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Engerode

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Engerode
Ortswappen von Salzgitter-Engerode
Koordinaten: 52° 5â€Č N, 10° 22â€Č OKoordinaten: 52° 5â€Č 20″ N, 10° 22â€Č 22″ O
Höhe: 144 m
FlÀche: 95 ha
Einwohner: 240 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner/kmÂČ
Eingemeindung: 1. April 1942
Eingemeindet nach: Watenstedt-Salzgitter
Postleitzahl: 38229
Vorwahl: 05341
Karte
Lage von Engerode in Salzgitter
Blick auf Engerode und die St.-Marien-Kirche, im Hintergrund das Stahlwerk der Salzgitter AG
Blick auf Engerode und die St.-Marien-Kirche, im Hintergrund das Stahlwerk der Salzgitter AG
Blick auf den SĂŒden von Engerode

Engerode ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft West. Engerode gehörte bis zum 31. MĂ€rz 1942 zum Landkreis WolfenbĂŒttel und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich in Salzgitter umbenannt.

Engerode wurde im 8. oder 9. Jahrhundert im Gebiet des Salzgitter-Höhenzuges gegrĂŒndet. In einem SchriftstĂŒck aus dem Jahr 1234 findet sich die erste ErwĂ€hnung des Ortes, damals unter dem Namen Oddincherot.[2] Das Basiswort des Ortsnamens leitet sich von dem Personennamen Odo oder Otto her.[3] Der Ortsname wandelte sich spĂ€ter zu Oddingeroht (1236), Oddingerohde (1274), Edding(h)erode (1302), Eddingerode (1361) und 1542 findet man in einem Bericht ĂŒber eine Kirchenvisitation erstmals die heutige Schreibweise Engerode.[4]

Anmerkung: Im Hildesheimer Domnekrolog (Anniversarverzeichnis des Domkapitels) gibt es einen Beleg, der auf das Jahr 1080 datiert wird und in dem ein Ort Odesrode aufgefĂŒhrt wird. Wegen der Unsicherheit sowohl in der Datierung als auch zur Lage des Ortes wird aber eine Zuordnung zum heutigen Engerode abgelehnt.[5]

Laut ihrem Lehensregister waren in Oddingerode die Edelherren von Meinersen begĂŒtert. Sie gaben hier um 1280 drei Hufen, ein Flecken Wald (locus silve) und ihr Reichslehen zwei „KönigswĂ€lder“ (silve regis), als Lehen an Bruno von Gustedt und seine BrĂŒder.[6] Im 13. Jahrhundert werden auch die Herren von Engerode genannt. Diese besaßen im Ort einen Hof, auf dem sie 1236 eine Kapelle erbauen ließen. Im 14. Jh. geriet der Ritterhof in den Besitz der Herren von Bortfeld. SpĂ€tere Besitzer waren die Herren vom Busche (1650 bis 1756), die Herren von Brabeck (bis 1821) und bis 1840 die Grafen von Stolberg. 1841 erwarb die Gemeinde das Rittergut und verteilte die LĂ€ndereien unter den Brinksitzern des Ortes.

Seit dem 15. Jahrhundert gehörte Engerode zum Herzogtum Braunschweig – anfĂ€nglich zum Gericht Lichtenberg und nach dessen Auflösung zum Gericht Salder. Von 1807 bis 1813 zĂ€hlte Engerode zum Kanton Gebhardshagen im Distrikt Braunschweig im Departement der Oker des Königreichs Westphalen. Nachdem 1814 das Herzogtum Braunschweig wieder eingefĂŒhrt wurde, gehörte Engerode hier zum Kreisgericht Salder, dem spĂ€teren Amt Salder und wurde 1850 in den Landkreis WolfenbĂŒttel eingegliedert. Seit dem 1. April 1942 gehört Engerode zur neugegrĂŒndeten Stadt Watenstedt-Salzgitter – dem heutigen Salzgitter.

