Pop-Port


Der Nokia Pop-Port war eine von 2003 bis 2007 von dem Konzern Nokia eingefĂŒhrte proprietĂ€re Hardwareschnittstelle zum drahtgebundenen Anschluss von externem Zubehör an ein Mobiltelefon sowie zu deren Datensynchronisation mit dem PC.
Bis zur EinfĂŒhrung des Pop-Ports gab es bei Nokia â wie auch bei konkurrierenden Herstellern â wenig KontinuitĂ€t bei den ZubehöranschlĂŒssen. An das Mobiltelefon anschlieĂbare GerĂ€te wie Freisprecheinrichtungen, Headsets oder Datenkabel passten fĂŒr ein anderes Modell meist nicht. Auch wenn das Zubehör sich nicht wie das Mobiltelefon weiterentwickelt hatte, musste es beim Wechsel des Mobiltelefons wegen rein mechanischer SteckerinkompatibilitĂ€t erneut gekauft werden. Entsprechend kostenintensiv war dieser Umstand fĂŒr den Kunden, dazu entstand fĂŒr den HĂ€ndler groĂer Aufwand fĂŒr die Sortimentierung.
FĂŒr die Datenkommunikation mit dem PC verbindet der Pop-Port bei Ă€lteren Modellen die RS232-Signalleitungen, bei neueren GerĂ€ten mit Anschluss an den Universal Serial Bus. ZusĂ€tzlich dient der Pop-Port als Schnittstelle fĂŒr das von Nokia nicht öffentlich dokumentierte Accessory Control Interface (ACI) mit eigenem Protokoll zur bidirektionalen Kommunikation mit ZubehörgerĂ€ten, wie beispielsweise die eines multifunktionalen Headsets oder einer externen Digitalkamera. In wenigen Modellen wurde der TV-Out ĂŒber den Pop-Port mittels Enhanced Control Interface (ECI) realisiert. Zubehör ohne eigene Batterie kann ĂŒber den Anschlussport mit Energie aus dem Akku des Mobiltelefons versorgt werden. Nicht durchgesetzt wurde die Nutzung des Pop-Ports fĂŒr die Stromversorgung des Mobiltelefons zulasten der bei Nokia durchgĂ€ngig verwendeten Hohlstecker mit 3,5 mm bzw. bei neueren GerĂ€ten 2 mm AuĂendurchmesser.
Obwohl der Pop-Port mit einem Pin fĂŒr die Stromversorgung des Mobiltelefons bzw. Akku-Ladung ausgestattet ist, sind keine USB-Datenkabel verfĂŒgbar, die bei Datenverbindung das Mobiltelefon ĂŒber den Pop-Port versorgen wĂŒrden. Stattdessen werden USB-Datenkabel als Originalzubehör zum Anschluss an die Hohlstecker-Netzteilbuchse angeboten, bei denen Ladestrom vom USB-Host bezogen, aber mit einem zweiten Stecker separat herausgefĂŒhrt wird. Nokia dokumentiert nicht, mit welchem Ladestrom hierbei geladen wird. Anders als die Ausstattung solcher Datenkabel mit einem Netzteilstecker assoziiert, kann nicht jeder USB-Host einen so hohen Strom liefern wie das zum Mobiltelefon gehörige Netzteil, und auch das nur nach spezieller Aushandlung mit dem USB-Host-Controller.
Abgelöst wurde der Pop-Port fĂŒr analoges Audio (und Video) durch standardkompatible Klinkenstecker und fĂŒr die DatenĂŒbertragung (und Stromversorgung) durch genormte USB-Steckverbinder, mit denen Nokia seit 2006 zunehmend GerĂ€te zusĂ€tzlich oder alternativ zum Pop-Port ausstattet. Neue Nokia-Mobiltelefone werden zunehmend mit einem Micro-USB-Anschluss versehen.
Die Bezeichnung Pop-Port wurde von Nokia Corporation Finnland am 3. September 2002 als Marke registriert (United States Patent and Trademark Office, Serial Number 78160116).