Ungefähr 2000 Kinder in Österreich haben nach wie vor keine Krankenversicherung. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen hat das schwerwiegende Folgen – nicht nur in der medizinischen Versorgung.
So haben beispielsweise Kinder und Jugendliche mit erhöhtem medizinischen Betreuungsbedarf oder chronischen Erkrankungen keinen Zugriff auf eine adäquate Gesundheitsversorgung beziehungsweise Therapien. Zudem müssen Krankenhausaufenthalte sowie Behandlungen nach Unfällen oder in medizinischen Notfällen häufig privat von den Familien gestemmt werden. Gerade für Familien, die ein geringes Einkommen haben, sind diese Kosten eine hohe Belastung.
Ein weiterer Aspekt ist, dass Kinder und Jugendliche, die keine Krankenversicherung haben, häufig nicht an Schulausflügen, Projekttagen oder Feriencamps teilnehmen können.
Die österreichischen Kinder und Jugendanwaltschaften sowie die Diakonie verweisen auf die UN-Kinderrechtskonvention. Laut Artikel 24 hat jedes Kind das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit sowie auf Zugang zu entsprechenden Einrichtungen und medizinischer Versorgung. „Jedes Kind hat das individuelle Recht auf eine Krankenversicherung. Dieses Grundbedürfnis für junge Menschen muss lückenlos gewährleistet sein“, sagte Sebastian Öhner, Kinder- und Jugendanwalt von Wien.
Organisationen fordern Pflichtversicherung
Die Organisationen sprechen sich für eine Pflichtversicherung für Kinder und Jugendliche aus. Dafür brauche es eine umfassende gesetzliche Lösung, heißt es.
Insgesamt leben in Österreich laut einer Studie im Auftrag der Gesundheitskasse (ÖGK) geschätzt bis zu 57.000 Menschen ohne Krankenversicherung (Stand: Ende 2024). Darunter sind etwa Personen in unsicherer oder prekärer Beschäftigung, Menschen, die nach langer Zeit aus dem Ausland zurückkehren, Menschen in schweren psychischen Krisen, Arbeitslose ohne Leistungsanspruch und Studierende. Haben die Eltern keine Krankenversicherung, haben auch ihre Kinder keine. Kinder und Jugendliche sind in Österreich bis zum 18. Geburtstag gesetzlich bei ihren Eltern mitversichert. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Verlängerung möglich.
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