Paul Lorenzen

Paul Peter Wilhelm Lorenzen[1] (* 24. MĂ€rz 1915 in Kiel; â 1. Oktober 1994 in Göttingen) war ein deutscher Philosoph, Wissenschaftstheoretiker, Mathematiker und Logiker.
Lorenzen war neben Wilhelm Kamlah der BegrĂŒnder der Erlanger Schule des methodischen Konstruktivismus. Dabei gestaltete er mit Kamlah eine logische PropĂ€deutik und argumentierte gegen zirkelhaftes Denken. Lorenzen erarbeitete wichtige BeitrĂ€ge zur Wissenschaftstheorie und begrĂŒndete eine Protophysik mit MessgerĂ€tenormen, die nicht empirisch widerlegt werden können.
Lorenzen entwickelte eine operativ-konstruktive Mathematik und gestaltete mit Kuno Lorenz eine dialogische Logik. Als John Locke Lecturer prÀgte er eine normative deontische Logik und entfaltete aus mehreren Typen der Modallogik AnsÀtze zu Fragen der Technik, Ethik und der politischen Philosophie.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lorenzen wurde 1915 als Sohn des promovierten Rechtsanwalts und Notars Max Rosenkranz und Lisa Rosenkranz geb. Möhlmann in Kiel geboren.[2] Nach dem Abitur, das er Ostern 1933 am Realgymnasium in Bad Pyrmont ablegte, leistete er ein halbes Jahr Arbeitsdienst und studierte dann Mathematik, Physik, Chemie und Philosophie in Kiel, Berlin und Göttingen. Lorenzen trat 1933 in die SA und in den NSDStB ein, zum 1. Mai 1937 schloss er sich der NSDAP an (Mitgliedsnummer 4.137.844).[3][4] Vom Herbst 1934 bis 1935 leistete er ein Jahr aktiven MilitĂ€rdienst. In Göttingen promovierte er 1938 (Rigorosum) bei Helmut Hasse mit einer Arbeit zur Abstrakten BegrĂŒndung der multiplikativen Idealtheorie.[5][6] 1939 wurde Lorenzen Assistent von Wolfgang Krull am Mathematischen Seminar in Bonn, was er offiziell bis 1949 blieb,[2] und Anfang 1940 als Soldat eingezogen.[7] Ăber die Vermittlung von Hasse hat Lorenzen von Juli 1940 bis April 1941 bei Wilhelm Tranow im Dechiffrierungsprojekt der Marine mitgearbeitet.[8] Ab 1942 war er als Lehrer an der Marineschule WesermĂŒnde eingesetzt und wurde im Januar 1945 an die Marineschule Flensburg versetzt. ZurĂŒck in Bonn konnte er sich 1946 habilitieren und wurde Privatdozent. Er war 1948/49 kurz Gastdozent in Cambridge und wurde 1949 DiĂ€tendozent fĂŒr Mathematik und Mathematikgeschichte in Bonn, wo er 1952 auĂerplanmĂ€Ăiger Professor wurde.[2] 1954 ĂŒbernahm er dort die Leitung des neu gegrĂŒndeten Carl-Schurz-Collegs, in dem er auch wohnte.[9]
In Kiel erhielt er 1956 eine ordentliche Professur fĂŒr Philosophie. 1957/58 war er am Institute for Advanced Studies in Princeton.[10] 1962 nahm er die auf Initiative von Wilhelm Kamlah zustande gekommene Berufung nach Erlangen an: ââŠÂ allein zu dem Zweck, um mit Kamlah zusammenarbeiten zu könnenâ.[11] Dort lehrten beide zunĂ€chst in enger Kooperation, die als Erstes die seinerzeit weithin bekannt gewordene âlogische PropĂ€deutikâ hervorbrachte. Dieser Ansatz war derart erfolgreich, dass daraus eine Schule entstand, die heute unter verschiedenen Bezeichnungen (z. B. Erlanger Konstruktivismus) firmiert. Von 1967 bis 1968 war Lorenzen John Locke Lecturer in Oxford. Seit 1967 versah er in der vorlesungsfreien Zeit Gastprofessuren in Austin (Texas) und Boston. 1980 wurde Lorenzen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Seit seiner Emeritierung 1980 lebte er in Göttingen, wo er 1994 starb.
Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (1960),[12] des Institut de philosophie in Paris und der AcadĂ©mie Internationale de Philosophie des Sciences in BrĂŒssel.[13] Lorenzen war Ehrendoktor der UniversitĂ€t von Rio de Janeiro.[10] Lorenzen begrĂŒndete 1971 das InterdisziplinĂ€re Institut fĂŒr Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte (IIWW) in Erlangen, das ihm durch einen abgelehnten Ruf ermöglicht wurde.[14]
Sein Nachlass befindet sich im Philosophischen Archiv der UniversitĂ€t Konstanz. Lorenzen war seit 1939 mit KĂ€the Dalchow verheiratet[15]. Die gemeinsame Tochter Jutta Reinhardt grĂŒndete mit ihrem Mann Hans-Wolf Reinhardt 2009 die Paul-Lorenzen-Stiftung, die regelmĂ€Ăig wissenschaftliche Tagungen zur Philosophie und zu angrenzenden Wissenschaften durchfĂŒhrt.[16]
Erlanger Schule
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Methodische Philosophie von Lorenzen und Kamlah, die Erlanger Schule, suchte einen kritischen Weg zwischen dem kritischen Rationalismus Karl Poppers und der von der Transzendentalpragmatik Karl-Otto Apels intendierten LetztbegrĂŒndung und fand durch die Gemeinsamkeiten der pragmatischen BegrĂŒndungskonzeption mit der Universalpragmatik einen Koalitionspartner in der Frankfurter Schule (âGroĂe Koalitionâ)[17] gegen den Szientismus und den logischen Empirismus. Es gab in den spĂ€ten 1960er Jahren Kongresse, auf denen JĂŒrgen Habermas und Lorenzen als Hauptredner auftraten. Die Erlanger Schule stand in stĂ€ndiger Fehde mit dem wissenschaftstheoretischen Strukturalismus, wie ihn Wolfgang StegmĂŒller vertrat. Beide Richtungen wurden zu den GrĂŒndungsströmungen der Wissenschaftstheorie in Deutschland.
Zwar hat die Erlanger Schule etliche oberflĂ€chliche Gemeinsamkeiten mit der analytischen Philosophie, vor allem die Fokussierung auf die Logik und Wissenschaftsorientierung bei Lorenzen. Allerdings geht der Konstruktivismus dagegen von einem pragmatischen und operationalistischen Einbinden des Handelns im Alltag aus. Er lehnt ein Analysieren bloĂ vorgefundener Sprache ab und bindet die Behandlung normativer Probleme in die Philosophie ein. HauptstrĂ€nge der Erlanger Philosophie sind das zirkelfreie Prinzip der methodischen Ordnung, das die Reihenfolge im wissenschaftlichen Vorgehen thematisiert, und die dialogische und reflexive Vernunft. In diesem Zusammenhang standen auch die Debatten ĂŒber das Vorgehen in der Sprachphilosophie, der Logik sowie den technischen und ethisch-politischen Wissenschaften:
- Aus der Alltagspraxis der Lebenswelt hochstilisierte Theorie soll eine disziplinĂŒbergreifende Grundlegung der Wissenschaften ermöglichen.
In den 1970er Jahren bereits erhielten die ersten Mitarbeiter aus dem Erlanger Umfeld Berufungen und entwickelten die Erlanger Philosophie weiter: JĂŒrgen MittelstraĂ, Friedrich Kambartel und andere gingen an die ReformuniversitĂ€t in Konstanz (âKonstanzer Schuleâ oder âErlangen-Konstanzer Schuleâ), Kuno Lorenz entwickelte in SaarbrĂŒcken eine dialogische Komponente der Erlanger Philosophie, Peter Janich gestaltete in Marburg einen methodischen Kulturalismus. Carl Friedrich Gethmann, Friedrich Kambartel und andere haben sich den Diskursen um die methodische Philosophie angeschlossen. Etwa 50 Hochschullehrer um JĂŒrgen MittelstraĂ, die der Erlanger Schule nahestehen,[18] schreiben seit den 1970er Jahren an einer EnzyklopĂ€die. Diese EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie,[19] wurde in der achtbĂ€ndigen 2. Auflage eines der gröĂten allgemeinen Nachschlagewerke zur Philosophie im deutschsprachigen Raum.
