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Ford P7

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Ford
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Ford 17M
17M/20M/26M (P7)
Produktionszeitraum 1967–1971
Klasse Obere Mittelklasse
Karosserieversionen Limousine, Kombi, Coupé, Cabriolet
Motoren Ottomotoren:
1,7–2,6 Liter
(44–92 kW)
LĂ€nge 4673–4721 mm
Breite 1756 mm
Höhe 1464–1478 mm
Radstand 2705 mm
Leergewicht 1050–1230 kg
VorgÀngermodell Taunus 17M/20M (P5)
Nachfolgemodell Ford Consul
Ford Granada

Der Ford P7 ist ein Automobil der oberen Mittelklasse der Ford-Werke Köln mit V4- oder V6-Motoren und Hinterradantrieb, das als Ford 17M, 20M und 26M auf den Markt kam. Der Name bedeutet Projekt 7 (d. h. die siebte neue Pkw-Konstruktion von Ford Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs).

Von August 1967 bis Dezember 1971 wurden in den Ford-Werken in Köln-Niehl und Genk (Belgien) 567.482 Einheiten produziert.

Die Modelle 20M und 26M wurden im FrĂŒhjahr 1972 vom Ford Granada abgelöst, wĂ€hrend der mit dem Granada baugleiche Nachfolger des Ford 17M Ford Consul hieß.[A 1]

Mit dem P7 endete bei Ford Köln die interne Bezeichnung „Projekt“ bei den Pkw.

Modellgeschichte

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Im August 1967 wurden der Ford 17M und Ford 20M (intern ursprĂŒnglich P7, nachtrĂ€glich P7a) vorgestellt. Die beiden Typen trugen nicht mehr den Markennamen „Taunus“, sondern die Herstellerbezeichnung Ford.

In Quellen ist zu lesen, dass es der deutschen Ford-Werke AG bis zur GrĂŒndung der Ford of Europe im Jahre 1967 nicht erlaubt war, „Ford“ als Markenbezeichnung an den Fahrzeugen zu verwenden. Deshalb trugen sie bis dahin keine Ford-SchriftzĂŒge am Fahrzeug, ersatzweise war die Markenbezeichnung „Taunus“ angebracht. In der Literatur sind Hinweise zu finden, dass der Namenswechsel auch Ergebnis einer Meinungsumfrage war, deren Ergebnis lautete, dass ein Auto stets nur mit höchstens zwei Typenbezeichnungen (also beispielsweise „Ford“ und „17M“ oder „Ford“ und „Taunus“) benannt werden sollte.

Ford P7a (1967–1968)

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Verglichen mit dem VorgĂ€ngertyp Ford P5 blieb es bei der konventionellen Technik mit Frontmotor und Hinterradantrieb. Auch die inzwischen nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸe hintere Starrachse an LĂ€ngsblattfedern wurde beibehalten. Die vordere EinzelradaufhĂ€ngung an MacPherson-Federbeinen, Querlenkern und Stabilisator wurde ebenfalls vom P5 ĂŒbernommen. Bei unverĂ€ndertem Radstand wurde die Spur etwas verbreitert. Auch die GesamtlĂ€nge und -breite vergrĂ¶ĂŸerten sich etwas. Weitere Merkmale waren Kugelumlauflenkung, eine Zweikreis-Servobremse mit Scheiben vorn und Trommeln hinten. Auf Wunsch war eine Drehstromlichtmaschine erhĂ€ltlich.[1]

Neu war die Karosserie mit einem amerikanisch (beziehungsweise britisch) inspirierten leichten „HĂŒftschwung“ (Coke-Bottle-Design), der jedoch anders als beim Opel Rekord C keine Auswirkung auf die Seitenscheibenhöhe hatte. Zur EinfĂŒhrung der neuen Modellreihe waren die Modelle 17M und 20M als zwei- und viertĂŒrige Limousinen, drei- und fĂŒnftĂŒrige Kombiversionen Turnier und als ein Hardtop-CoupĂ© mit kĂŒrzerem Dach und flacher stehender Heckscheibe erhĂ€ltlich. Den 17M gab es auch als Kastenwagen ohne hintere Fenster. Außerdem fertigte die Karosseriefirma Karl Deutsch GmbH in Köln-Braunsfeld in geringer StĂŒckzahl eine Cabrio-Version. FĂŒr den Umbau wurden die zweitĂŒrigen Limousinen des P7a genutzt, beim Nachfolger P7b waren es die zweitĂŒrigen CoupĂ©s.

