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Tatort: Winterschach

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Folge 212 der Reihe Tatort
Titel Winterschach
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
LÀnge 88 Minuten
Produktions­unternehmen
  • Telefilm Saar GmbH
  • fĂŒr den SR
Regie Hans-Christoph Blumenberg
Drehbuch Manfred Jacobs
Produktion Martin Buchhorn
Musik JĂŒrgen Wolter
Kamera Wolfgang Dickmann, Daniel Koppelkamm
Schnitt Monika Solzbacher
Premiere 13. Nov. 1988 auf Deutsches Fernsehen
Besetzung
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Winterschach ist der 212. Fernsehfilm der Krimireihe Tatort und der achte vom SaarlÀndischen Rundfunk produzierte Tatort. Die Erstausstrahlung fand am 13. November 1988 statt. Es ist der zweite Fall mit Kommissar Palu als Ermittler. Palu hat es mit dem Mord an einem Psychiater und dem Mordanschlag auf einen Exilpolitiker sowie auslÀndischen geheimdienstlichen TÀtigkeiten auf deutschem Boden zu tun.

Der in SaarbrĂŒcken im Exil lebende lateinamerikanische Professor Luiz Santos ist physisch und psychisch durch die ihm von der MilitĂ€rjunta in seiner Heimat zugefĂŒgte Folter gezeichnet. An der UniversitĂ€t SaarbrĂŒcken lehrt er ĂŒber die Literatur im Schatten der Diktatur in seiner Heimat. Santos wird von seinem Landsmann Gimenez, einem Geheimdienstmann der MilitĂ€rdiktatur, kontaktiert. Dieser kĂŒndigt an, dass es in ihrem Heimatland demnĂ€chst freie Wahlen geben und Santos als Kandidat seiner Sozialistischen Partei gegen den Diktator kandidieren solle. Santos lehnt ab, da er ohnehin nicht an eine wirklich demokratische Wahl glaubt. Doch Gimenez setzt ihn mit dem Wissen unter Druck, dass Santos seinerzeit unter Folter seine Parteigenossen verraten habe. Die Junta wĂŒrde dies publik machen und seinen Ruf nicht nur in der Heimat ruinieren, wenn er nicht mitspielte. Widerwillig stimmt Santos einer Kandidatur zu. Santos sucht seinen Psychiater Dr. von Heiden auf, bei dem er wegen seiner Traumata in Behandlung ist. Er erzĂ€hlt diesem von dem Druck, der auf ihm laste, die Junta spiele eine Art Schachpartie mit ihm, die er kaum gewinnen könne. WĂ€hrend abends Santos seiner LebensgefĂ€hrtin Laura Meister von seinen PlĂ€nen erzĂ€hlt, wird von Heiden von Gimenez ermordet, seine Aufzeichnungen zu Santos werden geraubt.

Palu und seine Assistenten werden am nĂ€chsten Morgen zum Tatort gerufen, Palu findet auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht von Santos, aber keine dazugehörige Patientenakte in den Unterlagen des Ermordeten. Laura schlĂ€gt unterdessen Santos vor, seine Vorlesungen abzusagen und mit ihm in den Urlaub zu fahren, um ihn von seinen KandidatenplĂ€nen abzulenken. Gimenez erfĂ€hrt durch eine Wanze in Santos’ Telefon von den UrlaubsplĂ€nen, er entfĂŒhrt Santos, lĂ€sst ihn zusammenschlagen und droht, dass seiner Freundin Laura etwas zustoßen könnte, wenn er fliehe. Zudem deutet er an, von Heiden ermordet zu haben, Santos habe keine andere Wahl, als zu kandidieren. Palu sucht Santos kurz darauf zu Hause auf, um ihn ĂŒber von Heiden zu befragen. Santos behauptet, sich die Verletzungen durch einen Sturz zugezogen zu haben, er bestĂ€tigt, ein Patient von Heidens gewesen zu sein, weitere Angaben macht er nicht. Palu kann recherchieren, dass Santos Erziehungsminister einer demokratisch gewĂ€hlten Regierung war, bis das MilitĂ€r putschte. Eine radikale sozialistische Exilgruppe in SaarbrĂŒcken um Maria Casals sieht in den RĂŒckkehrplĂ€nen Santos’ einen Verrat, Maria will Santos daher umbringen, solange er noch in SaarbrĂŒcken ist. Santos spĂŒrt, dass er aufgrund seiner Kandidatur den RĂŒckhalt in der Exil-Gemeinde verloren hat. Auf einem Winterspaziergang will er sich erschießen, wird aber von spielenden Kindern gestört. Zwei Landsleute aus der Gruppe um Maria Casals schießen Santos kurz darauf auf offener Straße nieder, er ĂŒberlebt schwer verletzt.

