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Kreuzwertheim

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Wappen Deutschlandkarte
Kreuzwertheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kreuzwertheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 46′ N, 9° 31′ OKoordinaten: 49° 46′ N, 9° 31′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Kreuzwertheim
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 19,99 km²
Einwohner: 3776 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97892
Vorwahl: 09342
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 151
Marktgliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Lengfurter Straße 8
97892 Kreuzwertheim
Website: kreuzwertheim.de
Erster Bürgermeister: Klaus Thoma[2] (parteilos)
Lage des Marktes Kreuzwertheim im Landkreis Main-Spessart
KarteHessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraBurgjoß (gemeindefreies Gebiet)Burgjoß (gemeindefreies Gebiet)SchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis Schweinfurt
Karte
Kreuzwertheim

Kreuzwertheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kreuzwertheim, deren Mitglied es ist.

Der Markt liegt südwestlich der Bundesautobahn 3 am Rande des Spessarts und gegenüber der baden-württembergischen Stadt Wertheim. Im Uferbereich des Mains gibt es Feucht- und Trockenwiesen. Auf den südlichen Talhängen befinden sich Weinberge oder Streuobstwiesen auf ehemaligen Weinbauterrassen, ansonsten sind die Talhänge mit Wald bewachsen. Das Gemeindegebiet ist zu einem großen Teil bewaldet und wird landwirtschaftlich genutzt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 352 m ü. NHN (Lage) am Pfadsberg nordwestlich von Röttbach, der niedrigste liegt im Main auf 134 m ü. NHN (Lage).

Gemeindegliederung

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Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Kreuzwertheim, Röttbach, Unterwittbach und Wiebelbach.[5]

Nachbargemeinden

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Gemeinde
Schollbrunn
Stadt
Marktheidenfeld
Gemeinde
Hasloch
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Markt
Triefenstein
Stadt
Wertheim

Frühgeschichte und Siedlungsumfeld

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Das Gebiet des heutigen Kreuzwertheim war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde, insbesondere steinzeitliche Keramik und Steinwerkzeuge, belegen eine frühe Nutzung des Himmelreich in der Mainschleife als Siedlungsraum.[6] Bei den Grabungen fand man im Himmelreich fast 2.000 Einzelfunde. 1982 sogar 137 römische Münzen aus der Zeit von 337 n. Chr. – 410 n. Chr. Keine besondere Bedeutung für das frühe Siedlungsumfeld ist die Wettenburg, ein Weiler in der Mainschleife, direkt gegenüber der ehemaligen Furt bei Urphar, erstmals erwähnt 1305. Bis in das 15. Jahrhundert hinein ist die Wettenburg mehrfach als Weiler und schließlich als Wüstung schriftlich bestätigt. Die Anlage im Himmelreich ist als mehrphasiger Siedlungsplatz vom Jung-Neolithikum (4.400 vor Chr.) bis in die Völkerwanderungszeit (bis 568 nach Chr.) belegt und zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundplätzen der Region.[7] Wobei Dieter Neubauer bei seiner Dissertation im Jahr 2000 den falschen Ort, den ehemaligen Weiler Wettenburg bei der Furt gegenüber Urphar, in dem Titel erwähnt. Die Lage des Himmelreich in der Mainschleife bildete eine dauerhaft genutzte Siedlungs- und Verkehrsachse. Die vorzeitliche Heerstraße heristraza, erstmals 839 erwähnt, verlief durch das Himmelreich. Der Spessartbund nannte diese Straße im 20. Jhd. dann Heunweg, warum auch immer, nicht nachvollziehbar.

