Digitas
| Digitas | |
|---|---|
| GegrĂŒndet | 1991 |
| Hauptsitz | Hamburg |
| Standorte | Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, MĂŒnchen |
| Rechtsform | GmbH |
Digitas ist eine Werbe- und Digitalagentur, aktiv an sechs Standorten in Deutschland (Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und MĂŒnchen). Die Agentur, die zuvor als Publicis Pixelpark[1][2] mit sechs Standorten in Deutschland aktiv war, ging 2015 aus dem Zusammenschluss von Publicis Deutschland mit der Pixelpark AG hervor.
WĂ€hrend Publicis Deutschland bereits seit 1959 existierte, war die Pixelpark AG eine 1991 in Berlin gegrĂŒndete Unternehmensgruppe fĂŒr Kommunikations- und E-Business-Lösungen.
Ăber die MMS Germany Holdings wurde Pixelpark Teil der Publicis Groupe, eines multinationalen Werbedienstleisters und Medienkonzerns mit Sitz in Paris, Frankreich.[3][4] Nach der Ăbernahme der Pixelpark AG wurde die Aktiengesellschaft von der Börse genommen und in die Pixelpark GmbH umfirmiert. Die ehemaligen Standorte von Publicis Deutschland firmieren als Publicis Pixelpark GmbH.
Unternehmensgeschichte Pixelpark AG
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1991â2002
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pixelpark wurde 1991 von Paulus Neef und Eku Wand gegrĂŒndet. In den ersten Jahren entwickelte Pixelpark CD-ROMs und Kiosksysteme fĂŒr Unternehmen. Zu den Multimedia-Anwendungen kamen spĂ€ter Dienstleistungen rund um das Internet und E-Commerce. 1995 beteiligte sich Bertelsmann als MehrheitseigentĂŒmer am Unternehmen.[5]
Im Jahr 1999 ging das Unternehmen an die Börse und expandierte mit Hilfe des erlösten Kapitals europaweit vornehmlich durch ZukĂ€ufe kleinerer Unternehmen.[6] Im Zuge einer Aktien-Euphorie gerade bei Titeln des Neuen Marktes stieg der Kurs der Pixelpark-Aktie von einem Emissionspreis im Oktober 1999 von 15 Euro ĂŒber eine Erstnotiz von 16,30 Euro binnen eines Monats auf ĂŒber 30 Euro. Kurz vor dem Kurssturz bei Internettiteln erreichte das Papier im MĂ€rz 2000 sein Allzeithoch bei 336 Euro.[7]

Ende 2000 zeichneten sich bereits GeschĂ€ftsschwierigkeiten ab. Eine Mitarbeiterbefragung wurde durchgefĂŒhrt und die Ergebnisse in zwei Culture Camps verarbeitet. Das Unternehmen initiierte einen VerĂ€nderungsprozess, um MaĂnahmen zur Steigerung der Effizienz umzusetzen.[8] Im Mai 2001 wurde von den Mitarbeitern ein Betriebsrat gegrĂŒndet.[9] Mit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes in den Jahren 2001/2002 war auch Pixelpark gezwungen, massiv Stellen abzubauen. Zudem konzentrierte sich das Unternehmen bei der Sanierung auf das KerngeschĂ€ft der Internetdienstleistungen und auf den deutschsprachigen Raum.
Im Dezember 2002 ĂŒbernahm der Aufsichtsratsvorsitzende vorĂŒbergehend die Leitung von GrĂŒnder Paulus Neef, nachdem der Aufsichtsrat UnregelmĂ€Ăigkeiten beim Erwerb der Tochtergesellschaft ZLU im Jahr 2000 festgestellt hatte.[6] Gleichzeitig reduzierte der bisherige Mehrheitsgesellschafter, die Bertelsmann AG, seine Beteiligung an der Pixelpark AG drastisch von 60 auf 20 Prozent.
2003â2008
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im April 2003 setzte das Unternehmen eine Sanierungsstrategie unter neuer FĂŒhrung um, die 2004 mit der Entschuldung abgeschlossen wurde. Im Sommer 2006 kĂŒndigten die VorstĂ€nde der Pixelpark AG und des börsennotierten Wettbewerbers Elephant Seven AG einen Zusammenschluss beider Unternehmen an. Im Zuge eines Angebots an die AktionĂ€re der Elephant Seven AG, ihre Aktien gegen Aktien der Pixelpark AG zu tauschen, ĂŒbernahm Pixelpark im FrĂŒhjahr 2007 das Unternehmen. Am 26. Oktober 2007 wurde die Elephant Seven AG auf die Pixelpark AG verschmolzen; Elephant Seven blieb als Marke allerdings erhalten.
