Bergepanzer 2
| Bergepanzer 2 | |
|---|---|
Bergepanzer 2 (Standard) | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 4 (Kraftfahrer, Kommandant, Bergesoldat 1, Bergesoldat 2) |
| Länge | 7,68 m |
| Breite | 3,25 m |
| HĂśhe | 2,69 m (bei eingefahrenem Kranausleger) |
| Masse | 39,8 Tonnen (Standard) 40,6 Tonnen (2A2) |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | Panzerstahl |
| Hauptbewaffnung | 2 Ă 7,62 Ă 51 mm NATO MG3 |
| Sekundärbewaffnung | Nebelmittelwurfanlage |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | MTU MB 838 CaM-500, 10-Zylinder-Mehrstoff-Dieselmotor 610 kW (830 PS), 2,86 kNm Drehmoment |
| Federung | Torsionsstab |
| Geschwindigkeit | 62 km/h |
| Leistung/Gewicht | ca. 15 kW/Tonne |
| Reichweite | 850 km |
Der Bergepanzer 2 (BPz-2) gehĂśrt zur Gruppe der KampfunterstĂźtzungsfahrzeuge. Er ist ein gepanzertes Arbeitsgerät, welches auf Grundlage des Leopard 1 entwickelt wurde. Zu seinem Aufgabengebiet zählen: Sicherstellung der Mobilität der gepanzerten Truppen, das Bergen von Schadfahrzeugen im Gefecht, Hilfeleistung beim Ein- und Ausbau von Triebwerken und TĂźrmen sowie UnterstĂźtzung im Instandsetzungsbetrieb. Eingesetzt wird das Fahrzeug bei der Logistiktruppe des Heeres und in den Panzergrenadierbataillonen der Bundeswehr sowie bei den Armeen anderer Staaten, die Ăźber den Leopard 1 verfĂźgen. In der Version 2A1 â als Pionierpanzer 1 â war er auch ein Arbeitsgerät der Pioniere. Er ist der dritte Bergepanzer der deutschen Streitkräfte, aber der erste in Eigenentwicklung.
Sein Vorgänger war der Bergepanzer 1 und der Nachfolger ist der auch âBergepanzer 3â genannte BĂźffel.
Entwicklung
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Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik ab Mitte der 1950er-Jahre fĂźhrte auch zur Erstausstattung der Bundeswehr mit US-amerikanischen Panzerfahrzeugen. Neben Kampfpanzern des Typs M47 und M48 wurden auch Bergepanzer des Typs M74 auf Sherman-Chassis und ab 1962 als Nachfolger der Bergepanzer 1 eingefĂźhrt.
Mit der Entwicklung des Leopard 1 änderte sich auch das Bergepanzerkonzept der Bundeswehr. General Dietrich Willikens â eine treibende Kraft in der Panzerentwicklung â favorisierte eine Panzerfamilie auf dem Fahrgestell des Leopard 1. Eine einheitliche Ausbildung, Versorgung und die geringeren Produktionskosten machten die Idee des âMehrzweckpanzersâ fĂźr die BundeswehrfĂźhrung interessant. Der fĂźr den Leopard 1 aufgestellte Forderungskatalog definierte so von Anfang an einen passenden Bergepanzer.
Das Bundesamt fßr Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) beauftragte im Oktober 1963 das Sonderbßro von Porsche mit der Entwicklung. Unter der Leitung der Konstrukteure Eyb und Greding wurde der Typ 807 entwickelt. Das Gemeinschaftsbßro, bestehend aus den Unternehmen Jung Jungenthal, Atlas-MaK Maschinenbau (Atlas-MaK, ab 1971 nur noch MaK) und den Luther-Werken, fertigte 1964 den ersten von zwei Prototypen. Die Baugruppen des Leopard 1 wurden zu 75 Prozent unverändert ßbernommen.
Im September 1964 ßbernahm Atlas-MaK die Hauptverantwortung ßber das Projekt und leitete die Truppenversuche, während Jung Jungenthal die Werkserprobung und Tests am stehenden Fahrzeug vornahm. Die Entwicklungsabteilung von Porsche war verantwortlich fßr die Weiterentwicklung und fßhrte Grundsatzversuche wie Durchflussmessungen durch.
