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Mississippi State Penitentiary

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Einfahrt des Mississippi State Penitentiary
Lage des Mississippi State Penitentiary (Parchman) in Mississippi

Das Mississippi State Penitentiary, auch bekannt unter dem Namen „Parchman Farm“, ist die Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte Haftanstalt und das einzige HochsicherheitsgefĂ€ngnis des US-Bundesstaates Mississippi. Es befindet sich im Mississippi-Delta in Parchman im Sunflower County und wird vom Mississippi Department of Corrections, also der Strafvollzugsbehörde des Bundesstaats Mississippi, gefĂŒhrt.

Das GefÀngnis

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Das Zuchthaus wurde 1904 durch Gouverneur James K. Vardaman gegrĂŒndet, um die Verpachtung von Strafgefangenen zu beenden. Es wurde so eingerichtet, dass es dem Staat einen Gewinn brachte, zunĂ€chst durch den Verkauf des Holzes auf der gerodeten FlĂ€che von Parchman, spĂ€ter durch den Verkauf der dort angebauten und von Hand geernteten Baumwolle. Dieses System wurde ab den 1940er Jahren unter GefĂ€ngnis-Superintendent Marvin Wiggins weiter perfektioniert.

Die Anstalt bietet Platz fĂŒr insgesamt 4840 HĂ€ftlinge (MĂ€nner und Frauen), unter ihnen auch die zum Tode Verurteilten des Staates. Die Gefangenen werden zur Arbeit auf den Feldern der 73 kmÂČ großen GefĂ€ngnisfarm oder in internen WerkstĂ€tten angehalten. Die Arbeitsbedingungen waren extrem streng; der Ruf der Haftanstalt war Ă€hnlich wie der von Alcatraz und Sing Sing.[1] Erst in den frĂŒhen 1970er Jahren fĂŒhrte eine Reihe von Urteilen der Bundesgerichte zum Abbau des Zwangsarbeitssystems und zu humaneren Haftbedingungen.

Prominente Insassen waren der radikale BĂŒrgerrechtler Stokely Carmichael und der radikale Ku-Klux-Klan-AnfĂŒhrer Sam Bowers, der Lynchmorde an BĂŒrgerrechtlern befahl. Von Mai 1938 bis Februar 1939 war Vernon Presley, Vater von Elvis Presley, hier wegen Scheckbetrugs inhaftiert.[1]

Innerhalb der Haftanstalt werden Hinrichtungen vollzogen, bis 1954 auf dem elektrischen Stuhl, heute mit der Giftspritze.[1] Des Weiteren wurde, nachdem der US Supreme Court im Jahr 1976 die landesweit ausgesetzten Todesurteile fĂŒr verfassungsgerecht erklĂ€rte, 1987 im Mississippi State Penitentiary im Dokumentarfilm Fourteen Days in May der zum Tode verurteilte Edward Earl Johnson und seine AnwĂ€lte in den letzten zwei Wochen vor seiner Hinrichtung von Paul Hamann und seiner Film-Crew begleitet, immer mit der Hoffnung um Aufschiebung der Vollstreckung und einer Umwandlung in eine lebenslange Freiheitsstrafe, wozu es letzten Endes nicht kam.[2]

Bereits festgeschnallt in der Gaskammer beteuerte Edward Earl Johnson seine Unschuld. Schon vor, aber vor allem nach seiner Hinrichtung am 20. Mai 1987 gab es massive Zweifel an seiner Schuld, einen Polizisten erschossen zu haben. Außerdem geht der Dokumentarfilm auf die Problematik „farbige Verbrecher vs. weiße Verbrecher“ ein, da letztere prozentual wesentlich seltener zum Tode verurteilt werden.[3]

Der Roman Die Kammer von John Grisham spielt grĂ¶ĂŸtenteils im StaatsgefĂ€ngnis von Mississippi, die Verfilmung des Buches wurde teilweise ebenfalls an diesem Originalschauplatz aufgenommen.

In solchen Arbeitsketten der Gefangenen ĂŒberlebten die Worksongs (1911)

Auch in der Geschichte des Blues spielt die Parchman Farm eine Rolle. Verschiedene bekannte Bluesmusiker waren hier inhaftiert, darunter Bukka White (der dort den Parchman Farm Blues und When Can I Change My Clothes schrieb) und Son House. 1939 machte der Bluesforscher Alan Lomax auf der Parchman Farm Aufnahmen mit White und anderen HĂ€ftlingen. Die dabei dokumentierten Worksongs ĂŒberlebten dort aufgrund der starken Isolation des GefĂ€ngnisses.[4] Aus dem Parchment Farm Blues wurde spĂ€ter der Standard Parchman Farm. Weitere Aufnahmen wurden in der Haftanstalt in den spĂ€ten 1940er Jahren gemacht und spĂ€ter als Album Negro Prison Songs 1957 auf Tradition Records bzw. auf CD in einer erweiterten Version als Prison Songs: Historial Recordings from Parchman Farm 1947–48 von Rounder Records veröffentlicht.[5]

Einige Szenen des Films O Brother, Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee von Joel und Ethan Coen spielen auf der „Parchman Farm“; fĂŒr die Musik wurde auch auf den Gospel Po Lazarus zurĂŒckgegriffen, den Alan Lomax dort 1959 aufgenommen hatte.[4]

  • William Banks Taylor: Down on Parchman Farm: The Great Prison in the Mississippi Delta. Ohio State University Press, Columbus 1999, ISBN 0-8142-5023-8.
Commons: Mississippi State Penitentiary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 The 50 Craziest Prisons and Jails in the World. uk.complex.com
  2. ↑ Fourteen Days in May bei IMDb
  3. ↑ Besprechung. topdocumentaryfilms.com
  4. 1 2 Parchman Farm. The Mississippi Blues Trail.
  5. ↑ Prison Songs, Vol. 1: Murderous Home bei AllMusic (englisch) und Prison Songs, Vol. 2: Don’t cha Hear Poor Mother Calling bei AllMusic (englisch)

Koordinaten: 33° 55â€Č 45,9″ N, 90° 33â€Č 9,9″ W