[25]

Von den Fellen hieß es 1939, dass sie sich zwar fĂŒr Pelzwerk eignen, aber nur wenig im Handel vorgekommen sind, man bezeichnet sie dann wohl auch mit dem Ausdruck „SĂŒdamerikanische Schuppen“ (= WaschbĂ€ren), obwohl sie selbstverstĂ€ndlich keine eigentlichen Schuppen darstellen.[26]

GroßbĂ€ren

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Mit BĂ€renfell oder BĂ€renhaut ist in der Regel das Fell der GroßbĂ€ren gemeint.

Bis vor dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) wurden noch viele EisbĂ€rfelle ĂŒber DĂ€nemark in das Pelzhandelszentrum Leipziger BrĂŒhl nach Deutschland eingefĂŒhrt, ebenso wurden auf dem BrĂŒhl kanadische BraunbĂ€ren weitergehandelt. Ein Zeitgenosse erinnerte sich 1940 noch an die großen, tief herabfallenden Kragen fĂŒr die herrschaftlichen Kutscher, aber auch an die Verwendung als Vorleger: „In dem Boudoir, vor dem FlĂŒgel oder in einer Ecke des Herrenzimmers liebte man diese Ungeheuer“, und zwar mit einem „großen, rachenaufreißenden Kopf.“

Seitdem wird von den GroßbĂ€renfellen fĂŒr Bekleidungszwecke nur noch gelegentlich das Fell des Baribals genutzt. Das BĂ€renfell hat pelzwirtschaftlich und hinsichtlich der Verwendungsmöglichkeit nur geringe Bedeutung. FĂŒr heutige BedĂŒrfnisse ist das Pelzwerk zu grob und zu stark im Haar, vielfach zu gekrĂ€uselt oder zottelig und ĂŒberdies zu schwer. Allerdings ist der Anfall, schon infolge des RĂŒckgangs der BestĂ€nde und der deshalb eingeleiteten Schutzmaßnahmen, inzwischen so gering, dass allein deshalb keine grĂ¶ĂŸere Verwendung zu erwarten wĂ€re. Ansonsten werden BĂ€renfelle fast nur als Decken, Fuß- und Wandteppiche (teils naturalisiert, mit ausgearbeiteten Köpfen) gebraucht. Das Haar wird auch zu Pinseln verarbeitet (PinselbĂ€ren).

Fuchsmantel des britischen SÀngers Elton John, aus gefÀrbten Fellen verschiedener Fuchsarten (Mitte 1980er Jahre)

Hunde (Familie)

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Verschiedene Edelfuchsarten als Musterstreifen (2009)
Commons: Fuchsfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Bekleidung aus Fuchsfellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die FĂŒchse gehören zu den Tierarten mit den verschiedensten Haarvariationen, sowohl in Farbe, HaarlĂ€nge und Haarstruktur.

Der Rauchwarenhandel unterscheidet zwischen EdelfĂŒchsen, den Silber-, Kreuz-, Blau- und WeißfĂŒchsen, Platinfuchs (MutationsfĂŒchsen) und edelsten Sorten von RotfĂŒchsen. Und allen weiteren Arten von RotfĂŒchsen, soweit sie nicht unter ihrem Artnamen gehandelt werden (Kitfuchs, Grisfuchs, Korsak usw.).

Haltbarkeitskoeffizient fĂŒr EdelfĂŒchse: 40 bis 50 %[13][Anmerkung 1]

FĂŒr das Jahr 2007 betrug die Welt-Farmproduktion an EdelfĂŒchsen 7.054.500 Felle (Quelle: Oslo Fur Auctions). Durch den RĂŒckgang der Anlieferung aus China (2006: 8 Millionen, 2009: 1,7 Millionen Felle) ist seit 2009 wieder Finnland fĂŒhrend in der Fuchszucht (Anlieferung 1,7 Millionen, davon 1,2 Millionen Blaufuchsfelle). Die Angaben aus China werden in Ermangelung einer genauen Erfassung jedoch als sehr unzuverlĂ€ssig eingeschĂ€tzt.[27] 2012 kamen aus Polen rund 350 Tausend Fuchsfelle.[28]

Polarfuchsfell

Weißfuchs oder Eisfuchs

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Der Polarfuchs oder Eisfuchs, auch Arktischer Fuchs und Steinfuchs genannt, spaltet sich zoologisch in zwei FarbschlĂ€ge auf, den Blaufuchs und den Weißfuchs.

Der Weißfuchs, die FarbvarietĂ€t des Eis- oder Polarfuchses lebt in der gesamten nördlichen Polarzone. Der Einzelhandel differenziert selten zwischen dem Polarfuchsfell und der Weißlingsform des Blaufuchses, meist werden die ungleichen Fellarten als Weißfuchs angeboten, selbst ein skandinavisches Auktionshaus bezeichnet reinweiße BlaufĂŒchse als Weißfuchs. TatsĂ€chliche Polarfuchsfelle sind jedoch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig nur noch wenig im Handel.

  • Die wildlebenden europĂ€ischen Populationen des Polar- oder Eisfuchses sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschĂŒtzt.
Blaufuchs, dunkle Variante

Der Polarfuchs spaltet sich zoologisch in zwei FarbschlĂ€ge auf, den Blaufuchs und den Weißfuchs. FĂŒr das Fell des als Polarfuchs gehandelten Fuchses, auch Eisfuchs, Arktischer Fuchs oder Steinfuchs genannt, siehe Polarfuchsfell.

Der Blaufuchs, ein Weißfuchs-Farbschlag, gilt als wertvoller als das verfilztere und kleinere Fell des Weißfuchses. Fast weiße BlaufĂŒchse mit nur leicht angedeuteter dunklerer Fellmitte werden als Shadowfuchs gehandelt; reinweiße Felle gegenĂŒber dem Endverbraucher meist, wie das des Polarfuchses, als Weißfuchs.

In der Fachsprache der Rauchwarenbranche werden die dunklen, blaustichigen Winterfelle aller Fellarten als blau bezeichnet, nicht nur die der „BlaufĂŒchse“, im Gegensatz zu rot, den eher helleren und deshalb meist weniger geschĂ€tzten Farbvarianten der gleichen Fellart.

  • Die wildlebenden europĂ€ischen Populationen des Blau- und des Polarfuchses sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschĂŒtzt.
Korsakfell

Korsak (-Fuchs)

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Die Heimat des Korsakfuchses (gelegentlich auch Korsuk), Steppenfuchses oder Sandfuchses, ehemals hÀufig auch Asiatisches oder Mongolisches Kitfuchsfell genannt, sind die Steppen Sibiriens, Zentralasiens vom Kaspischen Meer bis zur Mongolei, Mandschurei und Korea.

Schon in frĂŒhgeschichtlichen Epochen wurde der Steppenfuchs bejagt. In spĂ€terer Zeit gaben Nomadenvölker ihre an die Mongolen abzuliefernden Tribute in Form von Korsakfellen ab.

Rotfuchsfelle

RotfĂŒchse kommen auf allen Kontinenten vor, mit Ausnahme der Antarktis. Entsprechend groß ist die Vielfalt der Rassen und die Unterschiedlichkeit der Felle.

Kreuzfuchsfelle

Der Kreuzfuchs, auch Fleckfuchs genannt, ist eine FarbvarietĂ€t des Rotfuchses. Charakteristisches Kennzeichen des Kreuzfuchsfells ist die schwarze beziehungsweise dunkle kreuzĂ€hnliche Zeichnung ĂŒber den Nacken und die Schultern, der RĂŒcken und die Seiten sind blass- oder braungelb, rötlich oder dunkelbraun, oft stark gesilbert.

Der Pelzhandel zÀhlt das Kreuzfuchsfell zu den so genannten Edelfuchsfellen, wie auch das Silberfuchsfell, das Blaufuchsfell und das Polarfuchsfell.

Verbreitet ist der Kreuzfuchs fast nur in LĂ€ndern, in denen es auch SilberfĂŒchse gibt, in Alaska, Kanada, Ostsibirien und Kamtschatka, weitere Felle kommen heute aus der Zucht. Der Anfall von Wildfellen hatte, schon wegen des kleineren Vorkommens im Vergleich zu anderen Fuchsarten, immer einen geringen Umfang.

Silberfuchsfelle

Der Silberfuchs, zoologisch auch Schwarzsilberfuchs, ist eigentlich eine Farbvariante des Rotfuchses (SchwĂ€rzling), er galt um 1900 als „König der Pelztiere“. Als die wertvollsten wurden damals rein schwarze Felle angesehen. FĂŒr ein besonders schönes Fell wurden 1910 auf einer Londoner Auktion 10.000 Goldmark bezahlt. Mit dem Silberfuchs begann in den 1890er Jahren die planmĂ€ĂŸige Zucht von Pelztieren. Heute werden eher die sehr langhaarigen helleren Felle bevorzugt, die mehr Silber aufweisen. Beine, Schweif und Schnauze sollen möglichst schwarz sein und einen starken Kontrast zum ĂŒbrigen Fell bilden.

Platinfuchs-Cape

Der Platinfuchs ist eine der auffĂ€lligsten Farbmutationen des Silber- und Rotfuchses. Er gehört in der Pelzbranche zu den als EdelfĂŒchsen bezeichneten Sorten. Mit dieser ersten Farbmutation in der Pelztierzucht begann eine Entwicklung, die sich spĂ€ter auch in der Nerzzucht mit vielen Farben und Farbtönen in großem Umfang fortsetzte. PlatinfĂŒchse können alle Farben des Vulpes Vulpes Farbspektrums ausweisen, jedoch bezieht sich das Merkmal hier besonders auf die weißen Farbabzeichen die bei allen PlatinfĂŒchsen das gleiche Schema haben.

Golden-Island-Fuchskragen

Golden-Island-Fuchs

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Am 1. Februar 1982 wurden erstmals 51 Felle des Golden-Island-Fuchses „mit einem interessanten silberrötlich Effekt“ als neue Mutationsfarbe auf einer Kopenhagener Auktion angeboten.[29] Die ZĂŒchtung stammte von dem Finnen Eero Saarikettu.[30] Diese Fuchsrasse ist eine Kreuzung von zwei genetisch nicht identischen Arten. Hier werden die FĂ€hen des Blaufuchses mit den mĂ€nnlichen Tieren des Rotfuchses verpaart. Das Zuchtergebnis ist ein Fuchs, dessen Gesicht dem des Blaufuchses gleicht. Die Ohren sind mittelgroß, die Schweifspitze weiß; das RĂŒckenhaar ist dicht wie beim Blaufuchs und fast so lang und so silbrig wie beim Rot- und Silberfuchs. Auf der Auktion der Hudson’s Bay Company 1985/89 in London erzielten Farmfelle einen Spitzenpreis von 575 englischen Pfund pro StĂŒck, KĂ€ufer der ersten Felle war Birger Christensen, Kopenhagen. Eine Ă€hnliche Farbvariante ist der Arctic-Golden-Island-Fuchs, bei der ein RĂŒde eines Rotfuchses mit der FĂ€he eines Shadowfuchses verpaart wird.[31]

Bluefrost-Fuchs, gefÀrbt

Bluefrost-Fuchs

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Eine weitere Farbvariante mit der gleichen Genetik wie beim Golden-Island-Fuchs ist der Bluefrost-Fuchs, der aus einem Blaufuchs und einem Silberfuchs herausgezĂŒchtet wird. Auch hier ist ein Silberfuchs der RĂŒde und ein Blaufuchs die FĂ€he. Das Fell hat die gleiche mittlere HaarlĂ€nge, das Fell eine sehr blau anmutende FĂ€rbung mit einem leichten, gleichmĂ€ĂŸigen Silbercharakter. Der Schweif hat eine weiße Spitze, die Ă€hnlich dem Blaufuchs meist leicht abgerundet ist.

Eine weitere Sorte ist der Platinum-Bluefrost-Fuchs, ein Bluefrost-Fuchs, der wie der Platinfuchs weiße Farbabzeichen am Körper trĂ€gt. Hier werden die SilberfuchsrĂŒden mit weiblichen ShadowfĂŒchsen verpaart.

Weitere, vor 1921 hinzugekommene Fuchs-Mutationsfarben

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Fawn Light, mit mittlerer HaarlĂ€nge; dunklem RĂŒcken und sehr hellen Seiten.[32]
Verschiedene Arctic Marble Fuchsfelle
Arctic Marble, ein neuer Langhaartyp; weiß mit, besonders in der RĂŒckenmitte, eingestreuten schwarzen Grannen.[33]
Arctic Marble Frost, eine meist von Saga gezĂŒchtete Variante des Arctic Marble Fuchses mit mittlerer HaarlĂ€nge. Anders als der Arctic Marble Fuchs hat dieser sehr blau schimmernde Farbmarkierungen.
Arctic Marble Blue
Arctic Marble Cross
Sun Glo, eine Farbvariante des Marblefuchses. Weiß mit einer markanten rot-orangen Linie auf dem RĂŒcken, an den Flanken eingestreute einzelne Haare, die den Marble-Effekt (marmoriert) verursachen.
Arctic Golden Island, eine neue Kreuzung aus Shadowfuchs und Rotfuchs herausgezĂŒchtet mit mittlerer HaarlĂ€nge. An den Flanken weiß, auf dem RĂŒcken ab Nacken bis ĂŒber den Schweif liegt ein leicht orange anmutender, aber doch braungrau dominierender Schleier.
Red Amber, ein Silberfuchs dessen Pigmente im Haar nicht schwarz, sondern creme-braun sind. Dadurch wirkt er wie ein hellbrauner Silberfuchs.
Amber Frost, eine braungraue Farbvariante des Frostfuchses. HierfĂŒr werden mĂ€nnliche AmberfĂŒchse mit BlaufuchsfĂ€hen verpaart. – Der Bluefrost Fuchs ist die bekanntere Farbvariante des Amber Frost Fuchses.
Golden Amber, ein sehr tiefer, satter Braunton. Im Jahr 1958 wurde die erstmalige ZĂŒchtung von reinbraunen FĂŒchsen in verschiedenen Farbnuancen durch die amerikanische Pelztiergroßfarm Fromm Bros., Hamburg (Wisc.) gemeldet. Sie wurden unter dem Sammelnamen Golden Spectrum gefĂŒhrt. Auf der BrĂŒsseler Weltausstellung wurde ein Mantel gezeigt. Danach folgte der Farbschlag Golden Amber. Bei allen diesen Farbtönen, außer den maulwurffarbenen, besteht ein auffallender Kontrast zwischen den weißen und braunen Haaren.[34]
Red Platina, oder auch Red Platinum, ein Platinfuchs, der nicht grau-weiß ist, sondern orange-weiß.
Golden Island Shadow, eine Variante die, anders als der Golden-Island-Fuchs, deutliche weiße Zeichnungen im Gesicht und Nacken trĂ€gt. Die Beine und der Schweif sind sehr hell bis gĂ€nzlich weiß.
Golden-Island-Shadow-Fuchsfell
Smokey

Im Laufe der Jahre haben die FuchszĂŒchter die Mutationsfarben in vier Gruppen aufgeteilt:[35]

  • Rezessiv mutante („nicht in Erscheinung tretende“ Mutation)
Silver, Pearl, Burgundy, Amber, Fawn Glow, Sapphire, Pearl Amber und eventuell Dawn Glow.
  • Dominant mutante
White face (weißgesichtig), Georgian White, Platinum und Arctic Marble (Rot ist ebenfalls eine dominante Farbe, aber keine Mutation)
  • Kombinationen rezessiv und dominant mutante (bei mischerbigem Vorkommen setzt sich der dominante Erbfaktor gegenĂŒber dem rezessiven in der MerkmalsausprĂ€gung jeweils durch)
Smokey Red, Gold Fox, Dakota Gold, Autumn Gold, Platinum Red, Glacier, Red White Face, Sun Glow, Burgundy Marble und weitere
  • Fire-Typen, die durch eine Kombination von rezessiven Farben entstanden sind und ein rezessives Gen fĂŒr Silber und ein rezessives Gen fĂŒr Colicott-Braun haben
Wild Fire, Fire & Ice, Snow Glow, Moon Glow und weitere.
Kit- bzw. Swiftfuchsfell

Kitfuchs und Swiftfuchs

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Die traditionell in der Pelzbranche als Kitfuchs gehandelten Felle stammen von zwei nahe verwandten nordamerikanischen Arten, dem Swiftfuchs beziehungsweise Steppenfuchs und dem Kitfuchs (frĂŒher hĂ€ufig auch Kittfuchs), auch Großohr-Kitfuchs (nicht zu verwechseln mit den afrikanischen GroßohrfĂŒchen). Kitfuchsfelle Ă€hneln in vieler Hinsicht den RotfĂŒchsen, der Unterschied besteht hauptsĂ€chlich in der GrĂ¶ĂŸe und der Farbe.

Auch die in den Auktionskatalogen der Hudson’s Bay und Annings Ltd. angebotenen Mongolischen KitfĂŒchse sind keine Felle von KitfĂŒchsen, sondern Korsakfuchsfelle.

Die IUCN schÀtzt den Kitfuchs als nicht gefÀhrdet (Least Concern), in Mexiko als gefÀhrdet (Vulnerable) ein. Der Swiftfuchs gilt als nicht gefÀhrdet.

Grisfuchsfelle

Grisfuchs oder Graufuchs

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Im Groß- und Einzelhandel wird das Fell des nordamerikanischen Graufuchses oder Grisfuchses meist als Grisfuchsfell angeboten, die Bezeichnung Graufuchs wurde in der Vergangenheit hĂ€ufig fĂŒr graufarbige FĂŒchse anderer Provenienzen, insbesondere fĂŒr sĂŒdamerikanische FĂŒchse, verwendet.

FĂŒr die Felle des sĂŒdamerikanischen Kampfuchses siehe bei Rotfuchsfell, fĂŒr Felle des nordamerikanischen Kitfuchses und des Swiftfuchses siehe Kitfuchsfell.

Das Fell des Tibetfuchses wird in geringem Umfang von der einheimischen Bevölkerung fĂŒr PelzmĂŒtzen genutzt, wofĂŒr allerdings Rotfuchsfelle bevorzugt werden.[36]

Das Tibetfuchsfell ist ockergelb mit einem weiß gesprenkelten RĂŒcken, die Seiten sind blass rostgelb, der Schweif grau. Die Halsseiten sind eisengrau, mit weiß und schwarz gemischt. Die Schweifspitze ist weiß; die Ohren sind kurz.[37]

Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes und der derzeit fehlenden ernsthaften GefĂ€hrdungen stuft die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) den Tibetfuchs als „nicht gefĂ€hrdet“ (Least concern) ein.

Seefuchsfelle

Seefuchs, Tanuki, Marderhund oder Enok

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Im Pelzhandel wird das Fell des Marderhunds schon immer unter vielen Namen gehandelt, nur nicht als Marderhundfell. Die gebrĂ€uchlichen Bezeichnungen sind eigentlich Seefuchs oder Tanuki. Nicht nur auf den Rauchwarenauktionen, sondern auch im Groß- und Einzelhandel, wird das Seefuchsfell wegen seines in Teilen waschbĂ€rĂ€hnlichen Aussehens weiterhin mit den irrefĂŒhrenden Namen Finnraccoon (aus Finnland), Russisch Raccoon oder Chinesisch Raccoon angeboten (raccoon = engl. WaschbĂ€r).[38] Diese Bezeichnungen beruhen mit darauf, dass der Marderhund auch WaschbĂ€rhund genannt wird.

Der ursprĂŒnglich nur im östlichen Sibirien, nordöstlichen China und Japan beheimatete Marderhund ist durch AusbĂŒrgerung im Jahr 1934 in die Ukraine heute bis nach Finnland und auch nach Deutschland (1962 erster erlegter Marderhund in der Bundesrepublik) vorgedrungen. Durch die AusbĂŒrgerungen hatte sich bis 1986 das Fellaufkommen um das vier- bis sechsfache erhöht.[3.2] Die IUCN schĂ€tzt entsprechend den Marderhund als nicht gefĂ€hrdet ein (Least Concern).

Australische Dingos, eine verwilderte Haushundrasse, können zwar fĂŒr die Gewinnung von Pelzen genutzt werden, sie haben aber meist nur einen geringen Wert, in einigen Staaten sind Dingos geschĂŒtzt. Die FĂ€rbung ist hĂ€ufig gelbrot, dunkelbraun bis schwarz, teils gescheckt. Im eigentlichen Rauchwarenhandel kommen die Felle nicht vor.[18]

Hundefelle wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Mitteleuropa genutzt. Seit 2009 unterliegen sie, wie auch die Felle der Hauskatzen, in den Staaten der EuropÀischen Union einem Handels- und kommerziellem Einfuhrverbot.

Auf den Weltmarkt kamen seit jeher fast ausschließlich asiatische Felle, meist aus China, der Mongolei und Korea. Die Produkte aus den, im Rauchwarenhandel als chinesische Hunde bezeichneten, Fellen wurden als Gae-Wolf-Pelze angeboten, frĂŒher auch als Sobaki, beides östliche Namen fĂŒr den Hund. Auch Asiatischer Schakal war einer der frĂŒheren, das Wort Hund vermeidenden, Bezeichnungen fĂŒr das Haustierfell.

Coyote (Kojote)

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Der nordamerikanische Coyote (Kojote), auch bekannt als nordamerikanischer PrĂ€riewolf oder Steppenwolf, ist die hauptsĂ€chlich fĂŒr Pelze verwendete Art aus den Wolfs- und Schakalartigen. Der Pelz wurde bis in die 1970er Jahre im Einzelhandel meist nicht vom eigentlichen Wolf unterschieden, er wurde ebenfalls als Wolfspelz angeboten. Das mexikanische Wort Coyote, die im Pelzhandel gebrĂ€uchliche Schreibweise, bedeutet so viel wie Mischling. Er ist in großen Teilen Nordamerikas von Alaska bis Costa Rica beheimatet, die grĂ¶ĂŸte Populationsdichte befindet sich in den SĂŒd-Zentral-Vereinigten Staaten, einschließlich Texas. Nach Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens mit seinen unterschiedlichen Schutzstufen wurde jedoch auch im Handel eine Differenzierung zwischen Coyoten und den eng verwandten Wölfen notwendig und wichtig (in der Bundesrepublik Deutschland gĂŒltig seit 20. Juni 1976, in Österreich seit 27. Januar 1982).

Zu den Schakalen gehören drei Wildhundarten, der Goldschakal, der Schabrackenschakal und der Streifenschakal. Schakalfelle werden wegen ihrer nicht ganz so ansprechenden Haarstruktur meist nur zu Decken verarbeitet, Felle aus Gebirgsgegenden gelegentlich auch zu BesĂ€tzen und MĂŒtzen. In der Regel kommen nur die Felle des Goldschakals in den Handel.

FĂŒr die verschiedenen Sorten der Wolfsfelle sind im Rauchwarenhandel Begriffe gebrĂ€uchlich wie Grauwolf, Timberwolf und Weißer Wolf oder Polarwolf. Bis zur EinfĂŒhrung des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens mit seinen unterschiedlichen Schutzstufen wurde im Einzelhandel nicht zwischen Wolfsfellen und Fellen des eng verwandten, handelsmĂ€ĂŸig wohl bedeutenderen Kojoten unterschieden (in der Bundesrepublik gĂŒltig seit 20. Juni 1976, Österreich am 27. Januar 1982), Kleidung aus Coyotenfell wurde ebenfalls als Wolfspelz gehandelt. Zu der Zeit, als Wölfe in Mitteleuropa und auch sonst sehr hĂ€ufig waren, wurden die Felle als Unterlagen in Betten und zum AusfĂŒttern von Kleidung verwendet. Jetzt werden sie fĂŒr sportliche Kleidung genutzt, fĂŒr BesĂ€tze auf Stoffjacken, aber auch fĂŒr Jacken und MĂ€ntel sowie fĂŒr Felldecken beziehungsweise Teppiche. In den Nationaltrachten findet das Fell besonders bei den Inuit als Besatz Verwendung, viel als KapuzenverbrĂ€mung.

Skunkfelle

Skunk (Stinktier)

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Das Fell des amerikanischen Stinktiers beziehungsweise des Skunks gehörte bis in die 1940er Jahre zu den wesentlichen Materialien der Pelzmode. In Deutschland ist das Skunkfell seit etwa um 1860 im Handel.

Der Handel unterscheidet zwischen Streifenskunks oder Kanadaskunks, den Fleckenskunks und den Zorrino oder SĂŒdamerikanischen Skunks, die zu den Ferkelskunks gehören. Die Skunks bewohnen den amerikanischen Kontinent vom Norden bis zum Ă€ußersten SĂŒden in verschiedenen Arten.

Der Pelz wird in der Regel auch in der Einzahl als Skunks bezeichnet (der Skunks, gelegentlich deshalb auch das „Skunksfell“).

Charsamarderfelle, das untere gefÀrbt
Commons: Charsa(marder)felle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Der im östlichen Asien verbreitete Charsa oder Buntmarder hat ein besonders hĂŒbsches Fell. Der vordere Teil des RĂŒckens ist hell goldgelb gefĂ€rbt, zum Schwanz hin wird die FĂ€rbung allmĂ€hlich dunkler. Kopf, Beine, Genick und Schwanz sind schwarzbraun, die Halsunterseite ist weißlich mit goldgelbem Kehlfleck. Die Fellseiten sind gelblichbraun, Das Unterhaar ist wollig, die Behaarung mittellang, fein und glĂ€nzend, weich und dicht; sĂŒdliche QualitĂ€ten sind etwas flach. Die FelllĂ€nge betrĂ€gt 60 bis 70 cm, hinzu kommt der Schweif mit 45 cm.

Das Fell wurde immer schon nur in geringer StĂŒckzahl gehandelt, 1925 betrug der Wert 10 bis 20 Mark.[39] In der Sowjetunion steht der Charsamarder unter Schutz, allerdings wurden dort 1987 einmal 200 Felle angeboten. Das Fell kommt in sehr geringer StĂŒckzahl hauptsĂ€chlich aus China unter dem Begriff Huang yao in den Handel, genaue Zahlen waren 1988 nicht bekannt.

Als Dachsfelle werden die Felle von mehreren, zum Teil zoologisch nicht nĂ€her verwandten Arten bezeichnet. Die Felle des Silberdachses, auch Amerikanischer Dachs oder PrĂ€riedachs genannt, werden im Rauchwarenhandel vertrieben und von KĂŒrschnern zu Pelzen verarbeitet. Das gilt kaum fĂŒr den europĂ€ischen Dachs und die weiteren Herkommen, die wegen ihres gröberen und weniger dichten Haars fĂŒr Pelzzwecke heute zumeist als ungeeignet angesehen werden. Felle des Honigdachses werden kaum angeboten.

Sonnendachs siehe unten

Fichtenmarder (amerikanischer „Zobel“)

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Das Fichtenmarderfell wird im Rauchwarenhandel in der Regel als „Amerikanischer Zobel“ oder „Kanadischer Zobel“ gehandelt. Die Struktur des Fells ist dem Zobel zwar Ă€hnlich, auch gehört der Fichtenmarder zur Gattung der Echten Marder, doch gleicht er in Gestalt, FĂ€rbung und Lebensweise eher dem europĂ€ischen Baummarder. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem wertgeschĂ€tzten russischen Zobel gehört der Pelz zu den begehrten Fellarten. Der Fichtenmarder lebt in bewaldeten Landstrichen von Neufundland, Kanada und Alaska, außerdem im Westen der USA sĂŒdlich bis Neu-Mexiko und der Sierra Nevada.

