Monika Plessner
Monika Plessner, geb. Atzert, gesch. Tintelnot (* 18. Mai 1913 in OsnabrĂŒck[1]; â 19. Juli 2008 in Göttingen) war eine deutsche Kunsthistorikerin und Ăbersetzerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Monika Hedwig Flora Theresia Atzert war eine Tochter des Cicero-Forschers und Oberstudiendirektors Carl Atzert und eine Enkelin des Historikers Adolf Gottlob. Laut ihrer Autobiographie löste sie sich gegen Ende der Schulzeit von diesem bildungsbĂŒrgerlichen Hintergrund und geriet zunĂ€chst unter sozialistischen Einfluss. AuĂerdem gehörte sie dem George-Kreis um Renata von Scheliha an.
Monika Atzert studierte ab 1932 Kunstgeschichte, ArchĂ€ologie und deutsche Literaturgeschichte an den UniversitĂ€ten Breslau, Paris, MĂŒnchen und Leipzig. Ihr wichtigster Professor war der Breslauer Kunsthistoriker Dagobert Frey. Sie legte â wegen des Krieges erst 1948 â eine Dissertation zum Thema Der deutsche Stil der Landschaften Altdorfers, DĂŒrers und GrĂŒnewalds an der UniversitĂ€t Göttingen vor.
1936 heiratete sie den Kunsthistoriker Hans Tintelnot, mit dem sie zwei Töchter bekam, die in der Kriegszeit auf dem ThĂŒringer Gut von Hans Urban von Hirschfeld untergebracht wurden.[2] Das Ehepaar Tintelnot lebte zunĂ€chst in Breslau, wo Monika Tintelnot als wissenschaftliche Assistentin bei GĂŒnther Grundmann im Amt des Provinzialkonservators fĂŒr Niederschlesien arbeitete.[3]
Im Januar 1945 floh Tintelnot mit seiner Familie aus Breslau und lieĂ sich in seinem Elternhaus in Lemgo nieder. Als er 1946 Lemgo verlieĂ, um eine Stelle an der UniversitĂ€t in Göttingen anzutreten, blieb Monika Tintelnot, mittlerweile SPD-Mitglied,[3] in Lemgo. Das Paar trennte sich in den ersten Nachkriegsjahren. Monika Tintelnot baute in Lemgo die Volkshochschule auf, zu deren erster hauptamtlicher Leiterin sie bestellt wurde.[4] Ihren zweiten Ehemann Helmuth Plessner lernte sie im Oktober 1951 kennen. Sie bat ihn damals um ein Gutachten fĂŒr ihr Konzept zum Aufbau der Volkshochschulen.[3] Schon 1952 heirateten Monika Tintelnot und Helmuth Plessner, woraufhin Monika Plessner die Leitung des Lippischen Volksbildungswerks abgab.[3] Das Ehepaar lebte ab 1963 abwechselnd in Göttingen und in Erlenbach.[5]
Monika Plessner arbeitete zeitweise â als Nachfolgerin Gretel Adornos[3] â als wissenschaftliche Assistentin am Institut fĂŒr Sozialforschung (IfS) an der Johann Wolfgang Goethe-UniversitĂ€t in Frankfurt am Main. Sie war Dozentin fĂŒr amerikanische Literatur an der UniversitĂ€t ZĂŒrich und an der University of California.[6]
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Monika Tintelnot: Das Lippische Volksbildungswerk. Eine kulturpolitische Planung auf der Grundlage des ehemaligen Landes Lippe. Konzept zur GrĂŒndung eines lippischen Volksbildungswerkes. Manuskript, Lemgo 1950.
- Monika Plessner: Onkel Tom verbrennt seine HĂŒtte. Die literarische Revolution der schwarzen Amerikaner. Frankfurt a. M., Insel, 1973.
- Monika Plessner: Die Argonauten auf Long Island. Begegnungen mit Hannah Arendt, Theodor W. Adorno, Gershom Scholem u. a. Berlin 1995.
- Monika Plessner: Erinnerungen, unveröffentlichtes Manuskript (â Deutsches Literaturarchiv Marbach)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Biresch, JĂŒrgen Scheffler: Die AnfĂ€nge der Volkshochschule Lemgo und des Lippischen Volksbildungswerkes nach 1945, Volkshochschule Lemgo, StĂ€dtisches Museum Lemgo, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-89534-954-6, S. 26â39.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Peter Biresch, JĂŒrgen Scheffler: Die AnfĂ€nge der Volkshochschule Lemgo und des Lippischen Volksbildungswerkes nach 1945, Volkshochschule Lemgo, StĂ€dtisches Museum Lemgo, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-89534-954-6, S. 26.
- â Hans Urban von Hirschfeld wurde ein Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Der Offizier wurde 1939 verhaftet und 1944 zu einer GefĂ€ngnisstrafe verurteilt. An den Folgen der Misshandlungen, die er dort erlitt, starb er nach seiner Freilassung im Januar 1945. Vgl. www.argus.bstu.bundesarchiv.de
- 1 2 3 4 5 Carola Dietze: Nachgeholtes Leben. Wallstein Verlag, 2013, ISBN 978-3-8353-2014-7, S. 363 ff. (eingeschrÀnkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
- â JĂŒrgen Scheffler, Hans Tintelnot. Ausstellung im HexenbĂŒrgermeisterhaus Lemgo auf www.regionalgeschichte.de
- â Gerhard Danzer: Wer sind wir? Auf der Suche nach der Formel des Menschen, Springer-Verlag 2011, ISBN 978-3-642-16993-9, S. 118 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
- â Ăber Monika Plessner auf www.fischerverlage.de ( vom 11. August 2017 im Internet Archive)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Plessner, Monika |
| ALTERNATIVNAMEN | Atzert, Monika; Tintelnot, Monika |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kunsthistorikerin, Ăbersetzerin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 18. Mai 1913 |
| GEBURTSORT | OsnabrĂŒck |
| STERBEDATUM | 19. Juli 2008 |
| STERBEORT | Göttingen |