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Aachener Tierpark Euregiozoo

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Aachener Tierpark Euregiozoo
Besonderheiten
Ort Obere Drimbornstraße 44
52066 Aachen
FlÀche 8,9 Hektar
Eröffnung 22. Oktober 1966[1]
Schließung {{{geschlossen}}}
Tierarten 71 Arten[2]
Individuen 524 Tiere[2]
Arten-
schwerpunkte
einheimische Tiere
Besucherzahl 324.551 (2025)[2]
Organisation
Leitung Janina Dötzer
TrĂ€gerschaft Aachener Tierpark GemeinnĂŒtzige AG
Förderorga-
nisationen
Tierparkfreunde Aachen e. V.
Mitglied bei EAZA, VdZ, Stiftung Artenschutz, ZGAP

Luftaufnahme des Aachener Tierpark Euregiozoo

www.euregiozoo.de
Positionskarte
Aachener Tierpark Euregiozoo (Nordrhein-Westfalen)
Aachener Tierpark Euregiozoo (Nordrhein-Westfalen)

Koordinaten: 50° 45â€Č 50″ N, 6° 6â€Č 55″ O

Der Aachener Tierpark Euregiozoo (vormals Aachener Tierpark) ist ein 8,9 Hektar großer Zoo zwischen den Stadtteilen Forst und Beverau im Aachener „Drimborner WĂ€ldchen“, das nach der frĂŒheren Familie der Schöffen-BĂŒrgermeister Hermann von Dremborn und Johann von Drimborn benannt ist.

Er wird vom Beverbach durchflossen, der im nordwestlichen Teil des Parks zu einem rund 2 ha großen Weiher gestaut wird. 2007 wurde der Zoo in den Verband der Zoologischen GĂ€rten aufgenommen, in den nur wissenschaftlich gefĂŒhrte Zoos mit strengen Artenschutzrichtlinien und Zuchtprogrammen kommen.

Der erste Tierpark in Aachen war der 1885 im „Lochnergarten“ angelegte Zoologische Garten Aachen auf dem GelĂ€nde des heutigen Aachener Westparks. Dieser Zoo beherbergte etwa 50 Riesenschlangen, BĂ€ren und Tiger sowie zahlreiche heimische Tierarten.[3] Im Jahr 1905 wurde die Parkanlage vorĂŒbergehend geschlossen, weil man die Futter- und die Transportkosten fĂŒr die Tiere des Zoologischen Gartens unterschĂ€tzt hatte.[4]

Im Jahr 1935 wurde wieder ein Tierpark an alter Stelle eröffnet. In den Jahren vor und wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges zwischen 1935 und 1944 hieß er „Tier- und Pflanzengarten Aachen“. Ein Großteil der Tiere kam bei einem Bombenangriff im Mai 1944 ums Leben.[4][5] Der Rest des Tierbestandes wurde nach Ulm verkauft.[6] 1950 war der Schutt durch die kriegsbedingten Zerstörungen beseitigt und es gab erste Überlegungen, den Tierpark wiederaufzubauen.[6] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle vorhandenen Bauten und Ruinen im Westpark abgerissen. Aus der Zeit des Tierparks blieb bis heute nur ein Weiher am Ausgang zur Lochnerstraße erhalten.

Im Jahr 1959 wurde von einer Aachener Familie ein privater Tiergarten im Drimborner WĂ€ldchen betrieben. Dort lebten unter anderem SeidenhĂŒhner, Westafrikanische Zwergziegen und Kamerunschafe. Die etwa 1000 Quadratmeter große Anlage mit 30 Tieren im Freigehege zog hunderte Besucher an.[7]

1960 wurden der Verein der Tierparkfreunde e. V. (spĂ€ter Verein der Tierparkfreunde Aachen e. V., heute Tierparkfreunde Aachen e. V.) gegrĂŒndet,[8][9] der mit den Planungen zur Errichtung eines neuen Tierparks begann.[10]

Nach 22 Jahren ohne Zoo wurde 1966 im „Drimborner WĂ€ldchen“ ein neuer Tierpark angelegt, der am Anfang nur ĂŒber eine geringe FlĂ€che verfĂŒgte, die jedoch in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist. Mehrere Teile des Landschaftsschutzgebietes konnten in den Euregiozoo einbezogen werden. Der Tierpark wurde zunĂ€chst vom Verein betrieben, im MĂ€rz 1970 wurde die Aachener Tierpark AG als TrĂ€ger gegrĂŒndet.[11][12]