Fischermarder, „Virginischer Iltis“ oder Pekan

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Der Fischermarder, auch Pekan genannt, ist eine nordamerikanische, waldbewohnende Raubtierart aus der Gattung der Echten Marder. Das Fischermarderfell war immer als Virginischer Iltis im Handel, obgleich es weder ein Iltis ist noch in Virginia vorkommt. Die inzwischen im deutschen Handel ebenfalls gebrĂ€uchliche Bezeichnung Fisher fĂŒr den Pelz stammt von den Indianern, die dem Tier nachsagten, es wĂŒrde die Fischfallen berauben ohne selbst hineinzugeraten. Er ist ein typischer Waldbewohner, seine Heimat reicht vom nördlichen Raum der Cassiar Mountains bis zum Großen Sklavensee und dem SĂŒdufer der Hudson Bay, sowie von Labrador bis zur Anticosti-Halbinsel. Außerdem lebt er in den Rocky Mountains bis zum Großen Salzsee sowie in SĂŒd- und Nord-Dakota, Indiana und Kentucky. Das Fell gehört zu den dauerhaften und hochwertigeren Pelzen, zeitweilig war es als Kragenbesatz auf HerrenmĂ€nteln besonders gefragt.

Der Großgrison hat ein KopfrumpflĂ€nge von 47,5 bis 55 Zentimeter, der Schweif ist etwa 16 Zentimeter lang. Seine Heimat reicht von SĂŒdmexiko bis Peru und Brasilien. Das Fell ist dunkel- bis hellgrau, der RĂŒcken ist etwas heller. Kopf und Nacken haben eine gelbliche Zeichnung.

Der Kleingrison ist 40 bis 45 Zentimeter lang, dazu der Schweif 15 bis 19 Zentimeter. Der Körper ist schlank mit kurzen Beinen. Der RĂŒcken ist gelblich-braun, der untere Teil des Gesichts unterhalb der Stirn, der untere Bereich des Halses und der Bauch sind schwarz gefĂ€rbt. Zwischen diesen beiden Bereichen lĂ€uft eine helle Linie am Kopf und Hals bis zu den Schultern. Die FĂ€rbung ist Ă€hnlich dem Großgrison, im RĂŒcken etwas mehr brĂ€unlich. Er lebt von Mittelamerika bis Patagonien in ĂŒber 1000 Meter Höhe.[18]

Das Fell des Kleingrison kam bis 1925 nicht im Pelzhandel vor, der Großgrison wird als Handelsartikel gar nicht erwĂ€hnt. Der RauchwarenhĂ€ndler Brass hatte Anfang des 20. Jahrhunderts einmal etwa 30 Kleingrisonfelle erhalten und fand, sie könnten ein ganz wertvolles Pelzwerk abgeben, der Wert wĂŒrde zu seiner Zeit etwa 20 Mark das StĂŒck betragen.[40] 1988 vermerkt ein Fachbuch, „Felle nur wenig im Handel“.[18]

Hermelin, Wiesel (Mauswiesel), Langschwanzwiesel

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Hermelinfell wurde seit dem frĂŒhesten Mittelalter als Bestandteil einer dem ritterlichen Stand und den Doktoren vorbehaltene Kleidung verwendet. Das auch im ĂŒbertragenen Sinn „reine Weiß“ des Hermelin-Winterfells hat dazu gefĂŒhrt, dass es durch Jahrhunderte als Symbol der Reinheit und Makellosigkeit ein Kennzeichen fĂŒrstlicher oder richterlicher Gewalt war. Bis heute ist der weiße Pelz mit den charakteristischen schwarzen Schwanztupfen Bestandteil manchen Krönungsornats.[41]

In der Heraldik spielt das Hermelin eine wesentliche Rolle, siehe Hermelin (Heraldik).

Das Iltisfell wurde in frĂŒheren Zeiten angeblich nur vom „allergemeinsten“ Volk verwendet, alte GemĂ€lde scheinen das jedoch zu widerlegen. Der Iltis, als Stinkmarder, „StĂ€nker“, „Ratz“ bezeichnet, war oft mit einem unangenehmen Geruch behaftet, „Sie stinken gleich dem Iltis ĂŒbel und stark“, heißt es in einem alten Jagdbuch. Der heutigen Zurichtung ist es gelungen, diesen Geruch aus dem Fell völlig verschwinden zu lassen.

Der Pelzhandel nutzt das Fell des EuropĂ€ischen Iltis, des Steppeniltis und des Tigeriltis. Das Frettchen hat nur in der verwilderten Form Neuseelands eine gewisse Bedeutung, es Ă€hnelt dem EuropĂ€ischen Iltis. Daneben kennt der Handel das Virginische Iltisfell, den Pelz des hier nicht behandelten amerikanischen Fichtenmarders. Der skunksĂ€hnliche Zorilla oder Bandiltis ist eine in Afrika lebende Raubtierart aus der Familie der Marder. Der wohl schon immer recht seltene, nur noch in sehr geringer Zahl vorkommende, nordamerikanische Schwarzfußiltis ist völlig geschĂŒtzt, Felle dieser Art wurden vom Handel auch frĂŒher nicht erfasst.

EuropÀischer Iltis

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Der Schwarze Iltis, EuropĂ€ische Iltis, Waldiltis oder Landiltis ist ĂŒber ganz Europa verbreitet, mit Ausnahme Irlands, des nördlichen Skandinaviens und Russlands. In Neuseeland wurde die Art eingefĂŒhrt. Die besten Landiltisfelle kommen oder kamen aus dem östlichen Europa, des Weiteren aus Norddeutschland, Bayern, Österreich (Steiermark), der Schweiz, Holland und DĂ€nemark.

Der weiße oder Steppeniltis

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Das Fell des Steppeniltis- oder Eversmann-Iltis ist als Russischer oder Weißer Iltis im Handel. Der Steppeniltis bewohnt große Teile Asiens. Die Heimat des Steppeniltisses reicht vom Nord-Ural durch Sibirien bis zum Amur, sĂŒdlich durch die Mandschurei bis zum Oberlauf des Jangtsekiang und westwĂ€rts ĂŒber dem Himalaja, Kaschmir und das Altai-Tal bis zum Kaspischen Meer. Die besten, seidigsten, fast weißen Felle kommen aus Sibirien.

Bandiltis oder Zorilla

Bandiltis oder Zorilla

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Arbeitsskizze fĂŒr ein „Civet-Futter“ (1883)

Der skunksĂ€hnliche Bandiltis oder Zorilla, mitunter auch Kapskunk oder Kapiltis genannt, ist eine in Afrika lebende Raubtierart ebenfalls aus der Familie der Marder. 1895 wurden noch die Namen „Civette“ oder „Civetkatze“, englisch „Civit cats“, fĂŒr die Bandiltisfelle benutzt, es wurde aber bereits richtig angemerkt, dass die Bezeichnung nur fĂŒr die Zibetkatzenfelle korrekt ist.[42]

Wie der Skunk weist er eine StinkdrĂŒse auf. Das Fell ist langhaarig, glĂ€nzendschwarz mit bandartiger Streifenzeichnung wie beim Skunksfell. Anders als der nordamerikanische Skunk weist er vier (unklar, immer?) anstelle zwei durchgehende LĂ€ngsstreifen im RĂŒcken auf. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 28,5 bis 38,5 Zentimeter, der ĂŒberwiegend weiße, lange und buschige Schweif 20,5 bis 31 Zentimeter. Verbreitet ist er vom Senegal, dem Sudan und Abessinien bis SĂŒdafrika (Kapland).

Die Weltnaturschutzunion IUCN listet die Bandiltisse in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten als „nicht gefĂ€hrdet“ (Least Concern).

Die wenigen anfallenden Felle werden meist zu Decken verarbeitet.[18] Bereits 1895 hieß es, dass das Fell nur in kleinen Partien auf den Markt kommt, es aber ein „schĂ€tzenswertes Pelzwerk fĂŒr Herren- und Damenpelzfutter“ liefere.[42]

Der Perwitzky (Fellbezeichnung) oder Tigeriltis

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Die Verbreitung des Tigeriltisses erstreckt sich ĂŒber SĂŒdosteuropa und Polen und die LĂ€nder an den KĂŒsten des Kaspischen und Schwarzen Meeres bis zur Mongolei und nach Nordchina, das heißt ĂŒber Kleinasien, Kasachstan, Iran, Afghanistan, Turkmenien und Tadschikistan. Als Perwitzky im Rauchwarenhandel, wĂ€re er anstelle als Tigeriltis wegen seiner Fleckung treffender als „Fleckeniltis“ oder „Pantheriltis“ bezeichnet. Das Fell hat keine Tigerstreifen, sondern ist eher leopardenĂ€hnlich scheckig gefleckt.

Kolinsky oder Kolonok, Feuerwiesel und Altaiwiesel

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Als Kolinskyfell werden Felle des Kolinsky (Kolinski) oder Kolonok und des Solongoi oder Altaiwiesels bezeichnet. Seit dem 15. April 1967 sind nach den RAL-Bestimmungen im Handel, neben Kolinsky, nur noch die Namen Chinesisches Wiesel und Japanisches Wiesel zulÀssig.[18.1]

Links Baummarder-, rechts Steinmarderfell
(der Kehlfleck des Baummarders ist rötlicher als es das farbverÀnderte Foto zeigt)

Eigentliche Marder

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Der Pelzhandel meint mit Marderfell vornehmlich das Fell des Baummarders, auch als Edelmarder bezeichnet, sowie das des Steinmarders, zweier Tiere aus der Gattung der Echten Marder. Er folgt damit der Umgangssprache, tatsĂ€chlich werden beide Fellsorten unter ihren Gattungsnamen gehandelt. Das seidige Edelmarderfell wird, wie es der Name bereits aussagt, als besonders edel und wertvoll angesehen, das gröbere und weniger dichte Steinmarderfell wird geringer bewertet. Auch weitere, mehr oder weniger gebrĂ€uchliche Namen, wie Gold- beziehungsweise Gelbkehlchen oder Goldhals, im russischen Sprachgebrauch „weichseidiger Marder“, weisen auf die unterschiedliche Behaarung hin.

Wesentliche Unterscheidungsmerkmale der beiden Marder sind das seidigere, feinere Haar des Baummarders, seine dunklere, sattere FĂ€rbung, die unbehaarten Pfoten des Steinmarders und die in Form und Farbe unterschiedlichen Kehlflecke. Letztere sind jedoch kein absolut sicheres Kennzeichen der einen oder anderen Art, dazu variieren sie bei beiden Mardern zu sehr.

Das Vorkommen von Baum- und Steinmarder ist weitgehend gleich, der Baummarder lebt etwas weniger sĂŒdlich, aber nördlicher als der Steinmarder. Der grĂ¶ĂŸte Teil der russischen Marderfelle kommt aus Nordrussland, gefolgt vom Kaukasus und dem Ural, wĂ€hrend die Steinmarder wesentlich auf das Kaukasusgebiet entfallen und sonst in grĂ¶ĂŸerer Zahl noch in Mittelasien vorkommen.

Baum- oder Edelmarder

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Außer in Europa sind Baummarder als Waldbewohner vom Weißen Meer bis zum Kaukasus und östlich bis zum Ob und Irtysch verbreitet, ferner in Kleinasien und im Iran. Die Grenze ihres nördlichen Vorkommens ist etwa der 40. Grad nördlicher Breite.

Das Verbreitungsgebiet des Steinmarders entspricht weitgehend dem des Baummarders. Er kommt etwas weniger nördlich, aber sĂŒdlicher als der Baummarder vor, vor allem in den wĂ€rmeren LĂ€ndern des Mittelmeerraumes und Kleinasiens. Es gibt ihn nicht in England und Irland, auch nicht in Skandinavien, auf den Balearen, Korsika, Sardinien und Sizilien. In Asien bewohnt er nur bestimmte Gebiete, unter anderem die Krim, das Altai-Gebirge und im Kaukasus vor allem den Don- und Wolga-Unterlauf, Nord-Indien, die Mongolei, Mandschurei und Tibet.

Skandinavische Zuchtnerz-Farben (2008)

Als Nerzfell wird im Rauchwarenhandel heute das Fell des Nachkommen des Amerikanischen Minks gehandelt, die Nachkommen des europĂ€ischen Nerzes sind durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschĂŒtzt. Aus der Natur entnommene Tiere dĂŒrfen fĂŒr den Handel nicht mehr eingefĂŒhrt werden. In Deutschland gehandelte Wildnerzfelle kommen in der Regel weiterhin aus Nordamerika, obwohl der Mink, auch in Europa, insbesondere in Osteuropa, eingebĂŒrgert wurde.

Otterfelle gelten als die haltbarsten unter den Pelzen, in den Haltbarkeitstabellen fĂŒr Pelze stehen sie an oberster Stelle. Sie werden im Rauchwarenhandel nach ihrem Herkommen unterschieden. Der ursprĂŒnglich in der ganzen Welt zuhause gewesene Otter ist in den meisten Gebieten inzwischen selten geworden. Er fehlt, außer in den Polargebieten, nur in Australien und Polynesien. Der Handel ist fast ganz zum Erliegen gekommen, im Wesentlichen sind nur noch nordamerikanische Otterfelle im Handel, die meisten Herkommen unterliegen den HandelsbeschrĂ€nkungen oder absoluten Handelsverboten des Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens.

Seeotterfell

Neben den Ariranhas, den grĂ¶ĂŸten der Flussotter, stechen auch die Seeotter als Meeresbewohner und durch ihre ebenfalls besondere GrĂ¶ĂŸe aus den ĂŒbrigen Sorten hervor. Das Seeotterfell gehörte einmal zu den kostbarsten Fellarten, es galt als fast unbegrenzt haltbar (was jedoch nur relativ zu sehen ist, nach einigen Jahrzehnten zerfallen die Felle durch natĂŒrliche Alterung im Leder, wie alle anderen Fellarten auch. Will man sie weiterhin erhalten, werden sie auf einen Textiluntergrund aufgebracht). Auf den Londoner Rauchwarenauktionen wurden frĂŒher auf Grund ihrer Seltenheit auch öfter bis zu 100 Jahre alte chinesische Seeotter-Röcke (Mandarinpelze) angeboten. Sie waren zwar im Haar noch gut, nur das Leder drohte beim Nasswerden zu zerfallen.

Pahmi oder Sonnendachs

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Pahmi ist der Handelsname fĂŒr Sonnendachspelze, gehandelt wird in der Regel nur das Fell des Chinesischen Sonnendachses.

Es werden vier bis fĂŒnf Sonnendachsarten unterschieden, siehe dazu den Hauptartikel Sonnendachse. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom östlichen Indien und dem mittleren China ĂŒber die Malaiische Halbinsel bis nach Borneo und Bali. Die Pahmis oder Sonnendachse sind schlanker als der Dachs, eher dem Marder Ă€hnlich. Die Beine sind relativ kurz. Die Tiere erreichen eine KopfrumpflĂ€nge von 33 bis 43 Zentimeter, dazu kommt der buschige Schweif mit 15 bis 23 Zentimetern. Ein besonderes Merkmal ist die dem Dachs Ă€hnliche Gesichtsmaske, die aus schwarzen und weißen oder gelblichen Mustern gebildet ist und durch helle Mittelstreifen ĂŒber den braunen RĂŒcken fortgesetzt wird.

Der Kleine Panda, auch Roter Panda, KatzenbĂ€r, BĂ€renkatze, Feuerfuchs oder Goldhund genannt, ist im östlichen Himalaya und im SĂŒdwesten Chinas beheimatet. Seit 2008 wird der Kleine Panda auf der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der Weltnaturschutzunion als „gefĂ€hrdet“ (englisch vulnerable) gefĂŒhrt. Nach SchĂ€tzungen leben weniger als 10.000 erwachsene Exemplare in Freiheit.[43]

Kleine Pandas sind etwa 70 bis 80 Zentimeter lang, der Schwanz etwa 55 bis 60 Zentimeter. In der Gestalt sehen sie einem WaschbĂ€ren Ă€hnlich, sind aber schlanker. Ihr Fell ist lang und weich, oberseits rötlichbraun bis kupferrot, manchmal mit einem Stich ins Gelbliche, unterseits glĂ€nzt es schwarz. Das Gesicht kann individuell gefĂ€rbt sein, es ist hauptsĂ€chlich rotbrĂ€unlich mit weißen TrĂ€nenstreifen, die Schnauze ist kurz und der Nasenspiegel nackt und pechschwarz, die Pfoten sind schwarz. Der Kopf ist rundlich, die Ohren sind mittelgroß und laufen spitz zu. Der Schwanz ist buschig, je sechsmal undeutlich abwechselnd gelblichrot und ocker geringelt.

Im chinesischen Verbreitungsgebiet wurde das Fell der Tiere auf Hochzeiten traditionellerweise vom BrĂ€utigam getragen; es wurde auch fĂŒr andere lokale kulturelle Zeremonien verwendet.[44] Der Schwanz wird zur Herstellung von HĂŒten, Pinseln und Staubwedeln genutzt.[44]

1952 referierte der RauchwarenhĂ€ndler Richard König ĂŒber den kleinen Panda, nannte aber als Zweitnamen fĂ€lschlicherweise den noch selteneren BambusbĂ€ren (Großer Panda), ĂŒber dessen internationale Fellnutzung jedoch nichts ErwĂ€hnenswertes bekannt zu sein scheint. Über die Felle des Kleinen Pandas sagte er damals, dass sie im Handel nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig selten vorkĂ€men, man mĂŒsse schon sehr lange sammeln, um schöne Felle zusammenzubringen, aber dann stellten sie schon etwas Extravagantes dar.[45]

Seit 2008 werden die Kleinen Pandas auf der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten als „gefĂ€hrdet“ gefĂŒhrt.

Tayra oder Hyrare

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Die im SĂŒden Mexikos bis nach Paraguay und das nördliche Argentinien lebende Raubtierart der Tayra oder Hyrare war kaum im Handel.[18] Tayras erinnern in ihrem Körperbau an Wiesel, werden aber deutlich grĂ¶ĂŸer. Der Rumpf ist langgestreckt und schlank, die Gliedmaßen sind relativ kurz. Das kurze und dichte Fell ist dunkelbraun; der Kopf ist etwas heller als der ĂŒbrige Körper, und auf der Kehle befindet sich meistens ein gelber oder weißer Fleck. Daneben gibt es auch eine helle Morphe, bei dieser ist das Fell grĂ€ulich gefĂ€rbt und der Kopf ist dunkler. Der Schwanz ist lang und buschig. Diese Tiere erreichen eine KopfrumpflĂ€nge von 56 bis 68 Zentimeter, wozu noch 38 bis 47 Zentimeter SchweiflĂ€nge kommen.

  • Schutzstatus:
Eira barbara, geschĂŒtzt gemĂ€ĂŸ dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen Anhang III; nach der Verordnung (EU) 750/2013 Anhang C (Handel nur mit Exportgenehmigung oder Ursprungszeugnis).
Detaillierte Schutzdaten: Erstlistung seit dem 22. Oktober 1987.[46]
Links sibirischer Vielfraß, rechts aus Alaska

Vielfraßfelle werden im Welt-Rauchwarenhandel vertrieben und von KĂŒrschnern zu Pelzen verarbeitet. In der Bundesrepublik ist der Vielfraß nach der Bundesartenschutzverordnung geschĂŒtzt, auch Felle anderer Herkommen dĂŒrfen fĂŒr den Handel nicht eingefĂŒhrt werden. Weil der Name „Vielfraß“ unpassend scheint, wurde das Tier oft auch mit seinem skandinavischen Namen JĂ€rv betitelt oder nach seiner bĂ€renartigen Gestalt als „BĂ€renmarder“ bezeichnet. Im Englischen heißt das Tier Wolverine (irrtĂŒmlich eine Verwandtschaft zum Wolf andeutend) oder Glutton.[1] Der Haltbarkeitskoeffizient fĂŒr Vielfraßpelz ist einer der höchsten unter den Pelzarten, er wird mit 90 bis 100 Prozent angegeben.[Anmerkung 1] [2] Bei einer Einteilung der Pelzarten in die Haar-Feinheitsklassen seidig, fein, mittelfein, gröber und hart wird das Vielfraßhaar als gröber eingestuft

Bargusin-Zobel

Seit ĂŒber tausend Jahren wird das Zobelfell als Kostbarkeit gehandelt. Wie die Erschließung des amerikanischen Kontinents zum großen Teil wegen der Begehrlichkeit nach dem damals fĂŒr die Hutfilzherstellung geschĂ€tzten Biberfell erfolgte, so wurde Sibirien durch die Jagd auf den Zobel und andere pelztragende Tiere fĂŒr Bekleidungszwecke erobert. Besonders schöne Zobelfelle mussten von den Anwohnern als Tribut an die russische Krone abgeliefert werden. Diese Kronenzobel waren ĂŒber Jahrhunderte ein beliebtes Geschenk der Zaren an auslĂ€ndische WĂŒrdentrĂ€ger. Noch heute ist der Zobel der am höchsten bewertete Pelz.

Katzenfelle lassen sich der Regel am kammartig abstehenden Grotzen (der Fellmitte) erkennen, indem man das Fell quer zur Haarrichtung knickt.

Hauskatzen

Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren Pelze aus Fellen der Hauskatze relativ hĂ€ufig. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden Katzenfelle, neben der Verwendung bei Rheumaerkrankungen (siehe auch LeibwĂ€rmer), fast ausschließlich fĂŒr Innenfutter in so genannten „Gehpelzen“ verarbeitet, erst spĂ€ter erfolgte in grĂ¶ĂŸerem Ausmaß die Verwendung zu Damen-Außenpelzen. 1970 hieß es noch: „Im Gegensatz zu den Hunden sind unsere Katzen, die Pussis und Peters und wie sie sonst heißen mögen, recht angesehene Pelztiere.“

Im Jahr 2002 haben die deutschen PelzfachverbĂ€nde fĂŒr ihre Mitglieder, mit RĂŒcksicht auf die aufgekommene Diskussion in den westlichen LĂ€ndern, eine freiwillige VerzichtserklĂ€rung auf den Handel mit Hundefellen und von Hauskatzenfellen unterzeichnet (zusammen mit dem Welt-Pelzdachverband IFTF – International Fur Federation). Die Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 hat das Inverkehrbringen sowie die Ein- und Ausfuhr von Katzen- und Hundefellen sowie von Produkten, die solche Felle enthalten, in die und aus der Gemeinschaft verboten; Ausnahme sind Einfuhren ohne kommerziellen Charakter. Die Verordnung trat am 31. Dezember 2008 mit unmittelbarer Wirkung in Kraft; die DurchfĂŒhrung regelt in Deutschland das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz mit Eingriffsbefugnissen fĂŒr Polizeibehörden und Bußgeldandrohungen.

Kleinkatzen („Leopardkatze“), wildlebende

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Da viele Arten der Kleinkatzen vom Aussterben bedroht sind, wurden alle Katzen in Anhang I oder II des Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens aufgenommen (außer der Hauskatze).

In der Pelzbranche werden die Kleinkatzen wegen der Fellzeichnung oft unter dem Begriff Leopardkatze zusammengefasst, was zoologisch nur der Bengalkatze zusteht. Auch der Begriff Tigerkatze ist von der Fellzeichnung her irrefĂŒhrend, weil die Felle meist keine tigerĂ€hnlichen Streifen, sondern Flecken aufweisen, siehe SĂŒdliche Tigerkatze und Nördliche Tigerkatze.

Die Behaarung aller Arten ist gleichmĂ€ĂŸig verteilt. Das Haar ist feiner bis gröber, teils hart, spröde, meist glĂ€nzend. Sie sind einfarbig und mehrfarbig bunt gescheckt.

Wildkatzen, Asien

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Bei dem erheblichen Wirrwarr, das in der Systematik der Kleinkatzen herrschte, sind manche geographische Rassen mit besonderen Namen belegt worden. Die Fellbezeichnung der Bengalkatze ist meist Leopardkatze, auch Chinesische Wildkatze. Weitere zoologische oder Fellnamen sind Schmuckkatze, Zwergtigerkatze, Chinakatze, Chinesische Tigerkatze, kleine gefleckte Wildkatze.

Vorkommen: SĂŒdöstliches Asien, im Amurgebiet, Korea und China bis Vorderindien und Hinterindien. Auf den Großen Sunda-Inseln, Hainan, Formosa (Taiwan) und auf den Philippinen.

Wegen des Vorkommens in unterschiedlichen Gebieten – es werden einige Unterarten unterschieden – variieren FĂ€rbung und Dichte des Haarkleids erheblich. Die FĂ€rbung reicht von blassgelb ĂŒber graugelb mit roten und braunen bis schwarzen Flecken, die teils in LĂ€ngsreihen angeordnet sind. Kinn und Kehle sind weißlich, an den Ohren befindet sich ein weißer Fleck. Die Vorderpfoten haben SchwimmhĂ€ute. Die KopfrumpflĂ€nge weist erhebliche GrĂ¶ĂŸenunterschiede zwischen nördlichen und sĂŒdlichen Unterarten auf, sie betrĂ€gt 36 bis 85 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 15 bis 44 Zentimeter.

Borneo-Goldkatze
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Vorkommen: Borneo. Die sehr seltene Borneo-Goldkatze, auch Borneokatze, ist eine verzwergte Inselform, sie ist eng verwandt mit der Temminckkatze.

Es gibt zwei Farbvarianten, eine hÀufigere rötlich-braune und eine dunkelgrau, teils fast schwarz. Es weist kein Muster auf, bis auf einen schwarzen Streifen auf der Wange. Die Bauchseite ist heller, ebenso die Unterseite des Schwanzes.[18] Borneo-Goldkatzen erreichen eine KopfrumpflÀnge von 53 bis 70 Zentimetern, eine SchwanzlÀnge von 32 bis 39 Zentimeter.

Auch TĂŒpfelkatze oder Hechtkatze.[18]

Vorkommen: SĂŒdlich des Himalaya von Nepal bis Assam, Hinterindien, unter anderem Tanintharyi-Division, Thailand, Ceylon, Sumatra, Jawa Barat (Westjava) und Mitteljava.[18]

Das Haarkleid der Fischkatze ist struppig und ohne Glanz, erdgrau, am RĂŒcken brĂ€unlich, die Wamme ist etwas heller. Der Rumpf ist ĂŒbersĂ€t mit schwarzen, verschieden großen Tupfen, hat dunklere Streifen ĂŒber den Schultern und im Nacken, die an den Seiten und Beinen in lĂ€ngliche Flecken ĂŒbergehen. Der verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurze Schwanz hat mehrere Ringe. Die KopfrumpflĂ€nge reicht von 57 bis 78 Zentimeter, damit ist sie etwa doppelt so groß wie bei der Hauskatze. Der Kopf ist lang und schmal. Die Fischkatze hat weniger ausgeprĂ€gte SchwimmhĂ€ute als die Bengalkatze. Ihr Schwanz ist mit 20 bis 30 Zentimeter relativ kurz.

Auch Graukatze.

Vorkommen: Nordwestchinesisches Grenzland.

Die Gobikatze hat langes dichtes Haar, der Schweif ist ebenfalls dicht behaart mit vier oder fĂŒnf schwarzen Ringen und einer schwarzen Schweifspitze. Die Fellfarbe ist braungelb, die Bauchunterseite ist heller. Unter den Ohren findet sich eine blass-rotbraune Fellstelle. Der Körper ist sehr kompakt, die Beine sind relativ kurz. Die Pfotenunterseiten sind stark behaart. Der Rumpf ist etwa 80 Zentimeter lang, der Schwanz 35 Zentimeter.

Manul

Auch Manulkatze, Pallaskatze.

Vorkommen: Von Transkaukasien und dem nördlichen Iran ĂŒber Afghanistan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Nord-Pakistan, Ladakh, Tibet und Xinjiang bis nach SĂŒdsibirien und in die Mongolei (hĂ€ufig), die östlichen Grenzen der Besiedlung sind nicht bekannt.