Im FrĂźhjahr 1965 wurde von Atlas-MaK der Gesamtplan zur Serienfertigung vorgelegt. Die von Porsche gemachten Ănderungen wurden bis Mitte Mai an den Prototypen umgesetzt. Im September 1965 wurden die ersten Versuche an der Erprobungsstelle 51 vorgenommen. Die zweite UmrĂźstung im Oktober 1965 brachte die Fahrzeuge auf serienähnlichen Zustand. Die Erprobung dieser Vorserienfahrzeuge erfolgte im Zeitraum 19. Oktober bis 23. November.
Am 9. September 1966 ßbergab Atlas-MaK den ersten von 444 Bergepanzer 2 (Standard) an die Truppe. Die Lieferung dieses ersten Bauloses war im April 1969 abgeschlossen und diente dazu, den Bergepanzer auf M88 Chassis zu ersetzen. Der Stßckpreis betrug fßr die Bundeswehr bei Einfßhrung 750.000 Deutsche Mark.
Im Jahr 1969 folgte das zweite Baulos. Die 36 Bergepanzer waren fßr die Panzerpioniere des Heeres vorgesehen. Dieser Typ ähnelte in Aussehen und Baugruppen dem Bergepanzer 2 (Standard) und war Bedßrfnissen der Pioniere angepasst; er wurde Bergepanzer 2A1 beziehungsweise Pionierpanzer 1 genannt. Alle Fahrzeuge dieses Typs wurden Ende der 1980er-Jahre zum Pionierpanzer 2 Dachs umgebaut. Das Gesamtgewicht betrug 40,8 Tonnen.
Mit der EinfĂźhrung des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard und des Leopard 2 wurde eine leistungsgesteigerte Variante entwickelt und eingefĂźhrt. MaK lieferte in den Jahren 1977 bis 1978 im Baulos 3 insgesamt 100 Bergepanzer 2A2 (LS) an die Bundeswehr, die LS-Version verfĂźgte Ăźber eine StĂźtze rechts am Heck, damit waren diese Fahrzeuge in der Lage den 16 Tonnen schweren Turm eines Flakpanzers Gepard zu heben. Weitere neun gingen an die Canadian Army mit der Bezeichnung Taurus â Armoured Recovery Vehicle (ARV).
Insgesamt fertigte Maschinenbau Kiel (seit 1992 âRheinmetall Landsystemeâ) 742 Bergepanzer 2.
Das Unternehmen Flensburger Fahrzeugbau, zuständig fĂźr die Wehrtechnikinstandsetzung der Leopard-Familie, hat seitdem mehrere Versionen des Bergepanzers entwickelt. Zunächst wurde eine Leistungssteigerung des Bergepanzers 2 (Bergepanzer 2000) entwickelt. Ăltere Varianten des Bergepanzers 2 kĂśnnen auf diese Version umgebaut werden. Die Streitkräfte von Belgien und Chile nutzen diese Variante.
2006 und 2007 wurde der Bergepanzer 2 nochmals erheblich modifiziert und leistungsgesteigert, um als Unterstßtzungsfahrzeug fßr den Kampfpanzer Leopard 2 eingesetzt werden zu kÜnnen. Dieses Produkt wird als Bergepanzer Wisent bezeichnet und seit 2008 vom dänischen Heer eingesetzt.[1]
Technische Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ausstattung und Besatzung
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Die Besatzung besteht aus insgesamt vier Soldaten: Dem Fahrer, dem Kommandanten, einem Bug-MG-Schßtzen und als viertes Besatzungsmitglied dem Funkgerätbediener/Bergewart. Der Fahrer sitzt vorne links im Fahrzeug unter einer einteiligen Luke. Er steuert den Panzer nach den Vorgaben des Kommandanten und bedient die Bergeeinrichtungen, darunter den Schild und die Winde. Weiterhin ist er fßr Wartungsarbeiten an der Wanne des Panzers verantwortlich. Links vom Fahrer befindet sich der MG-Schßtze fßr das Bug-MG. Der Kommandant sitzt leicht nach links versetzt direkt hinter dem Fahrer. Er fßhrt den Panzer, hält die Funkverbindung zur ßbergeordneten Fßhrungsebene und kann bei Bedarf den Fahrer bei Bedienung des Kranarms ßbersteuern. Weiterhin ist er fßr das Laden und Bedienen des Fliegerabwehrmaschinengewehrs verantwortlich. Der vierte Soldat sitzt im hinteren Teil des Aufbaus und blickt nach hinten. Der Zugang zum Kampfraum erfolgt ßber die drei Dachluken oder die Einstiegsluke auf der linken Fahrzeugseite. Die Notausstiegsluke im Fahrzeugboden ist ebenfalls vorhanden.
