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Strom, der

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Form / GrammatikStrom · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Strom(e)s · Nominativ Plural: Ströme · Deklinationstabelle
Aussprache: [ʃtʀoːm]
Wortbildung  mit ›Strom‹ als Erstglied: stromab · Stromableser · Stromabnahme · Stromabnehmer · Stromabrechnung · Stromabsatz · Stromabschaltung · stromabwärts · Stromader · Stromanbieter · Stromangebot · Stromanschluss · Stromanzeiger · stromauf · stromaufwärts · Stromausfall · Stromausnutzung · stromautark · Stromautobahn · Strombedarf · Strombett · Strombörse · stromdicht · Stromdichte · Stromdiscounter / Strom-Discounter · stromdurchflossen · Stromeinheit · Stromeinsparung · Stromeinspeisegesetz · Stromeinspeisung · Stromentnahme · 2Stromer · Stromersparnis · Stromerzeuger · Stromerzeugung · Stromfluss · stromfressend / Strom fressend · stromführend / Strom führend · Stromgebiet · Stromgenerator · Stromgeschäft · Stromgewinnung · Stromgitarre · Stromhandel · Stromhandelsplatz · Stromhaus · Stromhäuschen · Stromheizung · Stromhunger · stromhungrig · Strominduktion · stromintensiv · Stromkabel · Stromkasten · Stromkilometer · Stromkontingent · Stromkonzern · Stromkosten · Stromkreis · Stromkunde · Stromladung · Stromleiter · Stromleitung · Stromlieferant · Stromlieferung · Stromlinie · stromlos · Stromlücke · Strommarke · Strommarkt · Strommast · Strommenge · Strommesser · Strommessgerät · Strommix · Strommonopolist · Stromnachfrage · Stromnetz · Strompanne · Strompfeiler · Stromphase · Strompreis · Strompreisbremse · Strompreisdeckel · Stromproduktion · Stromproduzent · Stromquelle · Stromrechnung · Stromregler · Stromreserve · Stromrichter · Stromrichtung · Stromriese · Stromschiene · Stromschlag · Stromschnelle · Stromschwankung · stromsparend / Strom sparend · Stromsparmodus · Stromspeicher · Stromsperre · Stromspitze · Stromstärke · Stromstecker · Stromsteuer · Stromstörung · Stromstoß · Stromstrich · Stromtankstelle · Stromtarif · Stromtod · Stromtrasse · Stromüberangebot · Stromufer · Stromunfall · Stromunterbrecher · Stromunternehmen · Stromverbrauch · Stromverbraucher · Stromversorger · Stromversorgung · Stromwandler · Stromwärme · Stromweg · stromweise · Stromwender · Stromwirbel · Stromwirtschaft · Stromzähler · Stromzufuhr
mit ›Strom‹ als Letztglied: Aktionsstrom · Allstrom · Anodenstrom · Äquatorialstrom · Arbeitsstrom · Asylantenstrom · Atomstrom · Batteriestrom · Bergstrom · Besucherstrom · Bewusstseinsstrom · Billigstrom · Blindstrom · Blutstrom · Datenstrom · Dauerstrom · Drehstrom · Dreiphasenstrom · Dunkelstrom · Ebbstrom / Ebbestrom · Einwandererstrom · Eisstrom · Elektronenstrom · Energiestrom · Erdstrom · Erregerstrom · Fahrstrom · Fahrzeugstrom · Feuerstrom · Finanzstrom · Flüchtlingsstrom · Flutstrom · Fußgängerstrom · Gefühlsstrom · Gegenstrom · Gehirnstrom · Geldstrom · Gezeitenstrom · Gleichstrom · Golfstrom · Grenzstrom · Grünstrom · Güterstrom · Handelsstrom · Hauptstrom · Haushaltsstrom · Heizstrom · Hellstrom · Hirnstrom · Hochfrequenzstrom · Hochspannungsstrom · Humboldtstrom · Induktionsstrom · Informationsstrom · Kapitalstrom · Käuferstrom · Kraftstrom / Kräftestrom · Kreisstrom · Kriechstrom · Landstrom · Lavastrom · Lebensstrom · Leerlaufstrom · Lichtstrom · Luftstrom · Materiestrom · Mehrphasenstrom · Menschenstrom · Meteorstrom · Mieterstrom · Migrationsstrom · Nachtstrom · Nebenstrom · Neerstrom · Netzstrom · Notstrom · Ökostrom · Pendlerstrom · Quellstrom · Redestrom · Reizstrom · Rückstrom · Ruhestrom · Schwachstrom · Sekundärstrom · Solarstrom · Sonnenstrom · Starkstrom · Sternschnuppenstrom / Sternenschnuppenstrom · Sternstrom · Steuerstrom · Stoffstrom · Strahlstrom · Suprastrom · Suspensionsstrom · Teslastrom · Thermostrom · Touristenstrom · Tränenstrom · Urlauberstrom · Urstrom · Verkehrsstrom · verstromen · Volumenstrom · Wählerstrom · Warenstrom · Wärmestrom · Wattstrom · Wechselstrom · Wetterstrom · Windstrom · Wirbelstrom · Wortstrom · Zahlungsstrom · Zuschauerstrom · Zweiphasenstrom
