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Zwanzigeck

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Regelmäßiges Zwanzigeck
Regelmäßiges Zwanzigeck

Ein Zwanzigeck oder Ikosagon (von altgriechisch εἰκοσάγωνος eikoságōnos, deutsch ‚zwanzigeckig‘)[1] ist ein Polygon mit 20 Seiten und 20 Ecken. Oft ist damit ein ebenes, regelmäßiges Zwanzigeck gemeint, bei dem alle Seiten gleich lang sind und alle Eckpunkte auf einem gemeinsamen Umkreis liegen. Im Folgenden wird nur noch das regelmäßige Zwanzigeck und das regelmäßige überschlagene Zwanzigeck betrachtet.

Der Mittelpunktswinkel beträgt

α=360∘20=18∘

Die Seitenlänge im Vergleich zum Umkreisradius ru beträgt:

a=2⋅ru⋅sin⁡α2
a=2⋅ru⋅sin⁡9∘

mit

sin⁡9∘=1−1410+252

Das Zwanzigeck besitzt 170 Diagonalen:

  • 20 Diagonalen über 2 (bzw. 18) Seiten
  • 20 Diagonalen über 3 (bzw. 17) Seiten
  • 20 Diagonalen über 4 (bzw. 16) Seiten
  • 20 Diagonalen über 5 (bzw. 15) Seiten
  • 20 Diagonalen über 6 (bzw. 14) Seiten
  • 20 Diagonalen über 7 (bzw. 13) Seiten
  • 20 Diagonalen über 8 (bzw. 12) Seiten
  • 20 Diagonalen über 9 (bzw. 11) Seiten
  • 10 Diagonalen über 10 Seiten

Die Längen im Verhältnis zum Umkreisradius betragen:

  • Die Diagonale über zwei Seiten entspricht der Seite eines Zehnecks mit gleichem Umkreis:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡18∘=2⋅ru⋅14(5−1)≈ru⋅0,618033989
  • Die Diagonale über drei Seiten:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡27∘≈ru⋅0,907980999
  • Die Diagonale über vier Seiten entspricht der Seite eines Fünfecks mit gleichem Umkreis:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡36∘=ru⋅5−52≈ru⋅1,1755705
  • Die Diagonale über fünf Seiten entspricht der Seite eines Quadrats mit gleichem Umkreis:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡45∘=ru⋅2
  • Die Diagonale über sechs Seiten:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡54∘=ru⋅12(1+5)
  • Die Diagonale über sieben Seiten:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡63∘≈ru⋅1,78201305
  • Die Diagonale über acht Seiten:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡72∘=ru⋅1210+25≈ru⋅1,90211303
  • Die Diagonale über neun Seiten:
    • s=2⋅ru⋅sin⁡81∘≈ru⋅1,97537668
  • Die Diagonale über zehn Seiten entspricht dem Durchmesser des Umkreises:
    • s=2⋅ru

Die Fläche eines regelmäßigen Zwanzigecks mit der Seitenlänge a und dem Umkreisradius ru wird durch die folgenden Formeln berechnet.

A=5a2(1+5+5+25)≈31,5687a2.
A=52ru2(5−1).

Das regelmäßige Zwanzigeck ist als Konstruktion mit Zirkel und Lineal darstellbar, die hauptsächlichen Konstruktionsmerkmale werden bereits im Fünfeck bzw. im Zehneck verwendet.

Konstruktion bei gegebenem Umkreis

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Die Konstruktion im Bild zum regelmäßigen Zwanzigeck bei gegebenem Umkreis ist nahezu gleich der des Zehnecks bei gegebenem Umkreis.[2]

Es beginnt mit dem gegebenen Durchmessers AB‾ und dessen Halbierung im Mittelpunkt M. Nach dem Ziehen des Umkreises um M durch A wird senkrecht zum Durchmesser AB‾ die Mittelachse eingezeichnet; Schnittpunkte sind die beiden ersten Eckpunkte E6 und E16 des entstehenden Zwanzigecks. Es folgt die Halbierung der Strecke AM‾ in F, dabei ergeben sich die Schnittpunkte C und D auf dem Umkreis. Nun wird ein Kreisbogen um F mit dem Radius |FE6| gezogen, bis er die Strecke AB‾ in G schneidet. Die Strecke AG‾ ist somit nach dem goldenen Schnitt mit äußerer Teilung geteilt. Noch einen kurzen Kreisbogen um E6 mit dem Radius |E6G| der den Umkreis im Eckpunkt E2 schneidet, anschließend die Verbindung des Eckpunktes E2 mit dem Punkt B, jetzt auch zugleich E1, dann ist die erste Seitenlänge a des Zwanzigecks konstruiert. Abschließend die Seitenlänge a fünfzehn Mal gegen den Uhrzeigersinn auf den Umkreis abtragen und die benachbarten Eckpunkte miteinander verbinden, das regelmäßige Zwanzigeck ist somit konstruiert.

