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Walter Reisch

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Walter Reisch (* 23. Mai 1903 in Wien; † 28. MĂ€rz 1983 in Los Angeles) war ein österreichisch-US-amerikanischer Drehbuchautor, Liedertexter und Filmregisseur. Er war der Cousin von Georg Kreisler.

Zum Film kam Walter Reisch bereits 1918 wĂ€hrend seiner Schulzeit, da er ĂŒber eine NebentĂ€tigkeit als Theaterstatist Gelegenheit erhielt, Komparsengruppen fĂŒr Filmproduktionen zusammenzustellen. Ein angefangenes Medizinstudium brach er ab, als ihm ein lĂ€ngerfristiges Engagement bei einer Filmgesellschaft angeboten wurde. Er ĂŒbernahm hier verschiedene, meist organisatorische, Aufgaben und arbeitete als Produktionsassistent unter anderem mit Alexander Korda zusammen. Nebenbei schrieb er fĂŒr die Presse Artikel, FeuilletonbeitrĂ€ge und Gedichte. Gleichzeitig begann er mit dem Schreiben von DrehbĂŒchern, die oft verwendet wurden, ohne dass sein Name im Vorspann genannt wurde.

Ab 1930 arbeitete Walter Reisch bei der Berliner Super-Film GmbH, wo er innerhalb von zwei Jahren sechsmal mit dem Regisseur GĂ©za von BolvĂĄry zusammenarbeitete. Ebenfalls ab 1930 arbeitete er unter Erich Pommer auch fĂŒr die Ufa. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste Reisch seiner jĂŒdischen Abstammung wegen nach Wien zurĂŒckkehren, wo er das Drehbuch fĂŒr Willi Forsts Film Maskerade (1934) schrieb. Mit Paula Wessely, die auch in Maskerade die Hauptrolle gespielt hatte, inszenierte er nach einem eigenen Drehbuch den Film Episode (1935). Damit gelang ihm nach Maskerade ein weiteres Meisterwerk des Wiener Films und zudem eine gelungene Umsetzung der AtmosphĂ€re Wiens zur Zeit der Inflation 1922. Der Film war auch die einzige österreichische Produktion unter Mitwirkung von Juden, die nach 1933 noch zur AuffĂŒhrung im nationalsozialistischen Deutschland zugelassen wurde.

„Das Buch zu dem Film Bezaubernde Augen[1], der von Carmine Gallone in Italien inszeniert wurde, stammt von Walter Reisch. Ein Meister der Filmdramaturgie, wie Reisch, versteht es, auch aus einem nicht allzu ergiebigen Stoff ein dramatisch stark akzentuiertes Filmmanuskript zu bauen. [
] Reisch hat eine Episode aus dem Dasein Bellinis herausgegriffen: den Mißerfolg der Norma und die Erneuerung und Rettung dieser Oper durch die EinfĂŒgung eines wunderbaren Liebesliedes Casta Diva [
]“

– Friedrich Porges[2]

Als ihm die MGM einen Vertrag anbot, ging Walter Reisch im September 1937 nach Hollywood, wo er in den folgenden Jahren DrehbĂŒcher fĂŒr Filme mit den bedeutendsten weiblichen Stars der MGM schrieb: Greta Garbo, Olivia de Havilland, Hedy Lamarr, Vivien Leigh, Merle Oberon, Lana Turner und Ingrid Bergman. 1942 erwarb er die amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft. 1946 wechselte er zur Universal, 1947 zur Paramount, 1949 zur 20th Century Fox, wo er DrehbĂŒcher u. a. fĂŒr Filme mit Marilyn Monroe und Barbara Stanwyck schrieb. Seit 1954 schrieb Reisch wiederholt auch fĂŒr deutsche Filmgesellschaften. Walter Reisch wurde 1954 mit einem Oscar fĂŒr das Drehbuch zu Untergang der Titanic (1953) ausgezeichnet.

Ende der 1970er Jahre schrieb Reisch auf der Grundlage von Maskerade eine Operette gleichen Namens, zusammen mit seinem Cousin Georg Kreisler, der die Musik komponierte (Reisch unterstĂŒtzte Kreisler und seine Eltern, nachdem sie 1938 ohne Hab und Gut vor den Nazis in die Vereinigten Staaten geflohen waren und Kreisler hatte schon 1946 bei dem Film Song of Scheherazade in Hollywood mit Reisch zusammengearbeitet). Eigentlich war Robert Stolz dafĂŒr vorgesehen, die Musik zu schreiben, der aber 1975 im Alter von 95 Jahren verstarb, als er gerade damit begonnen hatte. Die UrauffĂŒhrung fand 1983 bei den Wiener Festwochen im Theater in der Josefstadt unter Kreislers musikalischer Leitung statt und lief zwei Spielzeiten vor ausverkauftem Haus. Seither wurde das Werk nie mehr gespielt. Reisch erlebte die AuffĂŒhrung nicht mehr, da er schwer erkrankte und am 28. MĂ€rz 1983 in Los Angeles verstarb.

Walter Reisch war seit 1935 in zweiter Ehe mit der TÀnzerin Poldi Dur alias Elisabeth (Lisl) Handl verheiratet, die in einigen von Reischs österreichischen Filmen als Nebendarstellerin auftrat.

Drehbuch, wenn nicht anders angegeben:

Commons: Walter Reisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ österreichischer Titel, in Deutschland lief der Film unter dem Titel Maddalena
  2. ↑ Friedrich Porges: Der Tonfilm. „Bezaubernde Augen“. In: Der Tag / Der Wiener Tag, 26. JĂ€nner 1936, S. 12 (online bei ANNO).
  3. ↑ (Anzeige des Filmverleihs; doppelseitig). In: Neue Kino-Rundschau, 26. Februar 1921, S. 34 (online bei ANNO).