Motorrad (Zeitschrift)
Erscheinungsbild
| Motorrad | |
|---|---|
| Fachgebiet | MotorrÀder |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Verlag Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG (Deutschland) |
| Erstausgabe | 4. Oktober 1903 |
| Erscheinungsweise | zweiwöchentlich |
| Verkaufte Auflage | 64.507 Exemplare |
| (IVW 2/2026) | |
| Verbreitete Auflage | 72.483 Exemplare |
| (IVW 2/2026) | |
| Chefredakteur | Uwe Seitz |
| Herausgeber | Paul Pietsch |
| Weblink | motorradonline.de |
| ISSN (Print) | 0027-237X |
Motorrad (Eigenschreibweise MOTORRAD) ist eine Publikumszeitschrift fĂŒr Motorradfahrer und -enthusiasten. Mit einer verkauften Auflage von 64.507 Exemplaren (laut IVW 2/2026) ist sie nach eigenen Aussagen Europas gröĂte Publikumszeitschrift fĂŒr dieses Zielpublikum. Sie erscheint 14-tĂ€glich im Verlag Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, der auĂerdem die motorradbezogenen Titel PS, Motorrad Classic und Fuel herausgibt. Chefredakteur ist Uwe Seitz.
Ein Alleinstellungsmerkmal des Blattes stellen die ausfĂŒhrlichen Tests der MotorrĂ€der in Einzel-, Vergleichs- und Dauertests ĂŒber mehrere zehntausend Kilometer (Rubrik Test und Technik) dar. Weitere Rubriken sind Service, Gebrauchtkauf, Unterwegs (mit Reisebeschreibungen und -tipps), Magazin und Sport.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 4. Oktober 1903 erschien im Breslauer Druck- und Verlagshaus Paul Förster die erste Ausgabe von Das Motorrad â die illustrierte Zeitschrift fĂŒr die Gesamtinteressen der Motor-Radfahrer, ab 1907 dann unter dem Titel Der Motor â Gemeinschaftsorgan fĂŒr Motorrad und Motorwagen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wurde die Zeitschrift eingestellt.
Nach einigen erfolglosen Versuchen der Wiederbelebung ĂŒbernahm 1920 das Berliner Verlagshaus Georg Koenig den Titel Das Motorrad. Unter der Leitung von Paul Friedmann erlebte die Zeitschrift einen Aufschwung. 1929 wurde die Erscheinungsweise von zweiwöchentlich auf wöchentlich umgestellt.
1933 unterlag auch Das Motorrad der nationalsozialistischen âGleichschaltungâ; Dipl.-Ing. Paul Friedmann wurde wegen seiner jĂŒdischen Herkunft als Chefredakteur durch den regimetreuen Gustav MĂŒller ersetzt. Dreieinhalb Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, am 20. MĂ€rz 1943, wurde der Titel eingestellt. Abonnenten erhielten stattdessen die vom NSKK herausgegebene Deutsche Kraftfahrt, die formal als sogenanntes Gemeinschaftsblatt bereits die DDAC-Motorwelt, die Allgemeine Automobilzeitung (AAZ) sowie Motor und Sport â einer der VorlĂ€ufer von Auto, Motor und Sport â in sich vereinigte und bis 1944 erschien.[1]
Im Jahr 1949 kaufte Paul Pietsch, MitbegrĂŒnder der Motor Presse Stuttgart, die Rechte am Titel Das Motorrad fĂŒr 3000 Deutsche Mark; noch im selben Jahr erschien die erste Ausgabe, insgesamt erschienen 1949 zehn Ausgaben. Im folgenden Jahr zog der Verlag von Freiburg im Breisgau nach Stuttgart; zunĂ€chst war wieder Gustav MĂŒller bis zu seinem Tod 1950 Chefredakteur, ab 1950 Carl Hertweck. 1951 wurde die Erscheinungsweise von âzweimal im Monatâ auf â14-tĂ€glichâ umgestellt. 1954 Ă€nderte sich ab Heft 11 der Titel in Das Motorrad + der Roller â aber nur bis Ende 1954. Die Auflage erreichte mit 60.000 Heften neue GröĂenordnungen und Ende 1962 mit unter 30.000 ihren Tiefpunkt. 1958 ĂŒbernahm Siegfried Rauch die Chefredaktion, die er bis 1976 innehatte â somit hatte er diese Funktion lĂ€nger als alle anderen Chefredakteure seit 1949; Hertweck wechselte zum Scope-Journal â eine der ersten Kennziffer-Zeitschriften auf dem deutschen Markt.
Ab Ende der 1950er Jahre befand sich die westdeutsche Motorradindustrie generell in einer Krise, da nun viele Fahrer zum komfortableren Auto aufsteigen wollten. Die Auflage von Das Motorrad erreichte mit 30.000 Heften einen Tiefstand, der bis Mitte der 1960er Jahre anhielt.
Mit dem etwa 1970 einsetzenden Motorrad-Boom stieg auch die Auflage und erreichte 1976 eine Rekordauflage von 250.000 Heften; das âDasâ im Titel fiel mit Heft 18/1976 weg.
Weitere Chefredakteure waren Helmut Luckner (1976â1983), Karl Maurer (1983â1985), Hans Joachim Nowitzki (1985â1989), Friedhelm Fiedler (1989â1996) und Walter Gottschick (bis 1999).
Seit 1997 ist die Zeitschrift mit ihrer WebprÀsenz auch im Internet vertreten.
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Motorrad des Jahres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einmal jĂ€hrlich ermittelt die Zeitschrift mit Hilfe ihrer Leser das âMotorrad des Jahresâ. Im Jahr 2017 bestimmen die Leser in folgenden Kategorien jeweils ihren Favoriten unter einer Vorauswahl: Tourer/Sporttourer, Sportler, Chopper/Cruiser, Enduros/Supermotos, Crossover, Naked Bikes, Modern Classics, 125er und Roller.
Aprilscherze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Traditionell druckt die Zeitschrift jedes Jahr auf der Nachrichtenseite ihrer ersten Aprilausgabe einige Aprilscherze ab. Meist scheinen manche davon zunĂ€chst glaubwĂŒrdig und werden erst durch andere, offensichtlich absurde Nachrichten erkennbar. So stand in der Ausgabe vom 28. MĂ€rz 2008, dass es ein neues Reifen-Profilspray gebe, das eine neue Gummischicht auf abgefahrenen Reifen bilde.
2007 wurde die Meldung, MotorrĂ€der mĂŒssten in Zukunft vier RĂŒckspiegel haben, sogar von verschiedenen Tageszeitungen ĂŒbernommen und gedruckt.
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es hat im deutschen Sprachraum weitere Zeitschriften mit dem Titel âDas Motorradâ gegeben.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 111 Jahre MOTORRAD â RĂŒckblick mit vielen Bildern
- MOTORRAD online â WebprĂ€senz
- motorcycle-magazine.com â englischsprachige WebprĂ€senz
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Formal als âAusgabe 3, bisher: Das Motorradâ gekennzeichnet
- â laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
- â laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.de)
