MediaMarktSaturn
| MediaMarktSaturn Retail Group GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschrÀnkter Haftung |
| GrĂŒndung | 1979 |
| Sitz | Ingolstadt, Deutschland |
| Leitung | Remko Rijnders, Jan Niclas Brandt[1] |
| Mitarbeiterzahl | 50.000 (2024/25)[2] |
| Umsatz | 23,1 Mrd. Euro (2024/25)[2] |
| Branche | Elektronikeinzelhandel |
| Website | mediamarktsaturn.com |
Die MediaMarktSaturn Retail Group GmbH (vormals Media-Saturn-Holding GmbH) mit Sitz in Ingolstadt ist Betreiber Europas gröĂter Elektronikfachmarktkette. Das Unternehmen fasst die ehemals eigenstĂ€ndigen Elektrohandelsketten MediaMarkt und Saturn zusammen. Mit der Neuaufstellung der Metro AG gehört das Unternehmen seit 2017 der Ceconomy. Im Juli 2025 wurde bekannt, dass Ceconomy fĂŒr rund vier Milliarden Euro mehrheitlich an den chinesischen Konzern JD.com verkauft wird.[3][4] Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass der Verkauf, unter Vorbehalt der Zustimmung der entsprechenden Behörden, definitiv stattfinden wird.[5] Ende Juni 2026 genehmigte das Bundeswirtschaftsministerium unter Auflagen die Ăbernahme[6] fĂŒr einen kolportierten Kaufpreis von 2,2 Milliarden Euro.[7] Im November 2026 wurde bekannt, dass die geplante Ăbernahme auch von der EuropĂ€ischen Kommission mit Bedingungen genehmigt wurde. Der Vollzug der Transaktion werde voraussichtlich in den nĂ€chsten Tagen erfolgen.[8]
Unternehmensgeschichte und BeteiligungsverhÀltnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eigene Gesellschaften MediaMarkt und Saturn gibt es nicht mehr, lediglich die beiden Marken existieren unabhĂ€ngig voneinander fort. Die Arbeitsteilung der Marken sieht vor, dass Saturn-GeschĂ€fte hĂ€ufig in InnenstĂ€dten platziert werden, wĂ€hrend MediaMarkt-GeschĂ€fte eher âauf der grĂŒnen Wieseâ liegend eingerichtet werden. Die Websites mediamarkt.de und saturn.de werden laut Impressum (Stand 2026) von der MMS E-Commerce GmbH betrieben.[9][10]
Gesellschaftsstruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der MediaMarktSaturn-Konzern ist gesellschaftsrechtlich teils dezentral organisiert. Die einzelnen MĂ€rkte werden als rechtlich selbststĂ€ndige Unternehmen gefĂŒhrt, deren Kapitalmehrheit jeweils der MediaMarktSaturn Retail Group gehört. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der MĂ€rkte sind als GeschĂ€ftsfĂŒhrer in das Handelsregister eingetragen, haben aber durch die fortschreitende Zentralisierung kaum Entscheidungsbefugnisse bezĂŒglich Warensortiment, Preise und Werbung. Die bekannten Werbekampagnen der Marken MediaMarkt, Saturn und redcoon werden von der internen Marketing-Organisation redblue Marketing GmbH in MĂŒnchen konzipiert. Der Name bezieht sich auf die Hausfarben der beiden Marken. Die Werbeausgaben der MediaMarktSaturn-Gruppe beliefen sich 2007 auf rund 500 Millionen Euro.
1988 beteiligte sich der Kaufhof mit einer Mehrheit von 54 Prozent an der Holding der 1979 gegrĂŒndeten Media-MĂ€rkte. MediaMarkt ĂŒbernahm 1990 die konkurrierende Handelskette Saturn, an der Kaufhof bereits beteiligt war. Die Kaufhof Holding AG wurde 1996 mit der Metro Cash & Carry, der Deutschen SB-Kauf AG und der Asko Deutsche Kaufhaus AG (an denen eine Metro-Beteiligungsgesellschaft zuvor jeweils Anteile gehalten hatte) zur Metro AG verschmolzen. Seit der Verschmelzung zur MediaMarktSaturn Retail Group werden MediaMarkt und Saturn als eigenstĂ€ndige Marken in einem zentral gesteuerten Konzern gefĂŒhrt.
