Elmar Kraushaar
Elmar Kraushaar (* 11. August 1950 in Niederurff) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
Leben und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geboren im nordhessischen Niederurff, wuchs Elmar Kraushaar im benachbarten Dorf Gilsa auf. Sein Bruder ist der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar.[1] Er besuchte zunĂ€chst die König-Heinrich-Schule in Fritzlar und absolvierte dann das Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium in Homberg/Efze. Von 1971 bis 1979 studierte er in Berlin an der Freien UniversitĂ€t (FU) Romanistik und Germanistik. 1973/74 war er an der UniversitĂ€t von Lille/Frankreich als âprofesseur assistantâ tĂ€tig. Zwischenzeitlich lebte er in Wolfhagen-Ippinghausen.
Elmar Kraushaar lebt mit seinem Mann, dem Journalisten Hans-Hermann Kotte, im Hansaviertel in Berlin-Tiergarten.
Politisches Engagement
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gleich nach seiner Ankunft in Berlin wurde er Mitglied der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW), einer der aktivsten deutschen Schwulengruppen der frĂŒhen 1970er Jahre.
Berufliche TÀtigkeiten und Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Journalist arbeitete Elmar Kraushaar zunĂ€chst als Redakteur bei der Berliner Schwulenzeitschrift SiegessĂ€ule mit. Ab 1986 war er Redakteur bei der Berliner tageszeitung (taz), von wo er 1990 zu RIAS TV wechselte. Im Zuge der Auflösung des RIAS wechselte er 1992 zu DW-TV, dem Auslandsfernsehsender der Deutschen Welle. Hier arbeitete er bis 2005, zunĂ€chst als Reporter, spĂ€ter in der Nachrichtenredaktion. Daneben war er von 1992 bis 1997 freier Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel mit den Themenschwerpunkten HomosexualitĂ€t und AIDS. Er ist Autor der viel beachteten monatlichen Kolumne Der homosexuelle MannâŠ, in der er gesellschaftliche VerhĂ€ltnisse und schwule Verhaltensweisen und Organisationsformen kritisch beleuchtete. Sie erschien zuerst ab 1985 in der SiegessĂ€ule, spĂ€ter in Magnus und von Februar 1995 bis Dezember 2015 in der Rubrik Die Wahrheit in der taz. Kurze Zeit gab es dort ein weibliches Pendant von Viola Roggenkamp, bis sie sich anderen Arbeiten zuwendete.[2][3] Unter dem gleichen Titel kam im MĂ€rz 2004 ein Buch mit einer Auswahl aus diesen BeitrĂ€gen beim MĂ€nnerschwarmskript-Verlag heraus.
Kraushaars erstes Buch erschien 1977 im Verlag Rosa Winkel und hatte den Titel Schwule Lyrik â schwule Prosa. Zusammen mit Matthias Frings gab er 1982 die BĂŒcher MĂ€nner.Liebe und HeiĂe Jahre beim Rowohlt Taschenbuch Verlag heraus. An dem von Matthias Frings ebenfalls bei Rowohlt herausgegebenen Buch Liebesdinge arbeitete er mit.
Bis heute ist er als Buchautor sowie als freier Mitarbeiter verschiedener Tageszeitungen (Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Tagesspiegel) tÀtig.
Als groĂer Freund des deutschen und internationalen Schlagers gab er das Buch Rote Lippen heraus und veröffentlichte Schriften und CDs zu bekannten deutschen Schlagerstars.
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- als Hrsg.: Schwule Lyrik, Schwule Prosa â Eine Anthologie. Verlag Rosa Winkel, Berlin 1977, ISBN 3-921495-04-0.
- MĂ€nner, Liebe â ein Handbuch fĂŒr Schwule und alle, die es werden wollen. Rororo-Verlag, Reinbek 1982, ISBN 3-499-17658-0.
- Rote Lippen â die ganze Welt des deutschen Schlagers. Rororo Verlag, Reinbek 1983, ISBN 3-499-15087-5.
- Heisse Jahre. Das Ding mit der PubertÀt. Rororo-Verlag, Reinbek 1983, ISBN 3-499-20345-6.
- mit Matthias T. J. Grimme: Die ungleichen BrĂŒder. Zum VerhĂ€ltnis zwischen schwulen und heterosexuellen MĂ€nnern. Rororo-Verlag, Reinbek 1988, ISBN 3-499-18226-2.
- âNebenwidersprĂŒcheâ. Die neue Linke und die Schwulenfrage in der Bundesrepublik der siebziger und achtziger Jahre. In: Detlef Grumbach (Hrsg.): Die Linke und ihr Laster â schwule Emanzipation und linke Vorurteile. MĂ€nnerschwarmSkriptverlag, Hamburg 1995, ISBN 3-928983-30-X.
- Schwule Listen â Namen, Daten und Geschichten. Rororo Verlag, Reinbek 1994, ISBN 3-499-17917-2.
- als Hrsg.: Hundert Jahre schwul â eine Revue. Rowohlt, Berlin 1997, ISBN 3-87134-307-2.
- Der homosexuelle Mann ⊠â Anmerkungen und Beobachtungen aus zwei Jahrzehnten. MĂ€nnerschwarmSkriptverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-935596-35-9.
- Freddy Quinn. Ein unwahrscheinliches Leben. Atrium Verlag, ZĂŒrich 2011, ISBN 978-3-85535-390-3.
- Störenfried â 40 Jahre Homo-Journalismus. Querverlag Berlin 2016, ISBN 978-3-89656-245-6
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Elmar Kraushaar im Munzinger-Archiv, abgerufen am 1. Februar 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)
- â Elmar Kraushaar: Der homosexuelle Mann⊠Kolumne: âDie Wahrheitâ. In: taz.de. 3. Juni 2014, abgerufen am 16. Dezember 2015.
- â Elmar Kraushaar: Der homosexuelle Mann⊠Kolumne: âDie Wahrheitâ. In: taz.de. 15. Dezember 2015, abgerufen am 16. Dezember 2015.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kraushaar, Elmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 11. August 1950 |
| GEBURTSORT | Niederurff |