Die V-Motoren wurden vom P5 ĂŒbernommen und um eine neue 2,3-Liter-AusfĂŒhrung des V6 erweitert. Außerdem kamen Varianten mit auf 8:1 verringerter Verdichtung und um 5 PS geringerer Leistung ins Sortiment, diese konnten mit Normalbenzin betrieben werden.[1] Basis war weiterhin der 17M 1500s mit V4-Motor und 60 PS, dazu gab es den 17M mit 1,7-Liter-Motor (je nach Verdichtung 70/65 PS). Den 20M gab es mit 2,0-Liter-V6 (je nach Verdichtung 90/85 PS) und als 2,3-Liter-V6 mit 108 PS. FĂŒr kurze Zeit (Juni und Juli 1968) war er auch mit 125 PS erhĂ€ltlich. Basis war eine 3-Gang-Lenkradschaltung, besser ausgestattete Modelle kamen mit 4-Gang-KnĂŒppelschaltung. FĂŒr alle Modelle ab 70 PS gab es ein dreistufiges Automatikgetriebe.

Der 20M unterschied sich Ă€ußerlich vom 17M durch einen anderen KĂŒhlergrill, ein anderes Heckblech mit anderen RĂŒckleuchten, eine zusĂ€tzliche angedeutete Lufthutze auf der Motorhaube sowie Schwellerzierleisten.

Die angebotenen RS-Varianten sollten den sportlich orientierten KĂ€ufer ansprechen. Sie waren mit lackierten oder verchromten 14-Zoll-StahlsportrĂ€dern ausgerĂŒstet. Der verchromte RS-KĂŒhlergrill war teilweise mit schwarzen Streifen abgesetzt und hatte zwei zusĂ€tzliche runde Fernscheinwerfer. Die schwarze, mit vier Rundinstrumenten ausgestattete Armaturentafel enthielt die Tankanzeige, den Tachometer, einen Drehzahlmesser sowie die Motortemperaturanzeige. Die ebenfalls in Schwarz gehaltene Mittelkonsole enthielt drei weitere Zusatzinstrumente (Uhr, mechanische Öldruckanzeige, Voltmeter). Alle Instrumente waren mit verchromten Ringen verziert. Die RS-Dekorstreifen an den LĂ€ngsseiten sowie RS-Embleme mit stilisierter Starter-Fahne auf Handschuhfachdeckel und Heckklappe rundeten das sportliche Erscheinungsbild der RS-Modelle ab. „RS“ ist die Ford-werksinterne Bezeichnung fĂŒr „Rallye Sport“.

Der P7a 17 und 20M wurde ebenfalls nach Kanada exportiert.

Karosserievarianten

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Ford P7b (1968–1971)

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Schnell zeigte sich, dass das Exterieurdesign bei vielen Kunden nicht gut ankam. Die Karosserieform mit dem „HĂŒftschwung“, bei diesem Modell abfĂ€llig auch als „Kummerfalte“ bezeichnet, traf den Publikumsgeschmack (anders als beim zeitgenössischen Konkurrenten Opel Rekord C) nicht. Auch die Front- und Heckpartie wirkte auf viele Betrachter im Gegensatz zu den gelungenen VorgĂ€ngermodellen als geradezu banal. Daher wurde nach nur zehnmonatiger Bauzeit bereits im August 1968 der Nachfolger des P7a prĂ€sentiert. Der HĂŒftschwung entfiel, Front und Heck nahmen in der Gestaltung Bezug auf die erfolgreichen VorgĂ€ngermodelle P3 und P5. Ford kehrte damit zurĂŒck zur „Linie der Vernunft“, dem Slogan, der bereits fĂŒr den P3 verwendet worden war. Dieses neue ĂŒberarbeitete Modell wird nach Werksunterlagen als Modellreihe P7/II (werksintern „Facelift P7“) oder auch P7b bezeichnet.

