Eva Kuhlefelt-Ekelund

Eva Kuhlefelt-Ekelund (* 5. September 1892 in Loviisa; â 7. August 1984 in Helsinki) war eine finnische Architektin.
Leben und Werk
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Die Finnlandschwedin[1] Eva Kuhlefelt wurde als Tochter von Ellen Poppius und George Karl Fridolf Kuhlefelt, dem damaligen BĂŒrgermeister von Lovisa (finnisch Loviisa), geboren. Die Familie zog 1907 nach Schweden, als ihr Vater aufgrund der russischen Repressionen ins Exil geschickt wurde. 1910 kehrte die Familie nach Finnland zurĂŒck und lieĂ sich in Helsinki nieder, wo Eva Kuhlefelt die schwedische Oberschule besuchte. Sie studierte an der Technische UniversitĂ€t Helsinki Architektur. Nach ihrem Abschluss 1916 studierte sie 1919 bis 1921 mit einem Stipendium in Stockholm und arbeitete in ArchitekturbĂŒros in Stockholm und Helsinki. Sie unternahm Studienreisen nach Skandinavien, Italien und Frankreich. Zusammen mit Elsi Borg und Elsa Arokallio zeichnete und dokumentierte Kuhlefelt GĂ€rten von HerrenhĂ€usern und Schlösser in Schweden. Ihre Zeichnungen wurden 1930 in einem Buch veröffentlicht.
1920 heiratete Eva Kuhlefelt den Architekten Hilding Ekelund, der Kommilitone an der Technischen UniversitĂ€t Helsinki gewesen war und mit dem sie eine Tochter, Ulla EnebĂ€ck Ekelund, bekam. Mit ihrem Mann unternahm sie zwischen 1920 und 1922 Studienreisen nach Italien und Frankreich. Die Notizen und Aufzeichnungen der sieben Monate langen Hochzeitsreise nach Italien (1921â1922) wurden von Kim Björklund in einem Buch mit dem Titel Italia la Bella, Arkitekterna Hilding och Eva Ekelunds resedagbok 1921â1922 zusammengestellt.[2]
Die Ehepartner grĂŒndeten 1927 ein ArchitekturbĂŒro in Helsinki. Gemeinsame Arbeiten sind kaum bekannt, einige Wettbewerbserfolge sind dokumentiert. Von 1936 bis 1966 war Kuhlefelt-Ekelund bei der Wohnungsbaugesellschaft Bostadsföreningen för SvenskâFinland beschĂ€ftigt und entwickelte TypenhĂ€user fĂŒr die schwedischsprachigen Gebiete Finnlands. Bereits 1932 hatte sie gemeinsam mit Elsi Borg erste Systemzeichnungen fĂŒr KĂŒcheninterieurs angefertigt.
Eva Kuhlefelts Interesse am Wohnungsbau wird auch an ihrer Teilnahme bei verschiedenen WohnungsbauâWettbewerben in den 1940er Jahren deutlich. Am HAKA-Wettbewerb 1940 nahm sie zusammen mit ihrem Mann und der Architektin Marianne Granberg teil. Bei einem Wettbewerb fĂŒr den Entwurf standardisierter HolzhĂ€user wurden alle Preise von Architektinnen gewonnen: Der 1. Preis ging an Marjatta Korvenkontio, der 2. Preis an Marja Pöyry und der 3. Preis an Marianne Granberg und Eva Kuhlefelt-Ekelund. Das Ergebnis zeigte, dass sich viele Architektinnen insbesondere im damaligen lĂ€ndlichen Wohnungsbau betĂ€tigten.
Zu Eva Kuhlefelt-Ekelunds weiteren Werken gehört die Schule Privata svenska flickskolan (schwedisch, deutsch Private schwedische MĂ€dchenschule) im Helsinkier Stadtteil Tölö (finnisch Töölö). In Finnland war im Jahr 1921 ein neues Bildungsgesetz in Kraft getreten. Danach garantierte der Staat eine kostenlose Grundschulbildung bis zum Alter von 6 Jahren. FĂŒr alle Kinder zwischen 7 und 13 Jahren wurde die Schulpflicht eingefĂŒhrt. Das Gesetz musste in stĂ€dtischen Gemeinden innerhalb von 5 Jahren und in lĂ€ndlichen Gebieten innerhalb von 16 Jahren umgesetzt werden. Nach einem Wettbewerbsgewinn Eva Kuhlefelt-Ekelunds konnten die Planungen und Bauarbeiten zwischen 1928 und 1929 durchgefĂŒhrt werden. Das GebĂ€ude gilt als vorbildliches Beispiel fĂŒr den nordischen Klassizismus.
