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Typenbau

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Typenbauten sind Bauwerke, die nach demselben Entwurf und mithilfe derselben Bauplanung mehrfach oder sogar in Serie in nahezu gleicher AusfĂŒhrung an verschiedenen Standorten errichtet werden. HĂ€ufig werden derartige bauliche Anlagen mit einer Typengenehmigung versehen.

Der Vorteil des Typenbaus ist die Einsparung von Planungskosten und die leichtere Überwachung der BauausfĂŒhrung. Auch kann die Typisierung die Planung der Inneneinrichtung und die Instandhaltung vereinfachen. Die Typisierung von Bauten lĂ€sst sich auch als Ansatz zu einer technischen Normung beschreiben und schließt hĂ€ufig die industrielle Serienfertigung von einzelnen Bauelementen oder ganzen Bauteilen (vgl. Fertigteilbau) ein. Ein Nachteil der Typisierung ist die fehlende IndividualitĂ€t, weshalb fĂŒr die meisten Bauaufgaben keine Typenbauten in Frage kommen.

Die Typisierung stĂ¶ĂŸt an ihre Grenzen, wenn an die auszufĂŒhrenden Bauten individuelle Anforderungen bezĂŒglich Standort, Höhe, Nutzung, Statik usw. gestellt werden. In diesen FĂ€llen kann meist kein vollstĂ€ndig typisiertes Bauwerk errichtet werden. Es ist aber möglich und auch ĂŒblich, besagtes Bauwerk, so weit wie technisch möglich als Typenkonstruktion zu realisieren. Auch sind mehrere den Zweck angepasste typisierte Varianten denkbar, die nicht unbedingt unterschiedlich aussehen mĂŒssen (Beispiel: C2 und C3-Mast der Nord-SĂŒd-Leitung, die beide gleich aussehen, aber durch Wahl der TrĂ€gerprofile fĂŒr verschiedene Eislasten ausgelegt sind). Auch ist es insbesondere bei Turmbauwerken, deren gĂŒnstigste Form von der Nutzung und der Physik vorgegeben wird, nicht unĂŒblich das Design von Individualkonstruktionen stark an das Design typisierter Konstruktionen anzulehnen (Beispiel: Der Fernmeldeturm Koblenz Ă€hnelt stark einen Typenturm, ist aber kein Typenturm). Aus diesem Grund ist es nicht immer möglich, allein vom Aussehen eines Bauwerks zu schließen, ob hier ein Typenbau vorliegt oder nicht. Die Abgrenzung zwischen einem Einzel- und einem Typenbau zu ziehen wird auch dann schwierig, wenn von einem Typenbau nur noch ein Baumuster existiert oder wenn nicht sichergestellt werden kann, ob noch weitere gleichartige Bauten existieren oder existierten.

Zu den bekanntesten Typenbauten gehören die DDR-Plattenbauten vom Typ WBS 70 (WBS = Wohnbausystem) und Àhnliche westdeutsche Wohnbausysteme sowie typisierte Bahnhöfe in den Niederlanden.[1] Auch FertighÀuser sind dem Wesen nach Typenbauten.

Als höchstes Typenbauwerk gilt bisher die Windkraftanlage Enercon E-126.

Bewertung von Typenbauten nach HOAI

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Die Bewertung von Typenbauten nach HOAI erfolgt im Wesentlichen nach den § 15 (Leistungsphasen)[2] und §22 (Auftrag fĂŒr mehrere GebĂ€ude).[3]

§ 22 HOAI sagt dazu: (2) Umfasst ein Auftrag mehrere gleiche, spiegelgleiche oder im Wesentlichen gleichartige GebĂ€ude, die im zeitlichen oder örtlichen Zusammenhang und unter gleichen baulichen VerhĂ€ltnissen errichtet werden sollen oder GebĂ€ude nach Typenplanung oder Serienbauten, so sind fĂŒr die 1. bis 4. Wiederholung die VomhundertsĂ€tze der Leistungsphasen 1 bis 7 in § 15 um 50 vom Hundert, von der 5. Wiederholung an um 60 vom Hundert zu mindern. Als gleich gelten GebĂ€ude, die nach dem gleichen Entwurf ausgefĂŒhrt werden. Als Serienbauten gelten GebĂ€ude, die nach einem im Wesentlichen gleichen Entwurf ausgefĂŒhrt werden.

Beispiele fĂŒr Typenbauten

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TypengebĂ€ude ERP-Haustyp B in der Stegerwaldstraße in der Böcklersiedlung NeumĂŒnster, 1950
Sechsstöckiger WBS-70-Bau
Typenturm FMT1 (Köterberg)
Hochschul-StandardgebÀude (Freiburg 1969)

WohngebÀude

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Freileitungsmasten

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Andere GebÀude und Ingenieurbauwerke

