Senkerodieren

Das Senkerodieren (auch funkenerosives Senken, Senkfunkenerosion oder Senkerosion) ist ein Verfahren des Funkenerodierens.

1. WerkstĂŒck,
2. Funkenspalt,
3. Elektrode,
4. Funkengenerator
Verfahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Senkerodiermaschinen werden ĂŒberwiegend als Badmaschine gebaut â das WerkstĂŒck befindet sich also in einem Bad aus Dielektrikum. Als Dielektrikum wird ein nicht leitendes Ăl oder deionisiertes Wasser verwendet. Der Maschinenkopf ist beweglich und fĂŒhrt die Bewegung in der Z-Achse aus. Der Tisch fĂŒhrt die Bewegungen in der X- und Y-Achse aus. Senkerodiermaschinen können als konventionelle Werkzeugmaschinen oder als CNC-gesteuerte Maschinen ausgefĂŒhrt sein. Auch Maschinen mit automatischem Wechsel der Elektrode sind verfĂŒgbar und ermöglichen so eine automatische Bearbeitung von mehreren Partien am WerkstĂŒck hintereinander.
Die Elektrode (Anode) hat ungefĂ€hr die negative Form des zu bearbeitenden WerkstĂŒcks (Kathode) und besteht hĂ€ufig aus Kupfer oder Graphit. Da der Materialabtrag nicht erst beim direkten Kontakt zwischen WerkstĂŒck und Elektrode stattfindet, sondern bei einer gewissen AnnĂ€herung der Funke durch das Dielektrikum springt, muss die Elektrode etwas kleiner dimensioniert sein. Dieser sogenannte Funkenspalt hat normalerweise eine GröĂe von einigen Hundertstel- bis einigen Zehntelmillimetern. Die GröĂe des Funkenspaltes ist abhĂ€ngig von der an der Maschine eingestellten Entladungstechnologie (Elektrische Spannung und StromstĂ€rke, Entladungsintervall, Pausenintervall). Technologien mit einer höheren Abtragsleistung ergeben einen gröĂeren Funkenspalt und eine rauere OberflĂ€chenstruktur. Der Abtrag entsteht durch thermische Mechanismen, namentlich durch Schmelzen oder Verdampfen des Materials. Das abgetragene Material wird durch die im Dielektrikum entstandene Gasblase und das Dielektrikum selbst wegtransportiert. Das Dielektrikum wird permanent in einem Kreislauf gefiltert.
Nicht nur das WerkstĂŒck, sondern auch die Elektrode unterliegt einem Materialabtrag, wobei dieser bei der Elektrode als Abbrand bezeichnet wird. Durch geschickte Wahl der Entladungstechnologie versucht man das VerhĂ€ltnis von Materialabtrag am WerkstĂŒck zum Elektrodenabbrand zu optimieren. FĂŒr die Endbearbeitung (Schlichten) wird aufgrund des Abbrands hĂ€ufig eine neue Elektrode benötigt und eine feinere Technologie gewĂ€hlt.
Einsatzgebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Senkerodieren kommt hĂ€ufig im Werkzeug- und Formenbau zum Einsatz. Es werden damit GieĂformen, Gesenke oder Biegestempel hergestellt.
Bei geeigneter Maschine und Elektrode können alle leitenden Materialien unabhĂ€ngig von deren HĂ€rte bearbeitet werden. Auch als vorbereitendes Verfahren fĂŒr das Drahterodieren hat das Senkerodieren einen wichtigen Stellenwert. Die Startbohrung, in die spĂ€ter der Erodierdraht eingefĂ€delt wird, kann auch in bereits hartem Stahl mittels Senkerosion erzeugt werden. Durch koordinierte Drehung der Elektrode mit gleichzeitigem Z-Vorschub können auch Gewinde in harten Materialien erodiert werden. Durch Bewegungen der X- und Y-Achsen können Bahnen oder Hinterschnitte realisiert werden.
Bohrerodieren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Sonderanwendung des Senkerodierens ist das Bohrerodieren (auch funkenerosives Bohren, Startlochbohren oder Bohrerosion). Die verwendete Maschine wird Startlochbohrmaschine genannt. Die Maschine wird so bezeichnet, weil die entstandenen Bohrungen meistens, aber nicht immer, als Start- oder EinfĂ€delloch fĂŒr nachfolgende Drahterodierarbeiten verwendet werden.
Die grundlegende Technologie ist gleichbleibend, die Entladungsstrategien und der Maschinenaufbau sind aber auf die möglichst schnelle Fertigung von Bohrungen optimiert. Als Elektrode kommen Kupfer- oder Graphitrohre mit Durchmessern zwischen 0,13 und 3 mm und einer LĂ€nge zwischen 300 und 800 mm zum Einsatz. Diese werden automatisch nachgeschoben, um den Abbrand der Elektrode zu kompensieren. Die Elektrode dreht sich wĂ€hrend des Fertigungsprozesses, was zu einem gleichmĂ€Ăigen Abbrand und schnellerem Abtrag am WerkstĂŒck fĂŒhrt. Durch das Elektrodenrohr wird stĂ€ndig Dielektrikum gepumpt (Druck bis 60 bar), um das abgetragene Material wegzuspĂŒlen. Die Partikel, welche wĂ€hrend des Erodierprozesses abgetragen werden, verbessern mit der Zeit die LeitfĂ€higkeit des verwendeten Dielektrikums, folglich steigt die gesamte elektrische LeitfĂ€higkeit des Dielektrikum. Es gibt jedoch auch Hersteller, welche ihr Dielektrikum bereits mit sogenannten Satellitenelektroden anreichern, um diese Verbesserung bereits von Anfang an zu erzielen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- https://www.uni-stuttgart.de/izfm/lehre/Funk_ECM.pdf (PDF, 3,8Â MB)
- Wissenswertes zur Senkerosion Informationen rund um das Senkerodieren.