Der Umsatz betrug 2006 rund 34 Millionen Euro.[10] Erstmals seit dem Börsengang konnte ein Gewinn erzielt werden: Das Ergebnis nach Steuern betrug 789.000 Euro. Nach dieser Erholung schrieb das Unternehmen im GeschÀftsjahr 2007 aber erneut rote Zahlen. Unter dem Strich stand ein Konzernverlust von 2,75 Millionen Euro.
Laut dem New Media Service Ranking war Pixelpark 2007[11][12] das zweitgröĂte Unternehmen in der Branche der Internet- und Multimediadienstleister in Deutschland und das gröĂte konzernunabhĂ€ngige Unternehmen dieser Branche.
Am 4. September 2008 trat der Vorstandsvorsitzende Michael Riese aufgrund unterschiedlicher Auffassungen ĂŒber die zukĂŒnftige strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat zurĂŒck. Am selben Tag wurde ein neuer Vorstandsvorsitzender ein Vorstandsmitglied bestellt.
Ab 2008
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im September und Oktober 2008 begab das Unternehmen zwei Wandelschuldverschreibungen, um die strategische Neuausrichtung zu finanzieren. Die erste in Höhe von 3,3 Millionen Euro wurde vollstÀndig von einem institutionellen Investor gezeichnet.[13] Die zweite in Höhe von 3,7 Millionen Euro wurde den AktionÀren zum Bezug angeboten.[14] Zugleich sollte die Zahl der Mitarbeiter in der Holding um bis zu 20 verringert werden.[15]
Im Januar 2009 gab Pixelpark den Verlust des hĂ€lftigen Grundkapitals aufgrund von Abschreibungen bekannt.[16] Der Gesamtumsatz war von 47,4 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 43,6 Millionen Euro im Jahr 2008 gesunken. WĂ€hrend im Bereich Kommunikation der Umsatz von 33,9 auf 36,7 Millionen Euro zugelegt hatte, sank dieser im Segment Systemtechnologie von 13,5 auf 6,9 Millionen und berief deswegen die AktionĂ€re am 26. MĂ€rz 2009 zu einer auĂerordentlichen Hauptversammlung ein.
Am 21. Dezember 2010 gab das Unternehmen bekannt, sich mit GlĂ€ubigern und Investoren geeinigt zu haben, Verbindlichkeiten in Höhe von 19,3 Millionen Euro (83 %) erlassen zu bekommen. Voraussetzung dafĂŒr ist die Zustimmung der Hauptversammlung, die zeitnah einberufen werden soll. DarĂŒber hinaus gibt es zum Jahreswechsel weitere Umbauten innerhalb der Unternehmensstruktur.[17]
Am 26. Januar 2012 gab das Unternehmen bekannt, dass die Publicis Groupe den AktionĂ€ren der Pixelpark AG ein öffentliches Kaufangebot fĂŒr alle ausstehenden Aktien der Gesellschaft unterbreiten wird.[18]
Am 9. November 2012 stimmte die Hauptversammlung einem Beherrschungsvertrag der Pixelpark mit der zur Publicis Groupe gehörenden MMS Germany Holdings zu.[4]
Ab 2014
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Agentur tritt nunmehr als Publicis Pixelpark auf.[19]
2019
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 28. MĂ€rz 2019 wurde die SchlieĂung des Standorts in Bielefeld zum 30. Juni 2019 bekannt.[20] Etwa 50 Mitarbeitern wurde die KĂŒndigung ausgesprochen und angeboten, an einem anderen Standort tĂ€tig zu werden.
Am 9. April 2019 gab die Agentur bekannt, dass der Chairman Publicis Communications die Gruppe verlassen wird.[21] Daraufhin ĂŒbernahm der Leiter Publicis Media auch die Leitung von Publicis Communications.
Kurz darauf verlieà auch der CEO Publicis Pixelpark nach 28 Jahren das Unternehmen.[22] Dies wurde am 3. Juni 2019 öffentlich.
Zum Ende des Jahres 2019 wurde auch der Standort in Erlangen geschlossen. Betroffen waren rund 70 Mitarbeiter.[23] Die meisten nahmen ein Angebot zum Standortwechsel an. Die Erlanger Niederlassung war 2003 mit 170 Mitarbeitern bezogen worden.[24]
Im November 2019 wurde im Zuge des Umbaus von Publicis in ganz Deutschland eine Trennung vorgenommen: Die bisherigen Kreativ-Teams an den Standorten Frankfurt und MĂŒnchen agieren kĂŒnftig unter dem Dach der Kreativ-Agentur Saatchi & Saatchi.[25] Die Digitalteams von Publicis Pixelpark in Berlin, Köln und Hamburg wurden mit einem bereits vorhandenen Digitas-Team in DĂŒsseldorf zusammengefĂŒhrt und treten jetzt als Digitas Pixelpark am Markt auf. Schwerpunkt der Digitalagentur ist Customer Experience.