Zur Kommunikation verfßgen die Fahrzeuge der Bundeswehr ßber ein UKW-Funkgerät SEM 80 (Sender/Empfänger, mobil 80). Als Nachtsichtgeräte fßr Kommandant und Fahrer dienen Restlichtverstärker.
Schutzausstattung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wanne des Bergepanzers 2 besteht aus geschweiĂtem Panzerstahl und besitzt eine einlagige Panzerung. Das Schutzniveau fĂźr das Fahrgestell entspricht dem des Leopard 1. Der gepanzerte Aufbau erreicht Panzerungsstärken von 25 mm bis 35 mm fĂźr die Seiten und 10 mm fĂźr das Dach. Die Hydraulikzylinder der Krananlage erhielten einen Splitterschutz. Zur StandardausrĂźstung zählen eine ABC-Schutz- und BelĂźftungsanlage sowie eine Feuerwarn- und UnterdrĂźckungsanlage. Die Abgasanlage mit Frischluftbeimischung reduziert die Infrarot-Signatur und unterstĂźtzt so den passiven Panzerschutz.
Im Rahmen der Auslandseinsätze wurden einige Bergepanzer 2 durch IBD Deisenroth Engineering (IngenieurbĂźro Deisenroth) mit einer zusätzlichen Verbundpanzerung (Mexas Medium) und einer Minenschutzausstattung versehen. Neben Kanada, das ihre Bergepanzer umrĂźsten lieĂ, wurde das Schutzpaket von Norwegen getestet.[2]
Bewaffnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bewaffnung ist vorwiegend zur Selbstverteidigung vorgesehen und variiert je nach Nutzerstaat. Die deutschen Streitkräfte verfßgen ßber zwei Maschinengewehre MG3, die als Bug-MG und als Fla-MG auf der Fliegerabwehrlafette der Kommandantenkuppel eingesetzt werden. Eine Nebelmittelwurfanlage im Kaliber 76 mm mit sechs Wurfbechern an der linken Seite des gepanzerten Aufbaus ermÜglicht der Besatzung, sich im Gefecht den Blicken des Gegners zu entziehen.
Antrieb und Fahrwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das drehstabgefederte StĂźtzrollenlaufwerk des Leopard wurde ohne Ănderungen Ăźbernommen. Je Seite verfĂźgt es Ăźber sieben gummibereifte Doppellaufrollen und vier StĂźtzrollen, wobei die ersten drei und die letzten beiden Laufrollen je mit einem hydraulischen StoĂdämpfer versehen sind. Der Federweg wird durch Kegelstumpffedern und Endanschläge begrenzt. Das Antriebsrad der Kette befindet sich hinten. Als Gleiskette dient eine âlebendeâ Endverbinderkette (Typ: D 640A) mit auswechselbaren Kettenpolstern des Herstellers Diehl.
Der komplette Antriebsstrang wurde eins zu eins Ăźbernommen. Angetrieben von einem 10-Zylinder-Vielstoffmotor des Typs MB 838 CaM-500 mit zwei mechanischen Ladern erreicht der Bergepanzer 2 eine HĂśchstgeschwindigkeit von 62 km/h. Das Triebwerk leistet 830 PS bei 37,4 Litern Hubraum und ermĂśglicht ein Leistungsgewicht von rund 20 PS/t. Der Kraftstoffvorrat der Tanks wurde auf 1550 l vergrĂśĂert, um dem erhĂśhten Verbrauch während der Bergearbeiten Rechnung zu tragen. Die StraĂenreichweite beträgt damit 850 km, bei einem Verbrauch von 165 l auf 100 km. Die Pioniervariante war abweichend mit einem Kraftstoffvorrat von 1410 l ausgestattet.
Der Bodendruck liegt bei 0,83 kg/cm² â in der leistungsgesteigerten Variante 2A2 beträgt dieser 0,85 kg/cm².
Um eine gleichbleibende Ălversorgung auch in schwierigem Gelände und bei Schräglage zu gewährleisten, ist der Motor mit einer Trockensumpf-Druckumlaufschmierung ausgerĂźstet.
Die Stromversorgung des 24-V-Bordnetzes erfolgt durch einen flĂźssigkeitsgekĂźhlten 9-kW-Drehstromgenerator. Die Batterieanlage besteht aus sechs Batterien zu je 12Â Volt mit insgesamt 300 Amperestunden.