AuĂerdem entwarf Kuhlefelt-Ekelund Altenheime in ihrem Geburtsort Lovisa (1920) und dem Helsinkier Stadtteil Kottby (finnisch KĂ€pylĂ€), das Herrenhaus Marieberg in LapptrĂ€sk (finnisch LapinjĂ€rvi), einen Kindergarten in EkenĂ€s, eine Kapelle in PernĂ„ (1933) und mehrere Villen. Die Abtei LĂ€rkkulla in Karis (bis 1948â1950) bearbeitete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann.[2]
Eva Kuhlefelt starb 1984 mit 91 Jahren in Helsinki. Ihr Ehemann starb 1983. In ihrem Testament stifteten die Ekelunds einen Wohn-Fonds fĂŒr Forschende und Studierende der Literatur in Helsinki.
Die Kuhlefelt-Ekelund-Sammlung im finnischen Architekturmuseum enthĂ€lt Zeichnungen von GrabmĂ€lern und GutsgĂ€rten, die Eva Kuhlefelt in Zusammenarbeit mit anderen anfertigte. Ihr erstes Werk, der KriegsgrĂ€berâGedenkfriedhof in Lovisa, gehörte zu den herausragenden EntwĂŒrfen der damaligen Zeit in Finnland. Das Dokumentationsmaterial im Architekturmuseum umfasst auch wohnlich gestaltete InnenrĂ€ume ihrer TypenhĂ€user. Die Grundrisse wurden farbig gestaltet und mit Tischen, StĂŒhlen, Teppichen etc. ausgeschmĂŒckt.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Svenska TrÀdgÄrdskonsten (mit Elsi Borg), 1930
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ulla Markellin, Marja Nuuttila-Helenius: Profiles. Pioneering Women Architects from Finland, Ausstellungskatalog, Helsinki Museum of Finnish Art Architecture, 1982. ISBN 978-9-5192-2931-7
- Lindegren Y. & JĂ€ntti, T.: Suomen rakennustaiteen museon arkisto: Piirustuskokoelma (Archiv des Finnischen Architekturmuseums, Grafische Sammlung), Helsinki: Suomen rakennustaiteen museo (Helsinki: Museum fĂŒr finnische Architektur), 1989. S. 136â139. ISBN 951-9229-60-4
- R. Nikula: Bebaute Landschaft, Helsinki, 1993.
- Kim Björklund: Italia la bella. Arkitekterna Hilding och Eva Ekelunds resedagbok 1921â1922, Svenska litteratursĂ€llskapet i Finland & Finlands arkitekturmuseum, Helsingfors, 2004. ISBN 951-583-100-8
- Riitta Kormano: Sotamuistomerkki Suomessa (Kriegsdenkmal in Finnland), Turun yliopisto (UniversitÀt Turku), 2014, S. 114. Digitalisat
- Kuhlefelt-Ekelund, Eva, Allgemeines KĂŒnstlerlexikon - Internationale KĂŒnstlerdatenbank - Online: Andreas Beyer, BĂ©nĂ©dicte Savoy and Wolf Tegethoff (Hrsg.): Allgemeines KĂŒnstlerlexikon Online / Artists of the World Online, Berlin, New York, K. G. Saur, 2009, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2022.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eva Kuhlefelt-Ekelund, Museum of Finnish Architecture online, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2022.
- Elsa Guerra JimĂ©nez: Eva KuhlefeltâEkelund 1892-1984, un diaâuna arquitecta, Teil 3, wordpress.com, 13. September 2017, zuletzt abgerufen am 2. Januar 2022.
- Eva Kuhlefelt-Ekelund, IAWA Biographical Database, Virginia Polytechnic Institute & State University online, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2022.
- Kuhlefelt, Eva bei www.finna.fi, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2022.
- Kuhlefelt, Eva bei www.museot.finna.fi, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2022.
- Kuhlefelt, Eva, City house, measurement drawing, 1915 ajapaik online, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2022.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â EssĂ€: NĂ€r Svenskfinland skulle moderniseras var hemmet och kvinnan i fokus. In: Ă bo UnderrĂ€ttelser (Hrsg.): abounderrattelser.fi. 17. MĂ€rz 2019 (schwedisch, abounderrattelser.fi).
- 1 2 EKELUND, Hilding (1893â1984) Arkitekt in: Biografisches Lexikon fĂŒr Finnland in: Biografiskt lexikon för Finland 3, Republiken AâL (2011), online 2014, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2022.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kuhlefelt-Ekelund, Eva |
| ALTERNATIVNAMEN | Kuhlefelt, Eva; Ekelund, Eva |
| KURZBESCHREIBUNG | finnische Architektin |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1892 |
| GEBURTSORT | Loviisa |
| STERBEDATUM | 7. August 1984 |
| STERBEORT | Helsinki |