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Rockfield Studios

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Rockfield Studios (2012)

Rockfield Studios ist ein privates Aufnahmestudio in der Nähe des Dorfes Rockfield in Wye Valley Monmouthshire, im Südosten von Wales. Das Studio wurde 1963 von den Brüdern Kingsley und Charles Ward gegründet.

Die Familie Ward erwarb Anfang der 1950er Jahre die Amberley Court Farm in Rockfield, ursprünglich ein Zuchtzentrum für Shire-Pferde, und betrieb sie als Viehzuchtbetrieb mit 500 Schweinen und einer Herde Milchkühe. Die Brüder Kingsley und Charles Ward besuchten die Abergavenny Grammar School. Charles mochte die frühe Rock-’n’-Roll-Musik von Elvis Presley und begann, auf einer Akustikgitarre zu spielen. 1960 gründeten die Brüder eine Band, die Charles Kingsley Combo. Kingsley schrieb Songs, die sie auf einem Kassettenrekorder aufnahmen, den sie sich von einem örtlichen Geschäftsmann ausgeliehen hatten. Die Brüder beschlossen, einen Plattenvertrag anzustreben, und fuhren zur Presserei von EMI in Middlesex, London, wo man sie an die Büros des Labels am Manchester Square weiterleitete. An diesem Tag trafen sie, ohne einen Termin vereinbart zu haben, den Produzenten George Martin. Er nahm die Brüder zwar nicht unter Vertrag, erklärte aber, er habe das Treffen arrangiert, weil sie die ersten Künstler waren, die er je gesehen hatte, die ein tragbares Tonbandgerät mitbrachten.[1][2]

Im folgenden Jahr kehrten die Ward-Brüder nach London zurück und trafen den Produzenten Joe Meek in seinem Studio. Meek nahm sie unter Vertrag, und die Brüder nahmen Songs als The Charles Kingsley Creation und als The Thunderbolts auf. Nachdem sie Meeks Studiotechniken beobachtet hatten, richteten sie in einem Dachgeschoss in Rockfield ein eigenes Aufnahmestudio ein, ausgestattet mit einem Mischpult von Rosser Electronics und einem Ferrograph-Tonbandgerät. 1961 begannen die Brüder, lokale Bands in ihrem Studio aufzunehmen, das sie Future Sounds Ltd nannten, und verlangten dafür 5 £ pro Acetatplatte.[2]

Im Jahr 1963 bauten die Brüder Ward das Bauernhaus zu einem Aufnahmestudio um. Sie investierten in ein 8-Spur-Tonbandgerät und polsterten das Studio zur Schalldämmung mit Futtersäcken aus.[1] Im Jahr 1965 machten sie Rockfield zum weltweit ersten Wohnstudio, das es Bands und Künstlern ermöglichte, während der Aufnahmen auf dem Gelände zu wohnen und die ruhige ländliche Umgebung zu genießen.[3][4]

Eingangsbereich (2012)

Der erste große Hit, der in den Studios aufgenommen wurde, war Dave Edmunds’ I Hear You Knocking im Jahr 1970.[4] In den frühen 1970er Jahren wurden in den Studios sieben Alben von Budgie, mehrere von Hawkwind, eines von Hobo, Peter Hammills zweites Soloalbum Chameleon in the Shadow of the Night aus dem Jahr 1973, die Hit-Single How Long von Ace aus dem Jahr 1974 sowie das Queen-Album Sheer Heart Attack aufgenommen. Queen arbeitete im Sommer 1975 einen Monat lang im Ridge Farm Studio an der Entwicklung ihres Albums A Night at the Opera und des Songs Bohemian Rhapsody, bevor sie im August 1975 nach Rockfield umzogen, um mit den Aufnahmen für das Album zu beginnen, das ihr erstes Platin-Album in den USA wurde. Motörhead machten 1975 ihre ersten Aufnahmen in den Studios und standen kurzzeitig beim Rockfield-Plattenlabel unter Vertrag. Cyril Jordan von den Flamin’ Groovies (die zwischen 1972 und 1978 mehrmals in Rockfield aufgenommen hatten) sagte 2014: „Wir dachten, Rockfield sei das neue Sun Records.“[5]

Als sich der Trend von der Rockmusik der 1970er und 1980er Jahre hin zur elektronischen Musik der 1990er Jahre verlagerte, die in größerem Umfang auf Technologie setzte und fast schon im eigenen Schlafzimmer produziert werden konnte, sank der Bedarf an Studioflächen und komplexen analogen Aufnahmesystemen. Rockfield sah sich zudem der Konkurrenz durch viele der großen Plattenlabels ausgesetzt, die ihre eigenen Aufnahmestudios errichteten, wie beispielsweise The Manor von Virgin. Das Unternehmen Rockfield geriet in Schwierigkeiten, und die Brüder Ward beschlossen, den Hof aufzuteilen. Kingsley behielt den Rockfield-Teil, während Charles ein halbverfallenes Herrenhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Tals renovierte, um das Monnow Valley Studio zu errichten.[2]