An der Fahrwerkstechnik hatte sich gegenĂŒber dem VorgĂ€nger nur wenig geĂ€ndert: Hinterradantrieb, vorne EinzelradaufhĂ€ngung mit Querlenkern und MacPherson-Federbeinen (deren Federn jedoch ebenso wie der Stabilisator neu abgestimmt wurden), hinten eine Starrachse an Blattfedern. Immerhin wurde die Antriebsachse nun zusĂ€tzlich an LĂ€ngslenkern (Schubstreben) gefĂŒhrt,[2] die das Fahrverhalten aber nicht wesentlich verbessert haben sollen. Die Streben wurden auch als „JournalistenstĂ€be“ bezeichnet, weil eine zusĂ€tzliche FĂŒhrung der Hinterachse in den Medien wiederholt eingefordert wurde. Bei Ford hielt man lange an dieser technisch ĂŒberholten Hinterachskonstruktion fest – der letzte deutsche Großserien-Pkw mit Starrachse und Blattfedern war der bis 1986 gebaute Ford Capri II ’78. Erst der im FrĂŒhjahr 1972 eingefĂŒhrte Nachfolger Ford Consul und Granada bekam eine moderne SchrĂ€glenkerhinterachse.

Verglichen mit dem P7a gab es einige Verbesserungen im Detail: Auf der neuen, kĂŒrzeren LenksĂ€ule saß ein Sicherheitslenkrad mit zusammenschiebbarem Pralltopf. Ebenfalls neu war die heizbare Heckscheibe und eine mit der Scheibenwaschanlage kombinierte, fußbetĂ€tigte Tippwischschaltung fĂŒr den Scheibenwischer (beides war bei allen Modellen außer dem 17M-Grundmodell serienmĂ€ĂŸig). Der ehemalige 20M TS wurde von der neuen Luxusversion 20M XL abgelöst. Breite Chromleisten am Radlauf, Metalliclackierung, echtes Holzfurnier ĂŒber die gesamte Breite des Armaturenbrettes, auf dem InstrumententrĂ€ger, auf der Mittelkonsole und an allen TĂŒroberkanten und ein holzgemasertes Lenkrad mit gebĂŒrsteten Speichenenden aus rostfreiem Stahl gehörten ebenso zum serienmĂ€ĂŸigen Lieferumfang wie konturierte Sitzmulden in der RĂŒcksitzbank. Ab Oktober 1969 bekamen alle V6-Motoren ein neues, dreistufiges KĂŒhlsystem mit im Stirnraddeckel integrierter Wasserpumpe.

Der 1,7-Liter-HC-V4-Motor („High Compression“) des 17M leistete dank Registervergaser 75 PS (55 kW) statt bisher 70 PS (51 kW). Neu im Programm war der ebenfalls dem 17M vorbehaltene 1,8-Liter-HC-V6 mit 82 PS (60 kW). Außerdem wurde der 17M aber auch nach wie vor mit den 2,0-Liter oder 2,3-Liter-Köln-V6-Motoren geliefert. Auf Sonderwunsch wurde der 3-Liter-Essex-V6 montiert, eine zum Beispiel in SĂŒdafrika beliebte Motorisierung. Die 3,0-Liter-Ford-Motoren werden als Essex-Motoren bezeichnet, was damit zu tun hat, dass diese Motoren in den britischen Ford-Werken von Dagenham und Brentwood, beide in der Grafschaft Essex, gefertigt wurden.

Anfang der 1970er Jahre begann das Turbo-Zeitalter bei diversen Ford-Modellen, so auch beim P7b. Der FordhĂ€ndler Schwabengarage AG in Baden-WĂŒrttemberg rĂŒstete so zum Beispiel den 20M RS mit einem Abgasturbolader des Schweizer Ingenieurs und ehemaligen Rennfahrers Michael May aus. Statt der serienmĂ€ĂŸigen 108 PS (79 kW) leistete der Motor 188 PS (138 kW). Damit erreichte der RS eine Spitzengeschwindigkeit von 190 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauerte 7,9 Sekunden. Motor und Fahrwerk wurden entsprechend modifiziert (Koni-StoßdĂ€mpfer, grĂ¶ĂŸere Bremsen, verstĂ€rkte Federbeine etc.). Ein serienmĂ€ĂŸiger 20M RS 2.3 kostete damals 10.267,50 DM (Inflationsbereinigt entspricht das im Jahr 2026 einem Preis von rund 22.600 EUR). Der Turbo-May-Umbausatz kostete 3.252,30 DM zusĂ€tzlich. Weiteres Sonderzubehör von May war erhĂ€ltlich.

FĂŒr den P7b gab es folgende Ausstattungsvarianten: Standard: 17M, 20M; de Luxe: 20M XL, 26M und mit sportlichen Akzenten, den RS: 17M RS, 20M RS. Die RS-Modelle hatten eine schwarze Folierung und zwei Zusatzscheinwerfer im Grill. Der 17M RS erhielt silber lackierte Stahl-SportrĂ€der mit schwarz lackierten Inlays, Beim 20M RS waren diese verchromt, ebenfalls mit schwarz lackierten Inlays. Die verchromten Seiten- und Radlaufleisten, Serie bei den XL-Modellen, waren fĂŒr den RS als Zubehör erhĂ€ltlich. Die RS- und XL-Modelle unterschieden sich aber nicht nur Ă€ußerlich, sondern auch in der Innenausstattung. Die XL-Modelle kamen durch die reichhaltig verwendeten Holzverkleidungen im Innenraum gediegen daher, die RS-Modelle, mit zusĂ€tzlichen Rundinstrumenten in der Mittelkonsole und im Armaturenbrett, eher sportlich. (Der Unterschied im Innenraum zwischen den 17M RS und 20M RS bestand unter anderem darin, dass der 20M RS im Gegensatz zum 17M RS, eine dezente Holzverkleidung erhielt.) Selbst der luxuriöse 26M hatte keinen Drehzahlmesser, der bei den RS-Modellen Serie war. Anfang der 70er Jahre waren die RS-Modelle des P7b nicht sehr gefragt, inzwischen sind es gesuchte Sammlerfahrzeuge und (im guten Zustand) entsprechend selten.

Die hier aufgefĂŒhrten Modelle konnten in Deutschland mit folgenden Motorenvarianten geliefert werden:

17M: 17M (1500) V4, 60 PS; 17M (1700) V4, 65 PS; 17M (1700 S) V4, 75 PS; 17M (1800 S) V6, 82 PS; 17M (2000) V6, 85 PS; 17M (2000 S) V6, 90 PS; 17M (2300 S) V6, 108 PS.

20M: 20M (2000) V6, 85 PS; 20M (2000 S) V6, 90 PS; 20M (2300 S) V6, 108 PS; 20M (2600 S) V6, 125 PS

FĂŒr einen ganz kurzen Zeitraum konnte der 20M RS mit folgendem Motor bestellt werden: (2300) V6, 125 PS. Ein drehfreudiger Motor, mit ordentlich Leistung. Heute ein gesuchter Motor bei Sammlern.

Der 26M war nur mit dem 2600er V6-Motor (125 PS) lieferbar.

AusfĂŒhrungen in SĂŒdafrika und Uruguay

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Ford 20M RS 3000S - SĂŒdafrika
Cockpit 20M RS 3000S - SĂŒdafrika