mit ›Strom‹ als Binnenglied: Fallstromvergaser · Flachstromvergaser · Gleichstromdampfmaschine · Steigstromvergaser · Überstromsicherung · Zweistromland
mit ›Strom‹ als Grundform: strömen

Bedeutungen

eWDG , DWDS
1.
Form von Energie, die dadurch entsteht, dass sich elektrisch geladene Teilchen (Elektronen, Ionen) in eine Richtung bewegen
Synonym zu Elektrizität
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: elektrischer, galvanischer Strom; starke, schwache Ströme
als Aktivsubjekt: Strom fließt [irgendwo]
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. in Strom umwandeln
Beispiele:
Es wird geraten, sich [bei Gewitter] auf dem freien Feld möglichst eine Mulde zu suchen und mit geschlossenen Füßen hinzuhocken. Bei einem Blitzeinschlag in der Nähe verteilt sich der Strom über das Erdreich. Steht man mit ausgebreiteten Beinen, kann zwischen den Füßen eine Schrittspannung entstehen – Strom fließt durch den Körper. [Aachener Zeitung, 06.08.2024]
Ein Fahrzeug, das den Wasserstoff in der Brennstoffzelle in Strom umwandeln muss, hat einfach mehr Technik an Bord, und die Energieeffizienz liegt beim Wasserstoff bei um die 20 Prozent. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen beträgt sie knapp 80 Prozent. [Luzerner Zeitung, 03.08.2024]
Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage Sonnenenergie in Strom umwandeln. [Dresdner Neueste Nachrichten, 01.08.2024]
Die Diode erwärmt sich nur sehr wenig: Wenn beispielsweise bei einem Strom von 1 Ampere eine Spannung von 0,6 Volt in der Diode abfällt, wird 0,6 V × 1,0 A = 0,6 Watt in Wärme umgesetzt. [Elektrotechnikunterricht, 28.12.2011, aufgerufen 01.07.2024]
Schon lange diskutieren Ärzte und Wissenschaftler über die gesundheitsschädigende Wirkung solcher [elektromagnetischen] Felder. Vermutlich erzeugen sie im Körperinneren schwache Ströme und beeinflussen dort nicht nur Herzschrittmacher, sondern auch das Verhalten der Körperzellen selbst. [Süddeutsche Zeitung, 11.01.1992]
●
und mit der elektrische Geräte wie Lampen, Computer, Telefone usw. betrieben werden
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: billiger, teurer, grüner, sauberer, überschüssiger Strom
als Akkusativobjekt: Strom erzeugen, produzieren, [ins Netz] einspeisen, speichern, sparen, verbrauchen; den Strom anschalten, abschalten, abstellen, ausschalten
in Präpositionalgruppe/-objekt: [eine Leitung, ein Zaun] steht unter Strom
mit Präpositionalgruppe/-objekt: Strom aus der Steckdose, aus Batterien, Biomasse, [erneuerbaren] Energien, Kernkraftwerken, Kohle, Sonne‍(nenergie), Wasserkraft, Wind‍(kraft)
als Aktivsubjekt: der Strom fällt aus
Beispiele:
Strom, Gas und Heizöl waren im Oktober billiger als vor einem Jahr und auch billiger als vor einem Monat. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2023]
Beim Thema Sonnenstrom oder Photovoltaik (PV) lohnt sich vor allem die Eigenstromnutzung. Eine PV‑Anlage produziert zuverlässig umweltfreundliche Energie bei Sonnenschein. Der überschüssige Strom, der nicht selbst verbraucht werden kann, fließt normalerweise ins öffentliche Stromnetz. [Aachener Zeitung, 12.08.2024]
Die Akkus moderner E‑Autos speichern in der Regel 50 bis 100 kWh Strom. [Thurgauer Zeitung, 07.10.2023]
Die »Azamara Quest« trieb laut Reederei rund 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nach dem Brand sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. [Der Standard, 31.03.2012]
Die BEWAG hat mir den Strom abgeschaltet, weil ich statt am 2. erst am 10. Oktober die Rechnung bezahlt habe. [Berliner Zeitung, 09.11.1963]
2.
