Heinkel HD 22
| Heinkel HD 22 | |
|---|---|
Ungarische HDÂ 22 (1933) | |
| Typ | Schul- und Aufklärungsflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Heinkel Weiss RegjĂź |
| Erstflug | 1926 |
| Indienststellung | 1928 |
| Produktionszeit | 1926â1932 |
| StĂźckzahl | 51 |
Die Heinkel HD 22 war ein deutsches Schul- und Aufklärungsflugzeug der 1920er Jahre. Das Kßrzel HD steht fßr Heinkel Doppeldecker.
Geschichte
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Die HD 22 wurde 1926 im Auftrag der Reichswehr gebaut. Noch im gleichen Jahr wurde der erste Prototyp (Kennzeichen Dâ1096) eingeflogen und anschlieĂend an die Deutsche Verkehrsfliegerschule (DVS) Ăźbergeben, wo er als DâIQIL flog. 1927 entstanden zwei weitere Exemplare, von denen eines ebenfalls an die DVS ging. Das andere wurde am 17. März nach Ungarn Ăźberflogen und diente dort als Musterflugzeug bei den zur selben Zeit durchgefĂźhrten Verhandlungen Ăźber eine Lizenzproduktion, die Heinkel mit den in Budapest ansässigen Manfred Weiss Stahl- und Metallwerken (ungarisch Weiss ManfrĂŠd AcĂŠl- ĂŠs FĂŠmmĹąvek) fĂźhrte. Das Abkommen kam am 14. September 1927 zu einem erfolgreichen Abschluss und einen Monat später wurden die Bauunterlagen und Zeichnungen am 15. Oktober an den ungarischen Lizenznehmer Ăźbergeben. 1928 begannen die Weiss-Werke mit der Produktion von insgesamt 40 HD 22, die 1932 auslief. Das erste Lizenzmuster wurde am 8. Mai 1928 fertiggestellt. Es folgten 1934/1935 noch drei weitere Exemplare, die bei RegjĂź in SĂłstĂł gebaut wurden. Die ungarischen HD 22 wurden auch als Ăbungsjäger eingesetzt, weshalb sie teils mit einem Maschinengewehr ausgerĂźstet wurden. Sie waren anfangs mit Hieronymus- und Austro-Daimler-Motoren ausgestattet, die später aber allesamt gegen Titan-II-Sternmotoren getauscht wurden. Die letzte HD 22 wurde noch 1946 als Segelflug-Schleppflugzeug mit dem Kennzeichen HAâBOS geflogen.[1]
In Deutschland wurden auĂer den drei gebauten Prototypen noch fĂźnf weitere Flugzeuge gebaut, die zum grĂśĂten Teil von der Reichswehr fĂźr geheime Erprobungen eingesetzt wurden. Lediglich eine wurden vom US-amerikanischen Major Geo. E. A. Reinburg, seinerzeit LuftfahrtattachĂŠ in Berlin, erworben und mit dem Kennzeichen AC 4711 als Reiseflugzeug genutzt. Später erhielt sie die deutsche Zulassung als DâIAHA.
Mit der ersten HDÂ 22 wurden 1932 die Flugaufnahmen fĂźr den UFA-Film F.P.1 antwortet nicht Ăźber WarnemĂźnde und der Greifswalder Oie gedreht. Als Pilotendouble fĂźr den Hauptdarsteller Hans Albers fungierte dabei Robert FĂśrster von der DVS in WarnemĂźnde.
Aufbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die HDÂ 22 ist ein Anderthalbdecker in Gemischtbauweise.
Rumpf: Der Rumpf hat einen viereckigen, oben stark gewÜlbten Querschnitt und besteht aus einem Stahlrohrgerßst mit vier Längsholmen, das im Motorbereich und auf dem Rßcken mit Aluminium beplankt und im ßbrigen Bereich mit Stoff bespannt ist. Der Boden ist flach, die Seiten leicht gewÜlbt und das Ende ist als senkrechte Schneide ausgebildet. Hinter dem Brandschott befindet sich ein Gepäckraum, danach folgen die beiden getrennten, mit Doppelsteuer ausgerßsteten Kabinen. Der Motorträger ist abnehmbar gestaltet und mit vier Bolzen mit dem Rumpfgerßst verbunden.