Logische Grundlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie oben erwĂ€hnt, erschien als erstes Produkt der Zusammenarbeit mit Kamlah 1967 die Logische PropĂ€deutik. Vorschule des vernĂŒnftigen Redens. In ihr wird ein zirkelfreier Aufbau einer vernĂŒnftigen Sprache angestrebt. Dadurch wollten Lorenzen und Kamlah einer Ungenauigkeit der verwendeten Begriffe und Argumentationsstrukturen entgegentreten. Die Unausweichlichkeit eines hermeneutischen Zirkels oder Ă€hnlich zirkelhaften Denkens wird durch VorfĂŒhrung eines zirkelfreien, schrittweisen Aufbaus der jeweiligen Praxis zu widerlegen versucht.[20]
Das Buch stellt einen handlungstheoretischen und sprachphilosophischen Neuansatz dar, in dem nicht voraussetzungslos von GegenstĂ€nden gesprochen, sondern eine Lehre des verstĂ€ndlichen und im Hinblick auf GeltungsansprĂŒche kontrollierbaren Redens und Argumentierens entwickelt wird.[21] Durch PrĂ€dikation wird nach Regeln das Sprechen ĂŒber GegenstĂ€nde kontrolliert eingefĂŒhrt, ohne diese vorsprachlich als gegeben vorzufinden: Die Sprache erschlieĂt die Welt.[22]
- Ziel ist, aus der Logik eine Einleitung in das Argumentieren anzubieten, um das vernĂŒnftige BegrĂŒnden grundzulegen. Lorenzen setzte sich fĂŒr begrifflich deutliches Denken und methodisch geordnetes Vorgehen im philosophischen Diskurs ein.[23] Dabei wird die prinzipielle Bereitschaft hervorgehoben, alle Vororientierungen kritisch in Frage stellen zu lassen. Eine kritische konstruktive Wissenschaftstheorie als Teil des linguistic turn soll durch die Logik vorbereitet werden.
Neben der Konstruktion wird von Lorenzen der Vorgang der Abstraktion eingefĂŒhrt: Wenn Ăquivalenzrelationen vorliegen, kann ein Oberbegriff dadurch gebildet werden, dass man von den Unterschieden absieht.[24] Ăber sogenannte abstrakte GegenstĂ€nde kann und soll nicht unabhĂ€ngig von diesem Vorgang geredet werden.[25] Die ĂŒblichen Definitionszeichen â:=â werden von Lorenzen durch das Zeichen ââ ersetzt, um der empraktisch lebensweltlich eingefĂŒhrten Sprache beim Definieren gerecht zu werden.
Lorenzen war zur Zeit der Logischen PropĂ€deutik zeitgenössischer AnhĂ€nger des logischen Atomismus: Ein atomarer Elementarsatz hat eine Struktur aus Subjekt, Kopula (Δ) und PrĂ€dikat. Dies fĂŒr die Mathematik ĂŒbliche Vorgehen reichte Lorenzen Anfang der 1970er Jahre fĂŒr den Aufbau einer Ethik nicht mehr aus und er entwickelte, zusammen mit Oswald Schwemmer, stattdessen ausgedehnte ElementarsĂ€tze mit mehreren PrĂ€dikatoren und zwei zusĂ€tzlichen Kopulaarten.
Statt zwei eigenstĂ€ndige logisch verknĂŒpfte ElementarsĂ€tze wie Fido Δ Hund und Fido Δ braun vorzuschreiben, wird die gemeinsame Elementaraussage Fido Δ ein brauner Hund erlaubt. Lorenzen richtete sich gleichzeitig dagegen, von einem hĂŒndischen Braun zu sprechen.[26] âHundâ wird als selbstĂ€ndige EigenprĂ€dikation, âbraunâ dagegen als abhĂ€ngige ApprĂ€dikation eingefĂŒhrt. Der Datenbankexperte und Informatikpionier Hartmut Wedekind sieht in der Benutzung mehrerer PrĂ€dikatoren in einem Elementarsatz bei Lorenzen eine Parallele zu Edgar F. Codds EinfĂŒhrung der relationalen Datenbanken.[27]
Das Reden ĂŒber Handlungen wird empraktisch eingefĂŒhrt, etwa die Aufforderung: (Peter)(Wirf)(Stein). Lorenzen sieht eine Tatkopula (tut) und eine Geschehenskopula Îș zusĂ€tzlich zur ĂŒblichen Ist-Kopula Δ vor. Der Satz: âTilman tragen mit Eimern Wasser ins Haus.â gilt also als Elementarsatz. Die Kopula ist kein PrĂ€dikator, die TĂ€tigkeit âtragenâ ist dagegen ein EigenprĂ€dikator. EigenprĂ€dikatoren sind die wesentlichen PrĂ€dikatoren (hier: Substantive und Verben), die rechts von der Kopula (notfalls) allein stehen können.
Diese Lorenzensche Revision des Vorgehens der Logischen PropĂ€deutik ist in der konstruktiven Wissenschaftstheorie umstritten. Sie kann als Abkehr vom sprachphilosophischen Ansatz in der SpĂ€tphilosophie Wittgensteins[28] gedeutet werden. Kuno Lorenz hĂ€lt es nicht fĂŒr angemessen, eine Tatkopula einzufĂŒhren und auch TĂ€tigkeiten als EigenprĂ€dikatoren zuzulassen: Durch âDer Vogel singenâ' wird âsingenâ nicht mehr als Artikulator des Schemas âsingenâ konstruiert. Der unmittelbare Geltungszusammenhang zwischen einer Elementaraussage und ihrer PrĂ€dikationseinfĂŒhrung gehe verloren.[29]
Der Aufbau der einzelnen Elemente des so erweiterten Elementarsatzes wurde von Lorenzen sehr detailliert ausgearbeitet: Es gibt neben 216 symbolisierten LokalprÀpositionen drei Kasusmorpheme:[30]
- Der Mittelfall (âmit Eimernâ) wird bei fĂŒr Handlungen erforderlichen GerĂ€ten verwendet.
- Der Werkfall (âzu Ascheâ) wird fĂŒr das Ergebnis einer Handlung verwendet.
- Der Gebefall (âan Hansâ) wird in HandlungszusammenhĂ€ngen des Tauschens verwendet.
Dialogische Logik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lorenzen war der Auffassung, dass sich eine intuitionistische Logik zunĂ€chst einfacher begrĂŒnden lĂ€sst als die ĂŒbliche klassische zweiwertige Logik, die darauf aufbaue. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten dĂŒrfe fĂŒr unendliche Bereiche oder zukĂŒnftige Sachverhalte nicht einfach als logisch richtig vorausgesetzt werden. Die Antinomien der reinen Vernunft seien nicht selbstverstĂ€ndlich logisch wahr: Die Antinomie âDie Welt hat einen Anfang in der Zeit oder die Welt hat keinen Anfang in der Zeitâ ist, laut Lorenzen, keine logisch als richtig vorauszusetzende alternative Aussage. Sie wĂŒrde nur logisch stimmen, wenn einer der beiden TeilsĂ€tze aus sich heraus als wahr erwiesen ist.
Lorenzen entwickelte zusammen mit Kuno Lorenz eine dialogische Logik, bei der die logischen Operatoren (statt mit der Wahrheitstafel) mithilfe von formal strukturierten Dialogen durch Angriff und Verteidigung von Proponent und Opponent im Dialogspiel bestimmt werden. Diese dialogische Logik ist auch als Vorbild des Argumentierens konzipiert worden, weil es GesprĂ€chssituationen eher entspricht als das ĂŒbliche Ableiten von Aussagen in LogikkalkĂŒlen. Ein Argument erhĂ€lt zuweilen seine Geltung (wird wahr), wenn man ein Argument des GesprĂ€chspartners ĂŒbernimmt, oder wenn kein Einwand mehr sinnvoll ist.
Die Subjunktion (âwenn âŠ, dann âŠâ: ) wird dabei als auf verschiedene Arten interpretierbar aufgefasst, je nachdem, welche Angriffs- und Verteidigungsregeln angesetzt werden. Bei einem nichtklassischen Regelsatz sind wĂ€hrend des Dialogs auch nicht wahrheitsdefinite Aussagen erlaubt, obwohl am Ende eines abgeschlossenen Dialogs der Wahrheitswert der Gesamtaussage feststeht.
Die Subjunktion enthÀlt als einziger Junktor zwei Dialoge. Beispiel eines formalen Dialogs zur Aussage (wenn a, dann a):
| Kommentar | ||
|---|---|---|
| Die Subjunktionsbehauptung wird nach der Subjunktionsregel angegriffen, indem die voranstehende Primaussage behauptet wird. | ||
| Als Verteidigung wird die nachstehende Primaussage genannt, dies ist hier in diesem Fall gleichzeitig auch eine Ăbernahme des der vorigen Zeile. |
Bei diesem Beispiel gewinnt der Proponent, weil er und damit den Beleg fĂŒr einfach vom Opponenten ĂŒbernehmen kann.
Ob man zuerst die eigene Belegpflicht erfĂŒllen muss oder ob man vorher den GesprĂ€chspartner verpflichten kann, seine Teilaussage zu beweisen, ist abhĂ€ngig von den Rahmenregeln.
Lorenz und Lorenzen entwickelten eine sogenannte effektive Dialogregel: âDer Proponent greift eine vom anderen gesetzte Aussage an oder verteidigt sich gegen den zuletzt erfolgten Angriff des anderen.â[31] FĂŒr den Opponenten gilt weiter die sogenannte strenge Dialogregel, nur in Bezug auf die letzte Aussage des Proponenten angreifen oder verteidigen zu dĂŒrfen. Die effektive Logik entspricht der intuitionistischen Logik.
Steht eine Aussage spĂ€ter nicht mehr zur VerfĂŒgung, so kann man aus der dialogischen Logik eine zeitliche Logik entwickeln. Carl Friedrich von WeizsĂ€cker und Peter Mittelstaedt haben dies fĂŒr die Interpretation der Quantenphysik durch zeitliche Logik (Quantenlogik) genutzt, obwohl Lorenzen diese Interpretation nicht teilte. FĂŒr ihn gibt es zeitliche Logik ausschlieĂlich in der Modallogik und nicht in der formalen Logik.
