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Surfskateboard

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Surfskateboard von der Marke Yow

Die noch nicht sehr weit verbreiteten Surfskateboards oder einfach nur Surfskates gehören zu den Skateboards. Surfskates grenzen sich durch ihr spezielles Achsensystem von herkömmlichen Skateboards, Longboards und Cruisern ab. Surfskates können das Surfen in der Welle signifikant verbessern, indem mit ihnen verschiedene Surfboard-Manöver auf der Straße geĂŒbt werden. Dies wird durch eine spezielle Vorderachse ermöglicht, die deutlich beweglicher als beim herkömmlichen Skateboard ist, und sehr enge Turns möglich macht.

Surfskates werden hauptsĂ€chlich durchs sogenannte Pumpen vorwĂ€rtsbewegt, es berĂŒhrt dabei kein Fuß den Boden. Deshalb können sie auch barfuß gefahren werden, was oft praktiziert wird, um dem GefĂŒhl des Surfens möglichst nahe zu kommen.

Surfskates wurde von den kalifornischen Surfern Greg Falk und Neil Carver erfunden, die 1996 das Unternehmen Carver Skateboards in Venice grĂŒndeten. Eine der ersten Surfskate-Achsen war die bis heute noch erhĂ€ltliche Carver C7. Erst in jĂŒngerer Zeit kamen weitere Surfskate-Hersteller hinzu, wie Smoothstar (Australien, gegrĂŒndet 2004), Slide (Spanien, 2008), SwellTech SurfSkate (USA, 2011), YOW (Spanien, 2014), Waterborne (USA, 2016), Curfboard (Deutschland, 2016) und SpiceSkate (USA, 2020).[1]

Das Surfskaten erfreut sich seit Anfang der 2010er Jahre in Amerika einer gestiegenen Aufmerksamkeit, seit Ende des Jahrzehnts auch in Deutschland.

Surfskateachse Yow Meraki
Beweglichkeit einer Surfskateachse (Carver CX)

Surfskateboards haben eine rotierbare Achse, Skateboards hingegen haben ein regular King-Pin (TKP), Longboards und Cruiser ein reverse King-Pin (RKP).[2]

Skateboard- und Longboardachsen drehen sich nur um ihre Kingpin-Achse und besitzen meist die gleichen Achsen fĂŒr vorne und hinten. Beim Surfskate hat die vordere Achse einen Dreharm, der es der Achse ermöglicht, sich parallel zum Deck vertikal zu drehen (bis zu 180 Grad). Die hintere Achse fungiert dabei als Drehpunkt, um den sich das Board dreht, und erfĂŒllt dabei eine Ă€hnliche Funktion wie die an einem Surfbrett angebrachten Flossen. Eine der ersten Achsen nach diesem Prinzip war die C7 von Carver, die bis heute angeboten wird. Mittlerweile gibt es zwei verschiedene Typen von Surfskate-Achsen: Das federbasierte und das lagerbasierte Achsensystem. Bei den federbasierten Achsen (wie der C7, YOW Meraki, Smoothstar Thruster) wird durch eine Metallfeder, die weicher oder hĂ€rter eingestellt werden kann, die Achse zurĂŒck in die Ausgangsposition gebracht. Der Vorteil ist eine sehr bewegliche Achse, mit dem Nachteil des höheren Gewichts. Lagerbasierte oder auch Bushing-Achsen genannt (wie die Carver CX und Ă€hnlich einer RKP-Achse) besitzen sehr weiche Bushings (Lenkgummis) und sind leichter als die federbasierten Systeme, der Lenkeinschlag der Achse ist aber etwas geringer.[3]

Generell sind Bushing-Achsen besser geeignet fĂŒr lange Fahrten, denn das Pumpen ist mit ihnen weniger anstrengend und es können höhere Geschwindigkeiten erzielt werden, auch weil die Achsen stabiler und nicht so schnell zum Übersteuern neigen, wohingegen mit federbasierten Achsen radikalere Surf-Manöver möglich sind.[4][5]

Die Achsen der verschiedenen Hersteller besitzen einen unterschiedlichen Offset, der mit die BoardlĂ€nge bei einem Surfskate bestimmt, denn der vordere Fuß darf nicht zwischen Achse und Boardspitze stehen, sonst kĂ€me es schnell zu StĂŒrzen. Beispielsweise ist der Offset bei den Achsen von Carver gering, bei YOW deutlich vorhanden und bei Smoothstar sehr ausgeprĂ€gt. So mĂŒssen Boards vom letztgenannten Hersteller deutlich lĂ€nger ausfallen (rund vier Zoll lĂ€nger als bei Boards von Carver).[6]

Surfskates sind meist zwischen 29 und 37 Zoll (73 bis 94 cm) lang, besitzen eine lĂ€ngere Wheelbase (Achsenabstand) als normale Skateboards und verfĂŒgen ĂŒber ein leichtes Kicktail (Aufbiegung des Hecks), ĂŒber keinen oder nur einen geringen "Nose-Rocker" (Aufbiegung der Boardspitze) und sehr wenig Concave (Aufbiegung zu den Boardseiten hin), damit auch der Stand auf dem Surfskate jenem auf einem Surfbrett möglichst Ă€hnlich ist. Es wird zwischen vollwertigen Vorderachsen und Adaptern unterschieden. Letztere werden unter das Board geschraubt und auf diese werden dann regulĂ€re Skateboardachsen (TKP) oder nach Bedarf auch Reverse-King-Pin-Achsen (RKP) montiert.