Maria Casals gelingt es trotz Polizeischutz, als Schwester verkleidet Zutritt zu Santos’ Zimmer zu bekommen. Sie versucht, ihn mit einer Injektion zu töten, wird aber von Gimenez’ Gehilfen getötet. Die Prostituierte Sylvie, die die AttentĂ€ter von Santos hat davonlaufen sehen, sagt Palu gegenĂŒber am nĂ€chsten Tag aus, dass sie den SchĂŒtzen flĂŒchtig kennt. Unterdessen suchen Gimenez und sein Gehilfe die Genossen von Maria auf, Gimenez’ Gehilfe tötet sie, wird anschließend aber seinerseits von Laura erschossen. Palu trifft mit seinen Kollegen ein und kann Gimenez festnehmen, wĂ€hrend Laura flieht. In Gimenez’ Wagen finden die Beamten die Videokassette, die die Folter und den dadurch erzwungenen Verrat Santos’ belegen. Palu spricht Santos im Krankenhaus darauf an, der sagt aus, dass seine politischen Freunde ihn davor schĂŒtzen wollten, eine Marionette der Junta zu werden. Kurz darauf ruft Laura Meister im Krankenzimmer an, Palu geht ans Telefon. Im Glauben, mit Santos zu sprechen, sagt sie ihm, dass ihr der Mordanschlag leid tue, sie sei von den anderen ĂŒberstimmt worden. Palu wird klar, dass Laura Santos’ PlĂ€ne an die Genossen verraten und beim Mordkomplott mitgewirkt hat, er lĂ€sst sie zur Fahndung ausschreiben. Laura gelingt es, sich trotz der Fahndung nach Moskau abzusetzen, wĂ€hrend Santos im Krankenhaus seinen Verletzungen erliegt. Kurz darauf verkĂŒndet der General der MilitĂ€rjunta, dass die „freien“ PrĂ€sidentschaftswahlen nunmehr mit ihm als einzigem Kandidaten stattfinden wĂŒrden.

Die Episode wurde zwischen dem 22. Februar und dem 29. MĂ€rz 1988 in SaarbrĂŒcken und Umgebung gedreht.Winterschach sollte die menschenverachtenden Methoden von MilitĂ€rdiktaturen im Allgemeinen anprangern, bekam bei der Ausstrahlung unverhofft durch die damaligen Ereignisse in Chile eine politisch-aktuelle Brisanz.[1]

Der Turm, auf dem sich Prof. Santos mit dem Geheimdienstmitarbeiter Gimenez trifft, ist der Schwarzenbergturm in SaarbrĂŒcken. In einer Einstellung sieht man die Fechinger TalbrĂŒcke, ĂŒber die die A6, SaarbrĂŒcken-Waidhaus, verlĂ€uft.

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm beurteilen diesen Tatort positiv mit „Palu nutzt seine kombinatorischen Gaben“.[2]

Einzelnachweise

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  1. ↑ tatort-fundus.de: Produktion und Besonderheiten
  2. ↑ Tatort: Winterschach. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 9. Januar 2022.