Der Metro-Konzern hielt nunmehr 75,41 Prozent am Kapital der Media-Saturn-Holding GmbH. Die Metro Holding ist ihrerseits als AG formal eigenstĂ€ndig, faktisch hielt zu der Zeit jedoch der Beteiligungskonzern Franz Haniel & Cie. die FĂ€den in der Hand und entscheidet bei strukturellen Fragen der Metro Holding.[11] Ab Januar 2013 verfĂŒgte die Metro ĂŒber rund 78 % der Anteile. Weitere 21,67 % gehören der Familie Kellerhals ĂŒber ihre indirekt gehaltene Beteiligungsgesellschaft Convergenta Invest.[12][13]
Bis zum 31. Dezember 2006 war Leopold Stiefel â einer der GrĂŒnder von MediaMarkt â GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Gesellschafter der Media-Saturn-Holding. Seit dem 1. Januar 2011 fungierte Horst Norberg als GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Er trat am 6. Mai 2014 mit sofortiger Wirkung zurĂŒck. Von 2014 bis 2018 war Pieter Haas GeschĂ€ftsfĂŒhrer.[14] Dieser musste das Unternehmen mit sofortiger Wirkung nach einer dritten Reduzierung der Gewinnziele und einem damit verbundenem Kurssturz der Aktie im Oktober 2018 verlassen. Der ebenfalls entlassene Finanzchef Mark Frese ĂŒbernahm bis zur Neubesetzung des Vorstandspostens mit Dieter Haag Molkenteller die Unternehmensleitung.[15]
Im November 2018 wurde der ehemalige Spanien-Chef von Media-Saturn Ferran Reverter zum neuen HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer berufen.[16] Reverter wechselte 2021 zum FC Barcelona, woraufhin der neue Ceconomy-Vorstandsvorsitzende Karsten Wildberger zum neuen GeschĂ€ftsfĂŒhrer benannt wurde.[17] Dieser legte sein Amt mit Wirkung zum 5. Mai 2025 nieder, da er am darauffolgenden Tag zum Digitalminister in der Bundesregierung ernannt wurde.[18] VorĂŒbergehende Nachfolger wurden der bisherige Finanzvorstand Dr. Kai-Ulrich Deissner, dessen Posten wiederum Remko Rijnders vorĂŒbergehend ĂŒbernimmt.[19]
Gesellschafterstreit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Convergenta Invest, die Beteiligungsgesellschaft der Familie Kellerhals, befand sich seit 2011 in teils erbitterten Gesellschafterstreitigkeiten mit der Mehrheitsgesellschafterin Metro AG. Diese mĂŒndeten in Entscheidungen des OLG MĂŒnchen und des Bundesgerichtshofs.[20][21][22] Die Auseinandersetzungen zwischen den Gesellschaftern gingen danach aber weiter. Convergenta Invest schlug daher Ende 2016 vor, dass der Investor Clemens Vedder in den gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Convergenta Invest und Metro als Mediator aktiv wird.[23][24] Vedder schlug nach Verhandlungen vor, dass Metro Kellerhals seine MSH-Anteile fĂŒr rund 2,6 Mrd. Euro abkauft. Kellerhals stimmte dem Vorschlag zu, Metro lehnte ihn ab. Kellerhals starb am 25. Dezember 2017.
Der Gesellschafterstreit konnte im Dezember 2020 beigelegt werden, indem die Minderheitsbeteiligung von Convergenta in einen 29,9-Prozent-Anteil an Ceconomy umgewandelt wurde und Convergenta zudem 130 Millionen Euro erhielt.[25]
Beirat Media-Saturn-Holding GmbH
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor dem Hintergrund einer schleppenden GeschĂ€ftsentwicklung bei Metro-Saturn, insbesondere im Online-Handel, beschloss die Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding GmbH mit den Stimmen der MehrheitsaktionĂ€rin, der Metro AG, in 2011 einen Beirat einzurichten.[26] In diesem konnten wichtige Gesellschafterentscheidungen nur noch mit einfacher Mehrheit getroffen werden.[27] Zuvor konnten diese aufgrund besonderer Vetorechte von Kellerhals/Convergenta (fĂŒr wichtige Entscheidungen bedarf es 80 % der Stimmen) nur mit Zustimmung beider Gesellschafter, nĂ€mlich Convergenta und Metro AG, getroffen werden. Ăber den neu eingerichteten Beirat konnte Metro AG nun diese Entscheidungen auch ohne Zustimmung von Kellerhals treffen. Die Einrichtung eines solchen Beirats war in der Satzung fĂŒr den Fall vorgesehen, dass sich der letzte GrĂŒnder-Gesellschafter aus dem operativen GeschĂ€ft zurĂŒckzieht â dies war mit dem RĂŒckzug von Leopold Stiefel Ende 2006 der Fall gewesen.[28]
Convergenta sah darin eine unzulĂ€ssige Umgehung ihrer Gesellschafterrechte und focht den Gesellschafterbeschluss dagegen zunĂ€chst vor dem Landgericht Ingolstadt und dann vor dem OLG MĂŒnchen an. Sie verlor diese Klage, da das OLG MĂŒnchen fĂŒr die Einrichtung des Beirats eine ausreichende Grundlage in dem Gesellschaftsvertrag sah.[29] Metro lieĂ im Anschluss daran in einem schiedsgerichtlichen Verfahren feststellen, dass der Beirat fĂŒr bestimmte GeschĂ€ftsfĂŒhrungsmaĂnahmen ausschlieĂlich zustĂ€ndig ist und fĂŒr BeschlĂŒsse des Beirats die einfache Mehrheit nach Köpfen ausreicht (also Kellerhals kein Vetorecht hat).[30] Dazu gehören Entscheidungen ĂŒber das Budget, den Kauf und Verkauf von Töchtern, MietvertrĂ€ge sowie Personalien wie die Berufung von GeschĂ€ftsfĂŒhrern der Landesgesellschaften. FĂŒr andere Entscheidungen braucht Metro aufgrund des ursprĂŒnglichen Schiedsspruchs weiterhin eine Mehrheit von 80 Prozent, etwa fĂŒr die Bestellung oder Abberufung von GeschĂ€ftsfĂŒhrern der Media-Saturn-Holding.[31] Kellerhals/Convergenta klagte gegen die Vollstreckbarkeit dieses Schiedsspruchs, hatte damit aber nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 16. April 2015 keinen Erfolg.[32]
Abstimmungsverhalten Metro in Gesellschafterversammlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einem weiteren Gesellschafterstreit ging es um die (vermeintliche) Pflicht der Metro AG, in der Gesellschafterversammlung in einem bestimmten Sinne abzustimmen. Anlass war eine Abstimmung Ende 2012 ĂŒber verschiedene StandortmaĂnahmen wie die Eröffnung neuer Standorte von Mediamarkt/Saturn im In- und Ausland und dem Neuabschluss von MietvertrĂ€gen. In der Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding stimmte Metro in neun FĂ€llen gegen die jeweilige StandortmaĂnahme mit der BegrĂŒndung, es sei hierfĂŒr kein Gesellschafterbeschluss notwendig, vielmehr könne dies die GeschĂ€ftsfĂŒhrung alleine entscheiden.
