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Pennsylvania Railroad

Gesichtet
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Logo der PRR

Die Pennsylvania Railroad (PRR) war eine US-amerikanische Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Philadelphia. Sie wurde 1846 gegrĂŒndet und existierte bis zur Fusion mit der New York Central Railroad im Jahre 1968. Ihr etwa 10 000 Meilen langes Streckennetz lĂ€sst sich wie folgt umschreiben: ein Mann, dessen Kopf sich in Philadelphia befand, dessen Arme nach Washington, D.C. und New York City reichten und dessen Beine sich bis nach Chicago und St. Louis erstreckten. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war sie, an Verkehrsleistung und Umsatz gemessen, die grĂ¶ĂŸte Eisenbahngesellschaft in den USA. Gleichfalls bezeichnete sie sich selbst fĂŒr eine lange Zeit auch als „Standard Railroad of the World“. Sie wollte Vorbild fĂŒr alle anderen Bahnen sein, und alle anderen Bahnen sollten dem Standard der PRR, dem „gold standard“, nacheifern.

4-6-2 #1737 (Bauart Pacific) der PRR

Bereits 1899 war sie im Besitz von 3594 Lokomotiven, 3847 Personen- und 146 060 GĂŒterwagen.[1] 1916 fĂŒhrte die PRR das Motto „Standard Railroad of the World“ ein. Diese Bezeichnung war nicht unberechtigt, da die Gesellschaft sehr oft eine Vorreiterrolle spielte. Sie war ĂŒber Jahre fĂŒhrend im Bereich Sicherheit und Effizienz. So war sie zum Beispiel die erste Eisenbahn in den USA, die die alten Reisezugwagen mit HolzwagenkĂ€sten durch sicherere Stahlkonstruktionen ersetzte.[2] Sehr frĂŒh hatte die Gesellschaft auch Standardlackierungen eingefĂŒhrt.

Streckennetz 1899
Aktie der Pennsylvania Railroad Company vom 29. Februar 1912

Die wichtigste Hinterlassenschaft der Pennsylvania Railroad ist das elektrifizierte Streckennetz des Northeast Corridor sĂŒdlich von New York. Ab 1910 wurden die Strecken im Raum New York/New Jersey und auf Long Island nach SĂŒdlondoner Vorbild mit Stromschienen versehen. Die Long Island Rail Road wurde bereits 1900 von der PRR aufgekauft. In der Folge konnte 1910 mit der Pennsylvania Station am Madison Square Garden einer der beiden großen, heute noch existierenden New Yorker Bahnhöfe errichtet werden.

Bis 1935 war aber dann die wichtige Reisezugverbindung zwischen New York und Washington mit Oberleitungen elektrifiziert, 1938 folgte die Strecke Philadelphia – Harrisburg, wobei eine Fortsetzung der Elektrifizierung bis Pittsburgh im GesprĂ€ch war. Zum Einsatz im Personenfernverkehr kamen ab 1935 die bis zu 161 km/h schnellen Lokomotiven der Reihe GG1. FĂŒr den Nahverkehr wurden Triebwagen der Reihe MP 54 beschafft und eingesetzt. Die Bauart entsprach zeitgenössischen Reisezugwagen mit einer zusĂ€tzlichen TraktionausrĂŒstung. FĂŒr das Netz der Long Island Rail Road wurden Ă€hnliche Triebwagen fĂŒr den Stromschienenbetrieb beschafft.

Mittlerweile war der Bestand an Rollmaterial stark angestiegen. Am 1. Januar 1939 verfĂŒgte die PRR ĂŒber 4753 Lokomotiven, 6499 Personen- und 238 101 GĂŒterwagen.[3]

In den 1950er Jahren folgten weitere Triebwagen fĂŒr die Oberleitungsstrecken in Inox-Edelstahlbauwiese nach einem der Verfahren der BUDD Company. 1967 bestellte die Pennsylvania neue Triebwagen der Bauart Silverliner II – ebenso in Budd-Bauweise – fĂŒr den Verkehr Philadelphia–Harrisburg, die spĂ€ter bis 2012 im Nahverkehr der Conrail und SEPTA im Raum Philadelphia eingesetzt wurden.