FĂźr die KraftĂźbertragung auf die Kette dient das Schaltgetriebe 4 HP-250 von ZF Friedrichshafen. Angeflanscht an den Motor verfĂźgt es Ăźber vier Vorwärts- und zwei RĂźckwärtsgänge, die elektro-hydraulisch geschaltet werden. Gekuppelt wird Ăźber einen hydraulischen Drehmomentwandler mit ĂberbrĂźckungskupplung. Die Bremsen des Fahrzeugs sind als hydraulische Einkreis-Scheibenbremsen mit BremsĂślpumpenunterstĂźtzung und Stickstoffreserve ausgelegt. Der Bergepanzer 2 war der erste Panzer der Leopardfamilie mit diesem verbesserten Bremsentyp von Teves, die ab dem dritten Baulos bei den Kampfpanzern nachgerĂźstet wurde.[2]
Bergeausstattung
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(Fahrzeug befindet sich in der Heeresinstandsetzungslogistik)
Das HerzstĂźck des Bergepanzer 2 ist seine Bergeausstattung. Dazu zählen der Kranarm, der Räum- und StĂźtzschild, die Berge- und Windeneinrichtung sowie Gerätschaften zur Instandsetzung wie eine Schneid- und SchweiĂanlage. Im Rahmen von Feldinstandsetzungen ist es mĂśglich, ein Ersatztriebwerk fĂźr den Leopard 1 auf dem Heck des Panzers mitzufĂźhren. Ein Schacht, aufgesetzt auf die Kommandantenluke, macht ihn tiefwat- und tauchfähig, so dass er an FlussĂźbergängen als Sicherungsfahrzeug eingesetzt werden kann.
Die Hydraulikanlage des Pionierpanzer 1 (Bergepanzer 2A1) wurde in ihrer Leistung gesteigert und verfßgt zusätzlich ßber einen Wärmetauscher, um die geforderten Mindesteinsatzdauer von 8 Stunden zu ermÜglichen.[2]
Der Kranarm ist vorne rechts auf dem Chassis installiert und ermĂśglicht einen Arbeitsbereich von 270°. Die maximale Hakenlast im abgestĂźtzten Zustand und in maximaler ErhĂśhung von 72° beträgt 20 Tonnen. Im praktischen Einsatz ist sie auf 13 t begrenzt, um die maximale Schwenklast nicht zu Ăźberschreiten. Erst mit dem Bergepanzer 2A2 wurde sie durch einen verstärkten Kran und die HeckabstĂźtzung auf 16 Tonnen erhĂśht. In maximaler Ausladung kĂśnnen noch 7 Tonnen gehoben und bis zu 6,3 Tonnen ohne AbstĂźtzung verfahren werden. Bei einer Ăberbelastung stoppt eine Ăberlastwarnanlage â die vom Bediener per Hand zurĂźckgesetzt werden muss â den Hebezeugbetrieb. Die Länge des 13 mm starken Hubwindenseils beträgt 100 m. Die Pioniervariante erhielt darĂźber hinaus eine Leiter auf dem Ausleger und ein Erdbohrgerät, das am Ende des Kran befestigt werden kann. In der Theorie war damit die Aushebung von bis zu 30 ErdlĂśchern mit 70 cm Durchmesser und einer Tiefe von 190 cm mĂśglich. Praktisch war das Bohrgerät mit hydraulischem Radialkolbenmotor jedoch fĂźr Fehler anfällig. Wurzeln und Steine in nicht der Norm entsprechenden BĂśden reduzierten die Zuverlässigkeit enorm.[2]
Der Räum- und StĂźtzschild in der Bergepanzervariante dient vorrangig als AbstĂźtzung im Kranbetrieb und als Erdanker bei den Bergearbeiten. Der 3,25 m breite Schild wird durch zwei Hydraulikzylinder bedient und blockiert automatisch bei Druckverlust. Der Pionierpanzer verwendete einen nahezu identischen Räumschild. ErhĂśht um 40,4 cm und durch zwei abnehmbare Verbreiterungen von 25 cm auf 3,75 m erweitert, war er auf die Einsatzgebiete der Pioniere abgestimmt. Eine Rolle oberhalb der Räumschildmitte reduzierte den VerschleiĂ des Bergeseils. Um Boden aufreiĂen zu kĂśnnen, waren vier ReiĂzähne fĂźr eine Tiefe von 50 mm und zwei groĂe ReiĂzähne fĂźr 40 cm zum Aufstecken verfĂźgbar. Die Räumleistung beider Schildvarianten liegt bei 200 mÂł/h.[2]
Die Zug- und Hauptwinde von Rotzler wird von zwei hydraulischen Motoren gesteuert. Die Zugkraft der Trommelwinde beträgt 345 kN (ca. 35 t) im Einzelzug und 690 kN (ca. 70 t) im Doppelzug mit Umlenkrolle. Die Seilausfahrgeschwindigkeit beträgt 14 m/min im ersten Gang, 44 m/min im zweiten Gang und im Bergepanzer 2A2 mit der verbesserten Winde 74 m/min. Eine Spannvorrichtung gewährleistet beim Auf- und Abrollen des 90 m langen Seils eine gleichmäĂige Seilspannung. Beim Unterwassereinsatz muss der Seilantrieb abgedeckt werden und ist somit nicht einsetzbar.