Der Manul hat eine von allen Katzen abweichende FÀrbung und Zeichnung, er gleicht keiner anderen Art. Die Haarfarbe braun bis grÀulich, teils rötlich, die Unterseite ist heller. Es werden eine rötliche und eine graue Farbphase unterschieden. Die Wamme und die Pfoten sind orangefarben. Es weist einige schwarze Querstreifen auf, die im dichten Haar nicht immer leicht zu sehen sind. Der geringelte Schweif ist auf der Oberseite schwarz, unterseits braun. Die KopfrumpflÀnge betrÀgt 50 bis 65 Zentimeter, die SchwanzlÀnge 21 bis 31 Zentimeter.

Auch Marmelkatze.

Vorkommen: GebirgswÀlder Hinterindiens von Sikkim, Bhutan, Assam, Burma, Thailand, Malakka bis Sumatra und Borneo.

Das Haarkleid der Marmorkatze Ă€hnelt dem Nebelparderfell. Es variiert von lebhaft ockerbraun bis graubraun, die Bauchseite von hell- bis dunkelgrau. Die Fellzeichnung weist ozelotĂ€hnliche Tupfen auf, deren InnenflĂ€che wie beim Ozelot heller ist. Die Ohren haben einen weißen Fleck. Die Marmorkatze ist wenig grĂ¶ĂŸer als die Hauskatze, die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt etwa 45 bis 62 Zentimeter, hinzu kommt ein 36 bis 55 Zentimeter langer, buschiger Schwanz.

Vorkommen: SĂŒdindien und Vorderindien, Ceylon.

Die FĂ€rbung der Rostkatze ist schmutziggrau bis brĂ€unlich, sie hat ihren Namen nach den rostbraunen Fellflecken. Sie sieht der Bengalkatze sehr Ă€hnlich, ihre Flecken sind aber weniger deutlich und machen einen verwascheneren Eindruck. Die Tupfen sind auf den Flanken in LĂ€ngsreihen angeordnet, teils auch ĂŒber den ganzen Körper verteilt. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 35 bis 48 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 15 bis 30 Zentimeter, damit gehört sie zu den kleinsten Wildkatzen.

Asiatische Goldkatze
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Auch Temminckkatze, Indische Goldkatze.

Vorkommen: Tibet, Nepal, Sikkim, Assam, Hinterindien, Malaiische Halbinsel, SĂŒdchina, Sumatra.

Das Haarkleid der Asiatischen Goldkatze ist lang und dicht, teils rötlich oder schiefergrau, im Allgemeinen ohne Tupfen, nur gelegentlich mit kleinen schwarzen Tupfen im stets dunkleren RĂŒcken. In manchen Regionen haben Asiatische Goldkatzen mehr oder weniger gut sichtbare Flecken oder Streifen. Auf den Wangen befinden sich zwei schwarze Streifen, die bis ĂŒber die Augen reichen, begrenzt von je einem weißen Streifen. Die Ohren sind hinten schwarz mit einem zentralen grauen Fleck. Die Asiatische Goldkatze ist mehr als doppelt so groß wie die Hauskatze, ihre KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 66 bis 105 Zentimeter, der Schwanz ist etwa 40 bis 57 Zentimeter lang.

Indische Steppenkatze
Asiatische Wildkatze
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Auch Steppenkatze, WĂŒstenkatze.

Das Fell der Asiatischen Wildkatze ist gelegentlich auch als Luchskatze im Handel.

Vorkommen: Transkaspien (Turkestan, bis zur Gobi), Ostpersien, Afghanistan, nördliches Indien (Pandschab, Rajasthan bis Naypur). Vereinzelt auch westlich der unteren Wolga (sĂŒdlich des Raumes Astrachan). Die genauen Grenzen sind unbekannt. Die Verbreitungsgrenze zwischen EuropĂ€ischer Wildkatze und Asiatischer Wildkatze bildet der Kaukasus.

Das Haar der Asiatischen Wildkatze ist graugelblich bis braun, die Wamme ist hellgrau oder weiß. Von der Ă€hnlichen Afrikanischen Wildkatze unterscheidet sie sich durch das eher gepunktete als gestreifte Fellmuster. Die verschieden großen, runden schwarzen Tupfen sind ĂŒber den ganzen Körper sind verteilt. Der sehr lange Schwanz hat eine schwarze Spitze; die Unterseiten der Pfoten sind schwarz. Das Haar der Steppenkatze ist kĂŒrzer als das der Waldwildkatze, variiert aber je nach individuellem Alter und Jahreszeit. Das Grannenhaar ist im Sommer 51 Millimeter lang, die Wollhaare sind mit einer LĂ€nge von 35 Millimeter etwa 20 Millimeter kĂŒrzer als das der Waldwildkatze. Ähnlich dem Luchs hat sie einen, allerdings kleinen, feinen Pinsel an den Ohrspitzen.

Wildkatzen, Afrika

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Die als Afrikanische Tigerkatzen bezeichneten Felle waren nur wenig im Handel, sie wurden meist in den LĂ€ndern selbst verbraucht.

Afrikanische Goldkatzen
Afrikanische Goldkatze
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Vorkommen: Guinea, Sierra Leone, Madingoland (= Kenia, vom Atlantischen Ozean bis zum Tschadsee), Liberia, GoldkĂŒste, Kamerun, Kongo bis zum Ituri-Regenwald. Genaueres ĂŒber das Wohnareal der im afrikanischen Regenwald beheimateten Afrikanischen Goldkatze ist nicht bekannt.

Die GrundfĂ€rbung des Felles ist sehr unterschiedlich, von kastanienbraun, fuchsrot, rehbraun, graubraun, silbergrau, tief schiefergrau bis schwarz, am hĂ€ufigsten sind rotgoldene und silbergraue. Die Musterung ist etwas dunkler und verschwommen. Die Innenseite der Beine, der Bauch, die Wangen und das Kinn sind weiß, die Kehle und die Unterseite leicht angefĂ€rbt. Auf der Körperober- und -unterseite befinden sich dunkelbraune bis schwarze Flecken, der Schwanz ist oft deutlich geringelt. Die Wangen haben zwei schwĂ€rzliche Streifen, das Gesicht trĂ€gt schwarze Flecken oberhalb der Augen. Nicht selten kommen schwarze Exemplare vor. Im Vergleich zum Serval und Karakal ist der Schwanz verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig lang, die Ohren kleiner und rund. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 65 bis 90 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 30 bis 45 Zentimeter, mĂ€nnliche Tiere sind grĂ¶ĂŸer als weibliche.

Das Haar ist entweder kurz, anliegend und fast rau oder ziemlich lang, lose und weich. Die Unterwolle ist dicht und fein, meist wird sie vom Oberhaar völlig abgedeckt. Die Basis der Grannen und der Unterwolle sind hell bis weiß, nur die Spitzen sind dunkel. Die Grannenhaare haben eine LĂ€nge von 16 bis 23 Millimeter, die Unterwolle von 10 bis 16 Millimeter.

Auch Afrikanische Buschkatze, Servalkatze, mitunter Abessinische Bergkatze. FĂ€lschlicherweise wurden als Serval und Servalkatze auch die Felle der asiatischen Zibetkatze, der Ginsterkatze und der Fischkatze gehandelt. Auch kamen sie zu Unrecht als afrikanische Tigerkatze in den Handel. Die Serval-Ginsterkatze ist eine eigene Art aus der Familie der Schleichkatzen, die Felle sind hier mit abgebildet, sie werden hier jedoch nicht beschrieben.

Vorkommen: Steppengebiete in Westafrika, SĂŒdafrika und Ostafrika sowie in Algerien.

Die GrundfĂ€rbung des Servals ist sehr variabel. Felle aus trockenen Steppengebieten haben eine hellere FĂ€rbung mit großen Flecken, aus feuchteren Waldarealen eine dunkle Grundfarbe mit kleinen, punktförmigen Flecken, die stellenweise sogar stark reduziert sind (beispielsweise die Unterart liposticta). Auf dem RĂŒcken laufen die braunen bis schwarzbraunen Flecken zu einem breiten Streifen zusammen. Es treten auch SchwĂ€rzlinge auf. Der Körper ist schlank. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 70 bis 100 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 35 bis 40 Zentimeter. Die Beine sind sehr lang, innerhalb der Katzenfamilie hat keine andere Art lĂ€ngere Beine. Der Kopf ist klein, die Ohren sind groß und rund.

Das Servalfell ist etwas rau und trocken. Es gilt als weniger wertvoll. Die Anzahl der ĂŒberregional gehandelten Felle war gering, auch deshalb, weil sie in Ostafrika ein Attribut der HĂ€uptlingswĂŒrde bilden.

Schwarzfußkatze
Schwarzfußkatze
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Auch Karrookatze.

Vorkommen: Nur aus der Kalahari, Betschuanaland und Karoo bekannt geworden.

Die kontrastreiche FĂ€rbung der Schwarzfußkatze variiert zwischen sandfarben, dunkelockergelb bis braunrot, im Winter blasser und grauer. Der Bauch ist hellgrau bis weiß. Die Zeichnung besteht aus blassen, braunen bis tiefschwarzen Flecken, die zu LĂ€ngsreihen angeordnet sind. Der Name Schwarzfußkatze ist etwas irrefĂŒhrend, denn lediglich die Fußsohlen mit Haarpolster sind auf ganzer LĂ€nge schwarz. Der Schwanz ist dĂŒnn, spitz zulaufend mit Querringen und schwarzer Spitze. Die Schwarzfußkatze ist eine der kleinsten wildlebenden Katzenarten weltweit. MĂ€nnliche Tiere werden von Kopf bis Rumpf etwa 37 bis 50 Zentimeter groß mit einem 15 bis 20 Zentimeter langen Schwanz; weibliche sind kleiner, ihre KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 34 bis 37 Zentimeter, der Schwanz 15 bis 20 Zentimeter.

FĂŒr die Pelzwirtschaft ist das Fell des sehr seltenen Tieres nicht nutzbar.

Wildkatzen, Mittel- und SĂŒdamerika

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Von allen Katzenarten am meisten gefragt waren sĂŒdamerikanische Felle, vor allem die mit ozelotĂ€hnlicher Zeichnung. Wobei zwischen einer braunen Sorte mit mittlellangem Haar und einer blauen, flacheren, besonders gut gezeichneten Sorte unterschieden wurde.

Am Fellmarkt in Buenos Aires wurden in Bezug auf den argentinischen Fellmarkt folgende Herkommen differenziert:

a) Patagonien: sehr groß, die beste Sorte
b) Buenos Aires: gut in der QualitÀt
c) Provinz Mendoza: kleine Sorte
San Luis, San Juan, Córdoba, nördliche Territorien.
Chilenische Waldkatze
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Auch Kodkod oder Nachtkatze.

Vorkommen: WĂ€lder Zentral- und SĂŒdchiles und der angrenzende Teil Argentiniens. Auch auf den Inseln vor der chilenischen KĂŒste, beispielsweise ChiloĂ©.

Die FĂ€rbung der Chilenischen Waldkatze ist grau bis beigefarben, mit kleinen schwarzen Punkten und Flecken. Die RĂŒckseite der Ohren ist schwarz mit einem auffĂ€lligen weißen Fleck. Reine SchwĂ€rzlinge kommen bei dieser Art hĂ€ufiger vor, in ChiloĂ© und auf den Islas Guaitecas sind SchwĂ€rzlinge die Hauptform. Im Vergleich zur nahe verwandten Kleinfleckkatze hat sie ein deutlich schmaleres Gesicht. Die Chilenische Waldkatze ist – neben der afrikanischen Schwarzfußkatze – eine der kleinsten aller wildlebenden Katzenarten, sie hat eine KopfrumpflĂ€nge von 40 bis 50 Zentimeter. Der Schwanz ist eher buschig und etwa 20 bis 25 Zentimeter lang.

Bergkatze, Andenkatze
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Auch Bergkatze.

Vorkommen: In den hohen Anden vom SĂŒden Perus ĂŒber den SĂŒdwesten Boliviens, im Nordosten Chiles und im Norden Argentiniens.

Das Fell der Bergkatze ist dicht und langhaarig, die Farbe silbergrau, auf dem RĂŒcken aschgrau. Die Zeichnung zeigt unregelmĂ€ĂŸig verteilte ockerbraune bis orangegelbe Flecken. Der Schweif ist sehr lang mit breiten Ringen. Die Andenkatze ist etwa so groß wie eine große Hauskatze, mit einer KopfrumpflĂ€nge von 70 bis 75 Zentimeter und einer SchwanzlĂ€nge von etwa 43 Zentimeter. Sie Ă€hnelt stark der in derselben Region lebenden Pampaskatze.

Kleinfleckkatzen, links Chaco, rechts Mendoza
Kleinfleckkatze
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Auch Buschkatze, Geoffroykatze (Geoffreykatze), Salzkatze, Chacokatze, Mendozakatze.

Vorkommen: In SĂŒdamerika im Nördlichen Chaco (Bolivien, Paraguay), Argentinien bis Feuerland.

Die KopfrumpflĂ€nge der Kleinfleckkatze oder Salzkatze betrĂ€gt 45 bis 70 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 26 bis 35 Zentimeter. Felle aus den sĂŒdlichen, kĂ€lteren Gebieten sind grĂ¶ĂŸer als die aus dem Norden des Verbreitungsgebiets. Das Haarkleid ist unterschiedlich, Ă€hnlich dem Ozelot und der Ozelotkatze: sehr lang und fein; silbergrau, ĂŒbersĂ€t mit kleinen, unregelmĂ€ĂŸig verteilten schwarzen Flecken und lĂ€nglichen Streifen am Hals. Bei den nördlicheren Unterarten findet sich hĂ€ufig eine Rosettenbildung im Schulterbereich. Auf dem Kopf verschmelzen schwarze Fleckenreihen zu Streifen. Der Grundton bei den nördlichen Formen ist ockerfarben, nach SĂŒden wandelt er sich ĂŒber grau zu silbergrau bei den Kleinfleckkatzen Patagoniens. Der Schwanz ist quergebĂ€ndert. Es kommen SchwĂ€rzlinge vor. In der GrĂ¶ĂŸe entspricht die Kleinfleckkatze einer großen, mĂ€nnlichen Hauskatze. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 60 Zentimeter, hinzu kommen 30 Zentimeter Schwanz.

Peludo, links Kolumbien, rechts Brasilien
Langschwanzkatze, Peludo
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Auch Baumozelot, kleiner Ozelot, Margay, Tigerkatze (fÀlschlich). Die Felle der Langschwanzkatze waren als Peludos, auch als Bergozelot im Handel.

Vorkommen: Mexiko bis Rio Grande do Sul (Brasilien) sowie nördliches Paraguay, vorwiegend jedoch in Brasilien. Die genauen Grenzen des Vorkommens sind nicht bekannt.

Die Felle Ă€hneln sehr dem grĂ¶ĂŸeren Ozelot, auch dem der kleineren Ozelotkatzen. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal ist der eine Nackenwirbel im Gegensatz zum Ozelot mit zwei Wirbeln. In der Regel ist das Haar weniger straff anliegend als beim Ozelot.

Sie erreichen eine KopfrumpflĂ€nge von 46 bis 79 Zentimeter, der Schwanz wird zwischen 33 und 51 Zentimeter lang. Die dunklen Vollflecken der Jungen bekommen erst spĂ€ter die fĂŒr Alttiere charakteristischen hellen Innenhöfe. Die GrundfĂ€rbung ist hell- bis sandockerfarben, sehr leuchtend, bei nördlichen Formen mehr grau. Die Fellmitte zeigt in LĂ€ngsrichtung schwĂ€rzliche bis schwarze Ringflecken, die Unterseite mit schwarzen Flecken in Quermusterung. Die Bauchseite, Kinn und Kehle und die Innenseite der Beine sind weiß. Die langgestreckten Flecken an den Körperseiten können zu LĂ€ngsbĂ€ndern verschmelzen.

Die FellqualitÀt ist Àhnlich der des Ozelots.

Die Pelzmode interessierte sich erst recht spĂ€t fĂŒr das Ozelotfell, nicht nur unter den Kleinkatzenarten einer der attraktivsten Pelze. In den 1920er Jahren fand es noch kaum Beachtung. ErfĂŒllte es anfangs bloß als Wagendecke seinen Zweck, hieß es 1934 bereits, dass es allein wie auch in Kombination wie etwa Biber, Nutria oder Fuchs und WaschbĂ€r wirkt und jetzt die Sehnsucht der Frau als schönstes BekleidungsstĂŒck bildet. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Ozelot dann fĂŒr Damenbekleidung derart gefragt, dass die Gefahr der Ausrottung bestand. Der Ozelot ist heute streng geschĂŒtzt.

Tigerkatzen, links Typ Mato Grosso, rechts Ceara
Ozelotkatze, Tigerkatze
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Auch Cearakatze, Tigrillo, Oncilla. Es wird unterschieden in SĂŒdliche Tigerkatze und Nördliche Tigerkatze.

Vorkommen: WĂ€lder von Costa Rica bis Peru und SĂŒdostbrasilien.

Die Grundfarbe der Ozelot- oder Tigerkatzen ist hell- bis sattockerfarben, sehr leuchtend. Die Oberseite ist lĂ€ngs gemustert, bestehend aus schwĂ€rzlichen oder schwarzen Ringflecken. Die Unterseite ist heller mit schwarzen Flecken in Quermusterung. Schwarze Exemplare kommen öfter vor. Sie sind etwas grĂ¶ĂŸer als eine Hauskatze, aber eine der kleinsten sĂŒdamerikanischen Katzen, die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 40 bis 50 Zentimeter, der Schwanz ist 30 bis 40 Zentimeter lang.

Von den Fellen der Langschwanzkatze und des Ozelots lassen sie sich leicht dadurch unterscheiden, dass sie keinen Wirbel im Genick aufweisen.

Pampaskatze, Colocolo
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Der neue Name der Pampaskatze ist Colocolo. Andere Namen sind Strohkatze, Bergkatze, Bergozelot, Pajonalkatze.

Vorkommen: Peru, Bolivien, Chile, Argentinien (bis zur Magellanstraße). Überall im RĂŒckgang begriffen.

Die Behaarung der Colocolo ist straff, ohne Glanz. Auf dem RĂŒckgrat sind die Haare lĂ€nger und bilden eine MĂ€hne. Die GrundfĂ€rbung ist hellgrau (silbergrau), sie wechselt je nach Verbreitungsgebiet bis zu hellgelblich-weiß, teils dunkelbraun, graubraun oder graugelb. Der Schweif ist dick und buschig behaart mit rotbraunen Ringen. Teils weist das Fell eine ĂŒber den ganzen Körper verteilte TĂŒpfelung auf, teils nur auf den Seiten oder der Unterseite. Die Pampaskatze hat eine KopfrumpflĂ€nge von etwa 70 Zentimeter und eine SchwanzlĂ€nge von etwa 30 Zentimeter.

Vorkommen: Texas bis Paraguay und Nordargentinien.

Das Fell des Jaguarundi bzw. der Wieselkatze ist kurzhaarig; die FÀrbung dunkelrot, dunkel- und graubraun (Jaguarundi) und fuchsrot (Eyra). Die mexikanische Art hat eine etwas hellere Farbe. Die Fleckenzeichnung anderer Katzen befindet sich beim Jaguarundi in jedem Haar, das in Ringzonen von wechselnden Farben aufgeteilt ist (gebÀndert). Die Jungtiere weisen bei der Geburt Flecken auf, die sich im Laufe der Zeit verlieren. Beide Farbphasen finden sich nebeneinander im gleichen Wurf. Das Tier ist schlank, die KopfrumpflÀnge betrÀgt etwa 50 bis 60 Zentimeter, der Schwanz ist etwa 50 Zentimeter lang.

Es kamen nur wenige Felle in den Handel.

Wildkatzen, ĂŒber mehrere Kontinente verbreitet

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Auch Afrikanische Wildkatze, Stiefelluchs.

Vorkommen: In Europa auf Sardinien, Sizilien, Kreta und auf den Balearen. In Afrika in Algerien bis zum Kap, außer in VollwĂŒsten und RegenwĂ€ldern.

Entsprechend dem großen Verbreitungsgebiet variiert die GrundfĂ€rbung sehr stark. Die der „Falb“katze namengebenden Farbtöne reichen von blass hellcreme- bis hellsandgelb. Die Bauchseite ist heller. Die Fleckung ist wie bei der Asiatischen Wildkatze, teils weist sie auch ein Streifenmuster auf, jedoch sehr verblasst, so dass bei den Fellen die Musterung manchmal nicht zu sehen ist. Die RĂŒckenmittellinie ist deutlich dunkler. Die LĂ€nge von Kopf bis Schwanzansatz betrĂ€gt etwa 50 cm, die SchwanzlĂ€nge 25 cm. Im Unterschied zur EuropĂ€ischen Wildkatze ist das Streifenmuster weniger deutlich.

Rohrkatzen, rechts mit Leopardendruck

Auch Sumpfluchs, Sumpfkatze, Dschungelkatze, Chaus. War teils als „Samacha“ im Fellhandel.

Vorkommen: In Afrika am unteren Nil. In Asien in Vorderasien, Transkaukasien, Turkmenien bis Vorderindien, Burma, Siam, Ceylon.

Nach HALTENORTH unterscheidet sich die Rohrkatze Ă€ußerlich von den Wildkatzen im engeren Sinn durch bedeutendere KörpergrĂ¶ĂŸe, höhere Beine, einen relativ kĂŒrzeren Schwanz und etwa vier bis acht schwarze, an der Unterseite offene Ringe am Schwanz und eine schwarze Schwanzspitze. Das Haar der Rohr- bzw. Dschungelkatze ist gelblichbraun, teils grĂ€ulich. Außer auf den Beinen und den Ringen auf dem Schweif hat sie keine Fleckungen. Das hellbraune Kinderfell Ă€hnelt eher den Wildkatzen, es ist mit schwarzen Streifen und Flecken kontrastreich gezeichnet, bis es dann soweit verblasst, dass die Zeichnung beim Alttier nur noch an den ExtremitĂ€ten gut sichtbar ist. In Indien und Pakistan gibt es teils auch ganz schwarze Tiere. Am Ende der Ohren befinden sich schwarze HaarbĂŒschel, die an einen Luchs erinnern, daher rĂŒhrt die Bezeichnung Sumpfluchs. Die KörpergrĂ¶ĂŸe von Rohrkatzen im Westen und Osten ihres Verbreitungsgebietes variiert beachtlich.

Das Oberhaar ist lang, relativ hart und nicht sehr dicht. Die Unterwolle ist weich und dicht. Auf einem Quadratzentimeter RĂŒckenflĂ€che stehen im Winterfell etwa 4000 Haare, am Bauch nur 1700 Haare. Auf ein Grannenhaar kommen am RĂŒcken 12, am Bauch 4 bis 5 Wollhaare. Das Grannenhaar am RĂŒcken wird bis zu 60 Millimeter lang, am Bauch 50 Millimeter, die Wollhaare 30 beziehungsweise 20 Millimeter. Der Haarwechsel erfolgt zweimal im Jahr, in Transkaukasien zum Beispiel von Februar bis Mitte April und September bis Anfang November.

Sandkatze

Auch Saharakatze, WĂŒstenkatze.

Vorkommen: In Afrika in der Sahara. In Asien in der Arabischen WĂŒste.

Die Sandkatze hat entsprechend ihrem Namen sandgelbes Haar, mit grauem Schleier. Die gelb- bis graubraune Zeichnung ist sehr schwach ausgeprĂ€gt, fast verschwimmend, etwas krĂ€ftiger an Kopf, Beinen und Oberschenkeln. Kehle und Brust sind weiß. Die Unterseite des zwei- oder dreimal dunkelbraun bis schwarz beringten Schweifes ist heller, die Schweifspitze schwarz. Ein rötlich-orangefarbener Streifen verlĂ€uft von den Augen ĂŒber die Wangen. Die Vorderbeine sind am Ansatz schwach dunkelbraun bis schwarz gebĂ€ndert, die Pfoten sind mit dichten, drahtigen und verfilzten schwarzen HaarbĂŒscheln besetzt. Das Körperhaar ist mittellang. Mit einer KopfrumpflĂ€nge von 45 bis 55 Zentimeter ist die Sandkatze deutlich kleiner als die Falbkatze oder die Hauskatze. Die SchwanzlĂ€nge betrĂ€gt 30 bis 35 Zentimeter.

Auch Waldwildkatze. Das Fell der russischen Waldkatze war als Holzkatze im Handel.

Vorkommen:

In Europa: Atlantik bis Kaukasus, Schottland, Korsika, Deutschland, Russland.
In Asien: Im Übergang von Russland in Zentralasien bis WĂŒste Gobi, Iran, Afghanistan, Belutschistan, Westpakistan, Nordwest- bis Zentralindien, hier Übergang zur Steppenwildkatze.

Waldwildkatzen und Steppenwildkatzen lassen sich anhand der FĂ€rbung unterscheiden. Waldwildkatzen sind grau mit schwarzbrauner bis schwarzer Musterung. Die Bauchseite ist gelblich bis hellocker mit Flecken, die sich mitunter zu Querstreifen vereinigen. Charakteristisch fĂŒr alle Formen der Wildkatze sind Streifenmuster auf der Kopfoberseite und die Querringelung des Schwanzes sowie eine hellere Körperunterseite. Auf dem RĂŒcken befindet sich ein schmaler deutlicher Aalstrich. Vom RĂŒcken und den Flanken gehen schwache dunkle LĂ€ngsstreifen aus. Die abgerundete Spitze des Schweifes ist schwarz.

Das Kennzeichen der Steppenwildkatzen ist, dass sie statt der tigerĂ€hnlichen Zeichnung der Waldwildkatze unregelmĂ€ĂŸig ĂŒber den Körper verteilte dunkle Flecken aufweist. Die GrundfĂ€rbung der Waldwildkatzen ist an der Körperoberseite weißgrau, creme, sandfarben bis strohgelb, gelbrot oder graubraun. Die Unterseite ist heller mit Flecken in Querreihen. Entsprechend dem großen Verbreitungsgebiet variieren beide Unterarten erheblich. Teils ist die Musterung verschwommen, teils ist die Streifenbildung markanter. SchwarzfĂ€rbungen sind aus verschiedenen Gegenden des Verbreitungsgebiets bekannt.

Luchsfelle werden meist nicht unter dem Artnamen gehandelt, sondern nur als Luchse, je nach Herkunft kanadische, nordamerikanische, russische oder mongolische Luchse sowie Bobcats (Rotluchse). Die wirtschaftliche Bedeutung der Felle fĂŒr den Pelzhandel ist je nach Herkommen und damit Aussehen sehr unterschiedlich, die Felle der als am schönsten empfundenen Luchsarten rechnen seit jeher zu den wertvollsten Pelzarten. Die Flecken- und Streifenzeichnung variiert auch innerhalb der Populationen stark. Luchse gehören zu den wenigen Pelzen, bei denen das Bauchfell als wertvoller erachtet wird als das des RĂŒckens. Kennzeichnend fĂŒr das weichhaarige Luchsfell sind außerdem die langen Beine mit beeindruckend großen Pranken, der Stummelschwanz und die auffĂ€lligen, bis zu vier Zentimeter langen Haarpinsel ĂŒber den großen Ohren sowie der, besonders bei den amerikanischen Arten, ausgeprĂ€gte Backenbart. Die Vorderbeine sind lĂ€nger als die Hinterbeine, je nach Art unterschiedlich viel.

Die meisten Luchsarten unterliegen den HandelsbeschrĂ€nkungen des Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens Absatz II.

Das Fell des Gemeinen Luchses ist etwa 1,00 bis 1,30 m lang, der Schwanz etwa 15 bis 24 cm. Die FĂ€rbung variiert entsprechend dem großen unterschiedlichen Vorkommen, die Grundfarbe ist meist ein weißlich durchsetztes rötlich grau. Die rot- und graubraune TĂŒpfelzeichnung wechselt stark. Die Fellseiten, die Innenseite der Beine und der Vorderhals sind weiß. Vom Schwanz ist fast die hintere HĂ€lfte schwarz, nach der Wurzel zu mit schwarzen Binden. Die Grannenhaare sind hĂ€ufiger weißgrau oder ganz dunkel, schwarz gespitzt. Die Sommerfelle sind rötlicher, die Winterfelle grauweißlicher. Neben stark gefleckten kommen auch an RĂŒcken und Seiten fast ungemusterte Luchse vor.