Kellerhals/Convergenta ging hiergegen mit einer Anfechtungs- und Feststellungsklage vor. Der Bundesgerichtshof wies diese Klage in einem Urteil vom 12. April 2016 jedoch ab.[22][33] Metro sei als Gesellschafterin grundsĂ€tzlich in ihrem Stimmverhalten frei. Eine Pflicht zur Abstimmung in einem bestimmten Sinne bestehe nur dann, wenn zur Verfolgung der Interessen der Gesellschaft keine andere Stimmabgabe denkbar ist, andernfalls nur schwere Nachteile entstehen und die eigenen Interessen des Gesellschafters dahinter zurĂŒckstehen mĂŒssen. Dies sei im vorliegenden Fall bei der Ablehnung der geplanten neun StandortmaĂnahmen angesichts der GröĂe der Mediamarkt/Saturn-Gruppe nicht ersichtlich gewesen.[34] Metro habe mit ihrem Abstimmungsverhalten nicht rechtsmissbrĂ€uchlich gegenĂŒber der Minderheitsgesellschafterin Convergenta Invest / Kellerhals gehandelt.[35]
Aufspaltung der Metro
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2016 wurde bekannt, dass die Dachgesellschaft der MediaMarktSaturn Retail Group, die Metro AG, ab Mitte 2017 in zwei eigenstĂ€ndige Unternehmen aufgeteilt wird. Kellerhals/Convergenta gab daraufhin bekannt, gegen diese Aufspaltung zu klagen.[36] Kellerhals begrĂŒndete dies damit, dass die Aufspaltung nur dazu diene, ihn zu schĂ€digen, nur den GroĂaktionĂ€ren der Metro AG nĂŒtze und steuerlich nachteilhaft sei.[37] Das OLG DĂŒsseldorf entschied am 22. Juni 2016, dass die von Kellerhals erhobenen Anfechtungsklagen einer Eintragung der Aufspaltung ins Handelsregister nicht entgegenstehen.[38] Am 12. Juli 2017 wurde das ĂŒbrige GeschĂ€ft der Metro Group als Metro Wholesale & Food Specialist abgespalten. Der Elektronikbereich mit den Marken MediaMarkt, Saturn und redcoon verblieb in der Metro, die mittlerweile als Ceconomy am Markt auftritt.
Marke âMediaMarktâ
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MediaMarkt wurde 1979 von den vier Unternehmern Leopold Stiefel, Walter Gunz, Erich und Helga Kellerhals in MĂŒnchen gegrĂŒndet. 1979 wurde der erste Markt im Euro-Industriepark in MĂŒnchen eröffnet.[39] Bis 1985 entstanden neun weitere MĂ€rkte nahe MĂŒnchen. 1989 â nach der Beteiligung des Kaufhofs â begann die Expansion zunĂ€chst ins benachbarte Ausland.
Im November 2010 wurde der erste MediaMarkt in der Volksrepublik China in der Huai Hai Road in Shanghai eröffnet. Bis 2012 folgten sechs weitere MĂ€rkte in Fernost, die zusammen mit Foxconn ĂŒber ein Joint Venture realisiert wurden und den Einstieg in den chinesischen Markt vereinfachen sollten.[40] Im Januar 2013 wurde bekannt, dass sich MediaMarkt aus der VR China zurĂŒckzieht, da die Metro-Gruppe das fĂŒr die weitere Expansion notwendige Kapital nicht aufbringen könne.[41] Der RĂŒckzug vom chinesischen Markt dauerte nur wenige Monate: Die meisten Filialen wurden zum 11. MĂ€rz geschlossen, lediglich eine Filiale in Shanghai blieb noch bis zum 30. April geöffnet, um Kundenservice bieten zu können. Der telefonische Support wurde zum 30. Juni eingestellt.
