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TĂ€towierer

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
TĂ€towierer Don Ed Hardy auf der Tattoo Convention in Sacramento Cal., 1980
TĂ€towiererin bei der Arbeit

Ein TĂ€towierer ist eine Person, die dauerhaft TĂ€towierungen mittels eines entsprechenden Instrumentes, meist einer elektrischen TĂ€towiermaschine, mittels TĂ€towierfarbe, Tinte oder anderen Farbmitteln in die Haut einbringt.

Ausbildung und Berufsrechtliches

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Deutschsprachiger Raum

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 Deutschland

Eine gesetzliche geregelte Ausbildung ist in Deutschland bisher nicht vorgesehen.[1] In der Regel erlernen TĂ€towierer die nötigen Fertigkeiten bei erfahrenen Kollegen oder autodidaktisch. Über eine Berufszugangsregelung wird jedoch seit 2016 ernsthaft diskutiert.[2]

In Deutschland werden vom Verband Deutsche Organisierte TĂ€towierer Hygieneseminare veranstaltet.[3] Die Kurse fĂŒr den Erwerb der Sachkunde Teil I & II, gemĂ€ĂŸ Infektionshygiene-Verordnungen der LĂ€nder werden von dem TĂ€towierer und Hygienewart des DOT Heribert Nentwig (Herry) organisiert und der U.E.T.A. durchgefĂŒhrt.[4]

Anerkennung als Kunst

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Die Etablierung des TĂ€towierens als Erscheinungsform der Bildenden Kunst, sowohl im steuerrechtlichen als auch im sozialversicherungsrechtlichen Sinne, wurde seit den frĂŒhen 1970er Jahren immer wieder diskutiert und verschiedentliche Versuche unternommen den Status zu Ă€ndern.

Horst Streckenbach wurde 1974 vom Finanzamt Frankfurt nicht als KĂŒnstler anerkannt, meldete seine UmsĂ€tze trotzdem zum ermĂ€ĂŸigten Steuersatz an. Ende der 1980er Jahre bemĂ€ngelte das eine UmsatzsteuersonderpĂŒfung und Streckenbach musste ca. 200.000 DM Steuern nachzahlen. Auch ein entsprechendes, positives Gutachten von Timm Ulrichs Ă€nderte daran nichts.

Manfred Kohrs arbeitete bereits Mitte der 1970er Jahre daran, „TĂ€towierung und Kunst zu verbinden“ und verzichtete auf eine gewerbliche Anmeldung.[5] „Er versteht seine Arbeit als Kunst“ titelte die Szenezeitschrift NaNa 1982.[6][7]

Einen erneuten Vorstoß unternimmt die Szene seit 2018. Der TĂ€towierkunst e. V.[8] geht den Weg ĂŒber die Bundespolitik, z. B. ĂŒber die Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig, um ein PrĂŒfverfahren zur Anerkennung von TĂ€towierern als KĂŒnstler bei der KĂŒnstlersozialkasse zu erreichen.[9]

Dirk-Boris Rödel, ehemaliger Chefredakteur des TĂ€towier Magazins, erklĂ€rt: „Jeder Tattoo-Artist definiert selbst, ob er KĂŒnstler oder Handwerker ist“, TĂ€towieren sei weder Kunst noch Handwerk, sondern ein Medium wie zum Beispiel Schnitzen. „Einige Tattoo-Artists sehen den menschlichen Körper als Leinwand und machen ihn zu ihrem Kunstobjekt“.[10]

Steuerliche Aspekte

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Bei der Anfertigung einer TĂ€towierung handelt es sich steuerlich um eine sonstige Leistung, da nach dem wirtschaftlichen Gehalt der Leistungen nicht – wie etwa bei einer Lieferung – die VerfĂŒgungsmacht an einem Gegenstand ĂŒbertragen worden ist. Bei einer TĂ€towierung werden Ornamente oder Abbildungen durch Einstechen in die menschlichen Haut angebracht. Die Übertragung der Farbstoffe ist umsatzsteuerrechtlich nicht als Lieferung eines Gegenstands zu sehen, da der Farbstoff nur Hilfsmittel zu der vereinbarungsgemĂ€ĂŸ erbrachten TĂ€towierung ist. Sie ist somit steuerpflichtig und wird mit dem Regelsteuersatz (§ 12 Abs. 1 UStG) besteuert. Auch unterliegt die Leistung nicht nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 UStG i. V. m. Nr. 53 Buchstabe a der Anlage zum UStG dem ermĂ€ĂŸigten Steuersatz (§ 12 Abs. 2 UStG). Diese SteuerermĂ€ĂŸigung ist nur fĂŒr Lieferungen von KunstgegenstĂ€nden vorgesehen.[11]

