Zärtlich ist die Nacht (Film)
| Film | |
| Titel | Zärtlich ist die Nacht |
|---|---|
| Originaltitel | Tender is the Night |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1962 |
| Länge | 145 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Henry King |
| Drehbuch | Ivan Moffat |
| Produktion | Henry T. Weinstein |
| Musik | Bernard Herrmann |
| Kamera | Leon Shamroy |
| Schnitt | William H. Reynolds |
| Besetzung | |
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Zärtlich ist die Nacht ist ein Hollywoodfilm aus dem Jahr 1962 des damals 75-jährigen Regie-Veterans Henry King, der hiermit seine letzte Inszenierung ablieferte. In den Hauptrollen sind Jennifer Jones, Jason Robards und Joan Fontaine zu sehen. Die Geschichte basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von F. Scott Fitzgerald.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1920er Jahren, irgendwo an einem edlen Sonnenfleckchen in SĂźdfrankreich, an der CĂ´te dâAzur: Die Welt der SchĂśnen und Reichen, der Gelangweilten und Gesellschaftssnobs hat sich hier eingefunden, um sich auf besonders hohem Geld-Niveau gegenseitig anzuĂśden. Unter ihnen befinden sich auch der amerikanische Psychiater Dr. Richard âDickâ Diver und seine labile Frau Nicole, eine Landsmännin. Einst war sie in einem Klinikum in der Schweiz seine millionenschwere Patientin, nun ist sie seine millionenschwere Gattin. Durch diese EheschlieĂung gelang Dick der Aufstieg in die soziale Upper Class Amerikas, eine fremde Welt, die den intelligenten Mann zunächst sehr fasziniert.
Man lebt vor sich hin, verbringt den Sommer am Meer, mit AusflĂźgen und auf Partys mit immer denselben Jet-Set-Gästen und immer denselben Gesprächsthemen. Abwechslung bringt allenfalls ein neues âMitgliedâ im abgeschotteten Club der Betuchten, diesmal in Gestalt der hĂźbschen blutjungen Rosemary Hoyt. Während einer dieser Partys muss Nicole mit ansehen, wie ihr Gatte mehr Interesse an jener Nachwuchsmimin mit Filmambitionen zeigt, als es einem verheirateten Mann eigentlich zusteht. Nicole, von Natur her eh schon reichlich seelisch instabil, reagiert darauf mit beträchtlicher Eifersucht, die in einen RĂźckfall in die alte Psychose mĂźndet.

In RĂźckblenden wird anschlieĂend erzählt, wie sich Dick und Nicole, damals noch mit Nachnamen Warren, einst kennenlernten. Dicks alter Freund und beruflicher Mentor Dr. Dohmler erkannte recht bald, wie problematisch Nicoles Wesen ist, und warnte seinen SchĂźtzling Diver eindringlich davor, diese Frau heiraten zu wollen, da selbige rasch seine Karriere ruinieren kĂśnne. Tatsächlich erforderte Nicole nach dem Tausch der Ringe fortan all seine Aufmerksamkeit, und so manches Mal trug Dick schwer an der Last, all die Spinnereien und VerrĂźcktheiten, die Nicole ausmachen, stoisch zu ertragen. Darunter litt vor allem seine Arbeit.
Bald musste Dick erkennen, dass er diese Art Leben nicht weiterfĂźhren wollte und kann. Die Fokussierung auf die Grillen der anstrengenden Gattin und die Oberflächlichkeit dieses Lebens in Luxus machten ihn schlieĂlich innerlich mĂźrbe und lieĂen Dick immer häufiger zur Flasche greifen. Seine Wiederbegegnung mit Rosemary, die er seiner Frau zuliebe einst links liegen lieĂ, verläuft fĂźr Diver sehr ernĂźchternd. Sein Geschäftspartner Dr. Gregorovious rät ihm, sich aus beider Klinikbetrieb zurĂźckzuziehen. Mit Dicks Niedergang geht Nicoles allmähliche Genesung einher. Während der Psychiater den Anschluss an sein eigentliches Leben, seinen Beruf, verliert, scheint Nicole bald vollkommen geheilt. Sie beginnt eine Liebesbeziehung mit dem SĂśldner Tommy Barban, macht diesen zu ihrem Toyboy und verlangt von Dick die Scheidung. Zutiefst desillusioniert und am Boden zerstĂśrt kehrt Dick Diver in die USA zurĂźck.
Produktionsnotizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zärtlich ist die Nacht entstand in Frankreich, Italien und der Schweiz. Die UrauffĂźhrung fand am 19. Januar 1962 statt, die deutsche ErstauffĂźhrung am 23. Februar desselben Jahres. In Ăsterreich lief der aufwendige Streifen am 21. April 1962 an.
Die Filmbauten entwarfen Jack Martin Smith und Malcolm Brown, die Ausstattung oblag Walter M. Scott. Das Titellied, Musik von Sammy Fain, Text von Paul Francis Webster, wurde fĂźr einen Oscar nominiert.
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âScott Fitzgerald, literarisch hochtalentierter Playboy im Amerika der âroaring twentiesâ und der âverlorenen Generationâ, der eleganteste und wohl zugleich tieftraurigste Schriftsteller jener Jahre, nennt sein Werk, das diesem Film zugrunde liegt und dessen subtil-ironischen Titel er einem Gedicht von Keats entlehnte, einen âRoman der Verelendungâ. Erzählt wird die Geschichte des jungen Psychiaters Dick Diver, der eine millionenschwere Patientin heiratet, so eindringt in die Welt der Upper Ten, zunächst von ihr fasziniert, doch dann zermĂźrbt ist und wieder ausgespuckt wird. Liest sich das, trotz der nicht ganz klischeefreien Story, bei Scott Fitzgerald wie ein Prosafilm Ăźber jenes Phänomen der Stagnation, das heute die Domäne eines Antonioni ist, so hat Regisseur Henry King Liebhaber teurer Themen und prunkvoller Inszenierungen ⌠Scott Fitzgeralds Intentionen ins Gegenteil verkehrt. Er hält es handfest mit der im Detail anfechtbaren Story und spielt sie melodramatisch hoch [âŚ] SchĂśnheit und Verfall, das, worum es im Roman geht, wird von King mit reichlichem Whiskykonsum und den Modellkleidern des Pariser Couturiers Balmain abgetan.â
âAmerikas Sänger vom Elend des Wohllebens, Scott Fitzgerald, zeichnete die Handlung zu diesem Film in seinem 1934 verĂśffentlichten, gleichnamigen Roman auf: Ein trinkfreudiger Psychiater (Jason Robards jr.) gerät durch Verehelichung mit einer Millionenerbin (Jennifer Jones) in die Welt der Upper Ten, die ihn zunächst fasziniert, dann zermĂźrbt und schlieĂlich wieder ausstĂśĂt. Regisseur Henry King, Liebhaber teurer Themen und prunkvoller Dekorationen (âAlle Herrlichkeit auf Erdenâ), nahm sich dieser amerikanischen TragĂśdie um einiges zu aufwendig an. Fitzgeralds subtiles HaĂliebeslied auf die Gesellschaft der zwanziger Jahre wirkt auf der Leinwand wie das Wehklagen von Leuten, denen der Arzt verordnet hat, das Whisky-Trinken einzuschränken.â
âZwischen beschaulichen Ansichten der Riviera und den Schweizer Bergen läuft die bittersĂźĂe Liebes- und Ehegeschichte eines Psychiaters ab, der hoffnungsvoll eine reiche Patientin heiratet, um sie nach auswegloser Krise (er sinkt zum trunksĂźchtigen Playboy ab) wieder zu verlieren. Der fotogen inszenierte pseudotragische Schicksalsroman beruft sich auf den amerikanischen Schriftsteller Fitzgerald (1896â1940).â
Paimannâs Filmlisten resĂźmierte: âEine Fabel, die durch ihren Detailreichtum zu gedehnt und unklar durch das ungenĂźgend gekennzeichnete Ende [ist]. Gespielt wird eindringlich ⌠die Umweltzeichnung (20er-Jahre) ist charakteristisch.â[3]
âSchwerfällige, wenig schmackhafte Version von F. Scott Fitzgeralds Roman mit Jones als mental instabile Gattin von Psychiater Robards.â
âUneinheitliche, leidlich literarische Umsetzung eines offenkundig unverfilmbaren Romans Ăźber geradezu herausfordernde unwirkliche Menschen, die man heute dem Jet-Set zuordnen wĂźrde. Etwa die Hälfte des Ergebnisses ist im oberflächlichen Sinne unterhaltsam.â
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Zärtlich ist die Nacht (USA). In: Der Spiegel. Nr. 13, 1962 (online).
- â Zärtlich ist die Nacht im Lexikon des internationalen Films
- â Zärtlich ist die Nacht in Paimannâs Filmlisten ( des vom 30. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Leonard Maltin: Movie & Video Guide, 1996 edition, S. 1303.