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Jetski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Vater mit zwei Töchtern auf einem Jetski
Jetski in Aktion

Jetski ist die in der Umgangssprache am meisten gebräuchliche Bezeichnung für ein kleines motorisiertes Wasserfahrzeug ohne Bordwand, auf dem man wie bei einem Motorrad sitzen kann. In Analogie dazu erfolgt die Steuerung über einen Lenker. Der Bootskörper besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) und der Vortrieb wird durch einen Wasserstrahlantrieb erzeugt.

Zwei Jetski in Aktion bei Istrien, 2023

Jetski oder auch Jet-Ski ist kein offizieller Name, sondern das geschützte Warenzeichen des Herstellers Kawasaki, der solche Boote unter diesem Namen vermarktet.[1] Weitere gebräuchliche Begriffe sind Wasserbob, Wasserscooter oder Jetbike. Der Name ist abgeleitet von englisch to jet, das mit ausstrahlen, ausstoßen, hervorschießen übersetzt wird. Dies bezieht sich auf den Jet-Antrieb, der aus der Düse einer Axialpumpe hinten am Fahrzeug austritt.

Der amtliche Name ist Wassermotorrad[2], der auch in Spanien als moto de agua und Italien als moto d'acqua Verwendung findet.

Aus dem englischen Sprachraum kommt der Begriff „Personal Watercraft“ (PWC), der allmählich auch in Deutschland gebräuchlich wird. Neben Water Scooter werden auch die Markennamen Jet Ski, WaveRunner von Yamaha oder Sea-Doo des kanadischen Konzerns Bombardier benutzt.

In der französischen Sprache werden Jetski neben den Markennamen als motomarine, scooter des mers und moto aquatique bezeichnet. Offiziell heißen sie aber „Wasserfahrzeug mit Motor“ (véhicule nautique à moteur VNM). In den Niederlanden ist neben Jetski noch waterscooter in Gebrauch.

Im sportlichen Wettbewerbsbereich der UIM (siehe Abschnitt Motorsport) werden alle Boote als Aquabike bezeichnet; man unterscheidet dabei zwischen einem Ski und einem Runabout bzw. zwischen „Steher“ und „Sitzer“. Früher verstand man aber unter Runabouts luxuriöse, offene Sportboote, in denen man gemütlich sitzen konnte[3]. Inzwischen ist Runabout der allgemeine Begriff für die Jetski-Sitzer. Sie werden vielfach im Freizeitbereich eingesetzt und kommen zunehmend bei den Blaulichtorganisationen in Gebrauch.

Vincent Water Scooter
Das Wetbike aus dem James-Bond-Film

Vorgänger der Jetski waren die in den 1950er Jahren in Europa entwickelten Water Scooter der Firma Vincent[4]. Das flache und breite Boot hatte einen Propeller als Antrieb und besaß einen Sitz mit Lenker. Als Vincent Amanda konnte es in großer Zahl in die Welt exportiert werden[5].

In den 1960er Jahren wurde die Idee in den USA weiterentwickelt und mit einem Wasserstrahlantrieb ausgestattet. Die japanische Firma Kawasaki stellte 1972 die ersten Serienboote als Steher-Modell vor, die nur von einem Fahrer verwendet werden konnten. Sie gelten als die Grundform aller folgenden Generationen und werden noch heute hergestellt. Sowohl Yamaha als auch Kawasaki verkaufen weiterhin Steher-Modelle, aber ihr Marktanteil ist sehr gering.

Eine Variante aus den 1970er Jahren ist das Wetbike, das wie ein Skibob mit zwei breiten Kufen auf dem Wasser gleiten konnte. Angetrieben durch einen Jet-Antrieb war es aber schwierig zu fahren, weil es viel Gleichgewichtsgefühl verlangte[6]. Großen Bekanntheitsgrad erreichte es 1977 durch den Auftritt im James-Bond-Film Der Spion, der mich liebte. Wetbikes wurden noch bis 1992 durch Suzuki produziert. Im Gegensatz dazu lassen sich die PWC deutlich leichter fahren, weil sie einen vollständigen Bootsrumpf aus Kunststoff besitzen. Damit gewannen PWC immer mehr an Popularität und haben sich am Markt durchgesetzt.

Honda AquaTrax
Zweier-Jetski mit „visibility spout“

Das Wasserfahrzeug wird mit einem Verbrennungsmotor betrieben, meist ein Viertakt-Otto-Motor. Der Vortrieb und die Steuerung des Fahrzeuges erfolgen durch einen Wasserstrahlantrieb. Weil dieser keinen freiliegenden Propeller, sondern einen Impeller verwendet, stellt diese Antriebsart keine Gefahr für Personen im Wasser dar. Mit Leistungen bis zu 257 kW/342 PS (Benelli R Race) sind die Boote im Verhältnis zu Gewicht und Verdrängung teils stark motorisiert, sehr wendig und können hohe Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h erreichen.

Um das laute Motorgeräusch zu dämmen, das über dem Wasser sehr weit zu hören ist, sind zur Schalldämpfung sogenannte Wasserboxen verbaut, durch die der Abgasstrahl geleitet wird. Die Box ist zunächst leer und füllt sich beim Eintauchen des Jetski mit Wasser und dämpft die Geräusche.