Sozialversicherungsrechtliches

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Die TĂ€tigkeit des TĂ€towierers ist aus Sicht vieler Behörden ein gewerbliches Kunsthandwerk bzw. eine gewerbliche TĂ€tigkeit.[12] „Eine junge Garde von TĂ€towierern kommt aus der Kunst - und ĂŒbertrĂ€gt die eigenen Motive auch auf die Körper zahlender Kunden“ und immer mehr TĂ€towierer begreifen sich als KĂŒnstler und somit den freien Berufen zugehörig.[13]

Im Jahr 2007 hat der TĂ€towier-KĂŒnstler Heiko Gantenberg,[14] Inhaber des TĂ€towierstudios mit Kunstatelier und Werkschau Fort Notch in Marl,[15] vor dem Sozialgericht Gelsenkirchen[16] den Status eines bildenden KĂŒnstlers anerkannt bekommen, um in die KĂŒnstlersozialkasse aufgenommen zu werden.[17] Aufgrund eines Gutachtens von Timm Ulrichs hat erstmals ein deutsches Gericht einen TĂ€towierer als KĂŒnstler anerkannt; das Gericht stellte jedoch ausdrĂŒcklich fest, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handele.[18]

 Schweiz

In der Schweiz ist ebenfalls keine geregelte Ausbildung vorhanden. Am vom 23. November 2005 erließ das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), gestĂŒtzt auf die Artikel 31 Absatz 5, 38–40, 41 Absatz 2, 42 AbsĂ€tze 2 und 3, 43 Absatz 3 und 80 Absatz 9 der Lebensmittel- und GebrauchsgegenstĂ€ndeverordnung vom 23. November 2005 (LGV), die Verordnung ĂŒber GegenstĂ€nde fĂŒr den Humankontakt, in der auch „TĂ€towierfarben und Farben fĂŒr Permanent-Make-up sowie deren Kennzeichnung sowie Apparate und Instrumente fĂŒr Piercing, TĂ€towierung und Permanent-Make-up“ geregelt sind.[19] „Seit Mai 2017 gilt in der Schweiz eine Meldepflicht fĂŒr Tattoo-Betriebe. Wer mit TĂ€towieren Geld verdient, muss sich beim zustĂ€ndigen kantonalen Laboratorium melden.“[20]

 Österreich

In Österreich verhĂ€lt es sich Ă€hnlich wie in der Schweiz, die Verordnung des Bundesministers fĂŒr Wirtschaft und Arbeit ĂŒber AusĂŒbungsregeln fĂŒr das Piercen und TĂ€towieren durch Kosmetik-(Schönheitspflege)-Gewerbetreibende,[21] enthĂ€lt die erforderlichen Regularien.

 Schweden

Ab 1998 begann der TĂ€towierer Ove Skog mit dem Versuch, den schwedischen Handwerksrat fĂŒr ein Berufsbild des TĂ€towierers zu interessieren. Im Jahr 2018 wurde von der Berufsorganisation Sveriges Registererade Tatuerare mit Ove Skog an der Spitze ein Berufsbild mit abschließender Gesellen-, bzw. MeisterprĂŒfung fĂŒr TĂ€towierer ausgearbeitet. Im November 2018 konnten im Rathaus von Stockholm – als erste in der Welt – zwölf Meister[22] und drei Gesellen[23] im TĂ€towierer-Beruf ihren Meister- bzw. Gesellenbrief in Empfang nehmen.[24]