Früh- und Hochmittelalter

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Die frühmittelalterliche Quellenlage ist unsicher. Eine mögliche Nennung eines Ortes „Werdheim“ in einer Fuldaer Urkunde des späten 8. Jahrhunderts ist in der Forschung umstritten.[8]

Im Hochmittelalter gehörte das Gebiet zur Herrschafts- und Einflusszone der Grafen von Wertheim, die im 12. und 13. Jahrhundert die territorialen Strukturen am mittleren Main prägten, insbesondere durch den Bau der Burg Wertheim ab dem Jahr 1180.[9] Die Siedlung stand insofern stets in engem funktionalem Zusammenhang mit der sich entwickelnden Stadt Wertheim.

Die ursprüngliche Siedlungsbezeichnung „Werdheim“ wird in der lokalen Überlieferung als „Heimstatt am sicheren Ufer“ gedeutet und verweist auf die Lage der frühen Siedlung am Hochufer des Mains im Übergangsbereich zwischen Spessart und Odenwald. Die naturräumliche Situation an der Grenze zwischen offener Flusslandschaft und bewaldeten Mittelgebirgen gilt dabei als prägend für die frühe Standortwahl der Siedlung.

Aus der frühen Siedlung „Werdheim“ entwickelte sich im Mittelalter eine Urpfarrei des südöstlichen Spessartraumes, die ab 993 dem Hochstift Würzburg unterstand. In diesem Zusammenhang wird auch die Marktrechtsverleihung an „Werdheim“ durch König Heinrich II. vom 22. Oktober 1009 traditionell in Bezug zur frühen Ortsentwicklung gestellt.[10]

Der Zusatz „Kreuz-“ entstand im 14. Jahrhundert, am 21. September 1311 wurde das „dorf heiligen crüces wertheim“ erwähnt. Zur Unterscheidung von der sich auf der gegenüberliegenden Mainseite entwickelnden Siedlung, die später zur Stadt Wertheim wurde und den ursprünglichen Namen übernahm. Für den rechtsmainischen Ort setzte sich daher die Bezeichnung „Kreuzwertheim“ durch. Seit dem 13. Jahrhundert sind zur Unterscheidung der beiden Siedlungen zahlreiche Namensformen belegt, die auf das Kreuz Bezug nehmen, darunter „Crucwertheim“, „Heiligen-Creuzeswertheim“, „Zum Creuz“ oder verkürzt „Creütz“. Mit der Verleihung des Stadtrechts an die linksmainische Siedlung im Jahr 1306 verfestigte sich die funktionale und sprachliche Trennung der beiden Orte, wodurch der Name „Kreuzwertheim“ dauerhaft etabliert wurde.

Der Namensbestandteil wird mit einem markanten Kreuz im Ortskern in Verbindung gebracht, das sich im Bereich des historischen Marktplatzes befindet. Dieses sogenannte Marktkreuz wird als ortsbildprägendes Element beschrieben.[11]

Der Bayerische Denkmal-Atlas weist das Objekt als Bestandteil des denkmalgeschützten Ortsbilds aus, ohne jedoch eine gesicherte etymologische Ableitung des Ortsnamens festzulegen.[12] Die genaue Herleitung des Ortsnamens bleibt daher unsicher.

Vergleichbare „Kreuz-“Bildungen werden in der namenkundlichen Forschung häufig mit Flur-, Markt- oder Wegkreuzen sowie christlichen Siedlungszeichen in Verbindung gebracht.

Steinernes Kreuz auf dem historischen Marktplatz

Mittelalterliche Entwicklung

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Im Zuge der Stadtentwicklung von Wertheim gewann der rechtsmainische Siedlungsraum eine ergänzende Funktion im regionalen Wirtschaftsgefüge. Mit der Verleihung des Stadtrechts an Wertheim im Jahr 1306 verstärkte sich dessen Stellung als regionales Zentrum, was auch Auswirkungen auf die umliegenden Siedlungen am Main hatte. Die Entwicklung blieb eng an die Lage am Main als Verkehrs- und Handelsachse gebunden.

Kreuzwertheim blieb bis zum Ende des Alten Reiches Teil der Grafschaft Wertheim bzw. ihrer nachfolgenden Territorien. Im Zuge der Reformation setzte sich im 16. Jahrhundert das evangelische Bekenntnis durch. Im 17. Jahrhundert wurde die Region durch den Dreißigjährigen Krieg erheblich betroffen, was zu Bevölkerungsverlusten und wirtschaftlichen Einbrüchen führte. Die Folgen wirkten bis in das 18. Jahrhundert nach.

19. Jahrhundert

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Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches fiel Kreuzwertheim 1814 an das Königreich Bayern. Mit den bayerischen Verwaltungsreformen entstand die moderne kommunale Struktur.[13]

Der Ort blieb im 19. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägt, ergänzt durch Handwerk und Kleingewerbe. Der Main spielte weiterhin eine zentrale Rolle als Verkehrs- und Wirtschaftsraum, insbesondere durch Fischerei, Flößerei sowie die Gewinnung von Sand und Kies für die Bauwirtschaft.[14]

Blick auf Kreuzwertheim 1903, im Vordergrund Sandschöpfer auf dem Main

19. und 20. Jahrhundert

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1881 wurde die Bahnstrecke Lohr–Wertheim eröffnet, die Kreuzwertheim an das Eisenbahnnetz anschloss. Der Personenverkehr wurde 1976 wieder eingestellt.[15]

Einen erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Gemeinde und Region spielte der Bau der Bundesautobahn 3 (A3) im direkten Umfeld von Kreuzwertheim zwischen 1953 und 1964. Als überregionale Ost-West-Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Mainfranken verbesserte die Autobahn die Anbindung an größere Wirtschafts- und Arbeitsmarktzentren wie Frankfurt am Main und Würzburg erheblich.[16]

Die verbesserte Erreichbarkeit führte insbesondere zu einer verstärkten Integration in regionale Pendlerverflechtungen. Dadurch wandelte sich Kreuzwertheim zunehmend von einem überwiegend lokal geprägten Wirtschaftsraum zu einem Wohnstandort im Einzugsbereich größerer Städte in Unterfranken und im Rhein-Main-Gebiet. Diese Entwicklung wird in der Forschung als typischer Prozess der Suburbanisierung im Umfeld großräumiger Verkehrsinfrastrukturen beschrieben.[17]

Gleichzeitig veränderten sich auch die wirtschaftlichen Standortbedingungen. Die bessere Straßenanbindung begünstigte die Ansiedlung kleiner und mittlerer Gewerbebetriebe (Gewerbegebiet Wiebelbach), während traditionelle Wirtschaftsformen wie Landwirtschaft sowie flussgebundene Nutzungen des Mains (unter anderem Fischerei und Rohstoffgewinnung) im relativen Bedeutungsgewicht erstmals zurücktraten.[18]

Gebietsreform und Gegenwart

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Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 Wiebelbach, am 1. Januar 1977 Unterwittbach und am 1. Mai 1978 Röttbach eingegliedert. Hierdurch konnte das Gemeindegebiet erheblich vergrößert werden.[19]

Einwohnerentwicklung

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Die Einwohnerentwicklung verlief im 20. und frühen 21. Jahrhundert insgesamt stabil mit moderaten Schwankungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerung im Zuge regionaler wirtschaftlicher Entwicklungen an und stabilisierte sich später auf einem Niveau von etwa 3.500 bis knapp 4.000 Einwohnern. Die Daten basieren auf den amtlichen Fortschreibungen des Bayerischen Landesamts für Statistik.[20]

  • 1961: 2630 Einwohner
  • 1970: 3186 Einwohner
  • 1987: 3562 Einwohner
  • 1991: 3747 Einwohner
  • 1995: 3954 Einwohner
  • 2000: 3850 Einwohner
  • 2005: 3883 Einwohner
  • 2010: 3813 Einwohner
  • 2015: 3819 Einwohner
  • 2018: 3917 Einwohner
  • 2022: 3915 Einwohner

