Medelon
Medelon Stadt Medebach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 10âČ N, 8° 40âČ O |
| Höhe: | 376 m |
| FlĂ€che: | 10,21 kmÂČ |
| Einwohner: | 579 (28. Feb. 2021)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 57 Einwohner/kmÂČ |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1969 |
| Postleitzahl: | 59964 |
| Vorwahl: | 02982 |
Luftbild (2013) | |


Medelon ist ein Stadtteil von Medebach im Hochsauerlandkreis (NRW).
Medelon liegt 4 km sĂŒdwestlich der Kernstadt Medebach auf einer Höhe zwischen 380 und 750 m an der Orke mit 579 Einwohnern (Stand Februar 2021).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wurde im Jahr 1280 zum ersten Mal urkundlich erwĂ€hnt. Politisch gehörte der Ort im Mittelalter zu verschiedenen Freigrafschaften. WĂ€hrend des Bestehens der Kanonie der KreuzbrĂŒder zu Glindfeld (1499â1803) waren die BrĂŒder fĂŒr die Pfarrseelsorge zustĂ€ndig.
Zweiter Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zweiten Weltkrieg fielen 39 Medeloner, zumeist an der Ostfront, als Soldaten oder starben in Gefangenschaft.[2]
Am Vormittag des 29. MĂ€rz 1945 fuhren fliehende deutsche Soldaten mit ihren Fahrzeugen durch Medelon Richtung Medebach. WeiĂe Fahnen wurden unter anderem an der Kirche angebracht. Ein mahlendes GerĂ€usch kĂŒndigte die Ankunft der US-Panzer an. Um 12:15 Uhr erreichte der erste von ihnen das Dorf. Eine Kolonne mit Panzern, PanzerspĂ€hwagen, LKWs und Jeeps durchfuhr das Dorf. Einige Fahrzeuge hielten. Zigaretten, Schokolade und Bonbons wurden verschenkt. Vier Panzer, darunter ein von den US-Truppen erbeuteter deutscher Tiger-Panzer, und 32 Soldaten verblieben im Ort. Am 31. MĂ€rz ertönte morgens zuerst Maschinengewehrfeuer und ein deutsches SturmgeschĂŒtz mit Infanterie drang ins Dorf ein. Der Tiger-Panzer wurde durch Treffer einer Panzerfaust zerstört. Die Bevölkerung floh aus dem Dorf. Da die US-Soldaten VerstĂ€rkung, dabei auch Panzer, erhielten, konnte die Wehrmacht den Ort nicht zurĂŒckerobern und zog sich zurĂŒck. Bei diesem Kampf kamen acht US-Soldaten und fĂŒnf deutsche um. Ein gefangen genommener deutscher Oberstleutnant tötete sich selbst. Die gefallenen Deutschen wurden auf dem Dorffriedhof begraben. Am 1. April, dem Ostersonntag, kam es wĂ€hrend der Messe zu einem erneuten kurzen Angriff. Durch Beschuss deutscher Artillerie wurden am 2. April einige GebĂ€ude beschĂ€digt und eine Frau verwundet. Am 4. April erschoss ein US-Soldat einen Dorfbewohner, als dieser auf Anruf nicht stehen blieb. Es kam im Dorf zu einigen PlĂŒnderungen durch US-Soldaten. Die Dorfbewohner versorgten nun zeitweise in den WĂ€ldern versteckte deutsche Soldaten.[3]
Gegenwart
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. Juli 1969 wurde Medelon durch das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Brilon nach Medebach eingemeindet.[4]
Sehenswertes
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Sehenswert ist die 1910 erbaute neugotische Bruchsteinkirche St. Engelbert. Das Ă€lteste Haus im Ort ist das âNiggemesâ-Fachwerkhaus von 1774.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaftlich war Medelon bis weit ins 20. Jahrhundert ĂŒberwiegend forst- und landwirtschaftlich geprĂ€gt. Heute ist der Ort stark vom Tourismus abhĂ€ngig. In der NĂ€he verlĂ€uft unter anderem der Rothaarsteig, Strecken der Bike Arena Sauerland sowie verschiedene Wintersportmöglichkeiten.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939â1945 â Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Ortsteile. Abgerufen am 27. September 2022.
- â Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939â1945. 1955, Ehrentafel Abschnitt Medelon, S. 212â216.
- â Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939â1945. 1955, Abschnitt Medelon, S. 33â36.
- â Martin BĂŒnermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 89.
