Philharmoniker
| Film | |
| Titel | Philharmoniker |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1944 |
| LĂ€nge | 79Â Minuten |
| Altersfreigabe |
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| ProduktionsÂunternehmen | Tobis Filmkunst |
| Stab | |
| Regie | Paul Verhoeven |
| Drehbuch | Erich Ebermayer, Paul Verhoeven |
| Produktion | Herstellungsgruppe Herbert Engelsing |
| Musik | Heinz-Friedel Heddenhausen, Alois Melichar |
| Kamera | Friedl Behn-Grund |
| Schnitt | Hans Heinrich |
| Besetzung | |
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Philharmoniker ist ein deutscher Musikfilm von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1944.
Inhalt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Deutschland vor 1933: Die finanzielle Lage der Berliner Philharmoniker hat sich verschlechtert, und obwohl die Musiker dem Orchester die Treue halten, ist es der gerade erst ins Orchester aufgenommene erste Geiger Alexander Schonath, der den Philharmonikern den RĂŒcken kehrt. Er geht als Geiger zu einer Gruppe, die Unterhaltungsmusik spielt, und gilt von nun an unter den Philharmonikern als VerrĂ€ter. Vor allem Alexanders Vater als eines der Ă€ltesten Mitglieder des Orchesters kann seinem Sohn nicht verzeihen.
In Wirklichkeit handelte Alexander jedoch aus guten Motiven. UrsprĂŒnglich war er als Sologeiger mit einer Tanzkapelle umhergezogen, was zu einem ersten Bruch mit dem Vater gefĂŒhrt hatte. Alexanders immer etwas krĂ€nklicher Bruder Hans, der ebenfalls Musiker ist, brachte es derweil zum Konzertmeister bei den Philharmonikern. Hans verlobte sich mit der Tochter des Orchestervorstands, Maria. Zu dem Zeitpunkt erschien unerwartet Alexander in Berlin und begann eine AffĂ€re mit Maria. Ihr gelang es in der Folge, Alexander mit seinem Vater auszusöhnen. Zudem konnte sie ihren Vater, den Orchestervorstand, ĂŒberzeugen, Alexander bei den Philharmonikern einzustellen. Die plötzliche Konkurrenz durch den Bruder sowohl im Privat- als auch im Berufsleben war zu viel fĂŒr Hans, der wĂ€hrend eines Konzerts ohnmĂ€chtig zusammenbrach. Als die Ărzte Alexander erklĂ€rten, dass jede Aufregung fĂŒr Hans tödlich sein könnte, verlieĂ Alexander die Philharmoniker, obwohl er nun als VerrĂ€ter galt.
Im Jahr 1933 verbessert sich die finanzielle Lage der Philharmoniker deutlich. Hans stirbt wĂ€hrend einer Auslandstournee und Maria trifft kurze Zeit spĂ€ter zufĂ€llig mit Alexander zusammen. Sie begegnet ihm zunĂ€chst ablehnend, erfĂ€hrt jedoch von der SĂ€ngerin Heddy die wahren HintergrĂŒnde ĂŒber Alexanders damaliges Verschwinden. Maria liebt Alexander immer noch und versöhnt ihn erneut mit seinem Vater. Der talentierte Geiger wird nun endgĂŒltig ein Mitglied der Philharmoniker und er und Maria werden ein Liebespaar.
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dreharbeiten fĂŒr Philharmoniker fanden vom 26. November 1942 bis zum MĂ€rz 1943 unter anderem in der 1944 zerstörten alten Berliner Philharmonie und in Wien statt. Die Filmbauten ĂŒbernahmen Otto Erdmann, Arthur Nortmann und Franz F. FĂŒrst.