In SĂŒdafrika wurde der rechtsgelenkte 20M angeboten, der mit einem V6-3,0-Essex-Motor 144 PS (106 kW) leistete. UrsprĂŒnglich sollte der mit diesem Motorentyp ausgerĂŒstete 20M RS die Bezeichnung 30M RS erhalten, was aber von der deutschen Ford-Muttergesellschaft verhindert wurde, da in Deutschland das Topmodell 26M hieß. So erhielt der sĂŒdafrikanische 20M mit der 3-Liter-Maschine die Bezeichnung 20M XL 3000S, bzw. 20M RS 3000S. Der in SĂŒdafrika ebenfalls erhĂ€ltliche 17M konnte mit einem V4-2,0-Essex-, der dort auch gefertigt wurde, sowie mit einem V6-2,5-Essex-Motor bestellt werden. Die sĂŒdafrikanischen Ford-Modelle unterschieden sich etwas von den deutschen. So trat der 20M RS sehr sportlich auf. ZusĂ€tzlich zur umfangreichen schwarzen Folierung wurde eine große Lufthutze (nur in SĂŒdafrika), bei den RS-Modellen mit dem 3-Liter-Motor, auf der Motorhaube montiert und er erhielt im Front- und Heckbereich kleine Reflektoren.

In SĂŒdafrika wurde der P7b, wie in Deutschland, bis Ende 1971 produziert. Allerdings kamen die letzten produzierten Modelle erst im darauffolgenden Jahr nach und nach in den Verkauf. Im letzten Baujahr des P7b erhielt der 20M das Frontdesign des deutschen 26M mit Doppelscheinwerfern, der 17M bekam die Front des 20M. Die sĂŒdafrikanischen 17 und 20M RS wurden nur als zweitĂŒriges und rechtsgelenktes Hardtop-CoupĂ© hergestellt. Als optionales Zubehör fĂŒr den sĂŒdafrikanischen RS gab es nur ein Radio und ein Vinyldach. Die Folierung mit schwarzen Rallyestreifen gab es zuerst bei den RS-Modellen in SĂŒdafrika und wurde dann, etwas dezenter, auch auf die europĂ€ischen RS-Modelle ĂŒbertragen. Zwischen 1969 und 1971 wurden im Werk in Port Elizabeth nur 1.201 RS-Modelle gefertigt. Nur wenige davon sind erhalten geblieben und von Sammlern weltweit sehr gesucht. Den Ursprung der RS in SĂŒdafrika bildete der Sieg eines 20M RS bei der East African Safari Rallye 1969. Mit diesem Sieg lizenzierte Ford zwei in SĂŒdafrika gebaute RS-Modelle (17 und 20M RS) fĂŒr den dortigen Markt.

GerĂŒchte besagen, dass bei Ford SĂŒdafrika in Kleinstserie auch P7b mit einem V8-„Small Block“ ab Werk vom Band liefen. Dieser V8-Windsor-„Small Block“-Motor aus dem Ford Mustang hatte eine Leistung von 176 kW (240 PS) und wurde auch in Ford-Capri- und Granada-Perana verbaut. BezĂŒglich des P7b fehlen bislang allerdings Nachweise. Eventuell waren es auch nur wenige Prototypen, die zu Testzwecken gefertigt wurden. Belegt ist aber, dass einige Besitzer von P7b in SĂŒdafrika ihre Fahrzeuge nachtrĂ€glich mit diesem Motorentyp ausrĂŒsteten. Die zuvor genannten Ford Capri- und Granada-Perana-Modelle mit V8 von Basil Green Motors, waren nur als Rechtslenker erhĂ€ltlich und sind heute sehr gesucht und selten.

In Uruguay wurde 1970 der P7 als Pick-Up-Version unter dem Namen Serrana 70 verkauft. Der Serrana wurde nicht in den Ford-Werken gefertigt, sondern mit Teilen des P7a von lokalen HĂ€ndlern in Uruguay zusammengebaut. Der Motor war ein V4. Auch Ford Taunus und P5 wurden dort als Pick-up gebaut.

26M (1969–1971)

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Ab November 1969 war das auf der IAA vorgestellte neue Flaggschiff von Ford lieferbar. Der 26M sollte das GegenstĂŒck zum sehr erfolgreichen Opel Commodore A sein. Allerdings baute Ford nur 8.000 26M, einen Bruchteil der StĂŒckzahl des Opel Commodore A (156.467).

