Monika Roscher


Monika Roscher (* 30. Dezember 1984 in Langenzenn) ist eine deutsche Jazz- und Independent-Gitarristin, Komponistin, SĂ€ngerin und Bigband-Leiterin.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Roscher wuchs in Langenzenn auf, wo sie zunĂ€chst in der Familie musizierte. Dann studierte sie Jazzgitarre und Komposition an der Musikhochschule MĂŒnchen. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit grĂŒndete sie 2012 die Monika Roscher Bigband.[1] Die Band sorgte mit ihrer Mischung aus Bigband-BlĂ€sersĂ€tzen, Elementen aus Rock, Pop und Electro, sowie filmisch anmutenden Klangdramaturgien landesweit fĂŒr Aufmerksamkeit.[2][3][4]
Das DebĂŒtalbum Failure in Wonderland erschien 2012 bei Enja.[5] Im Anschluss an die Veröffentlichung tourte die Band und spielte auf dem Abschlusskonzert des Jazzfest Berlin 2013, auf dem SĂŒdtirol Jazzfestival, den Jazztagen Idar-Oberstein und dem Jazz & The City Festival in Salzburg. Die Band gastierte zweimal auf dem Fusion Festival in Mecklenburg-Vorpommern. 2016 veröffentlichte die Band ihr zweites Album Of Monsters and Birds und reiste mit dem Goethe-Institut nach Istanbul. 2017 spielte sie auf der Internationalen Jazzwoche Burghausen, den Internationalen Theaterhaus Jazztagen Stuttgart, dem JazzBaltica-Festival und in der Elbphilharmonie Hamburg. 2018 unternahm die Band eine Konzertreise nach Sankt Petersburg. Das dritte Album Witchy Activities and the Maple Death erschien 2023 beim von der Bandleiterin gegrĂŒndeten Label Zenna Records. BR-Klassik schrieb ĂŒber das zum Jazzalbum des Monats gekĂŒrte Werk: âPackende, groĂartig gespielte und eigensinnig moderne Musik. Jazz, in dem wieder einmal die unbegrenzten Möglichkeiten dieser Musik aufgezeigt werden: zwischen Bombast-Rock, frickeligem Electro, augenzwinkernder Zirkusmusikâ.[6] Es wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und fĂŒr den Deutschen Jazzpreis nominiert.[7] Das StĂŒck 8 Prinzessinnen erhielt den Deutschen Jazzpreis als Komposition/Arrangement des Jahres.[8] 2025 erschien mit ihrer Bigband das Album Witchy Activities Live.[9]
Roscher wirkte an Ulrich Rasches Produktion Die RĂ€uber am MĂŒnchner Residenztheater mit,[10] die zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen wurde.[11] Im gleichen Jahr schrieb Roscher ein Chorwerk fĂŒr das TheaterstĂŒck Luther der Hans Sachs-Spielgruppe Langenzenn und der Klosterhofspiele Langenzenn (Regie: Gabriele KĂŒffner) anlĂ€sslich des 500. ReformationsjubilĂ€ums.[12] FĂŒr die Theaterproduktionen Woyzeck (2017) am Stadttheater Basel und Das groĂe Heft (2018) am Staatsschauspiel Dresden (beide unter der Regie von Ulrich Rasche) komponierte Roscher die mehrstĂŒndige Musik fĂŒr Livebesetzung. Beide Produktionen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen,[13][14] Das groĂe Heft mit dem SĂ€chsischen Theaterpreis ausgezeichnet. Eine weitere Zusammenarbeit mit Ulrich Rasche war die Produktion Elektra (2019) am MĂŒnchner Residenztheater, fĂŒr die Roscher ebenfalls die Musik komponierte.[15] 2021 schrieb sie die Musik fĂŒr Nora Schlockers Inszenierung von Agnes Bernauer am Residenztheater MĂŒnchen.[16] FĂŒr Sebastian Baumgartens Inszenierung von Peer Gynt am selben Theater war sie als Livemusikerin (E-Gitarre) tĂ€tig.