Die verschiedenen Logiksysteme lassen sich durch Zusatz oder Wegnahme von Dialogregeln ineinander ĂŒberfĂŒhren.
Logische Wahrheiten sind in der dialogischen Logik teilweise dadurch ausgezeichnet, dass sich im Verlaufe eines Dialoges der eine GesprĂ€chspartner verteidigen kann, indem er einen Beweis des anderen ĂŒbernimmt, sodass dieser nichts mehr entgegnen kann.
Lorenzen verwendete die Quantorzeichen (Einsquantor: âfĂŒr einigeâ) und (Allquantor: âfĂŒr alleâ), um die Verbindung zu den entsprechenden Junktoren zu erlĂ€utern und die Interpretation zu erleichtern, damit nicht immer der Fehler gemacht wird, aus der Formulierung der Quantoren auf die âExistenzâ von etwas zu schlieĂen.
| entspricht: | ||
| entspricht: |
Die Regeln fĂŒr die Quantoren lauten in der dialogischen Logik folgendermaĂen:
| Quantoren | Angriff | Verteidigung |
|---|---|---|
Konstruktive Mathematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lorenzen erarbeitete schon in den 1950er Jahren eine operative Mathematik, die statt mit Vorgefundenem mit einer Handlungsweise, nÀmlich dem kalkulatorischen ZÀhlen beginnt.
Dazu wird ein ZĂ€hl- oder StrichkalkĂŒl der Grundzahlen (wie Lorenzen statt natĂŒrliche Zahlen sagt, um das konstruierende Handeln vom Vorgefundenen abzugrenzen) verwendet:
- â |
- n â n|
Auf diese Weise werden âvon unsâ Zahlen hergestellt: Sie sind Produkte von ZĂ€hloperationen. Logik und Mathematik werden pragmatisch als eine Lehre vom Operieren nach bestimmten Regeln verstanden. Auf dieser zunĂ€chst auch âoperativâ, erst in den 1960er Jahren âkonstruktivâ genannten Grundlage rekonstruierte Lorenzen die Mathematik bis zur klassischen Analysis, eine Mathematik, die nur mit dem auskommt, was man nachvollziehbar konstruieren kann.
Im Anschluss an AnsÀtze von Hermann Weyl war dies eine Neuformulierung der mathematischen Theorien. Dadurch wurde die konstruktive Mathematik Àhnlich dem Intuitionismus zu einem Standpunkt im Grundlagenstreit der Mathematik.[32] Lorenzen behauptete, dass durch die konstruktiven EinschrÀnkungen der Mathematik keine Anwendungsmöglichkeiten verloren gehen.
Lorenzen beteiligte sich am Hilbertprogramm und fĂŒhrte 1951[33] (unabhĂ€ngig von Wang Hao) einen Widerspruchsfreiheitsbeweis fĂŒr die verzweigte Typentheorie (mit Unendlichkeitsaxiom und ohne ReduzibilitĂ€tsaxiom, so dass die klassische Analysis nicht darin enthalten ist) durch.[34] Dies fĂŒhrte zu einer groĂen internationalen Anerkennung wegen der Bedeutung dieser Arbeit fĂŒr die Grundlegung der Mathematik in den Principia Mathematica von Alfred North Whitehead und Bertrand Russell.[35] Lorenzen war 1962 einer der sieben GrĂŒndungsmitglieder der Deutschen Vereinigung fĂŒr Mathematische Logik und fĂŒr Grundlagen der Exakten Wissenschaften. In seinem im selben Jahr veröffentlichten Buch Metamathematik fasste er die Metamathematik als âMathematik der Metatheorienâ auf, wobei eine Metatheorie eine (konstruktive oder axiomatische) Theorie ĂŒber axiomatische Theorien darstellt. Lorenzen fĂŒhrte den Terminus âzulĂ€ssige Regelâ im Sinne der Eliminierbarkeit ein: Ist eine KalkĂŒlregel eliminierbar, dann ist sie in diesem KalkĂŒl gĂŒltig. Die Verwendung des Gentzenschen Hauptsatzes, der die GĂŒltigkeit der Schnittregel besagt, ist die metalogische Haupttechnik der Widerspruchsfreiheitsbeweise fĂŒr die Arithmetik und Analysis. Das Ziel der Metamathematik Lorenzens war es zunĂ€chst, durch den Beweis der Widerspruchsfreiheit der konstruktiven Mathematik auch den Beweis der Widerspruchsfreiheit der axiomatischen Mathematik zu fĂŒhren, der in der axiomatischen Mathematik allein nach dem Gödelschen UnvollstĂ€ndigkeitssatz (den Lorenzen âUnableitbarkeitssatzâ nannte) nicht zu erhalten war.
Aus dem Gentzenschen Hauptsatz folgt die Widerspruchsfreiheit der Logik bestimmter KalkĂŒle und damit die Widerspruchsfreiheit groĂer Teile der Mathematik. Lorenzen sah darin keinen Widerspruch zu den Ergebnissen Kurt Gödels:
âDer Gödelsche Unableitbarkeitssatz sagt zwar, daĂ eine Arithmetisierung dieses hier gefĂŒhrten Konsistenzbeweises zu einer Formulierung der Konsistenzbehauptung fĂŒhrt, die im Peano-Formalismus nicht ableitbar ist, aber das ist kein Einwand gegen den Konsistenzbeweis, sondern nur eine Zusatzinformation ĂŒber den Peano-Formalismus.â
FĂŒr Lorenzen stellte sich der Gödelsche UnvollstĂ€ndigkeitssatz als ein Einwand gegen das gesamte Programm seines methodischen Vorgehens dar, insbesondere gegen die methodische Konstruktion einer Orthosprache und den Aufbau einer entsprechenden Logik. Deshalb war es das Anliegen des Buches Metamathematik zu zeigen, dass das Gödelsche Theorem dem methodischen Aufbau nur scheinbar im Wege stehe.[36]
Lorenzen vervollstĂ€ndigte 1965 das Programm der konstruktiven Mathematik mit einer Rekonstruktion der klassischen Analysis.[37] Dabei wurden nicht alle ĂŒblichen Beweise ĂŒbernommen, aber die klassischen Beweise so umgearbeitet, dass die meisten Resultate erhalten blieben: Aus Termen werden Folgen abstrahiert. Irrationale Zahlen werden als Abstraktion aus Cauchy-konvergenten[38] Folgen rationaler Zahlen bestimmbar, deren Differenz eine Nullfolge ist.[39] Spezielle SĂ€tze wie etwa der Satz von Bolzano-WeierstraĂ werden so umformuliert, dass sie nur fĂŒr konstruierbare Folgen gelten. FĂŒr die entsprechenden Beweise wird deshalb das Auswahlaxiom nicht benötigt.
Lorenzen hatte sich mit der konstruktiven Mathematik ab den spĂ€ten 1960er Jahren in eine AuĂenseiterposition unter Mathematikern manövriert. FĂŒr die groĂe Mehrheit der Mathematiker war nicht einzusehen, warum man sich auf die philosophisch motivierten EinschrĂ€nkungen der Mathematik einlassen sollte.
Noch im Ruhestand schrieb Lorenzen eine Elementargeometrie.[40] Neben der Ausarbeitung der Protogeometrie und Geometrie entwarf er ein Fundament fĂŒr die analytische Geometrie. Lorenzen lehnte Unendlichkeitsvorstellungen ab. Unendlichkeit war fĂŒr ihn nur ein Ignorieren (Abstraktion, Absehen von) der Endlichkeit. Benutzte Lorenzen in der Rekonstruktion der Analysis 1965[41] noch indefinite Quantoren fĂŒr ĂŒberabzĂ€hlbare Mengen, so sprach er spĂ€ter[42] von jeweils einer Menge der reellen Zahlen, die gerade als Basis notwendig ist (z. B. auch algebraische Körpererweiterungen mit transzendenten Zahlen) und nicht von der Menge âallerâ reellen Zahlen. Statt von vorgefundenen ĂŒberabzĂ€hlbaren Mengen auszugehen, werden nur berechenbare Zahlen verwendet. Man erhĂ€lt so jeweils eine abzĂ€hlbare Menge der fĂŒr praktische Anwendungen nötigen reellen Zahlen. Die ĂŒblichen Cantor-Diagonalisierungen zum Beweis der ĂberabzĂ€hlbarkeit werden in konstruktiver Form als Techniken interpretiert, um zu erweitern.[43] Auf ĂŒberabzĂ€hlbare Mengen wird also verzichtet; gibt es Zahlen, die nicht zu einer Menge dazugehören und gebraucht werden, können sie entsprechend konstruiert und in einer algebraischen HĂŒlle abzĂ€hlbar dazugenommen werden.