Zur weiteren Ausstattung gehĂśren darĂźber hinaus eine Schneid- und SchweiĂanlage (54 V/360 A), eine Kettensäge, ein Schlagschrauber, Fahrzeugheber, Umlenkrollen, Abschleppschere, Schäkel, eine Satz Doppellaufrollen, Kettenglieder und zusätzlich zum Bordwerkzeug ein erweiterter Werkzeugsatz fĂźr die Feldinstandsetzung. Die Pioniere verfĂźgten zusätzlich Ăźber Stauraum fĂźr 600 kg SprengausrĂźstung inklusive ZĂźndern und 117 kg Sprengstoff.[2]
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bezeichnung | Bergepanzer 2 (Standard) | Bergepanzer 2A1/Pionierpanzer 1 | Bergepanzer 2A2 | Bergepanzer Wisent | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Typ: | Bergepanzer mit selbsttragender Wanne, turmloser Aufbau und Kranausleger | ||||||||||||
| Besatzung: | 4 | ||||||||||||
| Motor: | MTU MB 838 CA-M500, 10-Zylinder-Mehrstoff-Dieselmotor | ||||||||||||
| Hubraum: | 37.400Â cmÂł | ||||||||||||
| Leistung: | 610Â kW (830Â PS) | 706Â kW (960Â PS) 3300Â Nm bei 1600Â minâ1 | |||||||||||
| Kßhlung: | thermostatisch geregeltes Axialgebläse | ||||||||||||
| Getriebe: | Planetengetriebe ZF 4 HP 250 mit vier Vorwärts- und zwei Rßckwärtsgängen | ||||||||||||
| Fahrwerk: | drehstabgefedertes StĂźtzrollenlaufwerk mit sieben Laufrollen und vier StĂźtzrollen | drehstabgefedertes StĂźtzrollenlaufwerk mit sieben Laufrollen, vier StĂźtzrollen und verstellbare hydraulische GasstoĂdämpfer | |||||||||||
| Länge ßber alles: Räumschaufel in Fahrstellung | 7570 mm | 7980 mm | 7680 mm | 8210 mm | |||||||||
| Breite Ăźber alles: | 3250 mm | ||||||||||||
| HĂśhe Ăźber alles: | 2695 mm | 2970 mm (mit Topcase) 3271 mm (mit Leopard-2-Triebwerk auf dem Heck) | |||||||||||
| Bodenfreiheit: | 440 mm | ||||||||||||
| Watfähigkeit o. Aufbau: | 1200 mm | ||||||||||||
| Tiefwaten m. Tiefwat-Schacht: | 2250 mm | ||||||||||||
| Unterwasserfahren m. Unterwasserfahr-Schacht: | 4000 mm | ||||||||||||
| Grabenßberschreitfähigkeit: | 2500 mm | ||||||||||||
| Kletterfähigkeit: | 1150 mm | 880 mm | 1000 mm | 880 mm | |||||||||
| Steigfähigkeit: | 60 % | ||||||||||||
| Querneigung: | 30Â % | ||||||||||||
| Leergewicht: | 39.200 kg | 40.200 kg | 39.980 kg | 47.000 kg | |||||||||
| Gefechtsgewicht: | 39.800 kg | 40.800 kg | 40.600 kg | 54.000 kg (zgM 56.000 kg) | |||||||||
| Bauartbedingte HĂśchstgeschwindigkeit: | 62Â km/h | ||||||||||||
| Kraftstoffmenge: | 1550 l | 1410 l | 1550 l | â | |||||||||
| Fahrbereich StraĂe und Kraftstoffverbrauch gemäà TDv: | 840 km bei 165 l/100 km | 650 km bei 165 l/100 km | 840 km bei 165 l/100 km | â | |||||||||
| Fahrbereich Gelände und Kraftstoffverbrauch gemäà TDv: | 400 km (2A1) bis 500 km bei 300 l/100 km (Verbräuche Ăźber 400 l/100 km sind im Abschleppeinsatz nicht ungewĂśhnlich) | â | |||||||||||
| Wendekreis: | 496 cm | ||||||||||||
| Breite Räumschild: | 3250 mm | 3250 mm (3750 mm mit Verbreiterung) | 3250 mm | 3250 mm (3750 mm mit Verbreiterung) | |||||||||
| HÜhe Räumschild: | 591 mm | 995 mm | 591 mm | 995 mm | |||||||||
| Bewaffnung: | 2 Ă 7,62 Ă 51 mm NATO MG3 oder C6 GPMG als Fliegerabwehr-MG und Bug-MG, Nebelmittelwurfanlage | Nebelmittelwurfanlage, Bewaffnung variiert je nach Nutzer | |||||||||||
