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Trillerpfeife

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Trillerpfeife

Eine Trillerpfeife ist eine Pfeife, die als Signalinstrument zur Erzeugung und Weitergabe akustischer Signale und gelegentlich als Musikinstrument dient. Sie wird mit dem Mund und der Atemluft wie eine Kernspaltflöte angeblasen und erzeugt ein typisches Trillern.

Eine bewegliche Kugel im Resonanzraum einer hohen gedackten Pfeife erzeugt eine regelmĂ€ĂŸig wiederkehrende QuerschnittsverĂ€nderung, die sich in einer entsprechenden TonhöhenĂ€nderung auswirkt. Dies wird auf Grund der menschlichen Hörfunktion als mindestens zwei gleichzeitig erklingende Töne mit eng nebeneinander liegender Tonhöhe erkannt. Das eigentlich erzeugte Schallereignis wird durch Interferenz und Dissonanz im Allgemeinen als unangenehm und somit signalwirkend empfunden.

Der Schalldruck einer Trillerpfeife kann – insbesondere bei Benutzung in NĂ€he des Ohres – bis an die Schmerzgrenze reichen und zu einer eventuell nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig zu machenden SchĂ€digung des Hörorgans fĂŒhren. Bei lĂ€ngerem Spielen ist daher die Verwendung von Ohrenstöpseln sinnvoll.

Trillerpfeifen werden aus Kunststoff, Holz oder Metall gefertigt.

Verwendung als Signalinstrument

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Trillerpfeifen werden unter anderem zum Geben verschiedener Signale beim Betrieb der Eisenbahn verwendet: Mit ihrer Hilfe signalisiert der ZugfĂŒhrer die unmittelbar bevorstehende Abfahrt des Zuges. Ebenso können beim Rangieren Signale und Befehle mit Pfeifsignalen gegeben werden.

Eine weitere Verwendung findet die Trillerpfeife beim Ballsport: Mit dem Anpfiff bzw. dem Abpfiff eröffnet bzw. beendet der Schiedsrichter ein laufendes Spiel zweier sportlicher Mannschaften gegeneinander. Erstmals im Ballsport wurde eine Pfeife im Juni 1884 in Neuseeland durch den Schiedsrichter William Atack (1857–1946) in einem Rugbyspiel eingesetzt, was zu der Zeit einer Sensation glich.[1]

Polizeieinheiten nutzten frĂŒher und nutzen zum Teil noch heute die Trillerpfeife, um Signale zu geben. Mit der Pfeife kann z. B. VerstĂ€rkung angefordert werden. Außerdem können sich Polizisten, die einen FlĂŒchtigen verfolgen, so gegenseitig ihre Positionen bekannt geben, um den FlĂŒchtigen einzukreisen. Auch wenn in vielen Polizeieinheiten die Trillerpfeife als Kommunikationsmittel durch das FunkgerĂ€t abgelöst wurde, wird sie dennoch vereinzelt z. B. in der Regelung des Straßenverkehrs genutzt.

Noch heute wird die Trillerpfeife von militĂ€rischen Vorgesetzten genutzt, um Signale, meist im Dienstbetrieb zur AnkĂŒndigung eines weiteren Kommandos, selten z. B. zum Angriff oder Ausweichen, weiterzugeben, da die Stimme zu leise und eine Funkverbindung hĂ€ufig nicht zu allen Soldaten gegeben ist. Jedoch ist im Gefecht die Reichweite mit unter 100 m gering und erreicht selbst in ZugstĂ€rke nicht alle Soldaten.

Die Trillerpfeife kann genutzt werden, um in Notsituationen wie Seenot Aufmerksamkeit auf sich zu richten.[2]

Auf Demonstrationen wird die Trillerpfeife hÀufig eingesetzt, um Forderungen Nachdruck zu verleihen und akustisch auf sich aufmerksam zu machen.

Verwendung als Musikinstrument

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Die Trillerpfeife als ErgÀnzung zu Maracas-Rasseln

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Verwendung als LĂ€rm-, Rhythmus- und Effektinstrument. Als Spielzeuginstrument wird sie auch von Kindern oft benutzt und bietet sich hier auch als ideale ErgĂ€nzung z. B. zu Maracas oder anderen lauten Rhythmusinstrumenten an, da man sie im Mund behalten kann und die HĂ€nde frei hat. Die leicht erlernbare Spielweise und der sehr gĂŒnstige Preis der Instrumente (meist nur wenige Euro) hat auch mit zur hohen Verbreitung bei Kindern beigetragen.

Die in der Samba-Musik verwendete Apito ist eine spezielle Trillerpfeife, bei der zwei Löcher einzeln oder in Kombination geöffnet oder verschlossen werden können, um mehrere Töne zu erzielen. Die „normale“ eintönige Trillerpfeife lĂ€sst sich aber auch gut zum Spielen von Samba-Rhythmen verwenden.

Klang einer Bobbypfeife (The Metropolitan)
Die Schrillpfeife als Rhythmusinstrument

In einigen Sportarten, bei denen ein sehr lautes Tonsignal vom Schiedsrichter ausgehen muss, wurde die Trillerpfeife durch eine sogenannte Schrillpfeife ersetzt. Solche Sportarten sind beispielsweise Wasserball: Hier hat der Spieler oft Wasser in den Ohren und hört dadurch schlechter. Weiterhin ist auch durch den LĂ€rm der Zuschauer in den Schwimmhallen immer ein gewisser Grundpegel an LautstĂ€rke vorhanden, der ĂŒbertönt werden muss.

Die Schrillpfeife hat keinen beweglichen Körper im Resonanzraum. Sie erzeugt in nebeneinander liegenden und gleichzeitig angeblasenen Pfeifen verschieden hohe Einzeltöne, die ebenfalls durch Interferenz einen lauter empfundenen Gesamtklang erzeugen. Einige Schrillpfeifen-Modelle bringen aber nur einen einzelnen Einzelton ohne Interferenz hervor.

Wie die gewöhnlichen Trillerpfeifen lassen sich auch Schrillpfeifen als LÀrm-, Rhythmus-, Effekt- und Spielzeuginstrumente verwenden.

Commons: Trillerpfeife – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Trillerpfeife – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Helga Neubauer: Atack, William (1857–1946). In: Das Neuseeland Buch. 1. Auflage. NZ Visitor Publications, Nelson 2003, ISBN 1-877339-00-8, S. 1065.
  2. ↑ Norm: EN-ISO 12402-8 Punkt 5.2