Der 26M war etwas grĂ¶ĂŸer als der Commodore A, das Gewicht war fast identisch. Beide Modelle waren zwar mit Sechszylindermotoren ausgerĂŒstet, nur verfolgten Ford und Opel unterschiedliche AnsĂ€tze. Der Ford war auf Komfort ausgelegt, wĂ€hrend Opel, besonders bei den GS-Modellen, eine sportliche Linie verfolgte. Der Reihensechszylinder-Motor des Commodore A leistete mehr als der V6-Motor des 26M. Schon 1970 konnte man den Commodore GS/E mit einem 150-PS-Motor und Bosch-D-Jetronic-Einspritzung bestellen. Das waren 25 PS mehr, als beim neuen Doppelvergaser-Motor des 26M.

Ford hatte fĂŒr Deutschland nur den 2,6-Liter-Motor mit 125 PS (92 kW) fĂŒr den 26M, wĂ€hrend man fĂŒr den Opel Commodore A zwischen diversen Motoren mit unterschiedlichen Leistungen von 95 PS (70 kW) bis 150 PS (110 kW) und Vergaser oder Benzineinspritzung wĂ€hlen konnte. In SĂŒdafrika war fĂŒr die dortigen Ford-20M-Modelle (Ford 20M 3000S) der stĂ€rkere 3,0-Liter-„Essex“-Motor mit 144 PS (106 kW) erhĂ€ltlich. Nach dem Modellwechsel 1972 gab es diesen Motor auch in Deutschland in den Ford P7-Nachfolgemodellen Consul und Granada, allerdings nur mit 138 PS (101 kW).

Der 26M basierte auf der 20M-XL-Luxuslimousine und war mit dem neuen 2,6-Liter-HC-V6 mit 125 PS (92 kW) ausgestattet. Dieser Motor hatte einen Solex-Doppelvergaser, die Kurbelwelle arbeitete mit einem SchwingungsdĂ€mpfer. SerienmĂ€ĂŸig war der Wagen unter anderem mit dem Automatikgetriebe, der neuen Servolenkung, den vergrĂ¶ĂŸerten Scheibenbremsen, der durchgehenden Doppelauspuffanlage mit zwei verchromten Endrohren des 20M RS, mit einer neuen Kardanwelle mit Gleichlaufschiebegelenk und mit Michelin-StahlgĂŒrtelreifen ausgerĂŒstet. Von außen zu erkennen war er an den Halogen-Doppelscheinwerfern, dem serienmĂ€ĂŸig kunstlederbezogenen Dach, den Radvollblenden mit FĂŒnf-Sterne-Ornament und an der serienmĂ€ĂŸigen tief grĂŒn getönten WĂ€rmeschutzverglasung. Innen gab es, zusĂ€tzlich zur Ausstattung des 20M XL, noch ein serienmĂ€ĂŸiges Blaupunkt-Frankfurt-Radio mit Überblendregler und zweitem Lautsprecher im Fond, sowie ein umfangreiches Schallschluckpaket. Serie war ebenfalls ein per Handkurbel zu öffnendes Stahlschiebedach, gegen Aufpreis auch elektrisch betrieben.

Der 26M war serienmĂ€ĂŸig mit einem Automatikgetriebe ausgerĂŒstet, konnte aber auch mit einem Schaltgetriebe bestellt werden. Er war als viertĂŒrige Limousine und als zweitĂŒriges CoupĂ© erhĂ€ltlich. ZusĂ€tzlich wurde der Wagen vom Karosseriebauer Karl Deutsch auch als Cabrio angeboten. Wie oben erwĂ€hnt, wurden 8.000 Einheiten vom P7b 26M gefertigt, was angesichts von fast 570.000 produzierten P7b sehr wenig war. Allgemein als 26M bekannt, war die offizielle Fahrzeugbezeichnung in den Fahrzeugpapieren 26M XL.

Doppelscheinwerfer und grĂŒn getönte WĂ€rmeschutzverglasung blieben exklusiv dem 26M vorbehalten, sie waren auch nicht auf Wunsch fĂŒr die ĂŒbrigen Modelle lieferbar. Die Servolenkung konnte jedoch ab 1969 fĂŒr alle 17M (außer mit V4-Motor) und fĂŒr alle 20M auf Wunsch geliefert werden. Auch der 2,6-Liter-Motor war fĂŒr die 20M-Modelle auf Wunsch verfĂŒgbar (fĂŒr den 20M RS erst ab September 1970). Die Höchstgeschwindigkeit betrug mit Schaltung 180, mit Automatik 175 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauerte 10,4 Sekunden. Der Verbrauch wurde mit 10,8 Litern Super angegeben. Der 26M kostete 1970 13.745 DM (entspricht 2026 rund 30.300 EUR), womit er sich ungefĂ€hr auf dem Niveau eines 20M RS mit May-Turbo befand.

Schon damals war der 26M kaum auf den Straßen zu finden. Im Jahr 2017 waren ca. 35 StĂŒck[3] in unterschiedlichen ZustĂ€nden und Versionen (Limousine, CoupĂ©, Deutsch-Cabrio) in Deutschland zugelassen. Einige wenige 26M gab es noch im benachbarten Ausland.

Cabrio-Umbau Deutsch

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Ford 26M Deutsch Cabriolet

Das seltenste (und teuerste) Fahrzeug der P7b-Reihe war das 26M-Cabrio mit seinem vollversenkbaren Verdeck, das in Handarbeit vom Karosseriebauer Karl Deutsch in Klein(st)serie hergestellt wurde. Deutsch bekam dazu von den Ford-Werken die Karosserie des zweitĂŒrigen P7b-CoupĂ©s fĂŒr den Aufbau geliefert. FĂŒr Ford war der Weg ĂŒber den Karosseriebauer Deutsch gĂŒnstiger, als fĂŒr einige wenige Fahrzeuge eine separate Produktionslinie im Werk aufzubauen. Bedingt durch die hohe RostanfĂ€lligkeit dieser offenen Fahrzeuge dĂŒrften in Deutschland und im Ausland nur noch wenige dieser 26M-Deutsch-Cabrios existieren. Ein 26M Deutsch-Cabrio kostete 19.500 DM (entspricht 2026 rund 42.900 EUR) und war somit rund 6.000 DM teurer als die geschlossene Variante. FĂŒr die Ford-HĂ€ndler baute Deutsch 57 P7b CoupĂ©s zu Cabrios um. Dazu kommt eine unbekannte Anzahl von P7b-Gebrauchtfahrzeugen, die Deutsch fĂŒr Kunden nachtrĂ€glich zu Cabrios umbaute. Darunter waren auch 2-tĂŒrige Limousinen. Oft fehlen bei diesen nachtrĂ€glichen Umbauten die zusĂ€tzlichen Verstrebungen fĂŒr die Verbesserung der Karosseriesteifigkeit. Wie viele Deutsch-Cabrios insgesamt gefertigt wurden, lĂ€sst sich somit nicht mehr feststellen.

London–Sydney Marathon

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Staepelaere / Lampinen

1968 fand vom 24. November bis zum 17. Dezember 1968, der erste London-Sydney Marathon statt. Eine Langstrecken-Rallye ĂŒber 16.694 km durch Europa, Asien und Australien. Obwohl Ford of Germany zu diesem Zeitpunkt keine anerkannte „Motorsport Division“ hatte, wurde beschlossen, mit drei 2-tĂŒrigen Limousinen vom Typ P7b 20M RS an diesem Rennen teilzunehmen. Von den drei Ford-Teams erreichten zwei das Ziel. Die beste Platzierung mit Rang 7, von 98 in London gestarteten Fahrzeugen, errang das Team Herbert Kleint und GĂŒnther Klapproth. Das Team Gilbert Staepelaere und Simo Lampinen belegte den 16. Platz. Beide Teams auf einem 20M RS. Insgesamt erreichten 58 Teams das Ziel.

East African Safari Rallye

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1969 war Ford mit einem P7b bei einer der hĂ€rtesten Rallyes der Welt erfolgreich. Ein modifizierter 20M RS belegte, mit den Fahrern Robin C. Hillyar und John 'Jock' Aird, bei der East African Safari Rallye den ersten Platz. Aber auch bei Tourenwagenrennen waren auf dem afrikanischen Kontinent speziell dafĂŒr aufgebaute 20M im Einsatz. In SĂŒdafrika waren die 20M bei Rennen sehr beliebt, so fuhr dort Eddie Keizan, ein ehemaliger Formel-1-Pilot, in den 1970er Jahren ebenfalls einen 20M.