Angesichts finanzieller Schwierigkeiten – seine Frau Anne arbeitete zu dieser Zeit hauptberuflich als Buchhalterin – wurde Kingsley von seinem Freund und Plattenproduzenten John Leckie angesprochen, das erste Album der Manchester Band The Stone Roses aufzunehmen. Die Band war 1988 und 1989 14 Monate lang im Studio, nahm dort ihr erstes und zweites Album auf und rettete so das Studio vor dem drohenden Konkurs. Ihr Aufenthalt zog weitere Aufnahmesessions anderer Bands nach sich, darunter Oasis. In einem Zeitraum von 12 Monaten zwischen 1996 und 1997 entstanden bei den Rockfield-Sessions fünf Alben, die in Großbritannien Platz eins erreichten: von Oasis, Ash, Black Grape, The Charlatans und The Boo Radleys.[2] Im Juli 2020 wurde der Dokumentarfilm Rockfield: The Studio on the Farm unter der Regie von Hannah Berryman auf BBC Four ausgestrahlt.[6] Weitere Popularität erhielt das Studio durch seine prominente Platzierung im Film Bohemian Rhapsody (2018), der die Aufnahmen zum gleichnamigen Song nachstellte.[3]

Charles Ward starb am 27. Juli 2022.[7]

Aufnahmegeräte der 1960er Jahre in den Rockfield Studios

Rockfield ist eine Anlage mit zwei Studios, bestehend aus „The Coach House“ und „The Quadrangle“. Beide Studios befinden sich in umgebauten Bauernhäusern aus massivem Stein. Rockfield war eines der weltweit ersten Aufnahmestudios, das seinen Kunden neben der Studioarbeit auch Unterkunft zur Verfügung stellte.[4]

The Coach House

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Das 1968 erbaute „The Coach House“ verfügt über einen 150 Quadratmeter großen Wohnbereich mit Steinwänden, einer Holzdecke und einem Yamaha-Flügel. Es verfügt über einen Schlagzeugraum aus Stein, einen akustisch variablen zweiten Schlagzeugraum sowie zwei Aufnahmekabinen. Die Aufnahmetechnik basiert auf einem maßgeschneiderten Neve-8128-Mischpult mit Vintage-Outboard-Geräten, darunter Neve-1060-Mikrofonverstärker, originale Rosser-Electronics-Mikrofonverstärker, API-550-Equalizer und UREI-1176-Kompressoren.[1]

Unter anderem nahmen hier Hawkwind, Queen, Oasis, Bullet for My Valentine, Brian Eno, Sepultura, Jayce Lewis, Simple Minds, The Cure und Opeth auf.

Das 1973 erbaute The Quadrangle verfügt über insgesamt 170 Quadratmeter Aufnahmeräume, die sich auf den Hauptbereich mit einem Bösendorfer-Flügel, zwei große, akustisch variierbare Schlagzeugräume und drei Isolationskabinen verteilen. Die Aufnahmetechnik im zentralen Kontrollraum basiert auf einem Inline-Mischpult der MCI-500-Serie mit externer Signalverarbeitung, darunter Neve-1061-Mikrofonverstärker, originale Rosser-Electronics-Mikrofonverstärker, API-550-Equalizer und UREI-1176-Kompressoren.[1]

In den Anfängen wurde das Quadrangle von der damals gerade startenden Band Queen genutzt, die hier den Titel Killer Queen für ihr drittes Album Sheer Heart Attack (1974) aufnahm. 1975 nahmen sie hier das Album A Night at the Opera auf, darunter auch ihre Hit-Single Bohemian Rhapsody.[3] Im Quadrangle nahmen außerdem namhafte Künstler wie Rush, Manic Street Preachers, Robert Plant, Shop Front Heroes und Coldplay auf.[8][1]

2010er/2020er Jahre

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Commons: Rockfield Studios – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Inside Rockfield Studios, the legendary Monmouthshire recording retreat. Abgerufen am 6. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  2. 1 2 3 4 Rockfield: The Recording Studio, Monmouth, Wales. In: RCAHMW. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  3. 1 2 3 Rockfield Studio - Auf diesem Bauernhof wurde Musikgeschichte geschrieben. In: srf.ch. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  4. 1 2 3 Jim Evans: Laid in Wales. In: Resolution magazine. November/Dezember 2003, S. 56 f. (resolutionmag.com [PDF]).
  5. ↑ The Flamin' Groovies Can't Stop Shakin'. Archiviert vom Original am 2. Juli 2017; abgerufen am 6. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ BBC Two - Rockfield: The Studio on the Farm. Abgerufen am 6. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  7. ↑ Charles Ward, co-founder of legendary Rockfield Studios, has passed away. Abgerufen am 6. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  8. ↑ KEN NELSON: Recording Coldplay's Parachutes. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  9. ↑ Rockfield Studios – Legendary music studios. RecordProduction.com, abgerufen am 15. April 2012.
  10. ↑ Huey Lewis: Rest in Peace, Prince of Darkness. In: hueylewisandthenews.com. Abgerufen am 13. August 2025.
  11. ↑ Christopulos, J., and Smart, P.: Van der Graaf Generator – The Book, p. 161–162. Phil and Jim publishers, 2005.
  12. ↑ Christopulos, J., and Smart, P.: Van der Graaf Generator – The Book, S. 212. Phil and Jim publishers, 2005.
  13. ↑ New CD Announced – "UNCOVERED". Steveharley.com, 29. August 2019, abgerufen am 3. Dezember 2025.