Kanadische Luchskatzenfelle
Bobcat, Luchskatze oder Rotluchs
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Die GrĂ¶ĂŸe des Rotluchses nimmt nach SĂŒden zu erheblich ab, der in den Vereinigten Staaten (sĂŒdlichstes Kanada bis gelegentlich Mexiko) lebende Rotluchs ist kleiner als der Nordluchs Kanadas. Das Fell ist 65 bis 95 Zentimeter lang, der Schwanz 13 bis 19 Zentimeter, mĂ€nnliche Tiere sind grĂ¶ĂŸer als weibliche. Die grĂ¶ĂŸten Felle sind so groß wie ein kleiner Luchs, das kleinste kaum grĂ¶ĂŸer als ein Wildkatzenfell. Die Fellbezeichnung im Handel ist meist Luchskatze oder Bobcat, auch wenn es Luchs„katzen“ im zoologischen System nicht gibt.

Pardelluchsfell

Der auf der PyrenĂ€en-Halbinsel bis nach Kleinasien, etwa bis zum Kaukasus, lebende Pardelluchs ist in fast allen LĂ€ndern geschĂŒtzt. 1973 und 1974 wurde die Jagd auf Pardelluchse in Spanien und Portugal untersagt, inzwischen scheint sich die Art wieder leicht zu erholen. Der Fellanfall wurde 1988 als außerordentlich gering bezeichnet. 1925 hieß es: „In Spanien wird das Fell der erlegten Luchse, der ‚Lobo verval‘, meist lokal verbraucht, besonders von Stierfechtern, und Kutschern, Pferdeknechten, zur Verzierung der Kleider“; an anderer Stelle wurden auch die Zigeuner bei gleicher Verwendung erwĂ€hnt.

Karakalfell
WĂŒstenluchs oder Caracal (Karakal)
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Der tĂŒrkische Name Caracal, deutsch Schwarzohr, bezeichnet ein auffĂ€lliges Merkmal des auch als WĂŒstenluchs bezeichneten, wahrscheinlich eher mit der Goldkatze als mit den Luchsen verwandten Tieres. Als Steppenbewohner lebt er in weiten Gebieten Afrikas und großen Teilen Asiens. Das Fell ist etwa 65 bis 80 cm lang, die SchwanzlĂ€nge betrĂ€gt 25 cm, die ExtremitĂ€ten sind lĂ€nger als bei Luchsen. Die RĂŒckenfarbe ist zimtrot bis blassgelb, die Unterseite rötlich weiß. Die Oberlippe kennzeichnet ein schwarzer Fleck sowie ein vom Nasenrand bis zum Auge reichender Backenstreifen; die Ohren und die OhrbĂŒschel sind schwarz; es sind auch ganz schwarze Exemplare bekannt. Das Jugendkleid ist erst gefleckt, spĂ€ter ohne Flecken.

Felle aus der Familie der Schleichkatzen sind kaum im Handel, teils wurden sie oder werden sie vielleicht noch örtlich genutzt, teils fanden sie sich in den Sortimenten anderer Fellarten.[18]

Links Afrika-Zivethkatze, rechts Indien-Zibetkatze

Zibetkatzenfelle sind in vergleichsweise geringem Umfang ein Handelsartikel der Rauchwarenbranche. PopulĂ€r geworden ist die Zibetkatze jedoch durch das fĂŒr den Handel einmal bedeutendere Zibet, ein aus den DrĂŒsen der Katze gewonnener Grundstoff fĂŒr die ParfĂŒmherstellung, der inzwischen weitgehend durch synthetische Stoffe ersetzt wurde. In der Pelzwirtschaft sind sie vor allem dadurch bekannt, dass sie vom KĂŒrschner oft zu Unrecht auch als Serval oder Servalkatzen bezeichnet wurden, obwohl sie mit dieser echten Katze nichts gemein haben, abgesehen von einer oberflĂ€chlichen Ähnlichkeit der Fellzeichnung. Weitere fĂ€lschliche Namen waren Civetcat oder Zivetkatze; darunter wird im Warenverkehr allgemein das Fell des Flecken- oder Lyraskunks verstanden. Von den zu den Schleichkatzen gehörenden weiteren Arten kommen nur noch die Felle der Ginsterkatzen fĂŒr Pelzzwecke in den Handel.

Ginsterkatzen Liberias, 1907 (von links nach rechts):
   1 und 2: Liberia-Genette
   3: Westafrikanischer Linsang
   4: Königsgenette (eventuell ausgestorben)
Ginsterkatze oder Genette
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Ginsterkatzenfelle wurden als Genetten (Genotten) gehandelt (nicht zu verwechseln mit Genottekatze, eine Bezeichnung fĂŒr das Fell der SchwĂ€rzlingsform der Hauskatze, siehe unter Katzenfell). Zoologisch gehört die Ginsterkatze in die Familie der Zibetkatzen. Im Rauchwarenhandel wurde nicht immer zwischen den einzelnen Zibetarten unterschieden, auch andere Arten wurden Anfang des 20. Jahrhunderts als Genetten gehandelt.

Die Ginsterkatze kommt in Europa noch in einigen Gebieten des Mittelmeerraums vor, unter anderem im sĂŒdlichen Frankreich, auf der PyrenĂ€en-Halbinsel und in Syrien, zudem in Afrika von Senegambien und Abessinien bis nach Kapland. Der Körper ist sehr langgestreckt, der Kopf ist klein und spitz zulaufend. Die Ohren sind muschelförmig; die Beine sind fĂŒr eine Katze recht kurz. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt etwa 50 bis 60 Zentimeter, der Schwanz ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Die Behaarung ist mittellang, dicht und glatt, aber meist spröde und etwas flach. Die FĂ€rbung ist gelblichgrau oder brĂ€unlichgrau mit zumeist vier bis fĂŒnf Reihen dunkler, kastanienbrauner oder rotgelber Flecken (Rosetten) lĂ€ngs der Seiten. Auch der Kopf und der Hals sind durch Flecken und Streifen Ă€hnlich gezeichnet. Manche Arten haben eine aufrichtbare RĂŒckenmĂ€hne. Der Schweif ist abwechselnd hell und dunkel (weiß bis schwarz) geringelt. In einzelnen Merkmalen weichen manche Unterarten von dieser allgemeinen Beschreibung ab. Einzelheiten ĂŒber den Haarwechsel scheinen nicht bekannt zu sein. Die immer schon, verglichen mit anderen Fellarten, nur in geringer Menge angefallenen Felle wurden vor der Inschutzstellung der Art in der Regel zu BesĂ€tzen und Accessoires, bei ausreichend zusammenpassend vorhandenen Fellen zu Jacken, MĂ€nteln und BesĂ€tzen sowie zu Decken verarbeitet.

Die Kleinfleck-Ginsterkatze ist inzwischen als europĂ€ische Art nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschĂŒtzt.

Bis 1935 spielte das Fell des Palmenrollers, als auch „Palmencivet“ genannt, keine oder eine nur ganz untergeordnete Rolle. Um diese Zeit gelangte jedoch erstmals eine grĂ¶ĂŸere Menge in den Handel. Zumeist zobel- oder silberfuchsfarbig eingefĂ€rbt fand es vor allem fĂŒr BesĂ€tze auf Textilbekleidung Verwendung, auch passe es sehr schön auf FohlenmĂ€ntel. Der Fellpreis lag zwischen 4 und 7 Mark, je nach GrĂ¶ĂŸe und Haarbeschaffenheit. Vor 1988 kamen aus China unter dem Namen Hsiang Yao erneut Felle einer Palmenroller-Art (lat. Pardoxus hermaphroditus) in auf den Frankfurter Pelzmarkt, Felle des Larvenrollers (Palm Civet, lat. Paguma Lavata) wurden 1988 unter dem Namen Chin(g) Yao angeboten. Der Palmenroller kommt im sĂŒdlichen Asien und auf den vorgelagerten Inseln vor.[47]

Die Tiere sind mit etwa 45 bis 52 Zentimeter so groß wie eine Hauskatze, hinzu kommt der Schweif mit etwa 41 bis 51 Zentimeter; in der Gestalt Ă€hneln sie der Zibetkatze.[18]

Wahrscheinlich nur fĂŒr kurze Zeit kamen aus der Familie der Mangusten in den Jahren vor 1925 Felle des Ichneumons in den Handel. Brass schrieb ĂŒber die in Nordafrika lebende, damals hĂ€ufige Katzenart: „Das Fell, das den RauchwarenhĂ€ndler in erster Linie interessiert, besitzt eine dichte, gelbgraue Unterwolle und lange, dichte, schwarz und grau geringelte Grannenhaare, die eine weiße Spitze haben. Leider ist das Haar etwas grob.“ Das Fell des Weißschwanz-Ichneumons wĂŒrde sich wegen seines weicheren Haares „besser als Pelztier bewĂ€hren“. Das Kurzschwanz-Ichneumon (Sumpfmanguste) hĂ€tte ebenfalls ein ganz brauchbares, weiches Oberhaar. Die besten Felle stammten aus den Gebirgsgegenden. Von den Zebramangusten kamen zu der Zeit jĂ€hrlich etwa 1000 Felle in den Handel, von den verschiedenen Ichneumonarten einige Tausend[40] (im weiteren Sinne werden neben dem Ichneumon auch manchmal andere afrikanische Arten der Mangusten als Ichneumons bezeichnet).

PrÀpariertes Tigerfell (um 1900)

Seit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens werden Großkatzen nicht mehr fĂŒr Pelzzwecke gehandelt, sie kommen noch als JagdtrophĂ€en aus freigegebenen AbschĂŒssen zum persönlichen Gebrauch nach Europa.

Haltbarkeitskoeffizient fĂŒr Tiger, Löwe, Jaguar, Leopard, Schneeleopard, Puma, Nebelparder und Gepard: 50 bis 60 %[13][Anmerkung 1]
Schneeleopardfell

Schneeleopard oder Irbis

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Schneeleopardfelle stellten im Rauchwarenhandel einen noch weniger bedeutenden Artikel als Felle anderer Großkatzen dar, schon wegen ihres geringen Vorkommens. WĂ€hrend sie anfangs, neben der Nutzung im Herkunftsgebiet, nur als Decken, Vorleger und WandbehĂ€nge Verwendung fanden, wurden sie fĂŒr kurze Zeit in der Pelzmode der Moderne auch zu Damenkleidung verarbeitet.

Der Lebensraum des Schneeleoparden, auch Irbis genannt, ist Zentralasien, von Ostturkestan bis Kaschmir und Sikkim, vom Altai und Pamirgebirge bis Osttibet, in Höhen bis zu ĂŒber 4000 Meter.

Nach dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen vom 3. MĂ€rz 1973 zĂ€hlt der Schneeleopard zu den von der völligen Ausrottung bedrohten Tierarten und wird deshalb als absolut geschĂŒtzt im Anhang I des Abkommens gefĂŒhrt.

Nebelparder

Nebelparder oder Schildkrötleopard

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Der Nebelparder ist eine seltene Großkatze aus dem sĂŒdöstlichen Asien. Das Nebelparderfell wurde in Anlehnung an die Fellzeichnung auch als Schildkrötleopard oder Schildkrötenleopard gehandelt. Die Heimat des Nebelparders sind die sĂŒdlichen AuslĂ€ufer des Himalaja: Nepal, Sikkim, Bhutan und Assam; das sĂŒdliche China, Hinterindien, die Malaiischen Halbinseln und die Sunda-Inseln Sumatra und Borneo. FrĂŒher kam die Art auch auf Taiwan und Hainan vor.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Verarbeitung des auffÀlligen Pelzes zu Jacken und MÀnteln, schon wegen des begrenzten Vorkommens allerdings nur in geringem Umfang.

1971 empfahl die International Fur Trade Federation dem Handel, auf die Verarbeitung von Nebelparderfellen ganz zu verzichten.[1] Im Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen steht der Nebelparder (Neofelis nebulosa) inzwischen in Liste 1 (absolutes Handelsverbot), in der Verordnung (EU) 750/2013 in Anhang A. Die Erstlistung und der Höchstschutz erfolgte zum 20. Juni 1976. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschĂŒtzt ist der Nebelparder seit dem 31. August 1980

Leopard

Der Leopard und das Leopardenfell haben in ihren HerkunftslĂ€ndern bereits im frĂŒhesten Altertum eine große Rolle gespielt, siehe dazu den Artikel Pantherfell. Als KleidungsstĂŒck der Neuzeit war der Leopardenpelz um die Mitte des 20. Jahrhunderts, zusammen mit Fellen anderer auffĂ€llig gemusterter Katzenarten, besonders gefragt.

Beim Leoparden oder Panther, frĂŒher auch Pardellöwe genannt, handelt es sich um dasselbe Tier, ĂŒblich ist die zweite Bezeichnung vor allem fĂŒr den Schwarzen Panther, einen totalen SchwĂ€rzling (Melanismus).

Der Jaguar ist die grĂ¶ĂŸte Katze des amerikanischen Kontinents. Die Nutzung des Jaguarfells zu Kleidungs- und Schmuckzwecken ist bereits fĂŒr die Zeit vor dem Eintreffen der EuropĂ€er bekannt. Als Handelsartikel der Neuzeit war es hochpreisig, hat aber, auch als die Mode gefleckte Pelze begĂŒnstigte, keine wesentliche Rolle gespielt. Dies lag nicht daran, dass der Jaguar weniger attraktiv ist als der in Asien und Afrika beheimatete Leopard. Der Fellanfall war sehr gering, durch seine scheue Lebensweise ist der Jaguar nur schwer zu jagen und die Felle waren, nicht nur durch die Jagd, sondern vor allem durch Bissstellen, hĂ€ufig so sehr beschĂ€digt, dass sie fĂŒr die Verarbeitung zu Pelzbekleidung nicht zu gebrauchen waren. Es war zudem schwierig, aus den wenigen angefallenen, davon nutzbaren Fellen eine fĂŒr ein KleidungsstĂŒck ausreichende StĂŒckzahl zueinander passender Felle zusammenzubekommen.

Der Jaguar ist heute absolut geschĂŒtzt. Er ist zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, ist aber trotzdem einer stĂ€ndig wachsenden GefĂ€hrdung ausgesetzt, so dass ein RĂŒckgang der BestĂ€nde festzustellen ist. Von der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Jaguar als „gering gefĂ€hrdet“ („Near Threatenend“) eingestuft.

Sumatra-Tigerfell

Der Tiger ist die grĂ¶ĂŸte aller lebenden Katzen, in EinzelfĂ€llen erreichen mĂ€nnliche Tiger eine KopfrumpflĂ€nge von ĂŒber drei Metern. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Teile Asiens sĂŒdlich 52° nördlicher Breite.

Die Grundfarbe des Tigerfelles ist gelbrötlich mit schwarzen Streifen in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden. Der Ton der Grundfarbe und die Dichte der Streifen variiert im Verbreitungsgebiet. Felle aus sĂŒdlichen Vorkommen sind stĂ€rker pigmentiert als die aus dem Norden. Im Winterpelz wirken die Streifen bei manchen Tigern sogar nur brĂ€unlich. Die hinter dem Ohr befindlichen Flecken sind hell bis weißlich, ebenso Bezirke um die Augen, Körper- und Schwanzunterseite. Selten treten sehr helle Exemplare („weiße Tiger“) und fast schwarze Tiger auf. Die HaarlĂ€nge nimmt nach SĂŒden im Verbreitungsgebiet ab. Im Nacken sind die Haare verlĂ€ngert, bis hin zu einer leichten MĂ€hnenbildung. Der Pelz ist grob und wenig dicht. Der Haarwechsel erfolgt zweimal im Jahr, bei den tropischen Formen ist er nur wenig ausgeprĂ€gt.

Nur kurze Zeit wurden Tigerfelle in der westlichen Mode auch fĂŒr Bekleidungszwecke genutzt, meist wurden sie als TrophĂ€en zu Teppichen und WandbehĂ€ngen verarbeitet.

Die noch verbliebenen Vorkommen sind stark dezimiert, die Art wird von der IUCN als stark gefĂ€hrdet („Endangered“) eingestuft. Nach dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen vom 3. MĂ€rz 1973 zĂ€hlt der Tiger zu den von der völligen Vernichtung bedrohten Tieren, er wird in Anhang I des Abkommens gefĂŒhrt (absoluter Schutz). Tigerfelle und andere Teile des Tieres dĂŒrfen nicht mehr gehandelt werden.

Gepardfell

Anfangs wurden Gepardfelle nur zu Decken, Vorlegern und TrophĂ€en verarbeitet, spĂ€ter auch zu Pelzbekleidung. Der RauchwarenhĂ€ndler Emil Brass erwĂ€hnte in seinem Standardwerk von 1911 noch nichts ĂŒber die Nutzung des Fells, im Jahr 1925 schrieb er: „Gepardfelle bilden, soweit sie im Handel vorkommen, jetzt ein beliebtes Material zur Anfertigung der DamenmĂ€ntel, und werden deshalb auch gut bezahlt, da gerade die Kleinheit der dicht verteilten runden Flecke auf hellerem Grundton sehr hĂŒbsche Muster ergibt“. Im Vergleich zum Leoparden wurde es im Allgemeinen weniger verwendet, nur hin und wieder gab es Abbildungen in den Modezeitschriften. Das Interesse der Modebranche an dem weiterhin nur in geringer StĂŒckzahl angelieferten Fell hielt bis zur VerzichtserklĂ€rung des Handels an.

1971 empfahl die International Fur Trade Federation ihren Mitgliedern den Handel zu unterlassen, am 3. MĂ€rz 1973 wurde der Gepard in Anhang I der Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens aufgenommen. Es dĂŒrfen nur einzelne JagdtrophĂ€en aus Namibia eingefĂŒhrt werden, der Handel ist verboten.

Löwenfelle werden fast nur als JagdtrophĂ€en oder als Wandteppiche verwendet. FĂŒr moderne Bekleidung sind sie wenig attraktiv und infolge der groben und dicken Haare und der fehlenden Unterwolle ungeeignet.

Das Pumafell, der auch Berglöwe, Silberlöwe, sĂŒdamerikanischer Löwe und Kuguar genannten amerikanischen Katzenart, war fast immer nur in sehr geringer Menge im Handel. Pumafelle wurden vor allem zu Decken und Vorlegern verarbeitet. In einer Zeit grĂ¶ĂŸeren Anfalls wurden sie auch in geringem Umfang fĂŒr Kleidungszwecke verwendet, als VerbrĂ€mung und auch versuchsweise geschoren und mit einem Leopardenmuster versehen.[18]

Inzwischen wurden mehrere Unterarten des Puma in Anhang I der Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens aufgenommen, die ĂŒbrigen Unterarten in Anhang II.

Die Felle der heute streng geschĂŒtzten HyĂ€nenarten, der TĂŒpfel- oder FleckenhyĂ€ne und der SchabrackenhyĂ€ne (beide Afrika) wurden nur wenig genutzt, ebenso der StreifenhyĂ€ne (Vorder- und Mittelasien, Indien, Arabien und Nordafrika bis Kenia). Das Haarkleid ist straff und grob, farblich wenig ansprechend, teils in der LĂ€nge ungleichmĂ€ĂŸig.[18]

301 n. Chr. erließ Diokletian das Höchstpreisedikt, dessen Überschreitung mit der Todesstrafe geahndet werden sollte. Es fĂŒhrt auch die Preise fĂŒr HyĂ€nenfelle auf. Rohe Felle durften bis zu 40 Denare, zugerichtete bis zu 60 Denare kosten (siehe Marderfell, Zahlen und Fakten).[48]

1930 wird erwÀhnt, dass nordafrikanische Musikanten, die eine eigene Kaste bildeten, sie in fast rohem Zustand am Haupte befestigen, um so ein abenteuerliches Aussehen zu erlangen.[49]

  • Das Fell des zoologisch zu den HyĂ€nen gehörenden Erdwolfes wurde von StĂ€mmen des sĂŒdlichen Afrikas zu, als Karossen bezeichneten, UmhĂ€ngen verarbeitet. FĂŒr eine Karosse wurden etwa 16 Felle gebraucht.[50]
GrönlÀnder Seehund

Robben (Seehund, Blueback, Whitecoat, Lakoda, Sealskin)

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Die Rauchwarenbranche unterscheidet beim Robbenfell zwischen dem Sealfell, dem Sealskin von der Pelzrobbe (veraltet: Biber-Seehund), dem SeebÀren mit der feinen weichen Unterwolle und dem (Haar-)Seehund (veraltet: Kofferseehund) mit nur Granne ohne besonderem Unterhaar.

Diese werden dann wieder unter geographischen Begriffen unterschieden, wie NeufundlÀnder, IslÀnder oder sind bzw. waren unter entwicklungsbedingten Namen wie Beater, Puller, Whitecoat oder Blueback im Handel.

Von der Pelzwirtschaft kaum genutzt wurden schon immer die Felle der Mönchsrobbe (geschĂŒtzt), der Ross-Robbe, des Krabbenfressers, der Wedell-Robbe, des See-Leoparden, des SĂŒdlichen und Nördlichen See-Elefanten. Auch die Walrosse werden fellwirtschaftlich nicht verwendet, lediglich die Eskimos jagen sie zum Lebensunterhalt.

WiederkÀuer

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Indianerfrauen mit BĂŒffelhĂ€uten (ca. 1936)
Mandan-HĂ€uptling MatĂł TĂłpe mit verziertem BĂŒffelfellumhang (1833)

Die Felle des Bison werden in alten Darstellungen erkennbar hauptsĂ€chlich als nicht zugeschnittene KleidungsstĂŒcke dargestellt. Beispielsweise in der sĂŒdfranzösischen Drei-BrĂŒder-Höhle sieht man eine Wandmalerei aus der Endzeit der letzten Eiszeit mit einem tanzenden Zauberer oder mit Fell getarntem JĂ€ger, der ein Bisonfell mit Kopfteil trĂ€gt, dass als Maske und MĂŒtze verwandt wurde.[51]

BĂŒffelfell war im 18. und 19. Jahrhundert in Nordamerika als Material fĂŒr Kutschen-, Bahn- und Schlittendecken sehr populĂ€r. Die Nachfrage war so groß, dass sie mit zur dramatischen Erschöpfung der vormals riesigen Bisonherden beitrug.[52]

Gazelle, Antilope, Gnu

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FĂŒr die Pelzverarbeitung haben Antilopenfelle meist eine etwas untergeordnete Bedeutung, da das Haar der Antilopenarten mangels ElastizitĂ€t sehr leicht bricht. Antilopen werden verschiedentlich auch in Farmen gehalten. Die Fellverwertung geschieht hauptsĂ€chlich fĂŒr Taschen, BesĂ€tze und andere Kleinteile.

Unter dem nicht wissenschaftlichen Begriff Antilope versteht man in der Regel alle HorntrĂ€ger, die nicht zu den Ziegenartigen, die vor allem Schafe und Ziegen umfassen, oder zu den Rindern gehören. Antilopen sind demnach die Ducker, die Bovinae ohne die Rinder, die Kuhantilopen, die Pferdeböcke, die Reduncinae (Riedböcke, Wasserböcke und Rehantilopen), die Impalas und die Gazellenartigen. Die Felle der artenreichen Tierfamilie aus Afrika und dem sĂŒdwestlichen Asien werden im Rauchwarenhandel fast ausnahmslos als Antilope oder Gazelle bezeichnet, unter anderem auch die Felle des Springbocks. Die hauptsĂ€chlich fĂŒr die Pelzverarbeitung infrage kommenden Antilopenarten sind der Ducker und die kleinen Arten, die Zwergantilopen, die wichtigste davon die Windspielantilope. Die meisten arabischen Antilopenarten stellen keine Pelzlieferanten dar.

Die Anzahl der Arten ist so groß, dass auch die Unterschiede in der FellgrĂ¶ĂŸe und der FĂ€rbung ganz erheblich sind. Teils sind die Felle fast einfarbig, teils bunt gestreift. Einige Arten sind lebhaft gefĂ€rbt mit hĂŒbschen Zeichnungen, teils schwarz bis silbergrau gesprenkelt. Die vorherrschenden Farben sind dunkel- bis hellbraun, rötlichgrau bis gelblichgrau, reh- oder perlhuhnĂ€hnlich. Die Unterseite sowie die Innenseiten der Beine sind vielfach heller als der Körper, hellrötlich oder weiß bis weißgrau.

Das Haar ist grob, steif und zumeist sehr kurz. Es liegt dicht am Körper an, so dass das Fell hĂ€ufig recht flach wirkt. Das Röhrenhaar weist nur eine sehr dĂŒnne Rindenschicht ĂŒber der stĂ€rkeren Markschicht auf. Das Unterhaar fehlt entweder ganz oder ist nur spĂ€rlich entwickelt. Der Haltbarkeitskoeffizient fĂŒr Antilopenfelle wird mit 5 bis 10 Prozent angegeben.

Weste aus Sommer-Reh und Rotfuchs (2017)
Handtasche aus Rehklauen und schwarzem Lammfell (Skizze, 1883)
Commons: Rehfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Rehfelle, auch Rehdecken genannt, haben eine durchschnittliche GrĂ¶ĂŸe von 4 bis 7 Quadratfuß. Wesentlich im Handel ist die Unterscheidung nach Sommer-, Herbst- (ÜbergĂ€nger) und Winterfellen. NordeuropĂ€ische Sommerfelle sind an ihrer rotbraunen Farbe und an „ihrer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig guten Kraft“ zu erkennen. Winterfelle haben ein dickes und dichtes Haar und sind sehr dĂŒnnledrig, oft papierdĂŒnn.[53]

Das Fell der Rehkitze ist rotbraun und weist zunĂ€chst eine weiße Punktierung auf dem RĂŒcken und auf den Flanken auf. Diese weiße Fleckenzeichnung wird ab einem Alter von einem Monat allmĂ€hlich undeutlicher und verschwindet bis zum Alter von zwei Monaten durch das Überwachsen durch rote Sommerhaare. Unter dem langen roten Haaren sind die weißen und braunen Kitzhaare noch bis zum Wechsel in das Winterhaarkleid vorhanden.[54]

Rehfelle finden heute nur in verschwindend geringer Zahl Verwendung, meist nur fĂŒr Dekorationszwecke.[18] Das war Mitte des 19. Jahrhunderts nicht sehr viel anders, man gebrauchte sie nicht fĂŒr Bekleidung, sondern wie damals beschrieben „zur farbigen AusschmĂŒckung von Verkaufslokalen, sowie zu allerhand Decken, z. B. zu Fußdecken vor Betten, Sofas etc., zu Schlitten- und Pferdedecken und anderem mehr: Die Haare, welche von den Gerbern abgestoßen werden, benutzt man zum Ausstopfen von Kissen und Polstern, indes werden sie meistens von den minder großen und von den schadhaften Rehfellen gewonnen, insofern man es vorzieht, die großen und tadelfreien fĂŒr die KĂŒrschnerei zu bestimmen, jene hingegen sĂ€mischgar zu gerben und an die Beutler zu verkaufen“. Zu der Zeit kamen aus dem englischen Nordamerika und Kanada jĂ€hrlich 4000 als Rehfell bezeichnete Felle (Hirschfelle?) zum Londoner Rauchwarenhandelsplatz. Auch in den SeehĂ€fen Russlands und Preußens waren Rehfelle ein bedeutender Handelsfaktor, hauptsĂ€chlich aber wohl fĂŒr die Zubereitung zu Leder. In Deutschland lieferten Bayern und der Harz große Felle, kleinere kamen aus der sĂ€chsischen Gegend.[55]

Sommerfelle weisen ganz allgemein bei dĂŒnnerer Behaarung oft ein stĂ€rkeres Leder auf. Ganz besonders ist dies bei Gazellen und Rehen zu bemerken.[56] Um 1900 besagte ein KĂŒrschnerfachbuch, dass das Reh „die bekannten, zu Vorlegern benutzten“ Felle liefert. Die schönsten Felle fallen im Winter an, doch gerade dann ist das ohnehin nicht strapazierfĂ€hige Haar besonders brĂŒchig. Rehfelle mit gutem Haar wurden zu der Zeit auch in Krankenbetten gelegt, um das Wundliegen zu verhindern: „Man legt sie zu diesem Zweck unter das Bettuch verkehrt, so dass der Kopf nach den Beinen des Kranken liegt, der Rumpf unter den Achseln desselben. Der Kranke liegt auf diese Weise gegen den Strich und die starren Haare verhindern das Rutschen und damit das Aufliegen“. Auch die Sattler verwendeten „RehstĂŒcke“ zum Besetzen des Geschirrs, um ein Wundwerden der Pferde zu verhindern. Herbstfelle sind deutlich haltbarer als Winterfelle, haben aber ein kĂŒrzeres Haar und dickeres Leder und sind deshalb weniger schön, sie wurden jedoch wegen des besseren Leders fĂŒr Gerberzwecke besser bezahlt.[57]

Nur ein geringer Teil eignet sich zur Verwendung als Pelz, abgesehen von der geringen Bruchfestigkeit des Rehhaares und von zu dickledrigen Fellen, sind sehr viele wegen geeiterter Bremsenstiche, Narben von Ritzwunden und Schusslöchern nicht zu gebrauchen.