Protophysik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Peter Janich und RĂŒdiger Inhetveen entwickelte Lorenzen die sogenannte Protophysik, eine umstrittene Vorphysik der Messinstrumente, in der man sich (vor den Messungen) Rechenschaft ĂŒber die Bestimmung von Messinstrumenten verschafft und diese Bestimmungen spĂ€ter nicht revidiert. Im Anschluss an AnsĂ€tze von Kant und Dingler wurde dies zunĂ€chst fĂŒr die Geometrie und die Zeitrechnung (Chronometrie) ausgearbeitet. Ebene OberflĂ€chen, rechte Winkel oder gleichmĂ€Ăig tickende Taktgeber (Uhren) sind nicht empirische ForschungsgegenstĂ€nde, sondern Artefakte (das heiĂt: Produkte menschlicher Kulturtechnik). Die Normen fĂŒr MessgerĂ€te ĂŒbernehmen in etwa die Rolle, die die transzendentalen Erkenntnisformen a priori (Raum und Zeit) bei Kant haben. Allerdings wird dies in der Protophysik operationalisiert, die MessgerĂ€tenormen sind Teil einer pragmatischen Handlungstheorie.
Die ersten Arbeiten und Diskussionen zur Protophysik entstanden in den 1930er Jahren im MĂŒnchner Dingler-Kreis, der mit der Deutschen Physik in Verbindung gebracht wird, weil die Arbeiten Albert Einsteins und anderer zur RelativitĂ€tstheorie teilweise antisemitisch motiviert abgelehnt und angefeindet wurden.
Das Prinzip der methodischen (deshalb: methodischer Konstruktivismus) Ordnung schreibt Folgendes ĂŒber Messinstrumente vor: Die normierten Bestimmungen, die die Herstellung von MessgerĂ€ten ermöglichen, können nicht durch Messungen widerlegt werden, die erst mit Hilfe dieser MessgerĂ€te erhalten werden.
Lorenzen erarbeitete zusÀtzlich zur Geometrie und Chronometrie eine Wahrscheinlichkeitstheorie als dritte SÀule der Protophysik. Zufallsgeneratoren sind als MessgerÀte normiert definierbar.
Anfangs hatte Lorenzen die Protophysik mit sogenannten HomogenitĂ€tsprinzipien begrĂŒndet: Die Punkte auf einer ebenen OberflĂ€che oder die Takte einer Uhr sollen nicht zu unterscheiden sein. SpĂ€ter entwickelte er mit RĂŒdiger Inhetveen eine Protogeometrie mit Formprinzip, in der eine Ebene ĂŒber frei klappsymmetrisches Aneinanderpassen eingefĂŒhrt wurde: Das wechselseitige Aneinanderpassen von WerkstĂŒcken mit ihren AbdrĂŒcken und Kopien (Klappsymmetrie) ist das Kriterium, ob eine Ebnung (zum Beispiel nach dem Dinglerschen Dreiplatten-Schleifverfahren) erreicht wurde: Wenn die Herstellung einer ebenen OberflĂ€che ausgereift ist, lĂ€sst sich ein Matrizenabdruck von einer Kopie nicht mehr unterscheiden. Daraus folgt dann auch eine Drehsymmetrie ebener GegenstĂ€nde. Lorenzens Schwiegersohn Hans-Wolf Reinhardt stellte einen Baukasten mit klappsymmetrischen Figuren in zwei Teilen her.[44]
Es gibt sogenannte Eindeutigkeitsbeweise fĂŒr schon erreichte geometrische Formen.[45] In der Chronometrie gibt es einen Beweis von Janich, dass die GangverhĂ€ltnisse von je zwei Uhren beliebigen Typs konstant sind.[46] Durch die Einbindung von Digitaluhren wurde in der Chronometrie das Problem des korrekten Nachweises ĂŒblicher Verfahren von Lorenzen gelöst.[47]
Lorenzen benutzte fĂŒr das Anstreben eines Ziels, das man nie vollstĂ€ndig erreichen kann, terminologisch das Adjektiv ideal. Zum Beispiel kann eine manuelle Ebnung sinnvoll angestrebt werden, obwohl das Ziel nie ganz erreicht wird. Dies anstrebende Handeln kann ĂŒber einen Dialog eingefĂŒhrt werden, indem abhĂ€ngig von der strenger werdenden Genauigkeitsmarge (die Toleranz beim PrĂŒfen) ein fortgeschritteneres Realisat angegeben werden soll, bei dem das Kriterium mit der genannten Genauigkeit erfĂŒllt ist: Ebnet man genĂŒgend lange, so wird das WerkstĂŒck beliebig eben.[48]
In der anschlieĂenden Geometrie argumentierte Lorenzen fĂŒr das Formprinzip beim Konstruieren. Dies bedeutet, dass es fĂŒr die Form einer geometrischen Figur nur auf die Konstruktionsvorschrift ankommt, nicht auf die LĂ€nge der Strecken, insbesondere der Ausgangsstrecke. Als solche KonstruktionsplĂ€ne interpretierte Lorenzen die platonischen Ideen, ohne dabei einen nichtoperativen ontologischen Realismus zu ĂŒbernehmen: Hat man eine bestimmte geometrische Konstruktion, so kann man etwa davon absehen, in welcher Sprache sie formuliert ist. Die Abstraktion von der jeweiligen Sprache ist bei Lorenzen die Idee der Konstruktion. So glaubte Lorenzen im Schulstreit zwischen Aristoteles (von dem das Verfahren der Abstraktion stammt) und Platon (Ideenlehre) vermitteln zu können.[49]
Die GröĂe der ursprĂŒnglichen Ausgangsstrecke geht nicht in die geometrische Konstruktion ein.
Beide TĂ€tigkeiten â das anzustrebende Herstellen der Grundformen in der Protogeometrie und das Konstruieren geometrischer Figuren in der Geometrie â sind bei Lorenzen Operationen. Von seinem frĂŒheren SchĂŒler Peter Janich wurde Lorenzen fĂ€lschlich dahingehend interpretiert, dass er das operative Konzept verlassen und sich stattdessen einem Formprinzip platonischer Form zugewandt hĂ€tte.[50]
Die Ausgangsstrecke einer geometrischen Konstruktion mit Zirkel und Lineal kann ein Vielfaches einer anderen Ausgangsstrecke sein, also können konstruktionsgleiche Dreiecke verschieden groĂ sein. Sie haben aber gleiche Winkel. Dieser Ansatz, von verschieden groĂen und formgleichen Figuren auszugehen, entspricht (gemÀà John Wallis) genau der Verwendung des Parallelenaxioms und dies fĂŒhrt also zu einer Euklidischen Geometrie. Durch Vergleich von elastischen StöĂen mit inelastischen arbeitete Lorenzen daraufhin den klassischen Impulserhaltungssatz und das Coulombsche LadungsverhĂ€ltnis zu einer klassischen Physik der Masse[51] und der Ladung aus.[52]
Dies legt nahe, dass Lorenzen in der Nachfolge von Hugo Dingler ein Gegner der RelativitĂ€tstheorie gewesen sei. TatsĂ€chlich bestand er auf dem Primat der philosophischen BegrĂŒndungen gegenĂŒber der empirischen Physik in Grundlagenfragen. Seit 1977 versuchte Lorenzen die empirisch bestĂ€tigten[53] Ergebnisse der allgemeinen RelativitĂ€tstheorie mit der Protophysik abzugleichen. Dabei vertrat er nicht die Mehrheitsmeinung der Physiker, dass die Konsequenz der allgemeinen RelativitĂ€tstheorie eine tatsĂ€chliche KrĂŒmmung des Raums sei.[54] Als eine Interpretation der konventionalistischen Aspekte des frĂŒhen Standardwerkes Gravitation and Cosmology von Steven Weinberg[55] sah Lorenzen im metrischen Tensor der Feldgleichungen von Einstein und Hilbert nur eine mathematische Beschreibung fĂŒr die Umrechnung der pseudoeuklidischen MaĂverhĂ€ltnisse in Inertialsystemen auf ungleichförmig bewegte Bezugssysteme.[56] Nicht der Raum wird als gekrĂŒmmt angesehen, sondern im Vergleich zur euklidischen Geometrie als Basis flieĂt beispielsweise das Licht in starken Gravitationsfeldern (gemÀà der allgemeinen RelativitĂ€tstheorie) krumm.
Die Kosmologie bezog Lorenzen nicht in den genannten Abgleich der allgemeinen RelativitÀtstheorie mit der Protophysik ein. Lorenzen vertrat zwar die Ansicht, dass die Wissenschaftstheorie den Physikern keine RatschlÀge erteilen sollte, wie sie mit ihren Methoden neue Probleme bewÀltigen können, er lehnte aber den Zwang zu Weltbildern der Physik ab.[57] Das Universum sei ein metaphysischer Ausdruck, der nicht zur Physik gehöre.[58]
Im Erlanger Konstruktivismus und im methodischen Kulturalismus wurde disziplinĂŒbergreifend eine Reihe weiterer Prototheorien entwickelt (Protochemie, Protobiologie, Protopsychologie).
