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Ostermann (Automarke)

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Ostermann Coupe 40: zweisitziges Coupé auf VW-Käfer-Basis mit GFK-Fronthaube im Stil des Ford V8 von 1940

Ostermann ist eine ehemalige deutsche Automobilmarke; unter ihr wurden von 1984 bis zumindest 2013 verschiedene Pkw-Modelle entworfen und zeitweilig als Komplett-, überwiegend jedoch als Bausatzfahrzeuge hergestellt und vermarktet. Bis 1989 basierten alle Modelle auf VW-Käfer-Technik, ehe vorübergehend auch Modelle auf Basis frontgetriebener Volkswagen-Pkws hinzukamen; 1993 ergänzte ein Cabriolet auf Basis des ursprünglich in der DDR gebauten Trabant das Angebot. Die Produktionszahlen lagen insgesamt mindestens im vierstelligen Bereich.

Typischer Umbau zum zweisitzigen VW-Käfer-Speedster im „California-Look“ (weißes Verdeck, indivi­duelle helle Innen­aus­stattung, Sport­felgen und Breit­reifen), wie er ab 1984 auch als Ostermann Speedster entstand

Gründer und Namensgeber war Holger Ostermann.[1][2][3][4][Anm. 1] Er wurde gegen Mitte/Ende der 1950er-Jahre geboren,[Anm. 2] hatte ursprünglich das Augenoptiker-Handwerk erlernt und war zuletzt im niedersächsischen Osnabrück ansässig. Im Jahr 1976 lebte er vorübergehend im US-Bundesstaat Kalifornien, wo bereits eine lebendige Custom-Car- und Hot-Rod-Szene bestand. Dort sah er, wie normale VW-Käfer-Limousinen durch Abtrennen des Daches (und Verstärken des Chassis) kostengünstig zum Cabrio umgebaut wurden. Zurück in Deutschland und kurz nachdem er die Fahrerlaubnis erlangt hatte, baute Ostermann um 1978 aus Kostengründen ein erstes Cabriolet für sich auf. Hobbymäßig folgten dem weitere nach, ehe er sich ab den frühen 1980er-Jahren beruflich damit befasste.[4]

Auch außerhalb des Automobilbereichs interessierte sich Ostermann für Technik: Spätestens ab 2005 war er auf dem Flugplatz Osnabrück-Atterheide als Hobbypilot im Aero-Club Osnabrück e. V. aktiv und unternahm unter anderem Rundflüge mit Passagieren über Osnabrück und die Umgebung;[5][6][7] der Flugplatz liegt nahe der Betriebsstätte, die Ostermann Anfang der 1990er-Jahre in der Siedlung Atterfeld des Osnabrücker Vorortes Atter unterhielt. Der Flugplatz war auch wiederholt Kulisse für die vom Hersteller veröffentlichten Fotos seiner Fahrzeugmodelle, speziell des GR-California.[8]

Ausgehend von einzelnen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten waren in den 1970er-Jahren weltweit zunehmende Bedenken gegen die Sicherheit offener Personenwagen aufgekommen, speziell bei Verkehrsunfällen mit seitlichem Überschlag. Viele Großserienhersteller von Automobilen stellten daher Ende der 1970er- bis Mitte der 1980er-Jahre die Fertigung von Cabriolets und Roadstern aus Sorge vor einer möglichen Produkthaftung mit hohen Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen ein. So endete beispielsweise die Serienproduktion des viersitzigen VW-Käfer-Cabriolets (Typ 15) bei Karmann, ebenfalls in Osnabrück, im Januar 1980. Die wenigen neuen offenen Modelle versahen die Großserienhersteller meist mit Überrollbügeln, die (zunächst) vielen Kunden aus optischen Gründen sowie während der Fahrt wegen der erhöhten Windgeräusche missfielen und die die Fahrzeuge verteuerten. So wurde das neue, ab März 1979 angebotene VW-Golf-Cabriolet wegen des Überrollbügels vielfach abwertend als „Henkelmann“ oder – wegen der oft roten Lackierung – als „Erdbeerkörbchen“ verspottet. Für mehrere Jahre ließ die Kundennachfrage nach offenen Großserienfahrzeugen, auch mangels neuer Modelle, stark nach. Parallel konnten sich jedoch neue Hersteller, insbesondere Umbauspezialisten etablieren, die wie Ostermann Kleinserien, Einzelfertigungen nach Kundenwunsch und Bausätze anboten. Zudem entstand nun auch in der Bundesrepublik Deutschland und allgemein in Westeuropa eine vielfältige Fahrzeugtuning-Szene; sie trug den vermehrten Kundenwünschen Rechnung, Automobile über das Standardangebot der Großserienhersteller hinaus zu individualisieren.

