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Visual-Tree-Assessment

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Visual-Tree-Assessment (VTA) bezeichnet eine Methode zur systematischen Baumkontrolle, bei welcher verschiedene von der Optimalgestalt des Baumes abweichende Defektsymptome untersucht werden. Die Methode wurde von Claus Mattheck entwickelt, unter anderem dafĂŒr erhielt er 2003 den Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt.[1]

Grundlage der VTA-Methode ist das Axiom konstanter Spannung. Aus den Wachstumsreaktionen wird auf Schwachpunkte des Baumes geschlossen. Sind starke SchĂ€den vorhanden, werden BĂ€ume weitergehend untersucht, um festzustellen, ob sie noch verkehrssicher sind. Die VTA-Methode erfolgt in Teilschritten. Das Axiom der konstanten Spannung erklĂ€rt als Regel von der gerechten Lastverteilung die Bildung von Defektsymptomen am Baum als Reparaturanbauten. In der VDI-Richtlinie 6224 von 2012, „Bionische Optimierung“ werden Optimierungsmethoden auf der Basis des Axioms konstanter Spannung empfohlen. Die ĂŒbliche Vorgehensweise besteht aus:

  1. Sichtkontrolle auf
    • Baumumfeld,
    • Schadensmerkmale,
    • VitalitĂ€t.
  2. Bewertung der Schadensmerkmale.
  3. Gibt es nach Sichtkontrolle des Baumes Zweifel an der Stand- und Bruchsicherheit, werden verschiedene UntersuchungsgerÀte eingesetzt wie Schallhammer bzw. Impulshammer, BohrwiderstandsmessgerÀt, Zuwachsbohrer und Fraktometer.

Mit diesen Untersuchungen wird das Ausmaß vorhandener SchĂ€den ermittelt und deren Auswirkungen abgeschĂ€tzt.

Visual-Tree-Assessment hat sich nach Ansicht ihrer BefĂŒrworter auch in der Rechtsprechung als (insbesondere zur ErfĂŒllung der Verkehrssicherungspflicht) anerkannter Standard etabliert.[2] JĂŒngere und durch Fachgremien entwickelte Regeln, wie die FLL-Baumkontrollrichtlinien (2004, 2010, 2020) oder der bundeseigene Leitfaden Baumkontrolle an Bundeswasserstraßen (BMVI 2009, 2013, 2020) sind mittlerweile etabliert und ersetzen die VTA.

Die Stadt Berlin definiert VTA dennoch als Stand der Technik.[3]

Die VTA Methode wird als unwissenschaftlich kritisiert, da sie auf subjektiven Grenzfestlegungen aus Graphiken basiere[4], das Anforderungsprofil der Rechtsprechung nicht treffe[5] und die Standsicherheit von BĂ€umen banalisiere.[6] Mattheck und Andere halten aber diese Angriffe fĂŒr widerlegt.[7][8][9][10][11]

Auch einige durch Mattheck fĂŒr den Einsatz in VTA empfohlene Untersuchungsmethoden (insbesondere Resistograph, Zuwachsbohrer, Fractometer) stehen in der Kritik. Die vorgenannten Verfahren gelten als invasiv, das heißt sie fĂŒgen dem Holzkörper Schaden zu. Zudem erlaubt bspw. das Fractometer, anders als von Mattheck behauptet, keine derart prĂ€zisen Aussagen ĂŒber die Bruchfestigkeit des Holzes (siehe auch hier: Kritik)[12][13]. Auch die Verwendung des Resistographen wird kritisch gesehen[13].

