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Finhaut

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Finhaut
Wappen von Finhaut
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Saint-Maurice
BFS-Nr.: 6214i1f3f4
Postleitzahl: 1925
Koordinaten: 564349 / 103764Koordinaten: 46° 5â€Č 4″ N, 6° 58â€Č 40″ O; CH1903: 564349 / 103764
Höhe: 1224 mÂ ĂŒ. M.
Höhenbereich: 848–2838 m ĂŒ. M.[1]
FlĂ€che: 22,82 kmÂČ[2]
Einwohner: 422 (1. Januar 2026)[3]
Einwohnerdichte: 18 Einw. pro kmÂČ
AuslÀnderanteil:
(Einwohner ohne
Schweizer BĂŒrgerrecht)
34,1 %
(1. Januar 2026)[4]
Website: www.finhaut.ch
Le ChĂątelard
Le ChĂątelard
Lage der Gemeinde
Karte von FinhautLac de SalanfeLac d’EmossonLac du Vieux EmossonLac de ChampexLac SupĂ©rieur de FullyFrankreichKanton WaadtBezirk ContheyBezirk EntremontBezirk MartignyBezirk MontheyCollonges VSDorĂ©nazEvionnazFinhautMassongexSaint-Maurice VSSalvan VSVernayazVĂ©rossaz
Karte von Finhaut
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Finhaut [fɛ̃ˈo] ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde des Bezirks Saint-Maurice im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Zur Gemeinde Finhaut gehören auch die Ortschaften Giétroz und Le Chùtelard. Letztere teilt sich wiederum in die alte Kernsiedlung Chùtelard-Village und die Grenzsiedlung Chùtelard-FrontiÚre.

Finhaut

Finhaut liegt im oberen Teil des Vallée du Trient, das vom Trient, einem Nebenfluss der Rhone, durchflossen wird.

Die Grenze zu Frankreich markieren eine Reihe von Bergspitzen der Walliser Alpen: Pointe de la Finive (2838 mÂ ĂŒ. M.), Le Cheval Blanc (2831 mÂ ĂŒ. M.), Pointe de la Terrasse (2732 mÂ ĂŒ. M.) und Les Perrons (2674 mÂ ĂŒ. M.). Diese vier Spitzen im Westen der Gemeinde umschliessen ein Tal, in welchem der Lac du Vieux Emosson durch die Bogenstaumauer Vieux-Emosson (fertiggestellt 1955) aufgestaut wird. Im Osten, in Abflussrichtung liegt der Emosson-Talkessel, wo auf Gemeindegebiet der untere Teil des Lac d’Emosson liegt, der von der Bogenstaumauer Emosson (fertiggestellt 1975) aufgestaut wird. La Barberine, der nach SĂŒden verlaufende Seeabfluss, bildet die Grenze zu Frankreich, die im Bereich der Staumauer Gegenstand eines Gebietsabtausches war. Im Tal der nach Osten fliessenden Eau Noire, in welche die Barberine mĂŒndet, liegen linkerhand die Ortschaften Le ChĂątelard-FrontiĂšre, Le ChĂątelard-Village und davon etwas oberhalb GiĂ©troz, am Hang des Bel Oiseau (2628 mÂ ĂŒ. M., sĂŒdlicher Gipfel) – die Eau Noir bildet zudem die Gemeindegrenze zu Trient. Nördlich der in Trient liegenden TĂȘte Noire (1199 mÂ ĂŒ. M.) mĂŒndet sie in den Trient und damit ins Haupttal; nördlich des Zusammenflusses liegt an SĂŒdhanglage die Ortschaft Finhaut. Östlich von Finhaut verlĂ€uft die Gemeindegrenze zu Salvan, die von der Eau Noir, den TĂȘte de la Boffa (1426 mÂ ĂŒ. M.) einschliessend einen Bogen auf den Mont de la Barme (2307 mÂ ĂŒ. M.) beschreibt und nach Westen hinĂŒber zum niedrigsten der drei La Rebarme-Gipfel (2421 mÂ ĂŒ. M.) verlĂ€uft. In sĂŒdwestlicher Richtung verlĂ€uft die Grenze quer ĂŒber den Hang der Dent de Fenestral zum nördlichen Gipfel des Bel Oiseau (2643 mÂ ĂŒ. M.). Zwischen dem Bel Oiseau und dem Oeil de Boeuf (2653 mÂ ĂŒ. M.), auf das die Pointe de la Finive folgt, liegt das Vallon de Barberine, in welchem der Lac d’Emosson liegt. An der schmalsten Stelle zwischen dem Vallon und dem Emosson-Talkessel verlĂ€uft die Gemeindegrenze, zudem liegt dort auch die alte Gewichtsmauer Barberine (fertiggestellt 1925), die sich mitten im vergrösserten See befindet.

