Zum Inhalt springen

Rudi Völler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Rudi Völler
Rudi Völler (2014)
Personalia
Voller Name Rudolf Völler
Geburtstag 13. April 1960
Geburtsort Hanau, Deutschland
Größe 180 cm
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
1968–1975 TSV 1860 Hanau
1975–1977 Kickers Offenbach
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1977–1980 Kickers Offenbach 73 (19)
1980–1982 TSV 1860 München 70 (46)
1982–1987 Werder Bremen 137 (97)
1987–1992 AS Rom 142 (45)
1992–1994 Olympique Marseille 58 (24)
1994–1996 Bayer 04 Leverkusen 62 (26)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1979–1982 Deutschland U21 19 (10)
1980 Deutschland B 3 0(0)
1982–1994 Deutschland 90 (47)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2000–2004 Deutschland (Teamchef)
2000 Bayer 04 Leverkusen (interim)
2004 AS Rom
2005 Bayer 04 Leverkusen (interim)
2023 Deutschland (Teamchef; interim)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Rudolf „Rudi“ Völler (* 13. April 1960 in Hanau) ist ein deutscher Fußball-Funktionär und früherer Spieler sowie Trainer. In seiner Spielerkarriere von 1977 bis 1996 war er in Deutschland, Frankreich und Italien aktiv und galt als einer der besten Mittelstürmer seiner Generation. Von 1982 bis 1994 spielte er 90 Mal für die deutsche Nationalmannschaft und wurde 1990 mit ihr Weltmeister. Im Jahr 1992 war er kurzzeitig ihr Mannschaftskapitän. Mit Olympique Marseille gewann er 1993 die Champions League.

Von 2000 bis 2004 war er Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, die unter seiner Leitung 2002 Vize-Weltmeister wurde.

Bei Bayer 04 Leverkusen war er 2000 und 2005 Interimstrainer. 2004 trainierte er kurzzeitig die AS Rom.

Von 1996 bis 2000 sowie von Anfang 2005 bis 2018 war er bei Bayer 04 Sportdirektor, von 2018 bis 2022 Geschäftsführer Sport. 2022 bis 2023 saß er im Gesellschafterausschuss der Fußball GmbH.

Als Mitglied einer „Task-Force“ stand er dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei der Vorbereitung auf die Heim-EM 2024 beratend zur Seite. Seit Februar 2023 ist er der Sportdirektor unter anderem für die A-Nationalmannschaft. Im September 2023 betreute er die Nationalelf nochmals für ein Spiel als Teamchef.

Rudi Völler wurde 1960 in Hanau (Hessen) als einer von zwei Söhnen von Kurt (1925–2016) und Ilse Völler (1928–2022) geboren. Der Vater war gelernter Dreher, arbeitete später als Lagermeister und war Jugendbetreuer beim örtlichen Fußballverein TSV 1860 Hanau, bei dem er auch als Spieler aktiv gewesen war. Die Mutter arbeitete nebenher als Näherin und Putzfrau. Völlers Bruder Dieter starb 2014 im Alter von 67 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs.[1]

Mit acht Jahren nahm sein Vater ihn zum ersten Mal mit zum Training. Völler wollte von Anfang an nur im Sturm spielen und entpuppte sich schnell als Talent. Ab der C-Jugend spielte er im Sturm des TSV und erzielte von da an 40 bis 50 Tore pro Saison. Mit 15 Jahren wurde er von dem Offenbacher Talentspäher Hermann Nuber entdeckt.

Er besuchte die Realschule sowie eine Hanauer kirchliche sogenannte Sonntagsschule. Nach seinem Realschulabschluss wollten ihn die Kickers Offenbach verpflichten, doch Völler absolvierte zunächst eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann. Als Auszubildender arbeitete er auf der Kickers-Geschäftsstelle und später beim Unternehmen Löhr & Bromkamp, das Gelenkwellen für Kraftfahrzeuge herstellte. Danach leistete er seinen Wehrdienst ab.[2]

Vereinskarriere

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offenbach und 1860 München

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 16 Jahren trainierte Völler erstmals mit der Profimannschaft des damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach. Als 17-Jähriger gab er im November 1977 sein Debüt in der ersten Mannschaft. In dieser Saison absolvierte er noch fünf weitere Ligaspiele und erzielte im Januar 1978 sein erstes Profitor für die Kickers.

Vor der Saison 1978/79 unterschrieb er bei den Kickers seinen ersten Profivertrag. Er spielte noch bis zum Ende der Saison 1979/80 in Offenbach am Main und brachte es am Ende auf insgesamt 74 Spiele mit 18 Toren.

Im Jahre 1980 wechselte Völler für eine Ablöse über 700.000 DM zum Erstligisten TSV 1860 München. In seiner ersten Erstligasaison gelangen ihm in 33 Spielen neun Tore, doch der TSV 1860 stieg in die 2. Bundesliga ab. Obwohl Völler in der Saison 1981/82 mit 37 Toren Torschützenkönig wurde, wurde der direkte Wiederaufstieg um einen Punkt verpasst. Wegen großer finanzieller Belastungen entzog der DFB dem TSV die Lizenz, ein Zwangsabstieg in die drittklassige Bayernliga war die Folge. Völler wechselte daraufhin zu dem ambitionierten Erstligisten Werder Bremen, der die vorangegangene Saison als Aufsteiger mit dem fünften Platz abgeschlossen hatte. Er sollte bei Bremen als Mittelstürmer der Nachfolger des ehemaligen Nationalspielers Erwin Kostedde werden.

In der Saison 1982/83 wurde Werder Bremen punktgleich mit dem Meister Hamburger SV Vizemeister und Völler in seiner ersten Bremer Spielzeit Bundesliga-Torschützenkönig. Im Frühjahr 1983 lag Völler ein unterschriftsreifes Angebot des italienischen Erstligisten AC Turin vor. Sein Berater