| Munition: | 4250 Patronen fĂźr die beiden MG3 | â | |||||||||||
KurzĂźbersicht Varianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bergepanzer 2 (Standard) â Serienfahrzeug Baulos 1
- Bergepanzer 2A1/Pionierpanzer 1 â Baulos 2; fĂźr die Pioniere optimiert
- Bergepanzer 2A2 (LS) â Baulos 3; leistungsgesteigerte Variante
- Bergepanzer 2A2 (LS EHS) â Baulos 3; mit elektrohydraulischer Steuerung
- Bergepanzer 2000 â Modifikation des Bergepanzers 2 zur Leistungssteigerung und Modernisierung: neue Hydraulikanlage, eine verbesserte Kransteuerung, eine elektronische Kontrollanlage, eine Optimierung der Durchflussraten fĂźr den Kraftstoff, Nothydraulik sowie Sicherheitseinrichtungen fĂźr den Kran- und Räumbetrieb
- Bergepanzer Wisent â Neuentwicklung von 2006 bis 2007 in Zusammenarbeit mit den dänischen Streitkräften auf Basis des Bergepanzers 2: verbesserte Panzerung und Minenschutz, soll den hĂśheren Anforderungen, die der Kampfpanzer Leopard 2 an einen Bergepanzer stellt, genĂźgen.[3]
Der Bergepanzer 2/Wisent in anderen Streitkräften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Australien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Australien erhielt 1977 mit der EinfĂźhrung des Leopard 1 ebenfalls Bergepanzer auf Leopard-Chassis. Die acht Bergepanzer (Standard) wurden bei den australischen Panzertruppen eingesetzt und als Armoured Recovery Vehicle â Medium (ARVM) gefĂźhrt. Mit dem Zulauf des M1 Abrams im Jahr 2007 wurden die Bergepanzer ausgemustert.[4]
Belgien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das belgische Heer verfßgte ursprßnglich ßber einen Bestand von 36 Bergepanzern (Standard). Die 20 verbliebenen Fahrzeuge wurden 2002 zum Bergepanzer 2000 kampfwertgesteigert. Ein Bergepanzer 2 wurde an Brasilien verkauft. Mit der Transformation des Heeres, bei der auf Kettenfahrzeuge verzichtet wird, werden die Bergepanzer ausgemustert.[4]
Brasilien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Brasilien erhielt 2006 beim Kauf der Leopard 1 von Deutschland zusätzlich sieben Bergepanzer (Standard), von denen mindestens zwei vom belgischen RĂźstungskonzern Sabiex zum SG-13 Hart umgebaut wurden. Die umgebauten Fahrzeuge verfĂźgen Ăźber einen erhĂśhten Aufbau, einen massiveren Kran, einen vergrĂśĂerten Schild und Ăźber eine HeckabstĂźtzung.[4]
Chile
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Chile erhielt sieben Bergepanzer 2 aus deutschen Beständen, die 2002 durch FFG zum Bergepanzer 2000 umgerßstet wurden. Die Niederlande lieferte drei weitere. Die Auslieferung der Bergepanzer 2000 erfolgte bis Juli 2003.[4]
Dänemark
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Dänemark kaufte zu seinen Leopard-1-Beständen zehn Bergepanzer 2 (Standard). Weitere 14 wurden 1995 von den Niederlanden angekauft.[4] Mit dem Zulauf des Leopard 2A5DK entschieden sich die Streitkräfte, den Bergepanzer Bßffel nicht zu beschaffen und dafßr fßnf Bergepanzer 2 zum Wisent kampfwertzusteigern. Trotz der Leistungssteigerungen ist der Wisent mit dem Gewicht des Leopard 2A5DK bei den Einsatzbedingungen in Afghanistan ßberfordert.[5][6] Zusätzlich sind sie mit der fernbedienbaren Waffenstation LEMUR von BAE Systems ausgestattet.
