Notfall-CD
Der Begriff Notfall-CD bezeichnet im Bereich der Computersicherheit ein bootfÀhiges Medium, das der Reparatur oder Wiederherstellung eines defekten Systems dient.
Das wird notwendig, wenn das Betriebssystem des Computers so stark beschĂ€digt ist, das dieses nicht mehr von der Festplatte gestartet werden kann. Auch wenn ein System mit Malware wie etwa Rootkits infiziert ist, kann eine Notfall-CD bei der Problembehebung oder der Datensicherung hilfreich sein. In der Regel kann von einer Notfall-CD aus ein Virenscan ausgefĂŒhrt oder eine Datensicherung vorgenommen werden.
Funktionsweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Notfall-CDs bestehen normalerweise aus einem bootfÀhigen System und Programmen, die auf diesem System operieren. HÀufig ist dieses System eine Live Distribution von Linux, wie etwa im Fall der SystemRescueCd. Möglich ist aber auch der Betrieb einer Live-Version von Windows, wie im Fall von BartPE, oder ein BSD-System.
Notfall-CDs enthalten auĂerdem Tools, um beschĂ€digte Systemdateien zu reparieren, ein System neu zu installieren oder nach Schadsoftware zu suchen. Ebenso sind hĂ€ufig Diagnose-Tools enthalten, die einen Hardware-Fehler als Ursache fĂŒr die BeschĂ€digung des Systems erkennen sollen. Die meisten Notfall-CDs sind nicht kommerzielle Projekte. Viele erlauben und unterstĂŒtzen es daher, sie nach eigenen Vorstellungen, zum Beispiel mit Programmen, zu erweitern.
Bezug
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Live-CDs können als Notfall-CDs dienen. Auch von manchen Herstellern von Antivirenprogrammen werden Notfall-CDs angeboten. In beiden FÀllen kann man in der Regel Image-Dateien der jeweiligen Notfall-CD kostenlos aus dem Internet herunterladen.
Notfall-CDs zur Abwehr von Malware
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einen Spezialfall stellen Notfall-CDs zur Abwehr von Malware dar. Hier befindet sich auf der CD hÀufig nur ein textbasiertes Linux und ein Virenscanner. Das Linux-System wird direkt vom Medium gestartet, so dass das eigentliche Betriebssystem des Computers umgangen wird. Viele Notfall-CDs können eine vorhandene Internetverbindung nutzen, um ihre Virusdatenbank auf den neuesten Stand zu bringen.
Von einem hĂ€ufig einfachen MenĂŒ aus kann nach dem Booten ein Virenscan ausgefĂŒhrt werden. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Virenscanner Zugriff auf eventuell infizierte Systemdateien hat und diese unschĂ€dlich machen kann, beispielsweise durch Umbenennung oder Löschung der betroffenen Dateien.
Derartige Notfall-CDs werden von den Herstellern Avira, BitDefender, F-Secure, Kaspersky und Norman kostenlos zum Download angeboten.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SysRescueCd-WebprÀsenz (englisch)
- Offizielle Webseite von BartPE (englisch)