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Hebalmkapelle

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Hebalmkapelle

Die römisch-katholische Hebalmkapelle steht in der Hebalm im SĂŒden des Ortsgebietes Pack in der Gemeinde Hirschegg-Pack im Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Die auf das Fest MariĂ€ Heimsuchung geweihte Kapelle der Pfarrkirche Pack gehört zum Dekanat Voitsberg in der Diözese Graz-Seckau. Ihr Innenraum ist selten zugĂ€nglich, nur an wenigen Tagen wird ein Gottesdienst in der Kapelle abgehalten, so am ersten Sonntag im Juli und am Sonntag nach dem 15. August (was auch die Termine der seit 2015 nicht mehr stattfindenden Hebalmkirtage waren).[1]

Eine erste Kapelle auf der Hebalm wurde 1685 durch die damalige Grundherrschaft Saurau errichtet. Sie war Maria Heimsuchung geweiht. Es wird angenommen, dass das Gotteshaus wegen der damals herrschenden Pestepidemie an der Grenze errichtet wurde, die die Hebalmhöhe bildete. 1691 ist erstmals eine Messfeier dokumentiert, dieser Gottesdienst wurde durch den Pfarrer von Schwanberg abgehalten. Ab 1696 wurde fĂŒr diese Gottesdienste der Pfarrer der Pfarre Pack tĂ€tig, ĂŒber welche die Messfeiern bis ins 21. Jahrhundert organisiert und abgehalten werden. 1784 wird der Ort in einer Mitteilung der Pfarre Pack als „Capela B.V.Maria visito in Alpibus“ bezeichnet.[2]

Ab 1770 dĂŒrften regelmĂ€ĂŸige Jahr- und ViehmĂ€rkte bei der Kapelle stattgefunden haben., in diesem Jahr ist auch erstmals eine GaststĂ€tte „unter dem Seeberg“ (Erhebung nördlich der See Eben) dokumentiert, ebenso der Wirt namens Mathias Lind. In den Jahren danach lebte mit Genehmigung des bischöflichen Ordinariates Seckau ein vom Wirt aufgenommener und bezahlter Priester namens Franz Unterholzer bei der Kapelle, seine Unterkunft war die GaststĂ€tte. Proteste der umliegenden Pfarrer dagegen blieben erfolglos. An seinen Gottesdiensten nahmen Fuhrwerksleute und HĂ€ndler teil, die ĂŒber die damalige Grenze zogen, ebenso die Besucher der Kirtage.[2]

1796 wurde Franz Unterholzer wegen Krankheit durch einen anderen Priester namens Scherz vertreten, der auch in umliegenden Pfarren aushalf. Nach dem Tod von Franz Unterholzer 1802 wurde ein Kapuzinerpater aus Schwanberg, Christophorus Schlierger, geholt, der aber 1806 in sein Kloster zurĂŒckkehrte. Danach lebte kein Priester mehr auf der Hebalm.[2]

Die Kirtage und ViehmĂ€rkte, die an den Sonntagen abgehalten wurden, die den Festen MariĂ€ Heimsuchung (2. Juli) und St. BartholomĂ€us (24. August) am nĂ€chsten liegen, blieben bestehen, die Gottesdienste an der Kapelle wurden an diesen Tagen von der Pfarre Pack aus gehalten. Aus der NĂ€he zum Fest MariĂ€ Himmelfahrt ergab sich daraus die Tradition, den zweiten Hebalmkirtag am Sonntag nach diesem Fest abzuhalten (im Gebiet als Großer Frauentag bezeichnet). 1823 wird berichtet, dass am Gottesdienst etwa 400 Personen teilnahmen, die anderen etwa 1600 Kirtagsbesucher waren bei der GaststĂ€tte und beim Jahrmarkt dort verblieben, wo auch wĂ€hrend des Gottesdienstes gezecht und gefeiert wurde. Die Priester lehnten dies ab, die Gottesdienste wurden aber weiter abgehalten, mit der BegrĂŒndung, dass ansonsten die Leute der Kirche ĂŒberhaupt fern bleiben wĂŒrden. Die Kombination von Kirtagsterminen (und den damals kritisierten liederlichen UmstĂ€nden) mit Gottesdienstterminen wurde öfter kritisiert, eine Trennung scheiterte aber u. a. daran, dass das Kirtagsgebiet (heute: um das Hebalmschutzhaus) und die Kapelle in verschiedenen Verwaltungsbezirken lagen. Auch heute noch liegt die Kapelle im Bezirk Voitsberg, wĂ€hrend das Kirtagsgebiet in Deutschlandsberg liegt.[2]

