Sherlock (2002)
| Film | |
| Titel | Sherlock |
|---|---|
| Produktionsland | GroĂbritannien, Vereinigte Staaten, RumĂ€nien, Schweiz |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2002 |
| LĂ€nge | 90Â Minuten |
| Altersfreigabe | |
| ProduktionsÂunternehmen | Pueblo Films, Box Television und USA Network |
| Stab | |
| Regie | Graham Theakston |
| Drehbuch | Piers Ashworth |
| Produktion | Tim Bradley |
| Musik | Mike Moran |
| Kamera | Lukas Strebel |
| Schnitt | Pamela Power |
| Besetzung | |
| |
| â Synchronisation | |
Sherlock (engl. Alternativtitel Sherlock: Case of Evil oder Sherlock: A Case of Evil) ist ein britisch-amerikanisch-rumÀnischer Fernseh-Kriminalfilm. Er basiert auf den von Arthur Conan Doyle erfundenen Hauptfiguren Sherlock Holmes und Dr. Watson, die Handlung beruht jedoch nicht auf einer Doyle-Originalgeschichte. Der Film zeigt einen sehr jungen Holmes, ist also zeitlich vor den Doyle-Geschichten angesiedelt und stellt auch dar, wie Holmes und sein Assistent Dr. Watson sich kennenlernen.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Privatdetektiv Sherlock Holmes wird von einer Lady de Winter beauftragt, sie vor ihrem Erpresser zu schĂŒtzen. Dieser Erpresser ist sein Erzfeind, der Schwerverbrecher Professor Moriarty, und Holmes verfolgt ihn durch die StraĂen von London. In Notwehr schieĂt er auf Moriarty, der daraufhin in einen Abwasserkanal fĂ€llt. Er wird fĂŒr tot gehalten, seine Leiche wird jedoch nicht gefunden. Durch die Presse-Berichterstattung zu diesem Fall erlangt Holmes den Ruf eines erfolgreichen VerbrecherjĂ€gers und wird auch von der Polizei bei schwierigen FĂ€llen hinzugezogen.
Bald darauf beginnt eine Serie von Morden an DrogenhĂ€ndlern. Der Pathologe Dr. Watson erkennt bei allen Opfern dieselbe ungewöhnliche VerfĂ€rbung im Gehirn und vermutet eine Vergiftung durch ein neuartiges, morphiumĂ€hnliches Rauschgift. Holmes studiert Watsons Obduktionsberichte und vermutet, dass Moriarty noch am Leben ist, da nur ein kriminelles Genie hinter den Morden stecken kann. Zudem hat Watson seine Opfer durch Einstichstellen in Form einem M âsigniertâ. Um seinen Ruf, der auf der angeblichen Tötung Moriartys aufbaut, nicht zu gefĂ€hrden, erzĂ€hlt Holmes der Polizei zunĂ€chst nichts von dem Verdacht. Sein Bruder Mycroft Holmes ermutigt ihn, Moriarty weiter zu verfolgen, da nur Sherlock intelligent genug sei, ihn irgendwann zu schnappen. Der gelĂ€hmte und gebrechliche Mycroft ist ein Opfer Moriartys, der ihn als jungen Mann rauschgiftabhĂ€ngig machte. Der damals zwölfjĂ€hrige Sherlock beobachtete einmal, wie Moriarty seinem Bruder eine Injektion setzte, und wird immer noch von der Erinnerung an diese Szene gequĂ€lt.
Holmes recherchiert gemeinsam mit Watson weiter und macht die angebliche Lady de Winter ausfindig, die sich als die von Moriarty angeheuerte Schauspielerin Rebecca Doyle herausstellt. Er versteckt sie in seiner Wohnung, da sie nun auch von Moriarty verfolgt wird. Kurz darauf wird Holmes von Moriarty und seinen Handlangern entfĂŒhrt und an einen geheimen Ort gebracht, wo Moriarty ihm die neuartige, stark abhĂ€ngig machende Substanz (spĂ€ter bekannt als Heroin) zeigt, mit der jener den Drogenhandel unter seine Kontrolle bringen will und fĂŒr die er seine Konkurrenten aus dem Weg rĂ€umt. Er sperrt Holmes in einen KĂ€fig und injiziert ihm die Droge, um die tödliche Dosis herauszufinden. Holmes ĂŒberlebt einige Injektionen, bis ihm die Flucht gelingt. Zu Hause kuriert Watson ihn durch nach und nach sinkende Morphiumdosen von seiner AbhĂ€ngigkeit. Rebecca pflegt ihn und die beiden verlieben sich ineinander.