Elchfell

Das Elchfell, die Elchhaut oder Elchdecke, das abgezogene Fell des Elches, ist ein Handelsartikel. Es wird vor allem enthaart und gegerbt als Leder genutzt. Das harte Elchfell kann zwar zu Pelzen verarbeitet werden, allerdings ist die Haltbarkeit wegen der hohen BrĂŒchigkeit des Haars begrenzt. Der Elch ist die grĂ¶ĂŸte heute vorkommende Art der Hirsche. Sein Lebensraum erstreckt sich ĂŒber Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika. Er wird von der IUCN als „nicht gefĂ€hrdet“ eingestuft.

Die Elchjagd wird heute unter anderem in Schweden, Norwegen, dem Baltikum, Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten ausgeĂŒbt. Als BegrĂŒndung wird der Naturschutz angegeben, insbesondere der Waldschutz. Das Elchfleisch wird gegessen.

AufkÀufer mit Hirschfellen, San Antonio, Texas (1973)
Commons: Hirschfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Hirschfelle waren einmal ein sehr beliebter Pelz, den bis zur Zeit der KreuzzĂŒge jedoch nur FĂŒrsten tragen durften. Heute spielen sie als Kleidung keine und als Handelsartikel keine wesentliche Rolle mehr. Als Statussymbol wurde das Hirschfell vom Hermelin und vom Fehfell abgelöst.[58] Die heutige Nutzung ist wie die der Rehfelle.

Skandinavisches Rentierfell

Rentier (Nordamerika = „Karibu“) oder Pijiki

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Das Ren beziehungsweise Rentier lebt fast ĂŒberall um den Polarkreis, im Sommer in den Tundren und im Winter in der Taiga Nordeurasiens und Nordamerikas sowie auf Grönland und anderen arktischen Inseln. Von den verschiedenen Unterarten, auch von den Hirscharten, ist allein das nordeuropĂ€ische Ren zu einem wirklichen Nutztier geworden. Der Rauchwarenhandel war zeitweilig am leichtledrigen, weichen, glĂ€nzend braunen, mitunter moirierten Rentierfell europĂ€isch-asiatischer Jungtiere interessiert, das unter der Bezeichnung Pijiki im Handel war. Die Felle ausgewachsener Rentiere sind ein beliebtes Mitbringsel von Nordlandfahrten, sie werden außerdem fĂŒr Innendekorationszwecke und Vorleger exportiert. Die Felle der in Amerika caribou (deutsch: Karibu) genannten nordamerikanischen Rentiere werden in noch geringerem Umfang ebenfalls als Dekorationsfelle und nicht fĂŒr Kleidungszwecke genutzt. Lediglich die indigene Bevölkerung nĂ€hte sich Überkleidung aus Fellen ausgewachsener, langhaariger Rentiere, oft mit Seehundfell oder Polarfuchsfell zusammen verarbeitet, Trachten, wie sie auch heute noch bei besonderen AnlĂ€ssen getragen werden.

Der Haltbarkeitskoeffizient fĂŒr Rentierfelle wird mit 20 bis 30 Prozent angegeben. In einer Einteilung der Pelzarten in die Haar-Feinheitsklassen seidig, fein, mittelfein, gröber und hart wird das Haar des Ren-Jungtieres (Pijiki) als fein eingestuft.

FĂŒr die Vorkommen wildlebender Rene bestehen landschaftlich unterschiedliche Schutz- und Jagdbestimmungen, von der indigenen Bevölkerung dĂŒrfen sie in der Regel bejagt werden. Rentiere gelten als nicht gefĂ€hrdete Art.

Als Rindshaut werden die behaarten HĂ€ute der verschiedenen Hausrind- und Wildrindrassen, Kalbfelle die behaarten HĂ€ute der Jungtiere bezeichnet. Als Nebenprodukt der Fleischindustrie sind sie eine Handelsware des Rauchwarenhandels. RindshĂ€ute werden vorzugsweise zu Taschen, Stiefeln und Wohnaccessoires, Kalbfelle bevorzugt zu Übergangskleidung verarbeitet. In weitaus ĂŒberwiegender Menge werden die HĂ€ute zu unbehaartem Leder gegerbt (siehe Hauptartikel Rindsleder).

Die HĂ€ute ausgewachsener Tiere sind grob und steif und werden schon deshalb kaum fĂŒr Pelzzwecke genutzt. Einige Zeit lang wurden aus afrikanischen, in Spanien veredelte StierhĂ€uten MĂ€ntel gearbeitet. BĂŒffeldecken gehörten zur traditionellen AusrĂŒstung der nordamerikanischen Ureinwohner.

FĂŒr Pelzbekleidung werden hauptsĂ€chlich Kalbfelle verwendet, diese Nutzung in der Moderne begann jedoch erst in den 1920er Jahren. Der HĂ€utehandel unterscheidet außerdem zwischen ZahmhĂ€uten und WildhĂ€uten. Als ZahmhĂ€ute werden diejenigen HĂ€ute der europĂ€ischen Hausrinder verstanden, die beim Schlachten zur Fleischnutzung anfallen.

Rhönschaf

Seit etwa 10.000 Jahren werden Hausschafe zur Lammfleisch-, Schafsmilch- und Fellgewinnung gehalten, damit sind sie wahrscheinlich die Ă€ltesten Nutztiere. Die Nutzung der Schafswolle begann vor etwa 3000 Jahren. Mit Millionen jĂ€hrlich anfallender Felle sind sie die wichtigsten domestizierten Pelzlieferanten. Der Weltbestand an Schafen wird von der FAO, der ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen auf etwa 1,8 Milliarden geschĂ€tzt. Die meisten Felle werden jedoch nicht fĂŒr Pelzzwecke genutzt, sondern gehen in die Lederindustrie. Die Felle von Wildschafen werden praktisch nicht verwendet.

Das Schaffell war immer vor allem die wĂ€rmende Bekleidung fĂŒr die einfachen Bevölkerungsschichten. Bereits im frĂŒhen Mittelalter galt es, trotz oder vielleicht sogar wegen der großen Haltbarkeit des Haares, als weniger wertvoller Pelz „nur fĂŒr die niedrige Geistlichkeit und den Bauernstand“. Überhaupt war der Lammpelz besonders bei der Landbevölkerung verbreitet. Wegen der großen StrapazierfĂ€higkeit und den vielfĂ€ltigen Möglichkeiten der Fellveredlung (scheren, fĂ€rben, bedrucken, veloutieren, nappieren) gehören Lammfelle heute zu den begehrtesten Fellarten fĂŒr Konfektion ĂŒberhaupt.

Sourire gefÀrbtes Indisch Lamm

Indisch Lamm und Pakistanisch Lamm

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Über das Pelzhandelszentrum Leipzig kamen die ersten Indischen und Pakistanischen Lammfelle, anfangs noch als Himalaja-Felle, spĂ€ter fachsprachlich einfach „Inder“ genannt, erst seit Mitte der 1920er Jahre in den Handel. Herkunftsgebiet sind das nordwestliche Indien und der Norden Pakistans.

Die Felle sind kleiner als Persianerfelle, so groß wie Schirasfelle und grĂ¶ĂŸer als Syrische oder Shantafoo-Lammfelle. Das persianerĂ€hnliche Fell ist moiriert oder rundlockig, teils wellig (geflammt). Gute Felle sind seidig glĂ€nzend, andere manchmal auch drahtig (strohig).

Die Geschlossenheit der Locke erreicht zwar nicht die des Karakuls, hat aber ihre eigene QualitĂ€t. Hervorzuheben ist das geringe Gewicht, selbst die gröberen, schwereren Sorten sind in der Regel leichter als Persianer. Die Felle stammen von ein bis drei Tage alten LĂ€mmern, die Felle ausgewachsener Tiere sind wegen der bereits aufgelösten Locke nicht fĂŒr Pelzzwecke geeignet.

Chekianglamm

Ostasiatische Lammfelle

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Die Anlieferungen erfolgen hauptsÀchlich aus dem östlichen und nordöstlichen Teil Chinas sowie der Mongolei.

Chekianglamm, Kalgan-Lamm, Mongolin, Sinkiang-Lamm, Slink, Tibet-Lamm, Tientsin-Lamm (Silklamm) u. a.

GefÀrbter afghanischer Persianer

Karakul oder Persianer

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Heute kommen die auch als Karakul bezeichneten Felle nicht nur aus der wahrscheinlichen Urheimat Buchara beziehungsweise aus Arabien, sondern vor allem aus Namibia, dem Gebiet der ehemaligen UdSSR und Afghanistan. Namibia liefert hauptsÀchlich die flachen moirierten, breitschwanzÀhnlichen Felle, Russland die klassische, gelocktere Ware und Afghanistan die meist etwas geringer bewerteten, im Haarbild etwas offeneren Karakul.

Die Felle stammen von wenige Stunden bis zu einige Tage alten Tieren, ehe die Locken sich auflösen und StrĂ€hnen bilden. Felle von FrĂŒh- oder Totgeburten werden als Breitschwanz oder genauer als Persianer-Breitschwanz oder Karakul-Breitschwanz bezeichnet, ein Breitschwanzfell mit noch sehr wenig ausgebildeter Zeichnung und dĂŒnnem Leder nennt man Galjak. Die flachen Felle normal geborener namibischer Karakuls werden entweder als Swakara gehandelt, manchmal auch noch mit der alten Bezeichnung Breitschwanz-Persianer.

Nappierter Merinolamm­mantel

Merinolamm und Schmaschen

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Schmaschen sind die Felle ein bis zwei Tage alter, auch frĂŒh- oder totgeborener LĂ€mmer. Sie sind klein bis mittelgroß; die Behaarung je nach Rasse unterschiedlich, doch meist kurz und flach, niederlockig und dĂŒnn. Felle einiger Tage alter Tiere haben eine den Caloyos Ă€hnliche Zeichnung, sie werden als Forsche bezeichnet.

Merinos sind die Felle von bis zu einem Jahr alten LĂ€mmern. Sie mĂŒssen nicht unbedingt von reinrassigen Merinoschafen stammen, teilweise werden auch Felle von Kreuzungen oder von anderen Wollschafen unter dem Namen gehandelt.

Biberlamm, Borrego, Borrequito, Bueno, Lincoln u. a.

Bagdadlamm, schwarz gefÀrbt

Halbpersianer und Orientlammfelle

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Felle aus Kreuzungen von Karakulschafen mit einheimischen Schafen sind mehr oder weniger persianerÀhnlich, deshalb wurden sie als Karakul-Metis und Halb-Karakul gehandelt.

Bagdad-Lamm, Bessaraber, Indisch Lamm, Iran-Lamm, Krimmer, Metis-Persianer, Salzfelle, Schiras u. a.

Kidfelle (Zickel)
Astrachan (Lamm)
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Astrachan, ein Begriff aus der Pelzbranche, ist im deutschsprachigen Raum eine andere Bezeichnung fĂŒr den Persianer, das Fell des Karakulschafes (französisch und spanisch ebenfalls neben karakul auch astrakan bzw. astracano) und fĂŒr das Fell einer sogenannten Halbpersianer-Rasse. Daneben besteht noch der Begriff Astrachan-Kid fĂŒr Felle chinesischer Zickel.

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnete Astrachan zuletzt, jedoch selten gebraucht, hÀufig den Persianer.

Seidenlamm, Mantel und Jacke

Ostasiatische Lamm- und Schaffelle

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Die Anlieferungen erfolgen hauptsÀchlich aus dem östlichen und nordöstlichen Teil Chinas sowie der Mongolei.

Chekianglamm, Shantafoo-Lamm, Tsining-Moiré-Lamm, Peking-Moiré-Lammfell, Tientsin (Tianjin-)-Lamm (Silklamm), Shantung-Lamm, Kalgan-Lamm, Sinkiang-Lamm, Schwarzer Chinesischer Breitschwanz, Tibet-Lamm (die Felle des erwachsenen Chekiang-Lamms), Slink-Lammfell, Tseo-Ko (chinesisch) und Schaffell, Mongolin, Kalgan.

Tibetlammjacke

Tibetlamm, fachsprachlich auch kurz „Tibet“, chinesisch Tan-Pih (Pih = Fell), amerikanisch auch Tibetin (Tibetine), ist das Fell von sechs Wochen bis zu zwei Monate alten LĂ€mmern des jungen Shanghai-Mufflons. Es kommt – entgegen dem Handelsnamen – nicht aus Tibet, sondern aus Nordchina. FĂŒr das Fell charakteristisch ist seine korkenzieherartige Lockenstruktur. Die FelllĂ€nge betrĂ€gt etwa 80 bis 110 Zentimeter; das seidige Haar ist weiß bis gelblich.

Das Fell wird fĂŒr Decken und Bekleidungszwecke verwendet, insbesondere fĂŒr BesĂ€tze, kleinere Pelzteile und Accessoires. Tibet gilt als außerordentlich stark der Mode unterworfen.

Mufflon-Nackenrolle
EuropÀischer Mufflon
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Der EuropĂ€ische Mufflon, jĂ€gersprachlich Muffelwild oder kurz Muffel genannt, ist die westlichste und kleinste Unterart des Mufflons. Verbreitet war er ursprĂŒnglich nur auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien, ist inzwischen aber in zahlreichen Gegenden Europas eingefĂŒhrt worden.

Ziegenfell

Zickel und Ziege

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FĂŒr die Pelzverarbeitung werden vor allem die Felle junger Hausziegen verwendet, sie sind als Zickelfelle im Handel. Die Ziege wird hauptsĂ€chlich wegen des Ziegenfleischs gehalten, eine Nebennutzung sind das Fell oder Leder, die Ziegenmilch und das Haar (Angoraziege; Mohair). Die Felle von Wildziegen finden nur gelegentlich als Dekorationsfelle (JagdtrophĂ€en) Verwendung.

Gamsfell, Österreich

Das Gamsfell, auch GĂ€msfell, Gamsdecke oder GĂ€msenfell, der in Gebirgen Europas und Vorderasiens vorkommenden GĂ€mse hat als Fell keine wirtschaftliche Bedeutung. Aus dem langen Haar am RĂŒckgrat werden die sogenannten GamsbĂ€rte hergestellt.

Die Heimat der GÀmsen sind vom Westen her die PyrenÀen bis Kleinasien (Anatolien) und im Osten der Kaukasus.

Weißes Fohlen

Fohlen und Ross (Pferd)

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Die schweren dickledrigen Felle ausgewachsener Pferde, sogenannte RosshĂ€ute, wurden immer fast ausschließlich zu Leder verarbeitet. FĂŒr die Pelzverarbeitung werden vor allem die Felle junger Fohlen verwendet. Sie stammen ĂŒberwiegend aus halbwilden Herden der ehemaligen Sowjetunion und SĂŒdamerikas.

Derzeit werden Fohlenfelle kaum noch fĂŒr Pelzzwecke genutzt und nur noch in geringem Umfang gehandelt. Zum einen ist das auf einen Wandel innerhalb der Pelzmode zurĂŒckzufĂŒhren. Zum anderen ist vom mengenmĂ€ĂŸigen Anfall her auch kĂŒnftig nicht mit einer RĂŒckkehr der Mode zu Fohlenpelzen zu rechnen, da die Felle ein Nebenprodukt der in der Vergangenheit stĂ€ndig verringerten Fohlen-Fleischproduktion sind. Hinzu kommt eine seitdem verĂ€nderte gesellschaftliche Einstellung vom Pferd als landwirtschaftliches Nutztier hin zum Reittier fĂŒr GroßstĂ€dter (vergleiche Pferdefleisch, Katzenfell, Hundefell).

Alte, heute nicht mehr gebrÀuchliche und auch nicht mehr zulÀssige Handelsbezeichnungen sind Fohlon, Fohlette oder Gaulette.

Man findet mehr Fuchsfelle als EselshĂ€ute in einem KĂŒrschner-Laden (HollĂ€ndisches Sprichwort)

Die EnzyklopĂ€die von KrĂŒnitz von 1794 lĂ€sst zwar die mangelnde Nutzung des Eselfells erkennen, sie nennt aber doch eine unerwartete Verwendung im Rauchwarenhandel: „Die Wald-Esel-HĂ€ute nimmt man bloß zum Schilde und Zeichen der großen Rauch-KauflĂ€den (PelzhĂ€ndler-VerkaufsstĂ€nde) auf den Messen.“[59]

Im Jahr 1935 wurde in der Pelzfachpresse berichtet, dass seit einiger Zeit, zusammen mit Fohlenfellen, chinesische Eselfelle in den Handel kamen: „Sie sind kleiner als Fohlen, haben aber den Vorzug, dĂŒnn und leichtledrig zu sein, und weisen gute Musterungen auf. Nach der Manipulation finden sie Verwendung fĂŒr leichte JĂ€ckchen“.[60]

Eine wesentliche Verwendung fanden zu Gelatine verarbeitete EselshĂ€ute fĂŒr das vermeintliche Heilmittel Ejiao der traditionellen chinesischen Medizin. Bei einem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union einigten sich 55 Staaten Anfang 2024 auf ein Abkommen, das den Handel mit, auch der aus der Zucht stammenden, HĂ€uten der Wildesel verbietet und entsprechende Schlachtungen unterbinden soll.[61]

Zebrafell (Teilansicht)

UrsprĂŒnglich wurden Zebrafelle mit ihrer charakteristischen Streifenzeichnung ausschließlich fĂŒr Wanddekorationen, Vorleger, Sitzhocker und Ähnliches genutzt. Als es gelang, das Leder weich und leicht zuzurichten, arbeitete man in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts vereinzelt daraus auch SportmĂ€ntel, Jacken und anderes. 1988 war ĂŒber die Anzahl der anfallenden Felle nichts bekannt, die Zahl wurde eingeschĂ€tzt auf „kaum ĂŒber einige hundert hinausgehend und damit pelzwirtschaftlich ohne Bedeutung“.

Die Heimat des Zebras ist das sĂŒdliche Afrika. Drei Arten aus der Gattung der Pferde werden als Zebra bezeichnet: Grevyzebra, Bergzebra und das Steppenzebra. Die beiden Unterarten des Bergzebras sind nach dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen streng geschĂŒtzt. Das Hartmann-Bergzebra darf unter gewissen Voraussetzungen als JagdtrophĂ€e in die EuropĂ€ische Union eingefĂŒhrt werden.

Tasche aus Wildschweinfell

Die vom JĂ€ger Schwarte genannte, eher dĂŒnn behaarte Haut des Wildschweins wird zumindest in der Neuzeit nicht zu Pelzbekleidung verarbeitet. Im Winter ist das Fell dunkelgrau bis braun-schwarz mit langen borstigen Deckhaaren und kurzen feinen Wollhaaren. Frisch geborene Wildschweine haben ein hellgelbbraunes Fell, das in der Regel vier bis fĂŒnf gelbliche, von den SchulterblĂ€ttern bis zu den Hinterbeinen reichende LĂ€ngsstreifen aufweist. Auf der Schulterpartie sowie auf den Hinterbeinen sind die Tiere gefleckt.

Das dicke, feste Leder hat vermutlich auch in frĂŒherer Zeit eine weitergehende Bearbeitung verhindert. 1798 wird als Verwendung von wilden SchweinshĂ€uten das Beschlagen von Reisekoffern und dergleichen angegeben, sowie dass man sie „zur Erhaltung der Reinlichkeit im Hause vor den StubentĂŒren ausbreitet“.[62] Als JagdtrophĂ€en werden die Schwarten vereinzelt noch als Wandschmuck oder wie frĂŒher als Vorleger verwendet.

Moschustier, Moschushirsch

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Eine Art der Moschustiere lebt im Himalaya, die anderen in verschiedenen Gebirgen und HöhenzĂŒgen Koreas, Chinas, Sibiriens, Kasachstans und der Mongolei (z. B. im Altaigebirge). Das Tier wurde auch als Bisamtier bezeichnet, hat aber mit der Bisamratte aus Nordamerika und ihrem stark genutzten Bisamfell nichts zu tun.

Die Fellfarbe ist ĂŒberwiegend dunkelbraun, variiert aber auch innerhalb der Arten. Das Fell weist am Kinn, seitlich der Kehle und an der Innenseite der LĂ€ufe weiße Flecken auf. Das Fell der Jungtiere ist gefleckt. Die Ohren sind im VerhĂ€ltnis zur Körper- und KopfgrĂ¶ĂŸe lang. Die Kopf-Rumpf-LĂ€nge betrĂ€gt 70 bis 100 Zentimeter, der Schwanz ist zwischen 1,8 und sechs Zentimeter lang.[63] Die HinterlĂ€ufe sind bei allen Arten stark ausgebildet.

1852 wird eine gewisse Nutzung des Fells erwĂ€hnt. Dunkel gefĂ€rbt wurde es „zur Darstellung wohlfeiler Pelzwarenartikel“ verwendet. „Angriff, Rauchheit und Glanz lassen zu wĂŒnschen ĂŒbrig“.[64]

Giraffenfell als Bodenbelag auf einer Jagdmesse
Fellzeichnung der neun Unterarten (nach altem Schema)

Das Fell der Giraffe mit seiner markanten Zeichnung gehört nicht zu den zu Kleidung verarbeiteten Pelzarten. Der Verfasser des „Pelzlexikons“ schrieb 1949: „[
] derzeit noch keine Pelztiere, aber man versuche die Götter nicht“.[65] Gelegentlich ist es tatsĂ€chlich versucht worden, vor allem in den 1960er Jahren, in der Regel als Blickfang einer Modenschau. HĂ€ufiger wurde das Fell imitiert, vor allem durch geschorenes und anschließend bedrucktes Kalbfell.[66][67] Jedoch werden Giraffenfelle in geringem Umfang zu Dekorationszwecken oder fĂŒr SitzmöbelbezĂŒge verwendet.[68]

Allerdings galten die Felle bei vielen Völkern ihrer HeimatlĂ€nder als Statussymbole. Erst die VergnĂŒgungsjagd durch weiße Siedler und GroßwildjĂ€ger gefĂ€hrdete den Bestand der Tiere. Die Weltnaturschutzunion IUCN fĂŒhrt alle Giraffenarten seit Dezember 2016 in der Roten Liste als „gefĂ€hrdet“.(Stand Dezember 2017)

Moderne Systematiken unterscheiden in der Regel zwischen sechs und neun Unterarten der Giraffe. Einmalig sind die Flecken der Netzgiraffe, die dunkle Vielecke darstellen, zwischen denen sehr schmale weiße BĂ€nder verlaufen, so dass der Eindruck eines Netzes entsteht. Das Fell ist creme- bis ockerfarben, die Flecken sind durch dĂŒnne weiße Fugen voneinander abgegrenzt. Die Farbe der Flecken reicht von dunkelbraun bis schwarz. Die Bauchseite ist heller und unbefleckt. Mit zunehmendem Alter ist die Farbe der Fellzeichnung dunkler.

Schwielensohler

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Guanakodecke

Guanako oder Guanaquito

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Commons: Guanakofelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Decken und Bekleidung aus Guanakofellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Das zu den höckerlosen Kamelen zĂ€hlende Guanako lebt ausschließlich in den Anden SĂŒdamerikas bis zu einer Höhe von 4000 m (zu 95 % in Argentinien). Es werden fast nur die Felle der Jungtiere gehandelt, im Heimatland und gelegentlich noch im internationalen Rauchwarenhandel unter dem Namen Guanaquitos. Neben dem Fell wird auch das Fleisch genutzt, sowie von Tieren, die sich Lama- oder Alpakaherden zugesellen, die Wolle.

Von den beiden anderen Lamaarten Alpaka und Vikunja schrieb Emil Brass 1911, dass das Vicunjafell zu sehr hochwertigen Decken verarbeitet wird, aber nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig selten in den Rauchwarenhandel kommt. Vom Alpaka werde nur die Wolle verwertet.

Das Guanako steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens, das Fell darf nur mit der Exportgenehmigung des Ursprungslands gehandelt werden.

Alpakadecke

Das Alpaka (Vicugna pacos), auch Pako, ist eine aus den sĂŒdamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezĂŒchtet wurde. In Europa wird Alpakawolle bisher eher wenig genutzt. Es gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmĂ€ĂŸig gekrĂ€uselte Faser (Crimp) und einige Grannenhaare (Deckhaare), die möglichst fein sein sollten. Das Suri-Alpaka hingegen hat keine KrĂ€uselung (Crimp) in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade StrĂ€hnen, die am Tier herabhĂ€ngen.

Das Vikunja (Vicugna vicugna) ist die einzige Art der Gattung Vicugna und gehört zur Familie der Kamele. Es Àhnelt dem Guanako, ist aber kleiner und schlanker. Das Fell ist wesentlich feiner als das verwandter Arten und so dicht, dass es wie eine Isolierschicht gegen die KÀlte wirkt.

Die tanzenden und singenden Kessler-Zwillinge (* 20. August 1936), Alice und Ellen, meinten vor 1973: „Unser schönster Pelz ist gar kein KleidungsstĂŒck, sondern eine Decke – vier Quadratmeter groß und trotzdem nur 2000 Gramm schwer (in der zitierten Quelle steht 200 Gramm, entweder haben sich die Zwillinge oder die Autoren vertan). Sie ist aus Vikunjafellen, Verwandten der Lamas aus SĂŒdamerika.“[69]

Kanadische Biberfelle

Ehemals galt der Biber wegen seines Fells im Handel als der „König der Pelztiere“. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde das Biberfell in Nordamerika sogar als Zahlungsmittel benutzt, alle GĂŒter orientierten sich im Handel mit den Indianern am Wert eines Biberfells. Der Biber war dort das Hauptobjekt des Pelzhandels. Den hohen Wert machte viele Jahre lang nur das weiche Unterhaar des Bibers aus, aus dem die hohen breitrandigen, so genannten KastorhĂŒte gefertigt wurden, und weniger das Fell insgesamt. Abgesehen von der verschiedentlichen Nutzung durch die eingeborene Bevölkerung werden die Felle etwa seit 1830 fĂŒr Bekleidungszwecke verwendet, wo sie Eingang in die europĂ€ische Pelzwirtschaft fanden. Aus den DrĂŒsensĂ€cken des Tiers wird das Bibergeil gewonnen, noch um 1850 ein hĂ€ufiges und teuer bezahltes Arzneimittel, heute vor allem ein Bestandteil einiger ParfĂŒms.