Regelmäßiges Zwanzigeck bei gegebenem Umkreis
Alternative Konstruktion des regelmäßigen Zwanzigecks
Anzahl der Konstruktionsschritte nahezu gleich denen im vorherigen Bild

Konstruktion bei gegebener Seitenlänge

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Regelmäßiges Zwanzigeck bei gegebener Seitenlänge
Animation

Die Konstruktion im Bild zum regelmäßigen Zwanzigeck bei gegebener Seitenlänge ist nahezu gleich der des Zehnecks bei gegebener Seitenlänge. Die gepunkteten Linien sind für die Konstruktion nicht erforderlich, sie dienen lediglich zur Veranschaulichung der folgenden Beschreibung.

Zuerst werden die Enden der Seitenlänge a mit den ersten Eckpunkten E1 (rechts) und E20 bezeichnet. Es folgt je ein Kreisbogen mit dem Radius a um die Punkte E1 und E20; deren Schnittpunkte sind A und B. Anschließend wird eine Halbgerade ab B durch A gezogen; sie halbiert die Seitenlänge a in C. Eine Senkrechte auf E1E20‾ ab E1 schließt sich an und erzeugt den Schnittpunkt D. Verlängert man nun die Strecke E20E1‾ über E1 hinaus um ca. den gleichen Längenbetrag und schlägt danach einen Kreisbogen um C mit dem Radius |E20D|, wird der Schnittpunkt F auf der Verlängerung erzeugt. Die Strecke E20F‾ ist somit nach dem goldenen Schnitt mit äußerer Teilung geteilt. Jetzt wird um E20 ein Kreisbogen mit dem Radius E20F‾ geschlagen, der die senkrechte Halbgerade in G schneidet. In dem damit entstandenen gleichschenkligen Dreieck E20E1G entspricht der Winkel am Winkelscheitel G dem Zentriwinkel μ′ eines regelmäßigen Zehnecks,

denn bei einer Seitenlänge a=1 gilt im rechtwinkligen Dreieck E20CG

sin⁡μ′2=a212+52=a2⋅(12+52)

mit eingesetzten Werten

sin⁡μ′2=1212+52

daraus folgt für Winkel μ′2

μ′2=arcsin⁡(1212+52)=18∘

somit ist der Winkel μ′=36∘ und damit gleich dem Zentriwinkel des Zehnecks.

Es geht weiter mit dem Kreisbogen um den Punkt G mit dem Radius E20G‾, der die Halbgerade, die ab B durch A verläuft, in O und in H schneidet. Wegen E20G‾=GO‾=GH‾ ist nach dem Zentriwinkelsatz der Winkel μ am Winkelscheitel O halb so groß, als der Zentriwinkel μ′ des Zehnecks. Aufgrund dessen ist O der Mittelpunkt des gesuchten Zwanzigecks mit dessen Zentriwinkel 18∘. Jetzt nur noch den Umkreis um den Mittelpunkt O ziehen, die Seitenlänge a sechzehn Mal gegen den Uhrzeigersinn auf den Umkreis abtragen und die benachbarten Eckpunkte miteinander verbinden, danach ist das regelmäßige Zwanzigeck konstruiert.

Regelmäßige überschlagene Zwanzigecke

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Ein regelmäßiges überschlagenes Zwanzigeck ergibt sich, wenn beim Verbinden der zwanzig Eckpunkte jedes Mal mindestens einer übersprungen wird und die somit erzeugten Sehnen gleich lang sind. Notiert werden solche regelmäßigen Sterne mit Schläfli-Symbolen {n/k}, wobei n die Anzahl der Eckpunkte angibt und jeder k-te Punkt verbunden wird.

Es gibt nur drei regelmäßige Zwanzigstrahlsterne, auch Ikosagramme genannt.

Die „Sterne“ mit den Schläfli-Symbolen {20/2} und {20/18} sind regelmäßige Zehnecke, die mit den Schläfli-Symbolen {20/4} und {20/16} sind Fünfecke, die mit den Schläfli-Symbolen {20/5} und {20/15} sind Quadrate. Der Stern mit den Schläfli-Symbolen {20/6} und {20/14} ist ein Zehnstrahlstern, auch Dekagramm genannt.

Wiktionary: Zwanzigeck – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Wilhelm Pape: εἰκοσά-γωνος. In: Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage. Band 1: Α–Κ. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914, S. 727 (Digitalisat. zeno.org).
  2. ↑ Henry Green: Euclid’s Plane Geometry, Books III–VI, Practically Applied, or Gradations in Euclid, Part II. Simpkin, Marshall,& CO., London 1861, S. 116; books.google.de
  3. ↑ wuppertaler-rundschau.de