oft gehoben breiter, großer Fluss
Beispiele:
Mal ist der Rhein mächtiger Strom, ungestüme Natur, mal gemächliches Rheinlein. [Luzerner Zeitung, 02.12.2023]
Hauptdarstellerin Leanne ist selbst in St. Louis geboren, dort, wo Missouri und Mississippi zu dem majestätischen, trägen Strom zusammenfließen, der die Geschichte trägt[…]. [Frankfurter Rundschau, 21.07.2021]
Gemächlich fließt der Strom der Nordsee entgegen. Davon ist etwa 200 Kilometer von der Mündung [der Elbe] entfernt natürlich noch nichts zu ahnen. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 10.05.2023]
Lisa ging wieder ans Fenster, sah hinunter auf den Nil, den breiten Strom, der die Stadt teilte und gelassen dahinfloß, wie zum Hohn auf die tosende Geschäftigkeit an seinen Ufern. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora. München: Heyne 1997 [1996], S. 231]
Bis auf den Riesen unter den Strömen, den Amazonas, existiert in diesen Tagen kaum noch ein wichtiger Fluß der Erde, an dem nicht wasserbauliche Maßnahmen größeren Ausmaßes durchgeführt wurden oder geplant sind. [Neue Zeit, 30.06.1983]
●
bildlich Reihe von zeitlich aufeinanderfolgenden Ereignissen, Vorgängen
Kollokationen:
mit Genitivattribut: der Strom der Ereignisse, der Geschichte, des Lebens, der Zeit
Beispiele:
Aber sind wir nicht alle, bildlich gesprochen, Niemande im Strom der Zeit, die kurz mal in ein Bild drängen, um bald darauf wieder in Vergessenheit zu geraten? [Der Standard, 07.08.2009]
Wir leben in einem ständigen Strom der Ereignisse, der uns den Blick auf die wirklichen Probleme verstellt. [Neue Osnabrücker Zeitung, 26.10.2019]
Im ständigen Strom der Geschichte, der alle Wegmarken mit sich reisst, braucht es Punkte der Vergegenwärtigung, um das Weltgeschehen wieder fassbar zu machen selbst wenn die Anlässe manchmal willkürlich erscheinen mögen. [Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2011]
Im Strom des Vergessens war der größte Teil meines Lebens untergegangen, mitgetrieben unter den vielen Ereignissen, die ein Mensch in seiner Seelenfabrik nicht mehr verarbeiten kann. [Kolb, Ulrike: Roman ohne Held. Stuttgart: Klett-Cotta 1997, S. 189]
Und wenn sie so in der fremden Stadt, die nicht ihre Heimat war, unter der unbekannten Menge sich vom Strom des Lebens mittragen ließ, kamen ihr weitgespannte Empfindungen. [Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. Berlin: Directmedia 2001 [1915]]
3.