Seit 2024
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab Januar 2024 tritt die Agentur als Digitas am Markt an. Sie gehört nun zum internationalen Netzwerk von Digitas innerhalb des Netzwerks der Publicis Groupe und der Publicis Groupe Germany.
Standorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Digitas ist (Stand 12/2024) an fĂŒnf Standorten in Deutschland vertreten: in Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Köln.[26]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jörn Breiholz: Als die hippe New Economy ihren ersten Betriebsrat grĂŒndete. In: Zeitschrift mitarbeit, Hrsg.: Vorstand der Freunde des Museums der Arbeit, Nr. 25/2021, S. 24â26
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website von Digitas
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Horizont vom 17. Oktober 2014
- â Botschaft braucht Technologie. Technologie braucht Botschaft. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. August 2019; abgerufen am 21. August 2019.
- â Vorhaben des Abschlusses eines Beherrschungsvertrags. Pixelpark, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 27. Dezember 2012; abgerufen am 30. Mai 2013.
- 1 2 Ergebnis der auĂerordentlichen Hauptversammlung. Pixelpark, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 23. Juni 2013; abgerufen am 30. Mai 2013.
- â 1995 Bertelsmann geht online. Erwerb von Pixelpark. In: Bertelsmann Chronik. Abgerufen am 4. Mai 2021.
- 1 2 Heise.de: Pixelpark: Von der Drei-Mann-Firma ĂŒber den Börsenliebling zum Sanierungsfall Meldung vom 20. Dezember 2002.
- â finanzen100.de: Pixelpark - Chartanalyse ( vom 6. September 2010 im Internet Archive)
- â https://www.neuwaldegg.at/wp-content/uploads/dateien/377_Exner_Moeller_Wenn_das_Neue_vom_Alten_ueberwaeltigt_wird_Management_abseits_von_Modetrends.pdf
- â Pixelpark: Betriebsrat zieht vor Gericht. In: Spiegel Online. 22. Mai 2001, abgerufen am 27. Januar 2024.
- â Bestes Ergebnis der Firmengeschichte â Pixelpark AG veröffentlicht Jahresabschluss fĂŒr 2006. Pixelpark AG, 15. Mai 2007, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 24. MĂ€rz 2008; abgerufen am 21. Juli 2008.
- â New Media Service Ranking: Die gröĂten Agenturen, Multimedia-, Online- und E-Commerce-Dienstleister ( vom 27. Oktober 2008 im Internet Archive)
- â Internetagentur-Ranking 2010, abgerufen am 10. Januar 2010.
- â Ad-hoc-Meldung v. 17. September 2008 ( vom 26. September 2008 im Internet Archive)
- â Ad-hoc-Meldung v. 7. Oktober 2008 ( vom 16. Oktober 2008 im Internet Archive)
- â S. Ad-hoc-Meldung v. 20. Oktober 2008 ( vom 23. Oktober 2008 im Internet Archive)
- â Pixelpark AG gibt Verlust des hĂ€lftigen Grundkapitals bekannt. In: teleboerse.de. Ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 29. November 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- â Pixelpark AG: Pixelpark stellt die Weichen fĂŒr eine nachhaltige Zukunft ( vom 7. Januar 2011 im Internet Archive)
- â Publicis plant Erwerb der Pixelpark AG ĂŒber ein öffentliches Kaufangebot fĂŒr EUR 1,70 pro Aktie. ( vom 28. Januar 2012 im Internet Archive) Abgerufen am 26. Januar 2012
- â Horizont vom 17. Oktober 2014
- â Publicis Pixelpark schlieĂt Standort Bielefeld zum 30.06.2019. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 30. August 2019; abgerufen am 30. August 2019.
- â Publicis Communications Germany: Frank-Peter Lortz wird CEO / Chairman Horst Wagner wechselt zu Thjnk. Abgerufen am 30. August 2019.
- â Publicis Pixelpark: CEO Dirk Kedrowitsch steigt aus / Gruppenchef Lortz ĂŒbernimmt kommissarisch. Abgerufen am 30. August 2019.
- â Mehrdad Amirkhizi: Publicis Communications: Saatchi arbeitet nun doch nicht fĂŒr Grohe / BĂŒro in Erlangen macht dicht. In: Horizont. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
- â Erlanger Nachrichten vom 28. Februar 2020, S. 29
- â Publicis Germany bĂŒndelt AgenturstĂ€rken. Abgerufen am 10. Februar 2020.
- â Digitas Pixelpark | Standorte. Abgerufen am 10. Februar 2020.