Bilch, SiebenschlÀfer

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Das Fell des SiebenschlÀfers aus der Familie der Bilche wird nicht mehr genutzt.[18]

1762 hieß es: BilchmĂ€use bekömmt man von Hamburg und von den SeekĂŒsten her. Man fĂŒttert die Kleider [
] damit. Sie haben die Grösse und die Farbe mit den gemeinen Hausratten gemein. Weil die BĂ€lge aber ihren hĂ€slichen Geruch nicht verlieren, so sind sie merenteils aus der Nachfrage gekommen.[70]

Um 1840 kamen die Felle fast ausschließlich aus Krain im heutigen Slowenien.[14] Bereits um 1900 hieß es, dass „die Felle meist in den ProduktionslĂ€ndern verbraucht werden“ und nur „selten und dann in kleinen QuantitĂ€ten in den Handel“ kommen.[71] Zwölf Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt ein Fachbuch, dass die Felle in der KĂŒrschnerei keine allgemeine Anwendung finden, obwohl sie ein gutes Pelzwerk ergĂ€ben. Sie gingen viel nach Ungarn und in die TĂŒrkei und kamen als Tafeln zu 20 oder 30 StĂŒck zusammengenĂ€ht in den Handel.[72] 1922 weist eine Tageszeitung fĂŒr die Pelzbranche darauf hin, dass bei einem Einbruch bei einem Frankfurter HĂ€ndler 58 Pelze gestohlen wurden, darunter besonders auffallend ein SiebenschlĂ€fertuch mit breiter brauner Seidenfranse.[73]

Petschanik (Gelb- oder Fahlziesel)

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Der Gelb- oder Fahlziesel, auch Falbziesel, gelbes Ziesel, gelbe Zieselmaus oder Sandziesel genannt, ist der wichtigste Pelzlieferant dieser Nagetiergruppe. Diese, aus Zentralasien stammenden Felle, sind mit 25 bis 38 cm die grĂ¶ĂŸten ihrer Gattung. Das kurze Haar ist mittellang und fein; manchmal seidigweich. Das Oberhaar ist meist schwĂ€cher, dagegen die Unterwolle stĂ€rker ausgeprĂ€gt. In England und Deutschland werden die Felle im Handel als Petschaniki bezeichnet, gelegentlich auch als Peschaniki oder Pechaniki.

Suslik und Perlsuslik

Suslik (Ziesel)

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Die Felle der restlichen aus Asien stammenden Zieselarten sind als Susliki im Handel. Neben weiteren Arten sind dies:

Perlziesel, Langschwanzziesel-Felle haben die grĂ¶ĂŸte pelzwirtschaftliche Bedeutung nach den Gelbzieseln, Rotgelber Ziesel, Zwergziesel, Tienschan-Ziesel, Parry-Ziesel, Franklinziesel, Dreizehnstreifenziesel oder Leopardenziesel, Goldmantelziesel. Über einen Fellanfall des nach der Bundesartenschutz-Verordnung geschĂŒtzten europĂ€ischen Ziesels ist nichts bekannt.

Als Murmelfell wird das Fell der Murmeltiere bezeichnet. Murmeltiere sind ĂŒber Europa, Nordamerika und Asien verbreitet, sie unterscheiden sich in typischen Merkmalen je nach Lebensraum. Die in den Handel kommenden Felle stammen zum allergrĂ¶ĂŸten Teil vom Steppenmurmel. Außer dem Fell wurde vor allem in der Vergangenheit auch das Fett und das Fleisch genutzt.

Das Himalaya-Murmeltier sowie das Langschwanzmurmeltier sind nach dem Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen Anhang III und EG-Verordnung 1332/05 Anhang C geschĂŒtzt, Erstlistung seit dem 13. Oktober 1977.

Von links: Östlicher Chipmunk, Indisches Palmenhörnchen, Burunduk

Burunduk, Amerikanisches Streifenhörnchen, Dschungel-Palmenhörnchen

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Das asiatische Streifenhörnchen, der Burunduk, Plural Burunduki, gehört zu den kleinsten zu Pelzbekleidung verarbeiteten Tieren. Das Burundukfell ist mit etwa 8 bis 16 Zentimeter LĂ€nge Ă€hnlich groß wie ein Maulwurffell, hinzu kommt der Schweif mit 6 bis 14 Zentimeter. Die Fellmitte ist grau, mit 5 schwarzen LĂ€ngsstreifen, von denen der mittlere am lĂ€ngsten ist. Die ZwischenrĂ€ume zwischen den dunklen Streifen sind gelblich bis weißlich. Der schwĂ€cher behaarte Bauch und die Innenseiten der Beine sind grĂ€ulichweiß bis gelblichweiß. Die Oberseite des buschigen Schwanzes ist schwĂ€rzlich, die Unterseite des Schwanzes gelblich. Von der Nase unter den Augen entlang bis zu den Ohren und auch ĂŒber dem Auge befindet sich ein weißer Strich. Das kurze, dichte Haar ist sehr fein und liegt an der Haut an. Der vom RĂŒcken her beginnende Haarwechsel findet nur einmal jĂ€hrlich statt, von Juni bis September.

Ähnliche Felle haben das Amerikanische Streifenhörnchen und das Dschungel-Palmenhörnchen.

Atlashörnchen

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Ch. H. Schmitz schrieb 1843 ĂŒber die tĂŒrkische Maus oder das Livree-Eichhörnchen (sciurus getulus), dieses edle Pelzwerk kommt aus der Barbarei in nicht großer Menge (Barbarei = die Gebiete zw. Marokko und Libyen, bewohnt von Völkerschaften der Berber (Kabylen), Araber u. a.)[74][75] Das Atlashörnchen, Nordafrikanische Borstenhörnchen oder Berberhörnchen[76] (Atlantoxerus getulus) ist eine in Marokko und Algerien verbreitete Art der Borstenhörnchen. Es Ă€hnelt den Afrikanischen Borstenhörnchen, hat aber nicht ganz so borstiges Fell. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 20 Zentimeter, hinzu kommen 20 Zentimeter Schwanz. Das Fell ist gelbbraun; an jeder Flanke verlĂ€uft ein deutlich sichtbarer weißer Streifen. Schlecht sichtbar und meistens ganz fehlend ist ein weiterer heller Streifen, der den RĂŒcken entlang lĂ€uft. Sie Ă€hneln den Streifenhörnchen, gehören aber zu einer anderen Gattung.

Feh

Feh (asiatisches Eichhörnchen)

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Feh bezeichnet das graue Winterfell mit weißer Bauchseite der östlichen (sibirischen) Unterart des Eurasischen Eichhörnchens.

FĂŒr einen einfachen Fehmantel werden, je nach Modell und Mode, ca. 80 Fehfelle benötigt, meist werden jedoch das RĂŒckenfell und das Bauchfell getrennt verarbeitet. Kleidung aus Feh diente in frĂŒherer Zeit als Statussymbol, im Mittelalter war es zeitweilig nur dem Adel und hohen WĂŒrdentrĂ€gern gestattet, Feh zu tragen.

Grauhörnchen

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Die Heimat Grauhörnchens sind Teile der USA und in Kanada sĂŒdlich von Ottawa. In England (1889), Schottland, Irland und Italien wurde es eingebĂŒrgert.

Das Fell ist an der Oberseite grau, im Sommer gelbbraun getönt, die Bauchseite ist weiß. Der Schweif ist im Sommer weiß gerĂ€ndert. Es unterscheidet sich vom rötlichen Eichhörnchen unter anderem dadurch, dass die Ohren nicht die fĂŒr das Eichhörnchen typischen Pinselhaare aufweisen. In einigen Teilen seines Verbreitungsgebiets sind melanistische Formen ziemlich hĂ€ufig.

Das Fell gilt als weniger wertvoll als das des Eichhörnchens.[3.3] Wird fĂŒr nichtrussische Eichhörnchenfelle im Handel die Bezeichnung Feh verwendet, sollte die Herkunft mit angegeben werden, z. B. Amerikanisch Feh fĂŒr Felle des nordamerikanischen Grauhörnchens.

Gleit- oder Flughörnchen, Fellbezeichnung „Fliegender Hund“

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Die Felle der Gleithörnchen beziehungsweise Flughörnchen wurden als Fliegende Hunde oder Molenda gehandelt, was zu einiger Verwirrung im Rauchwarenhandel fĂŒhrte. Denn diese sind FledermĂ€use und tragen keinen Pelz, sie dĂŒrfen nicht gehandelt werden. Felle der australischen Gleitbeutler sind ebenfalls nicht im Handel.[18]

Die Behaarung aller Arten ist flattrig. Die Haare sind zwar recht lang, jedoch ist die Unterwolle schĂŒtter. 1844 hieß es: „Die Fellchen vom gestreiften und vom fliegenden Eichhorn sind zwar weich, aber bei weitem nicht so warm, wie die vom gemeinen; franz. le polatouche.“[77] Zumeist wurden nur die Felle der Bantori (Java) fellwirtschaftlich genutzt, doch fast nur als Besatz, da das Leder sehr dĂŒnn ist.

Die Neuweltlichen Gleithörnchen, der Assapan oder Nordamerikanisches Zwerggleithörnchen mit einer KörperlÀnge von 13 bis 15 cm und einer SchwanzlÀnge von 8 bis 11 cm und das Nördliche Gleithörnchen mit einer KörperlÀnge von etwa 15 cm und gleich langem Schwanz wurden pelzwirtschaftlich kaum genutzt.[18]

RauchwarenhĂ€ndler Emil Brass schrieb 1911 ĂŒber das im östlichen Sibirien bis zum Ochotskyschen Meere und auch auf Sachalin lebende, graugelbe Flugeichhorn: „Ich erinnere mich nicht, Felle dieser Art gesehen zu haben, dagegen hĂ€ufig die verwandten in China vorkommenden Arten [
] Die Chinesen verwenden es zu VerbrĂ€mungen. Es kommen jĂ€hrlich in Hankow, Shanghai und Tientsin kaum 1000 StĂŒck an den Markt, doch sollen in der letzten Zeit grĂ¶ĂŸere Mengen geliefert werden, die auch in den Welthandel gelangen.“ Zu der Zeit waren Garnierungen mit FellschwĂ€nzen große Mode, und so schrieb Brass weiter: „In der letzten Zeit sind grössere Mengen von Schweifen unter dem Namen ‚fliegende Hundeschweife‘ in den Handel gekommen und zu gedrehten Schweifen verarbeitet worden. Auf regelmĂ€ĂŸige Zufuhren ist aber nicht zu rechnen.“[37]

Die feinhaarigen, im Haar spielenden Felle wurden in viele Farben gefĂ€rbt, vom hellsten Braun bis zum dunkelsten Ton, auch schieferfarbig und blaugrau, hell und dunkel. Das zu BesĂ€tzen verarbeitete Fell mit seiner eleganten Wirkung war verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig teuer. Da das seidige Haar leicht verfilzte, ließ der Verkauf nach einigen Jahren nach, bis der Handel diesen Artikel schließlich ganz aufgab.[78]

FĂŒr das Jahr 1926 wird das Kaninfell als Imitation fĂŒr den Fliegenden Hund erwĂ€hnt. Das Fell des Fliegenden Hundes in durchschnittlicher QualitĂ€t kostete 22 Mark, die Kaninnachahmung 6 Mark.[79]

Javanisches Gleithörnchen

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Das Javanische Gleithörnchen erreicht eine GrĂ¶ĂŸe von 40 bis 45 cm mit einem gleich langen Schwanz. Die schiefergrauen, silbern ĂŒberzogenen Felle werden in grĂ¶ĂŸerem Maße in Java selbst wirtschaftlich genutzt, Doch sind sie wegen ihrer flattrigen Haare und des dĂŒnnen Leders sehr empfindlich, so dass sie meist nur als VerbrĂ€mungen verwendet werden.[18]

Der grĂ¶ĂŸte Vertreter seiner Art ist der in den Waldgebieten Indiens, Burmas und Ceylons lebende Taguan. Er wird 60 cm groß, der Schwanz ist ebenfalls so lang. Die Oberseite ist grauschwarz, Kopf und Halsseiten sind kastanienbraun, die Unterseite schmutziggrau.[18]

Gewöhnliches Gleithörnchen oder Ljutaga

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Das Vorkommen des Gewöhnlichen Gleithörnchens ist Nord- und Osteuropa, Sibirien und das nördliche Ostasien. Die KörperlĂ€nge betrĂ€gt 14 bis 20 cm, der Schwanz ist 9 bis 14 cm lang. Die Behaarung ist seidenweich, der RĂŒcken silbergrau.

Stummelschwanzhörnchen

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Die nordamerikanischen Chinook-Indianer nutzten das Fell der Stummelschwanzhörnchen um Kleidung daraus herzustellen. Eine ĂŒberregionale Nutzung des grĂ€ulichbraunen bis rotbraunen, kurzhaarigen, nicht sonderlich attraktiven Felles hat sicherlich nicht stattgefunden.[80]

Hamster

Hamsterfelle des EuropĂ€ischen Feldhamsters werden hauptsĂ€chlich zum AusfĂŒttern von textilen MĂ€nteln oder Jacken benutzt. Der Feldhamster zĂ€hlt zu den buntesten europĂ€ischen Pelztieren. Wildlebende Populationen sind mit Ausnahme des ungarischen Hamsters durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EuropĂ€ischen Union seit dem 31. MĂ€rz 1980 streng geschĂŒtzt, diese Felle dĂŒrfen nicht gehandelt werden. Zur Einfuhr aus Drittstaaten bedarf es einer Befreiung vom Besitz- und Vermarktungsverbot.

Alpenmurmel
Zucht-Chinchillas

Das Chinchillafell mit dem vermeintlich feinsten Haar aller Pelztiere gilt seit seiner ersten ĂŒberregionalen Nutzung neben dem Zobel als einer der wertvollsten Pelze im Rauchwarenhandel. Diese Feinheit des Haares macht das Fell auch vergleichsweise empfindlich und deshalb neben der Verwendung als Besatzmaterial vor allem fĂŒr Luxuspelze geeignet.

Diese außergewöhnlich große WertschĂ€tzung des Felles des nur in einem relativ kleinen Gebiet, den Anden, vorkommenden Mitglieds aus der zoologischen Familie der Meerschweinchenverwandten fĂŒhrte sehr schnell fast zu seinem Aussterben, so dass nach seiner absoluten Inschutzstellung seit langem nur noch die Felle gezĂŒchteter Tiere gehandelt werden.

Es werden die Felle der Langschwanz-Chinchillas und der Kurzschwanz-Chinchillas verarbeitet, beide gehören zur Gattung der Eigentlichen Chinchillas.

Die Rauchwarenbranche meint mit Chinchilla immer die Eigentlichen Chinchillas. Die Felle der zwei weiteren Chinchillagattungen Viscacha und Bergviscacha werden in einem eigenen Hauptartikel Viscachafell behandelt.

Spitznutria

Nutria oder Sumpfbiber

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Das Fell des Sumpfbibers, auch Biberratte bzw. Nutria wird in der Rauchwarenbranche immer als Nutria gehandelt. Die Urheimat des Sumpfbibers ist SĂŒdamerika, ĂŒber Freikommen aus Zuchten und durch bewusste Auswilderung zur Pelzgewinnung in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ist er heute auch in Deutschland und weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas heimisch. Im Spanischen bezeichnet „nutria“ das Fell des Fischotters.

In der Regel werden Nutriafelle gerupft oder/und geschoren verarbeitet (ohne das borstige Grannenhaar).

Christoph Wilhelm Gatterer berichtet 1794, dass das in Nordamerika hÀufige Stachelschwein den Kanadiern und den Nordamerikanern ein Pelzwerk liefert, nachdem sie die Stacheln herausgezogen haben.[81]

Viscacha

Die Trugratten sind eine in SĂŒdamerika lebende Nagetierfamilie aus der Unterordnung der Stachelschweinverwandten. Zeitweilig etwas grĂ¶ĂŸere Bedeutung in der Pelzbranche hatte das Viscacha.

Die Felle der in Bolivien, dem Westen Paraguays und in den nördlichen und mittleren Regionen Argentiniens lebenden Viscacha und der Bergviscacha werden im Handel und als Viscacha angeboten. In welchem Umfang sie heute noch gehandelt werden, ist unklar.

OtterspitzmÀuse

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Wohl um 1900 herum waren Felle der OtterspitzmĂ€use (Potamogale velox) als „Babyotter“ im Handel. Ihre Heimat ist in Westafrika, der Kongoraum und Angola. Die OtterspitzmĂ€use sind eine Unterfamilie der Tenreks. Als einzige Vertreter der Tenreks kommen sie nicht auf Madagaskar, sondern auf dem afrikanischen Festland vor. Die Gruppe umfasst drei Arten in zwei Gattungen, die Große Otterspitzmaus und die zwei Arten der Kleinen OtterspitzmĂ€use, die Zwerg- und die Ruwenzori-Otterspitzmaus.

OtterspitzmĂ€use haben, wie der Name andeutet, eine entfernte Ähnlichkeit mit Ottern. Ihr Körper ist stromlinienförmig, die Schnauze breit und abgeflacht. Der Körper wird von einem dichten Unterfell bedeckt, das von rauen Überhaaren ĂŒberlagert wird. Das Fell ist an der Oberseite dunkelbraun und an der Unterseite weißlich gefĂ€rbt. Der Schwanz ist abgeflacht. Die Beine sind kurz und haben, außer bei der Ruwenzori-Otterspitzmaus, keine SchwimmhĂ€ute. Große OtterspitzmĂ€use erreichen eine KopfrumpflĂ€nge von 29 bis 35 Zentimeter, der Schwanz wird 24 bis 29 Zentimeter lang. Kleine OtterspitzmĂ€use erreichen mit einer GesamtlĂ€nge von 22 bis 35 Zentimetern nur die HĂ€lfte der GrĂ¶ĂŸe.

Da das Vorkommen sehr begrenzt ist, war der Anfall gering. 1960 hieß es, dass dem Weltmarkt schon lange keine Felle mehr zugeleitet wurden.[82]

Meerschweinchen

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In einer stĂ€ndigen Rubrik „Vom Rohfellmarkt des PelztierzĂŒchters“ aus den 1930er Jahren wurde das Meerschweinchen mit aufgefĂŒhrt. In einer der Auflistungen hieß es zum Fellverkaufspreis des ZĂŒchters: „Nur bei grĂ¶ĂŸeren Mengen -,0œ bis allerhöchstens -,01 RM verkĂ€uflich, am vorteilhaftesten an Spielwarenfabrikanten, die hin und wieder etwas mehr bezahlen“.[83]

Eine Untersuchung des Handels mit Pelzrohfellen in der DDR erwÀhnte 1967 das Meerschweinchen als Pelzlieferanten.[84] Obwohl, neben Katzenfellen, als Aufkommen die Haustierhaltung angegeben wurde, darf wohl angenommen werden, dass die Felle bei Tierversuchen angefallen waren. Eine weitere ErwÀhnung der Verwertung von Meerschweinchenfellen scheint nicht bekannt.

Pampashase oder Mara

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Das dichte und glĂ€nzende, braungraue Fell des patagonischen Pampashasen aus der Familie der Meerschweinchen wurde „zu Satteldecken und Teppichen verwendet“, kam aber schon um 1900 „noch wenig in den Handel“.[71]

AgutifÀrbung bei einem Katzenhaar

Das Fell der im nördlichen SĂŒdamerika lebenden, zu dem Meerschweinchenverwandten gehörenden Agutis, auch Goldhase genannt, wird wegen ihres harten, beinahe borstigen Haares wirtschaftlich nicht genutzt. Im Fellhandel werden jedoch die Anordnung von verschiedenen Farbzonen am einzelnen Haar als Agutimuster bezeichnet. Die Wollhaare des Agutis weisen drei Zonen auf: eine breite blaugraue bis dunkelschiefergraue basale Zone, darĂŒber ein hellgrauer bis weißer Ring (Band), ĂŒber diesem eine schwarze Spitze. Entsprechend der Breite des Bandes und der LĂ€nge der Haarspitzen wird auf dem RĂŒcken ein dunkelgraues Muster gebildet.[85]

Hausmaus und FarbmÀuse

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Hausmaus- und Weißfußmaus-Felle im Naturkundemuseum

Das Fell der Hausmaus und der daraus hervorgegangenen Farbvarianten der FarbmĂ€use ist, trotz des zeitweise großen Anfalls in Tierversuchsanstalten, wohl nur selten genutzt worden. 1938 berichtet eine Zeitschrift der PelztierzĂŒchter von einer englischen MĂ€usezĂŒchterin, die als Anregung von einem Londoner KĂŒrschner ein Cape aus MĂ€usefellen arbeiten ließ, das in der Londoner Gesellschaft Beachtung fand und mit Gewinn verkauft wurde.[86]

Der französische Frisör und PerĂŒckenmacher Charlie Le Mindu hat im Jahr 2009 fĂŒr eine Sonderschau der London Fashion Week Felle gewöhnlicher Ratten und MĂ€use fĂŒr eine burkaĂ€hnliche Kopfbedeckung verwendet. Er erregte damit ebenfalls einiges Aufsehen.[87][88]

Auf einer Versteigerung der Tierhaarverwertung Mucrena in Leipzig im April 1922 (Inflationszeit) erbrachten „WĂŒhlmĂ€use- und Ratten“ je 2,30 Mark.[89]

Auf einer Leningrader Pelzauktion im Juni 1974 wurden 800 Felle als Tuschkantschik angeboten. Nach eingehenden Umfragen in der Branche dĂŒrfte es sich um das Fell einer Spezies aus der Familie SpringmĂ€use handeln.[90] In einer staatlichen Anordnung des Jahres 1932 ĂŒber die Standardisierung russischer Pelzfelle wurden Tuschkantschiki ebenfalls aufgefĂŒhrt. Über die zoologische Einordnung sagte die Standardisierungsanordnung fĂŒr zugerichtete naturelle Felle ebenfalls nichts aus.[91]

Die Tiere aus der Springmaus-Familie leben zahlreich in den WĂŒstengebieten Mittelasiens. Sie erreichen eine KörperlĂ€nge von 4 bis 15 Zentimeter, der meist fahnenartig ausgebildete Schweif ist 7 bis 25 Zentimeter lang. Die Gestalt ist kĂ€nguruartig mit langen Hinterbeinen. Das Leder ist papierdĂŒnn, so dass es in einem Pelzfachbuch als „fĂŒr Pelzzwecke kaum geeignet“ eingeschĂ€tzt wurde.[90]

(So genannte) Pelzratten

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(verschiedenen zoologischen Gruppen zugehörig)

Unter anderem wurden Rattenfelle zeitweilig aus Asien in sehr großen Mengen nach Europa verschifft. Sie waren etwas grĂ¶ĂŸer als ein großes Maulwurfsfell, „qualitativ nicht besonders, aber in der Farbe nicht schlecht“.[92]

1935 wurden Felle der Bambusratte unter der Bezeichnung „Bambo-Rat“ (an anderer Stelle, richtiger „Bambou-Rat“) am Leipziger Pelzmarkt als Pelzneuheit mit folgender Beschreibung vorgestellt: „Die Bamboratte hat langes, seidiges und weiches Haar und erreicht die GrĂ¶ĂŸe des amerikanischen Opossums. In der Haarstruktur gleicht sie dem Chinchillona, die Farbe ist hellblĂ€ulich und Ă€hnelt der Farbe der Bisamwamme“. Eine Leipziger Rauchwarengroßhandlung hatte zum Jahresanfang einige hundert StĂŒck dieser Fellart aus China importiert, in der Erwartung, dass sie ein gutes Besatzmaterial abgeben wĂŒrden. Es wurden grĂ¶ĂŸere QuantitĂ€ten erwartet.[93] 1952 beschrieb der RauchwarenhĂ€ndler Richard König ebenfalls das immer noch selten in den Handel kommende Fell: Es „hat die GrĂ¶ĂŸe eines großen nördlichen Bisams, ist auch so aufgemacht und hat eine rötlich-violette Farbe“.[94] 1931 wurde fĂŒr chinesische und mandschurische Rattenfelle, „die aber keine große Rolle im Pelzhandel spielen“, die Bezeichnung „Zabul“ genannt.[95] Das Rauchwarenhandbuch von 1988 nennt noch die, ebenfalls historischen, Namen „Zapul“ und „Zapok“.[96]

Chinchillaratten

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Mit dem Ausdruck Chinchillaratten bezeichnet die Pelzwirtschaft zusammenfassend die kleinen Felle mehrerer Arten der so genannten Pelzratten, die im Naturzustand chinchillaĂ€hnlich aussehen, ihr Wert ist aber ungleich geringer. Sie gehören fast alle zu den Gattungen der Kammratten und der SeidenmĂ€use. Am bekanntesten unter ihnen sind die patagonische Kammratte und die Kleine Seidenmaus.[97] Nicht fĂŒr alle als Pelz genutzten „Ratten“felle ist ĂŒber die zoologische Herkunft NĂ€heres bekannt.[18]

Patagonische Kammratte, der Tukotuko

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Die Patagonische Kammratte kommt in den sĂŒdlichen Teilen Argentiniens, den Provinzen Chubut und Rio Negro, und in Chile vor.[98][99] Das wichtigste KleidungsstĂŒck der Selk’nam war ein Fellmantel, der aus Guanakofell oder zusammengenĂ€hten Kammrattenfellen bestand und den man mit dem Fell nach außen trug.

