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Museumsuferfest

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Museumsuferfest (Blick vom StÀdel)
StÀdel auf SachsenhÀuser Mainseite
ImbissstÀnde am Schaumainkai
Internationale Musikgruppe 2008
Drachenboot-Regatta
Die Gruppe Mate Power 2016 auf der „Feinstaub“-BĂŒhne, dem traditionellen Ort fĂŒr Independent-Bands
Feuerwerk 2026

Das Museumsuferfest ist eine seit 1988 alljĂ€hrlich am letzten Wochenende im August stattfindende Kulturveranstaltung in Frankfurt am Main mit inzwischen weit ĂŒber Frankfurt hinaus reichender Anziehungskraft. Es hat seinen Namen nach dem Museumsufer, dem in den 1980er Jahren geprĂ€gten Namen fĂŒr mehr als 20 Museen zu beiden Seiten des Mains. JĂ€hrlich besuchen mehr als drei Millionen Menschen dieses grĂ¶ĂŸte Fest im Rhein-Main-Gebiet.[1]

Das Museumsuferfest steht seit 1988 unter einem jĂ€hrlich wechselnden Motto. 2011 lautete das Schwerpunktthema Italien, Italien feierte 2011 seinen 150. Geburtstag. Im Jahr 2012 war Neuseeland als Gastland zu Besuch, das zugleich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war. PrĂ€sentiert wurden unter anderem zahlreiche lokal bekannte KĂŒnstler und VorfĂŒhrungen traditioneller Tanzgruppen der Maori und von Einwohnern der Cook Islands.

Das Fest findet an beiden Mainufern zwischen Eisernem Steg und Holbeinsteg statt. Auf der sĂŒdlichen Seite sind sowohl der Schaumainkai – das KernstĂŒck des sogenannten Museumsufers – als auch die GrĂŒnflĂ€chen des Tiefkais einbezogen. Am Nordufer konzentrieren sich die StĂ€nde auf die GrĂŒnanlagen des sogenannten „Nizza“.

WĂ€hrend des Museumsuferfests haben so gut wie alle Museen in der Frankfurter Innenstadt, vor allem aber die rund um das Mainufer gelegenen Museen, bis weit in die Nacht hinein geöffnet. Anstelle von Eintrittskarten gibt es den Museumsbutton zu kaufen, eine Ansteckplakette, die an diesem Wochenende zum Eintritt in alle beteiligten Museen berechtigt. DarĂŒber hinaus gibt es zahlreiche BĂŒhnen fĂŒr Musik- und Tanzdarbietungen, VerkaufsstĂ€nde fĂŒr Kunsthandwerk, Schmuck und Kleidung sowie Freilicht-Ausstellungen von KĂŒnstlern entlang der beiden Mainufer. Einbezogen sind auch die zum Teil großzĂŒgigen Parks und GĂ€rten der Museen sowie – gegen zusĂ€tzliche, besondere Einlasskarten – die Kunstsammlungen der in Frankfurt ansĂ€ssigen Großbanken. Insgesamt prĂ€sentieren sich auf den jeweils etwa vier Kilometer langen Uferpromenaden 21 BĂŒhnen und rund 1000 VerkaufsstĂ€nde.[2]

Vor allem das breite Angebot an Livemusik der unterschiedlichsten Stilarten und die vielen multikulturellen Imbiss-StĂ€nde locken tagsĂŒber ein eher Ă€lteres und abends ein zunehmend junges Publikum auch aus dem weiteren Frankfurter Umland an. Eine eigenstĂ€ndige Tradition hat seit 1994 der Jazzgarten im Park des Museums Angewandte Kunst entwickelt.

Seit 1998 gibt es beim Museumsuferfest am Samstag die Orgelmeile. Zu jeder vollen Stunde findet ab 18 Uhr in einer der Innenstadtkirchen ein halbstĂŒndiges Orgelkonzert statt. Nach dem Konzert haben die Besucher genĂŒgend Zeit, um in die nĂ€chste Kirche zu gehen. So ergibt sich zwanglos ein kleiner Stadtrundgang, der immer im Dom um 22 Uhr mit einem Finale endet. Wegen des großen Zuspruchs der Orgelmeile findet seit 2000 auch eine Chormeile am Sonntag statt.