Modallogik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lorenzen systematisierte die Modalworte âkannâ, âdarfâ, âmussâ usw. Aus der ontischen und deontisch-normativen Modallogik entwickelte Lorenzen die Grundlagen fĂŒr die sogenannte Hauptschule der Vernunft als WeiterfĂŒhrung der Logischen PropĂ€deutik, die als konstruktive Wissenschaftstheorie die technischen und politischen Wissenschaften begrĂŒnden sollte. DafĂŒr wurde eigens eine Orthosprache entworfen.[59]
Die verschiedenen Formen der Modallogik beinhalten technisch-naturwissenschaftliche, handlungsbezogene, ethisch-praktische und biologisch-medizinische Kurzfassungen von Verlaufsformulierungen:
Lorenzen unterschied drei Arten von ModalitÀten:
- Die ontischen ModalitÀten der Verlaufshypothesen: (Das Haus kann zusammenfallen.) Symbol:
- Die deontischen ModalitÀten der normativen Logik mit Gebotenheit und Erlaubnis. Symbol:
- Die âpraktischenâ ModalitĂ€ten der Erreichbarkeit und der Unvermeidbarkeit. Symbol ist ERR (Erreichbarkeit).
Hinzu kam eine Ausarbeitung der biologischen PotentialitÀt:
- Biologisch-medizinisches Werden (potentiell): Aus einem Kirschkern kann ein Baum entstehen.[60]
âNotwendig pâ wird wie ĂŒblich definiert durch ânicht möglich nicht pâ; in der modallogischen Notation Lorenzens:
Entsprechend wurde die Unvermeidbarkeit UNV definiert. Die Gebotenheit (geboten relativ zu einem Zweckesystem) wurde in der deontisch-normativen Logik vor dem genannten DĂŒrfen (erlaubt: ) eingefĂŒhrt.
Die Modallogik Lorenzens ist zunĂ€chst zwanglos wissensbedingt, das heiĂt, dass die in der Modallogik gemachten Aussagen relativ zu einem vermeintlichen, auf zeitliche VerĂ€nderungen bezogenen, Wissen gelten.
Die verschiedenen Typen von ModalitÀten spielen auch zusammen. Etwa in dem Satz: Erreichbarkeit (menschliches Vermögen) impliziert Möglichkeit (Verlaufshypothese).
Eine modallogische Dialogstellung ist genau dann fĂŒr jedes zugrundeliegende Wissen zu gewinnen, wenn sie beim Streichen aller modallogischen Zeichen gewonnen wird.[61] Dies folge aus dem Gentzenschen Hauptsatz. FĂŒr Lorenzen bestand darin eine Pointe, die Modallogik einfach zu fundieren.
Das Ziel der Modallogik war der systematische Aufbau einer Wissenschaftstheorie ohne unbegriffene Worte: Lorenzen kritisierte die Rede vom Willen als ungenau. Die personenbezogenen Zuschreibungen (starker Wille, freier Wille, böser Wille) sollten fĂŒr die ethisch-politische Beurteilung einer Wollung nicht berĂŒcksichtigt werden, sondern die Zwecke sollen mit BedĂŒrfnissen (konstruktive Soziologie) abgleichbar sein. Menschen bilden jedenfalls mittels Verlaufshypothesen aus WĂŒnschen Zwecke ihres Handelns (und aus Vermutungen technische Behauptungen, wie diese Ziele zu erreichen sind).
Von der Ethik zur Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter anderem fĂŒr die TĂ€tigkeit als John Locke Lecturer in Oxford entwickelte Lorenzen eine normative Logik, um in den folgenden Jahren (anfangs mit Oswald Schwemmer) eine vernĂŒnftige BegrĂŒndung der Ethik anzustreben. Im akademischen Jahr 1967/1968 formulierte Lorenzen zum ersten Mal Das Moralprinzip der TranssubjektivitĂ€t.[62] Es wurde der Versuch gemacht, âauf einer individual-ethischen Basis von Personen, die (private) Konflikte beraten, zu einem Vernunftprinzip zu kommenâ.[63] Das Prinzip der TranssubjektivitĂ€t bedeutet, beim Argumentieren die eigene SubjektivitĂ€t zur Disposition zu stellen. Der Terminus TranssubjektivitĂ€t wurde von Lorenzen und JĂŒrgen MittelstraĂ eingefĂŒhrt, um praktische Orientierungen in Abgrenzung zur bloĂen wissenschaftlichen IntersubjektivitĂ€t zu betonen. Der GesprĂ€chspartner soll nicht lediglich als Mittel der eigenen subjektiven Zwecke betrachtet werden.[64] Gemeinsam mit anderen Philosophen wie etwa Friedrich Kambartel und JĂŒrgen Habermas betonte Lorenzen im Gegensatz zum Wiener Kreis den Primat der ethisch-politischen (praktischen) vor der technischen (theoretischen) Vernunft.
Lorenzen hielt spĂ€ter die Ethik fĂŒr ânicht theoriefĂ€higâ. Stattdessen sah er in unserer âposttraditionalenâ Kultur die Aufgabe, eine politische Theorie zu entwickeln, um BĂŒrgerkriege zu vermeiden. Sie entstehen, weil menschliche Ziele einander widersprechen und zuwiderlaufen. Lorenzen zitierte dazu das kantsche Beispiel, dass nicht sowohl Franz I. als auch Karl V. Mailand bekommen können.[65] Die Zwecke sind unvertrĂ€glich.
Das VertrĂ€glichmachen der Vielfalt von Zwecken durch politische Beratungen fĂŒhrte etwa ab 1980 zu einem modifizierten Begriff der TranssubjektivitĂ€t. Sie ist die ânegative PrĂ€zisierung der Orientierung des Argumentierens am allgemeinen freien Konsens.â[66] Gesetze sollen aus der stets drohenden BĂŒrgerkriegsgefahr herausfĂŒhren. Wird bei der Gesetzgebung ein vertrĂ€gliches System von Lebensformen beachtet, darf die freie Zustimmung aller BĂŒrger zu den Gesetzen erwartet werden.[67] - Lorenzen schrieb Arbeiten zum demokratischen Sozialismus und zum Republikbegriff: Friedenspolitiker erarbeiten ein System von vertrĂ€glichen Lebensformen mit dem Ziel des Wohlstands und Friedens.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie oben erwĂ€hnt hatte Lorenzen eine breite SchĂŒlerschaft. Manche Kollegen fĂŒhrten eine Weiterentwicklung des Ansatzes durch und grenzten sich dennoch auch teilweise seit 1970 davon ab. AuĂerschulische Kritik am Ansatz von Lorenzen kam insbesondere von Vertretern des strukturalistischen Theorienkonzepts und des kritischen Rationalismus. Gleichwohl ĂŒbernahmen manche Philosophen und Wissenschaftler Anregungen.
JĂŒrgen Habermas und Paul Lorenzen hielten wĂ€hrend des Höhepunkts der Studentenbewegung in Westdeutschland 1969 HauptvortrĂ€ge auf dem IX. Deutschen KongreĂ fĂŒr Philosophie in DĂŒsseldorf, die den Positivismusstreit neu aufnahmen und neue Perspektiven auf dem Gebiet der Ethik und Diskurstheorie eröffneten.[68] Friedrich Kambartel entwickelte aus dem pragmatischen BegrĂŒndungskonzept Lorenzens und der Universalpragmatik von Habermas Kriterien fĂŒr einen rationalen Dialog. Kambartel kritisierte spĂ€ter die praktische Philosophie Lorenzens im Detail: Die Vernunft sei nicht so exakt zu fassen, wie Lorenzen sie gestalte. Vernunft sei vielmehr eine Kultur, in die man hineinwĂ€chst, eine soziale Praxis, in der man seine Urteilskraft bildet.
In den 1970er Jahren stand der Ansatz Lorenzens in einem Gegensatz zu den historischen Beobachtungen von Thomas S. Kuhn, der behauptet, RationalitĂ€t gĂ€be es nur innerhalb voneinander abwechselnden Paradigmen. JĂŒrgen MittelstraĂ versuchte daraufhin, eine historische Wissenschaftstheorie mit dem konstruktiven Ansatz Lorenzens zu verbinden.[69] Durch Arbeiten von Carl Friedrich Gethmann, JĂŒrgen MittelstraĂ und Christian Thiel unter anderem zur TechnikfolgenabschĂ€tzung und Wissenschaftsgeschichte ist der Lorenzensche Ansatz weiter entfaltet worden.
Kuno Lorenz entwickelt am Zusammenhang von Semiotik und Pragmatik den Lorenzenschen Ansatz zu einem dialogischen Konstruktivismus weiter. Er teilt dabei nicht den von Lorenzen mit ApprĂ€dikatoren erweiterten Elementarsatzbegriff samt EinfĂŒhrung einer eigenen Tatkopula, weil der sprachphilosophische Zusammenhang zwischen PrĂ€dikation und Elementarsatz dadurch teilweise verloren ginge. Peter Janich hatte die Protowissenschaften weiter ausgeformt und setzte sich mit dem methodischen Kulturalismus pointiert von Lorenzen ab, dem er vorwarf, das ursprĂŒngliche operative Konzept verlassen zu haben.