 Japan

In Japan fĂŒhrt der Artikel 17 des japanischen Ärztegesetzes i. d. F. von 2001 an: „Nur Ärzte dĂŒrfen medizinische TĂ€tigkeiten ausĂŒben“. GemĂ€ĂŸ Stellungnahme des japanischen Gesundheitsministeriums fĂ€llt darunter u. a. das Stechen von Farbe in die Haut. Diese Gesetzesnovellierung hatte ursprĂŒnglich zum Ziel, gegen Permanent Make-up-Kosmetikstudios mit geringen Hygienestandards vorzugehen. Seit 2015 wird diese Vorschrift dazu genutzt, willkĂŒrlich Tattoo-Studios zu schließen; bereits geschehen in den StĂ€dten Osaka und Nagoya.[25]

Das TĂ€towierstudio

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Tattoo-Studio

Der TĂ€towierer arbeitet zumeist in einem als „Tattoo Shop“ oder „Tattoo-Studio“ bezeichneten LadengeschĂ€ft. OrdnungsgemĂ€ĂŸ ausgestattete Tattoo-Studios verwenden Container fĂŒr Objekte, die in Kontakt mit Blut oder KörperflĂŒssigkeiten gekommen sind, sowie einen Autoklav zum Sterilisieren der GerĂ€te, sofern sie nicht mit Einmalartikeln arbeiten. Korrekte Hygiene erfordert vom TĂ€towierer bei allen ArbeitsgĂ€ngen die Benutzung von Einmalhandschuhen, besondere Achtsamkeit ist speziell dort angebracht wo Kreuzkontaminationen auftreten können. Die verwendeten Farben mĂŒssen den Vorgaben der TĂ€towiermittel-Verordnung entsprechen. In Holland, der Schweiz und Österreich unterliegen TĂ€towierstudios strengen Auflagen und Kontrollen, um die allgemeine gesundheitliche Sicherheit in diesem Bereich zu verbessern. Inzwischen werden dort die Eingriffe, SterilisationsvorgĂ€nge, Reinigungen und Desinfektionsmaßnahmen schriftlich dokumentiert.

In Österreich ist seit dem Jahr 2003 die jĂ€hrliche Erbringung eines Unbedenklichkeitsnachweises durch ein akkreditiertes Institut gesetzlich vorgeschrieben.[26] Die Ausstattung der BetriebsstĂ€tte und die ArbeitsvorgĂ€nge werden geregelt in Anlage 1, BGBl 262/II/2008.

  • Deutschland: ca. 7.000 TĂ€towierstudios (Stand 2018)[27][28]
  • Österreich: ca. 600 TĂ€towierstudios mit Gewerbeschein (Stand 2017)[29]
  • Schweiz: ca. 600 TĂ€towierstudios (Stand 2015)[30]

Der Schreibwarenhersteller Edding hat am 1. Oktober 2020 im Chilehaus sein erstes Tattoo-Studio in der Hamburger Innenstadt eröffnet.[31] Edding „verarbeitet dort selbstentwickelte, EU-konforme Tattoofarben“.[32] Dieser Einstieg eines Industriebetriebes in die Szene ist nicht ohne Kritik. „Die QualitĂ€t der Farbpalette wird durch fragwĂŒrdige Versprechungen angepriesen“ schreibt ein fĂŒhrendes Fachmagazin.[33]

Berufsorganisationen

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 Deutschland

Im Jahr 1977 grĂŒndete Manfred Kohrs die erste deutsche TĂ€towierervereinigung.[34][35][36][37] Im September 1995 grĂŒndete sich der Deutsche Organisierte TĂ€towierer e. V. (D.O.T) als deutscher TĂ€towierer Verband.[38] Ferner sind u. a. noch der Bundesverband Tattoo e. V. (BVT)[39] und der Pro Tattoo e. V., der sich nach eigenen Angaben fĂŒr Information, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit fĂŒr und von Angehörige/n der TĂ€towierbranche einsetzt und vom Vorsitzenden Mark Benecke vertreten wird, tĂ€tig.

