Pannikulusreflex
Der Pannikulusreflex (Panniculus, lat.: Unterhaut) ist ein Reflex und gehört zu den sogenannten Fremdreflexen des RĂŒckenmarks, nach einer anderen Einteilung zu den Haut- oder OberflĂ€chenreflexen. Er wird durch BerĂŒhren der Haut mit einem spitzen Gegenstand oder Kneifen in der RĂŒckengegend ausgelöst, die mit einer Zuckung des Rumpfhautmuskels (Musculus cutaneus trunci) beantwortet wird. Der Reflex dient dem Tier physiologisch der Abwehr von Insekten.
Diagnostische Aussage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die an den Tastrezeptoren ausgelöste Erregung wird ĂŒber die Dorsalwurzeln der Spinalnerven zum RĂŒckenmark geleitet. Ăber aufsteigende Bahnen im RĂŒckenmark wird die Information zum Reflexzentrum im letzten Hals- (C8) und ersten Brustsegment (Th1) des RĂŒckenmarks geleitet. Hier liegen auch die motorischen Wurzelzellen des Nervus thoracicus lateralis, der den Rumpfhautmuskel innerviert.
Der Reflex wird beidseitig, in der Kreuzgegend beginnend bis in Höhe der SchulterblĂ€tter segmental geprĂŒft. Bei einer LĂ€sion des RĂŒckenmarks fĂ€llt der Reflex hinter dieser SchĂ€digung aus. Das Funktionieren dieses Reflexes hĂ€ngt sowohl von der Intaktheit der sensiblen und motorischen Nerven sowie der aufsteigenden RĂŒckenmarksbahnen ab. In den meisten FĂ€llen sind SchĂ€digungen der RĂŒckenmarksbahnen die Ursache fĂŒr einen Reflexausfall.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz-Viktor Salomon: Nervensystem, Systema nervosum. In: Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille (Hrsg.): Anatomie fĂŒr die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 464â577.