Im Juli 2024 beauftragte das dänische Material- und Beschaffungsamtes FMI die Firma Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mit der Herstellung und Lieferung einer nicht weiter spezifizierten Anzahl an Wisent-2-Unterstßtzungspanzern in der Variante Bergepanzer und Pionierpanzer. Alle neuen gepanzerten Fahrzeuge sollen auf der Leopard-2A7-Plattform basieren und teilen daher das Fahrwerk und viele Ersatzteile mit den Leopard-2 A7-Kampfpanzern des dänischen Heeres. Bereits vorher hatten die dänischen Streitkräfte im Zuge der Ukrainehilfe eine zweistellige Anzahl von Unterstßtzungspanzern Wisent 1 an die Ukraine abgegeben.[7]
Griechenland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Streitkräfte Griechenlands besitzen mit ihrem Zukauf des Leopard 1 ebenfalls Bergepanzer aus den NATO-Staaten. Deutschland lieferte aus den Bundeswehrbeständen 25 Bergepanzer 2 (Standard), Italien 20 Fahrzeuge und die Niederlande 10 Stßck. Weitere 50 Kampfpanzer des Typs Leopard 1V stehen zur Umrßstung an.[4]
Italien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Insgesamt erhielt Italien 137 Fahrzeuge des Bergepanzers Standard, wovon 68 im eigenen Land von Oto Melara gefertigt wurden. 23 dieser Fahrzeuge erhielten einen verstärkten Kran. Mit der Transformation der Streitkräfte wurden bis 2004 mindestens 20 Fahrzeuge weiterverkauft.[4]
Kanada
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kanada unterhält neun Bergepanzer 2A2. Die Ausfßhrung entspricht der des dritten Bauloses der Bundeswehr. Eingesetzt werden die Fahrzeuge in den Panzerkompanien der Canadian Army. Als Bewaffnung wird das Maschinengewehr C6 GPMG genutzt.[4] Des Weiteren verfßgt Kanada ßber 18 Stßck Wisent 2[8].
Litauen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Litauen erwarb im Rahmen der Bestellung von 21 Panzerhaubitze 2000 auch 6 Bergepanzer 2 aus den Beständen der Bundeswehr.[9]
Niederlande
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Koninklijke Landmacht verfßgte bis in die 1990er-Jahre ßber 52 Bergepanzer 2. Bis 1995 wurde die Stßckzahl auf 38 Stßck reduziert, wovon 14 an Dänemark verkauft wurden. Ein Teil der verbleibenden Bergepanzer wird zu Minenräumpanzern umgebaut. Als Ersatz dient der Bergepanzer Bßffel auf dem Leopard-2-Chassis.[4]
Norwegen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Norwegen besitzt insgesamt sieben Bergepanzer des ersten Bauloses, davon wurde einer aus den Niederlanden angekauft.[4] Sechs Exemplare der neuen Serie Wisent 2 AUV NOR wurden 2018 bei der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) bestellt (Auslieferung 2021â2022) und 2026 wurden drei weitere nachbestellt. Sie kĂśnnen entweder als Pionier- oder Bergepanzer ausgerĂźstet werden.[10][11]
Polen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Ausstattung der 10. polnischen Panzer-Kavalleriebrigade mit dem Leopard 2, erhielt Polen ebenfalls zehn Bergepanzer 2 (Standard) aus den Ăberschussbeständen der Bundeswehr.