 Schweiz

In der Schweiz war zunĂ€chst der Tattoo Club of Switzerland tĂ€tig. Seit 1994 ist der Verband Schweizerischer BerufstĂ€towierer (VST) als „Zusammenschluss der im TĂ€towieren tĂ€tigen natĂŒrlichen Personen“ aktiv.[40]

 Österreich

In Österreich ist die Österreichische TĂ€towierer und Piercer Vereinigung (ÖTPV) tĂ€tig. Sie besteht aus dem Dachverband und aus den Tochtervereinen in den jeweiligen BundeslĂ€ndern.[41]

 Europa

Als ĂŒberregionale Vereinigung fĂŒr die Belange europĂ€ischer TĂ€towierer wurde 1975 die European Tattoo Artists Association (E.T.A.A.) gegrĂŒndet, die sich jedoch um 1990 wieder auflöste. Bekannte Mitglieder waren Terry Wrigley, Horst Streckenbach, Dietmar Gehrer (Nr. 23) und Manfred Kohrs (Nr. 25). Im Jahr 2004 wurde der United European Tattoo Artists e. V. (U.E.T.A.) gegrĂŒndet.[42][43]

TĂ€towier-Kunstvereine

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Der TĂ€towierkunst e. V. (Eigenschreibweise tĂ€towierkunst) ist ein deutscher Kunstverein. „Zweck des Vereins ist die Etablierung des TĂ€towierens als Erscheinungsform der klassischen bildenden Kunst“. Der TK ist der erste und zurzeit einzige Verein dieser Kunstform im deutschsprachigen Raum und nimmt somit eine Vorreiterrolle ein.[44][45]

„Um TĂ€towieren als Erscheinungsform der bildenden Kunst anerkennen zu lassen“ grĂŒndete Manfred Kohrs 1977[46] die erste deutsche TĂ€towierervereinigung,[47] den National Tattoo Club Germany, der jedoch ein nicht eingetragener Verein war.[48][49] Zu den GrĂŒndungsmitgliedern gehörten u. a. Horst Streckenbach und Theodor Vetter. Aus diesem Verein wurde Jahr 2000 zur Expo in Hannover, durch Eintragung in das Vereinsregister Hannover, der KUNSTverein 2000 e. V.,[50] der am 2. Dezember 2018 in TĂ€towierkunst e. V. umbenannt wurde und die GemeinnĂŒtzigkeit erlangte. Manfred Kohrs ĂŒbergab den Vorsitz nach 18 Jahren an Heiko Gantenberg, der den Gedanken der Etablierung des TĂ€towierens als Erscheinungsform der bildenden Kunst und die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe weiter vorantrieb.[51] Mit der Wahl der neuen Vorsitzenden Tanina Palazzolo wurde der Vereinssitz im Juni 2021 nach MĂŒnster verlegt.[52] Zu den Mitgliedern gehören nicht nur TĂ€towier-KĂŒnstler, sondern u. a. auch Kunsthistoriker, Juristen und Wissenschaftler.[53]

Der TĂ€towierkunst e. V. ist „Teil des Council of European Tattoo Associations (CETA), eine Art runder Tisch der Branche auf Europaebene.“[54]

Das Konzept des TK beinhaltet die Etablierung des TĂ€towierens als Erscheinungsform der bildenden Kunst und die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere mittels DurchfĂŒhrung von Veranstaltungen und Ausstellungen zur deutschen TĂ€towierkunst und die Förderung der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der TĂ€towierkunst. Des Weiteren engagiert sich der Verein im Bezug auf die Anerkennung des TĂ€towierens als Kunst im gewerbe- und steuerrechtlichen Sinn. Auch die Möglichkeit der Aufnahme von TĂ€towierkĂŒnstlern in die KĂŒnstlersozialkasse wird vom TK vorangetrieben.[55] Der TK wird dabei von mehreren Bundestagsabgeordneten, wie z. B. Saskia Ludwig und Helge Lindh unterstĂŒtzt.[56]

„Ich rege deshalb bei aller gebotenen AbwĂ€gung an, den Weg frei zu machen und TĂ€towierern den Zugang zur KĂŒnstlersozialkasse, nach denselben Kriterien wie anderen KĂŒnstlern, zu ermöglichen. Ich wĂŒrde mich sehr freuen, wenn Sie meiner Anregung entsprechen wĂŒrden. Aus meiner Sicht könnte ein guter erster Schritt die Aufnahme des TĂ€towierens in den Katalog der anerkannten kĂŒnstlerischen TĂ€tigkeiten sein.“