2004 listete Greenpeace den Tierpark unter den besten 22 Zoos in Deutschland, der Schweiz und Österreich.[13] Es grenzte ein Ausflugslokal an den Tierpark.[14] Seit Sommer 2014 ist eine KindertagesstĂ€tte hier beheimatet.[15]

Nach 26 Jahren wurde am 1. Januar 2026 die Leitung des Tierparks von Wolfram Graf-Rudolf an Janina Dötzer ĂŒbergeben, die zuvor dort seit 2021 Zooinspektorin und ab 2023 Kuratorin und TierĂ€rztin war.[16]

Tierbestand und Einrichtungen

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Trampeltiere und Watussirinder vor der Karawanserei

Im Tierpark befinden sich etwa 520 Tiere aus gut 70 Arten. Besonders reich an heimischen Tieren, bietet der Park aber auch Affen, asiatischen Trampeltiere, Zebras, Watussirindern, Luchsen, Servalen, Antilopen, Afrikanischen Straußen, Faultieren und exotischen Vögeln, darunter mit dem Waldrapp dem einzigen ursprĂŒnglich in Deutschland heimischen Ibis, ein Zuhause. WassergeflĂŒgel bevölkert einen etwa zwei Hektar großen See und kleinere Teiche. Im Park befinden sich ein römischer Sarkophag, der 1793 bei Haus Palant in Weisweiler gefunden wurde,[17] und zahlreiche Plastiken verschiedener regionaler und ĂŒberregionaler KĂŒnstler.

Seit 1980 verfĂŒgt der Tierpark ĂŒber einen Kinderbauernhof, der in Deutschland als erstes pĂ€dagogisches Projekt seiner Art galt.[18][19]

Eingang des Aachener Tierpark Euregiozoo

Verkehrsanschluss

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Die nÀchsten Autobahn-Anschlussstellen sind Aachen-Brand an der A 44 und Aachen-Rothe Erde an der A 544.

ParkplĂ€tze sind vor dem Eingang vorhanden. ZusĂ€tzliche ParkplĂ€tze findet man entlang des Außenrings an der Adenauerallee, die auch ohne Umweltzonen-Plakette erreichbar sind.

Der nĂ€chste Bahnhof ist Aachen-Rothe Erde, hier halten der NRW-Express, Rhein-Sieg-Express und die Euregiobahn. Vom Bahnhof sind es rund fĂŒnfzehn Minuten Fußweg zum Tierpark.

Man erreicht den Tierpark auch mit den Bussen des ÖPNV. Die AVV-Linien 16 und 46 der ASEAG fahren direkt zum Tierpark, andere Linien mit hoher Taktung zur Haltestelle Zeppelinstraße. Von dort sind es rund zehn Minuten Fußweg zum Tierpark.