1833 war die Kapelle (damals als „auf der Stockeralpen“ bezeichnet) baufĂ€llig und wurde im Jahr darauf renoviert und neu geweiht. EigentĂŒmer war damals noch die Herrschaft Saurau, deren Almen und das Wirtshaus waren verpachtet. 1834 wird vom Bau eines weiteren Wirtshauses etwa eine halbe (Weg-)Stunde entfernt berichtet. Es wird angenommen, dass es sich dabei um die StoffhĂŒtte handelte.[2]

1872 wurde eine außerordentliche Buß- und Bittprozession aus Anlass der seit 100 Jahren bestehenden Gottesdienste auf der Stockeralm abgehalten. Neben den Kirtagsterminen fanden damals auch dann Messen an der Kapelle statt, wenn sich der damalige Besitzer der HebalmgĂŒter, Graf Leopold Goeß von Ligist oder seine Mitarbeiter dort aufhielten.[2]

Im Jahr 1796 wird ĂŒber einen Streit um diese Kapelle zwischen den Pfarren Osterwitz und Pack berichtet: Das Abhalten von Messen (Messlesen) durch einen Osterwitzer Kaplan wurde vom Dechant aus Edelschrott abgelehnt, ebenso vom Pfarrer von Preitenegg. BegrĂŒndung war, dass Knechte und MĂ€gde Gelegenheit zu bösen ZusammenkĂŒnften und freyem Umgang zu pflegen hĂ€tten.[3] Dass der Kaplan aus Osterwitz in der Kapelle die Messen las, ist ebenso wie das frĂŒhere Marienpatrozinium Beleg dafĂŒr, dass die Kapelle vor der Neuordnung der Grenzen im 19. Jahrhundert von der Pfarre Osterwitz aus betreut wurde.

Das Altarbild, gemalt 1974, zeigt in moderner Malweise die Bekehrungslegende des Heiligen Hubertus (Begegnung mit einem Hirsch, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trÀgt). Dem Patrozinium ist in der Altarausstattung durch ein Marienbild oberhalb des Altarblattes (Hauptbild des Altars) Rechnung getragen.

Im Kapellenturm befindet sich eine kleine, hell klingende Glocke, die bei geöffneter Kapelle durch ein Zugseil gelÀutet werden kann. Das Dach der Kapelle wurde um das Jahr 2000 neu mit Holzschindeln gedeckt. Das Kapellentor trÀgt als Schmuck das Malteserkreuz.

Commons: Hebalmkapelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Pfarre Pack-Hirschegg (abgerufen am 14. MĂ€rz 2021).
  2. 1 2 3 4 5 6 Herbert Kriegl: Die Hebalm in ihrer frĂŒheren Bedeutung. Von „gesetzeswidrigen“ Gottesdiensten, unmoralischen Geschehnissen und „Bacchusfesten“. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 38, Jahrgang 2016 (23. September 2016), 89. Jahrgang. ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2016, S. 5.
  3. ↑ Gerhard Fischer: Osterwitz. ain wunderthĂ€tig Ort im hochen gepĂŒrg. Leben, Freude und Leid einer Gegend und ihrer Bewohner. Osterwitz 2002. Herausgeber und Verleger: Gemeinde Osterwitz. Herstellung: Simadruck Aigner & Weisi, Deutschlandsberg. Keine ISBN. S. 178.

Koordinaten: 46° 54â€Č 46,9″ N, 15° 1â€Č 48,4″ O