– Saskia Ludwig an die KSK am 22. Juni 2021.
  • 2021: Unlocked Art Ausstellung.[57]
  • 2022: TĂ€towierkĂŒnstler Zeichnungen, Vanni Prison, Olli Rose und Jens Gössling.[58][59]
  • 2022: DAYGLO EXTRAVAGANZA. Eine Gruppenausstellung im Schwarzlicht prĂ€sentiert vom TK und No Pain No Gain TĂ€towierungen Ulm.
    • „Mit den Wurzeln in der psychedelischen Revolution der 60er Jahre, dem Höhepunkt in der Subkultur der 70er Jahre ist die Schwarzlichtkunst heute eher aus der Mode gekommen
 Wir knĂŒpfen an wilde Zeiten an und zeigen eine Gruppenausstellung mit aktuellen Schwarzlichtbildern (und Objekten) von zeitgenössischen TĂ€towieren:innen und KĂŒnstlern.“

Bekannte TĂ€towierer (Auswahl)

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Zu den bekannten TÀtowierern in Deutschland zÀhlen u. a. Christian Warlich, Karl Finke, Herbert Hoffmann, Horst Streckenbach, Manfred Kohrs und Thomas Grundmann.

Michael Schraner 2019

Der erste niedergelassene TĂ€towierer in der Schweiz ist Dietmar „Dischy“ Gehrer,[60] er eröffnete sein Studio 1974 im Hinterzimmer einer GaststĂ€tte.[61][62] Zu den bekannteren TĂ€towierern der Schweiz gehört ferner Filip Leu und seine Familie, die „in der Szene als Legenden gelten“[63] sowie Michael „Mick“ Schraner.[64] Der gelernte Theatermaler lebt und arbeitet in einem alten Sticker-Haus am Dorfrand von Rehetobel. „FĂŒr seine asiatisch inspirierten Drachen und DĂ€monen reisen Fans aus der ganzen Welt zu ihm ins Appenzellerland.“[65][66][67]

Der erste offiziell in Österreich gewerblich tĂ€tige TĂ€towierer ist Sigi Scheuchl, der nach einer Maschinenschlosser-Lehre im Jahr 1983 in Linz zu tĂ€towieren begann.[68][69] Er erlernte die Grundlagen bei einem deutschen TĂ€towierer aus Stuttgart und fĂŒhrt seither ein dortiges Familienunternehmen.[70] UnabhĂ€ngig davon baute Bernie Luther[71] 1981 in Wien im Alter von 16 Jahren seine erste eigene TĂ€towiermaschine und begann in der dortigen Punk-Szene seine Laufbahn.[72]

Niederlande und Belgien

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Jef Vertommen, alias Joe Pancho war der erste TĂ€towierer im Antwerpener Hafen. „Das Nationale Schifffahrtsmuseum ließ vor der Schließung seines GeschĂ€fts im Jahr 1976 eine Fotoreportage machen.“[73]

International (Auswahl)

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George Burchett, August Bernard Coleman[74] (1884–1973), lebte und arbeitete in Norfolk[75] und war ein SchĂŒler von Charlie Barrs (ca. 1870–1960),[76] Kat Von D, Amund Dietzel, Edward Funk, Bert Grimm, Donald Ed Hardy, Horiyoshi III, Greg Irons, Cliff Raven (1932–2001)[77] SchĂŒler von Phil Sparrow, arbeitete in Chicago und in Hollywood.[78] Samuel O’Reilly, Joseph O’Sullivan, Paul Rogers († 1990) SchĂŒler von August Bernard Coleman,[79] Sailor Jerry, Henk Schiffmacher, Les Skuse, Janet Skuse (1943–2007),[80] Ove Skog, Samuel M. Steward, Lyle Tuttle, David Yurkew und Leo Zulueta.

