Zum Inhalt springen

Saint-Martin de Toques

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Saint-Martin de Toques von SĂŒdosten
Saint-Martin de Toques von SĂŒdwesten

Saint-Martin de Toques, auch St Martin de Toques, ist der Name einer Burg auf dem Gebiet der sĂŒdfranzösischen Gemeinde Bizanet in der Region Okzitanien. Die Burg liegt am Nordrand der CorbiĂšres, knapp 4 km sĂŒdlich der Gemeinde, und knapp 2,5 km Luftline westlich der Abtei de Fontfroide.

Die Burg ist in Privatbesitz und Stand 2026 nur zu besonderen AnlĂ€ssen zugĂ€nglich. Eine Öffnung fĂŒr Besuchter ist fĂŒr 2027 geplant.[1]

Ein „Castellum Sancti Martini“ wurde erstmals im Jahr 978 urkundlich erwĂ€hnt. Das gesamte Mittelalter hindurch unterstand die Burg den Vizegrafen von Narbonne und wurde von lokalen Herren verwaltet. Sie diente als Schutz fĂŒr die Straße von Narbonne in die CorbiĂšren. Die heute vorhandene GebĂ€ude wurden vom 12. bis zum 17. Jahrhundert errichtet[2]. Die Kapelle wurde erstmals 1360 erwĂ€hnt, scheint aber Ă€lter zu sein. Auch die nordöstlichen achteckigen und runden TĂŒrme sind aus dem Mittelalter, wĂ€hrend WohnrĂ€ume Wachstube und Eingang vermutlich aus der Renaissance stammen.[3][4]

Um 1300 hatte das um die Burg herum wachsende Dorf etwa 200 Einwohner. Um 1579 wurde die Burg mit den dazugehörigen LĂ€ndereien von der Narbonner Familie Castillon erworben, reiche Kaufleute und auch StadtoberhĂ€upter (Consul) von Narbonne, die in den lokalen Adel aufstiegen und die Burg restaurieren ließen.[3]

Das zugehörige Dorf verfiel im Laufe der Zeit und war im 18. Jahrhundert vollstĂ€ndig verschwunden. Schon 1709 gab es außerhalb der Burg nur noch 6 Haushalte. In diesem Jahrhundert kam es zu zahlreichen Gebietskonflikten, besonders mit der Nachbargemeinde Saint-AndrĂ©-de-Roquelongue und ebenso zu mehreren Besitzerwechseln. Es scheint, dass auch die Burg in diesem Jahrhundert als Wohnsitz aufgegeben wurde. Die Pfarrei wurde in der französischen Revolution aufgelöst. Die Burg verfiel zunehmend. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sogar Steine und Fenster verkauft. Ab den 1880er Jahren wurden die LĂ€ndereien in unabhĂ€ngige WeingĂŒter aufgeteilt und verkauft. Stand 2026 gehören noch 45 Hektar Grund zum Anwesen.[1] Die Weinpreise waren in den 1880ern hoch, so dass eine Aufteilung wirtschaftlich lohnend war.[3][2]

1926 wurde die „Ruinen der Burg Saint-Martin de Toques“ als „Monument historique“ unter Denkmalschutz gestellt.[5] 1990 wurde die Burg von Pierre Hesnault gekauft, der 1994 umfangreiche Renovierungen durchfĂŒhren ließ. Es blieb im Besitz der Familie bis 2019.[3]

2025 wurden Burg und Anwesen von einer französischen Investitionsgesellschaft gekauft, deren HauptaktionÀr sich in sozialen und ökologischen Projekten engagiert. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern soll untersucht werden, wie die ehemals landwirtschaftlich genutzten Böden regenerieren können, um sie wieder nutzbar zu machen. Es soll untersucht werden, welche Nutzpflanzen in den durch Klimawandel vermehrt von Trockenheit und FlÀchenbrÀnden gebeutelten CorbiÚren gute ErtrÀge bringen. Daneben soll das BurggelÀnde historisch und archÀologisch untersucht werden.[1]

Commons: Chñteau de Saint-Martin de Toques – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 Le chĂąteau Saint-Martin de Toques, «un phare» pour l’avenir des CorbiĂšre. In: Midi Libre Narbonne. 18. September 2026, S. 2 (französisch).
  2. 1 2 Saint-Martin-de-Toques. In: Jean-Marie Pérouse de Montclos (Hrsg.): Le guide du patrimoine Languedoc-Roussillion. Hachette, 1996, ISBN 2-01-242333-7, S. 507 (französisch).
  3. 1 2 3 4 Un tĂ©moin de l’histoire locale. In: Midi Libre Narbonne. 18. September 2026, S. 2 (französisch).
  4. ↑ Saint Martin de Toques. In: Bizanet.fr. Mairie de Bizanet, abgerufen am 19. September 2026 (französisch).
  5. ↑ Ruines du chĂąteau de Saint-Martin de Toques. In: POP, Plateforme ouverte du patrimoine. MinistĂšre de la Culture, abgerufen am 18. September 2026 (französisch, Reference de la notice: PA00102567).

Koordinaten: 43° 7â€Č 44″ N, 2° 52â€Č 8,8″ O