Im Sommer 2018 gab Media-Saturn den RĂŒckzug aus Russland bekannt. Die 63 vorhandenen MĂ€rkte sollten fĂŒr 258 Millionen Euro an eine Holding verkauft werden, welche die Konkurrenten M.Video und Eldorado vereint. Die Umstellung sollte, vorbehaltlich der Genehmigung durch das russische Kartellamt, bis zum 2. Quartal 2019 abgeschlossen sein.[42][43] Im MĂ€rz 2021 gab das Unternehmen die SchlieĂung von 13 MĂ€rkten bis Herbst 2022 in Deutschland bekannt.[44]
Im Jahr 2023 zog sich MediaMarkt aus drei LĂ€ndern zurĂŒck, indem es seine Filialen an Wettbewerber verkaufte. In Portugal verkaufte das Unternehmen zehn Filialen an das französische Unternehmen Fnac.[45] In Schweden verkaufte das Unternehmen 29 Filialen an Power International.[46] In Griechenland wurden die restlichen 25 % der 13 Filialen an die Public Group verkauft,[47] die bereits 2019 75 % der Anteile erworben hatte.[48]
2024 wurden in der Schweiz 20 Standorte von Melectronics ĂŒbernommen, welche in MediaMarkt-Filialen umgebaut werden sollen.[49]
Heute gibt es ĂŒber 1000 Media- und Saturn-MĂ€rkte in 11 Staaten[50] (Stand: 31. MĂ€rz 2025). Media-Saturn bezeichnet sich als die gröĂte Elektronik-Fachmarktkette Europas.[51]

| Staat | Dortiger Markenname | Markt- eintritt | MĂ€rkte |
|---|---|---|---|
| MediaMarkt + Saturn | 1979 | 396 | |
| MediaMarkt | 2002 | 26 | |
| MediaWorld | 1991 | 139 | |
| MediaMarkt | 2008 | 2 | |
| MediaMarkt | 2000 | 55 | |
| MediaMarkt | 1990 | 56 | |
| MediaMarkt | 1998 | 85 | |
| MediaMarkt | 1994 | 45 | |
| MediaMarkt | 1999 | 112 | |
| MediaMarkt | 2007 | 89 | |
| MediaMarkt | 1997 | 40 |
Ein MediaMarkt hat ein Sortiment von durchschnittlich 45.000 Artikeln, unter anderem aus den Bereichen Telekommunikation, Computer, Fotografie, HiFi und ElektrogerĂ€te. Bekannt geworden ist die Marke vor allem durch den seit 1995 mit groĂem Werbeaufwand verbreiteten Claim âIch bin doch nicht blöd!â (in anderen europĂ€ischen Staaten zum Teil mit leichten Abwandlungen), der als Hauptmotto aber immer durch weitere Mottos, in Deutschland beispielsweise âSaubillig und noch viel mehrâ begleitet wird.[52] Seit Oktober 2015 nutzt MediaMarkt in Deutschland den Slogan âHauptsache ihr habt SpaĂ!â in den Werbespots. ZustĂ€ndig fĂŒr die Spots ist erstmals die Hirschen Group. Ein Spot greift das Trikotsponsoring beim FC Ingolstadt 04 auf.[53]
Marke âSaturnâ
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MĂ€rkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der erste Saturn-Hansa-Markt wurde im Juli 1961 von Friedrich Wilhelm und Anni Waffenschmidt am Kölner Hansaring eröffnet. Auf 120 mÂČ wurden vorwiegend an âDiplomaten aus aller Weltâ unterhaltungselektronische Artikel verkauft. 1968 grĂŒndeten die beiden das Unternehmen Hansa-Foto. Seit 1969 konnten auch Privatkunden bei âSaturnâ und âHansa-Fotoâ einkaufen. 1972 eröffneten die Waffenschmidts das erste technische Kaufhaus in Köln mit der nach eigenen Angaben âgröĂten Schallplattenschau der Weltâ. Anfang der 1980er-Jahre entstand eine groĂe Filiale auf der Theresienhöhe in MĂŒnchen, 1985 folgte eine Filiale in Frankfurt am Main unter Beteiligung der Kaufhof-Gruppe. Saturn wurde 1990 durch die Holding des MediaMarktes erworben, beide gingen in der MediaMarktSaturn Retail Group auf.
1992 gab es acht Saturn-Hansa-MĂ€rkte (Köln, Frankfurt, MĂŒnchen, Dortmund, Bremen, Hannover, NĂŒrnberg, Gelsenkirchen).
Ăblicherweise betrĂ€gt die FlĂ€che eines LadengeschĂ€ftes zwischen 2.100 mÂČ und 10.000 mÂČ. Eine Ausnahme (und gleichzeitig der gröĂte zusammenhĂ€ngende Elektronikfachmarkt der Welt) findet sich mit 18.000 mÂČ und sechs Stockwerken in Hamburg. Dessen Entstehung hĂ€ngt mit der Fusion der Marken Horten und Kaufhof Mitte der 1990er-Jahre zusammen: In Hamburg hĂ€tten damit zwei Kaufhof-WarenhĂ€user unmittelbar nebeneinander in sehr guter Lage in der MönckebergstraĂe direkt am Hauptbahnhof gestanden. Da Saturn ebenso wie damals Kaufhof dem Metro-Konzern angehört, besetzte man das ehemalige Horten-Kaufhaus 1999 mit dem Elektromarkt aus eigenem Haus.
Im Mai 2015 eröffnete im Untergeschoss der Schlosshöfe Oldenburg der bisher kleinste Saturn-Markt Deutschlands, mit einer FlĂ€che von nur 2.000 mÂČ, zumal die Metro Group bekanntgegeben hat, auf kleinere FlĂ€chen in Media- und Saturn-MĂ€rkten Wert zu legen.[54] Bei einigen Filialplanungen wird die Bekanntgabe nicht berĂŒcksichtigt (zum Beispiel in Bielefeld durch Auszug aus der heute geschlossenen Galeria Kaufhof zugunsten des Neubaus der City-Passage, welcher eineinhalb Jahre dauert).
