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St. Gertrudis (Hillerheide)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Katholische Kirche St. Gertrudis in Recklinghausen-Hillerheide

St. Gertrudis in Hillerheide nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Gertrud von Helfta und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum MĂŒnster. Das Gotteshaus ist eine moderne Saalkirche mit Eckturm und hat 320 SitzplĂ€tze.

FĂŒr die nahegelegene Schachtanlage „General Blumenthal I/II“ entstand 1873 im Stadtteil Hillerheide eine Wohnsiedlung fĂŒr Bergarbeiter. Außerdem wurden dort bis in die 1930er Jahre weitere Siedlungen auch fĂŒr andere ArbeitskrĂ€fte erbaut. Gottesdienste fanden ab 1908 in einer der heiligen Gertrud geweihten Notkirche statt.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von der Mutterpfarrei St. Peter (Recklinghausen) erfolgte 1908 die Errichtung eines selbststÀndigen Pfarrrektorats und 1912 die Erhebung zur eigenstÀndigen Pfarrei St. Gertrudis.[1][2]

Baubeschreibung

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Nach den PlĂ€nen des Architekten Albert Boßlet (WĂŒrzburg) wurde 1953–54 das jetzige Gotteshaus gebaut. Die Patronin ist die heilige Gertrud, die auch „Gertrud die Große“ genannt wird und als einzige deutsche Heilige den Beinahmen „die Große“ trĂ€gt.

Der Saalbau St. Gertrudis besitzt eine Korbbogendecke unter einem flachen Satteldach. Der eingezogene Chor mit geradem Schluss liegt im Osten. Der Eckturm im Nordwesten mit einem flachen Pyramidendach ist durch eine Taufkapelle mit der Kirche verbunden. Die sĂŒdlich des Chores angebaute Sakristei hat ein Satteldach quer zum Hauptschiff. Das Gotteshaus besitzt WĂ€nde mit OberflĂ€chen aus Rauhputz sowie DĂ€cher aus Dachziegeln.

Innenraum von St. Gertrudis

Zu den GebÀuden der Gemeinde St. Gertrudis gehören das Pfarrhaus (mit Wohnung) von 1927, das 1925 eröffnete und 1974 umgebaute Pfarrheim, das Jugendheim von 1966, der Kindergarten von 1960 sowie das Altenheim von 1969.[2][3]

Strukturentwicklungen

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Im Rahmen von Pastoralreformen im Bistum MĂŒnster wurde St. Gertrudis (Hillerheide) zwischen 2007 und 2010 in die Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen) eingegliedert.

Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.[4]

Im Eckturm von St. Gertrudis hĂ€ngen die folgenden fĂŒnf Kirchenglocken:

  • Glocke 1: Schlagton d‘; Ø 150 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924
  • Glocke 2: Schlagton f‘; Ø 134 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924
  • Glocke 3: Schlagton g‘; Ø 116 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924
  • Glocke 4: Schlagton a‘; Ø 90 cm; Material: Bronze; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1953
  • Glocke 5: Schlagton c‘‘; Ø 75 cm; Material: Bronze; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1953.[3]

Franz Breil (Dorsten) baute 1954 fĂŒr die Kirche St. Gertrudis in Hillerheide eine Pfeifenorgel mit 20 Registern. Die Schleifladen-Orgel hat elektrische Trakturen und wurde 1982 von derselben Firma grĂŒndlich ĂŒberarbeitet.[3]

  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum MĂŒnster. Band 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, MĂŒnster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
  • Hans J. Lechtreck: KirchenSchĂ€tze Tour: Ein ReisefĂŒhrer zu ausgewĂ€hlten Kirchen im Bistum MĂŒnster. Aschendorff, MĂŒnster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
  • Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Commons: St. Gertrudis (Recklinghausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bistumsarchiv MĂŒnster: Recklinghausen, St. Peter. In: Matricula Online. 2026, abgerufen am 25. September 2026.
  2. 1 2 Arno Straßmann, Alfred Stemmler: Sankt Gertrudis: Die katholische Kirche im Stadtteil Hillerheide. In: Verein fĂŒr Orts- und Heimatkunde e. V. Recklinghausen. 2026, abgerufen am 25. September 2026.
  3. 1 2 3 Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum MĂŒnster. Band 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, MĂŒnster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 371.
  4. ↑ Marc Gutzeit: Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten. In: Kreisdekanat Recklinghausen: Katholische Kirche Bistum MĂŒnster. 2026, abgerufen am 25. September 2026.

Koordinaten: 51° 35â€Č 28,9″ N, 7° 12â€Č 46,7″ O