Heinrich Dietz (Pseudonym Henry Dixon) (* um 1911;[81] † 22. September 1979) war ein deutscher Mediziner und TĂ€towierer, der als erster und soweit bekannt, einziger approbierter Arzt ein Tattoo-Studio betrieb.[82] Dietz studierte Medizin und schloss das Studium mit der Promotion zum Dr. med. ab. Im Jahr 1969 beendete Dietz aufgrund eines RĂŒckenleidens seine Laufbahn als Arzt. In der Folgezeit versuchte er sich in den USA als Schriftsteller, blieb jedoch erfolglos und kehrte nach Hamburg zurĂŒck. Dort ließ er sich von Herbert Hoffmann tĂ€towieren und fand Gefallen am Beruf des TĂ€towierers. Er eröffnete in der Talstraße 24 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eine TĂ€towierstube und tĂ€towierte bis zu seinem Ableben ca. 2.000 Kunden. Sein bekanntester Kunde war Rocky, der Irokese.[83] Dietz verstarb an einem Herzversagen in seiner Hamburger Wohnung.[84]

TĂ€towierer verschiedener Kulturen

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Portal: Body Modification – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Body Modification

Literatur (Auswahl)

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Commons: TĂ€towierer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Arbeitsagentur
  2. ↑ Urban Slamal: Berufszugangsregelung fĂŒr TĂ€towierer? Ein lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliges Vorhaben. In: Legal Tribune Online. 1. Juli 2016, abgerufen am 18. September 2018.
  3. ↑ Marta Fröhlich: Koblenzer: Bei Tattoos gibt es viel Murks Hygiene TĂ€towierer Herry Nentwig ist bis nach BrĂŒssel gezogen, um sich fĂŒr einheitliche Richtlinien einzusetzen. In: Rhein-Zeitung. 3. Januar 2015.
  4. ↑ U.E.T.A. e. V. - News 2017, abgerufen am 22. September 2018.
  5. ↑ Romy Campe: GAT 2016 – GrĂŒĂŸe Aus TĂ€towierungen in der Willner Brauere. In: KUNSTLEBEN BERLIN. Abgerufen am 29. Oktober 2016.
  6. ↑ Manfreds Bilder fahren Straßenbahn. In: NaNa Hannover. Nr. 36 -Portrait eines KĂŒnstlers- 23. Dezember 1982.
  7. ↑ Nadelstiche. Im Interview: Manfred Kohrs. In: Stadtkind Hannovermagazin. Juli 2016, S. 44–49.
  8. ↑ Sabrina Ungemach: TĂ€towierkunst e. V., Im Interview mit Heiko „Dr. Notch“ Gantenberg. In: Tattoo Kulture Magazine. 42, Januar/Februar 2021, S. 72–73.
  9. ↑ Offizielles Schreiben von Dr. Saskia Ludwig (MdB) an die KĂŒnstlersozialkasse vom 22. Juni 2021.
  10. ↑ Vom Steinmetz zum TĂ€towierer Sind TĂ€towierer Handwerker oder KĂŒnstler? Sabrina Demmeler in Handwerkszeitung vom 23. August 2018.
  11. ↑ BFH-Urteil vom 23. Juli 1998 (V R 87/97) BStBl. 1998 II S. 641.
  12. ↑ Tattoo-Studio–gewerberechtliche Voraussetzungen. (PDF) In: Eine Information der IHK/HWK-Starterzentren Rheinland-Pfalz. Link ist defekt. Abgerufen am 21. August 2016.
  13. ↑ Tattoos als Körperkunst. In: Euromaxx - Leben und Kultur in Europa. 12. November 2013, abgerufen am 18. November 2018.
  14. ↑ Klaus Wilker: Marl wird Ort der internationalen TĂ€towierkunst In: WZ. vom 7. Januar 2014, abgerufen am 14. November 2020.
  15. ↑ Bretter, die die Welt bedeuten. 1. Dezember 2018 - 16. MĂ€rz 2019 Fort Notch, Marl. In: Tattoo Kulture Magazine. No. 29, 20. Januar 2019.
  16. ↑ Urteil des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 28. Februar 2007.
  17. ↑ NatĂŒrlich sind Tattoos Kunst. sueddeutsche.de; abgerufen am 22. Juni 2012.
  18. ↑ TĂ€towierer als KĂŒnstler anerkannt. In: kulturSpiegel. Februar 2008; abgerufen am 22. Juni 2012.
  19. ↑ Verordnung ĂŒber GegenstĂ€nde fĂŒr den Humankontakt, abgerufen am 16. August 2016.
  20. ↑ Stefan WĂŒthrich: Viele Hinterhof-TĂ€towierer ignorieren Meldepflicht SRF vom 26. Februar 2018.
  21. ↑ BGBl. II Nr. 141/2003
  22. ↑ Vorschriften fĂŒr den Meisterbrief in: TĂ€towieren (schwedisch) Sveriges HantverksrĂ„d
  23. ↑ Vorschriften fĂŒr den Gesellenbrief in: TĂ€towieren (schwedisch) Sveriges HantverksrĂ„d
  24. ↑ Manfred Kohrs: Ove Skog „Doc Forest“ Schwedens Tattoo-Pionier. In: Tattoo Kulture Magazine. Juni/Juli 2021 | No. 45, S. 14–25.
  25. ↑ Manuel Chillagano: Japans TĂ€towierer: Kampf um die Körperkunst. In: Spiegel Online. 11. Mai 2016, abgerufen am 19. August 2016.
  26. ↑ Unbedenklichkeitsnachweis fĂŒr die Republik Österreich (Memento vom 11. September 2016 im Internet Archive) (PDF; 411 kB)
  27. ↑ tattoo-bewertung.de
  28. ↑ Friederike Milbradt: Deutschlandkarte Tattoo-Studios. In: ZEITmagazin. Nr. 46/2015
  29. ↑ Susanne Klement: Viele TĂ€towierer arbeiten illegal. Bereits ein Viertel der 16- bis 30-JĂ€hrigen trĂ€gt Tattoos – Die gesellschaftliche Akzeptanz steigt. In: kurier.at. 30. Juli 2017, abgerufen am 29. Mai 2021.
  30. ↑ Monica MĂŒller: Tattoos ohne Grenzen – jeder darf mal. In: migrosmagazin.ch. 27. April 2015, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  31. ↑ Sebastian Balzter: Edding wird zum TĂ€towierer FAZ vom -Aktualisiert am 9. November 2019. Abgerufen am 18. November 2020.
  32. ↑ Wie bitte? Firma „Edding“ eröffnet Tattoo-Studio in Hamburg Hamburger Morgenpost vom 19. August 2020. Abgerufen am 18. November 2020.
  33. ↑ Sabrina Ungemach: Edding und die Tattoo Branche. In: Tattoo Kulture Magazine. No. 40, September/Oktober 2020, S. 58.
  34. ↑ Stadtkind Hannovermagazin, Ausgabe Juli 2016, S. 47.
  35. ↑ NaNa – Hannoversche Wochenschau, Nr. 36, 23. Dezember 1982.
  36. ↑ Offenbach-Post, Nr. 180, 1984, Jugendseite
  37. ↑ tattoo-bewertungen (Memento vom 25. Januar 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 5. MĂ€rz 2011)
  38. ↑ dot-ev.de, abgerufen am 16. August 2016.
  39. ↑ Bundesverband Tattoo e. V. Abgerufen am 15. April 2022.
  40. ↑ swiss.tattoo, abgerufen am 16. August 2016.
  41. ↑ ÖTPV Offizieller Internetauftritt
  42. ↑ Offizieller Internetauftritt der United European Tattoo Artists
  43. ↑ Deutsche organisierte TĂ€towierer. In: Tattoo Spirit. 19. April 2014, abgerufen am 18. September 2018.
  44. ↑ Manfred Kohrs, Steven Wrigley, Terry Manton, Lal Hardy: Tattoo-Clubs und Vereine - Ein europĂ€ischer RĂŒckblick. In: Tattoo Kulture Magazine. 49, MĂ€rz 2022, S. 12–20.