Per Juli 2011 wurden die 36 Saturn-MĂ€rkte in Frankreich an die HTM Group verkauft. Im September 2012[55] wurde bekannt, dass aufgrund ausbleibenden Erfolgs die Saturn-MĂ€rkte in der Schweiz in MediaMĂ€rkte umfirmiert werden sollen, was aber von Unternehmensseite weder bestĂ€tigt noch dementiert wurde. TatsĂ€chlich hat Saturn Schweiz im Jahre 2011 20 Millionen Franken Verlust eingefahren. AuĂerdem wurde eine fĂŒr Anfang Oktober 2012 geplante Kampagne â3 Jahre SATURN in der Schweizâ zurĂŒckgezogen, ein entsprechender Newsletter jedoch noch falsch versendet. Am 8. Oktober 2012 erklĂ€rte Carsten Sommer, Chef von Saturn Schweiz, dass weiterhin an der Marke âSaturnâ in der Schweiz festgehalten werde, es gebe keinerlei BeschlĂŒsse fĂŒr einen RĂŒckzug und Umfirmierungen.[56]
Gut sechs Monate nach der ErklĂ€rung, mit der Marke âSaturnâ in der Schweiz weiter expandieren zu wollen, wurde am 9. April 2013 der RĂŒckzug der Marke aus der Schweiz bekanntgegeben. Nun hieĂ es, dass vier der sechs Schweizer Standorte bis Juli 2013 in âMediaMĂ€rkteâ umgewandelt werden sollen, die beiden Standorte in Spreitenbach und Winterthur wĂŒrden höchstwahrscheinlich aufgegeben. Zwei weitere geplante neue Standorte wurden sistiert und sollen 2014 als âMediaMarktâ-Standorte realisiert werden.[57][58] Per Ende Juni 2013 wurden schlieĂlich die Saturn-Filialen in Spreitenbach und Winterthur geschlossen, die ĂŒbrigen vier Filialen in Media-MĂ€rkte umfirmiert.[59][60] In Ungarn wurde die Marke Saturn zugunsten von MediaMarkt aufgegeben. Seit dem 1. November 2012 firmieren die vormaligen ungarischen Saturn-LĂ€den als MediaMĂ€rkte.[61] Am 29. November 2012 wurde in Kiel der 150. Saturn-Markt eröffnet.
Anfang Oktober 2013 wurde bekannt, dass sich Saturn ebenfalls aus Belgien zurĂŒckzieht. Der Saturn-Markt in Antwerpen wurde geschlossen, die Filialen in Kortrijk, BrĂŒgge, Wilrijk und LĂŒttich firmierten in MediaMarkt um.[62] Im Jahre 2013 wurden die fĂŒnf in der TĂŒrkei bestehenden MĂ€rkte mit dem kompletten Personal in MediaMarkt umgewandelt. Am 27. Juni 2014 wurde durch die MediaMarktSaturn Retail Group bekanntgegeben, auch die 13 niederlĂ€ndischen Saturn-MĂ€rkte in MediaMĂ€rkte zum Herbst 2014 umflaggen zu wollen, alle Jobs sollten erhalten bleiben. Anfang 2015 wurden auch die Saturn-MĂ€rkte in Italien in MediaMĂ€rkte (dortiger Markenname MediaWorld) umgewandelt.
In Polen wurde Anfang 2018 auf MediaMarkt umgestellt.[63]
Im September 2020 wurden alle 15 Saturn-MĂ€rkte in Ăsterreich zu Media-MĂ€rkten umgewandelt.[64] In Luxemburg erfolgte die Umfirmierung im Juni 2021.[65]
Im Juli 2021 verkĂŒndete das Unternehmen bis 2022 die kurzfristige SchlieĂung von 13 MĂ€rkten der Marke Saturn. Die SchlieĂungen erfolgten weitgehend zusĂ€tzlich zu den bereits im MĂ€rz angekĂŒndigten MediaMarkt-SchlieĂungen.[66] Im MĂ€rz 2022 gab es in Deutschland noch 134 Saturn-MĂ€rkte, im Oktober waren es nur noch 131.[67] Seit August 2023 gibt es nur noch 130 Saturn-MĂ€rkte, weil der Saturn-Markt in Kiel geschlossen wurde. Stattdessen wurde im Kieler Sophienhof ein MediaMarkt eröffnet.[68]
Nach einem Umbau wurde das Kölner Stammhaus von Saturn am Hansaring im MĂ€rz 2025 als MediaMarkt wiedereröffnet.[69] Entgegen der frĂŒheren ErklĂ€rungen von Ceconomy wird dies als endgĂŒltige Abkehr von der Zwei-Marken-Strategie auch in Deutschland zugunsten von MediaMarkt gewertet.[70] Damit verbleiben nur noch 75 Saturn-MĂ€rkte, wĂ€hrend weitere Umstellungen auf MediaMarkt bereits geplant sind.[71]
Marketing
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Saturn warb 1999 und 2000 mit dem Slogan âDas gibtâs doch gar nicht.â. Damals wurde die fiktive Figur Blue verwendet. Von 2002 bis 2007 warb Saturn mit dem Werbespruch âGeiz ist geilâ und löste damit eine deutschlandweite Debatte ĂŒber Konsumverhalten und die Situation der deutschen Wirtschaft aus. Der Slogan ging schnell in den allgemeinen Sprachgebrauch ĂŒber. Entwickelt wurde der Slogan von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Ab Ende Oktober 2007 wurde der Werbespruch âWir lieben Technik. Wir hassen teuerâ,[72] ab Ende Dezember 2007 âWir hassen teuerâ, in Werbespots unterlegt mit dem alten Soundlogo, verwendet.