Der Film wurde auf Wunsch von Goebbels produziert, um einem US-Film (Walt Disney, Musikfilm Fantasia, 1940) ĂŒber das Philadelphia-Orchester ein GegenstĂŒck zu prĂ€sentieren. Wilhelm FurtwĂ€ngler weigerte sich mitzumachen.[1]
Die FilmprĂŒfstelle stufte Philharmoniker im November 1944 als âJugendfrei ab 14 Jahreâ ein und verlieh diesem Film das PrĂ€dikat KĂŒnstlerisch besonders wertvoll.
Die UrauffĂŒhrung des Films war am 4. Dezember 1944 im Berliner Tauentzien-Palast.
Im Film sind neben den Darstellern die Berliner Philharmoniker selbst zu hören und zu sehen. Unter den Dirigenten Richard Strauss, Hans Knappertsbusch, Eugen Jochum und Karl Böhm, die im Film auftreten, erklingen Werke von Anton Bruckner, Franz Liszt, Richard Strauss und Johannes Brahms. Zu Beginn des Films erklingt Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie. Die zeitgenössische Kritik hob im Hinblick auf die Dirigenten hervor, dass die âMeister ihres Fachs, die Namen von Welt, die hier Laienspieler vor der Kamera sind, ⊠die Meister der Maske [ĂŒbertreffen]!â[2]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zeitgenössische Kritik lobte Philharmoniker als âmusikalische[n] Ohrenschmaus und mimische Augenweideâ[2]. Er schaffe es, âMusik aus ihrer absoluten Selbstherrlichkeit zu lösen und mit den privaten Episoden menschlicher Schicksale zu verknĂŒpfen.â[2] Gleichzeitig gelĂ€nge es ihm, âdie MajestĂ€t der Musik sichtbar zu machen.â[2] Andere Kritiker betonten, dass im Film weniger die Handlung wichtig ist, als vielmehr âdas Erlebnis der Musik, die wiederum die Entwicklung eines Orchesters vorwĂ€rtstreibt.â[3] Paul Verhoeven hĂ€tte in Philharmoniker âatmosphĂ€rische Momenteâ und âKonzerte von eindringlicher Wirkungâ eingefangen.[3] Hervorgehoben wurden auch die Leistungen der Schauspieler, die âunbewuĂt auf dem Podium die höchste NatĂŒrlichkeit der Kunst erzieltenâ[3], so wĂ€re âder Geiger des deutschen Filmsâ[4] Will Quadflieg hier âder Virtuose seines Lebens und seiner Kunst schlechthinâ und Irene von Meyendorff zeige âmehr sprechende WĂ€rme ⊠im Blick und GefĂŒhl, als sie es sonst in ihrem wie zur Medaille geprĂ€gten Gesicht geben kann und darf.â[2]
Das Lexikon des Internationalen Films bewertete Philharmoniker 1990 als âMusikfilm mit guter Kameraarbeit und ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen.â[5] Er biete âvollendetes Musizieren der Berliner Philharmoniker unter der StabsfĂŒhrung von Richard StrauĂ, Eugen Jochum und Hans Knappertsbusch.â[5]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â https://www.abruckner.com/down/editorsnote/brucknermovies/philharmoniker1942/The-Film_Philharmoniker.pdf
- 1 2 3 4 5 Richard Biedrzynski: Musik um Maria. Zur UrauffĂŒhrung des Tobis-Films im Tauentzien-Palast: âPhilharmonikerâ. Deutsche Zeitung Berlin, 5. Dezember 1944.
- 1 2 3 Cornelia Herstatt: Mit Dirigenten und Mimen. âPhilharmonikerâ, ein neuer Tobis-Film im Tauentzien-Palast. Rezension einer Berliner Zeitung, 5. Dezember 1944.
- â Will Quadflieg: Wir spielen immer. Erinnerungen. Fischer, Frankfurt am Main 1976, S. 112. Quadflieg wurde in seinen Filmen oft als Geiger eingesetzt, so zum Beispiel in Kora Terry, Die Zaubergeige, Schwarze Augen oder Die Försterchristel.
- 1 2 Das Lexikon des Internationalen Films. Band 6. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 2943.