Als es Holmes wieder besser geht, macht er Moriartys Versteck ausfindig und lĂ€sst es von der Polizei umstellen. Es kommt zu einem Schusswechsel mit Moriartys Handlangern, er selbst konnte das GebĂ€ude aber gerade noch verlassen. Er nimmt Rebecca als Geisel, um Holmes zur Aufgabe zu zwingen. Holmes legt die Waffen nieder, Moriarty erschieĂt Rebecca aber trotzdem. Gemeinsam mit Watson und der Polizei verfolgt Holmes ihn weiter, bis es zu einem finalen SĂ€belduell im Uhrturm des Londoner ParlamentsgebĂ€udes kommt. Von Holmes schwer verwundet, stĂŒrzt Moriarty durch das glĂ€serne Zifferblatt in den sicheren Tod.
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film ist eine Koproduktion der Schweizer Pueblo Films mit den Fernsehsendern Box Television sowie USA Networks und wurde im November und Dezember 2001 in Bukarest gedreht, die Innenaufnahmen in den Studios von Castel Film. Die Erstausstrahlung in den USA war am 25. Oktober 2002, wo er 2005 unter dem Titel Sherlock: Case of Evil auf DVD erschien. Es wurde eine weitere Schnittfassung[2] mit abweichender Laufzeit[3][4] erstellt. Die deutschsprachige DVD-Version erschien 2010.
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anita Gates von der New York Times schrieb: ââCase of Evilâ ist ein kompetenter, gut geschilderter Krimi, und er ist schrecklich hĂŒbsch, dank des Produktionsdesigners (Chris Roope) und des Kameramanns (Lukas Strebel). [âŠ] Der Film ist die meiste Zeit ĂŒber augenzwinkernd. Zumindest lĂ€sst es der Regisseur Graham Theakston augenzwinkernd erscheinen, indem er genau das richtige MaĂ an Wissen anstrebt.â[5]
Steve Lewis von Mystery*File meinte: âIch denke, man kann ein lebenslanger Sherlock-Holmes-Fan sein und trotzdem SpaĂ an diesem Film haben. [âŠ] Obwohl es mehrere gut gemachte Versuche gab, Holmesâ deduktive FĂ€higkeiten zu zeigen [âŠ] gibt es [âŠ] keinen groĂen Versuch, am Ende des Films etwas mehr als nur ein weiterer Actionstreifen zu sein. Die AtmosphĂ€re und das allgemeine Ambiente sind jedoch gut gemacht [âŠ] Ich war selbst ĂŒberrascht, dass ich mich im Laufe des Films immer mehr fĂŒr die Charaktere erwĂ€rmte.â[6]
Synchronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dialogbuch zur deutschen Synchronfassung schrieb Jesco Wirthgen.
| Figur | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Sherlock Holmes | James DâArcy | Markus Pfeiffer |
| Dr. Watson | Roger Morlidge | Gerrit Schmidt-FoĂ |
| Prof. Moriarty | Vincent DâOnofrio | Boris Tessmann |
| Rebecca Doyle | Gabrielle Anwar | Christin Marquitan |
| Mycroft Holmes | Richard E. Grant | Stefan Staudinger |
| Ben Harrington | Struan Rodger | Bodo Wolf |
| Henry Coot | Peter-Hugo Daly | Dirk MĂŒller |
| Inspektor Lestrade | Nicholas Gecks | Eberhard Haar |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sherlock bei IMDb
- Seite ĂŒber Sherlock in The Arthur Conan Doyle Encyclopedia, mit kompletten Credits und Fotos der Darsteller
- Rezension von Steve Lewis in seinem Blog Mystery File, veröffentlicht am 6. Juli 2009
- Laura Fries: Case of Evil. In: Variety. Abgerufen am 30. Juli 2022 (englisch).
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Freigabebescheinigung fĂŒr Sherlock. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 120722/V; abgerufen am 17. April 2026).
- â Credits. In: IMDb. Abgerufen am 30. Juli 2022: âexecutive producer (recut version)â
- â vollstĂ€ndiger Film auf YouTube, abgerufen am 30. Juli 2022 (Angabe 90 Min.).
- â Ăbersicht. In: Letterboxd. Abgerufen am 30. Juli 2022 (englisch, Angabe 96 Min.).
- â Young Sherlock, Before the Cap and Pipe bei nytimes.com.
- â SherlockââCase of Evilâ bei mysteryfile.com, abgerufen am 6. September 2022.