Erzbergbau Hannoversche Treue

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Durch den Aufbau der Reichswerke Hermann Göring ab 1937 verĂ€nderte sich Engerode. Teile der Ortsfluren wurden fĂŒr den Erzbergbau und seine Anlagen benötigt und aufgekauft und die Landwirte wurden an andere Orte umgesiedelt. Im Gebiet sĂŒdlich von Engerode wurde im Tagebau Hannoversche Treue die bisher geringe Erzabbauleistung erheblich erhöht. In der Zeit von Juli 1938 bis Februar 1939 wurde am westlichen Ortsrand von Engerode der Wetterschacht Hannoversche Treue Nord niedergebracht. Drei weitere SchĂ€chte im Gebiet und der Nachbarschaft des Tagebaues (Hannoversche Treue II, III und SĂŒd) wurden von MĂ€rz 1938 bis Oktober 1939 abgeteuft.

Der Betrieb des Tagebaus wurde 1948 aufgegeben, da das Erzlager erschöpft war. Die Förderung der Gruben wurde im Mai 1967 eingestellt. Die Stadt Salzgitter kaufte die Tagesanlagen des Schachtes Hannoversche Treue Nord, diese werden heute von der Freiwilligen Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft genutzt.

Bevölkerungsentwicklung

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Salzgitter-Engerode – Bevölkerungsentwicklung seit 1821
JahrEinwohner
182184
184892
1871123
1910135
1925131
1933136
1939504
1946245
1950399
JahrEinwohner
1955439
1960226
1970225
1980303
1990296
2000277
2006262
2010264
2012252
JahrEinwohner
2014239
2016228
2018235
2019234
2020257
2021245
2022253
2023244
2024240
EinwohnerJahr0100200300400500600180018501900195020002050Engerode
Quellen: Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats fĂŒr Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.[1] Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemĂ€ĂŸ Melderegister zum Monatsende Dezember.[7]
St.-Marien-Kirche in Salzgitter-Engerode

Die St.-Marien-Kirche von Engerode ist die Ă€lteste heute noch erhaltene Kirche Salzgitters. Bekannt ist die Kirche ĂŒber die Grenzen Salzgitters hinaus durch ihre gotischen Gewölbe- und Wandmalereien, in denen in mehreren GemĂ€lden Stationen aus dem Leben Christi dargestellt werden. Die Malereien wurden 1959/60 bei Renovierungsarbeiten freigelegt. GrĂ¶ĂŸere Teile der GemĂ€lde wurden bei frĂŒheren Umbauarbeiten zerstört, so 1865 bei der VergrĂ¶ĂŸerung der Fenster. Die erhaltenen TeilstĂŒcke gewĂ€hren aber dennoch einen Eindruck vom ehemaligen Gesamtwerk.

Die Kirche war 1236 durch den Ritter Thietmar von Engerode gebaut worden, der hier ein Augustinerinnen-Kloster grĂŒndete und dazu auf seinem Ritterhof eine Kapelle errichtete. Diese schloss sich an den Wohnturm des Ritterhofes an, den heutigen Kirchturm. Das Kloster wurde kurze Zeit spĂ€ter nach WĂŒlfinghausen verlegt, die Kirche blieb erhalten und entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Das Ziel der Wallfahrer war ein Muttergottesbild – vermutlich eine Steinstatue. Als auch nach der endgĂŒltigen EinfĂŒhrung der Reformation 1568 durch Herzog Julius von Braunschweig die Wallfahrten zum wundertĂ€tigen Marienbild weitergingen, veranlasste das Kirchen-Konsistorium 1744 die Entfernung der Marienstatue. Diese wurde nach Schloss Söder verbracht und ist heute verschollen.

