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Superbike

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Egli-Honda (Honda CB 750 Four), eines der ersten Superbikes
Ducati 1199 Panigale R
Honda CBR 1000 RR Fireblade
Kawasaki Ninja ZX-10 R
KTM 1190 RC8
Suzuki GSX-R 1000
Yamaha YZF-R 1, Modelljahr 2007
Honda CBR 1000 RR-R SP, Modelljahr 2024
Bimota KB998 Rennversion

Als Superbike werden Viertakt-Straßenmotorräder mit einem Hubraum von 750 cm³ bis etwa 1000 cm³ bezeichnet, die in ihren Eigenschaften hinsichtlich Fahrkomfort und Fahrleistungen eher Rennmaschinen gleichen. Der Begriff Superbike entstand in den 1960er Jahren zuerst in den USA und bezog sich zunächst rein auf den Hubraum und die damit verfügbare Leistung.[1]

Der Ursprung der Superbikes ist eng verknüpft mit der Geschichte der gleichnamigen Weltmeisterschaft. Angefangen in den USA als „Superbike Production“ Rennen Anfang der 1970er Jahre, wurde 1976 daraus eine nationale Meisterschaft.[2] Als Basis wurden die damals leistungsstärksten Serienmaschinen verschiedener Hersteller genommen und modifiziert. Beispiele hierfür sind die Honda CB 750 Four und VF750F, die Kawasaki Z1000 und die Suzuki GS1000. Die Maschinen leisteten im Renneinsatz etwa 140 PS.[2] Die genutzten Motorräder wurden ohne Verkleidung und mit hohem Lenker bewegt.

Die Kawasaki Z1, die ab 1971 gebaut wurde, gilt als erstes Superbike, anfangs auch Bigbike genannt. Inspiriert auch von der CB750F von Honda, welches das erste Großserienmotorrad mit Vierzylinder-Reihenmotor war, beschloss Kawasaki, die Konkurrenz zu übertrumpfen und stellte die Z1 mit einem 900-cm³-DOHC-Reihenvierzylinder vor. Dieses Konzept war so erfolgreich, dass bis zum Ende der Dekade alle anderen japanischen Hersteller die Z1-Formel übernahmen und eigene, großvolumige Vierzylinder-Maschinen herstellten. Nach und nach erhöhten alle Hersteller den Hubraum auf 1000 cm³. Mit der Kawasaki GPZ 900 R legte Kawasaki den nächsten Meilenstein in der Superbike-Liga vor.[3] Das daraus resultierende „Wettrüsten“ der Japaner führte in den Folgejahren zu hohen Investitionen in moderne Produktionsanlagen und sorgte damit für den weitgehenden Niedergang des Motorradbaus in Europa.

Wegweisend in Richtung sportlicherer Motorräder war die 1984 vorgestellte Suzuki GSX-R750. Sie war eine direkte Replica der Maschine, die Suzuki auf der Langstrecke einsetzte. Mit konsequentem Leichtbau, kompakten Maßen und kompromisslosem Design für die Rundstrecke war sie richtungsweisend für eine neue Generation an sportlichen Motorrädern.[4]

Mit der Hochstufung der „Superbike Production“–Rennserie zur Superbike-Weltmeisterschaft („World Superbike“) 1988 gab es die Chance, die Superbike-Formel weltweit zu präsentieren. Die Premiere gelang und die WM stieg in den nächsten Jahren in der Publikumsgunst und in ihrer Popularität. Dafür wichtig war insbesondere, dass in der WM durchgehend Viertakt-Motoren verwendet wurden, wie sie auch als Basis in den Serienmotorrädern verwendet wurden.[2] Mit der weiteren Entwicklung verschob sich das Erscheinungsbild der Superbikes in Richtung Supersportmotorräder.[2] Ein Beispiel hierfür ist die 1987 vorgestellte Honda RC30, die sich deutlich in allen Belangen von den vorherigen Hondamodellen unterschied und auch als direkte Antwort auf die GSX-R750 von Suzuki zu betrachten war.