Die Gemeinde ist knapp überwiegend katholisch. Es existieren die katholische Pfarrei Heiligkreuz[21] (Kirche Heilig Kreuz) im Hauptort der Gemeinde, die katholische Pfarrei St. Markus in Unterwittbach mit der Filiale St. Josef der Bräutigam in Wiebelbach sowie die Kuratie St. Antonius von Padua in Röttbach.[22] Daneben gibt es im Hauptort die evangelisch-lutherische Kirche Zum Heiligen Kreuz[23], die ursprünglich die katholische Pfarrkirche war. Und die neuapostolische Kirche Kreuzwertheim.[24]

Die Bürgermeister seit 1888:

  • seit 2014: Klaus H. Thoma (von CSU und Freie Wählervereinigung aufgestellt), am 15. März 2020 mit 83,4 %, und am 8. März 2026 mit 87,3 % der Stimmen wieder gewählt.
  • 1996–2014: Horst E. Fuhrmann, CSU
  • 1984–1996: Christa Schoenberg, CSU
  • 1978–1984: Gerald Amarell, Freie Wählervereinigung
  • 1972–1978: Hans Schneider, CSU († 1978)
  • 1945–1972: Philipp Günzelmann, SPD
  • 1925–1945: Georg Fröber
  • 1906–1925: Andreas Dinkel
  • 1888–1905: Georg M. Fröber

Marktgemeinderat

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Die Kommunalwahlen 2002 bis 2020 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSUSPD/PLUSFreie Wähler-
vereinigung
Gesamt
2020[25]56516 Sitze
201455616 Sitze
200854716 Sitze
200264616 Sitze
Wappen Markt Kreuzwertheim
Wappen Markt Kreuzwertheim
Blasonierung: „Geteilt von Silber und Blau; oben ein wachsendes schwarzes Marktkreuz; unten drei zwei zu eins gestellte silberne heraldische Rosen mit goldenen Butzen.“[26]
Wappenbegründung: Kreuzwertheim hieß bis zum 14. Jahrhundert Wertheim und erhielt als Werdheim bereits 1009 von Kaiser Heinrich II. ein Jahrmarktsprivileg. 1311 taucht erstmals der Ortsname Kreuzwertheim auf, wohl zur Unterscheidung von der am gegenüberliegenden Ufer des Mains gelegenen gleichnamigen Stadt. Der Namenzusatz leitet sich von einem Marktkreuz ab, dem Wahrzeichen des Ortes, das an alter Stelle mehrfach erneuert überliefert ist und bereits im Ortssiegel aus der Zeit um 1600 steht. Die drei Rosen sind dem Wappen der Grafen von Wertheim entnommen, die 1362 mit Kreuzwertheim belehnt wurden und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hier ein fürstliches Verwaltungszentrum unterhielten.

Dieses Wappen wird seit 1958 geführt.

Bodendenkmäler

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Wirtschaft und Infrastruktur

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Kreuzwertheim unten, Wertheim oben. Luftbild 2008

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

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Im Jahre 2017 gab es in der Gemeinde 2261 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1742 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 519 größer als die der Auspendler. 31 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es neun landwirtschaftliche Betriebe.

Die Steillage Kaffelstein von der Wertheimer Burg aus gesehen

Der Weinbau besitzt in Kreuzwertheim eine lange Tradition und prägte über Jahrhunderte die Kulturlandschaft am Main. Besonders bedeutend ist die historische Weinlage „Kaffelstein“ am rechten Mainufer gegenüber der Stadt Wertheim. Die südexponierten Muschelkalkhänge zählen zu den charakteristischen Steillagen des unteren Maintals.[27]

Bereits im Mittelalter wurde an den Hängen um Kreuzwertheim Weinbau betrieben. Unter der Herrschaft der Grafen von Wertheim entwickelte sich der Weinbau zu einem wichtigen Bestandteil der regionalen Wirtschaft. Die Lage am Main erleichterte den Transport und Handel der erzeugten Weine innerhalb des fränkischen Raums.[28]