Unternehmensgeschichte

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Zum Coupé umgebauter VW Käfer mit „Brezel­fenster“, wie er ab 1986 sehr ähnlich als Ostermann Coupe 40 vermarktet wurde

Der Initiator machte sich im März 1984 selbstständig.[9] Zunächst firmierte er als Einzelkaufmann unter Speedster Ostermann; bis 1986 war der Betrieb im Koburger Weg 7a in Münster in Westfalen ansässig. Erstes und zunächst einziges Modell war der offene zweisitzige Ostermann Speedster auf Basis des VW Käfer.[10][11] Zum Folgejahr wechselte der Betrieb zum Jagdgrund 1 in Ibbenbüren im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt. Inzwischen war das geschlossene zweisitzige Modell Ostermann Coupe 40 auf gleicher Basis neu hinzugekommen.[12]

Im Herbst 1987 war Ostermann zusammen mit dem Unternehmen Speedster Cabrio Design aus Fuldabrück bei Kassel mit einem gemeinsamen Stand auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vertreten,[8] der damals weltgrößten Automobilmesse. Dort hatte der Ostermann GR-California, ebenfalls ein offener Zweisitzer auf Käfer-Basis, mit Anklängen an das VW Karmann-Ghia Cabriolet (Typ 14) seine Premiere; er ergänzte fortan als drittes Modell das Ostermann-Angebot.[13] Neben dem Hersteller selbst übernahm das Partnerunternehmen aus Fuldabrück ab 1987 den Aufbau von Ostermann-Komplettfahrzeugen,[14] speziell des GR-California.[15] Letzterer wurde auch auf der Essen Motor Show 1988 präsentiert, dort von der Firma Holger Ostermann.[3] Zeitweilig, zumindest bis 1991, bot Ostermann ergänzend neue VW Käfer aus ausländischen Volkswagen-Werken an, nachdem das Wolfsburger Unternehmen selbst deren Import und Vermarktung in Europa 1985 beendet hatte; ferner gehörte eine breite Auswahl an Autorädern zum Angebot.[8]

Zum Modelljahr 1990 begann Ostermann eine noch engere Partnerschaft mit Speedster Cabrio Design. Dadurch erweiterte sich das Angebot um das letztlich kurzlebige, offenbar nur 1989/90 erhältliche Modell Ostermann Arrow Coupé auf Basis des VW Golf.[14] Ab 1990 war der Unternehmenssitz in der Giesbert-Bergerhoff-Straße 58 in Osnabrück – gelegen in der Siedlung Atterfeld im Stadtteil Atter – in Niedersachsen.[16][Anm. 3] Statt des Arrow-Coupés rückten zum Modelljahr 1991 zwei offene, schlicht Ostermann Cabrio genannte Golf-Varianten in das Lieferprogramm, einerseits auf Basis des VW Golf I, andererseits auf Basis des Golf II.[16]

Für 1992 änderten sich die Rechtsform und die Firmierung: Aus dem Einzelunternehmen wurde eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht, aus Speedster Ostermann wurde die Ostermann GmbH; zugleich wurden nur noch Bausätze ausdrücklich genannt.[1] Ab 1993 wurden lediglich die drei bisherigen Modelle auf Käfer-Basis erwähnt.[2] Zum Modelljahr 1994 wechselten Firmensitz und Produktion an die Alte Pyer Schule 2 in Osnabrück im Stadtteil Pye. Für 1993/94 finden sich zudem erste externe Erwähnungen für ein aufwendiges Motortuning von Vierzylinder-Boxermotoren, die auf bis zu 2,3 Liter Hubraum und eine Leistung bis zu 150 PS (110 kW) gesteigert werden konnten;[17] schon 1991 führte das Unternehmen getunte Käfer-Motoren in seinen jährlich erscheinenden Katalogen.[18] Schließlich kamen 1993 noch Umbauten von Trabant-601-Limousinen zu viersitzigen Cabriolets hinzu, die fortan den Tätigkeitsschwerpunkt bildeten.[4]

Online war Ostermann mit der Website www.ostermann-cabrios.de aktiv,[4] die zuletzt 2014 aktualisiert wurde, inzwischen allerdings offline ist. Gegen Ende wandelte Holger Ostermann die GmbH in eine (haftungsbeschränkte) Unternehmergesellschaft (UG) um, nunmehr unter der Adresse Alfred-Delp-Str. 105 in Osnabrück im Stadtteil Wüste.[19][20] Zuletzt führte Sabine Ostermann das Unternehmen;[21] es finden sich jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Fertigung eigener Automobile unter ihr noch fortgesetzt wurde. Wann die Produktion endete, ist unklar; letzte Belege existieren für 2013.