Zusammen mit dem Wissenschaftstheoretiker Wolfgang StegmĂŒller hatte Lorenzen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland auf die analytische und angloamerikanische Philosophie aufmerksam gemacht. StegmĂŒller kritisierte allerdings die konstruktivistische WissenschaftsbegrĂŒndung Lorenzens als eine âverfĂŒhrerische Metapherâ.[70] Carl Friedrich von WeizsĂ€cker setzte Lorenzens Zusammengehen von Logik und Demokratie in einen Gegensatz zu Nietzsches Denken.[71]
In der Mathematik wird Lorenzen fĂŒr seine frĂŒhen Arbeiten zur operativen Logik und Mathematik sowie zur Metamathematik hoch geschĂ€tzt, seine spĂ€tere konstruktive Mathematik und die Protophysik (die noch in den 1970er Jahren breit diskutiert wurde)[72] gelten dagegen wissenschaftlich als AuĂenseiterpositionen.[73]
Hans Albert behauptete, dass Lorenzens Ansatz, der vom Handeln ausgeht, dem BegrĂŒndungsabbruch unterliege, wie jede Philosophie, die etwas Evidentes zum Ausgang nimmt.[74] Hans Albert und Helmut F. Spinner kritisieren die Ablehnung eines Theorienpluralismus bei Lorenzen. Zur Kritik an dem Ansatz Lorenzens gab es in den 1990er Jahren weitere AnsĂ€tze.[75]
Der Wirtschaftswissenschaftler Horst Steinmann, der Informatiker Hartmut Wedekind, der Mathematiker Peter Zahn und andere Wissenschaftler nahmen Anregungen Lorenzens auf und entwickelten sie weiter.
Robert Brandom knĂŒpft mit seinem Inferentialismus an den sprachpragmatischen Ansatz Ludwig Wittgensteins an und steht dadurch der Erlanger Schule nahe. In diesem Zusammenhang kam es zu Vergleichen zwischen Brandom und Lorenzen[76] und zu wissenschaftlichen Kooperationen und Diskussionen zwischen Brandom, Kambartel und Pirmin Stekeler-Weithofer.
Bibliographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Christian Thiel: Paul Lorenzen (1915â1994). Bibliographie der Schriften von Paul Lorenzen. In: Journal for General Philosophy of Science. 27 (1996), S. 1â13/187â202.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ăber halbgeordnete Gruppen. In: Mathematische Zeitschrift. Band 52, Nr. 4, 1950, S. 483â526, (Habilitation, auch als Sonderabdruck: Springer, Berlin u. a. 1949, Göttinger Digitalisierungszentrum).
- Die Widerspruchsfreiheit der klassischen Analysis. In: Mathematische Zeitschrift. Band 54, Nr. 1, 1951, S. 1â24 (Göttinger Digitalisierungszentrum).
- MaĂ und Integral in der konstruktiven Analysis. In: Mathematische Zeitschrift. Band 54, Nr. 3, 1951, S. 275â290 (Göttinger Digitalisierungszentrum).
- Algebraische und logistische Untersuchungen ĂŒber freie VerbĂ€nde. In: Journal of Symbolic Logic. Band 16, Nr. 2, 1951, S. 81â106, JSTOR:2266681.
- EinfĂŒhrung in die operative Logik und Mathematik (= Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. 78, ISSN 0072-7830). Springer, Berlin u. a. 1955, doi:10.1007/978-3-662-01539-1, (2. Auflage. 1969; weitere Nachdrucke 1994).
- Formale Logik (= Sammlung Göschen. 1176/1176a). De Gruyter, Berlin 1958, (2., verbesserte Auflage. 1962; 3., durchgesehene und erweiterte Auflage. 1967; 4., verbesserte Auflage. 1970; engl. Formal Logic. Translated from the German by Frederick J. Crosson. Reidel, Dordrecht 1965).
- Die Entstehung der exakten Wissenschaften (= VerstÀndliche Wissenschaft. 72, ISSN 0083-5846). Springer, Berlin u. a. 1960, (Nachdruck 1985).
- Das BegrĂŒndungsproblem der Geometrie als Wissenschaft der rĂ€umlichen Ordnung. In: Philosophia naturalis. Band 6, Nr. 4, 1961, S. 415â431, (Wiederabdruck in: Lorenzen: Methodisches Denken. 1968, S. 120â141).
- Metamathematik (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 25, ISSN 0521-9582). Bibliographisches Institut, Mannheim 1962, (2. Auflage. 1980; franz. Metamathematique (= MathĂ©matiques et sciences de lâhomme. 6, ZDB-ID 261884-9). Traduit de lâallemand par J. B. Grize. Mouton u. a., Paris u. a. 1967; span. MetamatemĂĄtica. TraducciĂłn de la 2. ediciĂłn alemana por Jacobo Muñoz. Editorial Tecnos, Madrid 1971).
- Differential und Integral. Eine konstruktive EinfĂŒhrung in die klassische Analysis. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1965, (engl. Differential and Integral. A Constructive Introduction to Classical Analysis. University of Texas Press, Austin TX 1971, ISBN 0-292-70114-4).
- Mit Wilhelm Kamlah: Logische PropĂ€deutik oder Vorschule des vernĂŒnftigen Redens (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 227/227a). Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1967, (2., verbesserte und erweiterte Auflage: Logische PropĂ€deutik. Vorschule des vernĂŒnftigen Redens. 1973, ISBN 3-411-05227-9; Nachdruck 1990, 1992; seit 1996 Metzler, Stuttgart; engl.: Logical Propaedeutic. Pre-School of Reasonable Discourse. Translated by Hoke Robinson. University Press of America, Lanham MD 1984, ISBN 0-8191-3638-7).
- Methodisches Denken. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968, (zahlreiche deutsche Auflagen; span. Pensamiento metĂłdico. VersiĂłn castellana de Ernesto GarzĂłn. Sur, Buenos Aires 1974).
- Normative Logic and Ethics (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 236). Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1969.
- Mit Oswald Schwemmer: Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 700). Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1973, ISBN 3-411-00700-1 (2., verbesserte Auflage. 1975, ISBN 3-411-05700-9).
- Konstruktive Wissenschaftstheorie (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. 93). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-518-07693-0.
- Relativistische Mechanik mit klassischer Geometrie und Kinematik. In: Mathematische Zeitschrift. Band 155, 1977, S. 1â9 (Göttinger Digitalisierungszentrum).
- Theorie der technischen und politischen Vernunft (= Universal-Bibliothek. 9867). Reclam, Stuttgart 1978, ISBN 3-15-009867-X.
- Mit Kuno Lorenz: Dialogische Logik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1978, ISBN 3-534-06707-X.
- Elementargeometrie. Das Fundament der Analytischen Geometrie (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 400). Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1984, ISBN 3-411-00400-2.
- Grundbegriffe technischer und politischer Kultur. Zwölf BeitrÀge (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. 494). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-28094-5.
- Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. BI-Wissenschaftsverlag, Mannheim u. a. 1987, ISBN 3-411-03154-9 (Metzler Reprint. Metzler, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-476-01784-2).
- Constructive Philosophy. Translated by Karl Richard Pavlovic. University of Massachusetts Press, Amherst MA 1987, ISBN 0-87023-564-8 (enthĂ€lt vor allem Ăbersetzungen von den Aufsatzsammlungen Methodisches Denken 1968 und Konstruktive Wissenschaftstheorie 1974).
- Philosophische Fundierungsprobleme einer Wirtschafts- und Unternehmensethik. In: Horst Steinmann, Albert Löhr (Hrsg.): Unternehmensethik. Poeschel, Stuttgart 1989, ISBN 3-7910-0471-9, S. 25â57.
- Diesseits von Idealismus und Realismus. In: Peter Janich (Hrsg.): Entwicklungen der methodischen Philosophie (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft. 979). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-28579-3, S. 207â217.
- Sprache und Mathematik, in: Sprache im technischen Zeitalter, Nr. 2 (1962), S. 111â117.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stuart Brown: Lorenzen. In: Stuart Brown, Diané Collinson, Robert Wilkinson (Hrsg.): Biographical dictionary of twentieth-century philosophers, 1986.
- Carl Friedrich Gethmann, JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): Paul Lorenzen zu Ehren. Konstanzer UniversitĂ€tsreden 241. UVK, Konstanz 2011.
- Gerhard Heinzmann, Gereon Wolters (Hrsg.): Paul Lorenzen â Mathematician and Logician, Springer, Cham 2021. doi:10.1007/978-3-030-65824-3
- Bruno Jahn: Biographische EnzyklopĂ€die deutschsprachiger Philosophen. De Gruyter, MĂŒnchen 2001, S. 257.
- Peter Janich (Hrsg.): Entwicklungen der methodischen Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt 1992.
- Rudolf Kötter, RĂŒdiger Inhetveen: Paul Lorenzen. In: Philosophia naturalis. 32, 1995, S. 319â330.
- Kuno Lorenz (Hrsg.): Konstruktionen versus Positionen. (2 Bde.) Paul Lorenzen zum 60. Geburtstag. De Gruyter, Berlin, New York 1979. doi:10.1515/9783110875560
- JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie.
- JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): Der Konstruktivismus in der Philosophie im Ausgang von Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen. mentis, Paderborn 2008.
- JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): Paul Lorenzen und die konstruktive Philosophie. mentis, Paderborn 2016.
- Florian Rötzer: Paul Lorenzen. GesprÀch. In: ders. (Hrsg.): Denken, das an der Zeit ist. GesprÀche mit deutschen Philosophen. Suhrkamp, Frankfurt 1987 (es 1406).
- Paul T. Sagal: Paul Lorenzenâs constructivism and the recovery of philosophy. In: Synthesis Philosophica 3 (1987), S. 173â178.