Ab dem 24. Oktober 2009 warb Alice Cooper fĂŒr Saturn. Als Werbeslogan wurde âSaturn â Sternhagel-GĂŒnstigâ ausgewĂ€hlt. Ab dem 25. Oktober 2010 â also bis auf einen Tag genau zum einjĂ€hrigen JubilĂ€um des neuen WerbetrĂ€gers â wurde Alice Cooper von Bill Kaulitz, SĂ€nger der Band Tokio Hotel, unterstĂŒtzt. Dazu wurden erneut von Scholz & Friends Spots in Los Angeles gedreht. Diese neue Kampagne lief unter dem Titel âJetzt rocktâs richtigâ bis Ende Dezember 2010. Im Jahre 2011 warb Saturn zum 50. Geburtstag mit Michael Buffer als neuem WerbetrĂ€ger. Dazu wurde erneut der Werbespruch âGeiz ist geilâ verwendet.[73] Am 19. Oktober 2013 erschien bundesweit eine neue Werbekampagne, die MC Fitti mit seinem Song â#futuretechnikâ als Testimonial unterstĂŒtzte. Hauptfigur der Kampagne war der Saturn-Mitarbeiter Tech-Nick, gespielt von Antoine Monot, Jr. Seit November 2017 setzt das Unternehmen seine neue Markenpositionierung âTechnik (er)Lebenâ um.
Die hauseigene trimediale Content-Marketing-Plattform âTURN ONâ wird als Printmagazin (Auflage rund 300.000 Exemplare), als Onlinemagazin und als eigener YouTube-Kanal betrieben. Auf der Plattform werden unter anderem Consumer-Tech-News und Lifestyle-Trends thematisiert. Im Oktober 2022 gab die Media-Saturn-Holding bekannt, dass MediaMarkt und Saturn ab dem Jahr 2023 mit gemeinsamen Werbekampagnen auftreten.[74]
Marke âredcoonâ
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]redcoon mit Hauptsitz in Aschaffenburg war ein Discount-Onlineshop mit Sortimentsschwerpunkt Unterhaltungselektronik in Deutschland und Ăsterreich. Das Unternehmen war in mehreren LĂ€ndern Europas aktiv. Es wurde 2003 von dem frĂŒheren MediaMarkt-Manager Reiner Heckel gegrĂŒndet. Der Umsatz lag im GeschĂ€ftsjahr 2007/2008 bei 138 Mio. Euro.
Im MĂ€rz 2011 wurde eine Ăbernahme durch die MediaMarktSaturn Retail Group (Metro AG) bekannt, der es zuvor nicht mit Erfolg gelungen war, einen eigenen Onlineshop aufzubauen.[75] Der Kaufpreis betrug rund 125 Mio. EUR.[76]
Ab November 2012 warb das Unternehmen unter anderem mit den Models Micaela SchĂ€fer, Jordan Carver und Gina-Lisa Lohfink, mit dem Claim âSo viel billig gabâs noch nie!â, einer ironischen Anspielung auf das öffentliche Image der werbenden Persönlichkeiten. Des Weiteren war Alfons Schuhbeck als WerbetrĂ€ger verpflichtet worden.
Laut mehreren Berichten des Manager Magazins strebte die MSH-Holding eine RĂŒckabwicklung des redcoon-Kaufs an. Kommerzieller Hintergrund seien die hohen operativen Verluste von redcoon: So habe es im GeschĂ€ftsjahr 2015/2016 einen Rohertragsverlust von 45,2 Mio. EUR erwirtschaftet. Der EBIT-Verlust lag im gleichen GeschĂ€ftsjahr bei 120,3 Mio. EUR. Die MSH-Holding habe daher die AlteigentĂŒmer auf Erstattung des Kaufpreises und der Verluste in Höhe von bis 300 Mio. EUR verklagt. Als Grund fĂŒr die Klage werden angebliche KartellrechtsverstöĂe angefĂŒhrt. Ein erstes Urteil zugunsten der MSH-Holding gegen einen der AlteigentĂŒmer sei bereits ergangen.[77]
Der redcoon-Onlineshop wurde im Mai 2018 eingestellt, damit wurde nur noch der Markt in Polen von redcoon bedient.[78] Dieses Angebot wurde zum 31. MĂ€rz 2020 endgĂŒltig eingestellt.[79]
Marke âJukeâ
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2009 ĂŒbernahm die Media-Saturn-Holding die Mehrheit des neun Jahre alten Unternehmens 24-7 Entertainment GmbH, welches bereits in der Vergangenheit als technischer Dienstleister hinter dem digitalen Musik-Verkaufportalen von MediaMarkt und Saturn agierte.[80] Dieses Angebot sollte durch einen eigenstĂ€ndigen Musikstreamingdienst unter eigener Marke Juke ergĂ€nzt werden. Auf der IFA 2011 stellte sich die JUKE 24-7 Entertainment GmbH erstmals der Ăffentlichkeit vor.[81]
Im August 2015 fand der Wechsel der Domain von www.myjuke.com auf www.juke.com statt. Im Zuge der Umstellung war JUKE nicht mehr nur als reiner Abo-Dienst verfĂŒgbar, sondern konnte Musik auch digital erworben werden, ebenso wie E-Books, Spiele, Software-Titel sowie Filme und Serien. Filme und Serien konnten in vielen FĂ€llen mit einer Leih-Frist von 48 Stunden ausgeliehen werden.[82] Ende 2017 teilte JUKE mit, dass ab 1. Januar 2018 nur noch Musikstreaming angeboten wird. Kunden, die gekaufte Artikel zuvor erworben hatten, sollten diese bis 31. Dezember 2017 herunterladen fĂŒr eine spĂ€tere offline-Nutzung.[83]
2017 verkaufte die Media-Saturn ihre B2B-Musiktochter 24-7 Entertainment GmbH inklusive der Juke Entertainment GmbH an das britische Unternehmen 7digital und wurde zugleich gröĂter Anteilseigner und wichtigster Kunde.[84] Am 1. Mai 2019 wurde per Vertrag beschlossen, dass die Media-Saturn ihre Zusammenarbeit mit 7digital beendet und ihren 11,5-%-Anteil ordnungsgemÀà verkauft nach der Zahlung einer Abfindung in Höhe von 4,5 Mio. Euro.[85] Der Vertrag beinhaltet insbesondere die Verrechnung der Kosten der Beendigung von Juke Musikstreaming.[86] Der Dienst wurde zum 30. April 2019 endgĂŒltig eingestellt.[87]
Imtron
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Imtron ist eine konzerninterne GroĂhandelsgesellschaft, die fĂŒr die Produktion und den Import der Media-Saturn-Eigenmarken ok. (HaushaltsgroĂ- und HaushaltskleingerĂ€te), KOENIC (HaushaltsgroĂ- und HaushaltskleingerĂ€te), PEAQ (Unterhaltungselektronik), ISY (Elektronische Lifestyle-Produkte) und Technostar (E-Scooter) zustĂ€ndig ist.