Restaurierungen und Ersatzteilsituation

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Trotz der ĂŒberschaubaren Technik sind Restaurierungen von P7-Modellen heute aufwendig und kostspielig. Das betrifft vor allem Arbeiten an der Karosserie, die hĂ€ufig substanzielle RostschĂ€den und andere gravierende MĂ€ngel aufweist, die nur sehr arbeitsaufwendig behoben werden können. Gute, neuwertige Originalteile sind teilweise gar nicht mehr, und wenn doch, teuer und schwer zu finden. Nicht selten mĂŒssen Ersatzteile nachgefertigt oder aufgearbeitet werden. Die Ersatzteilversorgung dieser Ă€lteren Ford-Modelle ist vergleichsweise schlechter als beispielsweise die von Volkswagen, wo die Teileversorgung fĂŒr deren Klassiker wesentlich besser organisiert ist. Im Jahr 1977 gingen – bedingt durch einen Großbrand in Fords zentralem Ersatzteillager[4] – große TeilebestĂ€nde fĂŒr Ă€ltere Modelle weitgehend verloren.

Modellvarianten

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  • 17M
  • 17M RS
  • 20M
  • 20M TS (1967–1968)
  • 20M XL (ab 1968)
  • 20M RS
  • 26M

ErhĂ€ltliche Motorvarianten in Deutschland fĂŒr den P7 (17M, 20M, 26M)

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  • 1498 cm3 60 PS (44 kW) V4 LC
  • 1699 cm3 65 PS (48 kW) V4 LC
  • 1699 cm3 70 PS (51 kW) V4 HC
  • 1699 cm3 75 PS (55 kW) V4 HC
  • 1812 cm3 82 PS (60 kW) V6 HC
  • 1998 cm3 85 PS (63 kW) V6 LC
  • 1998 cm3 90 PS (66 kW) V6 HC
  • 2293 cm3 108 PS (79 kW) V6 HC
  • 2293 cm3 125 PS (92 kW) V6 SHC
  • 2550 cm3 125 PS (92 kW) V6 HC

(LC=Low Compression/niedrige Verdichtung und Normalbenzin, HC=High Compression/hohe Verdichtung und Superbenzin)

Lizenznachbauten

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20M (Modell 7b) aus der Produktion von Hyundai

Hyundai aus SĂŒdkorea vermarktete fĂŒr Ford die Modellreihe P7b in Asien und rĂŒstete sie fĂŒr die dortigen Vorschriften um.[5]

Commons: Ford P7 – Sammlung von Bildern
  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1975. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1976; hier: S. 172–176
  • Alexander Weinen: Ford M-Modelle 12m – 26m : 1952–1972 – Entwicklung, Geschichte, Technik, Bilder. Heel, Königswinter 2002, ISBN 3-89365-439-9

Einzelnachweise

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  1. 1 2 FORD 17M/20M-MODELLE 1968. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1967, S. 371–372.
  2. ↑ Ford-Köln Modelle 1969. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1968, S. 374–375.
  3. ↑ Zulassungsstelle, Anfang 2017
  4. ↑ Inferno vor 40 Jahren. Brand am FĂŒhlinger See war der grĂ¶ĂŸte der Kölner Nachkriegszeit. Kölner Stadt-Anzeiger, 20. Oktober 2017, abgerufen am 23. November 2020.
  5. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 16. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  1. ↑ Den Granada gab es ausschließlich mit V6-Motoren, hingegen konnte der Consul, der serienmĂ€ĂŸig mit V4-Motoren ausgestattet war, optional ebenfalls mit V6-Motoren bestellt werden. Allerdings wurde der etwas weniger luxuriös ausgestattete Consul ĂŒberwiegend mit den gĂŒnstigeren V4-Motoren geordert. Der Consul GT, sowie der Granada Ghia, beide mit dem V6-3,0-Essex-Motor ausgestattet, sind heute in Sammlerkreisen die gefragtesten Versionen dieser beiden Modellreihen.