- Burkhard Schafer: Paul Lorenzen. In: Julian Nida-RĂŒmelin, Elif Ăzmen (Hrsg.): Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen (= Kröners Taschenausgabe. Band 423). 3., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Kröner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-520-42303-0, S. 392â394.
- Eberhard Scheibe: Nachruf Paul Lorenzen. In: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, UniversitĂ€tsverlag Göttingen, Göttingen 1996, S. 251â259.
- Christian Thiel (Hrsg.): Akademische Gedenkfeier fĂŒr Paul Lorenzen am 10. November 1995. UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen-NĂŒrnberg, NĂŒrnberg 1998.
- Christian Thiel: Lorenzen, Paul. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 5, Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, S. 112â115.
- Christian Thiel: Paul Lorenzen (1915â1994). In: Zeitschrift fĂŒr allgemeine Wissenschaftstheorie 27 (1996), S. 1â13. (Bibliographie der Schriften von Lorenzen S. 187â202, Erratum S. 421â422)
- Renate Tobies: Paul Lorenzen. In: dies. (Hrsg.): Biographisches Lexikon in Mathematik promovierter Personen: an deutschen UniversitÀten und Technischen Hochschulen WS 1907/08 bis WS1944/45. Rauner Verlag 2006.
- FrĂ©dĂ©rick Tremblay: La rationalitĂ© dâun point de vue logique : entre dialogique et infĂ©rentialisme, Ă©tude comparative de Lorenzen et Brandom. Nancy 2008.
- Harald Wohlrapp: Paul Lorenzen. In: Bernd Lutz (Hrsg.): Metzler Philosophen Lexikon. Metzler, Stuttgart 3. Auflage, 2003, S. 420â424 (hier online).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Der Name Lorenzen wird auf der zweiten Silbe betont.
- 1 2 3 Eintrag Paul Lorenzen in: Renate Tobies: Biographisches Lexikon in Mathematik promovierter Personen, Rauner Verlag 2006.
- â Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26461438
- â Stefan Neuwirth: Lorenzenâs Correspondence with Hasse, Krull, and Aubert, Together with Some Relevant Documents. In: Gerhard Heinzmann, Gereon Wolters (Hrsg.): Paul Lorenzen â Mathematician and Logician, Springer 2021, S. 244. Bericht Lorenzens vom 2. September 1945 ĂŒber seine politische Einstellung an die Alliierten.
- â Rigorosum 15. Juni 1938, Promotion am 17. Oktober 1939 mit Auszeichnung. Die Anreger der Dissertation waren Hasse und Krull, die Referenten Hasse und Carl Ludwig Siegel. Veröffentlicht in der Mathematischen Zeitschrift, Band 45, 1939, S. 533â553. Eintrag Paul Lorenzen in: Renate Tobies, Biographisches Lexikon in Mathematik promovierter Personen, Rauner Verlag 2006
- â Paul Lorenzen im Mathematics Genealogy Project (englisch)Â abgerufen am 21. November 2025.
- â Stefan Neuwirth: Lorenzenâs Correspondence, 2021, S. 245: Tabellarische Ăbersicht verschiedener Einsatzorte.
- â Stefan Neuwirth: Lorenzenâs Correspondence, 2021, S. 212ff. Tabelle S. 245.
- â Studentischer RedaktionsausschuĂ des Carl-Schurz-Collegs (Hrsg.): Carl-Schurz-Colleg 1954â1964. Zum zehnjĂ€hrigen Bestehen eines studentischen Wohnheimes, Bonn, KaiserstraĂe 57. Bonn 1964 (75 S., Verantwortlich: Jochen Reimers).
- 1 2 Mitgliedsbuch des IAS, 1980
- â Lorenzen, zitiert nach: Carl Friedrich Gethmann: Lebenswelt und Wissenschaft: Studien zum VerhĂ€ltnis von PhĂ€nomenologie. Bouvier, Bonn 1991, S. 70.
- â Mitglieder: Paul Lorenzen. NiedersĂ€chsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 21. November 2025.
- â Eintrag Lorenzen in Bruno Jahn (Hrsg.), Biographische EnzyklopĂ€die deutschsprachiger Philosophen, K. G. Saur 2001
- â Gedenken an GrĂŒnder der âErlanger Schuleâ (2004) Harald Wohlrapp: Lorenzen, Paul, letzte Seite.
- â Eintrag in Whoâs Who in Germany, International Book and Publishing Company 1974
- â âPaul-Lorenzen-Stiftungâ an der UniversitĂ€t Konstanz. ( vom 24. Mai 2011 im Internet Archive)
- â Peter Bernhard: Paul Lorenzen und JĂŒrgen Habermas: Protagonisten einer »groĂen Koalition«? In: JĂŒrgen MittelstraĂ: Paul Lorenzen und die konstruktive Philosophie. 2016, S. 99â119 (doi:10.30965/9783957438737_009).
- â Unter stĂ€ndiger Mitwirkung von Gottfried Gabriel, Matthias Gatzemeier, Carl Friedrich Gethmann, Peter Janich, Friedrich Kambartel, Kuno Lorenz, Klaus Mainzer, Peter Schröder-Heister, Christian Thiel, Reiner Wimmer in Verbindung mit Martin Carrier herausgegeben von JĂŒrgen MittelstraĂ.
- â In der Erstauflage 4 BĂ€nde, 1980â1996. Inzwischen ist eine auf acht BĂ€nde ausgelegte zweite, neubearbeitete und wesentlich ergĂ€nzte Auflage erschienen.
- â Christian Thiel: Lorenzen, Paul. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 5, S. 113.
- â Harald Wohlrapp: Paul Lorenzen. In: Bernd Lutz (Hrsg.): Metzler Philosophen Lexikon. Metzler, Stuttgart 3. Auflage, 2003, S. 423.
- â Logische PropĂ€deutik. 1967, 44â69.
- â Charakterisierung Lorenzens im Philosophischen Archiv Konstanz
- â Exemplarisch etwa bei Mengen bzw. Klassen oder bei Farben in verschiedenen Sprachen (rot, red, rouge). Logische PropĂ€deutik, S. 93 f.
- â Ganz anders sieht es Wolfgang KĂŒnne: Abstrakte GegenstĂ€nde. Semantik und Ontologie. Suhrkamp, Frankfurt 1983, Neuauflage: Klostermann, Frankfurt 2007.
- â Vgl. auch: Rainer Hegselmann: Klassische und konstruktive Theorie des Elementarsatzes. Zeitschrift fĂŒr philosophische Forschung 33 (1979), 89â107.
- â Hartmut Wedekind: Das Springen in der Informatik. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): Zur Philosophie Paul Lorenzens. mentis, MĂŒnster 2013, ISBN 978-3-89785-775-9, S. 114 f.
- â Logische PropĂ€deutik. S. 44.
- â Kuno Lorenz: Elementaraussage. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage, Band 2. Stuttgart Metzler 2005, ISBN 978-3-476-02101-4, S. 310.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987 S. 46 ff.
- â Paul Lorenzen: Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Stuttgart/Weimar 1987, Seite 75.
- â Christian Thiel: Lorenzen, Paul. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 5, S. 112.
- â Lorenzen: Algebraische und Logistische Untersuchungen ĂŒber freie VerbĂ€nde. In: Journal of Symbolic Logic, Band 16, 1951, S. 81â106, englische Ăbersetzung in: Arxiv, mit EinfĂŒhrung: Thierry Coquand, Stefan Neuwirth: An introduction to Lorenzenâs âAlgebraic and logistic investigations on free latticesâ (1951), Arxiv.
- â Die Widerspruchsfreiheit der klassischen Analysis. In: Mathematische Zeitschrift 54 (1951), 1â24.
- â Kuno Lorenz: Paul Lorenzens Weg von der Mathematik zur Philosophie â Persönliche Erinnerungen. In: Gerhard Heinzmann, Gereon Wolters (Hrsg.): Paul Lorenzen â Mathematician and Logician, Springer, Cham 2021.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Bibliographisches Institut, Mannheim 1987, S. 55.
- â Differential und Integral. 1965. Erste AnsĂ€tze zur konstruktiven Mathematik stammen aus dem Intuitionismus von L. E. J. Brouwer, Hermann Weyl und Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow.
- â Die Cauchy-Konvergenz benutzt in der Definition nicht schon den Grenzwert der Folge.
- â Differential und Integral. 1965, S. 54 f.
- â Elementargeometrie. Das Fundament der Analytischen Geometrie. 1984.
- â Differential und Integral. 1965.
- â Seit der Elementargeometrie 1984.
- â Dort, wo in den Beweisen zur ĂberabzĂ€hlbarkeit eine Ordnung und AbzĂ€hlung einer Menge nur fingiert wird, wird in der Konstruktion einer neuen reellen Zahl eine Ordnung und AbzĂ€hlung explizit angegeben.
- â Mappe in der Lorenzensammlung im philosophischen Archiv der Uni Konstanz
- â Bei: Lucas Amiras: Protogeometrica. Systematisch-kritische Untersuchungen zur protophysikalischen GeometriebegrĂŒndung. (Dissertation, Konstanz 1998) wird die Eindeutigkeit dieser Formen Gestalteindeutigkeit genannt.