Dienstleister âRTS Service Groupâ
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ende 2015 ĂŒbernahm Media-Saturn die RTS Service Group mit ihren Marken Tec Repair, Tec-Instore, Profectis und Jetsam. Ăber das Serviceunternehmen werden Reparaturen und Dienstleistungen abgewickelt mit bundesweit 1.200 Mitarbeitern.[88] Im September 2019 gab Media-Saturn die SchlieĂung Profectis zum Jahresende bekannt.[89][90]
Dienstleister redblue
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die redblue Marketing GmbH ist die interne Marketing-Organisation der MediaMarktSaturn-Gruppe. Sie koordiniert die Markenkommunikation der Tochtergesellschaften um die Bereiche Communication, Brand, Digital, CRM, Data Analytics und Media. Das Unternehmen beschĂ€ftigt rund 440 Mitarbeiter. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer ist Manfred Bosch.[91]
Die redblue ging aus der ehemaligen Werbeabteilung der Marke MediaMarkt Deutschland hervor und wurde am 1. April 2000 in MĂŒnchen gegrĂŒndet. Seither entwickelt sie Werbekonzepte und sorgt fĂŒr deren Umsetzung und Schaltung in allen Medien. Der Name redblue bezieht sich auf die Hausfarben der beiden in insgesamt 11 LĂ€ndern betreuten Marken MediaMarkt und Saturn: Deutschland, Ăsterreich, Luxembourg, Schweiz, Spanien, Ungarn, Italien, Niederlande, Polen, Russland und TĂŒrkei.
Logos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]MediaMarktSaturn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Logo bis 2017 im Einsatz
- Logo im Einsatz von 2017 bis 2023
- Logo seit 2023 im Einsatz
MediaMarkt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Logo im Einsatz
- In Russland verwendetes Logo
- In Italien verwendetes Logo
Saturn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Logo im Einsatz von 1961 bis 2003
- Logo seit 2003 im Einsatz
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]IrrefĂŒhrende Werbemethoden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Artikel ohne Umsatzsteuer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]MediaMarkt versprach 2005 in einer Werbeaktion, Artikel âohne Umsatzsteuerâ (mit einem Rabatt in Höhe der Umsatzsteuer) zu verkaufen. TatsĂ€chlich wurden die Preise fĂŒr diese Artikel vorher erhöht, um de facto den Normalpreis zu erzielen. Ein Konkurrent klagte gegen eine Filiale in Mannheim. Das Gericht gab ihm recht:
âDas Oberlandesgericht bestĂ€tigte [âŠ] eine Entscheidung des Landgerichts Mannheim. Es sei irrefĂŒhrend, mit der Herabsetzung eines Preises zu werben, wenn dieser zuvor nicht verlangt worden sei.â[92]
Lockvogelangebote
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die MediaMarktSaturn Retail Group hat in der Vergangenheit Lockvogelangebote gemacht: Artikel wurden zu extrem gĂŒnstigen Preisen groĂflĂ€chig beworben, waren aber nach kĂŒrzester Zeit ausverkauft. GemÀà der Rechtsprechung zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) mĂŒssen beworbene Sonderangebote mindestens zwei Tage erhĂ€ltlich sein. VerbraucherschĂŒtzer kritisierten, dies sei bei MediaMarkt und Saturn hĂ€ufig nicht gewĂ€hrleistet gewesen. Der Konzern bestritt das; es habe nur vereinzelte Ausnahmen trotz groĂer VorrĂ€te gegeben. Der konkrete Nachweis solcher FĂ€lle ist generell schwierig, da VerbraucherschĂŒtzer keinen Zugriff auf die Lieferdaten der Unternehmen haben. Das Landgericht Ingolstadt erlieĂ 2007 einen Beweisbeschluss, um herauszufinden, ob die MediaMarktSaturn Retail Group die Verantwortliche fĂŒr die Werbung der vielen formal unabhĂ€ngigen MĂ€rkte war.[93]
Preisgarantie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2005 ergaben Stichproben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Raum MĂŒnchen, dass Media- oder Saturn-MĂ€rkte in 15 von 21 FĂ€llen teurer waren als örtliche Konkurrenten. In Berlin waren sie es in 11 von 21 FĂ€llen. Die MediaMarktSaturn Retail Group begegnete den VorwĂŒrfen mit einer âPreisgarantieâ, die KĂ€ufern eine RĂŒckerstattung der Preisdifferenz versprach, wenn sie in einem anderen GeschĂ€ft das Produkt zu einem gĂŒnstigeren Preis finden.[94]