Am Institut fĂŒr Musik der Hochschule OsnabrĂŒck hielt sie 2017/18 eine Gastprofessur fĂŒr Komposition.[17]
Als SĂ€ngerin wirkte Roscher u. a. auf den von Gerd Baumann komponierten Soundtracks zu den Kinofilmen Beste Chance von Marcus H. RosenmĂŒller und Spieltrieb von Gregor Schnitzler sowie auf dem zweiten Album der MĂŒnchner Band Moop Mama (Das rote Album) mit. Im Verlag vierdreiunddreissig erschien 2015 eine Sammlung von Kompositionen Roschers fĂŒr Hackbrett.[18]
Preise und Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2011: Musikstipendium der Landeshauptstadt MĂŒnchen[19]
- 2013: PreistrÀgerin Bujazzo Kompositionswettbewerb[20]
- 2014: âRising Starâ, Down Beat Critics Poll[21]
- 2014: ECHO Jazz âNewcomer des Jahresâ fĂŒr Failure in Wonderland[22]
- 2014: Bayerischer Kunstförderpreis[23]
- 2014: Musikstipendium der Landeshauptstadt MĂŒnchen[24]
- 2019: âRising Starâ, Down Beat Critics Poll[25]
- 2019: Wolfram-von-Eschenbach-Preis[26]
- 2023: Preis der deutschen Schallplattenkritik fĂŒr Witchy Activities and the Maple Death[27]
- 2024: Deutscher Jazzpreis âKomposition/Arrangement des Jahresâ fĂŒr 8 Prinzessinnen[28]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â deutschlandfunkkultur.de: Auf der Riesen-Spielwiese. Abgerufen am 19. November 2023.
- â Oliver Hochkeppel: Die Chefin. SĂŒddeutsche Zeitung vom 7. Dezember 2012.
- â Ulrich Olshausen: Berlin, das ist immer noch eine Kommune freier GerĂ€usche. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. November 2013.
- â 3satMediathek. Abgerufen am 19. November 2023.
- â Jan Freitag: Frickeljazzrockchaordisch! - Musikblog. 28. November 2012, abgerufen am 19. November 2023 (deutsch).
- â Ulrich Habersetzer: Jazzalbum des Monats Mai: Witchy Activities and the Maple Death. In: BR-Klassik. 10. Mai 2023, abgerufen am 2. Juni 2023.
- â Deutscher Jazzpreis Nominierungen 2024
- â Deutscher Jazzpreis PreistrĂ€ger 2024
- 1 2 Christina M. Bauer: Monika Roscher Bigband Witchy Activities Live. In: Jazz thing. 16. Oktober 2025, abgerufen am 5. November 2025.
- â SpektakulĂ€re Spielzeiteröffnung. Pressemitteilung des Residenztheaters. Abgerufen am 25. Februar 2017
- â Einladung zum Berliner Theatertreffen. Pressemitteilung des Residenztheaters. Abgerufen am 25. Februar 2017
- â Langenzenn wird zur BĂŒhne fĂŒr Luther. Abgerufen am 19. November 2023.
- â Juryauswahl Berliner Theatertreffen 2018 ( vom 1. Februar 2018 im Internet Archive). Pressemitteilung. Abgerufen am 28. MĂ€rz 2018
- â Berliner Theatertreffen 2019 ( vom 3. Februar 2019 im Internet Archive). Juryauswahl. Abgerufen am 21. Februar 2019
- â Geister des Maschinellen. Rezension auf nachtkritik. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2024
- â Agnes Bernauer. Residenztheater MĂŒnchen. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2024
- â Ende und Neuanfang. Newsletter 04/2016 des IfM. Abgerufen am 25. Februar 2017
- â Werksinformation zu Songs von Monika Roscher
- â Landeshauptstadt MĂŒnchen 2014 - Stipendien fĂŒr Musik. Website der Landeshauptstadt MĂŒnchen. Abgerufen am 27. September 2015.
- â Ergebnisse des 2. Bujazzo Kompositionswettbewerbs. Website des Bundesjazzorchesters. Abgerufen am 27. September 2015.
- â 62nd Annual Critics Poll. Digitalausgabe Down Beat August 2014 (englisch), S. 62
- â Hans Hielscher: Jazz-Preise: Mehr Echo fĂŒr den Echo Spiegel Online Kultur vom 11. Mai 2014.
- â Bayerische Kunstförderpreise 2014. Website des Bayerischen Staatsministeriums fĂŒr Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst. Abgerufen am 27. September 2015.
- â Landeshauptstadt MĂŒnchen 2014 - Stipendien fĂŒr Musik. Website der Landeshauptstadt MĂŒnchen. Abgerufen am 27. September 2015.
- â 67th Annual Critics Poll Digitalausgabe Down Beat August 2019 (englisch), S. 63
- â FrĂ€nkischer: Verleihung des Wolfram-von-Eschenbach-Preises 2019. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2024.
- â Preis der deutschen Schallplattenkritik Jahrespreise 2023 Pressemitteilung
- â Deutscher Jazzpreis PreistrĂ€ger 2024
- â Besprechung (SWR 2)
- â Ulrich Habersetzer: Jazzalbum des Monats Mai: Witchy Activities and the Maple Death. In: BR-Klassik. 10. Mai 2023, abgerufen am 2. Juni 2023.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roscher, Monika |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Gitarristin und Bigband-Leiterin |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1984 |
| GEBURTSORT | Langenzenn |