Zu Beginn der Reformation 1542 war Engerode noch Pfarrsitz. Die Kirche in Engerode gehörte damals zum Archidiakonat Gitter des Bistums Hildesheim. Als 1568 der damalige Patron Christoph von Bortfeld die KirchengĂŒter einziehen ließ, musste der Pfarrer Engerode verlassen und die Kirche wurde zunĂ€chst von Groß Flöthe aus betreut. 1660 grĂŒndeten die benachbarten Ortschaften Gebhardshagen, Calbecht und Engerode einen Pfarrverband, dem die Gemeinde auch heute (2018) noch angehört. Im Sommer 2017 fusionierten die drei Gemeinden des Pfarrverbandes zur Kirchengemeinde Gebhardshagen-Calbecht-Engerode.[8]

Die eingebogene Spitze steht fĂŒr die Rodung, auf der Engerode errichtet wurde. Die silberne Kirche stellt die St. Marien-Kirche von Engerode dar, eine der Ă€ltesten Wallfahrtskirchen im Braunschweiger Raum. Die beiden BĂ€ume (Nadel- und Laubbaum) stehen fĂŒr die Lage Engerodes an der Grenze zwischen dem Herzogtum Braunschweig und dem Königreich Hannover. FrĂŒher war es ĂŒblich, Grenzen in bewaldeten Gebieten zu kennzeichnen, indem wechselseitig zur Grenze Nadel- und LaubbĂ€ume gepflanzt wurden. Diese unterschiedliche Bepflanzung ist noch heute im Wald zu Engerode anzutreffen.

Entworfen wurde das Wappen von GĂŒnther Aust. Das Wappen wurde auf einer BĂŒrgerversammlung am 15. Oktober 2003 als Ortswappen von Salzgitter-Engerode angenommen.

  • Reinhard Försterling, Sigrid Lux, Gudrun Pischke: Calbecht, Engerode, Gebhardshagen, Heerte. Ortschaft West in alten Ansichten. Archiv der Stadt Salzgitter, Salzgitter 2003, ISBN 3-930292-15-7, S. 81–126 (Engerode).
  • Claudia Wuttke: Kurze Geschichte der Marienkirche zu Engerode und deren Wandmalereien. In: Geschichtsverein Salzgitter e. V. (Hrsg.): Salzgitter Jahrbuch 1987. S. 7–18.
  • Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises WolfenbĂŒttel und der Stadt Salzgitter. Verlag fĂŒr Regionalgeschichte, 2003, ISBN 3-89534-483-4, S. 143 f.
  • Mechthild Wiswe: Die Flurnamen des Salzgittergebietes. Selbstverlag des Braunschweigischen Geschichtsvereins, 1970, S. 466 f.
  • Wolfgang Benz (Hrsg.): Salzgitter – Geschichte und Gegenwart einer deutschen Stadt – 1942–1992. Verlag C.H.Beck MĂŒnchen, 1992, ISBN 3-406-35573-0, S. 574–588.
  • Vier Jahre Hermann-Göring-Werke Salzgitter 1938–1941, Reprint der JubilĂ€umsausgabe von 1941. Melchior-Verlag WolfenbĂŒttel, 2009, ISBN 978-3-941555-06-8, S. 28–57.
  • Literatur ĂŒber Engerode im Katalog der DNB

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Referat fĂŒr Wirtschaft und Statistik: Statistisches Jahrbuch der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 2. Februar 2025 (Gesamtzahl Wohnberechtigter (Haupt- und Nebenwohnsitz) © Stadt Salzgitter).
  2. ↑ Försterling, Ortschaft West, S. 81.
  3. ↑ Wiswe, Flurnamen, S. 466 f.
  4. ↑ Casemir, Ortsnamen, S. 143.
  5. ↑ Wiswe, Flurnamen, S. 466 f.
  6. ↑ Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 526.
  7. ↑ Referat fĂŒr Wirtschaft und Statistik: Statistische Monatsberichte der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 2. Februar 2025 (Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung © Stadt Salzgitter).
  8. ↑ Salzgitter-Zeitung vom 15. Januar 2018.