0-%-Finanzierungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2013 wurden 0-%-Finanzierungen durch die spanische Banco Santander kritisiert. Es wird nur auf einen Hinweis im Kleingedruckten eine Kreditausfallversicherung abgeschlossen, die 10Â % kostet.[95]
Verwendung eines Lieds von Rio Reiser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2006 ausgestrahlte Media-Markt-Werbespots enthielten ein Lied mit dem Text âSaubillig und noch viel mehrâ. Das Lied war eine Umdichtung des Titels König von Deutschland von Rio Reiser. Freunde und AnhĂ€nger Reisers haben sich ĂŒber den Missbrauch des Lieds zu Werbezwecken beklagt, da Reiser bekennender Anti-Kapitalist war und posthum in eine Rolle gedrĂ€ngt werden sollte, die er zu Lebzeiten ablehnte.[96]
Werbung mit Uwe Seeler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im April 2008 startete der Konzern eine auf Hamburg und Umgebung begrenzte Werbekampagne mit HSV-Idol Uwe Seeler als âTiefpreis-Trainerâ fĂŒr den Hamburger SchnĂ€ppchen Verein. Dazu verwendete der Konzern plakativ die AbkĂŒrzung âHSVâ, die auch fĂŒr den Hamburger Sport-Verein steht. Der Vereinsvorstand beauftragte daraufhin AnwĂ€lte, dies zu unterbinden. Kurz darauf fanden sich Ă€hnliche Plakate im Stadtbild, auf denen der Konzern nun fĂŒr den Hamburger Sensations Verein warb, jedoch ohne die AbkĂŒrzung âHSVâ zu verwenden.
AusschlieĂlicher Verkauf von Intel-PCs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut 2008 veröffentlichter Nachforschungen der Financial Times Deutschland hat sich die MediaMarktSaturn Retail Group bereits im Jahr 1999 gegenĂŒber Intel verpflichtet, ausschlieĂlich PCs mit Intel-Prozessoren zu vertreiben. DafĂŒr erhielt die Holding allein 2007 von Intel 85 Millionen Euro an Einkaufsrabatten und WerbekostenzuschĂŒssen.[97] Die europĂ€ischen Kartellbehörden ermittelten wegen Wettbewerbsverzerrung. Intel wurde wegen dieser und anderer wettbewerbsrechtlicher VerstöĂe von der europĂ€ischen Wettbewerbskommission im Mai 2009 zu einer Geldstrafe von 1,06 Milliarden Euro verurteilt.[98]
Die Handelskette sei durch Intels Rabatt-System dazu bewegt worden, nur unwesentliche oder gar keine Computer mit AMD-Prozessoren im Sortiment zu fĂŒhren. Laut EU-Kommission habe Intel seit 1997 direkte und indirekte Zahlungen an MSH geleistet. Die Zahlungen waren an die Bedingung geknĂŒpft, sofern möglich, ausschlieĂlich Intel-Systeme anzubieten.[99]
Leibesvisitationen nach DiebstÀhlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im MediaMarkt in Krems an der Donau in Niederösterreich wurden 2014 nach DiebstĂ€hlen, die durch Mitarbeiter begangen worden sein sollen, nicht nur Taschenkontrollen, wie in vielen Unternehmen ĂŒblich, sondern auch Leibesvisitationen an allen Mitarbeitern durchgefĂŒhrt. Die Gewerkschaften sehen dieses Vorgehen als Verletzung der MenschenwĂŒrde.[100] In der Folge meldeten Angestellte anderer Filialen in Ăsterreich diese Vorgangsweise. Vom Unternehmen wurde diese Vorgehensweise den Sicherheitsdienstleistern angelastet.[101]
Kartellverfahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 13. Juni 2014 gab die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eine Entscheidung des Kartellgerichts vom 23. April 2014 (6 Kt 19/14) gegen die Media-Saturn Beteiligungs-GmbH bekannt. Wegen vertikaler Preisabstimmungen der Endverkaufspreise mit der Elektronikindustrie im Zeitraum zwischen Oktober 2009 und Anfang 2013 wurde eine GeldbuĂe von 1.230.000 Euro verhĂ€ngt.[102]
Konkurrenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die US-amerikanische Best-Buy-Gruppe ist weltweiter MarktfĂŒhrer nach Umsatz im Bereich Unterhaltungselektronik. MediaMarktSaturn und Best Buy machen sich bisher (Stand Mai 2016) nur in der TĂŒrkei Konkurrenz. Die Einkaufsgemeinschaft Euronics ist der zweitgröĂte Mitbewerber in Europa.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Imprint | MediaMarktSaturn. Abgerufen am 5. Juni 2025.
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- â Jetzt fix: Chinesischer MilliardĂ€r ĂŒbernimmt MediaMarkt und Saturn (3. November 2026)
- â EU genehmigt chinesische Ăbernahme von MediaMarktSaturn. In: SWI swissinfo.ch. 3. November 2026, abgerufen am 3. November 2026.
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