Das Tier Ă€hnelt dem halbwĂŒchsigen Hamster; die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 15 bis 20 cm; die Ohren sind im Fell versteckt. Die Beine haben lange Krallen, sie sind kurz, die Vorderbeine etwas kĂŒrzer als die Hinterbeine. Das Fell ist meist dick; die Unterwolle ist kurz, dĂŒnn, hellblaugrau bis aschgrau, in der Regel heller als das Oberhaar; die Grannen brĂ€unlichgrau bis blaugrau oder fast schwarz mit verteilten einzelnen Leithaare mit schwarzen Spitzen. Die Seiten und die Wamme sind weißlichgrau bis weiß. Einige Arten können einen hellen Kragen aufweisen, bei einigen weiteren Arten gibt es helle oder dunkle Flecken hinten den Ohren oder an anderen Körperstellen. Auf der Bauchseite können helle Stellen im Bereich der Achseln oder in der Lendengegend vorhanden sein. Der 6 bis 11 cm lange Schweif ist mit kurzem, dichtem hellgrauen Haar bedeckt. Die FĂ€rbung Ă€hnelt der Chinchilla, jedoch mit fettigem Glanz. KörpergrĂ¶ĂŸen und FellfĂ€rbungen variieren teilweise auch innerhalb der Arten sehr stark. Das Fell hat, im Gegensatz zur Chinchilla, nur geringen Wert.[97][100]

Die Felle werden zu Tafeln zusammengesetzt gehandelt und wurden meist nerzfarbig oder chinchillaÀhnlich blau gefÀrbt, oder aber geblendet (vom Haar her nachgefÀrbt), zu DamenmÀnteln, -jacken, Capes und Schals verarbeitet.[97]

Im Pelzhandel spielten die Felle der Lemminge trotz des sprichwörtlichen, zeitweise massenhaften Vorkommens keine Rolle, das Pelzlexikon vermerkte 1950, „jedenfalls derzeit nicht“.[101]

Das Fell der eurasischen Wasserratten war einmal ein billiges Mantelmaterial, das schwarz und braun gefĂ€rbt verarbeitet wurde. 1960 hieß es, dass „der Artikel nicht mehr – jedenfalls nicht mehr regelmĂ€ĂŸig – auf der Exportliste zu sehen“ ist.[102]

Die Gelbe Wasserratte wurde 1988 erwĂ€hnt: „In Argentinien wurde vor einigen Jahrzehnten ein kleines kurzhaariges Fell unter obigem Namen gehandelt.“ SĂŒdamerikanische RauchwarenhĂ€ndler berichteten dazu, die Felle stammen von einer in grĂ¶ĂŸerer Zahl vorkommenden Nagetierart, die in ihrer Heimat als SchĂ€dling eingestuft wird. Verarbeitet wurden die Felle zu MĂ€nteln und UmhĂ€ngen. 1920 soll schon einmal eine Sendung nach Leipzig gekommen sein, letztmals waren sie in Argentinien etwa 1928/1929 am Markt.[18]

Die bekannteste und verbreitetste Art der Schwimmratten ist die Goldbauch-Schwimmratte, die frĂŒher fĂŒr Pelzzwecke genutzt wurde. Ein Mantel aus etwa 100 Fellen fand Aufnahme in der Sammlung des Museums of Applied Arts & Sciences. Die Geschichte des in den 1940er Jahren vom KĂŒrschner Sam Press in Sydney gearbeiteten, auf der Homepage des Museums abgebildeten Mantels, wird dort beschrieben.[103]

Hausratte, Wanderratte

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Die Hausratte kann wohl nicht zu den eigentlichen Pelzratten gerechnet werden. Im Kriegsjahr 1944 wurden in Ungarn erfolgreich Versuche gemacht, aus Rattenleder Schuhwerk herzustellen. In DĂ€nemark fĂ€rbte man zu der Zeit erfolgversprechend Rattenfelle bisamfarbig ein, um daraus MĂ€ntel herzustellen. Im Jahr 1944 brachte Kopenhagens Pelzzentrale 1000 Ratten zum Angebot, fĂŒr die bis zu 1,90 DĂ€nische Kronen bezahlt wurden, wĂ€hrend davor der Preis zwischen 60 Öre und 1,45 Kronen betrug.[104]

In einer Aufstellung ĂŒber New Yorker Handelspreise fĂŒr Pelzfelle im Januar 1922 sind „Schwarze Ratten“ aufgefĂŒhrt, „Winterware, mittel, 1,50 bis 2 Dollar“.[105]

1960 hieß es: In der Sowjetunion wird eine Landratte zu Pelzzwecken genĂŒtzt, die Scheunenratte, „die aber mehr im Inland verbraucht wird und fĂŒr den Export von geringer Bedeutung ist“.[102]

Auch von der Verwendung von Fellen der Wanderratte scheint nichts bekannt, obwohl der Zoologe Alexander Sokolowsky schrieb, die Felle wĂ€ren schöner als die der Hausratte. Sokolowski war unter anderem im Zoo als TiergĂ€rtner tĂ€tig, wo er „die Ratten kennen und hassen“ gelernt hat. Er ließ einige Haus- und Wanderrattenfelle gerben und stellte fest: „Wenn ich die in meinem Besitz befindlichen Felle der Wanderratte aneinander lege, so entsteht ein prĂ€chtig gefĂ€rbter Pelz daraus und ich bin sicher, wenn dieser Pelz unter geschickter KĂŒrschnerhand bearbeitet wĂŒrde, so wĂŒrden zahlreiche Menschen nicht ahnen können, von welchem Pelztier derselbe stammt. Hinzu kommt noch, dass die Haare von seidenweicher Beschaffenheit sind und sehr dicht stehen“. Das Fell der Wanderratte ist entschieden farbiger als das der Hausratte. Das Körperhaar ist brĂ€unlichgrau, die Unterseite dagegen scharf abgesetzt, grauweiß gefĂ€rbt. Die Mittellinie des RĂŒckens ist fast immer dunkler als die gelblichgrauen Fellseiten. Der Haargrund ist braungrau, unten blassgrau. Das Fell der Hausratte ist im Gegensatz hierzu oberseits dunkelbraun-schwarz, unterseits etwas heller grauschwarz gefĂ€rbt.[106]

Deutscher Feldhase

EuropÀischer Feldhase, Schneeschuh-Hase (Polarhase), Schneehase

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Felle aus der Familie der Pfeifhasen werden nicht fĂŒr Pelzzwecke genutzt. Das farblich recht ansprechende Fell des sĂŒdamerikanischen Pampashasen (Mara) hat eine sehr geringe Haltbarkeit, es wird fast nur von den Einwohnern zu Decken verarbeitet.

Im Rauchwarenhandel waren Hasenfelle bzw. HasenbÀlge schon immer weniger gefragt als die Àhnlichen Felle der verwandten Gattung der Kaninchen, speziell der Hauskaninchen. Sicherlich spielt dabei die geringe Haltbarkeit eine wesentliche Rolle, das Hasenfell neigt vergleichbar stark zum Haaren wie das des Wildkaninchens.

Neben der Verwertung des Fells war die Nutzung der Haare (Scherware) bedeutender. Aus Hasen- oder Kaninhaaren wurden u. a. feine Hutfilze und Garne hergestellt. Zusammen mit Baumwolle oder Seide versponnen ergaben sie FĂ€den hauptsĂ€chlich fĂŒr Samtgewebe und fĂŒr die Strumpfwirker. Aus den dabei abfallenden HĂ€uten wurde Leim gekocht.

Kanin

Kanin (Hauskaninchen, Wildkaninchen)

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Kaninchen gehören nicht zu einer systematischen zoologischen Gruppe (Taxon), denn es werden neben dem Wild- und Hauskaninchen noch einige andere nicht nahe verwandte Arten innerhalb der Familie der Hasen als Kaninchen bezeichnet.

Der in der Pelzbranche noch gebrĂ€uchliche, mittelniederdeutsche Name Kanin ist die ursprĂŒngliche Bezeichnung fĂŒr das Kaninchen. Er stammt vom altfranzösischen conin aus dem lateinischen Wort cuniculus und ist letztlich vermutlich iberischen Ursprungs.[107]

Kaninfelle gehören als preiswerter Pelz zusammen mit den Schaffellen zu den meist verarbeiteten Rohstoffen der KĂŒrschnerei.

Fast alle Felle von australischen Beuteltieren werden unter Namen gehandelt, die in nichts an die Namen ihrer einstigen TrĂ€ger erinnern. Das Fell des Ringelschwanzbeutlers ist als Ringtail oder Ringtail-Opossum, das des TĂŒpfelbeutelmarders als Native Cat im Fellhandel. Beide siehe nachfolgend unter „Opossum“, australisch, tasmanisch und neuseelĂ€ndisch. Die Felle der kleinen KĂ€nguruarten und die der eigentlichen Wallabys kommen ausschließlich als Wallaby in den Handel.[18]

Buschwallaby-Fell, zoologisch Bennett-KĂ€nguru

Wallaby, KĂ€nguru

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Als Wallabyfelle sind die Felle aller KĂ€nguruarten im Handel, die Felle der eigentlichen Wallabys und Jungtierfelle der meist grĂ¶ĂŸeren KĂ€ngurus.

Zu den Wallabys gehören mehrere Arten aus der Familie der KÀngurus. Der Begriff ist allerdings nicht eindeutig. Im engeren Sinn zÀhlen nur acht kleinere Arten der Gattung Macropus dazu, die in der Untergattung Notamacropus zusammengefasst werden. In einem weiteren Sinn (wie auch im Englischen) werden alle kleineren Gattungen der KÀngurus (wie HasenkÀngurus, NagelkÀngurus, BuschkÀngurus, Filander und FelskÀngurus) dazugerechnet.

KĂ€ngurus sind in zahlreichen Arten ĂŒber Australien, Tasmanien, Neuguinea, Aru- und Kai-Inseln und Teile des Bismarck-Archipels verbreitet. In Neuseeland wurden sie etwa 1947 eingebĂŒrgert.

Die Felle aller Wallabys sind meist rötlich braun, auch blĂ€ulich mit hellen Spitzen. Das Haar ist lang, etwa wie bei WaschbĂ€ren, doch etwas flattrig, die Unterseite ist grauweiß.

Von Zeit zu Zeit wurden in den einzelnen Staaten Schutz- und Schongesetze fĂŒr Wallabys erlassen beziehungsweise aufgehoben, so dass die Anlieferungen wechselnd waren. Einige KĂ€nguruarten sind in das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Anhang I bzw. II) aufgenommen worden. Die Felle der GroßkĂ€ngurus wurden ausschließlich der Lederverarbeitung zugefĂŒhrt, fĂŒr die sie aber heute auch keine Rolle mehr spielen, teilweise unterliegen sie Exportverboten

Amerikanisch Opossum

Opossum, amerikanisch

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In der Rauchwaren- beziehungsweise Pelzbranche werden weitere Fellarten aus der Familie der Beuteltiere als Opossum gehandelt: das Fell des australischen Fuchskusus beziehungsweise Possums, je nach Herkunft und Farbe als Australisches, Tasmanisches und NeuseelĂ€ndisches Opossum (Possum). Umgekehrt wird im allgemeinen Sprachgebrauch in seiner Heimat das Amerikanische Opossum auch als Possum bezeichnet. Das Amerikanische Opossumfell war in Zeiten der Langhaarpelzmode das fĂŒr Pelzzwecke meist genutzte Beuteltier und ein Hauptartikel der Pelzbranche, es ist in großer Anzahl vorhanden und lĂ€sst sich gut in Nachahmungen wertvollerer Fellarten veredeln.

Vom Amerikanischen Opossum kommen zwei Pelzarten infrage:

  • das nordamerikanische Opossum (USA, vom SĂŒden Kanadas bis zu den Staaten des Ostens und der Mitte; Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesetzt in Kalifornien, Oregon und Washington; dann verbreitet bis zur PazifikkĂŒste Kaliforniens bis zum Gebirgsrand und der kanadischen Grenze im Norden). Außerdem bewohnt es Mittelamerika bis Costa Rica.
  • das sĂŒdamerikanische Opossum lebt von Mexiko bis zum Rio Negro in Argentinien.

Weitere Namen des Nordopossums waren „Virginisches Opossum“ und „Russian marten“, des SĂŒdopossums „Paraguayisches Opossum“ und „Casaca“.

Possum (zoologisch Fuchskusu), Handelsbezeichnungen auch Australisch, Tasmanisch und NeuseelÀndisch Opossum

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Das fĂŒr die Pelzwirtschaft wichtigste und wertvollste Beuteltier Australiens und Neuseelands ist ein Baumtier, der etwa mardergroße Fuchskusu, auch Possum genannt. Das Fell des Possums wird zu Bekleidung und Pelzdecken verarbeitet, außerdem wird das Haar seit Anfang dieses Jahrtausends kommerziell zu Wolle versponnen.

Das gelbgraue Possumfell war als Australisch Opossum im Handel, die braune Sorte als Tasmanisch Opossum. Dem jetzigen Hauptaufkommen und der heutigen zoologischen Benennung entsprechend wird es nur noch nach dem Ursprungsland (unabhĂ€ngig von der FĂ€rbung) als NeuseelĂ€ndisches Opossum, besser noch NeuseelĂ€ndisch Possum, bezeichnet, da fĂŒr das Tier inzwischen der englische Name Possum anstelle Opossum gebrĂ€uchlich ist. Damit kann es sprachlich nicht mehr mit dem erheblich anders aussehenden Opossum Amerikas verwechselt werden.

Das als Ringtail oder Ringtail-Opossum bezeichnete Fell (die grĂ¶ĂŸten wurden anfangs als „rock-Opossums“ gehandelt) des Ringelschwanz-Kletterbeutlers war nur wenig im Handel, das Tier ist inzwischen geschĂŒtzt.

Die Kuskus (Phalanger), auf einigen der großen Sunda-Inseln lebend, haben eine KörperlĂ€nge von 27 bis 65 cm, hinzu kommt der Schwanz mit 24 bis 60 cm. Das sehr dichte, wollige Fell ist auffallend bunt. Die zahllosen Farbabweichungen sind weiß, gelb, rotbraun, teils schwarz in den verschiedensten Mustern gefleckt. Das Fleisch wird von den Papua gegessen, das Fell von ihnen zu MĂŒtzen und UmhĂ€ngen verarbeitet; es ist, im Gegensatz zum Possumfell (zoologisch Fuchskusu), Australisch, Tasmanisch und NeuseelĂ€ndisch, der mit ihm hĂ€ufig verwechselt wird, jedoch nicht im Handel.[18]

Ringtail, Ringtail-Opossum, zoologisch: Ringelschwanzbeutler

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Der den Opossums nahestehende Ringelschwanzbeutler darf nicht mit dem Ringtail-Katzenfrett, im Fellhandel Bassarisk, verwechselt werden.

Der Greifschwanz ist nicht behaart, die verschiedenen, in Australien lebenden Arten sind geschĂŒtzt. Das Fell ist 19 bis 45 cm lang. Die Behaarung ist kurz, fein und dicht. Die FĂ€rbung ist hellgrau, dunkelgrau oder schwarzbraun, oft haben sie einen dunklen Aalstrich, selten drei dunkle LĂ€ngsstreifen. Die Wamme ist weißgraugelblich. Die besten QualitĂ€ten sind intensiv blau. Hellblaue Felle wurden als „Sydneys“ gehandelt. Die Fellanlieferungen waren unbedeutend, meist wurden sie in die Opossumpartien einsortiert.[18]

Native Cat, zoologisch: Beutelmarder

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Preußengeneral Ziethen mit Native Cat verbrĂ€mter Pelisse (um 1870)

Das weiche und dichte, ehemals als Native Cat gehandelte Fell des in Tasmanien und ehemals in SĂŒdaustralien lebenden TĂŒpfelbeutelmarders ist 40 bis 65 cm lang, der buschig behaarte Schwanz 20 bis 30 cm. Bei einer der beiden vorkommenden Farbvarianten ist der FellrĂŒcken gelbbraun bis hellolivgrau, bei der zweiten dunkelschwarzbraun. Auf dem RĂŒcken und daran angrenzend befinden sich Ă€hnlich dem Lyraskunk bei beiden Varianten zahlreiche kleinere und grĂ¶ĂŸere rundliche weiße Flecken, jedoch Tupfen anstatt Streifen. Die Ă€ußeren Fellseiten, die Beine und die Schwanzspitze sind weißgrau. Die Grannen sind braun mit schwĂ€rzlichen Spitzen. Die dicht stehenden Haare sind etwa 18 mm lang.[3]

Haltbarkeitskoeffizient: 30 bis 40 %[3][Anmerkung 1]

Aus den Fellen wurden hauptsĂ€chlich Innenfutter gearbeitet, die unter der Bezeichnung „Chickerickfutter“ verkauft wurden. Heute ist der TĂŒpfelbeutelmarder geschĂŒtzt.

Vom ebenfalls als Native Cat bezeichneten Fell des Langschwanzigen Beutelmarders meint das Pelz-Lexikon von 1949, kĂ€men damals jĂ€hrlich 20.000 StĂŒck in den Handel, ihr Wert war gering.[108]

Riesenbeutelmarder oder Fleckschwanzbeutelmarder

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Fleckschwanzbeutelmarder leben mit zwei Unterarten im Osten und SĂŒdosten Australiens (Queensland, Ost-NeusĂŒdwales, Victoria) und auf Tasmanien. Die KopfrumpflĂ€nge des betrĂ€gt 35 bis 75 Zentimeter, die SchwanzlĂ€nge 25 bis 35 Zentimeter, mĂ€nnliche Tiere sind kleiner als weibliche.

Die Felloberseite ist gelbbraun bis schwarzbraun mit zahlreichen Flecken, die sich auch auf den Schwanz mit verteilen. Die Unterseite und die Spitze des buschig behaarten Schwanzes sind weißlich. Als grĂ¶ĂŸte ihrer Gattung unterscheidet sich außerdem von anderen Arten der Gattung durch den geflecktem Schwanz. Einzelheiten ĂŒber den Haarwechsel sind wohl nicht bekannt.

Die FellqualitĂ€t ist im Vergleich zum TĂŒpfelbeutelmarder weniger fein und weich.

Durch starke Nachstellungen durch den Menschen ist der frĂŒher einmal hĂ€ufige Fleckschwanzbeutelmarder selten geworden.[3.4]

Das dichtwollige Fell des Koalas ist weich und dauerhaft, der Haltbarkeitskoeffizient betrĂ€gt 30 bis 40 %.[3][Anmerkung 1] Die Oberseite ist hell bis dunkelgrau, auf der Kruppe befindet sich manchmal ein heller Fleck, die Fellseiten sind weißlich. Die zahlreichen Leit- und Grannenhaare sind hellspitzig.

FrĂŒher war der Koala so hĂ€ufig, dass er in großer Zahl fĂŒr Pelzzwecke gejagt wurde. 1924 exportierte Ostaustralien ĂŒber 2 Millionen Felle.

Der Koala ist heute völlig geschĂŒtzt.

Auch die Felle der Wombats spielten einmal eine bedeutende Rolle im Rauchwarenhandel. WĂ€hrend das Fell des Nacktnasenwombats von geringer QualitĂ€t ist und fĂŒr Pelzzwecke daher schlecht geeignet, ist das filzig wirkende Fell des Haarnasenwombats fĂŒr BesĂ€tze und Jackenfutter verwendet worden.[3] Der Haltbarkeitskoeffizient betrĂ€gt 30 bis 40 %.[3][Anmerkung 1]

Das Haar ist lang und weich, die Unterwolle dicht. Die Farben variieren je nach Unterart zwischen grau und braun, wobei die Unterseiten der Gliedmaßen, Kehle und Brust fast weiß sein können. Der Schwanz ist unbehaart.

Noch 1906 wurden mehr als 250.000 Felle jĂ€hrlich exportiert.[37] Auf den Londoner FrĂŒhjahrsauktionen des Jahres 1922 wurden von den 2739 angebotenen, als „Beutel-Murmeltier“ bezeichneten Wombatfellen, 1593 StĂŒck „zu guten Preisen“ verkauft.[109][110]

Heute zÀhlt das Haarnasenwombat zu den bedrohten Tierarten.

Großer Kaninchennasenbeutler, Ohrenbeutler, Kaninchenbandicoot

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Die FelllĂ€nge des Großen Kaninchennasenbeutlers betrĂ€gt 20 bis 44 Zentimeter, der Schwanz ist 12 bis 22 Zentimeter lang. Die kĂ€nguruartigen Hinterbeine sind lang. Das Haar ist lang, seidig und weich, die Unterwolle schwach. Die FĂ€rbung ist hellsilbergrau, blaugrau-brĂ€unlich, die Unterseite ist weiß. Die vordere HĂ€lfte des Schwanzes ist schwarz und die hintere HĂ€lfte, mit einer weißen Quaste am Ende, ist weiß gefĂ€rbt. Die Ohren sind besonders lang, Ă€hnlich dem Kaninchen, im VerhĂ€ltnis zur KörpergrĂ¶ĂŸe jedoch noch lĂ€nger.

Laut Brass wurden um 1900 jÀhrlich 30.000 bis 40.000 Felle nach Europa geliefert, 20 Jahre zuvor war das Fell im Handel noch nicht bekannt. Der Wert betrug 50 Pfennig bis 1 Mark das Fell. 1925 war die Handelsmenge sowie der Wert höher.[111] Der Pinselschwanz diente den australischen Ureinwohnern als Schmuck.

Laternenratte oder Lampenratte, Yapok

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Commons: Yapokfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die unter den Namen Yapok, Laternen- oder Lampenratte im Handel befindlichen Felle werden trotz der hĂŒbschen Zeichnung nur wenig angeboten, sie stammen von einem sĂŒdamerikanischen Schwimmbeutler.

Das Fell ist etwa 40 bis 45 cm lang. Das Haar ist sehr weich, die Behaarung dicht-wollig, kurz; hellbrĂ€unlich, weiß durchsetzt. Kennzeichnend sind die vier dunkelbraunen runden RĂŒckenflecken, die am Hals und am Rumpf mehr oval sind und das Braun bis in die Pfoten fortsetzen, im Grotzen sind sie durch eine schmale braune Linie miteinander verbunden.[18]

Vieraugenbeutelratte

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1883 wurde Didelphis philander, die sĂŒdamerikanische Vieraugenbeutelratte, als Lieferant der Farasfelle genannt. Das weichhaarige Fell wurde mit 50 bis 60 Pfennig bewertet.

Das Fell wurde als 21 Zentimeter lang oder etwas darĂŒber beschrieben; auf dem Hals, auf dem RĂŒcken und auf der oberen Seite des Schwanzes rötlichbraun, um jedes Auge eine brĂ€unliche Einfassung, mitten auf der Nase und der Stirn einen gelbbraunen Streif, die Oberlippe, die Backen, die Brust, die Kehle und der Bauch weiß. Der Wickelschwanz ist lĂ€nger als der Leib, grĂ¶ĂŸtenteils schuppig und an der Wurzel behaart.[112]

Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Wolf, Beuteltiger oder Tasmanischer Tiger genannt, war das grĂ¶ĂŸte fleischfressende Beuteltier, das in geschichtlicher Zeit auf dem gesamten australischen Kontinent lebte. Das letzte bekannte Exemplar starb 1936 in einem Zoo. Im Jahr 1998 kam in australischen Sydney ein Fell zur Versteigerung, fĂŒr das man, umgerechnet, 30.000 Schweizer Franken erzielen wollte.[113]

Beutelwölfe erreichten eine KopfrumpflĂ€nge von 85 bis 130 Zentimetern und eine SchwanzlĂ€nge von 38 bis 65 Zentimetern. Ihr Fell war kurz und rau, grau oder gelbgrau gefĂ€rbt. Charakteristisch waren die 13 bis 19 zebraartigen schwarzbraunen Querstreifen am hinteren Teil des Körpers und an der Schwanzwurzel, denen sie auch ihren Namen „Beuteltiger“ verdanken. Das Vorderteil war ganz frei von Streifen. Im Gesicht hatte der Beutelwolf weiße Zeichnungen um die Augen und Ohren. Im Körperbau wies er verblĂŒffende Ähnlichkeiten mit einigen Raubtieren aus der Familie der Hunde (Canidae) auf. Die Gliedmaßen waren eher kurz, die Beine endeten jeweils in fĂŒnf Zehen.

Auf eine frĂŒhere Nutzung der Tiere durch die Ureinwohner deutet eine Zeichnung an der Felsformation Ubirr am Rande der Nadab floodplain im Arnhemland im Norden Australiens hin. 1830 setzte die Regierung ein Kopfgeld von einem Pfund auf jeden erlegten Beutelwolf aus, da sie, wohl zu Unrecht, den Ruf von blutrĂŒnstigen SchafjĂ€gern bekommen hatten. In den 1860er-Jahren war die Art auf die unzugĂ€nglicheren Bergregionen im SĂŒdwesten der Insel beschrĂ€nkt, die Jagd mit Fallen und Hunden ging jedoch unvermindert weiter. Um das Jahr 1910 galt die Art dann als selten. Die Felle gelangten nicht in den Handel.[114]

Sonstige Pelztiere

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Nachfolgend noch einige Pelztiere mit geringer Bedeutung fĂŒr den Rauchwarenhandel.

Affen und Halbaffen

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Unter dem Begriff Affenfelle wurden im Fellhandel die fĂŒr die Pelzverarbeitung geeigneten, dichter behaarten HĂ€ute der Affen sowie auch der Halbaffen zusammengefasst. Sie hatten dort allerdings keine grĂ¶ĂŸere Bedeutung, bis auf zeitweilig das Fell des Guerezas und in deutlich kleinerem Umfang die Felle einzelner Meerkatzenarten. Die langhaarige GuerezamĂ€hne diente in den afrikanischen UrsprungslĂ€ndern bei FestivitĂ€ten der Einheimischen als Kopf-, Körper- und Beinschmuck. In der westlichen Mode wurde sie vor allem fĂŒr auffĂ€llige VerbrĂ€mungen und Besatz auf Jacken und MĂ€nteln anderer Pelzarten sowie auf Textilkleidung verwendet.

Guereza

Guereza oder Scheitelaffe

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Abessinische Guereza
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auch Mantelaffe, Bischofsaffe, Königsaffe, Seidenaffe, Schweifaffe, Monkey fur sowie weitere Tiernamen und Fellbezeichnungen.

Die Heimat der Guereza beziehungsweise Seidenaffen ist Zentralafrika. Eine ihrer schönsten Arten ist der nördliche oder abessinische Guereza mit feinem weichen, tiefschwarzem Haar. Das RĂŒckenhaar erreicht eine LĂ€nge von 10 Zentimeter. Vom Hals an befindet sich beiderseits der Flanken je eine MĂ€hne von etwa 20 Zentimeter langen weißen Haaren, die etwa in HĂŒfthöhe zusammenlaufen. Ebenfalls weiß sind eine Stirnbinde, Wangen und Kehle sowie eine Franse langer Haare am Ende des sonst kurzhaarigen Schwanzes.

Weißschwanzguereza
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Fast noch eindrucksvoller ist das Fell des Weißschwanz-Guerezas. Seine weiße MĂ€hne ist noch stĂ€rker ausgeprĂ€gt und der Schwanz erinnert an einen Pferdeschweif. Die Tiere erreichen eine KopfrumpflĂ€nge von 50 bis 80 Zentimeter, der Schweif kann bis zu 70 Zentimeter lang sein. Das schwarze, seidigglĂ€nzende Haarkleid, das sich von der Fellmitte her nach beiden Seiten scheitelt, misst etwa 5 bis 10 Zentimeter.

Die kleineren Schwarz-weißen Stummelaffen werden nur 30 bis 50 Zentimeter groß. Sie leben in den Waldgebieten der afrikanischen WestkĂŒste. Das schwarze Haar ist seidig glĂ€nzend, etwa 7 bis 15 Zentimeter lang und scheitelt sich lĂ€ngs der RĂŒckenlinie, der Handelsname der Felle war deshalb meist Scheitelaffe, im Gegensatz zu den Guerezas, die unter diesem Namen oder als Seidenaffen gehandelt wurden. Das Unterhaar ist nur wenig entwickelt. Die Wamme und die Innenseite der ExtremitĂ€ten sind grauweiß, Wangen und Brustfleck sind teils weiß, teils grauweiß. Der Schweif ist etwa 50 Zentimeter lang und dĂŒnn behaart.

Dscheladas bewohnen ausschließlich das Hochland von Äthiopien. Die KopfrumpflĂ€nge betrĂ€gt 50 bis 75 Zentimetern, der Schwanz ist ebenso lang wie der Körper und endet in einer Quaste. MĂ€nnchen sind um einiges grĂ¶ĂŸer als Weibchen, bei ihnen endet der Schwanz in einer eindrucksvollen Quaste. Dscheladas haben ein braunes Fell, das an der Unterseite heller gefĂ€rbt ist.

Die unter dem Begriff Lemuren zusammengefassten Halbaffen kommen nur auf Madagaskar vor. Sie unterscheiden sich wesentlich in der GrĂ¶ĂŸe (ratten- bis katzengroß), im Körperbau, in der Behaarung, der FĂ€rbung und der SchweiflĂ€nge. Sie sind meist dicht und rauch behaart, manchmal sehr seidig. Sie teilen sich auf in Makis (Katzenmakis, Zwerg-Mausmakis; Halbmakis, Braune Makis, Weißkopfmakis und andere), Indriartige und Fingertiere. Es kamen nur wenige Felle in den Handel. Zum einen waren einige Arten bereits stark reduziert, zum anderen waren sie als Nachttiere schwer zu erbeuten. Auch werden sie von den Einwohnern verehrt und wurden deshalb kaum bejagt.[18]

Diana-Meerkatze

Aus der Familie der Meerkatzenartigen wurden zeitweise grĂ¶ĂŸere Mengen angeliefert. Sie sind vor allem im westlichen Afrika beheimatet, aber auch in den Waldgebieten Ostafrikas. Die Behaarung ist oft seidig und nicht sehr dicht, sie unterscheidet sich in Bezug auf Farbe und Zeichnung sehr stark zwischen den Arten. Die meist schwarz-weiß geringelten Haare mit heller Spitze erzeugen einen perlgrauen Eindruck, so dass die Felle oft als „Perlaffe“ bezeichnet wurden. Es waren dies vor allem die Felle der Diana-Meerkatze.