Am 1. Februar 1968 fusionierte die Pennsylvania Railroad mit ihrem langjĂ€hrigen Erzrivalen auf der Verbindung New York – Chicago, der New York Central Railroad, zur Penn Central (PC). Die FusionsgesprĂ€che hatten bereits 1957 begonnen.[4]

Am 31. Dezember 1968 ĂŒbernahm die Penn Central nach Aufforderung durch die Interstate Commerce Commission (ICC) auch den Verkehr der New York, New Haven and Hartford Railroad. 1970 musste die Penn Central ihre Insolvenz erklĂ€ren. Der verbliebene Personenfernverkehr ging auf Amtrak, fĂŒr den Betrieb des Streckennetzes sowie den GĂŒter- und Personennahverkehr wurde Conrail gegrĂŒndet. Nach der Liquidierung von Conrail im Jahre 1999 gingen die meisten Strecken der frĂŒheren „Pennsy“ an die Norfolk Southern ĂŒber.

Lokomotive der Klasse T1
EMD SD40 in North Judson, Indiana (November 1966)

Einen Teil ihrer Dampflokomotiven produzierte die PRR, im Gegensatz zu anderen US-Bahnen, selbst. Mit ihrer LokomotivwerkstĂ€tte in Altoona (Pennsylvania) war sie der viertgrĂ¶ĂŸte Lokomotivbauer in den Vereinigten Staaten. Lokomotiven, die sie nicht selbst baute, stammten zumeist von Baldwin. FĂŒr Baldwin war die PRR außerdem der grĂ¶ĂŸte Abnehmer von Diesellokomotiven.

Die PRR war eine der wenigen amerikanischen Eisenbahngesellschaften, die sich gelegentlich auch Anregungen von europĂ€ischen Lokomotivbauern holte, um fĂŒr ihren eigenen Lokomotivbau daraus zu lernen. Sie kaufte 1889 eine Lokomotive der Dreadnought-Klasse der britischen London and North Western Railway (PRR Nr. 1320)[5] und 1903 bei der französischen SociĂ©tĂ© alsacienne de constructions mĂ©caniques (SACM) eine von Alfred de Glehn entworfene Verbundlokomotive der Baureihe Atlantic Nord, die zuvor schon bei verschiedenen französischen Eisenbahngesellschaften erfolgreich im Einsatz war (PRR Nr. 2512).[6]

Die 1939 gebaute Lokomotive der Klasse S1 war die mit Abstand grĂ¶ĂŸte und leistungsfĂ€higste Schnellzug-Dampflokomotive der Welt und auch die einzige mit der Achsfolge 3’BB3’.[7] Mit der 1944 gebauten S2 besaß die PRR zudem die leistungsfĂ€higste je gebaute Dampfturbinenlokomotive.

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Einzelnachweise

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  1. ↑ Evolution of the railway, Triumphs and wonders of the 19th century, A. J. Holman & Co., 1899, S. 645.
  2. ↑ The Pennsylvania Railroad. In: Railway Wonders of the World. Teil 22, 28. Juni 1935 (railwaywondersoftheworld.com).
  3. ↑ Modern Locomotives and Cars 1939 – Pennsylvania Railroad. Abgerufen am 26. April 2022 (englisch).
  4. ↑ Joseph R. Daughen, Peter Binzen: The Wreck of the Penn Central. 1973, ISBN 978-1-893122-08-6, S. 52–57 (englisch).
  5. ↑ LNWR Dreadnought und Teutonic Class. In: Britische Bahn Wiki. Wikidot.com, 2. Dezember 2024, abgerufen am 29. April 2026.
  6. ↑ Verbunddampflokomotiven nach Bauart de Glehn Typ Atlantic Nord. Abgerufen am 26. April 2022.
  7. ↑ Raymond Loewy-Locomotives. The Avanti, archiviert vom Original am 27. September 2007; abgerufen am 26. April 2022.