Es besteht keine Verbindung der hier behandelten Automarke Ostermann zu dem Unternehmen Cabrio-Design Ostermann-Germer (kurz: nur Ostermann-Germer oder Ostermann) aus Kürten-Dürscheid bzw. Overath im Bergischen Land. Dort entstanden in den 1980er- und 1990er-Jahren unter Ulrich Ostermann-Germer einzelstückweise Cabrio- und Targa-Umbauten auf Basis verschiedener aktueller und älterer Pkw-Modelle der Marken VW, Opel und Ford.[22][23][24]

Unklar ist, ob und inwieweit eine Verbindung zu dem Betrieb der Brüder Hartmut und Karl Ostermann aus Rheda bei Bielefeld besteht. Nach mehreren Quellen konstruierten sie zwischen 1953 und 1959 Karosserien für Sonderkraftfahrzeuge von Borgward, Goliath, Tempo und auch dem Volkswagenwerk. Sie sollen Aufbauten für die Kleintransporter von Goliath (GD 750 und/oder Goli) sowie den Tempo Matador entworfen haben, ferner für „Borgward Militär-Kübelwagen“ (offenbar den Borgward B 2000 A/O). Darüber hinaus sollen von 1955 bis Ende 1959 im Auftrag des Volkswagenwerks etwa 300 Spezialkarosserien als Cabrios, Coupés, Behördenfahrzeuge und kleine Lieferwagen, speziell Milchwagen entstanden sein, die auf Chassis des VW Käfer 1200 passten, die „nur selten (je nach Fahrzeug) und auch nur geringfügig modifiziert bzw. verlängert oder verkürzt“ wurden.[25][26][27]

Ostermann in Automobilfachbüchern und -zeitschriften

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Ostermann erschien ununterbrochen von 1985/86 bis 1993/94 im Markenregister des Auto Katalogs, herausgegeben von Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart, und ist dort jeweils mit eigenem Textabschnitt, zum Teil ergänzend auch im Abschnitt „Technik im Detail“ aufgeführt, einem der deutschsprachigen Standardwerke der Automobilliteratur. Daneben finden sich Beschreibungen der Marke Ostermann beziehungsweise der Unternehmen und ihrer Fahrzeugmodelle in verschiedenen Fachbüchern, insbesondere in Monografien zum VW Käfer im Speziellen und zur Marke VW im Allgemeinen. Fahrzeugvorstellungen, Testberichte sowie Umbau- und Fahrberichte zu Ostermann-Modellen erschienen in verschiedenen zeitgenössischen Automobilfachzeitschriften, später vereinzelt auch in Oldtimerzeitschriften.

Auf VW-Käfer-Basis

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Übersicht über die Modelle

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VW Käfer Speedster mit niedrigem Verdeck, modi­fizierten Kotflügeln und Rück­leuchten sowie Sport­felgen und Breit­reifen, wie sie auch für den Ostermann Speedster typisch waren

Ostermann Speedster:[15] Er ist ein offener Zweisitzer auf der ungekürzten Basis des VW Käfer, der als „Cabriolet im Stil der vierziger Jahre“ beschrieben wird;[11] seine Vermarktung begann 1984.[14] Kennzeichen sind die niedrige Gestaltung der Front- sowie der beiden Seitenscheiben, das separat zu erwerbende, direkt hinter den beiden Sitzen liegende, weitgehend versenkt eingebaute und knapp geschnittene Notverdeck sowie ein langes, nach hinten rundlich abfallendes Heck. Auf hintere Seitenscheiben wird wegen der Kürze des Innenraums verzichtet. Die Nähe zum Ausgangsmodell bleibt durch käfertypische Merkmale wie die Fronthaube erhalten, ferner durch die Scheinwerfer, die separaten (üblicherweise zumindest hinten verbreiterten) Kotflügel sowie – von hinten – die Form der Motorhaube. Auf Wunsch war ein aufsetzbares Hardtop lieferbar.[11][12] Formal erinnert der Speedster an das seltene VW-Käfer-Cabriolet von Hebmüller, von dem 1948 bis 1952 im Auftrag des Volkswagenwerks fast siebenhundert Exemplare mit etwas größerem Innenraum als 2+2-Sitzer entstanden. Noch größer ist die formale Nähe zu einem offenen Käfer-Einzelstück, das das Volkswagenwerk 1947 als reinen Zweisitzer mit voll versenkbarem Verdeck für den Oberbefehlshaber von Niedersachsen baute, den britischen Colonel Charles Radclyffe.[Anm. 4]