Tragwerk: Sowohl Ober- als auch Unterflßgel sind zweiteilig ausgefßhrt und besitzen zwei Kastenholme. Sie bestehen aus einem Holzgerßst mit sperrholzverkleideter Flßgelnase und Stoffbespannung im ßbrigen Bereich. Auf der Unterseite befindet sich zwischen den Holmen ebenfalls eine Verkleidung aus Sperrholz. Die Flßgel sind stark zueinander gestaffelt und durch N-Stiele miteinander sowie mit dem Rumpf durch I-Stiele verbunden. Die V-Stellung beträgt oben 1° und unten 2°. Nur der durchgehende Oberflßgel verfßgt ßber Querruder. In ihm sind auch die Kraftstofftanks mit 400 l FassungsvermÜgen untergebracht.
Leitwerk: Sämtliche Flossen und Ruder bestehen aus einem Stahlrohrgerßst mit Stoffbespannung. HÜhen- und Seitenleitwerk sind aerodynamisch ausgeglichen und miteinander verspannt, ersteres ist zum Rumpf hin abgestrebt. Die HÜhenflosse ist im Flug verstellbar.
Fahrwerk: Die HD 22 ist mit einem starren Zweiradfahrwerk groĂer Spurbreite mit durchgehender Achse und Vickers-Oleo-Ăldruckfederung in den vorderen Streben ausgestattet. Die hinteren Streben sind mit Profilkabeln ausgekreuzt. Am Heck befindet sich ein gefederter Schleifsporn.
Technische Daten
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| KenngrĂśĂe | HD 22 mit BMW IV[2] | HD 22 mit BMW Va[2] | HD 22 mit Ju L 5[2] | HD 22 mit GnĂ´me-RhĂ´ne Titan II |
|---|---|---|---|---|
| Erstflug | 1926 | |||
| Besatzung | 2 | |||
| Spannweite | oben 12,0Â m, unten 10,4Â m | |||
| Länge | 8,3 m | 8,44 m | 7,8 m | |
| HĂśhe | 3,78Â m | |||
| Flßgelfläche | 34,80 m² | k. A. | ||
| RĂźstmasse | 1050 kg | 1110Â kg | 1250Â kg | 793Â kg |
| Nutzlast | 500 kg | k. A. | 500 kg | 478 kg |
| Startmasse | 1550 kg | 1610Â kg | 1750Â kg | 1270Â kg |
| Antrieb | ein BMW IV | ein BMW Va | ein Ju L 5 | ein Gnôme-Rhône Titan II |
| Leistung | 240Â PS (177Â kW) | 320Â PS (235Â kW) | 280Â PS (206Â kW) | 240Â PS (177Â kW) |
| HÜchstgeschwindigkeit | 190 km/h in Bodennähe | 220 km/h in Bodennähe | 195 km/h in Bodennähe | 201 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 165 km/h | k. A. | k. A. | k. A. |
| Landegeschwindigkeit | 78 km/h | 80 km/h | 85 km/h | k. A. |
| Steigzeit | 3:42 min auf 1000Â m HĂśhe 8:06Â min auf 2000Â m 13:24Â min auf 3000Â m 20:48Â min auf 4000Â m |
3:18 min auf 1000 m HÜhe | 3:30 min auf 1000 m HÜhe | k .A. |
| Reichweite | 950 km | k. A. | 720 km | k. A. |
| DienstgipfelhĂśhe | 5300 m | 5800Â m | 5000Â m | 4500Â m |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Volker Koos: Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1922â1932. Heel, KĂśnigswinter 2006, ISBN 3-89880-502-6, S. 57â59.
- Helmut StĂźtzer: Die deutschen Militärflugzeuge 1919â1934. E. S. Mittler & Sohn, Herford 1984, ISBN 3-8132-0184-8, S. 138.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Volker Koos: Luftfahrt zwischen Ostsee und Breitling. Transpress, Berlin 1990, ISBN 3-344-00480-8, S. 84.
- 1 2 3 Helmut StĂźtzer: Die deutschen Militärflugzeuge 1919â1934. E. S. Mittler & Sohn, Herford 1984, ISBN 3-8132-0184-8, S. 186.