Bedingt durch eine Änderung des Hubraumreglements der Superbike-Weltmeisterschaft von 750 auf 1000 cm³ zur Saison 2004 haben fast alle heutigen Superbikes diesen Hubraum, den Motor entweder als V4 oder R4 ausgeführt. Neben den vier japanischen Herstellern Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha zählen die italienischen Werke Aprilia, Bimota, Ducati und MV Agusta sowie BMW aus Deutschland zu den Herstellern von Superbikes. Mit Ducatis Wechsel von ihrem traditionellen V2-Motor auf einen V4, werden alle heutigen Superbikes, die auch in der WM eingesetzt werden, von Vierzylindermotoren angetrieben.

Heutige Situation

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Bedingt durch die historisch enge Verknüpfung der Superbikes mit ihren jeweiligen Rennpendants besitzen alle heutigen Superbikes einen Hubraum um die 1000 cm3. Bei den meisten Herstellern lassen sich daher die Motorräder von den jeweiligen Rennmaschinen aus der Weltmeisterschaft ableiten oder tragen ihren Hubraum bereits im Namen, wie bspw. bei BMW mit der M 1000 RR. Ein Sonderfall ist Ducati, bedingt durch den höheren Hubraum der Serienmaschine (Panigale V4) entwickelte der italienische Hersteller eine Rennversion (Panigale V4R) mit reglementskonformen 1000 cm3.[5]

Um die neuen und strengeren Abgasnormen einzuhalten, aber auch um höhere Leistungen zu generieren, entschieden sich einige Hersteller den Hubraum zu erhöhen (bspw. Aprilia und Ducati). Einen anderen Weg gingen einige japanische Hersteller, wie Yamaha und Suzuki. Deren Superbike sind oder waren in Europa nicht mehr straßenzulassungsfähig erhältlich, sondern nur noch, wie im Fall von Yamaha als Rennmotorrad.[6] Das Superbike von Suzuki (GSX-R1000 R) war einige Jahre aufgrund der neuen Abgasnorm (Euro5) nicht in Europa erhältlich, ist jedoch ab 2026 wieder käuflich für den Straßenverkehr zugelassen.[7]

In den letzten Jahren, befeuert durch das technische Wettrüsten in der Weltmeisterschaft, sind die Hersteller dazu übergegangen extra noch stärker auf den Rennbetrieb abgestimmte Versionen ihrer Superbikes zu entwickeln. Zudem flossen viele Entwicklungen aus der MotoGP, insbesondere im Bereich der Aerodynamik, in die eigentlich serienbasierten Motorräder.[8] Nahezu alle Superbikes leisten als straßenzugelassenes Modell über 200 PS und sind im Vergleich zu früher deutlich kompromissloser in Richtung Renneinsatz ausgelegt.[9]

Internationale Meisterschaften

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Nach Einführung der Superbike-Weltmeisterschaft im Jahr 1988 gewannen Superbike-Rennen rasch eine große Fangemeinde.[10] Die Weltmeisterschaft gilt als Königsklasse für Motorräder, die auf Serienmaschinen basieren. Hingegen werden in der MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft Rennprototypen eingesetzt.

Daneben bildet die Superbike-Kategorie auch die Basis der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft. Die einzelnen Klassen unterscheiden sich nur im erlaubten Bearbeitungszustand, von seriennah in der Einstiegsklasse bis hin zu umfangreichen erlaubten Änderungen der höchsten Klasse, in denen die Werksteams der Hersteller eingeschrieben sind. Das Reglement orientiert sich stark an jenem der Superbike-WM.

Nationale Meisterschaften

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Die seriennahen Viertakter lösten in den 1990er Jahren nach und nach die 500-cm³-Zweitaktmaschinen in vielen nationalen Meisterschaften ab. Die Klasse Superbike bildet dabei fast immer die Topklasse der jeweiligen Meisterschaft. Die bekanntesten Vertreter sind: