PrÀtendent
Ein PrĂ€tendent (von lateinisch prae + tendere âhervorstrecken, beanspruchenâ) ist jemand, der etwas oder ein Recht fĂŒr sich in Anspruch nimmt oder sich eine Stellung oder einen Status anmaĂt.
Staatswesen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein ThronprÀtendent erhebt in einer Monarchie Anspruch auf den Thron.
Rechtswissenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im deutschen Schuldrecht machen in einem PrĂ€tendentenstreit zwei GlĂ€ubiger AnsprĂŒche gegen denselben Schuldner geltend. Der Schuldner kann sich eines solchen Streits entledigen, indem er seine Leistung hinterlegt (§ 378 BGB).[1][2] Der Prozess wird dann ausschlieĂlich zwischen den PrĂ€tendenten fortgefĂŒhrt (§ 75 ZPO).
Entsprechende Regelungen gibt es auch in Ăsterreich[3] und in der Schweiz (Art. 168 OR).[4][5][6]
Das deutsche Familienrecht kennt den VaterschaftsprÀtendenten. Dieser ist, wer glaubhaft machen kann, der Mutter in der gesetzlichen EmpfÀngniszeit beigewohnt zu haben (§ 1592 Abs. 3 in Verbindung mit § 1600d BGB).[7][8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- BGH, Urteil vom 18. Januar 2012 â I ZR 187/10 â gewinn.de
- Jan Felix Hoffmann: Dogmatik und Rechtsfortbildung am Beispiel der Domain â gewinn.de zwischen PrĂ€tendentenstreit und Forderungskollision. In: Jahrbuch Junger Zivilrechtswissenschaftler, 2014
- Vaterschaftsanfechtung. BGH klÀrt wesentliche prozessuale Fragen. PAK Prozessrecht aktiv, 1. Oktober 2007
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â BGH, Urteil vom 12. Oktober 1999 â XI ZR 24/99
- â BGH, Urteil vom 30. Januar 2015 â V ZR 63/13
- â OGH, Beschluss vom 29. April 2013 â 8Ob36/13x
- â PrĂ€tendentenstreit (OR 168)
- â BGE 134 III 348, Urteil vom 8. April 2008
- â Zur Freigabe beschlagnahmer Forderungen im PrĂ€tendentenstreit strafprozess.ch, 15. Februar 2013
- â Kammergericht, Beschluss vom 7. August 2014 â 19 UF 35/14
- â BGH, Beschluss vom 18. Februar 2015 â XII ZB 473/13