Morthound
| Morthond/Morthound | |
|---|---|
Morthound wÀhrend der Nocturnal Culture Night im Jahr 2016 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | NĂ€he Stockholm, Schweden |
| Genre(s) | Dark Ambient, Neoklassik, Death Industrial |
| GrĂŒndung | 1990, 2014 |
| Auflösung | 1996 |
| Aktuelle Besetzung | |
Programmierung, Synthesizer, Gesang | Benny Jonas Nilsen |
Morthound (englisch Mörderhund), frĂŒher Morthond, ist ein 1990 gegrĂŒndetes Solo-Musikprojekt, dessen Stil dem Post-Industrial-Subgenre Death Industrial zugerechnet wird.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Benny Jonas Nilsen initiierte Morthound im Alter von 15 Jahren.[1] Das Projekt begann aus Langeweile im Winter 1990 unter dem Namen Morthond. Der ursprĂŒngliche Name ist der eines Flusses im fiktiven Reich Gondor in Tolkiens Welt. Nilsens musikalische Idee bestand darin, âvisuelle Musik ohne bewegte Bilder und dem Zufall als Hauptinspiration zu gestaltenâ.[2] Der damals mit seinen Eltern lĂ€ndlich in der NĂ€he von Stockholm lebende Musiker hatte sich zuvor Industrial, Post-Industrial und elektronische Musik erschlossen.[2]
Nilsen bestellte auf eine Werbeanzeige im New Life Magazine hin bei Cold Meat Industry die ersten Alben von Memorandum und Brighter Death Now. Zeitnah Ă€nderte sich fĂŒr Nielsen durch den Erwerb eines Samplers die Möglichkeit, seine musikalischen Vorstellungen zu realisieren. Entsprechend schickte er dem Label eine Demoaufnahme. Der Labelinhaber Roger âKarmanikâ Karlsson rĂ€umte Morthond zwei Titel auf der Kompilation 2x6 The Dimensions of a Coffin ein und veröffentlichte das DebĂŒt Death Time auf dem Cold-Meat-Industry-Sublabel Sound Source.[2][1]
Mit der Veröffentlichung des dritten Albums Spindrift benannte er das Projekt in Morthound um. Nach erscheinen des vierten Albums The Goddess Who Could Make the Ugly World Beautiful beendete Nilsen seine AktivitÀt mit Morthound vorerst und widmete sich anderen Projekten.[3]
â[T]he scene changed quite a lot into Neofolk, Black Metal direction and I was more into abstract soundscapes and electronic sounds. Later I focused on field recordings and this is were I am now. I think it was a natural step moving forward.â
â[D]ie Szene verĂ€nderte sich ziemlich deutlich in Richtung Neofolk und Black Metal, aber ich stand mehr auf abstrakte Soundscapes und elektronische KlĂ€nge. SpĂ€ter konzentrierte ich mich auf Field-Recordings und da bin ich jetzt. Ich denke, es war ein natĂŒrlicher Schritt nach vorne.â
Den Plan, an das Schaffen mit Morthound anzuknĂŒpfen, begleitete Nilsen indes ĂŒber Jahre. Nachdem Raubbau sich der bis dahin bestehenden Diskografie mit Wiederveröffentlichungen widmete, griff er die Idee auf und versuchte, an die EmotionalitĂ€t der VorgĂ€nger anzuknĂŒpfen. Das neu entstandene Album Off the Beaten Track the Light Donât Shine ging dabei musikalisch neue Wege.[2]
Stil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Musik von Morthound variierte von Album zu Album, war jedoch trotz der stetigen Entwicklungen maĂgeblich an der Etablierung des mit Cold Meat Industry assoziiertem Death-Industrial-Klang beteiligt. Konstant blieben indes die filmischen Kompositionen und die dĂŒstere AtmosphĂ€re.[4]
