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Regionaler Strukturwandel

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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturwandel im Ruhrgebiet: Der altindustrielle Standort Phoenix-Ost des ehemaligen Hörder Bergwerks- und Hütten-Vereins wurde zu einem Wohn-, Büro-, Kultur- und Freizeitstandort umstrukturiert.

Als regionaler Strukturwandel werden in der Wirtschaftsgeographie Vorgänge bezeichnet, welcher die Bestandteile und Elemente, die Kompetenzen und Fertigkeiten sowie die Zusammenhänge der Bestandteile und die Infrastruktur einer eingegrenzten Region verändern. Er verläuft in Schritten alltäglich, wird aber besonders über einschneidende Zäsuren in der Gestaltung der Struktur sichtbar.

Strukturwandel ist dabei auch ein politischer Begriff, da die Anforderungen zum Wandel einer Region in allen Ebenen der Strukturpolitik aufgestellt werden und dann konzeptuell wirtschaftsgeografisch aufgearbeitet werden. Sowohl wissenschaftlich als auch politisch lassen sich zum Strukturwandel nur Vorschläge und Rahmenbedingungen formulieren und schaffen. Strukturwandel als volkswirtschaftlich geprägter Vorgang an sich ist nicht in jedem Fall steuerbar. Ziel des politischen Strukturwandels ist es, Standortvorteile wieder zu erlangen oder – im besseren Fall – zu halten und auszubauen, in dem die wirtschaftliche Effizienz und Differenzierung der Region verbessert wird.

Gegenwärtige Rolle

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Strukturwandel spielt immer dann offensichtlich und politisch eine Rolle, wenn eine Region oder ein ganzes Land strukturelle Probleme besitzt oder als strukturschwach gilt. In der Europäischen Union betrifft dies die Gebiete der EU-Osterweiterung, den Norden Großbritanniens, den Süden Italiens und – nicht zuletzt – Ostdeutschland sowie das Rheinische Braunkohlerevier.

Die Strukturschwäche der Neuen Bundesländer in Deutschland ergab sich politisch nach dem Abbau eines Marktschutzes. Betroffen war davon eine nicht konkurrenzfähige Wirtschaft. (Wobei eingeräumt werden sollte, dass nicht wenige Betriebe der neuen Bundesländer auch eine wirtschaftliche Konkurrenz darstellten).[1] Abgefedert werden sollte diese Zäsur durch Transferleistungen unter dem Schlagwort „Aufbau Ost“. Insbesondere bei der effizienten Aufschlüsselung und Verteilung der Gelder wurden Theorien des regionalen Strukturwandels diskutiert und angewandt. Dem gegenüber steht der Vorwurf, staatliche Mittel seien nach dem Gießkannenprinzip, also ohne theoretischen Hintergrund, verteilt worden.

Da sich herausstellte, dass die Entwicklung der ostdeutschen Regionen nicht homogen ist, sondern in einzelnen Zentren besser – in vielen ländlichen Regionen aber schlechter verläuft, wird 15 Jahre nach Beginn der Transferzahlungen ein Umstellen des Prinzips auf die Förderung so genannter „Leuchttürme“ gefordert und diskutiert. Als Regionen mit wesentlich besserem Potenzial werden die Räume um Chemnitz, Dresden, Erfurt, Jena, Leipzig und Rostock sowie der Speckgürtel um Berlin angesehen. Die Probleme des Prinzips der „Leuchtturmförderung“ ergeben sich aus dem Verstoß gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes, insbesondere gegen die Aufgabe des Bundes zur „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ nach Art. 72 Abs. 2 GG, wobei anzumerken ist, dass eine heterogene wirtschaftliche Struktur innerhalb einer Nation in dieser Hinsicht nie das Prinzip vollkommener Gleichheit einhalten kann (Siehe dazu auch System der Zentralen Orte).

Ursachen und Auslöser

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Als Ursachen und Auslöser für Strukturwandel sind verschiedene Vorgänge verantwortlich. Dabei sind diese in den seltensten Fällen monokausal bedingt. Die Ursachen für regionalen Strukturwandel ergeben sich aus dem ökonomisch-sozialen Wettbewerb zwischen Regionen, der zwingend angenommen werden muss. Diese gegenseitige Konkurrenz führt zur Veränderung von Einflussgrößen. Die besseren Chancen auf positive langfristige Entwicklung erhält eine Region dann, wenn sie sich kontinuierlich wandelt und auf Ursachen reagiert.

Ökonomische Ursachen

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Die häufigste Ursache für Strukturwandel sind Schwächen einer Region im ökonomischen Wettbewerb mit anderen vergleichbaren Regionen. In diesem Fall ist häufig die Schließung eines Großunternehmens mit Auswirkungen auf Subunternehmer, Zulieferer und Arbeitsmarkt der Auslöser einer strukturellen Krise und Anlass eines Strukturwandels der Region.

Ursache für die Schwäche können dabei ganz verschiedene Prozesse und Vorgänge sein. Ursächlich sind dabei unter anderem die mangelnden Erneuerungen von Prozessen und die Erstarrung von Strukturen. Wirtschaftlicher Erfolg geht dabei einher mit steigenden Löhnen und Kosten für Grund und Boden sowie für Vorprodukte. Bleibt die Innovationsfähigkeit aus, droht ein relativer Qualitätsverlust der die hohen Kosten nicht mehr rechtfertigt.

In den letzten Jahren zeichnete sich insbesondere die Veränderung der Strukturen beim Suchen nach Synergien (Clustering) und damit Kostenersparnissen als Mittel zur Wahrung von ökonomischen Standortvorteilen aus.