Das Caricatura Museum fĂŒr komische Kunst veranstaltet seit 2008 zeitgleich sein jĂ€hrliches „Festival der Komik“ auf einer FreiluftbĂŒhne vor dem Museumshaus am Weckmarkt. Eingeladen werden die scharfzĂŒngigsten Satiriker des deutschsprachigen Raums.[3]

Eine der grĂ¶ĂŸten Attraktionen ist eine zweitĂ€gige Regatta von Drachenbooten auf dem Main. Das Museumsuferfest wird traditionell am Sonntagabend durch ein Feuerwerk, untermalt von Musik, abgeschlossen.

Das Fest entstand 1988 als Werbeveranstaltung fĂŒr die Frankfurter Museen, nachdem die Stadt Frankfurt innerhalb weniger Jahre eine Reihe von Museen ausgebaut oder neu errichtet hatte. Dabei wurden am SachsenhĂ€user Mainufer mehrere ehemalige Villen in Museen verwandelt. Das Fest sollte den Museen Gelegenheit geben, sich einer großen Zahl von BĂŒrgern zu prĂ€sentieren. GĂŒnstige Eintrittspreise und ein Rahmenprogramm sollten auch solche Besucher anziehen, die sich ansonsten wenig fĂŒr die Museen interessierten.

Im Jahr 1990 ĂŒberzeugte der Kölner KĂŒnstler Harry Owens, der geistige Vater des Traumtheaters SalomĂ©, die Stadt Frankfurt mit einem neuen Konzept. Seine Devise war „ZurĂŒck zum Fluss“, dorthin, wo die Stadt Frankfurt einst entstanden war. Das Museumsuferfest wurde fĂŒr die umliegende Bevölkerung zum attraktiven Erlebnis. Der Main wurde unter großer Medienbeteiligung zur BĂŒhne mit einer AuffĂŒhrung der Carmina Burana auf schwimmenden Inseln, Drachenbootrennen aus Singapur, Schilfboote vom Titicacasee, Gondeln aus Venedig, Auslegerkanus aus Bali und anderes mehr.

Ab 1991 wurde das Fest stetig erweitert, an dem sich mehr als vierzig Nationen mit ihrer kulturellen Darstellung prĂ€sentierten. Die Aktion „Kunst am Fluß“, ein Atelier unter freiem Himmel, zeigte einen Kilometer junge Kunst aus aller Welt mit KĂŒnstlern wie Yoko Ono und einheimische KĂŒnstler wie der Bildhauer Hendoc, der von hunderten Besuchern, die Gesichter der Stadt in einen Baumstamm schnitzen ließ. Ein Höhepunkt war die 1200-Jahr-Feier der Stadt Frankfurt im Jahr 1994: Harry Owens setzte ein „Feuerspektakel“ in Szene, das 600.000 Besucher am Ufer des Mains erlebten. Dieses Feuerwerk war das Geschenk der chinesischen Partnerstadt Guangzhou zum Frankfurter Stadtgeburtstag.

Zudem wurde der regionalen Gastronomie fortan die Möglichkeit geboten, sich mit ihren kulinarischen SpezialitĂ€ten prĂ€sentieren zu können. Die Veranstaltung wuchs zu einer der grĂ¶ĂŸten und in kultureller Hinsicht bedeutendsten Festveranstaltungen Europas heran. 1997 ĂŒbergab Harry Owens das Fest der Stadt und widmete sich ganz dem „Traumtheater SalomĂ©â€œ und der „Academy of the Beautiful Arts“ mit der Förderung junger KĂŒnstler (gegr. 1991). Allerdings steht die Veranstaltung in der Kritik, sich von ihrem ursprĂŒnglichen kĂŒnstlerischen Anspruch entfernt zu haben, weil die ansĂ€ssigen Museen, die nach wie vor dem Fest den Namen geben, seit mehreren Jahren in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen.

Nach wie vor kommen die meisten Besucher nicht wegen eines Museumsbesuches, sondern wegen des Rahmenprogramms. Die Zahl der verkauften Buttons liegt seit Jahren bei etwa 30.000. Das entspricht auch etwa der durchschnittlichen Besucherzahl bei der Frankfurter Nacht der Museen im FrĂŒhling.[4]

Teilnehmende Museen (Auswahl)

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  • Vinz de Rouet: Ich liebe Sachsenhausen! 33 GrĂŒnde, Sachsenhausen zu lieben. Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-738-0.
Commons: Museumsuferfest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Museumsuferfest mobilisiert Massen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), Meldung von hr online
  2. ↑ museumsuferfest.de (Memento des Originals vom 22. November 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Programmheft des Fest der Komik III. (Memento des Originals vom 14. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) 2011
  4. ↑ Die Party am Main. FAZ, 27. August 2007, archiviert vom Original am 7. MĂ€rz 2016.