Die beim normalen Skateboard hĂ€ufigste Art sich fortzubewegen ist das Pushen, das aber beim Surfskaten nur wenig Anwendung findet. Außer bei recht festen Achsensystemen wie der CX von Carver, ist das Pushen mit der beweglichen Vorderachse nicht so einfach. Die Decks von Surfskates sind auch meist deutlich höher als bei gewöhnlichen Skateboards, so dass das Pushen anstrengender ist. Beim Pushen steht man mit einem Fuß auf dem Board, die Fußspitze befindet sich kurz vor den ersten beiden Schraublöchern auf dem Board. Der andere Fuß ist wĂ€hrenddessen auf dem Boden und stĂ¶ĂŸt sich vom Boden ab.[2]

Beim Pumpen stehen beide FĂŒĂŸe auf dem Board, die Knie sind leicht gebeugt, der Körperschwerpunkt wird nach vorne verlagert, anschließend zur Seite, dabei spielt die Rotation der HĂŒfte eine zentrale Rolle. Man schaut nun in die Richtung, in die man fahren will, und geht mit dem gesamten Oberkörper mit. Sobald man in der Kurve ist, richtet man sich komplett auf. Das Pumpen wird sowohl zur Fortbewegung an Land beim Surfskaten, als auch auf dem Wasser beim Surfen verwendet.[2] Das Pumpen ist die meist verwendete Art, ein Surfskate anzutreiben, das auch ĂŒber mehrere Kilometer, ohne Bodenkontakt, möglich ist. Das Pumpen findet auch in Pumptracks Anwendung.

Surfskates lassen sich schon mit einem leichten HĂŒftwackeln (engl. wiggle) oder nur einer einfachen Gewichtsverlagerung der FĂŒĂŸe, ohne den Oberkörper mitzunehmen, aus dem Stand heraus beschleunigen. Um sich am Anfang mit dem wackeligen Surfskate vertraut zu machen und das kompliziertere Pumpen zu begreifen, hilft es zunĂ€chst zu „wiggeln“. Doch sollte dies wirklich nur kurz am Anfang geschehen, weil sonst eine falsche Fahrtechnik antrainiert wird. Mit Wiggeln wird nicht die Geschwindigkeit des Pumpen erreicht, das SurfgefĂŒhl stellt sich nicht ein und es ist erheblich anstrengender.[7]

Mit dem Surfskateboard kann man wie auch mit dem Surfboard Bottom Turns, Cut Backs und Top Turns fahren.[4]

Beginn der 7 km langen GefÀllstrecke am Flaeming-Skate

Beim Carven wird mittels enger Kurven versucht, die Geschwindigkeit auf abschĂŒssigen Strecken zu kontrollieren. Die griffigen Rollen und sehr beweglichen Achsen beim Surfskate lassen enge Kurvenradien ohne gefĂ€hrliche Wheelbites zu und es stellt sich ein FahrgefĂŒhl ein, welches dem Snowboarden im Tiefschnee sehr Ă€hnelt. Im Gegensatz zum Longboard ist das Sliden, das Board rutscht also ĂŒber den Asphalt, um damit das Tempo zu kontrollieren, beim Surfskate schwieriger. Sliden ist allerdings beim Surfskate, durch die Möglichkeit engere Kurven fahren zu können, auch nicht so notwendig. Lange und legale Carvingstrecken befinden sich beispielsweise von Petkus nach StĂŒlpe am Flaeming-Skate, im SiebenmĂŒhlental und von Hasborn nach Wittlich am Maare-Mosel-Radweg.[8]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Surfskaten History. In: Surfskate-World. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  2. 1 2 3 Surfskate | Finde das ideale Surf Skateboard [Surfskates Test 2022]. 24. August 2020, abgerufen am 13. Februar 2023.
  3. ↑ 13 Surfskate Trucks Dissected, Reviewed, & Compared. Abgerufen am 16. September 2023 (amerikanisches Englisch).
  4. 1 2 Carver Skateboards. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  5. ↑ home. Abgerufen am 13. Februar 2023 (amerikanisches Englisch).
  6. ↑ Top 10 Surfskate Trucks Buyer's Guide & Review. Abgerufen am 17. September 2023 (amerikanisches Englisch).
  7. ↑ Surfskaten Lernen. Abgerufen am 14. September 2023.
  8. ↑ Mit dem Longboard Carven so geht es richtig. Abgerufen am 14. September 2023.