TĂźrkei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen der Militärhilfe erhielt die Tßrkei mit dem Kampfpanzer Leopard 1 ebenfalls Bergepanzer aus Bundeswehrbeständen. So verfßgt das tßrkische Militär ßber zwÜlf Bergepanzer 2 (Standard) und vier Bergepanzer 2A2 (LS).[4]
Ukraine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Deutschland lieferte an die Ukraine im Rahmen der UnterstĂźtzung nach dem russischen Ăberfall auf die Ukraine 2022 aus Industriebeständen eine grĂśĂere Anzahl an Fahrzeugen. Ende Oktober 2024 waren 22 Fahrzeuge geliefert und weitere 10 in Vorbereitung.[12]
Verluste im Russisch-Ukrainischen Krieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen der ukrainischen Gegenoffensive im Juni 2023 sind bei einem gescheiterten Durchbruchsversuch im SĂźden der Ukraine mehrere Spezialfahrzeuge zerstĂśrt worden. Unter den Fahrzeugen befand sich, laut US-Magazin âForbesâ mit Verweis auf russische Drohnenaufnahmen, mindestens ein Bergepanzer 2.[13] Nach Angaben von Ornyx-Blog gingen bis Juni 2026 zehn Bergepanzer 2 verloren.[14]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stefan Marx: Die Bergepanzer der Bundeswehr und die deutsche Bergetechnik (= Tankograd Militärfahrzeuge Spezial. Nr. 5005). Tankograd, Erlangen 2004, OCLC 643329558.
- Jßrgen Plate, Lutz-Reiner Gau, JÜrg Siegert: Deutsche Militärfahrzeuge. Bundeswehr und NVA. Motorbuch, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02152-8.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bergepanzer 2. In: deutschesheer.de. Deutsches Heer, abgerufen am 4. Juli 2015.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Familienfahrzeuge In: Walter J. Spielberger: Die Kampfpanzer Leopard und ihre Abarten. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01198-0, S. 143.
- 1 2 3 4 5 6 Der Bergepanzer 2 (Standard)/2A2. In: Stefan Marx: Die Bergepanzer der Bundeswehr und die deutsche Bergetechnik. Tankograd Publishing, 2004, S. 19, 23. (Tankograd Militärfahrzeuge Spezial No. 5005)
- â Webseite von FFG zum Bergepanzer WISENT ( vom 17. August 2011 im Internet Archive)
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Stefan Marx: Die Bergepanzer der Bundeswehr und die deutsche Bergetechnik (= Tankograd Militärfahrzeuge Spezialr Nr. 5005) Tankograd Publishing, 2004.
- â Bergepanzer. In: Frank Lobitz: Kampfpanzer Leopard 2 Internationaler Einsatz. Verlag Jochen Vollert-Tankograd Publishing, Erlangen 2009, ISBN 978-3-936519-09-9, S. 153.
- â An Overview of Denmarkâs Afghan Deployment of Leopard Tanks. Archiviert vom am 26. Juni 2010; abgerufen am 25. Oktober 2010: âA weak point is the Wisent Armored Recovery Vehicle. This Leopard 1-based ARV has some upgrades but cannot pull a heavier Leopard 2A5 â especially not in hilly terrain. Despite being unable to tow a Leo 2, the ARV remains indispensable for 'unsticking' other vehicles.â
- â Waldemar Geiger: Pionier- und Bergepanzer â Dänemark wird neuer Wisent-2-Kunde. 16. Juli 2024, abgerufen am 16. Juli 2024.
- â Hungary Becomes Third WiSENT 2 User in NATO. Abgerufen am 22. Januar 2022 (englisch).
- â German Howitzers Delivered to Lithuania. In: defence24.com. 28. Juni 2016, abgerufen am 24. September 2021 (englisch).
- â Quelle: https://esut.de/2020/01/fachbeitraege/ruestung/17556/wisent-2-unterstuetzung-fuer-die-norwegische-kampftruppe/
- â Quelle: https://defence-network.com/norwegen-weitere-wisent-2-bergepanzer-ffg/
- â Diese Waffen und militärische AusrĂźstung liefert Deutschland an die Ukraine. Bundesregierung, 14. Juni 2024, abgerufen am 20. Juni 2024.
- â nicht genannt: Ukraine verliert seltene Spezialfahrzeuge bei Angriff. In: Quelle: ntv.de, jpe. Quelle: ntv.de, jpe, 12. Juni 2023, abgerufen am 13. Juni 2023.
- â Oryx: Attack On Europe: Documenting Ukrainian Equipment Losses During The Russian Invasion Of Ukraine. In: Oryx. Abgerufen am 5. Juni 2026.