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  • StandardgebĂ€ude (drei-geschossig mit kleinem Innenhof) fĂŒr Hochschulen in Baden-WĂŒrttemberg wurden als Typenplanung zwischen 1969 und 1970 in Hohenheim, Freiburg und Heidelberg errichtet.
  • Typenschulbau, KindergĂ€rten und Turnhallen in den Neubaugebieten der DDR
  • Kreuzbau Hamburger Schulen
  • Rechenzentren in Hochschulen der ehemaligen DDR vom Typ „Weimar“
  • Burger-King- und McDonald’s-Restaurants
  • Bauten fĂŒr Lebensmitteldiscounter / SupermĂ€rkte
  • Tankstellen[6]
  • Typenturm
  • 3803 KM (Sendeturm in der ehemaligen Sowjetunion)
  • 30107 KM (Sendemast in der ehemaligen Sowjetunion)
  • WachtĂŒrme an der ehemaligen innerdeutschen Grenze
  • Fast alle Windkraftanlagen
  • Tower der Deutschen Flugsicherung (Bsp.: Leipzig und DĂŒsseldorf)
  • BotschaftsgebĂ€ude der DDR Typen Pankow I – III
  • Stellwerke der Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn
  • Bahnhöfe, z. B. Einheitsbahnhof (WĂŒrttemberg), Hemmen, kkStB 16/H
  • Bedienstandorte (BSO)[7] und Technikstandorte (TSO)[8] der Deutschen Bahn AG
  • Volksschwimmhallen, fĂŒr die in der DDR vier Typen entwickelt und in vielen StĂ€dten gebaut wurden
Amerikanisches Shotgun House
  • Die Bartning-Notkirchen wurden unter Verwendung von vorgefertigten Konstruktionsteilen errichtet. Ihre BauausfĂŒhrung folgte einem Typenentwurf, der allerdings prinzipiell mehrere mögliche Varianten vorsah und meist mit architektonisch individuell gestalteten Bauteilen kombiniert war.
  • Die BismarcktĂŒrme nach dem Musterentwurf „GötterdĂ€mmerung“ von Wilhelm Kreis wurden mit individuellen Unterschieden (z. B. in GrĂ¶ĂŸe, Baumaterial und kĂŒnstlerischer AusschmĂŒckung) ausgefĂŒhrt, deshalb kann man eigentlich nur von einem Entwurfsmuster, nicht von einem Typenbau sprechen.
  • Auch das Kubushaus von Piet Blom ist ein Entwurfsmuster, kein Typenbau. Es wurde bei zwei GebĂ€udekomplexen in den Niederlanden umgesetzt, wobei es den jeweiligen UmstĂ€nden angepasst wurde.
  • Die Hochbunker der Bauart Winkel haben ein ĂŒbereinstimmendes, patentgeschĂŒtztes Konstruktionsprinzip, wurden aber in stark unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen und Ausformungen nach individuellen PlĂ€nen gebaut.
  • Als Bauform bezeichnet man das Erscheinungsbild oder grundlegende Konzept eines Bauwerks oder Bauteils. Dabei zielt die Bezeichnung auf eine typologische Einordnung, also das Einordnen eines Bauwerks in eine bestimmte Kategorie oder Gruppe von GebĂ€uden. Das Shotgun House und das Ranch-style House zum Beispiel sind in den USA verbreitete Bauformen mit Ă€hnlicher Charakteristik, es gibt jedoch keine zugrundeliegende standardisierte Planung oder Entwurfsmuster.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Beschrijvingen van verschillende typebouw in de Nederlandse stationsarchitectuur, abgerufen am 9. Mai 2015.
  2. ↑ HOAI, abgerufen am 9. Mai 2015.
  3. ↑ HOAI §22 (Memento des Originals vom 6. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 9. Mai 2015.
  4. ↑ Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. (Hrsg.): Johannes Scharre/Ulrich Haake: „Der Bau von 10.000 FlĂŒchtlingswohnungen in Schleswig-Holstein (ERP-Sonderprogramm 1950) – Ergebnis, Methode, Erfahrungen und Folgerungen“, / Arbeitsgemeinschaft fĂŒr produktive FlĂŒchtlingshilfe e. V.; (Forschungsbericht im Auftrag des Bundesministeriums fĂŒr den Wohnungsbau Nr. 148 (2404/05)); Bauforschungsbericht der Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. Nr. 2, Kiel 1952
  5. ↑ z. B.: Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. (Hrsg.): „Mustergrundrisse fĂŒr den Wohnungsbau“; Mitteilungsblatt Nr. 10; Kiel, MĂ€rz 1949; Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. (Hrsg.): Mitteilungsblatt Heft Nr. 25: „Gedanken fĂŒr Typenentwicklung fĂŒr das Wohnungsbauprogramm 1951“, Kiel 1950; Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. (Hrsg.): Bauen in Schleswig-Holstein Heft Nr. 17: „Wohnungstypen fĂŒr das Schwerpunktprogramm 1952“, Kiel 1951; vgl. auch: „Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 20: Weitere Grundrissbeispiele fĂŒr den Wohnungsbau“, Kiel 1952; oder: Arbeitsgemeinschaft fĂŒr zeitgemĂ€ĂŸes Bauen e. V. (Hrsg.): Schriftenreihe Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 39: „KleinsiedlungsentwĂŒrfe SH-KS“; Kiel 1978
  6. ↑ Peter Huber: Maßgeschneidert von der Stange – Typen-Tankstellen der Nachkriegszeit, Denkmalpflege in Baden-WĂŒrttemberg – Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege 1/2018, abgerufen am 21. Februar 2023
  7. ↑ Bahnbetrieb im Wandel: Die Betriebssteuerungsstrategie fĂŒr eine moderne, dezentrale und flexible Steuerung des Bahnbetriebs. Abgerufen am 14. Oktober 2024.
  8. ↑ Bss-Bekanntmachung-TSO. Abgerufen am 14. Oktober 2024.