Eine besondere Bedeutung besaß das sogenannte Peter-Herrschaft-Haus im historischen Ortskern. Das 1594 vom Kreuzwertheimer Schultheißen Peter Herrschaft errichtete Gebäude diente als Kelter- und Kellerhaus. Nachdem das Anwesen 1611 in den Besitz der Grafen von Wertheim überging, wurde es für den Ausbau und die Lagerung herrschaftlicher Weine genutzt, darunter Erzeugnisse aus den Lagen Kaffelstein und Reicholzheimer Satzenberg.[29][30]

Im 19. und 20. Jahrhundert ging der Weinbau in Kreuzwertheim deutlich zurück. Ursachen waren unter anderem Rebkrankheiten, veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie der hohe Bewirtschaftungsaufwand der Steillagen. Zahlreiche Weinberge wurden aufgegeben oder verbuschten. Die Lage Kaffelstein blieb jedoch als Bestandteil der historischen Kulturlandschaft des Maintals erhalten.[31]

Seit dem frühen 21. Jahrhundert werden Teile der historischen Weinlagen wieder bewirtschaftet. Das Weingut „Alte Grafschaft“ knüpft dabei an die historische Weinbautradition der Region an und bewirtschaftet Abschnitte der Steillage weiterhin überwiegend in Handarbeit.[32][33]

Der Weinbau trägt bis heute zur Erhaltung der historischen Terrassenlandschaft am Mainufer bei.

Der Main wird bei Kreuzwertheim von zwei Straßenbrücken überspannt, der westlich gelegenen Spessartbrücke und der älteren Mainbrücke Wertheim, die 1882 dem Verkehr übergeben wurde. Von 1881 bis 1984 gab es eine Eisenbahnbrücke, die neben der älteren Straßenbrücke lag.

Der Betrieb der Bahnstrecke Lohr–Wertheim wurde am 1. Oktober 1881 durch die Bayerische Staatsbahn aufgenommen, 1,6 km der Strecke lagen auf badischem Gebiet. Der Personenverkehr wurde zwischen Lohr Stadt und dem Bahnhof Wertheim am 30. Mai 1976 eingestellt, die Trasse wurde abgebaut, auf ihr verläuft zum großen Teil der Maintalradweg. Die Eisenbahnbrücke bei Kreuzwertheim wurde 1984 abgebaut und 175 Kilometer weiter mainaufwärts bei Schweinfurt an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt wiedererrichtet.

Im Jahr 2018 gab es

  • drei Kindertageseinrichtungen mit 185 genehmigten Plätzen und 144 Kindern
  • eine Grundschule mit der ersten bis vierten Jahrgangsstufe; in acht Klassen wurden 175 Schüler unterrichtet. Die Mittelschule wurde mit Verordnung der Regierung von Unterfranken vom 15. Juli 2011 zum 1. August 2011 in die Mittelschule Marktheidenfeld eingegliedert.

Sender Kreuzwertheim

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Der Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim

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Der am 8. Juli 1988 konstituierte Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim e. V. (GHK) wurde am 29. August 1988 als gemeinnützig anerkannt und ist seit 2018 eine selbstständige Gruppe des Frankenbundes.[34] Seit 1989 veröffentlicht der GHK jedes Jahr ein Jahrbuch. Am 20. Februar 2026 erschien das 37. Jahrbuch mit 424 Seiten. Von 1989 bis 2024 erschien in jeder Ausgabe eine von Manfred Schneider verfasste Chronik des Marktes Kreuzwertheim. Hinzu kommen in unregelmäßiger Folge Sonderveröffentlichungen, bisher 124 an der Zahl. Das Jahresprogramm des GHK umfasst auch Vorträge und Exkursionen.