  45. ↑ Christa Appel: TĂ€towierkunst e. V. In: Tattoo Kulture Magazine. 49, MĂ€rz 2022, S. 21–24.
  46. ↑ Maria Conlan: Wenn Kunst unter die Haut geht. In: WestfĂ€lische Nachrichten. 29. MĂ€rz 2022. Abgerufen am 2. April 2022.
  47. ↑ Stadtkind Hannovermagazin. Juli 2016, S. 47.
  48. ↑ NaNa – Hannoversche Wochenschau. Nr. 36, 23. Dezember 1982.
  49. ↑ Offenbach-Post, Nr. 180, 1984, Jugendseite
  50. ↑ Eingetragen beim Amtsgericht Hannover, VR 120 208.
  51. ↑ Christa Appel: TĂ€towierkunst e. V. In: Tattoo Kulture Magazine. 49, MĂ€rz 2022, S. 23.
  52. ↑ Sabrina Ungemach: TĂ€towierkunst e. V., Im Interview mit Heiko „Dr. Notch“ Gantenberg. In: Tattoo Kulture Magazine. 42, Januar/Februar 2021, S. 72–73.
  53. ↑ Oliver Paaß: Jahreshauptversammlung TĂ€towierkunst e. V. In: Tattoo Kulture Magazine. 50, Juni 2022, S. 48–50.
  54. ↑ Pjer BiederstĂ€dt: Wehrhaft gegen Tattoofarben-Verbot. In: WestfĂ€lische Nachrichten. 28. Januar 2022.
  55. ↑ Patrick Kitzel: Heiko Gantenberg rallies the troops and introduces TĂ€towierkunst e. V.! In: Tattoo Today. Nr. 6, Spring 2021, S. 4. (englisch)
  56. ↑ Schreiben an die KSK. Saskia Ludwig, MdB
  57. ↑ Retrospektive zur Gruppenausstellung "Unlocked Art" des TĂ€towierkunst e. V. in der Galerie 1Null7.
  58. ↑ Maria Conlan: Wenn Kunst unter die Haut geht. In: WestfĂ€lische Nachrichten. 29. MĂ€rz 2022. Abgerufen am 2. April 2022.
  59. ↑ Lilian Brys: Gelsenkirchener Galerie stellt Taetowierkunstausstellung vor. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 26. August 2021. Abgerufen am 23. April 2022.
  60. ↑ Manfred Kohrs: Streckenbach, Mentor der Tattoo-Jugend. In: Tattoo Kulture Magazine. 34, Heft 5, September/Oktober 2019, S. 26–32.
  61. ↑ «Karussell». SRF, 4. September 1978.
  62. ↑ Mit zwölf einen Kollegen tĂ€towiert. In: Tagblatt. 8. Oktober 2014.
  63. ↑ Bettina Bestgen: Filip Leu: Exklusives Portrait des weltbekannten TĂ€towierers in: SRF vom 5. Januar 2017.
  64. ↑ Sarah Christen: Tattoolegende Mick: «Eine Legende ist man, wenn man tot ist!» SRF vom 20. Februar 2019.
  65. ↑ Melissa MĂŒller: Der Rolls-Royce unter den Tattoos, in: Tagblatt vom 4. Februar 2019.
  66. ↑ inked: Tattoo-Legende Mick: «Eine Legende ist man, wenn man tot ist!» SRF vom 19. Februar 2019.
  67. ↑ Oliver SteinkrĂŒger: Mick Tattoo Switzerland In: Tattooing Über Alles. 6. Dezember 2018.
  68. ↑ Barbara Eidenberger: Stich fĂŒr Stich fĂŒr immer. In: OÖNachrichten. 28. Mai 2016, abgerufen am 30. Juni 2026.
  69. ↑ Patricia Brock: Tattoo KĂŒnstler – Zu Besuch beim ersten TĂ€towierer Österreichs. In: lt1.at. 23. September 2016, abgerufen am 30. Juni 2026.
  70. ↑ Daniela Ullrich: Dieser Beruf geht unter die Haut. In: OÖNachrichten. 14. Februar 2019, abgerufen am 30. Juni 2026.
  71. ↑ Interview mit Bernie Luther. In: Inkers - Tattoo Magazine. Abgerufen am 30. Juni 2026.
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