Anfangs waren die Jetski und besonders die Steher mit Zweitaktmotoren ausgestattet, die dadurch etwas leistungsstärker waren. Als Gebrauchtgeräte werden sie heute noch angeboten. Aufgrund der Umweltbelastungen sind solche Modelle aber 'aus der Mode' gekommen oder auch verboten worden. Durch die Verwendung eines Direkteinspritzsystems wurden die Zweitakter von BRP-Rotax umweltfreundlicher und werden beispielsweise in den Ski-Doos von Bombardier eingebaut.[7]

In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist eine „Totmannschaltung“, auch „Quick Stop“ genannt, an den Fahrzeugen vorgeschrieben: Ein Band (lan yard) oder eine Spirale, verbunden mit dem Handgelenk des Fahrers, wird beim Abwerfen des Fahrers aus einem Schalter gezogen, der automatisch den Motor abschaltet. Speziell bei älteren Modellen gibt es einen solchen „Quick Stop“ noch nicht. Alternativ kann ein Jetski im Standgas eine kreisförmige Fahrt zurück zum Fahrer einschlagen.

Die Düse hinten am Heck wirft bei Fahrt mit Antrieb eine Wasserfontäne schräg etwa 3 m hoch nach oben. Sie wird von Yamaha als „visibility spout“ bezeichnet und verbessert die Sichtbarkeit des Fahrzeugs für andere.

Bekannte Hersteller sind oder waren Kawasaki (Jetski), Honda (AquaTrax), Yamaha (WaveRunner), Suzuki (WetBike), Polaris (Produktion 2003 eingestellt), BRP ehem. Bombardier (Sea-Doo), HSR Benelli, Franky Zapata Racing (FZ 950), Rick Roy Products (Rickter).

Anwendungsgebiete

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Transport eines Jetski bei der RNLI mit einem Quad

Jetski dienen dem Personentransport auf Binnen- und Küstengewässern. In den Anfangsjahren stand die Sportlichkeit (Motorbootsport) im Vordergrund, dann kamen die kleinen Fahrzeuge im Freizeitbereich immer mehr zum Einsatz. Heute werden PWC zunehmend auch im professionellen Einsatz gefahren. Durch ihr geringes Gewicht von ca. 350 kg sind sie einfach auf einem Bootstrailer zu transportieren. Als Zugfahrzeug im Gelände bzw. zum Wasser haben sich Quads bewährt. Durch die Steigerung der Leistungsfähigkeit werden die PWC immer größer und erreichen als Dreisitzer durchaus die Abmessungen kleiner Sportboote.

Durch ihre geringe Größe und dem optimierten Bootsrumpf sind die PWC sehr wendig und dabei sicher und schnell zu fahren. Zum Freizeitvergnügen kommen sie gerne auf den großen Wasserstraßen zum Einsatz. Auch an den Stränden am Meer werden sie zur Anmietung angeboten, damit man weit draußen vor dem Badestrand die Wellen „durchreiten“ kann. Daneben dienen sie als Zugfahrzeug vor den sogenannten „Wasserbananen“ oder „Wasserschlitten“, auf denen mehrere Personen Platz finden und in schnell gefahrenen Kurven gerne den „Abflug“ machen. Auch zum Ziehen von Wasserskiläufern werden sie eingesetzt, wozu die Boote in Deutschland eine Zulassung benötigen.

Besonders in den USA erfreuen sich die Jetski beim Angeln großer Beliebtheit, weil sie durch ihre Beweglichkeit und Geschwindigkeit die Anfahrt zu den Angelstellen deutlich vereinfachen und verkürzen. Auch sind sie bei Ausfahrt durch die Brandungszone leichter zu fahren. Der Jetantrieb ist beim Schleppnetzfischen besonders vorteilhaft, da er gegenüber einem Außenbordmotor mit Propeller geringere Turbulenzen und Geräusche im Wasser erzeugt.

Als erster Hersteller hat Bombardier den „Sea-Doo-Fish-Pro“ auf den Markt gebracht, einen für den Angelsport konzipierten Dreisitzer-Jetski. Eine spezielle Sitzbank in Kombination mit schrägen Dollbord-Fußstützen erlaubt uneingeschränkte Bewegungsfreiheit auch in seitwärts gewandter Sitzposition. Die Ausstattung umfasst Rutenhalter und eine Kühlbox auf einer Plattform am Heck, wodurch bis zu 50 kg Fisch transportiert werden können. Als Zusatzausstattung wird ein Navigations- und Fischsuchgerät auf GPS-Basis angeboten, um Fische zu lokalisieren.[8]

Polizia in Venedig auf Jetski

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und ihrer hervorragenden Manövrierfähigkeit werden die PWC zunehmend auch von den Blaulichtorganisationen (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz: BOS-Dienste) eingesetzt. Polizei und Ranger benutzen die Boote zur Strafverfolgung und Durchsetzung der Gesetze auf den Küstengewässern, Seen und Flüssen. Anstelle von Motorbooten setzen die Polizeibehörden von Städten mit weitläufigen Wasserflächen wie beispielsweise Venedig, Miami oder Dubai bereits seit Jahren solche schnellen Fahrzeuge ein. Auch in Hamburg stehen PWC im Polizeieinsatz, um bei „wasserbezogenen Anschlagsszenarien“ die Täter verfolgen zu können[9].

Die Rettungsdienste der Feuerwehren und die Wasserrettungsorganisationen wie z. B. die DLRG schaffen immer häufiger Jetski zur Personenrettung an, um im Bedarfsfall auf den großen Flüssen und Gewässern schnell zur Stelle zu sein. Gegenüber normalen Motorbooten ist der Jetski im Vorteil, weil sein Jetantrieb Personen im Wasser nicht gefährden kann. Per Gesetz sind sie aber keine gewöhnlichen Freizeit- und Sportfahrzeuge, sondern „Rescue Water Crafts“ (RWC).[10] Damit gehören sie als professionelle Rettungsfahrzeuge in die BOS-Familie der