Bewegung des Wassers (innerhalb eines Gewässers) oder der Luft o. Ä. in eine Richtung
Synonym zu Strömung (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein reißender Strom
in Präpositionalgruppe/-objekt: gegen den, mit dem Strom paddeln, rudern, schwimmen
Beispiele:
In Form eines reißenden Stroms ergoss sich das lehmbraune Regenwasser über den Fuß‑ und Radweg in einen Graben auf der östlichen Straßenseite. [Hamburger Abendblatt, 04.01.2024]
Michel R[…] steht im Wasser, es reicht ihm bis zu den Knien, in seinen riesigen Stiefeln stakst er langsam gegen den Strom durch einen kleinen Bach im Berner Oberland[…]. [Basler Zeitung, 05.12.2022]
Der Riesenvogel [Argentavis magnificens] konnte die Kraft seines Flügelschlags also nur kurzzeitig nutzen, um Höhe zu gewinnen oder um seine Flughöhe zu halten. Dann musste er thermische Ströme oder andere Aufwinde finden, um in der Luft bleiben zu können und weiter von oben nach Beute Ausschau halten zu können – so wie der heute lebende Andenkondor, der als größter Flugvogel Südamerikas ebenfalls Schwierigkeiten hat, in der Luft zu bleiben. [Der Spiegel, 03.07.2007 (online)]
Immer bedacht auf eventuelle Ströme kühler Zugluft, die ihrer Stimme zusetzen könnten, sitzt die zierliche Frau […] ein wenig zusammengekauert im Sessel eines Saarbrücker Hotels und fragt leise, wie warm es denn draußen sei. [Saarbrücker Zeitung, 08.07.2004]
Zwischen einem Sturmtief über dem Ostseeraum und einem Hoch über dem Atlantik fließt in breitem Strom Kaltluft aus Norden nach Deutschland. [Neue Zeit, 19.03.1961]
4.
übertragen große, aus einer bestimmten Richtung kommende, sich in eine bestimmte Richtung bewegende MengeeWDG, 1976
Kollokationen:
mit Genitivattribut: der Strom der Perseiden, Perseïden
Beispiele:
Immer von Anfang bis Mitte August kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubspur, die ein Komet namens 109P/Swift‑Tuttle vor langer Zeit hinterlassen hat: den Strom der Perseiden. Mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde ist der Perseiden‑Meteorschauer das Sternschnuppen‑Ereignis des Jahres. [Luzerner Zeitung, 26.07.2024]
Sogenannte pyroklastische Ströme – sich sehr schnell ausbreitende Flüsse aus heißer Asche, Gestein und Gas – ergossen sich ins Meer und bildeten bis zu 150 Meter mächtige Ablagerungen in den umliegenden Meeresbecken. [Der Tagesspiegel, 07.02.2024]
Von den mächtigen Gletschern Mitteleuropas gespeiste Ströme [von Eis] führten [in der letzten Eiszeit] riesige Mengen Geröll mit sich und zerkleinerten es allmählich zu Sand. Dieser wurde vom Wind verblasen und lagerte sich im Gebiet zwischen March und Donau ab. [Der Standard, 30.09.2001]
Einer der Pizzaöfen war geplatzt, ein Strom von rotglühenden Kohlestücken ergoß sich ins Lokal. [Moers, Walter: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär. Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 518]
a)
von Flüssigkeiten
Kollokationen:
mit Präpositionalgruppe/-objekt: Ströme von Blut, Schweiß, Sekt, Tränen
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. ergießt sich, etw. fließt, es regnet in Strömen
Beispiele:
Sie versucht, Haltung zu bewahren, aber die Tränen fließen in Strömen über ihr Gesicht. [Die Welt, 26.08.2015]
Scherben fliegen, Farbe ergießt sich in Strömen über die Leinwand. [Frankfurter Rundschau, 25.06.2024]
Der Schweiß rann den Jungs und den drei Mädchen in Strömen über die Stirn, doch das konnte die gut 80 Kinder auf dem Birkunger Sportplatz nicht in ihrem Tatendrang stoppen. [Thüringer Allgemeine, 23.08.2023]
