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Vis-Ă -vis

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Vis-Ă -vis-Bestuhlung in der S-Bahn
Historische Vis-Ă -vis-Kutsche
Benz Vis-Ă -Vis Automobil (1893)

Ein Vis-Ă -vis (IPA: [vizaˈviː], anhörenⓘ/?) ist ein Wagen mit gegenĂŒberliegenden Sitzen oder SitzbĂ€nken. Diese Sitzanordnung gibt es bei Kutschen, Eisenbahnwagen und (hauptsĂ€chlich frĂŒhen) Automobilen. Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich „von Angesicht zu Angesicht“. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff auch fĂŒr „gegenĂŒber“ benutzt.

Die Vis-Ă -vis-Kutsche ist durch die Sitzanordnung einem Landauer sehr Ă€hnlich, allerdings kann man sie nicht so wetterfest schließen. Das Verdeck einer Vis-Ă -vis bietet nur Schutz vor leichtem Regen oder starker Sonne. Die Vis-Ă -Vis war dadurch eher ein Sommerwagen fĂŒr Herrschaften. Durch das Fehlen der TĂŒren und der schweren Verdeckaufbauten war sie allerdings entsprechend leichter und dadurch fĂŒr lange Strecken oder schnelleres Fahren besser geeignet als der von der Bequemlichkeit her vergleichbare Landauer.

Bei Automobilen wurde diese Karosserieform nach 1902 nur noch selten verwendet, da immer mehr Automobilhersteller zum Frontmotor ĂŒbergingen. Viersitzige Autos hatten daraufhin zunĂ€chst die Karosserieform Tonneau. Daraus entwickelte sich der Doppelphaeton. In Autos mit Pullman-Karosserie und in Stretch-Limousinen wird vis-Ă -vis auch heute noch verwendet.[1]

Auch in Stadtbussen werden meist einzelne Sitzgruppen vis-à-vis gruppiert, am hÀufigsten anzutreffen sind Gruppierungen mit je zwei Sitzen pro Seite. In manchen Bussen findet sich im hinteren Teil des Fahrzeugs auch eine vis-à-vis-Gruppierung, mit mehreren Sitzen quer zur Fahrtrichtung.[2]

In Reisezugwagen ist vis-Ă -vis eine hĂ€ufig verwendete Sitzanordnung. Bei Abteilwagen sind SitzbĂ€nke oder Einzelsitze vis-Ă -vis angeordnet; bei Großraumwagen werden meist Vis-Ă -vis-Sitzgruppen mit hintereinander in eine Richtung angeordneten Sitzen kombiniert. Einige Fahrzeuge, wie die TriebzĂŒge der DB-Baureihe 423, haben ausschließlich Vis-Ă -vis-Bestuhlung. Zwischen den vis-Ă -vis angeordneten Sitzen kann sich – besonders in der ersten Wagenklasse – ein Tisch befinden. In Mehrzweckabteilen finden sich hĂ€ufig Klappsitze quer zur Fahrtrichtung in Vis-Ă -vis-Anordnung; auch im Oberdeck von Doppelstockwagen sind Sitze manchmal quer zur Fahrtrichtung vis-Ă -vis angeordnet.

Auch in U-Bahnen (Stadtbahn), Straßenbahnen wird, wie auch bei Stadtbussen, vis-Ă -vis hĂ€ufig fĂŒr einzelne Sitzgruppen mit meistens insgesamt 4 Sitzen verwendet.

Wiktionary: Vis-Ă -vis – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: vis-Ă -vis – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Der neue Mercedes Maybach S-650 Pullman. Mercedes-Benz-com.
  2. ↑ Citaro: Komfort fĂŒr die FahrgĂ€ste. In: Fahrzeuge. Daimler Buses, 2024. Auf Mercedes-Benz-Bus.com, abgerufen am 27. Oktober 2024.