Das Ruhrgebiet verlor fast die gesamte Schwerindustrie als ursprüngliche Kernbranche, die alten Anlagen werden jedoch anderweitig wieder genutzt

Das Ruhrgebiet gehört zu den Regionen Europas, deren Struktur schon in der Frühindustrialisierung verändert und geprägt wurden. Durch den Steinkohleabbau und der Nähe zum offenen Meer (Erzzufuhr) entwickelte sich dabei eine Industrie der Rohstoffverarbeitung. Insbesondere diese Bereiche stehen seit Jahrzehnten unter enormen Wettbewerbsdruck, da vor allem der Kohleabbau immer unökonomischer wurde. Alternative Industrien entwickelten sich in den Branchen Automobil- und Maschinenbau vergleichsweise spät. Aufgrund mangelnder Innovation und Investition in die Produktionsanlagen stehen auch diese ersten Ersatzindustrien heute unter Druck durch attraktivere Gebiete auf der Welt.

Soziale Ursachen

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Die Art und Entwicklungsstufe einer Gesellschaft setzt im Wesentlichen den Fokus auf den Wirtschaftssektor (siehe auch: Drei-Sektoren-Hypothese) einer Region. Die Entwicklungsstufe einer Gesellschaft wird grob in Agrar-, Industrie- und Informationsgesellschaft unterteilt. Die Übergänge können dabei sehr verschwommen sein. Die bedeutenden Güter sind vorerst Grund und Boden sowie Arbeitskraft, später effektive und effiziente Maschinen sowie Informationen und Wissen. Eine höhere Entwicklungsstufe bedingt immer mehr Globalisierung, also den weltweiten Austausch von Waren und Informationen sowie die Verteilung von Wertschöpfung in verschiedenen Regionen.

Bedeutsam für den Strukturwandel sind die Rückwirkungen der höheren Wirtschaftssektoren auf die unteren. Praktisch bedeutet das, dass eine Industriegesellschaft auch bessere Mittel für die Landwirtschaft besitzt. Eine Informationsgesellschaft verbessert ihr verarbeitendes Gewerbe. In letzterem Fall spricht man heute vom Wandel einer Industrieregion zur „High-Tech“-Region. Die Veränderung der sozialen Struktur einer Region schafft Standortvorteile auch bei den vorhandenen Produktionsmitteln und -schwerpunkten. Daraus folgt auch, dass der Anteil am Bruttoinlandsprodukt von Betrieben der unteren Wirtschaftssektoren in einer weiter entwickelten Gesellschaft auf keinen Fall verschwindet.

Um die Übergänge der Gesellschaftsform mitbestimmen und nutzen zu können, hat es sich schon beim Übergang zur Industriegesellschaft gezeigt, dass eine Region wissenschaftliche Einrichtungen benötigt.

Die Republik Irland und dabei vor allem Dublin hatte es sogar geschafft, die Form der Industriegesellschaft zu überspringen. Das Land wurde aufgrund der enormen wirtschaftlichen Entwicklung (in Anlehnung an die asiatischen Tigerstaaten) Keltischer Tiger genannt. Bei der Aufnahme in die Europäische Union galt Irland noch als strukturschwach, gehörte aber auf Grund massiver Subventionierung seitens der EU vor der Finanzkrise, die 2007 begann, zu den dynamischsten Regionen der EU.

Die irische Wirtschaft schaffte es dabei, Dienstleistungen hauptsächlich zu exportieren, indem eine hervorragende Informationsinfrastruktur aufgebaut wurde. Diese nutzt dabei auch die exponierte Lage zwischen Nordamerika und Europa. Auffallend an Irland war es jedoch, dass das Bruttoinlandsprodukt wesentlich höher ist als das Bruttonationaleinkommen.

Ökologische Ursachen

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Die ökologischen Ursachen sind nicht zu vernachlässigen und haben oft auch gravierende Folgen für eine Region. Sie sind doch häufiger anzutreffen, als zunächst zu erwarten ist. Sie zwingen häufig zur totalen Veränderung der Struktur einer Region. Auslöser können sehr plötzliche und unvorhergesehene Effekte sein. Auch hier lassen sich Rückwirkungen ausgebauter höherer Wirtschaftssektoren erkennen. Vorzeitiges Erkennen von entstehenden Engpässen und Risiken durch eine wissenschaftliche ökologische Analyse und Ressourcenplanung, hilft solche Effekte besser vorherzusehen.

Aquakultur im offenen Meer

Beispiel dafür ist die Überfischung eines Gewässers, bei dem irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem eine Fischpopulation nicht mehr genug Nachwuchs kreieren kann. Spürbar wird dies erst, wenn plötzlich keine ausreichend großen Fische mehr vorhanden sind. Ursache in dem Fall ist eine Überkapazität an Fangvorrichtungen und die hohe Effektivität des Fischfangs.

Da in dem Fall häufig Fangverbote ausgesprochen werden, entstehen in den abhängigen Regionen hohe ökonomische Schäden. Eine Möglichkeit sich zu wandeln ist in dem Fall das Aufbauen von Aquakulturen, also das landwirtschaftliche Halten und Züchten von Fischen, oder Umstrukturierung auf Tourismus. Da Aquakulturen sehr viel Wasser benötigen, weil die Massentierbestände dieses belasten, eignen sich für Aquakulturen vor allem zerklüftete und tiefe Küsten, wie zum Beispiel in Norwegen. Aquakulturen lassen sich im hohen Maß automatisieren.

Weitere Beispiele sind das Waldsterben durch Monokulturen, die vor Jahrzehnten angelegt wurden, oder auch die Rodung von Regenwald zur Schaffung von (benötigten) Ackerflächen, die nicht langfristig nutzbar sind.

Politische Ursachen

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Allgemein

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