BĂŒcher zur Biomechanik in einfacher Sprache

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  • Claus Mattheck, Stupsi erklĂ€rt den Baum – Ein Igel lehrt die Körpersprache der BĂ€ume. Forschungszentrum Karlsruhe GmbH 1999, ISBN 3-923704-20-8.
  • C. Mattheck, Mechanik am Baum – ErlĂ€utert mit einfĂŒhlsamen Worten von Pauli dem BĂ€r. Forschungszentrum Karlsruhe GmbH 2002, ISBN 3-923704-39-9.
  1. ↑ Die PreistrĂ€ger des Jahres 2003 (Memento vom 5. Oktober 2006 im Webarchiv archive.today)
  2. ↑ Hötzel: „Schuldhafte Verletzung der Verkehrssicherungspflicht bei BĂ€umen – mehr Rechtssicherheit durch die Anwendung des Visual Tree Assessment (VTA) als neu entwickelter Methode der Baumkontrolle“, AgrarR 1996, 77; Ders.: Eingriffe an BĂ€umen zur Diagnose und Prognose von Krankheiten oder SchĂ€den, AgrarR 1997, 37. Ders.: Baumkontrolle zur ErfĂŒllung der Verkehrssicherungspflicht, NJW 1997, 1757; Agrar- und Umweltrecht 2012, 208
  3. ↑ „Die Baumkontrolle ist nach dem gegenwĂ€rtigen Stand der Technik, Erfahrung und Fachkunde durchzufĂŒhren. Sie hat nach den GrundsĂ€tzen der Visual-Tree-Assessment – (VTA)- Methode zu erfolgen.“ Baumkontrollvorschrift fĂŒr Berlin. Amtsblatt fĂŒr Berlin vom 4. Februar 2011
  4. ↑ Franz Gruber: VTA-Schlankheitskonstanten sind wissenschaftlich unhaltbar, Pro Baum, Heft 4, 2007.
  5. ↑ Hans-Joachim Schulz: VTA und seine fachlich belastbaren Grundlagen (Memento vom 5. November 2016 im Internet Archive)
  6. ↑ Franz Gruber: Die VTA-RW/R-Grenzregel zum Baumwurf, ein weiteres wissenschaftlich nicht nachvollziehbares und praktisch inadĂ€quates Versagenskriterium der Standsicherheit, Agrar- und Umweltrecht, 3/2007.
  7. ↑ Claus Mattheck und Klaus Bethge: „Erwiderung zum Beitrag von Prof. Dr. Franz Gruber, Die VTA-0,32-RestwandstĂ€rkenregel, wissenschaftlich unhaltbar und praktisch unbrauchbar.“ AUR 2007, S. 6 ff. in AUR 2007, S. 223
  8. ↑ Claus Mattheck und Klaus Bethge: „Erwiderung zu dem Beitrag von Prof. Dr. Franz Gruber, die VTA-Rw/R-Grenzregel zum Baumwurf, ein weiteres wissenschaftlich nicht nachvollziehbares und praktisch inadĂ€quates Versagenskriterium der Standsicherheit.“ AUR 2007, S. 73 ff. in AUR 2007, 224 f.
  9. ↑ Claus Mattheck und Klaus Bethge: Entgegnung auf den Beitrag von Franz Gruber: „Die wissenschaftlich nicht nachvollziehbare VTA-h/D= 50-Grenzkonstante, ein kaum brauchbares, nicht justitiables Verkehrssicherheitskriterium.“ AUR 8/2007 in AUR 2007, 399 ff.
  10. ↑ Nicolas A. Klöhn: „Wissenschaftliche MissverstĂ€ndnisse“ – Stellungnahme zu „VTA-Schlankheitskonstanten sind wissenschaftlich unhaltbar“ von F. Gruber in Pro Baum 4/2007. Online auf Baumdiagnostik.de, abgerufen am 23. Januar 2017 (PDF; 365 kB)
  11. ↑ Siegfried Fink: Gutachterliche Stellungnahme zu den Angriffen von GRUBER auf die von MATTHECK und Mitarbeitern entwickelte VTA-Methode zur Beurteilung der Verkehrssicherheit von EinzelbĂ€umen. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2017.
  12. ↑ Hans-Joachim Schulz: VTA und seine fachlich belastbaren Grundlagen. In: Wertermittlungsforum. 23. Jahrgang, Nr. 02. SachverstĂ€ndigenkuratorium e.V., 2002, S. 45–49.
  13. 1 2 Steffen Rust: GerĂ€te und Verfahren zur eingehenden Baumuntersuchung. In: Andreas Roloff (Hrsg.): Baumpflege - baumbiologische Grundlagen und Anwendung. 3., erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2019, ISBN 978-3-8186-0737-1, S. 219–232.
  • mattheck.de Website zur Visual-Tree-Assessment Methodik von Claus Mattheck