Das DebĂŒt entsprach dem Death Industrial. Death Time nutzte lose Tonbandmanipulationen, eingestreute Samples aus Film- und Radioaufnahmen, langsame, bedrohlich pochende Synthesizer und tödlich stampfende Industrial-Rhythmen.[4]
Mit This Crying Age wandte sich Nilsen einem experimentellen Dark Ambient zu. Die Musik nutzte den Klang von âtickenden Uhren, körperlosen Stimmen, programmierten Synthesizern, VersatzstĂŒcken loser Insustrial-Rhythmenâ. Dabei ergĂ€nzte Nilsen die Klanglandschaften durch folkloristische Perkussions- und Holzblasinstrumente.[4] âMit seiner kargen, arktischen AtmosphĂ€re zeigte âThis Crying Ageâ spĂ€rliche, abstrakte, filmisch anmutende Klanglandschaften und trug zur Zeit seiner Veröffentlichung eindeutig dazu bei, den nordischen CMI Dark Ambient Sound zu begrĂŒnden.â[4]
Auf Spindrift verband Morthound den experimentellen Dark Ambient mit popmusikalischen Strukturen und weltmusikalischen bis neoklassischen EinflĂŒssen. Hier sind die Kompositionen durchzogen von stimmungsvollen Synthesizer-Melodien/PianosĂ€tzen, perkussiven Industrial- und Tribal-Rhythmen, weiblichem Gesang und eingestreuten Film-Samples.[4]
FĂŒr einige StĂŒcke des Albums The Goddess Who Could Make the Ugly World Beautiful griff Morthound Ideen des Industrial Metal von Godflesh auf. Repetitive, stampfende Gitarren und ein dröhnender Drumcomputer ergĂ€nzten dabei die fĂŒr das Projekt ĂŒbliche Basis aus Dark-Ambient-KlangflĂ€chen. Gitarren werden dabei nur auf 3 der 7 StĂŒcke genutzt. Die verbliebenen Titel entsprechen mal dĂŒsterem und grĂŒblerischem Dark Ambient, mal dem Stil, den Morthound auf Spindrift prĂ€sentiert hatte.[4]
Off the Beaten Track the Light Donât Shine kombinierte das Post-Industrial-FrĂŒhwerk von Morthound mit Nilsens Erfahrungen aus seinen Arbeiten mit Sounddesign und an Filmmusik.[2] Die StĂŒcke klingen âdigitalerâ und âmodernerâ. âHerausgekommen ist am Ende eine dunkel-kĂŒhle Neo Dark Ambient Death Industrial-Mischung, welche auch dezente EinflĂŒssen aus Drone, Ethno und Tribal mit berĂŒcksichtigt.â[5]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1991: Death Time (Album, Sound Source)
- 1991: This Crying Age (Album, Cold Meat Industry)
- 1992: Spindrift (Album, Cold Meat Industry)
- 1994: The Goddess Who Could Make the Ugly World Beautiful (Album, Cold Meat Industry)
- 2014: Unleashed 1990 â 1996 (Kompilation, Raubbau)
- 2014: Mortology (Kompilation/Box-Set, Raubbau)
- 2015: Off the Beaten Track the Light Donât Shine (Album, Raubbau)
- 2016: Kistor Av Is (EP, Raubbau)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Södra Teatern: Morthound. Extreme Metal, abgerufen am 27. Januar 2023.
- 1 2 3 4 5 6 Per Najbjerg Odderskov: Interview with B.J. Nilsen of Morthound. The Brvtalist, abgerufen am 27. Januar 2023.
- â Piero Scaruffi: Morthoun. A History of Rock and Dance Music, abgerufen am 27. Januar 2023.
- 1 2 3 4 5 6 Richard Stevenson: Morthound: Mortology. Noise Receptor, abgerufen am 27. Januar 2023.
- â Marco Fiebag: Morthound: Off the Beaten Track the Light Donât Shine. Black Magazin, abgerufen am 27. Januar 2023.