- â Lorenzen: Theorie der technischen und politischen Vernunft. S. 78.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 203 f.
- â Lorenzen benutzte das Beispiel, dass Linsenschleifer nichts Unsinniges tun, obwohl sie ihr Ziel nie erreichen, sondern nur unvollkommene Realisationen. Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 193. Seit Leibniz, Cauchy und WeierstraĂ wird das ursprĂŒnglich mathematische Problem, dass man bei unbegrenzter AnnĂ€herung ein unerreichbares Ziel nicht ĂŒber die Zielerreichung definieren kann, durch dieses Dialogspiel zwischen tolerierender Marge und Herstellungsphase gelöst. Bei den dazugehörenden Beweisen (nĂ€here ich mich wirklich zu oder nur mit Distanz an?) nutzt man in mathematischen ZusammenhĂ€ngen eine AbhĂ€ngigkeit von Marge und Phase aus. Bei der Ebnung nutzt man visuelle PrĂŒfmethoden, minimiert die FlĂŒssigkeit, die zwischen die Platten gerade eben noch passt oder nutzt gefĂ€rbte Richtplatten.
- â Diesseits von Idealismus und Realismus. In: Peter Janich (Hrsg.): Entwicklungen der methodischen Philosophie. S. 209 f.
- â Beispielsweise: Peter Janich: Dingler und der Apriorismus. In ders. Wissenschaft und Leben. Bielefeld 2006, S. 62.
- â Bei Peter Janich gehört dagegen diese sogenannte Hylometrie neben der Geometrie und der Chronometrie als dritter Bereich (statt der Stochastik bei Lorenzen) zur grundlegenden primĂ€ren Protophysik. Janich nahm die homogene Stoffdichte als Ausgangspunkt fĂŒr eine operative Massendefinition.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Bibliographisches Institut, Mannheim 1987, S. 206â213.
- â Etwa die relativistische Mechanik, die relativistische Periheldrehung des Merkur oder anderer Planeten oder die bei Sonnenfinsternis oder im Shapiro-Experiment zu beobachtende Lichtablenkung durch das Gravitationsfeld groĂer Sterne wie der Sonne.
- â Paul Lorenzen: Relativistische Mechanik mit klassischer Geometrie und Kinematik. In: Mathematische Zeitschrift. Berlin 1977.
- â Steven Weinberg: Gravitation and Cosmology. Principles and Applications of the General Theory of Relativity. Wiley, New York 1972, S. 147: Weinberg behauptet, dass es wichtig sei, astronomische Vorhersagen (predictions) zu machen und schreibt: â... it simply doesnât matter whether we ascribe these predictions to the physical effect of gravitational fields on the motion of planets and photons or to a curvature of space and time. (The reader should be warned that these views are heterodox and would meet with objections from many general relativists.)â
- â Grundbegriffe technischer und politischer Kultur. FaM 1985. S. 129â133.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Bibliographisches Institut, Mannheim 1987, S. 227.
- â Die Raum-Zeit-Struktur des Universums hielt Lorenzen fĂŒr einen missverstĂ€ndlichen Ausdruck (a misleading term). Diese Bemerkungen zur Rede vom Universum in der Physik stammen von einem Brief Lorenzens an Steven Weinberg vom 6. April 1978, der sich im Institut fĂŒr Philosophie der UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg in einem Ordner des offiziellen Briefwechsels Lorenzens befindet.
- â Siehe das 1969 erschienene Buch Normative Logic and Ethics, das Lorenzens John-Locke-Vorlesungen in Oxford zusammenfasst und die mit Oswald Schwemmer 1973 geschriebene Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, die innerhalb der Erlanger Schule BIÂ 700 (Verlagsnummer des Buches) genannt wurde.
- â Aus einem Katzenembryo kann eine Katze werden, aber kein Hund. Diesseits von Idealismus und Realismus. In: Peter Janich (Hrsg.): Entwicklungen der methodischen Philosophie. S. 215 f.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. Bibliographisches Institut, Mannheim 1987, S. 112.
- â Normative Logic and Ethics (= BI-HochschultaschenbĂŒcher. 236). Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1969. S. 82 f.
- â So Lorenzen in der RĂŒckschau: Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 250. Carl Friedrich Gethmann entwirft in Ă€hnlicher Weise eine Protologik und eine Protoethik.
- â Friedrich Kambartel: transsubjektiv/TranssubjektivitĂ€t. In: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 8, S. 109 f.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 247. Original: Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft. Erster Teil, I. Buch, 1. HauptstĂŒck. § 4 Anmerkung.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 251.
- â Lehrbuch der konstruktiven Wissenschaftstheorie. 1987, S. 248.
- â Martina PlĂŒmacher: Philosophie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland. Reinbek 1996, S. 220.
- â Carl Friedrich Gethmann: Kuhn In: JĂŒrgen MittelstraĂ: EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 4, Metzler 2010, ISBN 978-3-476-02103-8, S. 401.
- â Wolfgang StegmĂŒller: Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie. Band I.
- â Er schreibt ĂŒber Lorenzen in Abgrenzung zu Friedrich Nietzsche: Paul Lorenzen, der bedeutende Logiker unserer Zeit, sagte mir im GesprĂ€ch ĂŒber seine »dialogische BegrĂŒndung der Logik«: Die Logik entstammt der athenischen Demokratie. Auf dem Markt in Athen stellt Einer eine Behauptung auf. Der Andere sagt: »Das glaube ich nicht.« Der Erste: »Du musst es mir aber glauben.« Der Zweite: »Du bist nicht der Perserkönig. Du darfst mir nicht befehlen, was ich glauben muss.« Der Erste: »Ich kann es dir aber beweisen.« Der Zweite: »Bitte, beweise es!« »Und dann« so fuhr Lorenzen fort »brauchen sie Logik.« Lorenzen will nicht sagen, dass sie dann die Logik erfinden, sondern dass sie dann, durch ihre Freiheit genötigt, die wahre Logik entdecken. Lorenzen ist wie die Griechen von der Mathematik fasziniert, und er befĂŒrwortet die Demokratie. Beides gilt nicht von Nietzsche. Carl Friedrich von WeizsĂ€cker: Wahrnehmung der Neuzeit. Hanser, MĂŒnchen 1983, S. 398.
- â Gernot Böhme (Hrsg.): Protophysik. FĂŒr und wider eine konstruktive Wissenschaftstheorie der Physik. Suhrkamp, Frankfurt 1976.
J. Pfarr (Hrsg.): Protophysik und RelativitĂ€tstheorie. BeitrĂ€ge zur Diskussion ĂŒber eine konstruktive Wissenschaftstheorie der Physik. BI, Mannheim 1981 (Grundlagen der exakten Naturwissenschaften Band 4). - â Herbert Meschkowski: Problemgeschichte der neueren Mathematik (1800â1950). Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/ZĂŒrich 1978, S. 286.
- â Vgl. Hans Albert: Traktat ĂŒber die Kritische Vernunft. 5. Aufl. Mohr, TĂŒbingen 1991. Dort wird die Diskussion mit den Erlanger Konstruktivisten im Anhang aus der Sicht Alberts dargestellt.
- â Johannes Friedmann: Kritik konstruktivistischer Vernunft. Zum Anfangs- und BegrĂŒndungsproblem bei der Erlanger Schule. MĂŒnchen 1981. Rolf Ascheberg: Kritik der âProtophysik der Zeitâ und der âLogischen PropĂ€deutikâ. Zur Kritik des neueren Konstruktivismus. Idstein 1995.
- â Vgl.: FrĂ©dĂ©rick Tremblay: La rationalitĂ© dâun point de vue logique : entre dialogique et infĂ©rentialisme, Ă©tude comparative de Lorenzen et Brandom. 2008.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Paul Lorenzen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Paul Lorenzen im Mathematics Genealogy Project (englisch)
- Paul Lorenzen: Das Aktual-Unendliche in der Mathematik.
- Eintrag im philosophischen archiv der UniversitÀt Konstanz.
- Paul Peter Willi Lorenzen, Kieler Gelehrtenverzeichnis
- Stefan Neuwirth: Paul Lorenzen's Reception of Gödel's Incompleteness Theorems. youtube Video
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lorenzen, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Lorenzen, Paul Peter Wilhelm (vollstÀndiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph, Wissenschaftstheoretiker, Mathematiker und Logiker |
| GEBURTSDATUM | 24. MĂ€rz 1915 |
| GEBURTSORT | Kiel |
| STERBEDATUM | 1. Oktober 1994 |
| STERBEORT | Göttingen |
- Wikipedia:Lesenswert
- Sprachphilosoph
- Konstruktivist
- Vertreter der Diskurstheorie
- Wissenschaftstheoretiker
- Mathematischer Logiker (20. Jahrhundert)
- Philosoph (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (University of Cambridge)
- Hochschullehrer (Christian-Albrechts-UniversitÀt zu Kiel)
- Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg, Standort Erlangen)
- NSDAP-Mitglied
- SA-Mitglied
- TrÀger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
- Mitglied der NiedersÀchsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-UniversitÀt Bonn)
- Absolvent der Georg-August-UniversitÀt Göttingen
- Deutscher
- Geboren 1915
- Gestorben 1994
- Mann