Linie Verlauf
16 Aachen Bushof – Bf Rothe Erde – Tierpark – Forster Linde – Lintert – Hitfeld – Oberforstbach – Schleckheim – (Pascalstr. –) NĂŒtheim – Walheim – Schmithof – Sief (– Lichtenbusch)
46 Aachen Bushof – Bf Rothe Erde – Tierpark – Forster Linde – Lintert – Hitfeld – Oberforstbach – Schleckheim – NĂŒtheim – Walheim – Hahn – Venwegen  MulartshĂŒtte – Rott – DreilĂ€gerbachtalsperre – Roetgen Post
  • Franz Mainz: Das alte Forst. BeitrĂ€ge zu einer Geschichte des Stadtteils Aachen-Forst. Stadtsparkasse Aachen, Aachen 1986, DNB 881148628, S. 77 (91 S.).
  • Franz Stettner: Der Aachener Tierpark. In: Aachener SpaziergĂ€nge. Band 3. Meyer & Meyer, Aachen 1990, ISBN 978-3-89124-106-6 (95 S.).
  • Manfred Kutsch, Wolfram Graf-Rudolf, Ralf Sistermann, Lutz KupferschlĂ€ger: 50 Jahre Aachener Tierpark. Hrsg.: Manfred Kutsch. 1. Auflage. Aachener Tierpark GemeinnĂŒtzige AG, Aachen MĂ€rz 2016, DNB 1271394391 (72 S.).
Commons: Aachener Tierpark Euregiozoo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Robert Esser: Wie Karl der Große den Tierpark erfindet. In: Aachener Zeitung. 15. September 2023, abgerufen am 7. April 2026.
  2. 1 2 3 Inventur: Aachener Tierpark zÀhlt 524 Individuen in 71 Arten. In: Aachener Zeitung. 28. MÀrz 2026, abgerufen am 7. April 2026.
  3. ↑ Claudia Heindrichs: Möbel erzĂ€hlen die Geschichte des Westparks. Die Elefanten kommen zurĂŒck. In: Aachener Zeitung. 8. Oktober 2018, abgerufen am 7. April 2026.
  4. 1 2 Peter Schopp: Buch zum Aachener Zoo: Tierisches StĂŒck Öcher Geschichte? In: Aachener Zeitung. 31. MĂ€rz 2016, abgerufen am 7. April 2026.
  5. ↑ Sabrina Marx: 50 Jahre Aachener Tierpark – zoologische GĂ€rten im Wandel. In: KingKalli. 20. Juni 2016, abgerufen am 7. April 2026.
  6. 1 2 wr: Acht Affen saßen am Familientisch. Als „Papa“ Besselmann noch den Aachener BĂŒffel fĂŒtterte — Verzichtet die Stadt auf einen „Zoo“? In: Aachener Zeitung. 23. MĂ€rz 1950 (tierparkfreunde-aachen.de).
  7. ↑ Bt: Kamerunschafe im Drimborner WĂ€ldchen. Vorbildliche Anlage eines privaten Tiergartens — Mandarinen-Enten aus China und Zwergziegen aus Afrika — Großes Vogelhaus aus Natursteinen — DemnĂ€chst auch WaschbĂ€ren. In: Aachener Zeitung. 1. Januar 1959 (tierparkfreunde-aachen.de).
  8. ↑ VR 1252. Historischer Abdruck. In: Gemeinsames Registerportal der LĂ€nder. Vereinsregister des Amtsgerichts Aachen, abgerufen am 7. April 2026.
  9. ↑ og: Ein Tierpark in Drimborn wĂŒrde nicht viel kosten. „Verein der Tierfreunde“ wurde jetzt gegrĂŒndet — Viele PlĂ€ne entwickelt. In: Aachener Zeitung. 8. Dezember 1960 (tierparkfreunde-aachen.de).
  10. ↑ Dr. Sch: Am ,Drimborner WĂ€dchen' soll ein Tierpark entstehen. Verein will Finanzierung ĂŒbernehmen – Großes Interesse von allen Seiten. In: Aachener Zeitung. 1. Juni 1961 (tierparkfreunde-aachen.de).
  11. ↑ HRB 717. Historischer Abdruck. In: Gemeinsames Registerportal der LĂ€nder. Handelsregister B des Amtsgerichts Aachen, abgerufen am 8. April 2026.
  12. ↑ Neue Satzung beschlossen. Mitgliederhauptversammlung des Vereines der Pierparkfreunde. In: Aachener Nachrichten. 19. Dezember 1970 (tierparkfreunde-aachen.de).
  13. ↑ Manfred Kutsch, Wolfram Graf-Rudolf, Ralf Sistermann, Lutz KupferschlĂ€ger: 50 Jahre Aachener Tierpark. Hrsg.: Manfred Kutsch. 1. Auflage. Aachener Tierpark GemeinnĂŒtzige AG, Aachen MĂ€rz 2016, DNB 1271394391, S. 36 (72 S.).
  14. ↑ Robert Esser: Drimborner WĂ€ldchen: Stoppt Stiftung Verkauf? In: Aachener Zeitung. 8. September 2010, abgerufen am 7. April 2026.
  15. ↑ Ein Ort, der von Gemeinschaft lebt. KindertagesstĂ€tte Spielwiese e. V., abgerufen am 7. April 2026.
  16. ↑ Claudia Heindrichs: Wieso die neue Zoodirektorin (noch) doppelgleisig fĂ€hrt. In: Aachener Zeitung. 14. MĂ€rz 2026, abgerufen am 7. April 2026.
  17. ↑ Gerald Eimer: Die Geparden bewachen den Sarkophag aus Stein. In: Aachener Zeitung. 12. Januar 2019, abgerufen am 7. April 2026.
  18. ↑ Die Geschichte. Tierparkfreunde Aachen e. V., abgerufen am 7. April 2026.
  19. ↑ A.J.: 600 Tiere in Aachens Drimborner WĂ€ldchen. Eine Attratkion fĂŒr Erwachsene und Kinder. In: Grenzecho. 9. Juli 1980, S. 3 (tierparkfreunde-aachen.de).