Er fühlte eine kleine, aber brennende und offenbar heftig blutende Wunde über seiner linken Augenbraue, und auch aus seinem Haaransatz sickerte ein warmer, klebriger Strom. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor. Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 312]
Jetzt aber goß es in Strömen, kein warmer Regen, sondern ein eiskalter. [Neue Zeit, 07.08.1949]
bildlich Trotz der schwülen Sommerhitze waren die Tischreihen auf dem Stadtplatz dicht gefüllt, es gab Essen und Brotzeit für jeden Geschmack, Bier und Radler flossen in Strömen, Musiker sorgten auf vier Bühnen für die passende Unterhaltung und die Besucher waren fröhlich gestimmt. [Landshuter Zeitung, 29.07.2024]
b)
von Menschen, Fahrzeugen
Kollokationen:
mit Präpositionalgruppe/-objekt: ein Strom von Flüchtlingen
mit Genitivattribut: der Strom der Besucher, Passanten, Pendler, Pilger, Touristen
Beispiele:
Heute wälzen sich Ströme von Autos und Touristen durch das Gebiet. [Der Tagesspiegel, 07.06.2024]
Der Strom der Menschen, die sich aus anderen Teilen der Welt auf der Suche nach Schutz und Sicherheit oder nach wirtschaftlichen Perspektiven nach Europa aufmachen, reißt nicht ab. [Landshuter Zeitung, 06.09.2023]
Auch Firmen kalkulieren längst damit, dass sie Büroraum und damit Kosten einsparen können, wenn sie [Arbeiten im Homeoffice erlauben und] nicht mehr für jeden Mitarbeiter einen dauerhaften Arbeitsplatz bereithalten müssen. Es ist aber auch für die Umwelt besser, wenn der Strom von Pendlern nachlässt. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.2021]
Es gelang ihm irgendwie, sich aus dem Strom der Fliehenden zu lösen und stehenzubleiben. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor. Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 321]
Seit Tagen durchzieht ein nicht endender Strom von Flüchtlingen die Straßen. Verhetzt, verstört, verängstigt und ratlos, bis zum letzten Augenblick in Unwissenheit gelassen, haben sie einen plötzlichen und kopflosen Aufbruch hinter sich. [Berliner Zeitung, 10.02.1948]
c)
bildlich große Menge von (auch abstrakten) Dingen, die nach und nach irgendwohin gelangt
Beispiele:
Der Strom der Fragen reißt nicht ab, mit denen die Leser der »Zeit«‑Kolumne »Stimmt’s?« den Autor Christoph Drösser löchern … [Im Kontext: 2. Juli 2010, 02.08.2010, aufgerufen 14.06.2023]
Auch der Strom von Geld, Benzin und Nahrung aus dem Ausland – der Jemen importiert 90 Prozent seiner Lebensmittel – könnte versiegen und die Hungersnot näherrücken lassen. [Reutlinger General-Anzeiger, 02.12.2020]
Ein Angebot, das sich ausschließlich an bedürftige Menschen richtet – und das nur dank eines unermüdlichen ehrenamtlichen Engagements und eines schier endlosen Stroms von Spenden realisieren lässt. [Hamburger Abendblatt, 06.11.2009]
Der Netzwerker hätte im Internet sein Medium gefunden: Anonymität bei weltweiter Reichweite; Eintauchen in einen gleichförmigen Strom von Worten, Bildern, Gesichtern, abhängig nur von der Kapazität der Maschinen. [Frankfurter Rundschau, 06.08.2008]
Ein Strom von Zuschriften ergoß sich in jenen Tagen in die Redaktionsbüros der großen Zeitungen des Landes. [Die Zeit, 09.01.1958]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Strom · strömen · Strömung · Stromlinie · Stromlinienform