Persönlichkeiten

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  • Manfred Schneider u. a.: 1000 Jahre Markt Kreuzwertheim. hrsg. vom Markt Kreuzwertheim 2011, 4. Bde., 1500 S.
  • Manfred Schneider: Kreuzwertheim in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/NL 1991, 78 S.
  • Manfred Schneider: Kreuzwertheim – mein Stück Mainfranken. Selbstverlag 1989, 120 S.
Commons: Kreuzwertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Herzlich willkommen auf der Homepage der Marktgemeinde Kreuzwertheim. Gemeinde Kreuzwertheim, abgerufen am 4. September 2020.
  3. ↑ Markt Kreuzwertheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 1. Juli 2020.
  4. ↑ Markt Kreuzwertheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 7. Dezember 2021.
  5. ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.
  6. ↑ Bayerischer Denkmal-Atlas. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 10. Mai 2026.
  7. ↑ Dieter Neubauer: Die Wettenburg in der Mainschleife bei Urphar. Rahden/Westf. 2007.
  8. ↑ Heinrich Wagner: Die Ortsnamen des Landkreises Marktheidenfeld. Würzburg 1985.
  9. ↑ Burg Wertheim – Geschichte und Archäologie. In: Burglandschaft. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  10. ↑ Kreuzwertheim – Leben in Kreuzwertheim. In: Offizielle Website des Marktes Kreuzwertheim. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  11. ↑ Kreuzwertheim – Steinkreuz und Marktkreuz. In: Kreuzstein.eu. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  12. ↑ Bayerischer Denkmal-Atlas. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 10. Mai 2026.
  13. ↑ Bevölkerung, Wirtschaft und Technik in der Zeit Ludwigs I. In: Portal „Königreich Bayern 1806–1918“ (Haus der Bayerischen Geschichte). Abgerufen am 10. Mai 2026.
  14. ↑ Wertheim – Stadt an zwei Flüssen. In: Grafschaftsmuseum Wertheim. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  15. ↑ Alte Bahnstrecke Lohr–Wertheim – Historische Relikte. In: Tourismus Triefenstein. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  16. ↑ Autobahn A 3 Frankfurt am Main – Nürnberg. In: Autobahngeschichte.de. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  17. ↑ Bevölkerung, Wirtschaft und Technik in der Zeit Ludwigs I. und der Industrialisierung. In: Haus der Bayerischen Geschichte – Portal Königreich Bayern. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  18. ↑ Wertheim – Stadt an zwei Flüssen. In: Grafschaftsmuseum Wertheim. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  19. ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik (Hrsg.): Statistik kommunal 2024 – Markt Kreuzwertheim. 2024.
  20. ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik (Hrsg.): Statistik kommunal 2024 – Markt Kreuzwertheim. 2024.
  21. ↑ Alle Dekanate. Bistum Würzburg, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2014; abgerufen am 3. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  22. ↑ Bistum Würzburg: Alle Dekanate. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]).
  23. ↑ Evangelische Kirchengemeinde Kreuzwertheim: Unsere Kirche und unsere Häuser. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]).
  24. ↑ Markt Kreuzwertheim: Kirchen. 2014 (online [abgerufen am 23. April 2014]). online (Memento des Originals vom 9. Juni 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  25. ↑ Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 1. Juli 2020
  26. ↑ Wappen von Kreuzwertheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  27. ↑ Kaffelstein. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  28. ↑ Geschichte der Stadt Wertheim. In: Stadt Wertheim. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  29. ↑ Freizeit & Tourismus. In: Markt Kreuzwertheim. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  30. ↑ Weingut Alte Grafschaft. In: Weinland Taubertal. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  31. ↑ Kreuzwertheim. In: Fränkisches Weinland. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  32. ↑ Weingut Alte Grafschaft. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  33. ↑ Weinbau am Kaffelstein lebt weiter. In: Main-Post. Abgerufen am 10. Mai 2026.
  34. ↑ Manfred Schneider: Kurzporträt: Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim e.V (PDF), auf journals.bibliothek.uni-wuerzburg.de