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn (von Norden her): Salvan und Trient. Im SĂŒden und Westen grenzt Finhaut an das DĂ©partement Haute-Savoie in der RĂ©gion Auvergne-RhĂŽne-Alpes in Frankreich; die französische Gemeinde Vallorcine ist eine direkte Nachbargemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr179818501900195020002010201220142016
Einwohner347470433492318398446489419

Die Kantonsstrasse von Vernayaz ĂŒber Finhaut in Richtung Chamonix wurde 1867 fertiggestellt. Einen Eisenbahnanschluss erhielt die Gemeinde 1906 mit der Eröffnung der meterspurigen Bahnlinie von Martigny ĂŒber Le ChĂątelard und Vallorcine nach Chamonix, deren Schweizer Abschnitt durch die Martigny-ChĂątelard-Bahn (MC) erstellt wurde. Die Gemeinde wird ĂŒber drei Bahnstationen vom sogenannten Mont-Blanc-Express erschlossen, Betriebsgesellschaft ist seit Fusion der Martigny-ChĂątelard-Bahn mit anderen Unternehmen die Transports de Martigny et RĂ©gions (TMR).

Die touristische Hauptattraktion hĂ€ngt eng mit dem Kraftwerksbau zusammen. Bereits die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nutzten fĂŒr die Erschliessung der Baustellen die MC und erstellten anschliessende Transportbahnen, darunter eine 1920 eröffnete Standseilbahn von ChĂątelard zum Wasserschloss des Kraftwerks. Nachdem die SBB kurz vor Fertigstellung der neuen Staumauer Emosson ĂŒber einen Abbruch nachdachten, wurde die SA des Transports Emosson-Barbarine gegrĂŒndet, um die Standseilbahn vor dem Abbruch zu bewahren. Auch ein Teil der zum Abbruch vorgesehenen Transportbahn, einer Feldbahn mit 600 mm Spurweite konnte gerettet und fĂŒr den touristischen Betrieb als Petit Train Panoramique d’Emosson hergerichtet werden. Die Bahnen wurden zusammen mit einer Zahnradbahn bei der Emosson-Staumauer 1975 eröffnet.

Zwischen 1989 und 1991 wurde die inzwischen viel zu kleine Zahnradbahn vom Fuss der Staumauer zum See durch den modernen Minifunic ersetzt. Das Unternehmen Ă€nderte den Namen Ende 1999 in Trains Touristiques d’Émosson und Anfang 2004 schliesslich in Parc d’Attractions du ChĂątelard VS SA. Die drei Bahnen erschliessen ein Wandergebiet, zu dessen beliebtesten Route der Aufstieg zum Lac du Vieux Emosson gehört, in dessen NĂ€he im Sommer Archosaurierspuren besichtigt werden können.

ElektrizitÀtswirtschaft

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AquÀdukt von Maillart in Le Chùtelard

Seit den 1920er-Jahren prĂ€gt die Energiewirtschaft die Gemeinde. Sie ist seit 1925 Standort von SBB-Kraftwerksanlagen: der Staumauer Barberine und des Kraftwerks Le ChĂątelard, der ersten Kraftwerkstufe deren abgearbeitetes Wasser in weiteren talwĂ€rts liegenden Kraftwerken nochmals genutzt wird. Seit 1955 stehen der Lac du Vieux Emosson samt zugehöriger Staumauer Vieux Emosson in der Gemeinde. Den bisher letzten Ausbau erfuhren die Anlagen 1975 mit Inbetriebnahme der Staumauer Emosson, durch welche der sĂŒdliche Teil des vergrösserten Lac d’Emosson ebenfalls in der Gemeinde zu liegen kommt.

Diese letzte Ausbaustufe erforderte einen Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Frankreich, ĂŒber den ein Gebietstausch vorgenommen wurde, damit die Landesgrenze so verschoben werden konnte, dass die Staumauer vollstĂ€ndig auf Schweizer Gebiet zu liegen kommt. Im Gegenzug hat auch Frankreich ein Nutzungsrecht an der Anlage, die von der ElectricitĂ© d’Emosson betrieben wird, einem Gemeinschaftsunternehmen der schweizerischen Alpiq mit der französischen EDF. FĂŒr die mit Frankreich vertraglich vereinbarte Nutzung wurden zusĂ€tzliche Kraftwerkszentralen errichtet, darunter La Barberine an der Grenze zwischen Vallorcine und Le ChĂątelard-FrontiĂšre. Den Talboden bei Finhaut prĂ€gen heute insbesondere die Ausgleichsbecken unterhalb der Kraftwerke Le ChĂątelard und La Barberine.

SehenswĂŒrdigkeiten

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Im Jahr 2012 entdeckte ein Forscherteam der beiden Naturkundemuseen von Basel und Genf versteinerte, 240 Millionen Jahre alte ReptilienfĂ€hrten von Archosauriern, die Vorfahren der Dinosaurier.[5] Diese FĂ€hrten entstanden, bevor sich die Alpen auffalteten und sich an deren heutiger Stelle eine Flussebene befand. Durch letzteren Vorgang befinden sich die Vieux Emosson genannte Fundstelle heute auf einer Höhe von 2400 mÂ ĂŒ. M.

Beim Emosson-Staudamm steht die Kapelle Notre-Dame-des-neiges.

Commons: Finhaut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Medienmitteilung vom Naturhistorisches Museum Basel vom 3. Juli 2013, PDF-Datei; Abgerufen am 6. Juli 2013