Strom m. ‘großer breiter Fluß, Strömung’, ahd. stroum (8. Jh.), mhd. stroum, strōm, strām ‘Fluß, Strömung’, asächs. strōm, mnd. strōm(e), mnl. nl. stroom, afries. strām, aengl. strēam, engl. stream, anord. straumr, schwed. ström (germ. *strauma-), Bildungen mit dem Suffix ie. -mo- gegenüber griech. rhé͞uma (ῥεῦμα) ‘das Fließen’, russ. (älter) strúmen’ (струмень) ‘Bach’, lett. straume ‘Strom’ mit dem Suffix ie. -men-; alle lassen sich mit aind. srávati ‘strömt, fließt’, griech. rhé͞in (ῥεῖν, aus *ῥεϝειν) ‘fließen, strömen’, lit. sravė́ti ‘gelinde fließen, rieseln, sickern’, aslaw. ostrovъ ‘Insel, Bach’, russ. óstrov (остров) ‘Insel’, eigentlich ‘Umflossenes’, verbinden und mit diesen auf ie. *sreu- ‘fließen’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’, die in lat. serum (s. Serum) und griech. hormā́n (ὁρμᾶν) (s. Hormon) vorliegt. Die germ. (teilweise auch die slaw. und balt.) Formen zeigen t-Einschub zwischen s und r. Die im Mhd. bestehenden Vokalschwankungen (s. oben) setzen sich im Nhd. fort, bis sich im 17. Jh. Strom durchsetzt. Strom bedeutet zunächst ‘schnell fließendes Wasser’ ohne Beachtung seiner Größe, dann (frühnhd.) ‘großer Fluß mit starker Strömung’ (als Synonym neben Fluß), danach (18. Jh.) ‘großer breiter Fluß’ (ohne Berücksichtigung der Art seiner Strömung). Daneben bleibt bis ins 19. Jh. die Verwendung im Sinne von ‘Strömung’ erhalten. Seit dem 18. Jh. begegnet übertragener Gebrauch für eine ‘sich in einer Richtung bewegende Menschen- und Volksmenge’, in der Physik für die fließend vorgestellten magnetischen Kräfte bzw. galvanischen, elektrischen Ladungen. Allgemeinsprachlich steht Strom für ‘Elektrizität’. Vom Substantiv abgeleitet strömen Vb. ‘breit und gewaltig dahinfließen’ (16. Jh., geläufig erst seit dem 18. Jh.). Strömung f. ‘gleichmäßig fließende Bewegung des Wassers’ (Ende 17. Jh., geläufig gegen Ende des 18. Jhs.), übertragen ‘historisch bedingte geistige Grundhaltung, Einstellung oder Bewegung, Tendenz’ (Mitte 19. Jh.). Stromlinie f. ‘Stromverlauf’, in der Physik eine Linie, die den Verlauf einer Strömung angibt (19. Jh.). Stromlinienform f. Konstruktionsprinzip für Fahrzeuge zur besseren Überwindung des Reibungswiderstandes (20. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Geografie
Lauf · Strom · Strömung
Unterbegriffe
  • Brandungsrückstrom · Rippstrom · Rippströmung · Trecker
  • thermohaline Zirkulation  ●  globales Förderband ugs.
  • Japanstrom  ●  Kuroshio japanisch
Assoziationen

Schwall · Strom · Wasserschwall

Physik
Elektrizität · Strom · elektrischer Strom  ●  Saft ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Geografie
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Borysthenes historisch, griechisch · Danaper historisch, lat., griechisch · Danapris historisch, lat., griechisch · Dnepr russisch · Dnipro ukrainisch · Dnjapro belarussisch, weißrussisch · Dnjepr russisch
  • Mittellauf
  • Flussmündung · Mündung
  • Unterlauf
  • Etsch  ●  Ades trentinisch · Adesc ladinisch · Adige ital. · Adisch rätoromanisch · Atagis historisch, griechisch · Athesinos historisch, griechisch
  • Dülmende  ●  Tagliamento ital.
  • Po · Po-Fluss  ●  Padus historisch, lat. · Pfad veraltet
  • Seine franz. · Sequana lat.
  • Rhodanus lat. · Rhone feminin · Rhône franz., maskulin · Rodano ital. · Rotten maskulin
  • Donau · Donaustrom  ●  Danuvius lat., historisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Strom‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Strom‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Strom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Strom>, abgerufen am 03.11.2026.

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