Die Modellbezeichnung leitet sich von der gleichnamigen Karosseriebauform ab, einer Sonderform des Roadsters. Sie war insbesondere in den 1920er- und 1930er-Jahren, vor allem in den Vereinigten Staaten bei Marken wie Duesenberg, Auburn und Stutz beliebt; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie speziell durch den Porsche 356 Speedster ab 1954 weiter bekannt, eine vor allem für die USA bestimmte, besonders sportliche Karosserievariante. Sehr ähnliche Konzepte wie der Ostermann Speedster auf VW-Käfer-Basis verfolgten parallel oder danach deutsche Unternehmen wie Aumann Kit-Cars in Rheine (Speedster ab 1987 bis etwa 1992), die Bieber Cabriolet GmbH in Borken, Frost aus Bretten, Dannert in Wuppertal, Hoffmann in Viersen (seit 1987), Speedster Center Seibt in Augsburg sowie (als Viersitzer) Eller in Oberramstadt und Hammer in Mainz; im Vereinigten Königreich bot Wizard Roadsters ein sehr ähnliches Modell an.[28] In den Vereinigten Staaten stellt BGW Spectre Limited im Bundesstaat Wisconsin, vormals Bug Glass Works (B.G.W.), bereits seit 1977 Käfer-Umbausätze her, speziell den sehr ähnlichen California Speedster.[29][30]

Vorbild für das Oster­mann Coupe 40 auf Käfer-Basis: Ford V8 Deluxe Coupé von 1940 als Custom Car
Seitliche Rückansicht eines Ford V8 Deluxe Coupés, Vorbild des Ostermann Coupe 40

Ostermann Coupe 40:[15][Anm. 5] Das ab 1986 angebotene Modell ist ein geschlossener Zweisitzer auf der ungekürzten Basis des VW Käfer im US-amerikanischen Hot-Rod-Stil „in Anlehnung an das amerikanische Ford (V8) Coupé von 1940“.[12][14][16][1] Merkmale sind das rundlich gewölbte, kurze, nach hinten stufig abgesetzte Dach mit zweigeteiltem „Brezelfenster“ hinten, wobei die hinteren Dachsäulen direkt an die Türen anschließen, sowie ein langes, nach hinten rundlich abfallendes Heck; auch bei diesem Modell wird wegen der Kürze des Innenraums auf hintere Seitenscheiben verzichtet. Ergänzend zum Umbausatz war eine hohe, nach vorne spitz zulaufende Fronthaube mit nachgebildetem Kühlergrill nach Ford-Vorbild erhältlich („Bullnose“). Scheinwerfer, Kotflügel (hinten meist verbreitert) und – von hinten – die Form der Motorhaube erinnern dagegen weiter an das Ausgangsmodell von VW. Mit speziellen Kotflügeln und tropfenförmigen Scheinwerfern konnte das Ostermann Coupe 40 weiter an das Ford-Vorbild von 1940 angenähert werden.

Ab Werk bot das Volkswagenwerk zwar nie ein Käfer-Coupé im engeren Sinn an; formal erinnert das Ostermann Coupe 40 jedoch an frühe Einzelstücke unabhängiger Karosseriebauer, insbesondere an zwei Coupés, die 1947 in der Wolfsburger Werkstatt von Heinrich Schwen unter anderem von Karl Meier, dem späteren Gründer von Kamei, aufgebaut wurden, ferner an je ein Coupé-Einzelstück der Unternehmen Hebmüller (um 1949) und Stoll (1952). Diese hatten allerdings etwas längere Innenräume und jeweils zusätzliche kleine hintere Seitenscheiben; lediglich von Hebmüller ist auch eine Entwurfszeichnung für ein Käfer-Coupé ohne hintere Seitenscheiben überliefert. Einzelne Quellen erwähnen darüber hinaus ein VW Käfer Coupé Royal, konstruiert von den Brüdern Ostermann aus Rheda; von diesem sollen zwischen 1955 und Ende 1959 dreißig Exemplare gebaut worden sein, von denen eines sogar nach Algerien exportiert worden sein soll. Ein Charakteristikum dieser Coupés ist – wie auch beim Ostermann Coupe 40 ab 1986 – der Mittelsteg der zweigeteilten Heckscheibe („Brezelfenster“),[25][27] ein Merkmal, das VW bei den Käfer-Limousinen bereits im März 1953 aufgegeben hatte.