Satansaffen und BrĂŒllaffen
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FĂŒr SĂŒdamerika sind in Zusammenhang mit der Geschichte des Fellhandels die Satansaffen und die roten BrĂŒllaffen erwĂ€hnenswert, von denen aber auch nur selten Felle angeliefert wurden.[18]

FĂŒr die Satansaffen aus dem nordöstlichen Brasilien sind der lange Bart und der Haarschopf charakteristisch. Das Fell ist kurz und sehr dunkel, es ist ĂŒberwiegend schwarz, nur an den Schultern und am RĂŒcken kann es dunkelbraun sein. Der Schwanz ist lang und sehr buschig.

Die BrĂŒllaffen aus Mittel- und SĂŒdamerika gehören nach den Spinnenaffen zu den grĂ¶ĂŸten Neuweltaffen. Die roten BrĂŒllaffen leben im nordwestlichen SĂŒdamerika. Die FellfĂ€rbung variiert von rot bis orangefarben, die Geschlechter sind gleich gefĂ€rbt, die MĂ€nnchen sind etwas grĂ¶ĂŸer. Die KopfrumpflĂ€nge variiert zwischen 46 und 57 Zentimeter, der Schwanz wird rund 65 Zentimeter lang. Das Gesicht ist bis auf einen Bart unbehaart.

1910 gibt ein Pelzfachbuch an, dass Felle von zwei Arten aus der Familie der Zahnarmen hin und wieder im Handel wÀren, das der Faultiere und der Ameisenfresser.[115]

Faultier-Haar

Faultiere erreichen eine GesamtlĂ€nge von 42 bis 80 cm. Der Kopf ist sehr kurz, das Gesicht eher rund. Die Ohren sind klein und im Fell verborgen, der Schwanz stummelartig. Die Gliedmaßen sind sehr lang, die vorderen lĂ€nger als die hinteren, was besonders deutlich bei den Dreifinger-Faultieren ausgeprĂ€gt ist. Die Gattungen unterscheiden sich durch die Anzahl der sichtbaren Finger. An den Hinterbeinen haben beide Gruppen jeweils drei Zehen. Die Finger und Zehen tragen große, sichelförmig gebogene Klauen und sind etwa gleich lang.[116][117]

Die Haare haben ein federĂ€hnliches, von allen anderen Arten verschiedenes Aussehen. Die Grannen sind etwa 8 Zentimeter lang, gelblich und „sehen aus wie trockenes Gras“. Nur die Spitzen haben eine brĂ€unliche FĂ€rbung.[115] Im Fell der Dreifinger-Faultiere können zwei Schichten deutlich unterschieden werden: Das kurze und sehr dichte Unterfell und das lange und strohige Deckhaar. Die Zweifinger-Faultiere weisen dagegen nur das Deckhaar auf. Ein besonderes Kennzeichen der Haare der Faultiere stellt das Fehlen des Markkanals (Medulla) dar. Der Haarstrich verlĂ€uft vom Bauch zum RĂŒcken und damit entgegengesetzt zu dem anderer SĂ€ugetiere. Des Weiteren besitzen die Haare der Zweifinger-Faultiere an der AußenflĂ€che 3 bis 9 LĂ€ngsrippeln und -rillen, die ĂŒber die gesamte LĂ€nge verlaufen. Dies ist einmalig unter SĂ€ugetieren. Bei den Dreifinger-Faultieren kommt dies nicht vor, deren Haare weisen unter der Cuticula kleine LuftrĂ€ume auf.[118][119]

Muff und Kragen aus AmeisenbÀr

Der Lebensraum der AmeisenbĂ€ren erstreckt sich ĂŒber Mittel- und SĂŒdamerika. Der Große AmeisenbĂ€r aus Paraguay ist der grĂ¶ĂŸte seiner Art. Mit dem Schweif gemessen erreicht er eine LĂ€nge von bis zu 2,50 Meter. Der Schweif der AmeisenbĂ€ren erreicht mindestens die LĂ€nge des ĂŒbrigen Körpers, teilweise auch mehr. Das Fell besteht aus dichtem steifem Grannenhaar von etwa 10 Zentimeter LĂ€nge; die Schweifhaare werden bis zu 40 Zentimeter lang.[115]

Die Felle wurden meist zu Teppichen verarbeitet.[115] Ein Prospekt des Wiener Ateliers Bachwitz aus der Zeit 1908/1910 zeigt ein Aquarell einer Dame mit einem breiten Kragen und einem Muff, als Fellmaterial wurde „fourmilier“, AmeisenbĂ€r angegeben (siehe Abbildung).[120]

Das Fell des Kleinen AmeisenbĂ€ren (Tamandua) ist 47 bis 88 Zentimeter lang; der Schweif ist mit 40 bis 67 Zentimeter im VerhĂ€ltnis zum Körper etwas kĂŒrzer als bei den anderen Arten. Die Behaarung ist hart und kurz und besteht aus schwarzen Grannen mit wenig gelbgrauer Unterwolle, die Grundfarbe des Fellkleides ist beige bis hellbraun. Darauf zeichnet sich eine schwarze Westenzeichnung ab, die an der Schulter beginnt und hinter den Vorderbeinen den Rumpf umschließt; diese Zeichnung ist beim Nördlichen Tamandua ausgeprĂ€gter und hebt sich deutlich von der Grundfarbe ab, beim SĂŒdlichen Tamandua ist sie undeutlicher und kann auch fehlen. Wie alle AmeisenbĂ€ren sind sie durch die lange, enge Schnauze gekennzeichnet, deren Mundöffnung nur bleistiftdick ist.[121] Tamanduas tragen an den VorderfĂŒĂŸen vier Zehen, die mit langen, scharfen Krallen ausgestattet sind, von denen die dritte Kralle stark vergrĂ¶ĂŸert ist; die fĂŒnfte Zehe ist nur rudimentĂ€r entwickelt. Die HinterfĂŒĂŸe haben fĂŒnf Zehen mit deutlich kleineren Krallen.[122][123][124] Das Schwanzende ist beschuppt.[115]

Der ZwergameisenbĂ€r ist wesentlich kleiner, die KörperlĂ€nge betrĂ€gt etwa 20 Zentimeter, der Schwanz hat mindestens KörperlĂ€nge, meist ist er lĂ€nger. Die Behaarung ist weich, dicht und glĂ€nzend; von gelblicher FĂ€rbung. Das Aussehen ist etwas dem Opossumfell Ă€hnlich,[115] bei einigen Unterarten ist es an den Beinen oft heller. Vereinzelt finden sich auf der Bauch- und RĂŒckenseite kleinere, dunkle Streifen. Teilweise tritt ein schokoladenfarbener Aalstrich auf, der vor allem bei Tieren im Amazonasbecken deutlicher ausgeprĂ€gt ist als bei mittelamerikanischen Vertretern. Der Kopf wird rund 5 cm lang, die Ohren sind sehr klein und erreichen nur rund 0,7 bis 1,3 cm LĂ€nge. Im Gegensatz zu den anderen AmeisenbĂ€renarten ist die Schnauze markant kĂŒrzer und deutlich dicker. Bei den HĂ€nden ist die zweite und dritte Zehe am lĂ€ngsten, die erste und vierte sind verkĂŒmmert und die fĂŒnfte fehlt ganz. Die beiden langen Zehen der HĂ€nde sind mit starken Krallen versehen, bei den FĂŒĂŸen, die vier Zehen aufweisen, sind die Krallen verkĂŒrzt. Der Hinterfuß ist etwa 3,5 cm lang.[125][126]

Bergwald-Baumschliefer

Klippschliefer oder Klippdachs

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Commons: Schlieferfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Das Vorkommen der Klippschliefer beschrĂ€nkt sich auf Afrika. Das Fell ist dem Murmelfell ziemlich Ă€hnlich. Die FelllĂ€nge betrĂ€gt etwa 28 bis 32 Zentimeter. Das lichte weiche Haar hat fast keine Unterwolle und ist je nach Vorkommen an die Umgebung angepasst, dabei braun und grau gesprenkelt. Im Fellhandel waren die Tiere jedoch immer „fast nicht bekannt“.[127]

Der Leipziger Rauchwarenkaufmann Friedrich JĂ€kel erinnerte sich 1966: „Kleine Partien Klipschliefer aus Afrika interessierten kaum, und spĂ€ter, als der Artikel wieder vergessen war, kamen nur noch ZurichtauftrĂ€ge von den afrikanischen Farmern nach Leipzig. Es ist aber erstaunlich, wie dankbar ein Mantel aus Klipschlieferfellen im Tragen war; denn nicht nur in London, auch in Hamburg sieht man noch heute hier und da eine Dame mit solch einem Mantel im naturellen Zustand.“[128]

Kap-Klippschliefer, Johnston-Klippschliefer, Abessinischer Klippschliefer, Sudan- oder Sahara-Klippschliefer

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Das Fell dieser vier Klippschlieferarten ist langhaarig, dicht und weich und variiert je nach Vorkommen zwischen dunkelnussbraun, hellbraun oder brĂ€unlichgrau mit hellen Grannenspitzen. Die FelllĂ€nge betrĂ€gt etwa 40 bis 55 cm. Die Felle haben zwei Kennzeichen, sie haben kein Unterhaar und die einzelnen Haare sind in 15er Gruppen angeordnet. Ein zusĂ€tzliches Merkmal ist ein Fleck auf dem RĂŒcken nahe am Lendenwirbel. Er besteht, je nach Herkommen, aus weißlichen, hellgelben oder schwarzen Haaren. Die etwa 30 mm lange kahle Stelle in der Mitte des Flecks stammt von einer DrĂŒse, aus der die Tiere wĂ€hrend der Paarungszeit eine stark riechende FlĂŒssigkeit absondern.

Erst um 1900 kam das Klippschlieferfell mit etwa 10.000 StĂŒck jĂ€hrlich in den Handel, wo es zu Pelzfuttern verarbeitet wurde.[37]

1988 wurden die Anlieferungen als unbedeutend eingeschÀtzt, Zahlen waren nicht zu ermitteln.[18]

Felle der Baum- oder Waldschliefer, FelllĂ€nge etwa 45 bis 55 cm, werden noch weniger als das der Klippschliefer gehandelt.[18] Über die Fellnutzung der ĂŒbrigen Schlieferarten ist offenbar nichts bekannt.

Kloakentiere/Schnabeltier

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Cape aus Schnabeltierfell (1890)

Bereits seit 1905 steht das Schnabeltier unter völligem Naturschutz.

Charakteristikum des Schnabeltieres ist der fĂŒr SĂ€ugetiere einmalige, dem Entenschnabel Ă€hnliche Mund. Die FelllĂ€nge betrĂ€gt rund 30 bis 40 Zentimeter, der vergleichsweise abgeplattete Schwanz ist 10 bis 15 Zentimeter lang. Das Unterhaar ist dicht, weich und seidenartig von mausfahler Farbe. Das die Unterwolle ĂŒberragende Grannenhaar ist auf dem RĂŒcken schwarzbraun, am Bauch gelblich, auf dem Schwanz ziemlich straff und borstenartig. An den Beinen geht die Farbe ins Grauweißliche ĂŒber; es liegt hier straff auf und ist an den Vorderbeinen nicht zylindrisch, sondern platt gedrĂŒckt. An den VorderfĂŒĂŸen sind die Zehen unbehaart, an den hinteren bis zu den Krallen mit Haaren bedeckt. Die Hinterbeine sind etwa 6,5 Zentimeter lang, die vorderen etwas kĂŒrzer, zwischen den Zehen befinden sich SchwimmhĂ€ute.[129]

Das Fell wurde vor der Inschutzstellung von australischen KĂŒrschnern fĂŒr MĂŒtzen und Decken verwendet, die Ausfuhr betrug um 1900 höchsten 100 StĂŒck jĂ€hrlich, zu einem sehr geringen Preis.[130] In Europa wurden ĂŒber England um 1840 „einige Schnabeltierfelle“ nur von NaturalienhĂ€ndlern gehandelt,[14] zu der Zeit allerdings zu einem sehr hohen Preis.[131.1]

Die QualitĂ€t wurde zur Zeit der Nutzung des Pelzes als herausragend gut eingeschĂ€tzt, sie „liefern in ihren Fellen ein Pelzwerk, das hinsichtlich der QualitĂ€t dem der Fischottern gleichkommt, oder diese auch noch etwas ĂŒbertrifft“. Auch die Verwendung entsprach der von Fischotterfellen.[129] In der spĂ€teren Literatur wurde nur noch ein Haltbarkeitskoeffizient von 50 bis 60 Prozent, verglichen mit dem Seeotterfell, angenommen.[3][Anmerkung 1]

MĂ€nnerparka der Eskimos aus ungerupftem Eiderentenfell

Außer den Fellen von SĂ€ugetieren nutzt die Pelzwirtschaft auch die BĂ€lge einiger Vogelarten. In den letzten Jahrzehnten fand eine Verwendung der Vogelfelle fĂŒr Kleidungszwecke nicht mehr statt, zumindest in keinem beachteten Umfang. 1970 wird das Material als „nur noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig selten als Garnitur fĂŒr Morgenröcke oder Festkleidung von Teenagern“ erwĂ€hnt. Die abgezogene, befiederte Haut der Vögel wird ĂŒblicherweise als Vogelbalg bezeichnet, nur in der Pelzbranche ist auch die Bezeichnung Fell fĂŒr die abgezogene, gegerbte Vogelhaut gebrĂ€uchlich.

Die weit ĂŒberwiegende Hauptnutzung der VogelbĂ€lge bestand in der Verwendung der Flaumfedern, der Daunen oder Dunen, fĂŒr Bettdecken- und Kopfkissen-Inlette. Vor Erfindung der Metall-Schreibfeder dienten Federkiele als Schreibutensilien fĂŒr Tinte. Das Fleisch der gezĂŒchteten GĂ€nse und Enten wurde gegessen, regional auch hĂ€ufig das der Wildvögel.

Die Vogelfelle bildeten „ein wenig dauerhaftes Pelzwerk“. Infrage kommen nur solche Arten, die ĂŒber ein volles und gut ausgebildetes Brust- und Bauchgefieder verfĂŒgen, „es hĂ€lt warm, ist geschmeidig, leicht und seidenweich und spricht zudem mit seinem weißen oder doch lichten Farben voll hohen Glanzes sehr an“. In den kĂ€lteren Gebieten, vorwiegend in KĂŒstengebieten und auf den Inseln des hohen Nordens, wurden deshalb schon frĂŒhzeitig die BĂ€lge der dort vorkommenden Vögel neben den Fellen von Seehunden, PolarfĂŒchsen, EisbĂ€ren und anderen SĂ€ugetieren fĂŒr Kleidung genutzt. HierfĂŒr verwendet wurden vor allem Eiderenten, Grebes, GĂ€nse, Möwen und SchwĂ€ne.

VogelbĂ€lge werden durch Gerben haltbar gemacht und von PrĂ€paratoren zu Tierkörpern fĂŒr Studien-, Lehr- oder Dekorationszwecke gearbeitet (Taxidermie). Ganz besonders etwa zwischen 1840 und 1890 wurden die BĂ€lge einiger Vogelarten in nennenswertem Umfang von KĂŒrschnern zu Bekleidung verarbeitet. Die große Mode junger Damen bildete damals eine Pelzgarnitur, bestehend aus einem Barett, einem dazu passenden kleinen Muff und einer schmalen Pelzkrawatte aus dem weißglĂ€nzenden, nach den Seiten zu ins Blaugraue oder Rotbraune verlaufendem Brust- und Bauchgefieder des Haubentauchers oder des Haubensteißfußes.

Im Gegensatz zu fast allen behaarten Fellarten werden fĂŒr die Verwendung als Pelz die VogelbĂ€lge im RĂŒcken aufgeschnitten um die bessere Bauchseite zu schonen.

Prachteiderente
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Gans (Hausgans)

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Grebes (Lappentaucher)

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Strauß und andere Großvögel

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In einigen alten Nachschlagwerken findet, in verschiedenen Schreibweisen, ein Pelztier ErwĂ€hnung, das Guendjen.[132] Als Heimat wird einige Male die Halbinsel Krim genannt aber auch in Russland und Polen soll es vorkommen. Es ist vielleicht nicht mehr sicher auszumachen, welches Tier gemeint wurde. Es scheint ebenfalls unsicher, ob es sich bei den verschiedenen Nennungen und Namensvarianten ĂŒberhaupt um dieselbe Tier- beziehungsweise Fellart handelt. Die Beschreibungen der Bezeichnung „Guendjen“ Ă€hnlichsten Benennungen sprechen dafĂŒr, dass es sich hierbei um Feh handelt, das Fell des russischen oder sibirischen Eichhörnchens.

In Johann Christian Schedels neuem und vollstĂ€ndigen, allgemeinen Waaren-Lexikon von 1814 heißt es: „Die Guendjens von der Krimm sind fast durchgehends von der Gattung, welche Orta-Guendjen heißen. Man fĂ€ngt sie auf der Halbinsel; der grĂ¶ĂŸte Theil kommt von Prekop und Oczakow. Man treibt diese Thiere damit aus ihren Höhlen und Löchern, daß man Wasser so lange hinein laufen lĂ€ĂŸt, bis sie gezwungen sind, herauszukommen. Ihre Felle sind von verschiedener Gattung. Ein vollkommener Pelz ist gemeiniglich aus 60 StĂŒck Fellen zusammengesetzt, und kostet 3 bis 12 Piaster. Auch diese Thiere werden nur im Winter gejagt; im Sommer taugen die Felle nichts. Die schönen schwarzen Guendjenfelle liefern Rußland und Polen“.

Ähnliche, alte Bezeichnungen sind neben Guendjen:

Gueudjen (Eichhörnchen),[133]

Gwedjen („russische Eichhörnchen sind von dreyerley Gattung, nemlich schwarze, Siah-Gwedjen, Orta-Gwedjen, und Beiaz-Gwedjen oder weiße Sorte“),[134]

guendjon (französisch = ecureuil = Eichhörnchen) und gandjen (im selben Werk, beschrieben wie Guendjen),[135]

Weniger Ă€hnliche Namen sind göçen, gĂŒĂ§Ă€n, gĂŒĂ§en oder kĂŒzen. Sicher ist, dass jeweils kleine Pelztiere so benannt wurden. Es wurden vor allem Hörnchenartige, vor allem das Eichhörnchen (Fehfell), Marderartige, vor allem der Iltis, aber auch kleine Hasen mit der Bezeichnung Gundjen oder Ă€hnlichen Schreibweisen belegt.

Unter dem Volksnamen Whappernocker wird erstmals im 18. Jahrhundert ein womöglich gar nicht existentes Tier genannt, mit einem schönen Fell aus den nördlichen amerikanischen Freistaaten, fĂŒr Connecticut wird es gesondert erwĂ€hnt. Gottfried Christian Bohns Waarenlager von 1806 bemerkt, dass es ein vortreffliches Pelzwerk abgibt, das Tier aber zu der Zeit noch gar nicht gehörig beschrieben sei. Das Fell hat eine schöne, glĂ€nzende rötlichbraune Farbe und dichtes weiches Haar. Bei Samuel Peters ist er etwas grĂ¶ĂŸer, bei Brockhaus nicht ganz so groß wie ein Wiesel. Man macht daraus Muffen fĂŒr Frauenzimmer, die 30 bis 40 Guineen gelten, und also einen stolzen kostbaren Pelz ausmachen.[136][14][137][131]

Georgie D. Runyan schrieb im Jahr 1892 ĂŒber den Whappernocker in ironischer, zweifelnder Weise, dass es durchaus fraglich sein könnte, dass der Beweis fĂŒr seine Existenz je angetreten wurde.[138] Womöglich handelte es sich hier, trotz der Beschreibungen in den Nachschlagewerken, nur um ein Fantasiegeschöpf Ă€hnlich dem Wolpertinger.

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender PrĂŒfung durch KĂŒrschner und RauchwarenhĂ€ndler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig; zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Gerbung und Veredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die Einteilung erfolgte in Stufen von jeweils 10 %, nur die schwĂ€chsten Arten bekamen die Wertklasse von 5 % bis 10 %. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 % gesetzt.
Commons: Pelzfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Weltkarte der geographischen Verbreitung der Pelztiere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Pelzbekleidung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Paul Larisch, Josef Schmid: Das KĂŒrschner-Handwerk. 1. Jahrg., Nr. 12, 3. Teil, S. 72, Kapitel Mosaik, Paris Juni 1903.
  2. ↑ Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz www.wisia.de
  3. 1 2 3 4 5 6 Heinrich Dathe, Paul Schöps u. a.: Pelztieratlas. VEB Gustav Fischer Verlag, Jena 1986.
    1. ↑ S. 17
    2. ↑ S. 141–144
    3. ↑ S. 94–95.
    4. ↑ S. 63.
  4. ↑ Paul Schöps, Leopold Hermsdorf, Richard König: Das Sortiment von Rauchwaren. Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Leipzig/Berlin 1949, S. 3–6. Buchdeckel.
  5. ↑ Ernst TĂ€nzer: Haar- und Fellkunde. Der Rauchwarenmarkt, Leipzig 1932, S. 11.
  6. ↑ Ohne Autorenangabe: Wissen Sie schon 
. In: Die Pelzwirtschaft. Verlag Die Pelzwirtschaft, Frankfurt am Main/Berlin, Oktober 1949.
  7. ↑ F. F. Aljew, Baku: Der Schutz der Pelztiere in der UdSSR. In: Das Pelzgewerbe. Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin/Frankfurt am Main/Leipzig/Wien, Jahrgang XIX, Nr. 3, 1968, S. 28 (PrimĂ€rquelle: S. Lebenglatz 1956)
  8. ↑ Henning Zeumer: Die internationale Stellung der deutschen Rauchwaren-Wirtschaft unter besonderer BerĂŒcksichtigung des Standortes Frankfurt am Main. Diplomarbeit Lehrstuhl fĂŒr Wirtschaftsgeographie UniversitĂ€t Mannheim, 1985, S. 5–6.
  9. ↑ Rauchwaren (Felle zu Pelzwerk) und daraus hergestellte Erzeugnisse (Pelz). Bezeichnungsvorschriften. RAL 075 A 2. RAL, Frankfurt am Main, Beuth Vertrieb, Berlin u. a., Ausgabe 1968.
  10. ↑ Baran: Kennzeichnung der Fellart in Österreich. In: Das Pelzgewerbe. Nr. 4, 1961, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin u. a, S. 171–172.
  11. ↑ A. Wagner, Johannes Paeßler: Handbuch fĂŒr die gesamte Gerberei und Lederindustrie. Deutscher Verlag, Leipzig 1925, S. 870.
  12. 1 2 I. I. Barabasch-Nikiforow: Die Desmane. Die Neue Brehm BĂŒcherei, A. Ziemsen Verlag, Wittenberg Lutherstadt 1975, S. 6, 25–26.
  13. 1 2 3 Paul Schöps, H. Brauckhoff, K. HĂ€se, Richard König, W. Straube-Daiber: Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle. In: Das Pelzgewerbe. Jahrgang XV, Neue Folge, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin/Frankfurt am Main/Leipzig/Wien 1964, S. 56–58.
  14. 1 2 3 4 F. A. Brockhaus: Allgemeine EnzyklopĂ€die der Wissenschaften und KĂŒnste. Herausgegeben von J. S. Ersch und I. G. Gruber, Leipzig 1841. Dritte Section O-Z, Stichwort „Pelze“
  15. ↑ Über die Warenkenntnisse des RauchwarenhĂ€ndlers. In: Der Rauchwarenmarkt Nr. 15/16, 20. April 1943, S. 7.
  16. ↑ Peter Simon Pallas: Reise durch die verschiedenen Provinzen des Russischen Reiches. Kaiserliche Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg 1771–1776, Erster Band, S. 130. Nachdruck der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt, Graz, 1967.
  17. ↑ A. Ginzel: Desman – ein Beitrag zur Bisamveredlung. In: Die Pelzwirtschaft. Heft 2, CB-Verlag Carl Boldt, Berlin, Februar 1984, S. 30.
  18. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Christian Franke, Johanna Kroll: Jury FrĂ€nkel’s Rauchwaren-Handbuch. 10., ĂŒberarbeitete und ergĂ€nzte Neuauflage. Rifra-Verlag, Murrhardt 1988/89.
    1. ↑ S. 22–24.
  19. ↑ Meyers Konversations-Lexikon. Vierte Auflage. 14. Band, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1888, S. 45. (im Internet seit 2005; Text geprĂŒft am 23. September 2008; publiziert von Peter Hug; Abruf am 25. Januar 2012 mit url: https://www.peter-hug.ch/lexikon/bisamspitzmaus)
  20. ↑ J. GonzĂĄles-Esteban, E. CastiĂ©n und J. GosĂĄlbez: Morphological and colour variation in the Pyrenean Desman Galemys pyrenaicus (Goeffroy, 1811). Zeitschrift fĂŒr SĂ€ugetierkunde 64, 1999, S. 1–11
  21. ↑ Walter Poduschka und Bernard Richard: Hair Types in the Fur of the Pyrenean Desman (Galemys pyrenaicus) Geoffroy, 1811 (Insectivora: Talpidae: Desmaninae). Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse 194, 1985, S. 39–44
  22. 1 2 Jorge M. Palmeirim und Robert S. Hoffmann: Galemys pyrenaicus. Mammalian Species 207, 1983, S. 1–5
  23. 1 2 E.-A. Juckwer: Galemys pyrenaicus (Geoffroy, 1811) – PyrenĂ€en-Desman. In: J. Niethammer und F. Krapp (Hrsg.): Handbuch der SĂ€ugetiere Europas. Wiesbaden, 1990, S. 79–92
  24. 1 2 Boris Kryơtufek und Masaharu Motokawa: Talpidae (Moles, Desmans, Star-nosed Moles and Shrew Moles). In: Don E. Wilson und Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 8: Insectivores, Sloths, Colugos. Lynx Edicions, Barcelona 2018, S. 552–620 (S. 605–606) ISBN 978-84-16728-08-4
  25. ↑ Alexander Tuma: Pelz-Lexikon. XX. Band der Pelz- und Rauhwarenkunde. Verlag Alexander Tuma, Wien 1980, Stichwort „NasenbĂ€r“
  26. ↑ Pelztier und Rauchwarenkunde. In: Die KĂŒrschnerfibel. Nr. 3, 7. Jahrgang, Verlag Alexander Duncker, Leipzig, 21. MĂ€rz 1939, S. 33–35.
  27. ↑ In: Pelzmarkt. Deutscher Pelzverband, Frankfurt am Main, Dezember 2009, S. 4–5 und Januar 2010, S. 5–6.
  28. ↑ Ohne Autorenangabe: Steigende Weltproduktion von Pelzfellen. In: Pelzmarkt Newsletter. 03/13, Deutscher Pelzverband, Frankfurt am Main, MĂ€rz 2013, S. 5 (PrimĂ€rquelle EFBA, Januar 2013)
  29. ↑ Winckelmann Sales Report. Nr. 139. Copenhagen, 30. Januar 1982, Winckelmann Verlag, Frankfurt/Main
  30. ↑ Ohne Autorenangabe: Kopenhagen: Neue finnische Fuchs-Mutation brachte Höchstpreis von 6300 Dkr. (Ăž: 5318 Dkr.). In: Die Pelzwirtschaft. Nr. 2, 28. Februar 1982, S. 8.
  31. ↑ Pelzreport. Kurt Lindemann, Oberursel, 15. Januar 1985. KĂ€ufer war Frank Zilberkzweit.
  32. ↑ Saga Furs, „Fawn Light Fuchs“ (Memento vom 17. Dezember 2009 im Internet Archive) (zuletzt abgerufen am 31. Juli 2009)
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] or with the story of the alarming incursions of the windham frogs, or the description of the remarkable quadrupeds, the whappernocker and the cuba; or with the conviction and punishment of the Episcopal clergyman in 1750 ‘for breaking the Sabbath day by walking too fast from church, combing a lock of his whig on Sunday’.”