Mit dem kurzen Innenraum und den fehlenden hinteren Seitenscheiben lehnt sich das Design des Ostermann Coupe 40 an die sogenannten „Three-Window-Coupés“ des Ford-Konzerns aus den 1930er-Jahren an (Verzicht auf hintere Seitenscheiben, somit nur drei Scheiben – je eine in den Türen rechts und links sowie die Heckscheibe – neben der obligatorischen Windschutzscheibe). Zudem weisen besonders die Ford-Modelle ab 1937 äußerliche Ähnlichkeiten mit dem VW Käfer auf, so durch die runderen, aerodynamisch günstigeren Karosserien, die abgerundeten abgesetzten Kotflügel und in die Front integrierte Scheinwerfer. Allerdings ist die Kombination aus „Three-Window-Design“ und gestalterischen Merkmalen des Modelljahrs 1940 historisch nicht authentisch: Mit Einführung der moderner gerundeten Modelle von 1937 gab Ford bei den V8-Coupés das „Three-Window-Design“ auf und führte nur noch die sogenannten „Five-Window-Coupés“ (mit hinteren Seitenscheiben) fort. Die vergleichsweise seltenen „Three-Window-Coupés“ aus der Zeit bis 1937 wie auch die folgenden Ford-V8-Modelle der Vorkriegszeit gehören seit den 1950er-Jahren zu den beliebtesten Ausgangsfahrzeugen der US-amerikanischen Custom-Car- und Hot-Rod-Szene. Ab den 1970er-Jahren übertrugen erste Custom-Car- und Hod-Rod-Bauer in den USA diese Linien auf den VW Käfer. In den Vereinigten Staaten stellt BGW Spectre Limited in Wisconsin das sehr ähnliche Opera Coupe (3 Window Split) her, das zusätzlich mit einer von mehreren Fronthauben im Retro-Stil aus eigener Fertigung kombiniert werden kann, darunter eine im Stil des Ford V8 Deluxe von 1940.[30] Im Vereinigten Königreich boten nacheinander ab 1981 die Unternehmen Everyday Vehicles, Rodshop und Wizard of Rods beziehungsweise Wizard Roadsters mit dem Super Coupé ein sehr ähnliches Modell an, allerdings mit der nachgebildeten Fronthaube samt Kühlergrill des Willys Speedway Coupés von 1940.

VW Karmann-Ghia Cabriolet (Typ 14), das Vorbild für den Ostermann GR-California

Ostermann GR-California:[31][8][32][33] Das ab November 1987 vermarktete Modell ist ein offener Zweisitzer auf der ungekürzten Basis des VW Käfer, der sich an den Linien des von 1957 bis 1974 gebauten VW Karmann-Ghia Cabriolet (Typ 14) orientiert, jedoch deutlich flacher ist. Seine Karosserie besteht vollständig aus glasfaserverstärktem Kunststoff,[13][14][16][34] er verwendet also keine Stahlblech-Karosserieteile des VW Käfer weiter. Nach Herstellerangabe war er nicht als Kopie des Vorbildes zu verstehen, sondern als „eigenständiger, neu modellierter Sportwagen“ mit anderen Maßen und Detaillösungen.[31]

Unterschiede zum Karmann-Ghia sind insbesondere die speziell hinten deutlich breiteren Kotflügel (um Breitreifen auf Sportfelgen nutzen zu können), die tiefere Montage der Karosserie auf dem VW-Chassis als beim Vorbild, weniger tief ausgeschnittene Türen sowie eine durchgängige Front ohne zu öffnende Haube und damit ohne vorderen Kofferraum. Damit setzte Ostermann mehrere Modifikationen des Hot Roddings um: Das Lowering (Absenken der Karosserie), hier allerdings ohne aufwendige Eingriffe in eine Metallkarosserie oder das Fahrwerk; das Cleaning (Reduzierung des Chromzierrats, Glätten der Karosserie, Beseitigen von Fugen) und den California Look (besonders sportliches Erscheinungsbild ohne herkömmliche Stoßstangen mit auffälligem Lack und heller Inneneinrichtung). Die weniger tief ausgeschnittenen Türen und die fehlende Fronthaube resultieren direkt aus dem Absenken der Karosserie: Die gewohnten Lüftungs- und Heizkanäle, die außen am Käferchassis liegen, würden die regulär tiefen Türausschnitte beeinträchtigen; unter der niedrigeren Front verbleibt nur Raum für den Kraftstofftank, so dass eine große Haube entbehrlich ist. Beides erhöht zugleich die Stabilität und Verwindungssteifigkeit der GFK-Karosserie.[32][33]

Die Modellbezeichnung GR-California leitet sich beim englisch ausgesprochenen „GR“ lautmalerisch von ['dʒia] ab, der in den USA weit verbreiteten, an sich jedoch falschen Aussprache von „